220226-02 AA · Änderungsantrag
CDU-Änderungsantrag Hitzeaktionsplan Antrag zur Vorlage 220226
Kerndaten
- Nummer
- 220226-02 AA
- Art
- Änderungsantrag
- Veröffentlicht
- 16.02.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Empfehlung
- Sitzung des Hauptausschusses Entscheidung federführend
Dateien
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Änderungsantrag öffentlich 220226-02 AA Antragsteller/in: CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Christian Gold Franz August Emde Julia Polley 16.02.2022 CDU-Änderungsantrag Hitzeaktionsplan Antrag zur Vorlage 220226 Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.02.2022 Empfehlung Hauptausschuss 10.03.2022 Entscheidung Inhalt des Änderungsantrags Die Verwaltung wird beauftragt, einen Hitzeaktionsplan (HAP) zu erarbeiten. Dabei sollten die Handlungsempfehlungen Bund/Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels (GAK) und die entsprechenden Fachinformation aus dem Klimavorsorgeportal (www.klivoportal.de) genutzt werden und im ersten Schritt die Benennung der Koordinierungsstelle innerhalb der Verwaltung als kommunaler Kompetenzträger erfolgen. Vor dem Erstellen eines Hitzeaktionsplanes sollte eine Analyse der vorherrschenden und der zu erwartenden zukünftigen Situation in Bonn in Bezug auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken vorgenommen werden. Für die Umsetzung Kernelemente empfiehlt die WHO ein Vorgehen in fünf Zeithorizonten: Langfristige Entwicklung und Planung Vorbereitungen rechtzeitig vor dem Sommer Schutz während des Sommers Spezielle Maßnahmen während akuter Hitzeperioden/Hitzewellen Monitoring und Evaluation Die zentrale Koordinierungsstelle baut ein Netzwerk mit den relevanten Institutionen (staatliche und nichtstaatliche) auf, die vor Ort in den jeweiligen Kommunen Maßnahmen umsetzen können. ZB. Feuerwehr, Not und Rettungsdienste, Krankenhäuser, Ärzteschaft/ Praxen, Apothekerschaft,Seite 1 von 4 Seite 2 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen zur Rehabilitation, Kindergärten, Schulen, Hilfsorganisationen, Behindertenhilfen und Heimaufsichten. Im HAP sollen sowohl kurzfristige Maßnahmen (wie Information der Bevölkerung, Notfallnummern, Öffnung von kühlen Räumen, Anpassung der Öffnungszeiten der Schwimmbäder, Einrichtung von fest installierten Trinkwasserspendern im öffentlichen Raum. etc.) als auch längerfristige Maßnahmen (wie Anpassung von Schulen, Kindergärten und Heimen, klimaangepasste Stadtplanung) enthalten sein. Ebenso sollte der HAP folgende Kernelemente beinhalten: I Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit II Nutzung eines Hitzewarnsystems III Information und Kommunikation IV Reduzierung von Hitze in Innenräumen V Besondere Beachtung von Risikogruppen VI Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme VII Langfristige Stadtplanung und Bauwesen (einschließlich der Maßnahmen zur wassersensiblen Stadtentwicklung) VIII Monitoring und Evaluation der Maßnahmen Aufgrund der Dringlichkeit der Maßnahmen soll die Verwaltung bis zur nächsten Ausschusssitzung am 19.5.2022 zunächst die kurzfristig geplanten Maßnahmen benennen, die sofort im Sommer 2022 zur Anwendung kommen können. Dabei sind auch kurzfristige Maßnahmenvorschlage zur Bewässerung der Stadtbäume vorzulegen. Die Benötigten Finanzmittel sind zu beziffern und für den kommenden Haushalt bereitzustellen. Begründung In Deutschland sind Kommunen von der 93. Gesundheitsministerkonferenz (2020) dazu aufgerufen, innerhalb von fünf Jahren Hitzeaktionspläne (HAP) zuSeite 2 von 4 Seite 3 entwickeln. Im Zuge des Klimawandels wird erwartet, dass neben der Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur die Anzahl an Hitzetagen und längeren Hitzeperioden, sog. Hitzewellen, steigen werden. Diese können die Gesundheit von Mensch und Tier teilweise recht stark beeinträchtigen. Das zeigte sich in den vergangenen Jahren während der Hitzesommer von 2003, 2006, 2015, 2018, 2019, 2020. Die Bundesregierung berichtete in ihrem „Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“, dass im Jahr 2003 aufgrund der Hitzewellen etwa 7.500 mehr Todesfälle verzeichnet wurden als in „normalen“ Sommern erwartet würde. 2006 waren es über 6.000 zusätzlicher Todesfälle. Für 2018 wurden über 20.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Hitze bei den über 65-Jährigen ausgemacht. Hitzeperioden belasten nicht nur das allgemeine Wohlbefinden in großen Teilen der Bevölkerung, sondern stellen auch zusätzlich das Gesundheitssystem vor Herausforderungen. In Deutschland werden die Auswirkungen von anhaltend hohen Temperaturen auf die menschliche Gesundheit noch oft von der Bevölkerung unterschätzt. Dabei wirkten sich diese zwischen 1950 und 2013 stärker auf die menschliche Gesundheit aus als andere, in Deutschland auftretende, natürliche Extremereignisse wie Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben oder Flächenbrände (Kreibich et. al 2014). Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland nahm im Zeitraum von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad zu. Zudem stieg die Zahl der Hitzetage, an denen Temperaturen von über 30°C gemessen werden, von durchschnittlich etwa drei Tagen im Jahr 1951 auf nun etwa zehn Tage an (Monitoringbericht 2019, Bundesregierung S.23). Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wurden neun der zehn heißesten Jahre in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 in den letzten 20 Jahren verzeichnet. In einer außergewöhnlichen Hitzewelle vom 24. bis 26. Juli 2019 wurde mit 42,6°C ein neuer Temperaturrekord in Lingen, Niedersachsen, aufgestellt. Deutschlandweit wurden an 25 Messstellen Werte von 40°C und mehr gemessen, teilweise an drei aufeinanderfolgenden Tagen – das erste Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (DWD Jahrbuch 2019). Globale wie regionale Modelle gehen von einer Fortführung dieser Entwicklung aus. Demzufolge ist damit zu rechnen, dass Hitzewellen in Zukunft häufiger auftreten und dabei höhere Temperaturen erreicht werden. Risikogruppen wie ältere Menschen, isoliert lebende Menschen, bettlägerige Menschen, Menschen mit Behinderung oder (chronischer) Vorerkrankung, Säuglinge und Kleinkinder, Obdachlose oder Menschen die im Freien arbeiten sind besonders von extremen Hitzeereignissen betroffen. Aufgrund des sog. urbanen Wärmeinseleffekts sind Städte oftmals wärmer als das Umland. Dies kann zu einer stärkeren Wärmebelastung von Stadtbewohnern führen.Seite 3 von 4 Seite 4 Um die Bevölkerung vor negativen Gesundheitsauswirkungen zu schützen, müssen Maßnahmen zur Klimaanpassung etabliert werden Hitzeaktionspläne können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Sie sollen die gesundheitlichen Folgen von extremer Hitze effektiv kommunizieren, ein der Situation angepasstes Verhalten der Menschen begünstigen und eine langfristige Minderung der Hitzebelastung in Städten und Kommunen fördern. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 12:50 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de