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212065-02 AA · Änderungsantrag

Änderungsantrag auf Ächtung des N*Wortes

Nummer
212065-02 AA
Art
Änderungsantrag
Veröffentlicht
31.01.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Integrationsrates 15.02.2022 Anregung
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Übergeordnet

  1. 212065 Antrag auf Ächtung des N*Wortes

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Änderungsantrag
öffentlich
212065-02
Antragsteller/in:
Herr Öztürker (Internationale Liste)
27.01.2022
Änderungsantrag auf Ächtung des N*Wortes
Beratungsfolge
Integrationsrat Anregung
Inhalt des Änderungsantrags
Der Rat der Bundesstadt Bonn beschließt folgenden Antrag gegen Rassismus,
Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und auf Ächtung des N*Wortes:
Die Bundesstadt Bonn ist eine weltoffene, vielfältige, tolerante und
internationale Stadt, die mehrere internationale Einrichtungen beherbergt. Hier
leben jahrzehntelang mehr als 182 Nationen in Frieden zusammen. Für den
Rat der Stadt Bonn ist es wichtig, mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck zu
bringen, dass weder Rassismus, Antisemitismus noch Islamfeindlichkeit und
Diskriminierung hier einen Platz haben. Wir Bonnerinnen und Bonner sind fest
entschlossen, auch in Zukunft gemeinsam friedlich zusammenzuleben und
niemals zuzulassen, dass unsere Freiheit durch rechten Terror in Gefahr
gebracht wird. Wir sind alle Bonnerinnen und Bonner, egal, wo wir herkommen
und welche Hautfarbe sowie Religion wir haben. Wir lassen uns nicht
gegeneinander ausspielen. Dazu sind wir verpflichtet, denn in Bonn wurde der
erste stabile deutsche, freiheitliche, demokratische und soziale Rechtsstaat
geschaffen. Daher sind wir sehr wachsam, wenn Faschisten und Rassisten
wieder für die Demokratie und das Menschenleben aus rassistischen Gründen
eine Gefahr darstellen.
Die Ermordung des Regierungspräsidenten von Kassel, Walter Lübcke, im Juni
und der im Oktober 2019 verübte Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle
sowie der Anschlag im Februar 2020 hat uns vor Augen geführt, wie brutal und
gefährlich der Rechtsextremismus ist. Der Rat der Stadt Bonn sieht diese
Ereignisse mit großer Besorgnis.
1) Vor diesem Hintergrund lehnt der Rat der Bundesstadt Bonn jede Form von
Extremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und religiös
motivierte Gewalttätigkeit ab. Wir setzen uns für Solidarität, Freiheit,
gegenseitigen Respekt und friedliches Miteinander ein.
2) Als Mitglied der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus und
ethnische Diskriminierung seit 2015 setzt sich der Rat der Bundesstadt Bonn
dafür ein, dass jegliche Verwendung des N*Wortes in der Stadt Bonn geächtet
wird, um schwarzen Menschen und PoC ein friedvolles und angenehmes
Leben in Bonn zu ermöglichen.
3) Die Stadt ergreift die entsprechenden bildungssozialen und kulturellen
Angebote, um gemäß der Bonner Erklärung gegen Rassismus vom 2009
rassistischen Stereotypen entgegenzuwirken.Seite 1 von 2
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Begründung
Seit den 1990er-Jahren sind ca. 220 Menschen Opfer des rechten Terrors
geworden. Bei dem Brandanschlag im Jahr 1992 in Mölln und im Mai 1993 in
Solingen haben 7 Personen ihr Leben verloren. Danach wurden 10 Menschen
durch die NSU systematisch ermordet.
Die Ereignisse im Jahre 2016 in München, bei denen 9 Menschen von einem
18-Jährigen ermordet wurden, die Ermordung des Kasseler
Regierungspräsidenten Walther Lübcke im Juni und der Anschlag auf jüdische
Synagoge in Halle 2019 am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag,
haben die ganze Republik erschüttert. Der Attentäter wollte Massenmord an
Juden begehen. Die Holztür hat zum Glück standgehalten. Zuletzt hat der
Attentäter von Hanau 10 Menschen ermordet, was uns alle noch einmal
erschrocken hat. All diese Morde und Anschläge gehen auf das Konto der
Rechtsextremisten, deren Opfer alle Migrantinnen und Migranten waren. Deren
Hass und rassistischen Handeln muss gestoppt werden, indem sich die
schweigende Mehrheit zu Wort meldet und Haltung zeigt.
Daher appellieren wir an alle Bonnerinnen und Bonner, dem Rassismus die
Rote Karte zu zeigen und ihn zu stoppen!
Das N*Wort wird von vielen schwarzen Menschen und PoC mit Leid,
Diskriminierung, Gewalt, Ungleichheit und Entmenschlichung verbunden. Mit
dem N*Wort sind eine Vielzahl von rassistischen Stereotypen verbunden. Diese
Stereotypen umfassen Sexualrepression wie Triebhaftigkeit und Naturheftigkeit,
Kulturlosigkeit, Viktimisierung, Infantilisierung sowie Entfremdung (Osthering)
und führen zu Ohnmachtserfahrungen und psychischen Folgen. Als
europäisches Konstrukt der Kolonialzeit wurde es verwendet, um eine
rassistische Unterscheidung herzustellen, Machtverhältnisse zu untermauern
und unterdrückende Strukturen zu festigen. Diese Erfahrungen sind auch
weiterhin im Bewusstsein verankert. Auch wenn in der jüngeren Zeit vermehrt
das N*Wort in satirischen oder komödiantischen Kontexten auftaucht, darf dies
nicht über die Verletzungen hinwegtäuschen, die damit einhergehen.
Seit 2015 haben die Vereinten Nationen die Dekade für Menschen
afrikanischer Herkunft ausgerufen. Damit erkennt die internationale
Gemeinschaft an, dass Menschen afrikanischer Herkunft eine eigenständige
Gruppe darstellen, deren Menschenrechte gefördert und geschützt werden
müssen. Insbesondere Menschen, die außerhalb von Afrika leben, sollen in
dieser Dekade in den Vordergrund gestellt werden. Bis 2024 sollen alle Staaten
sich diesen Zielen verschreiben.
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 07:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de