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252846-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

FDP-Große Anfrage: Kommunale Wärmeplanung

Nummer
252846-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
22.05.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  • Markt Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Hardtberg Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.06.2025 Kenntnisnahme
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  1. 252846 FDP-Große Anfrage: Kommunale Wärmeplanung

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
252846-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung
Dezernat:
Dez. OB
FDP-Große Anfrage: Kommunale Wärmeplanung
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
04.06.2025 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
A – Optimierung der Gasversorgung zur Reduktion von Treibhausgasen
1. Welches ist der höchstmögliche Anteil an klimaneutralem Biogas, der
dem Bonner Gasnetz ohne technische Nachteile für das Netz und die
Thermen aller Altersklassen bei den privaten Haushalten beigemischt
werden kann?
Antwort: Wenn das Biogas Erdgasqualität besitzt, ist eine 100%-ige
Substitution möglich.
2. Wie hoch ist aktuell der Anteil von klimaneutralem Biogas am aktuellen
Gasverbrauch im Stadtgebiet Bonn?
Antwort: Der physikalische Anteil ist gleich 0 Prozent. Eine belastbare
Aussage zum aktuellen bilanziellen Anteil von Biogas am Gasverbrauch
in Bonn ist nicht möglich. Die Gasversorgung erfolgt über mehrere
hundert Energieversorger, die jeweils selbst bilanzieren, ob und in
welchem Umfang sie Biogasanteile einkaufen und an ihre Kund*innen
bilanziell liefern.
3. Wie hat sich der Anteil von klimaneutralem Biogas in den letzten 5
Jahren am Gasverbrauch im Stadtgebiet Bonns entwickelt?
Antwort: Auch zu dieser Frage liegen keine städtischen oder
netzbezogenen Daten vor. Es kann keine Auskunft zur Entwicklung des
Biogasanteils gegeben werden, da diese Informationen ausschließlich
bei den jeweiligen Energieversorgern liegen, die ihre Bilanzkreise
eigenständig verwalten.
4. Welches sind die aktuellen Bezugsquellen für klimaneutrales Biogas
und in welcher Zeit und in welchem Volumen lassen sich weitere
Bezugsquellen erschließen? Wieviel Biogasanbieter haben
Einspeiseanträge gestellt?
Antwort: Es liegen derzeit keine Einspeiseanträge von Biogasanbietern
für das lokale Gasnetz vor. Ob Versorger dennoch bilanziell BiogasSeite 1 von 8
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einkaufen und in ihren Produkten ausweisen, ist nicht bekannt.
Ergänzende Antwort zu Fragen 1 bis 4: Die kommunale
Wärmeplanung hat das technische Potenzial von Biogas für Bonn als
sehr gering eingestuft (siehe Folie 4 im Anhang 3 der DS 252604). Der
Gasverbrauch liegt mit deutschlandweit rund 777 TWh weit über der
aktuell produzierten Menge von Biogas und Biomethan von 51 TWh.
Auch aufgrund der Flächenlimitierung ist das Potenzial sehr begrenzt.
Die Nationale Biomassestrategie (NABIS) sieht vor, dass Biomasse
prioritär stofflich (d.h. für Lebensmittel oder Tierfutter) genutzt wird und
Biomethan als Energieträger primär über die Verwendung von Abfall-
und Reststoffen zu erzeugen ist.
Entsprechend ist auch mittelfristig nicht mit einem nennenswerten
Ausbau von Biogasbezugsquellen in Bonn zu rechnen. Zudem ist
allgemein mit steigenden Preisen auch für Biogas zu rechnen (siehe
Folie 11).
5. Welches ist der höchstmögliche Anteil an klimaneutralem Wasserstoff,
der dem Bonner Gasnetz ohne technische Nachteile für das Netz und
die Thermen aller Altersklassen bei den privaten Haushalten
beigemischt werden kann?
Antwort: Nach DVGW-Regelwerk können bis zu 20 Volumenprozent
Wasserstoff dem Erdgasnetz beigemischt werden. Derzeit ist jedoch
nicht absehbar, dass grüner Wasserstoff in diesem Umfang
bereitgestellt werden kann. Die Verwaltung weist zudem darauf hin,
dass selbst eine Beimischung im Erdgasnetz nur zu einer Reduktion
des CO2-Ausstoßes der Gasheizungen führt (und auch nur im Falle des
Einsatzes grünen Wasserstoffs), aber niemals der Zielwert Null
angenähert werden kann. Das bundeweite Ziel der THG-Neutralität bis
2045 und das Bonner Klimaneutralitäts-Ziel bis 2035 sind auf Basis von
Beimischungen (“Blending”) nicht erreichbar.
6. Hat Bonn einen Antrag auf Wasserstoffanschluss gestellt?
Antwort: Ja, die SWB haben am Konsultationsverfahren der
Bundesnetzagentur teilgenommen und darüber hinaus ein
Netzanschlussbegehren gestellt. Über den Anschluss an das
Wasserstoff-Kernnetz sollen jedoch nur Einrichtungen versorgt werden,
die gar nicht oder sehr schwer ohne Wasserstoff klimaneutral werden
können (bspw. das Heizkraftwerk oder Industrie).
B - Abschaltung des Gasnetzes für private Haushalte
1. Welche technische Restlebensdauer hat das Gasnetz in Bonn?
Antwort: Aufgrund des Betriebs- und Geschäftsgeheimnisses kann
hierzu keine Aussage getroffen werden.Seite 2 von 8
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2. Welchen Restbuchwert hat das Gasnetz in Bonn?
Antwort: Aufgrund des Betriebs- und Geschäftsgeheimnisses kann
hierzu keine Aussage getroffen werden.
3. Bei welcher Institution in Bonn entstehen durch dessen Stilllegung und
die so induzierten beschleunigten Abschreibungen des Restbuchwerts
Verluste?
Antwort: Grundsätzlich ist damit zu rechnen, dass eine Anpassung der
Nutzungsdauern aufgrund einer Gasnetzstilllegung nicht zu Verlusten
führt, da sowohl auf der Kostenseite (Handelsrecht) als auch auf
Erlösseite (regulatorisch) Anpassungen vorgenommen werden können.
Alle Anpassungen an den Buchwerten des Verteilernetzes Gas in Bonn
erfolgen im Anlagevermögen der Bonn-Netz GmbH. Die Vertragswerke
der Stadtwerke Bonn sehen im Grundsatz für das Jahresergebnis der
Bonn-Netz GmbH eine Abführung an bzw. Ausgleich durch die SWB
Energie und Wasser vor.
4. Werden die privaten Haushalte über erhöhte Netzentgelte für die
Abschreibung des Restbuchwertes des Gasnetzes herangezogen?
Antwort: Kalkulatorische Abschreibungen sind Bestandteil der
Netzentgelte für alle Nutzer*innen.
5. Wann soll in Bonn das Gasnetz für private Haushalte abgestellt
werden?
Antwort: Aktuell liegen noch keine konkreten Stilllegungspläne vor,
allerdings ist die bundesgesetzliche Vorgabe zur Klimaneutralität auf
das Jahr 2045 festgeschrieben.
6. Welche monetären Auswirkungen hat ein parallel zum Gasnetz
stattfindender Ausbau des Fernwärmenetzes über die Netzentgelte für
die privaten Haushalte?
Antwort: Die Kund*innen werden weiterhin nur mit den Kosten
desjenigen Netzes belastet, an dem Sie angeschlossen sind.
7. Werden die privaten Haushalte doppelt belastet mit den Kosten für das
Gas- sowie das Fernwärmenetz vor ihrer Haustür oder werden die
Kunden weiterhin nur mit den Kosten desjenigen Netzes belastet, an
dem sie angeschlossen sind?
Antwort: Die Kunden werden weiterhin nur mit den Kosten desjenigen
Netzes belastet, an dem sie angeschlossen sind.
8. Da sich ein Netz erst mit einer großen Anzahl von Nutzern rechnet,
ergibt sich die Fragestellung, wie die Umlage der Netzkosten auf die
privaten Haushalte erfolgen soll beim ersten Kunden des neuen
Fernwärmenetzes und beim letzten Kunden des Gasnetzes?
Antwort: Bisher ist hierfür noch keine Rechtsgrundlage vorhanden.
Diese wird mit der Umsetzung der EU-GasbinnenmarktrichtlinieSeite 3 von 8
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geschaffen.
C - Kommunale Wärmeplanung
Allgemeine Antwort auf die Fragen 1 bis 10, sofern nicht zusätzlich
weiter spezifiziert: Derzeit können zu den endgültigen
Fernwärmeausbauplänen der Stadtwerke Bonn noch keine finalen oder
belastbaren Aussagen getroffen werden. Hintergrund ist, dass sich das
Projekt insgesamt noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet und
zahlreiche grundlegende Abstimmungen, Detailplanungen und
Genehmigungsprozesse noch ausstehen. Zum jetzigen Zeitpunkt wären
daher Aussagen etwa zu Zeiträumen, Kostenentwicklungen,
technischen Umsetzungsdetails oder Haushaltszahlen mit erheblichen
Unsicherheiten behaftet. Eine Spezifizierung dieser Punkte könnte
daher zu Missverständnissen führen und im weiteren Verlauf des
Projekts zu unrealistischen Erwartungen oder Fehlinterpretationen
beitragen.
1. Wie tiefgehend war die Planung des Wärmenetzes in Bezug auf
individuelle Straßen und dort bestehende Hindernisse durch andere
Leitungen oder Tiefbauten?
Ergänzende Antwort: Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung
wurden nur verfügbare Datenlayer in Geografischen
Informationssystemen verschnitten und im Modell verarbeitet. Da
anhand verfügbarer Daten nur vorhandene Leitungen in der jeweiligen
Straße, aber nicht genaue Position und Durchmesser ausgewertet
werden können, muss im Einzelfall vor Ort in Form von Suchschlitzen
geprüft werden, ob und in welcher Form eine Verlegung zusätzlicher
Leitungen unter Einhaltung geltender Vorschriften möglich ist. Die
Umsetzungsstrategie des Wärmeplans enthält diesbezüglich eine
Maßnahmenempfehlung (vgl. Folie 20 von Anhang 5 der DS 252604, C-
1-03).
2. Wie lange wird die Planung dauern mit allen Abstimmungsrunden und
Genehmigungsverfahren für die besagten 70 Kilometer und falls nicht
zusammenhängend geplant wird, in wieviel Losen wird voraussichtlich
geplant?
3. Müssen die Bauleistungen ausgeschrieben werden und welche
Zeitfenster für Ausschreibungen müssen eingeplant werden?
4. Welches Zeitfenster für die Umsetzung von 1 Kilometer Straße inkl.
Leitungsverlegung wird benötigt von der Baustelleneinrichtung bis zur
erneuten Freigabe für den Verkehr?
Ergänzende Antwort zu Fragen 2 bis 4: Eine pauschale Zeitangabe
dazu ist nicht möglich, da die jeweils vorhandene Situation vor Ort
extreme Schwankungen der erforderlichen Bauzeiten, durchaus in der
Größenordnung mehrerer Monate, verursacht.Seite 4 von 8
Seite 5
5. Wieviel Jahre werden über ein iteratives Vorgehen beim Ausbau des
Fernwärmenetzes ins Land gehen, bevor die ersten 10, 25 und 50
Prozent des neues Fernwärmenetzes verlegt sein werden?
Antwort: siehe allgemeine Antwort oben
6. Mit welcher Kostenentwicklung (explodierend?) muss gerechnet
werden, wenn zeitgleich viele Städte ihr Fernwärmenetz ausbauen
wollen
7. Auf wen werden explodierenden Baukosten abgewälzt?
8. Welche Baukosten für 1 Kilometer Straße inkl. Leitungsverlegung fallen
an?
Ergänzende Antwort zu Fragen 6 bis 8: Es ist zu erwarten, dass die
Kosten für Fernwärme-Rohre und Tiefbau tendenziell steigen, wenn die
Nachfrage steigt. Bereits jetzt sichern sich Stadtwerke anderer
Kommunen Tiefbaukapazitäten (bis hin zur Übernahme von
Tiefbauunternehmen). Sollte Bonn den Wärmeplan früher beschließen
als gesetzlich vorgeschrieben, sind Vorteile am Markt zu erwarten.
Es werden staatliche Fördermittel (bspw. BEW) zur Reduktion der
Gesamtkosten herangezogen. Im Rahmen eines großflächigen und
frühzeitigen Netzausbaus und bei Erreichung einer hohen
Anschlussdichte können Kostenvorteile gehoben und
Preisschwankungen ausgeglichen werden. (Eine
Anschlussverpflichtung ist nicht vorgesehen.)
9. Welcher CO2-Eintrag für 1 Kilometer Straße fällt an für Maschinen,
Geräte, Transporte, einzubauende Materialien, wie Stahlbeton, Asphalt
etc. sowie für das tägliche Pendeln der Baumitarbeiter zur Baustelle?
Ergänzende Antwort: Eine entsprechende belastbare CO￿-Bilanz liegt
der Stadtverwaltung und auch der Bonn-Netz GmbH bisher nicht vor.
10. Wieviel Haushalte beabsichtigt die Stadt Bonn bzw. Bonn-Netz in den
kommenden Jahren bis 2035 (Datum der selbstgesetzten
Klimaneutralität) pro Jahr an das Fernwärmenetz anzuschließen
(aufgeschlüsselt nach einzelnen Jahren)?
Antwort: siehe allgemeine Antwort oben
D - Redundanz und Resilienz
1. Wie redundant für technische Ausfälle ist/wird das für Bonn geplante
Fernwärmenetz ausgelegt?
Antwort: Das vorhandene Fernwärmenetz ist als vermaschtes Netz
aufgebaut. Ein vermaschtes Netz bietet einen hohen Grad an
Redundanz und Resilienz, da die Verbraucher*innen von zwei Seiten
aus versorgt werden können. Lediglich an den Netzenden besteht diese
Vermaschung nicht. Darüber hinaus gibt es im Zuge derSeite 5 von 8
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Ausfallbesicherung und evtl. Gasmangellage vollfunktionsfähige
Fernwärme-Erzeugungsanlagenkomponenten, die mit leichtem
schwefelarmem Heizöl betrieben werden können. Heißwasserkessel in
den Heiz(kraft)werken Nord und Süd werden für solche Lagen im
Einsatz und in Reserve vorgehalten. Somit ist nach wie vor die
Fernwärme-Erzeugung / -Grundversorgung ohne Gasbrennstoff bei
Gaslieferengpässen oder Störungen in der Grundversorgung
gewährleistet.
2. Wieviel Quellen der Wärmerzeugung sind geplant? Alle Quellen an
einem Standort oder mehrere Standorte verteilt über das Stadtgebiet?
Antwort: Derzeit sind drei Erzeugungsanlagen/Standorte vorhanden
(Heiz(kraft)werke Nord, Süd und Hardtberg). Zukünftig werden im
Rahmen des Fernwärmenetzausbaus der SWB die bestehenden
Standorte durch mindestens eine Grundwasser- und
Flusswasserwärmepumpe ergänzt. Die Umsetzungsstrategie des
Wärmeplans enthält Machbarkeitsstudien für weitere
Wärmeerzeugungsanlagen.
3. Wie verhält sich ein Fernwärmenetz bei Sabotage oder im Falle
kriegerischer Auseinandersetzung bei einem Ausfall der Quelle der
Energieerzeugung durch einen Bomben-, Raketen- oder
Drohnentreffer?
Antwort: Im Heizkraftwerk Nord wird die Fernwärme in Kraft-Wärme-
Kopplung, hocheffizient mittels der zwei wasserstofffähigen Turbinen in
Kombination mit den dahinter geschalteten Abhitzekesseln unabhängig
voneinander erzeugt. Des Weiteren kann die Fernwärme-Erzeugung
solo mittels den in den Heiz(kraft)werken Nord, Süd und Hardtberg
befindlichen Heißwasserkesseln erzeugt werden. Daher kann der
Betrieb des Fernwärme-Netzes bei Ausfall eines Standortes
grundsätzlich weiter aufrechterhalten werden und verfügt dabei über die
gleiche Resilienz wie das Gas- und Stromnetz.
4. Wie lange sind die Ausfallzeiten, wenn eine Quelle der
Energieerzeugung havariert, d.h. einen Totalschaden erleidet?
Antwort: siehe Frage 3
5. Wie lange dauert es, bis eine betroffene Quelle der Energieerzeugung
durch einen Neubau ersetzt ist?
Antwort: Dies ist unter anderem abhängig von der Art der
Erzeugungsanlage, die zusätzlich gebaut werden soll, sowie den
vorgeschalteten Planungs- und Genehmigungsprozessen. Da die Bonn-
Netz GmbH schrittweise das Fernwärmenetz ausbauen/erweitern, wird
z.B. auf der Fläche im Heizwerk Süd ein Wärmespeicher installiert, der
mit der kommenden Grundwasser- und Flusswasserwärmepumpe am
alten Wasserwerk fernwärmenetzleitungs-mäßig verbunden wird.
Mittelfristig ist geplant, im Heizwerk Süd die Fernwärme-Kesselanlagen
zu ertüchtigen und diese Kesselanlagen abgestimmt zur technischen
Fernwärmenetz-Ausbauplanung und daraus folgenden
Ausführungsplanung des Fernwärmenetzausbaus von derSeite 6 von 8
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Erzeugungsleistung auszutauschen und zu erhöhen.
6. Wie müsste im Idealfall die Wärmekonzeption für eine Stadt der Größe
Bonns ausgelegt sein, um höchstmögliche Redundanz und Resilienz zu
bieten?
Antwort: Die Fernwärmeversorgung für Bonn wird bereits heute in
mehreren Erzeugungsanlagen an mehreren unabhängigen Standorten
bereitgestellt. Zudem werden die Erzeugungsanlagen 24/7 durch das
technische Heizkraftwerk-Fachpersonal überwacht. Weiterhin ist das
Fernwärmenetz als vermaschtes Netz aufgebaut.
Dies wird auch bei der schrittweisen Fernwärme-Ausbauplanung
weiterhin mitberücksichtigt. Je höher die Zahl zukünftiger, über das
Stadtgebiet verteilter Wärmeerzeugungsanlagen und je höher der Anteil
der Möglichkeiten zur Netzüberbrückung im Falle des Ausfalls einzelner
Rohrabschnitte, desto größer die Resilienz.
E – Gesamtbewertung
1. Welches ist die wirtschaftlichste Methode der Heizwärmebereitstellung
für private Haushalte?
Antwort: Eine Berechnung fällt abhängig von den jeweiligen
Gegebenheiten im und am Gebäude unterschiedlich aus und unterliegt
großen Unsicherheiten aufgrund unklarer Energiepreise und
Förderregime.
Anhang 3 der DS 252604 enthält auf den Folien 16ff exemplarische
Vollkostenvergleiche. Im Rahmen der Ermittlung der Basisszenarien
wurde anhand vorliegender Daten für jedes Bonner Gebäude eine auf
Wirtschaftlichkeitsberechnungen beruhende Technologieentscheidung
modelliert (Folien 27ff). Daraus ist abzuleiten, dass Hybrid-, elektrische
Direkt- und Biomethanheizungen unwirtschaftlicher als Wärmenetze und
Wärmepumpen sind, fossile Energieträger jedoch ohne regulatorischen
Einfluss (bspw. durch das Gebäudeenergiegesetz oder eine CO2-
Bepreisung) in rund 85 % der Fälle die wirtschaftlichste Option bleiben
würden.
2. Welches ist die resilienteste Methode der Heizwärmebereitstellung für
private Haushalte?
3. Welches ist die effizienteste Methode der Treibhausgasreduktion bei der
Heizwärmebereitstellung für private Haushalte?
Antwort zu Fragen 1 bis 3: Derzeit führt die Bonn-Netz GmbH
zusammen mit der Bonner Energie Agentur eine Studie mit einem
unabhängigen Forschungsinstitut durch, in dem die Entwicklung der
Heizkosten bzw. auch Sanierungskosten anhand von Muster-
Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser für Bonn in unterschiedlichen
Sanierungszuständen und Baualtersklassen betrachtet werden.
Weiterhin sollen Vor- und Nachteile bzw. Risiken der unterschiedlichenSeite 7 von 8
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Heiztechnologien identifiziert werden. Sobald hierzu Ergebnisse
vorliegen, werden diese öffentlich kommuniziert.
4. Muss angesichts einer Ökobilanzierung erforderlicher Bautätigkeiten
das Ziel 2035 für die Klimaneutralität Bonns nicht revidiert werden?
Antwort: Da eine solche Studie der Verwaltung bisher nicht vorliegt,
kann die Frage derzeit nicht zahlenbasiert beantwortet werden. Solange
wirtschaftliche Produktionsprozesse noch nicht vollständig
dekarbonisiert sind, sind Technologiewechsel immer mit energetischen
Erstinvestitionen verbunden. Sofern die Lebensdauer der Erneuerbare-
Energien-Technologie deutlich größer ist als die energetische
Amortisationszeit, ist der Technologiewechsel aber sinnvoll. Im Fall der
Fernwärme wird die energetische Amortisationszeit auch ganz erheblich
davon abhängen, wie schnell die Fernwärme vollständig dekarbonisiert
erzeugt werden kann.
Anlage/n
KeineSeite 8 von 8

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Datenstand: 03.11.2026, 10:55 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de