220741-01 · Mitteilungsvorlage
Sanierung des Rheinauensees – Sachstand
Kerndaten
- Nummer
- 220741-01
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 21.08.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Naturschutzbeirates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 220741-01 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Sanierung des Rheinauensees – Sachstand Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 27.09.2022 Kenntnisnahme Rat 22.09.2022 Kenntnisnahme Naturschutzbeirat 19.10.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Im Rheinauensee kam es im Jahr 2018 zu Fisch- und Vogelsterben. Weiterhin war die Freizeitnutzung massiv eingeschränkt, sodass eine Nutzung im Sinne des Denkmalschutzes nicht mehr im ausreichenden Umfang möglich war. Zur gründlichen Analyse der Probleme des Gewässers wurde 2018 das Fachbüro Lanaplan beauftragt, Maßnahmen vorzuschlagen, welche kurzfristig umgesetzt werden können, sowie eine Empfehlung zur nachhaltigen Seesanierung zu geben. (vgl. DS.Nr. 1812002) Ergebnis des Gutachtens war, dass es auf Grund von hohen Phosphatwerten zu massiven Algenwuchs gekommen ist. Neben dem Phosphateintrag über den Zulauf sind insbesondere zwei weitere Phosphatquellen festgestellt worden: Der Schlamm sowie der Eintrag über den Kot der unnatürlich hohen Wasservogelpopulation, welche auf das unerlaubte Füttern der Wildtiere zurückzuführen ist. Ein entscheidender Baustein der nachhaltigen Seesanierung ist daher die Entschlammung des Sees. Die Einleitung des Vergabeverfahrens zur nachhaltigen Seesanierung mit Entschlammung wurde am 28.06.2021 beschlossen. (vgl. DS 200531) Die Ausschreibung der Maßnahme erfolgte im Herbst 2021, sodass eine Auftragserteilung zwischenzeitlich erfolgt ist, und mit den Arbeiten begonnen wurde und diese weitgehend abgeschlossen werden konnten. Ende der ersten Kalenderwoche dieses Jahres wurde der Wasserstand des Sees um ca. 80 cm abgesenkt. Durch eine vorhandene Überhöhung der Seesohle unter der Konrad-Adenauer-Brücke war es im Anschluss möglich, die östliche und westliche Seehälfte getrennt voneinander zu bearbeiten, damit die hier lebenden Tiere stets ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben. Beim Ablassen wurde festgestellt, dass die Schieber alle defekt sind und ausgetauscht werden müssen. Da diese so konstruiert waren, dass sie die ganze Zeit im Wasser standen, konnte dies nicht früher bemerkt werden. Bei der Erneuerung der Schieber wird darauf Wert gelegt, dass diese nicht mehr imSeite 1 von 3 Seite 2 Wasser stehen und somit ständig gewartet werden können. Parallel zum Ablassen erfolgte die professionelle Abfischung und Umsetzung der höheren Tiere durch Biologen und Limnologen in die westliche Seehälfte. Nach dem Abfangen und Umsetzen wurde der Schlamm maschinell zusammengeschoben und über verschiedene Siebe in seine Korngrößen getrennt. Um die hohen Entsorgungskosten zu minimieren, werden die Feinstoffe über Zentrifugen entwässert, wodurch das Transportgewicht der unterschiedlichen Stoffanteile erheblich verringert wurde. Die Massen wurden zur Wiederaufbereitung verbracht und gelangen im Anschluss wieder in den Stoffkreislauf. Damit ist dieses Vorgehen als ausgesprochen nachhaltig zu bewerten. In den bereits gesäuberten Teilen erfolgt das Einbringen von ca. 15 cm Sand. Damit dieser im Bereich der Überläufe und Ablässe nicht fortgespült wird, wird hier ein Sandvlies anstelle des Sandes eingebracht. Mit der Befüllung der Seeteile erfolgt sukzessive die Bepflanzung mit Makroalgen nach dem Vorbild des Phönixsees in Dortmund. Eine Nachpflanzung sowie die Erstbepflanzung weiterer fertiggestellter Seeteile ist für August 2022 geplant. Makroalgen sind dazu geeignet, Phosphat zu binden und damit den Wuchs anderer unerwünschter Algen zu minimieren. Zeitgleich zu vorgenannten Arbeiten fand die Instandsetzung der defekten Schieber statt. Weiterhin wurde die Ufermauer saniert. Hierbei wurden auch Ausstiegshilfen für die Tiere im gleichen Stein, wie die Ufermauer gebaut. Die Sanierung der Ufermauer wird über die Zuwendungen des Landes NRW - Denkmalförderprogramm 2021 - mit rund 175.000,- € gefördert. Wie bereits mit der DS 220741 mitgeteilt (und bei der Begehung vor Ort mit den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Klima und lokale Agenda vor Ort ausführlich erläutert), wurde während der Sanierung der ersten Seehälfte festgestellt, dass mehr Schlamm und Kies im See vorhanden waren, als beauftragt. Die Abweichung war so nicht vorherzusehen. Die externen Experten vermuten auf Grund der enormen Menge an gründelnden Fischen, wie Karpfen und Brassen, dass ein Teil des Schlammes aufgewirbelt war und somit bei den vorherigen Schlammuntersuchungen durch die ausführende Firma nicht erfasst werden konnte. Dies wird dann erst mit dem Ablassen des Wassers sichtbar, wenn sich auch die Schwebstoffe abgesetzt haben. Weiterhin hat das Herbstlaub von 2021 auch einen Anteil. Ähnlich verhält es sich mit dem auszubauenden Kies. Hier wurden anhand der alten Ausführungspläne ein Volumen von 5.775 t errechnet, die tatsächliche Menge liegt jedoch mehr als 50 % darüber. Auf Grundlage der bereits vorliegenden Massennachweise fand Ende April 2022 eine Hochrechnung statt, nach der zum damaligen Zeitpunkt von einer Erhöhung von 775.000,- € ausgegangen wurde. Da der See eine sehr amorphe Form sowie Sohlausformung besitzt und die Ausführung in einigen Punkten von der damaligen Ausführungsplanung abweicht, wurde darauf hingewiesen, dass diese Hochrechnungen nur bedingt belastbar seien. Der drastische Anstieg der Kraftstoffpreise hatte gravierende Auswirkungen auf die notwendigen Transportleistungen, deren Kosten erheblich die Preise erhöht haben. Einige Unternehmen mussten den Betrieb vollständig einstellen. Daher konnte nur die Hälfte der geplanten Materialtransporte zeitgleich ausgeführtSeite 2 von 3 Seite 3 und mussten somit über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Somit verlängerte sich die Ausführungsfrist. Wie prognostiziert ist mit einer Fertigstellung im August 2022 zu rechnen. Um die Ausführungszeit und die damit verbundenen Kosten so gering, wie möglich zu halten, wurde in der 13.KW eine zusätzliche Zentrifuge zur Schlammentwässerung aufgestellt. Damit konnte die Entschlammungsleistung nahezu verdoppelt werden. Um ein weiteres Tiersterben im Rheinauensee zu verhindern und die Naherholungsnutzung wieder vollständig zu ermöglichen, wird der baldmöglichste Abschluss der Sanierungsmaßnahme mit höchster Priorität verfolgt. Die Gesamtmaßnahme der nachhaltigen Seesanierung wurde ursprünglich mit 4,8 Mio. € geschätzt. (vgl.200531-04).Gemäß dem aktualisierten Kostenanschlag auf der Grundlage der zwischenzeitlich ermittelten Massen werden die Gesamtkosten bei voraussichtlich 6,5 Mio. € liegen. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeich nung Produkt Produktbezeichnung 1.13 Natur- und Landschaftspflege 1.13.01 Öffentliches Grün Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen 4.800.000 € 56807130130 10 2022 Ca. 775.000 € 1.100.000 € 5610012079000 / 785200 5680613011072 / 785200 Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 09:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de