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252846 · Große Anfrage

FDP-Große Anfrage: Kommunale Wärmeplanung

Nummer
252846
Art
Große Anfrage
Veröffentlicht
01.04.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.06.2025 Kenntnisnahme
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Untergeordnet

  1. 252846-01 ST FDP-Große Anfrage: Kommunale Wärmeplanung

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Große Anfrage
öffentlich
252846
Fragesteller/in:
Petra Nöhring
Wolfgang Heedt
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
31.3.2025
FDP-Große Anfrage: Kommunale Wärmeplanung
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
04.06.2025 Kenntnisnahme
Fragestellung
A – Optimierung der Gasversorgung zur Reduktion von
Treibhausgasen
1. Welches ist der höchstmögliche Anteil an klimaneutralem Biogas, der
dem Bonner Gasnetz ohne technische Nachteile für das Netz und die
Thermen aller Altersklassen bei den privaten Haushalten beigemischt
werden kann?
2. Wieviel hoch ist aktuell der Anteil von klimaneutralem Biogas am
aktuellen Gasverbrauch im Stadtgebiet Bonn?
3. Wie hat sich der Anteil von klimaneutralem Biogas in den letzten 5
Jahren am Gasverbrauch im Stadtgebiet Bonns entwickelt?
4. Welches sind die aktuellen Bezugsquellen für klimaneutrales Biogas
und in welcher Zeit und in welchem Volumen lassen sich weitere
Bezugsquellen erschließen? Wieviel Biogasanbieter haben
Einspeiseanträge gestellt?
5. Welches ist der höchstmögliche Anteil an klimaneutralem Wasserstoff,
der dem Bonner Gasnetz ohne technische Nachteile für das Netz und
die Thermen aller Altersklassen bei den privaten Haushalten
beigemischt werden kann?
6. Hat Bonn einen Antrag auf Wasserstoffanschluss gestellt?
B - Abschaltung des Gasnetzes für private Haushalte
Aufgrund der aktuellen Diskussionen und Aufregung um die verkündete
Abschaltung des Gasnetzes für private Haushalte in Mannheim wird BonnNetz
gebeten, hierzu Stellung zu nehmen:
1. Welche technische Restlebensdauer hat das Gasnetz in Bonn?
2. Welchen Restbuchwert hat das Gasnetz in Bonn?
3. Bei welcher Institution in Bonn entstehen durch dessen Stilllegung und
die so induzierten beschleunigten Abschreibungen des Restbuchwerts
Verluste?
4. Werden die privaten Haushalte über erhöhte Netzentgelte für die
Abschreibung des Restbuchwertes des Gasnetzes herangezogen?
5. Wann soll in Bonn das Gasnetz für private Haushalte abgestellt
werden?Seite 1 von 4
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6. Welche monetären Auswirkungen hat ein parallel zum Gasnetz
stattfindender Ausbau des Fernwärmenetzes über die Netzentgelte für
die privaten Haushalte?
7. Werden die privaten Haushalte doppelt belastet mit den Kosten für das
Gas- sowie das Fernwärmenetz vor ihrer Haustür oder werden die
Kunden weiterhin nur mit den Kosten desjenigen Netzes belastet, an
dem sie angeschlossen sind?
8. Da sich ein Netz erst mit einer großen Anzahl von Nutzern rechnet,
ergibt sich die Fragestellung, wie die Umlage der Netzkosten auf die
privaten Haushalte erfolgen soll beim ersten Kunden des neuen
Fernwärmenetzes und beim letzten Kunden des Gasnetzes?
C - Kommunale Wärmeplanung
Im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung steht seitens BonnNetz die Aussage
im Raum, dass für die Verlegung des Primärnetzes für Fernwärme, also ohne
Hausanschlüsse, ca. 70 Kilometer Straßen geöffnet und wieder geschlossen
werden müssen. Daraus ergeben sich folgende Fragen:
1. Wie tiefgehend war die Planung des Wärmenetzes in Bezug auf
individuelle Straßen und dort bestehende Hindernisse durch andere
Leitungen oder Tiefbauten?
2. Wie lange wird die Planung dauern mit allen Abstimmungsrunden und
Genehmigungsverfahren für die besagten 70 Kilometer und falls nicht
zusammenhängend geplant wird, in wieviel Losen wird voraussichtlich
geplant?
3. Müssen die Bauleistungen ausgeschrieben werden und welche
Zeitfenster für Ausschreibungen müssen eingeplant werden?
4. Welches Zeitfenster für die Umsetzung von 1 Kilometer Straße inkl.
Leitungsverlegung wird benötigt von der Baustelleneinrichtung bis zur
erneuten Freigabe für den Verkehr?
5. Wieviel Jahre werden über ein iteratives Vorgehen beim Ausbau des
Fernwärmenetzes ins Land gehen, bevor die ersten 10, 25 und 50
Prozent des neues Fernwärmenetzes verlegt sein werden?
6. Mit welcher Kostenentwicklung (explodierend?) muss gerechnet
werden, wenn zeitgleich viele Städte ihr Fernwärmenetz ausbauen
wollen?
7. Auf wen werden explodierenden Baukosten abgewälzt?
8. Welche Baukosten für 1 Kilometer Straße inkl. Leitungsverlegung fallen
an?
9. Welcher CO2-Eintrag für 1 Kilometer Straße fällt an für Maschinen,
Geräte, Transporte, einzubauende Materialien, wie Stahlbeton, Asphalt
etc. sowie für das tägliche Pendeln der Baumitarbeiter zur Baustelle?
10. Wieviel Haushalte beabsichtigt die Stadt Bonn bzw. Bonn-Netz in den
kommenden Jahren bis 2035 (Datum der selbstgesetzten
Klimaneutralität) pro Jahr an das Fernwärmenetz anzuschließen
(aufgeschlüsselt nach einzelnen Jahren)?
D - Redundanz und ResilienzSeite 2 von 4
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1. Wie redundant für technische Ausfälle ist/wird das für Bonn geplante
Fernwärmenetz ausgelegt?
2. Wieviel Quellen der Wärmerzeugung sind geplant? Alle Quellen an
einem Standort oder mehrere Standorte verteilt über das Stadtgebiet?
3. Wie verhält sich ein Fernwärmenetz bei Sabotage oder im Falle
kriegerischer Auseinandersetzung bei einem Ausfall der Quelle der
Energieerzeugung durch einen Bomben-, Raketen- oder
Drohnentreffer?
4. Wie lange sind die Ausfallzeiten, wenn eine Quelle der
Energieerzeugung havariert, d.h. einen Totalschaden erleidet?
5. Wie lange dauert es, bis eine betroffene Quelle der Energieerzeugung
durch einen Neubau ersetzt ist?
6. Wie müsste im Idealfall die Wärmekonzeption für eine Stadt der Größe
Bonns ausgelegt sein, um höchstmögliche Redundanz und Resilienz zu
bieten?
E – Gesamtbewertung
1. Welches ist die wirtschaftlichste Methode der Heizwärmebereitstellung
für private Haushalte,
2. Welches ist die resilienteste Methode der Heizwärmebereitstellung für
private Haushalte?
3. Welches ist die effizienteste Methode der Treibhausgasreduktion bei der
Heizwärmebereitstellung für private Haushalte?
4. Muss angesichts einer Ökobilanzierung erforderlicher Bautätigkeiten
das Ziel 2035 für die Klimaneutralität Bonns nicht revidiert werden?
Begründung
Die großen Umwälzungen und finanziellen Belastungen, die die Energiewende
für Hauseigentümer und Mieter mit sich bringt, erfordert deren frühzeitiges und
fortlaufendes Einbeziehen in den Entscheidungsprozess sowie grundsätzliche
Transparenz.
Keinesfalls darf der Eindruck entstehen, technologische Vorfestlegungen auf
eine bestimmte Form der Wärmeversorgung, die zudem noch das Entstehen
eines Monopolisten zur Folge haben, seien in kleinen Gremien willentlich und
ohne Abwägung der hier aufgeworfenen Fragen herbeigeführt worden.
Die mindestens erforderlichen Bautätigkeiten zur Erweiterung des
Fernwärmenetzes um 70 Kilometer müssen endlich ökobilanziert werden, damit
sichergestellt werden kann, ob die Fernwärme überhaupt die ökonomischste
und ökologischste Form der Wärmeerzeugung darstellt.
Gerade vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges sowie der steigendenSeite 3 von 4
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Bedrohungen durch hybride Kriegsführung, aber auch vor dem Szenario eines
konventionellen Krieges mit Raketen, Bomben und Drohen ist zudem
sicherzustellen, dass weite Teile der Bonner Bevölkerung nicht nur von einer
Quelle der Wärmeerzeugung abhängig ist. Im Zweifelsfall ist hier Ökologie
hinter Resilienz und Redundanz zurückzustellen.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 17:49 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de