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260667-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Große Anfrage von BSW/SBI zur Sicherheitslage, Kriminalitätsentwicklung und Prävention im Stadtteil Bonn-Tannenbusch

Nummer
260667-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
15.06.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Kattowitzer Weg Straße· Dransdorf, Bonn Hauptort
  • Dreieck Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Tannenbusch Ortsteil· Bonn
  • Auerberg Ortsteil· Bonn
  • Buschdorf Ortsteil· Bonn
  • Dransdorf Ortsteil· Bonn
  • Endenich Ortsteil· Bonn
  • Graurheindorf Ortsteil· Bonn
  • Dottendorf Ortsteil· Bonn
  • Ippendorf Ortsteil· Bonn
  • Kessenich Ortsteil· Bonn
  • Poppelsdorf Ortsteil· Bonn
  • Venusberg Ortsteil· Bonn
  • Duisdorf Ortsteil· Hardtberg
  • Bonn Stadtbezirk
  • Bad Godesberg Stadtbezirk· Alt-Godesberg
  • Neu-Tannenbusch siedlung· Tannenbusch, Bonn
  • Medinghoven siedlung· Duisdorf, Hardtberg
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren 07.07.2026 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz 25.06.2026 Kenntnisnahme
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  1. 260667 Große Anfrage von BSW/SBI zur Sicherheitslage, Kriminalitätsentwicklung und Prävention im Stadtteil Bonn-Tannenbusch

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
260667-01 ST
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
33 Bürgerdienste
Dezernat:
Dez. I
Große Anfrage von BSW/SBI zur Sicherheitslage,
Kriminalitätsentwicklung und Prävention im Stadtteil
Bonn-Tannenbusch
Beratungsfolge
Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und
Bevölkerungsschutz
25.06.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Soziales, Migration,
Gesundheit, Wohnen und Senioren
07.07.2026 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
1. Kriminalitätsentwicklung
1. Wie hat sich die Gesamtzahl der Straftaten im Stadtteil Tannenbusch in
den vergangenen fünf Jahren entwickelt?
Durch das LKA NRW werden nicht für alle Ortsteile der KPB Bonn
entsprechende Tabellen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zur Verfügung
gestellt. Daher wurde der kleinstmögliche Bereich ausgewertet. Dieser Bereich
umfasst die Ortsteile Auerberg, Buschdorf, Dransdorf, Endenich, Graurheindorf,
Dottendorf, Ippendorf, Kessenich, Poppelsdorf, Tannenbusch, und Venusberg.
Die Straftaten der Gesamtkriminalität haben sich wie folgt entwickelt:
Erfasste Straftaten gesamt:
Siehe Anlage 1.
2. Wie stellt sich diese Entwicklung differenziert dar nach
a) Gewaltkriminalität
Siehe Anlage 2.
b) Jugendkriminalität (Auswertung Tatverdächtige (TV) Quelle PKS)
Siehe Anlage 3.
c) Drogenkriminalität
Siehe Anlage 4.
3. Wie hat sich die Aufklärungsquote in diesem Zeitraum entwickelt?Seite 1 von 12
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Siehe Anlage 5.
2. Jugendkriminalität und Prävention
1. Wie hoch ist der Anteil tatverdächtiger Jugendlicher und
Heranwachsender unter 21 Jahren an den registrierten Straftaten im
Stadtteil Tannenbusch?
Anteil tatverdächtiger Jugendlicher und Heranwachsender unter 21 Jahren an
den registrierten Straftaten im Stadtteil Tannenbusch
Siehe Anlage 6
2. Welche sozialpädagogischen Präventionsprogramme bestehen derzeit
im Stadtteil?
3. In welcher Weise werden Schulen, Jugendzentren und Streetworker in
die Präventionsarbeit eingebunden?
4. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um der Entstehung von
Intensivtäterkarrieren frühzeitig entgegenzuwirken?
5. Welche konkreten Angebote der Jugendhilfe und Prävention bestehen
im Stadtteil?
6. Wie werden diese Angebote genutzt, insbesondere im Hinblick auf
Auslastung und Reichweite?
7. Sieht die Verwaltung in diesem Bereich zusätzlichen Ausbaubedarf?
Wenn ja, welchen?
zu 2. bis 7.: Im Rahmen der NRW-Initiative „Kurve kriegen“ beugt die Polizei
Bonn in enger Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften von
update (Fachstelle für Suchtprävention von Caritas / Diakonie) vor, dass stark
gefährdete Kinder und Jugendliche dauerhaft in die Kriminalität abgleiten.
Hierfür werden Mehrfachtatverdächtige Kinder und junge Jugendliche in
besonderen sozialen Problemlagen durch individuelle und frühzeitige
Hilfsangebote betreut. Dies wirkt sich langfristig kriminalpräventiv aus. Seitens
des Kriminalkommissariats 14 des PP Bonn wird darüber hinaus die
Konzeption „Jugendliche Intensivtäterinnen/ -täter verfolgt. Ziel hierbei ist,
jugendliche Intensivtäterinnen/ -täter frühzeitig als solche zu identifizieren und
durch gezielte, individuell angepasste und täterorientierte Maßnahmenbündel
die Begehung von Straftaten zu verhindern bzw. zu reduzieren.
Seitens des Kriminalkommissariats Kriminalprävention und Opferschutz ist ein
Jugendkontaktbeamter im Stadtteil Tannenbusch eingesetzt. Zielsetzung ist die
Frühzeitige Umsetzung kriminalpräventiver Maßnahmen bei unter 21-jährigen
zur Verhinderung einer weiteren kriminellen Genese und Entwicklung, sowie
die Förderung der Akzeptanz und des Vertrauens in die Polizei innerhalb der
Zielgruppe. Zudem erfolgten eine Vernetzung und Intensivierung der
Zusammenarbeit mit Behörden, Einrichtungen, Vereinen oder Institutionen zur
positiven Beeinflussung der sekundären Sozialisierung der Jugendlichen.Seite 2 von 12
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Durch die Jugendsachbearbeitung des Kriminalkommissariats
Kriminalprävention und Opferschutz werden Verschiedene
Präventivprogramme zu den Themen Radikalisierung, Gewalt unter
Jugendlichen, Mobbing und weiteren Themen an Schulen und
Jugendeinrichtungen angeboten. Diese Programme richten sich sowohl an
Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren wie auch Lehrkräfte und
Erziehungsberechtigte. Durch die Cybercrimeprävention werden
Präventionsmaßnahmen in Form von fachgerechten Vorträgen und
Informationsabenden zu den Themen der Internetkriminalität und etwaige
Phänomenbereiche bezüglich social media und Internet im Allgemeinen
angeboten. Diese richten sich vor allem an pädagogische Fachkräfte im
Multiplikatoren Prinzip, sowie an Eltern und Erziehungsberechtigte der
betroffenen Kinder und Jugendlichen. Hinsichtlich interkultureller/ -religiöser
Aspekte, arbeitet der Kontaktbeamte des Polizeipräsidiums Bonn für
interkulturelle und religiöse Angelegenheiten im Sozialraum eng mit
Kulturvereinen, ortsnahen religiösen Einrichtungen und Bürgerinitiativen
zusammen.
Über die letzten Jahre haben sich polizeiliche Maßnahmen und Projekte im
schulischen Alltag der Jahrgangsstufen 8 bis 10 fest etabliert und finden jedes
Schuljahr in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen pädagogischen
Fachkräften und den multiprofessionellen Teams der Schulsozialarbeit
regelmäßig statt. Im Rahmen der Netzwerkarbeit aller im Sozialraum tätiger
polizeilicher Ansprechpartner finden Kontakt, Austausch und bedarfsgerechte
Maßnahmen nach jeweiliger Bedarfslage der Netzwerkpartner statt.
Schülerinnen und Schüler sowie Besucherinnen und Besucher kultureller
Einrichtungen und Vereinsmitglieder sind nicht nur im Stadtteil Tannenbusch
wohnhaft, sodass auch Bürgerinnen und Bürger aus weiteren Stadtteilen
erreicht werden. Konkrete Verhältnisse von Wohnorten, religiösen
Zugehörigkeiten und geschlechtsspezifischer Identifikation kann in Bezug auf
die Erreichbarkeit und Reichweite daher nicht benannt werden. Gleiches gilt für
eine exakte Anzahl von erreichten Bürgerinnen und Bürger, da eine gewisse
Fluktuation aufgrund von verschiedensten Faktoren wie Wetter, Jahreszeit,
aktuelle Ereignisse und persönlichen Interessen der Adressaten im Verlauf des
Jahres, sowie über die Jahre hinweg die reine Anzahl variieren lässt. In Abzug
auf Maßnahmen im schulischen Kontext lässt sich festhalten, dass mit wenigen
Ausnahmen fast alle Jugendlichen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 erreicht
werden können.
Seitens des Jugendamtes werden durch die Jugendhilfe im Strafverfahren
verschiedene Präventionsprogramme angeboten, die sich allerdings nicht
ausschließlich auf diesen Stadtteil beziehen und für bereits auffällig gewordene
Jugendliche angeboten werden.
Spezifisch für Tannenbusch eingerichtet wurde das Projekt „Push“. Dieses
richtet sich an Jugendliche im Raum Tannenbusch, die gefährdet erscheinen,
Straftaten zu begehen oder andere Bedarfe im Präventionsbereich aufzeigen.
Der anbietende Träger der Jugendhilfe, AWO – der Sommerberg, bietet mit
zwei Fachkräften hier den Jugendlichen ein sehr niedrigschwelliges Angebot
an, was darauf ausgerichtet ist, mit den Jugendlichen und deren Familien in
Kontakt zu kommen, an bestimmten Themen zu arbeiten, die gerade anstehen,
und vor allem mit den Jugendlichen ganz niedrigschwellige Sozialarbeit zu
machen.Seite 3 von 12
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Weiterhin gibt es verschiedene offene Angebote der Jugendförderung, die
grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen im Stadtteil und über den
Stadtteil hinaus offen stehen und präventiv wirken.
Im Stadtteil Bonn Tannenbusch existiert eine große Vielfalt unterschiedlicher
Angebote, Akteur*innen und Institutionen, die „dazu beitragen, positive
Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder-
und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.“ (siehe SGB VIII
§1 Absatz 3)
Offene Jugendarbeit:
In Tannenbusch stehen drei Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit zur
Verfügung:
Das Spielhaus KBE Dreieck richtet sich an junge Menschen im Alter von 6 bis
14 Jahren und bietet von montags bis freitags Öffnungszeiten von 14 bis 19
Uhr. Das Spielhaus
Das Jugendhaus Brücke richtet sich mit seinen Angeboten an Kinder und
Jugendliche im Alter von 6 bis 21 Jahren. Es öffnet montags, mittwochs und
freitags von 14 bis 21 Uhr, dienstags und donnerstags von 14 bis 19 Uhr.
Das aufsuchende Angebot der Rheinflanke gGmbH „Bonn-mobil“ arbeitet mit
einem aufsuchenden Ansatz und integriert Sport als Medium in die
Angebotsgestaltung ein. Das Angebot erreicht Jugendliche ab 14 Jahren und
bietet Aktionszeiträume vor allem am späten Nachmittag und Abend. Aktionen
wie „Mitternachtsfußball“ werden regelmäßig angeboten und sind sehr gut
besucht.
Alle Angebote der Offenen Jugendarbeit arbeiten niedrigschwellig und nach
dem Prinzip der Freiwilligkeit. Sie sind Lebensweltorientiert und knüpfen an den
Bedarfen und Ressourcen der Zielgruppen an. Sie bieten Freiräume, fördern
Mitbestimmung und das Erfahren von Selbstwirksamkeit und sozialer
Teilhabe. Offene Jugendarbeit fördert die personellen Kompetenzen der
Besuchenden und beugt Risiken durch die durch Stärkung der Persönlichkeit
und Entwicklung vor.
Jugendsozialarbeit:
Im Bereich der Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII) bietet die Jugendberufshilfe
der Bundesstadt Bonn auch an Schulen in Tannenbusch Hilfestellung im
Bereich der Berufsorientierung. Das Kooperationsprojekt Straßensozialarbeit
(Bundesstadt Bonn, Der Sommerberg - AWO Betriebsgesellschaft mbH,
Evangelische Jugendhilfe Godesheim, Heimstatt e.V. Bonn –
Jugendmigrationsdienst) bietet aufsuchende Sozialarbeit, Beratung und
Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene direkt im Stadtteil
Tannenbusch an. Eine Anlaufstelle vor Ort befindet sich am Kattowitzer Weg 2,
mit Sprechzeiten montags (16-18 Uhr) und dienstags (10-12 Uhr) sowie nach
Vereinbarung. Das Projekt fördert Autonomie im Sinne von „Hilfe zur
Selbsthilfe“, gibt Orientierungshilfen in verschiedenen Lebenslagen (Arbeit,
Wohnen, Ausbildung, Sozialhilfe, Straffälligkeit, Jugendhilfe, Gesundheit) und
praktische Hilfen zur Existenzsicherung. Auch Angebote zum Abbau von
Schwellenängsten sowie die Vermittlung an Fachdienste der Jugendhilfe,Seite 4 von 12
Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Jugendberufshilfe und Suchtberatung werden umgesetzt.
Weiter präventiv wirkende Akteur*innen im Stadtteil sind Kitas sowie
Familienbildungszentren, Kindertagespflege, Schulsozialarbeiter*innen und der
Fachdienst Familie und Erziehung Tannenbusch. Mit dem Haus Vielinbusch als
Bildungs- und Familienzentrum, dem Quartierzentrum Auerberg und weiteren
und Vereinen Initiativen (bspw. Dr. Moroni – Stiftung für Integration und Vielfalt,
Cassiopeia e.V.) wirken weitere Akteur*innen im Bezirk präventiv.
Über die Richtlinien zu Förderung von Gewaltprävention wurden durch das Amt
für Kinder, Jugend und Familie in den Jahren 2025 und 2026 verschiedene
präventive Maßnahmen an Schulen gefördert. Darunter fallen umfangreiche
Maßnahmen wie Coolnesstrainings oder Sozialkompetenztrainings, in denen
die Schüler*innen in ihren sozialen Kompetenzen gefördert werden und den
Umgang mit schwierigen Situationen, Grenzen und Gefühlen erlernen. Diese
Programme umfassten eine ganze Jahrgangsstufe oder eine gesamte
Grundschulgemeinschaft. Weiterhin wurde die Entwicklung von
einrichtungsspezifischen Schutzkonzepten sowie Fachkräfte Fortbildungen
gefördert. Dies bildet nur die seitens der Stadt Bonn geförderten Projekte ab.
Darüber hinaus integrieren Schulen eigene präventive Programme in ihren
Schulalltag.
Alle Akteur*innen sind sowohl durch regelmäßige Austauschtreffen als auch
durch einen stetigen informellen Austausch miteinander vernetzt. Der
mindestens zwei Mal jährlich tagende Stadtteilarbeitskreis, organisiert und
moderiert durch Jugendpflege, sorgt für einen regelmäßigen Austausch und
dient als Informations- und Ideenbörse. Vertreten sind hier Akteur*innen aus
den Bereichen des Bildungssystems (Schulen, Kitas), der Jugendhilfe (Offene
Jugendarbeit, FFE, Streetwork), der Polizei (Bezirksdienststelle, JuKob) und
weiteren Bereichen der sozialen Infrastruktur Tannenbuschs (Haus Vielinbusch,
Quartiermanagement, Dr. Moroni – Stiftung, IJGD usw.). Auch der Arbeitskreis
Vielfalt in Tannenbusch, ein Zusammenschluss von Vereinen, Institutionen und
Akteur*innen aus Tannenbusch ist etabliert und wirkt präventiv in den Stadtteil.
Der AK Vielfalt organisiert jährlich das Nachbarschaftsfest „Vielfalt in Tannen-
busch“
Die Fachkräfte der Offenen Jugendarbeit treffen sich drei bis vier Mal jährlich
im Austausch-treffen Jugendarbeit Bonn Nord. Moderiert von der Jugendpflege
wird hier über aktuelle Entwicklungen und Bedarfe diskutiert und
Handlungsstrategien erörtert.
Die umfangreichen und vielfältigen Angebote werden gut genutzt und werden
bedarfsgerecht weiterentwickelt. Die Bundesstadt Bonn hat hierzu unter
anderem einen Rat zur Kriminalprävention. Das Gremium besteht aus
Vertreter*innen der Stadtverwaltung, der Polizei, Vorsitzenden der
Stadtratsfraktionen, Leiter*in der Staatsanwaltschaft, Präsident*in des
Landgerichts Bonn, Direktor*in des Kriminologischen Seminars der Universität
Bonn, Stadtdechant der katholischen Kirche, Superintendent*in der
evangelischen Kirche sowie anderen relevanten Organisationen. Hauptaufgabe
ist es, gemeinsam Strategien zu entwickeln, um die Sicherheit in der
Bundesstadt Bonn zu verbessern und Kriminalität vorzubeugen. Es ist ein
Gremium, das sich für die Sicherheit in der Gemeinschaft einsetzt und durch
Zusammenarbeit und Planung Kriminalität verhindern möchte. DerSeite 5 von 12
Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Stadtverwaltung obliegt die Geschäftsführung durch die Einrichtung einer
Geschäftsstelle. Diese hat die Aufgabe die Arbeit des Rates zu steuern und die
Umsetzung der Beschlüsse zu überwachen. In der Regel tagt der Rat zur
Kriminalprävention im Halbjahresrhythmus.
3. Drogenproblematik
1. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung zum Drogenkonsum und
zum offenen Drogenhandel im öffentlichen Raum in Tannenbusch vor?
Der Handel mit Drogen ist im Stadtteil Neu-Tannenbusch nach Erkenntnissen
des dortigen Quartiersmanagements präsent und wird insbesondere von
jungen Erwachsenen sichtbar betrieben. Diese Problematik ist auch den
Einrichtungen der Jugendarbeit bekannt und wird von den Fachkräften in ihre
Arbeit einbezogen.
2. Gibt es bekannte räumliche Schwerpunkte?
Räumliche Schwerpunkte sind der Stadtverwaltung nicht bekannt.
3. Welche bestehenden Maßnahmen der Prävention, Beratung und Hilfe
werden derzeit umgesetzt?
In Tannenbusch sind die Initiative ‚Kurve kriegen‘ und das sozialräumliche
Pendant ‚Push vom Sommerberg‘ aktiv. Darüber hinaus sind auch
Jugendkontaktbeamte der Polizei im Stadtteil unterwegs sowie die
Straßensozialarbeit. Die Fachstelle update bietet zudem sozialraumorientierte
Suchtprävention sowie Kinder-, Jugend-, Elternberatung in den Bonner
Stadtteilen Tannenbusch, Medinghoven und Bad Godesberg an. Zielgruppe
sind insbesondere Kinder und Jugendliche aus problematischen
Lebenssituationen, die aufgrund von riskantem Konsumverhalten von legalen
und illegalen Suchtmitteln in ihrem Umfeld oder des eigenen Konsumverhaltens
erhöht suchtgefährdet sind. Der bonner event sprinter ist ganzjährig auf vielen
Großveranstaltungen im Bonner Stadtgebiet unterwegs, um Jugendlichen
niedrigschwellig und vor Ort Beratung, Aufklärung und Information zu
Suchtmitteln anzubieten.
4. Welche gesundheitsorientierten und niedrigschwelligen Ansätze,
insbesondere im Bereich der Suchthilfe, werden verfolgt?
Die Stadt Bonn verfügt über ein gutes Suchthilfesystem, das sich an der
deutschen Drogen- und Suchthilfestrategie mit ihrem Vier-Säulen-Ansatz
orientiert. Dieser besteht aus den Säulen Prävention, Beratung und
Behandlung sowie Hilfen zum Ausstieg, Maßnahmen zur Schadensreduzierung
(Überlebenshilfe oder Konsumräume und Angebote zum Spritzentausch) und
Angebotsreduzierung und Strafverfolgung (z.B. Nichtraucherschutzgesetz, das
Jugendschutzgesetz und das Betäubungsmittelgesetz). Das Suchthilfesystem
der Stadt Bonn legt den Fokus auf Gesundheitsprävention,
Schadensminimierung und soziale Stabilisierung der Betroffenen innerhalb des
geltenden Rechtsrahmens. Die sogenannte Offene Szene, die allerdings sehr
heterogen ist, wird über das Suchthilfesystem gut erreicht. Insbesondere
Angebote in der Nähe der Innenstadt, wie das Suchthilfezentrum des VereinsSeite 6 von 12
Seite 7Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
für Gefährdetenhilfe, sind eine zentrale Anlaufstelle für suchtkranke und
obdachlose Menschen und tragen dazu bei, dass Belastungen im öffentlichen
Raum reduziert werden.
Seit jeher ist eine enge Vernetzung der Akteure in der Suchthilfe mit den
maßgeblichen Stellen der Bonner Stadtverwaltung (Soziales, Gesundheit,
Sicherheit und Ordnung) und der Polizei mit dem Ziel der bedarfsgerechten
Anpassung der Angebote und Steuerungsmöglichkeiten in Bonn etabliert. Auf
diese Weise werden Veränderungen in der offenen Drogenszene betreffend
den Drogenmarkt, die vorhandenen Substanzen, ihre Wirkung auf die
Konsument*innen und den öffentlichen Raum regelmäßig ausgewertet und
geeignete Maßnahmen geprüft und umgesetzt. So wurden beispielsweise
zuletzt bereits zusätzliche Plätze zum geschützten Konsum im
Drogenkonsumraum eingerichtet sowie dessen Öffnungszeiten erweitert, um
die Belastung für den öffentlichen Raum zu reduzieren. Die Stadt wendet dabei
das Betäubungsmittelrecht strikt an, insbesondere hinsichtlich des
Drogenhandels.
Für obdachlose Menschen steht die City Station des Caritasverbandes, in der
Innenstadt in Bahnhofsnähe, als Erstanlaufstelle zur Verfügung.
Darüber hinaus verfügt Bonn über acht Substitutionspraxen und -ambulanzen.
5. Wo sieht die Verwaltung in diesem Themenfeld weiteren
Handlungsbedarf?
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das Suchthilfesystem gut aufgestellt und
bietet breite Unterstützung und Prävention für Kinder und Jugendliche,
suchtmittelabhängige Menschen sowie Multiplikator*innen.
4. Polizeiliche und ordnungsbehördliche Präsenz
1. Wie viele Einsatzstunden von Polizei und Ordnungsamt entfallen
durchschnittlich auf den Stadtteil Tannenbusch?
Bei regelmäßig stattfindenden Fahndungs- und Kontrolltagen sind grundsätzlich
Mitarbeitende des Ordnungsamtes dabei und unterstützen im Rahmen von
gemeinsamen Kontrollen in Tannenbusch. Bei einem Einsatz am 23.04.2026
waren insgesamt 7 MA des Ordnungsamtes im FKT (jeweils 6 Stunden)
eingebunden.
Die Anzahl der Einsatzstunden, die seitens der Ordnungsbehörde auf
Tannenbusch entfallen, kann nicht beziffert werden. Eine derartige Auswertung
steht technisch nicht zu Verfügung. Allerdings sind die sowohl die Kräfte der
Verkehrsüberwachung als auch des Kommunalen Ordnungsdienstes
regelmäßig auch zu Einsätzen in Tannenbusch unterwegs. Letztere auch im
Rahmen der oben bereits erwähnten FKT’s gemeinsam mit der Polizei.
2. Wie häufig finden gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt
statt?
Im Bereich Tannenbusch werden keine gemeinsamen Streifen durchgeführt.
3. Welche Konzepte bestehen derzeit zur Präsenz von Polizei undSeite 7 von 12
Seite 8Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Ordnungsamt im Stadtteil?
Es gibt kein gemeinsames Konzept analog zum Schwerpunktdienst GABI für
den Stadtteil Tannenbusch.
4. Gibt es quartiersbezogene Präsenzkonzepte, insbesondere
regelmäßige Fußstreifen oder vergleichbare Formate?
Das Präsenzkonzept der PI 1 betrifft die Bereiche der Bonner Innenstadt mit
dem Schwerpunkt der offenen Drogenszene sowie Neu Tannenbusch. Das Ziel
ist es, die Fallzahlen der Straßenkriminalität insgesamt und insbesondere in
den vorbezeichneten Bereichen signifikant zu senken. Zur Erreichung der
polizeilichen Ziele werden vorwiegend Präsenz- und Kontrollmaßnahmen
durchgeführt. Sichtbare polizeiliche Präsenz dient der Steigerung des
Sicherheitsgefühls der Bevölkerung und Reduktion der Kriminalität im
öffentlichen Raum. Gleichzeitig wird durch ein niedrigschwelliges
Einschreitverhalten zur Reduzierung des Eskalationspotenzials beigetragen.
Neben Präsenzkonzepten werden anlassbezogen Schwerpunkteinsätze unter
Beteiligung nichtpolizeilicher Partner (z. B. Stadt Bonn, Stadtkasse)
durchgeführt.
Seitens der Ordnungsbehörde wird seit Januar 2026 die sog. „Präsenzstreife“
eingesetzt und es wurden erste sehr gute Erfahrungen im Bereich der
Innenstadt und den Fußgängerzonen in Bad Godesberg und Duisdorf gemacht.
Perspektivisch kann auch der Einsatz in anderen Bereichen geplant werden.
5. Wie bewertet die Verwaltung die aktuelle Präsenz von Polizei und
Ordnungsamt im Stadtteil?
6. Sieht die Verwaltung hier Anpassungsbedarf? Wenn ja, welchen?
zu 5. und 6.: Aus Sicht der Ordnungsbehörde besteht ein Interesse an höherer
Präsenz im gesamten Stadtgebiet. Dies wurde bereits umfangreicht im Konzept
„Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit“ beschrieben und wird auch mittels der
aktuellen Präsenzstreife sehr gut in der Bevölkerung angenommen.
Entsprechend besteht Interesse an einer Ausweitung seitens der
Ordnungsbehörde, indes wird dies immer spürbaren personellen Restriktionen
unterliegen da die Ressourcen entsprechend begrenzt sind aktuell.
5. Subjektives Sicherheitsempfinden
1. Liegen der Verwaltung Erkenntnisse, Erhebungen oder Studien zum
subjektiven Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in Tannenbusch vor?
Der Ordnungsbehörde liegen einzelne Schilderungen im Rahmen von
Beschwerden vor, z.B. zu Veranstaltungen im Grünzug Nord, oder auch zur
Situation betreffen die Müllablagerungen, etc.
Weitere Erkenntnisse zum subjektiven Sicherheitsempfinden liegen nicht vor.
2. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Angsträume zu reduzieren
und das Sicherheitsempfinden im Stadtteil zu stärken?Seite 8 von 12
Seite 9Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Das Sicherheitsempfinden soll im gesamten Stadtgebiet durch verschiedene
Maßnahmen verbessert werden. Die Verwaltung verweist auf das Konzept
Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit.
6. Bestehende Maßnahmen und Koordination
1. Welche bestehenden Konzepte, Programme oder Maßnahmen gibt es
aktuell im Stadtteil Tannenbusch in den Bereichen
a) Sicherheit,
b) Prävention und
c) Jugendarbeit?
Es gibt kein gemeinsames Konzept zwischen Polizei und Stadtverwaltung
analog zum Schwerpunktdienst GABI für den Stadtteil Tannenbusch.
2. Welche Ämter, Institutionen und sonstigen Akteure sind daran
beteiligt?
Hierzu gehören u.a. das Jugendamt und Jugendhilfeeinrichtungen.
3. Wie erfolgt die Koordination zwischen den beteiligten Stellen?
Die zuständigen Bezirksdienstbeamten sind in ständigem Austausch mit den
nichtpolizeilichen Partnern im Bereich Neu-Tannenbusch.
7. Bewertung der aktuellen Situation und Perspektiven
1. Wie bewertet die Verwaltung insgesamt die aktuelle Sicherheitslage im
Stadtteil Tannenbusch?
2. Welche wesentlichen Entwicklungen sind in den vergangenen Jahren
erkennbar?
3. Welche Problembereiche werden aktuell als besonders relevant
eingeschätzt?
4. In welchen Bereichen sieht die Verwaltung derzeit den größten
Handlungsbedarf?
5. Welche zusätzlichen Maßnahmen werden geprüft oder geplant?
6. Ist die Entwicklung eines integrierten Handlungskonzepts für den
Stadtteil vorgesehen?
zu 1. bis 6.: Die Beantwortung wird nachgereicht.Seite 9 von 12
Seite 10Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
8. Beteiligung der Bevölkerung
1. Welche Beteiligungsformate für Bewohnerinnen und Bewohner
bestehen derzeit im Stadtteil Tannenbusch?
Das Quartiersmanagement Neu-Tannenbusch bietet zu unterschiedlichen
Themen Beteiligungsformate, bspw. zum Thema Sauberkeit im Quartier. Hierzu
besteht ein Runder Tisch, dessen nächster Termin für Oktober 2026 zum
Thema illegale Müllablage geplant. Zudem wird die Reihe „Tannenbusch im
Gespräch“ durchgeführt, bei der das Quartiersmanagement Stimmen von
Bewohnerinnen und Bewohnern zu verschiedenen Themen einholt.
2. Wie werden Rückmeldungen aus dem Quartier in die
Maßnahmenplanung einbezogen?
Von Kriminalität und Gewalt betroffene Personen sowie Vereine oder
Einrichtungen berichten dem Quartiersmanagement Neu-Tannenbusch
gelegentlich von tätlichen Angriffen. Diese werden konsequent an die Polizei
bzw. entsprechende Hinweise an den zuständigen Bezirksbeamten
weitergegeben. In der Maßnahmenplanung des Quartiersmanagements spielen
diese Themen bislang keine zentrale Rolle, da es sich häufig um sehr
individuelle Fälle handelt, die oftmals im Zusammenhang mit psychischen
Erkrankungen oder Suchtproblematiken stehen und daher spezialisierter
Unterstützung bedürfen.
9. Vergleich und Einordnung
1. Wie stellt sich die Situation in Tannenbusch im Vergleich zu anderen
Stadtteilen dar?
2. Welche erfolgreichen Maßnahmen aus anderen Städten oder
vergleichbaren Quartieren wurden geprüft oder bereits übernommen?
zu 1. und 2.: Die Beantwortung wird nachgereicht.
Anlage/n
1 Anlagen 1-6 (öffentlich)Seite 10 von 12
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Anlage 1 (Erfasste Straftaten)
Anlage 2 (Gewaltkriminalität)
Anlage 3 (Jugendkriminalität)
Anlage 4 (Drogenkriminalität)
Anlage 5 (Aufklärungsquote)Seite 11 von 12
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Anlag 6 (Anzahl der Straftaten durch Altersgruppen)Seite 12 von 12

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Datenstand: 03.11.2026, 11:01 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de