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261112-02 AA · Änderungsantrag

Änderungsantrag Linke: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen, Antrag zur Vorlage 261112

Nummer
261112-02 AA
Art
Änderungsantrag
Veröffentlicht
14.07.2026
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Rheinaue siedlung· Hochkreuz, Bad Godesberg Hauptort
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 30.09.2026 Empfehlung
  2. Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
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Übergeordnet

  1. 261112 BBB-Antrag: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen

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Änderungsantrag
öffentlich
261112-02 AA
Antragsteller/in:
Die Linke-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Janine Könen
Svenja Püschel
14.07.2026
Änderungsantrag Linke: Autochthone Arten vor
Verdrängung durch Neozoen schützen, Antrag zur
Vorlage 261112
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
15.07.2026 Empfehlung
Rat 24.09.2026 Entscheidung
Inhalt des Änderungsantrags
Der Beschlusstext des Antrags wird wie folgt neu gefasst:
1. Asiatische Hornisse (Vespa velutina):
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, alle in ihrem Einflussbereich liegenden
Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der asiatischen Hornisse zu
begleiten und zu kontrollieren.
• Nester auf öffentlichem und privatstädtischem Grund werden nur dann
entfernt, wenn eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit von Mensch
und Tier (z. B. an Schulen, Kitas oder Bienenstöcken/Imkereien) besteht. Die
Entfernung hat durch qualifiziertes Fachpersonal und unter strenger Beachtung
des Artenschutzes zu erfolgen.
• Die Öffentlichkeitskampagne wird darauf ausgerichtet, Bürger*innen über
präventive Schutzmaßnahmen für heimische Insekten (z. B. durch den Einsatz
von Selektivgittern an Bienenstöcken) aufzuklären und Fehldiagnosen zu
vermeiden, damit geschützte heimische Hornissenarten nicht gefährdet
werden.
2. Kanada- und Nilgänse in der Rheinaue:
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein tierschutzgerechtes und gewaltfreies
Konzept zur Bestandsregulierung der Kanada- und Nilgänse in der Bonner
Rheinaue zu erarbeiten und umzusetzen. Ein Abschuss der Tiere sowie visuell-
akustische Vergrämungsmethoden werden ausdrücklich ausgeschlossen. Das
Konzept basiert auf folgenden Säulen:
• Einführung eines systematischen Gelegemanagements (kontrollierter
Eiertausch in den Nestern bis auf ein verbleibendes Ei zur Eindämmung des
Bruterfolgs nach dem Vorbild der Städte Köln und Düsseldorf).Seite 1 von 3
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• Anpassung des Grünflächenmanagements in der Rheinaue durch das
absichtliche Stehenlassen von hohen Gras- und Blühstreifen in ufernahen
Bereichen, da Wildgänse als Sichträuber kurze Rasenflächen bevorzugen und
hohes Gras als Barriere meiden.
• Konsequente Überwachung des Fütterungsverbots und verstärkte Aufklärung
der Parkbesucher*innen.
3. Nutria-Population am Rheinauensee:
Das von der Stadtverwaltung per Pressemitteilung vom 11. Mai 2026
veröffentlichte Management zur Regulierung der Nutria-Population in der
Rheinaue wird mit dem Ziel einer gewaltfreien und nachhaltigen Regulation
grundlegend reformiert:
• Die kontinuierliche Bejagung und der Abschuss von Nutrias durch
Jäger*innen in der Rheinaue werden vollständig eingestellt.
• Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein Pilotprojekt zur
Populationsregulierung mittels tierschutzgerechter Sterilisation (Fangen,
medizinisches Sterilisieren und Wiederaussetzen) einzurichten.
• Konsequente Überwachung des Fütterungsverbots und verstärkte Aufklärung
der Parkbesucher*innen.
Begründung
Der Schutz der biologischen Vielfalt und der Erhalt des sensiblen Ökosystems
insbesondere in der Bonner Rheinaue sind unbestrittene Ziele der kommunalen
Umweltpolitik. Die von der BBB-Fraktion vorgeschlagenen Maßnahmen setzen
jedoch einseitig auf Verdrängung, Abschuss und Nestvernichtung, was weder
den modernen Ansprüchen des Tierschutzes noch den Kriterien von
ökologischer Nachhaltigkeit gerecht wird.
Zu Punkt 1: Die asiatische Hornisse ist in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens
bereits als etabliert anzusehen. Eine pauschale, ausnahmslose Beseitigung
aller Nester ist weder personell leistbar noch ökologisch sinnvoll. Da die Nester
oft schwer zugänglich in hohen Baumkronen liegen, birgt eine pauschale
Bekämpfung das Risiko, dass durch Fehldiagnosen der Bürgerschaft die streng
geschützte heimische Hornisse (Vespa crabro) Schaden nimmt. Die Entfernung
muss daher auf echte Gefahrenstellen (vulnerable Infrastruktur) beschränkt
bleiben.
Zu Punkt 2: Der Wunsch nach sauberen Parkflächen ist verständlich, doch
Abschüsse im innerstädtischen Bereich verbieten sich aus Sicherheits- und
Tierschutzgründen von selbst. Die Nachbarstädte Köln und Düsseldorf zeigen
erfolgreich, wie ein modernes Gänsemanagement funktioniert: Durch ein
professionelles Gelegemanagement (Eiertausch) wird die Reproduktionsrate
sanft und effektiv gesenkt.
Ergänzend nutzen wir die Biologie der Tiere: Wildgänse meiden instinktiv hohes
Gras, da sie darin Fressfeinde nicht rechtzeitig erkennen können. Indem dieSeite 2 von 3
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Stadt Bonn an den Ufern des Rheinauensees gezielt hohe Gras- und
Wildwuchsstreifen stehen lässt, schaffen wir eine natürliche Barriere. Die
Gänse ziehen sich von den viel genutzten Liegewiesen zurück, was die
Verschmutzung der Parkanlagen und Wege ohne Gewalt drastisch reduziert.
Zu Punkt 3: Die Begründung ist im Antrag Drs. 260987 hinlänglich erläutert.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 10:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de