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261353-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Anpassung des Suchthilfesystems an die Crack-Krise / Prinz-Albert-Straße

Nummer
261353-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
24.08.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Prinz-Albert-Straße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn Hauptort
  • Quantiusstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
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  1. 261353 Anpassung des Suchthilfesystems an die Crack-Krise / Prinz-Albert-Straße

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
261353-01 ST
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Anpassung des Suchthilfesystems an die Crack-
Krise / Prinz-Albert-Straße
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 08.09.2026 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Zu der Einwohnerinnenfrage wird wie folgt Stellung genommen:
1. Wann wurden die bestehenden Angebote der Bonner Suchtkrankenhil
fe, insbesondere rund um die gemeinsame Anlaufstelle (GABI), letztma
lig umfassend evaluiert, um den spezifischen medizinischen und psy
chosozialen Anforderungen von Crack-Konsument:innen (akute Psy
chosen, extremes Craving) gerecht zu werden?
Eine gesonderte umfassende Evaluation der bestehenden Angebote speziell im
Hinblick auf die Anforderungen durch Crack-Konsum ist bislang nicht erfolgt.
Die deutliche Zunahme des Crack-Konsums zeigt sich insbesondere in den
vergangenen zwei Jahren. Die Konsumvorgänge im Drogenkonsumraum wer-
den fortlaufend dokumentiert und ausgewertet. Auf Veränderungen des Kon-
sumgeschehens wird durch eine bedarfsgerechte Anpassung der Angebote
reagiert.
Die Angebote des Vereins für Gefährdetenhilfe im Betreuungszentrum in der
Quantiusstraße richten sich auch an die Crack-Konsumierenden. Sie können
sich vor Ort medizinisch, pflegerisch und sozialarbeiterisch betreuen und ver-
sorgen lassen. Die Konsumierenden nutzen beispielsweise die medizinische
Versorgung von Wunden, die Kleiderkammer zum Wechsel der Kleidung sowie
die Duschmöglichkeiten. Zur Infektionsprophylaxe stehen saubere Konsumu-
tensilien zur Verfügung und im Café des Betreuungszentrums wird für die Nah-
rungs- und Flüssigkeitsaufnahme gesorgt. Somit lassen sich Verwahrlosungs-
zustände lindern. Der niedrigschwellige Zugang zu den Sozialarbeiter*innen
ermöglicht gerade in Akutsituationen kurzfristige Gesprächsmöglichkeiten, die
zur Beruhigung beitragen. Die Angebote sind an den Handlungsempfehlungen
der Deutschen Aidshilfe und des Bundesverbandes für akzeptierende Drogen-
arbeit und humane Drogenpolitik (akzept e.V., im Auftrag des Bundesministeri-
ums für Gesundheit) ausgerichtet.
Ebenso erfolgt durch die Streetworker des Vereins für Gefährdetenhilfe und des
Caritasverbandes als auch durch die Mitarbeitenden der Wache GABI aufsu-
chende Hilfe und Unterstützung im Innenstadtbereich.
Bezüglich der Crack-Konsumierenden besteht die Herausforderung, dass dieseSeite 1 von 2
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
einem hohen Sucht- und Beschaffungsdruck ausgesetzt sind aufgrund der kur-
zen Wirkungsdauer von Crack und den damit verbundenen kurzen Konsumin-
tervallen. Dies erschwert insbesondere den sozialarbeiterischen Zugang.
2. Inwiefern plant die Verwaltung, im Rahmen einer zukunftsfähigen
Suchthilfestrategie eine echte Dezentralisierung der Szene nach erfolg
reichen Vorbildern wie dem Zürcher Modell umzusetzen, welches eben
ausdrücklich kein Abschieben in Außenbezirke bedeutet, sondern das
Schaffen von dezentralen, zeitlich aufeinander abgestimmten Anlauf
stellen für eine 24 Stundenbereitschaft bei gleichzeitigem, konsequen
tem Schutz des öffentlichen Raums durch Ordnungskräfte?
Ergänzend wird geprüft, welche einzelnen Ansätze und Erfahrungen
des Zürcher Modells für die weitere bedarfsgerechte Entwicklung des
Bonner Suchthilfesystems nutzbar sind.
Der Verein für Gefährdetenhilfe stellt mit seinen umfassenden Angeboten sowie
den verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten in Bonn bereits ein leistungsfähi-
ges und auf die Bonner Bedarfe ausgerichtetes Angebot zur Verfügung, das
auch dem Vergleich mit anderen Städten standhält.
Seit jeher ist eine enge Vernetzung der Akteure in der Suchthilfe mit den maß-
geblichen Stellen der Bonner Stadtverwaltung (Soziales, Gesundheit, Sicher-
heit und Ordnung) und der Polizei mit dem Ziel der bedarfsgerechten Anpas-
sung der Angebote und Steuerungsmöglichkeiten in Bonn etabliert. Auf diese
Weise werden Veränderungen in der offenen Drogenszene betreffend den Dro-
genmarkt, die vorhandenen Substanzen, ihre Wirkung auf die Konsu-
ment*innen und den öffentlichen Raum regelmäßig ausgewertet und geeignete
Maßnahmen geprüft und umgesetzt. So wurden beispielsweise zuletzt bereits
zusätzliche Plätze zum geschützten Konsum im Drogenkonsumraum eingerich-
tet sowie dessen Öffnungszeiten erweitert, um die Belastung für den öffentli-
chen Raum zu reduzieren. Die Stadt wendet das Betäubungsmittelrecht strikt
an, insbesondere hinsichtlich des Drogenhandels.
Bereits jetzt nehmen sowohl die Streetworker des Vereins für Gefährdetenhilfe
als auch die Wache GABI den Bereich der Prinz-Albert-Straße in ihre Rund-
gänge mit auf und steht mit den sich dort aufhaltenden suchtkranken Personen
in Kontakt.
Anlage/n
KeineSeite 2 von 2

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