261112 · Antrag
BBB-Antrag: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen
Kerndaten
- Nummer
- 261112
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 03.06.2026
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Rheinaue Hauptort
- Bonn
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Empfehlung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Volltext
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Antrag öffentlich 261112 Antragsteller/in: BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Jutta Acar Alfred Mutinelli Marcel Schmitt Johannes Schott 02.06.2026 BBB-Antrag: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 23.06.2026 Empfehlung Rat 09.07.2026 Entscheidung Inhalt des Antrags 1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, auch weiterhin alle in ihrem Einflussbereich liegenden Maßnahmen zu ergreifen, um die zunehmende Ausbreitung der asiatischen Hornisse (Vespa velutina) zu bekämpfen. Hierzu zählt u.a. - die ausnahmslose Entfernung von Nestern der asiatischen Hornisse auf öffentlichem und privatstädtischem Grund der Stadt Bonn - eine Öffentlichkeitskampagne, in der aufbauend auf den bisherigen städtischen Publikationen zur sprunghaften Ausbreitung der asiatischen Hornisse die Bürgerschaft darauf hingewiesen wird, dass a. Nester der asiatischen Hornisse auf Privatgrundstücken auf Grund der Einschätzung als etablierte Art nunmehr zwar nicht mehr zwingend beseitigt werden müssen, diese aber zum Schutze der heimischen Arten und somit der Biodiversität weiterhin rasch entfernt werden sollten, b. Nester der asiatischen Hornisse, die die öffentliche Sicherheit gefährden - etwa weil sie sich in der Nähe einer Bushaltestelle, eines Kindergartens, einer Schule oder sich an sonstigen vulnerablen Stellen befinden-, entfernt werden müssen, c. die fachgerechte Entfernung der Nester der asiatischen Hornisse durch geschulte Imker vom Land NRW mit 150 bis 300 Euro und daher in den meisten Fällen kostendeckend bezuschusst wird. 2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie die Überpopulation der Kanada- und Nilgänse in der Bonner Rheinaue so weit eingedämmt werden kann, dass die von diesen invasiven Arten ausgehende Verdrängung der heimischen Tierwelt und die beeinträchtigende Verschmutzung des Parks durch deren Ausscheidungen möglichst effektiv rückgeführt werden kann. Auf Grund des Prüfergebnisses erstellt die Stadtverwaltung einen entsprechendenSeite 1 von 3 Seite 2 Beschlussvorschlag zur nachhaltigen Verringerung der Besiedlungsdichte der Rheinaue durch vorgenannte Neozoen, den der Oberbürgermeister dem Stadtrat zur Beschlussfassung unterbreitet. 3. Das von der Stadtverwaltung per Pressemitteilung vom 11. Mai 2026 veröffentlichte Management zur Verringerung der Nutria-Population in der Rheinaue wird ungeändert fortgeführt. Begründung Zur Begründung wird der Einfachheit halber auf den ersten Absatz aus der Mitteilung (DS 240259) der ausgeschiedenen Oberbürgermeisterin in der Sitzung des Umweltausschusses vom 5. März 2024 verwiesen: "Durch den Menschen wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten aus allen Teilen der Welt in unsere heimischen Naturräume eingebracht. Diese invasiven Organismen verdrängen durch ihr Vorkommen und ihre Ausbreitung heimische Arten und verursachen unwiderrufliche Veränderungen und Lebensbedingungen von Biotopen. Sie stellen weltweit eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar." Die im Beschlusstext aufgeführte Pressemitteilung der Stadt Bonn zum Umgang mit der schädlichen Besiedlung der Rheinaue durch Biberratten lautet wie folgt: Nutria-Bestand am Rheinauensee muss wieder reduziert werden 11.05.2026 Um die hohe Nutria-Population rund um den Rheinauensee zu verringern, werden in den kommenden Frühlings- und Sommermonaten wieder Jäger*innen in der linksrheinischen Rheinaue im Einsatz sein. Das ist notwendig, um zu verhindern, dass sich die Nagetiere immer weiter ausbreiten und dem Ökosystem schaden. Eine kontinuierliche Bejagung der Nutrias soll helfen, die Populationsgröße am Rheinauensee möglichst auf niedrigem Niveau zu halten. Nachdem 2022 und 2023 bereits in der Rheinaue gejagt worden war, wurden im Herbst 2023 weniger als zehn Tiere gezählt. Bei systematischen Zählungen im Jahr 2025 wurden wieder mehr als 80 Tiere nachgewiesen, so dass die Stadt erneut tätig werden muss. Mit der Bejagung der Nutrias setzt die Stadt die gesetzliche Verpflichtung aus der EU-Verordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz zur Eindämmung der Verbreitung invasiver Arten um.Seite 2 von 3 Seite 3 Nutrias zählen zu den invasiven Arten Die auch als Biberratten bezeichneten Nutrias gehören in Deutschland und der Europäischen Union zu den sogenannten invasiven Arten. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nagetiere haben hier keine natürlichen Feinde, so dass sie sich sehr stark vermehren können. An vielen Gewässern in Deutschland ist die Nutria-Population so stark gewachsen, dass die Tiere große Schäden anrichten und heimische Tier- und Pflanzenarten gefährden. Auch am Rheinauensee in Bonn haben sich die Nutrias in den vergangenen Jahren etabliert. Für die Errichtung ihrer Bauten durchgraben sie Uferbereiche und richten hier große Schäden an. Die Tiere fressen Baumrinde ab, was zum Absterben einzelner Bäume führen kann. Besonders problematisch ist, dass sie die nützlichen Unterwasserpflanzen im Rheinauensee abfressen. Die sogenannten Makroalgen wurden im Rahmen einer aufwändigen und kostenintensiven Seesanierung eigens gepflanzt und spielen für die Stabilität des sensiblen Ökosystems eine wichtige Rolle. Im Sinne des Tierschutzes: Tiere dürfen nicht gefüttert werden! Die Stadt appelliert dringend an alle Bürger*innen, mitzuhelfen, die Nutria- Population einzudämmen, indem sie sich an das Fütterungsverbot halten: Das Füttern ist im Sinne des Tierschutzes nicht sinnvoll und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Weitere Informationen unter www.bonn.de/nutrias. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 06:54 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de