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211217-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

BBB-Anfrage zur Trinkbecherverwendung durch Wasserwagen der SWB

Nummer
211217-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
24.11.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 20.01.2022 Kenntnisnahme
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  1. 211217 BBB-Anfrage zur Trinkbecherverwendung durch Wasserwagen der SWB

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
211217-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und
Verwaltungssteuerung
Dezernat:
Dez. OB
BBB-Anfrage zur Trinkbecherverwendung durch
Wasserwagen der SWB
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
25.11.2021 Kenntnisnahme
Zur Großen Anfrage der BBB-Fraktion nimmt die Verwaltung in Abstimmung mit
der SWB GmbH wie folgt Stellung:
Fragen:
1. Wie viele Trinkbecher wurden in den letzten Jahren – ohne Corona-
Zeiten – pro Jahr verbraucht?
2. Auf welche Weise werden die „recyclebaren“ Einwegtrinkbecher aus
Maisstärke der „Wiederverwertung“ zugeführt? Trifft es zu, dass
unter „Wiederverwertung“ die Kompostierung der Trinkbecher
verstanden wird?
3. Welches Unternehmen übernimmt das Recyceln und wo geschieht
dies? Wie stellt sich die Ökobilanz dieses „Trinkbecherrecycelns“ durch
Kompostierung dar (evtl. notwendiger Wärmeeinsatz für den
Zersetzungsprozess, Transporte, Wasserverbrauch, Einsatz von
Maschinen, Pestiziden, Kunstdünger usw.)?
4. Hält es die Verwaltung im Sinne des Klima- und Naturschutzes für
gerechtfertigt, dass der Mais als Rohstofflieferant für die Trinkbecher auf
Ackerland angebaut wird, der dadurch für den regionalen Anbau von
Nahrungsmitteln oder Viehfutter, das statt dessen z.B. aus Brasilien
importiert wird, verloren geht?
5. Das Personal an den Wasserwagen ist angehalten worden, die bereits
verwendeten Trinkbecher nicht noch einmal zu befüllen sondern neue
zu vergeben. Wie ist dies mit der Ankündigung der SWB im Internet zu
vereinbaren, dass auch eigene, mitgebrachte
Trinkgefäße „gerne“ befüllt würden?
6. Falls die Ablehnung der erneuten Befüllung aufgrund von Corona-
Bestimmungen erfolgt, ist dann eine Befüllung von mitgebrachtenSeite 1 von 3
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Trinkgefäßen in Zeiten nach „Corona“ hygienerechtlich überhaupt
erlaubt, da es niemals infektionsfreie Zeiten geben wird?
Stellungnahme:
Der Wasserwagen der Stadtwerke Bonn, Energie und Wasser, hat sich in den
vergangenen Jahren als beliebte und gefragte Trinkwasserausgabestelle auch
für Bonn-Touristen aus aller Welt etabliert.
Unter dem Slogan „Mobile Wasseroase unterwegs“ versorgt er durstige
Besucherinnen und Besucher von Ende März bis Ende Oktober über die
Einsätze auf dem Münsterplatz hinaus im gesamten Stadtgebiet mit bestem
Bonner Trinkwasser aus der Wahnbachtalsperre. Auch der Einzelhandel
begrüßt den Wasserwagen, der zur Attraktivität der Innenstadt beiträgt.
Jedes Jahr - die Corona-Pandemie ausgenommen - wurden mehr als 20.000
Liter Wasser mit und ohne Sprudel in rund 172.000 Trinkbechern ausgegeben.
Bei den eingesetzten Maisstärkebechern handelte es sich um ein „BioWare“-
Produkt aus PLA (Polymilchsäure/Polylactid). Dieser Werkstoff wird aus
nachwachsenden, pflanzlichen Rohstoffen gewonnen. Damit die Becher
sortenrein recycelt werden können, wurden am Wasserwagen für die
Maisstärketrinkbecher eigene Sammelstangen bereitgestellt.
Bereits seit vielen Jahren übernimmt SWB Verantwortung rund um Klimaschutz
und Nachhaltigkeit. Seit 2018 wurden daher neben den Maisstärkebechern bei
sehr kleinen Veranstaltungen zusätzlich pfandfreie Mehrwegbecher mit der
Aufschrift „BRING.MICH.ZURÜCK.“ eingesetzt, die maschinell gespült wurden
und dann erneut verwendet werden konnten. Denn für den Wasserwagen
verfolgten die Stadtwerke Bonn grundsätzlich das Ziel „Kein Becher in den
Müll“. Zurückgebrachte Becher wurden gesammelt und recycelt (PLA-
Einwegbecher) oder mit hohem logistischen Aufwand gespült und
wiederverwendet (Mehrwegbecher).
Die sortenrein eingesammelten Becher wurden bislang logistisch effizient zu
einem Recyclingunternehmen transportiert. Das auf diese Weise
wiedergewonnene Granulat wurde zur Herstellung z.B. neuer biobasierter
Kunststoffe zu 100 Prozent wiederverwendet.
Während der Corona-Pandemie:
Sollte die Corona-Krise auch noch in 2022 andauern, gelten bezüglich der
Wasserausgabe weiterhin besonders sensible Anforderungen an die Hygiene.
Von Besuchenden mitgebrachte eigene Mehrweg-Becher oder Flaschen sind
nicht verwendbar. Vor dem Hintergrund der Übertragungswege des Covid-Virus
lassen sich lediglich einmal verwendbare Becher einsetzen, also die
beschriebenen Maisstärkebecher.Seite 2 von 3
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PLA-Becher stehen aufgrund des Verbots von Einweg-Kunststoffprodukten
vom 3.7.2021 in der Kritik. Umweltverbände lehnen BioWare-Becher ab.
Nach der Corona-Pandemie:
Nach Corona setzen auch wir keine Becher aus Maisstärke mehr ein. Die Krise
überlagert damit jedoch unseren nachhaltigen Wunsch, die Einmal-
Maisstärkebecher sofort gegen ein Mehrweg-System auszutauschen.
Unter dem Motto „Der Klügere füllt nach“ rufen wir (nach Corona) dazu auf, nur
noch mitgebrachte Mehrweg-Flaschen oder Mehrwegbecher zu befüllen. Gerne
regen wir an, dass z.B. über den Bonner Einzelhandel entsprechende Flaschen
ausgegeben werden. Die Idee des Mehrwegs bleibt damit nicht nur eine Vision,
sondern wird bei jedem Einsatz des Wasserwagens bewusst umgesetzt. Durch
die Aufforderung eigene, mitgebrachte Mehrweg-Flaschen oder
Mehrwegbecher-Becher zu befüllen, stärken wir den Klimaschutzansatz. Der
beliebte Wasserwagen der Stadtwerke Bonn ist dabei ein sichtbares und
glaubwürdiges Kommunikationsvehikel zu nachhaltigem Handeln.
Hinweis zur wirtschaftlichen Einordnung:
76 Einsätze in 2019 kosteten insgesamt rund 80.000 Euro. Darin enthalten sind
die Becher: Der Stückpreis für Maisstärkebecher liegt bei 0,05 Euro, ein
Mehrwegbecher kostet 0,43 Euro. Eingesetzt wurden 155.000 Einmal-
Maisstärkebecher zum Anschaffungspreis von 7.750 Euro. Der
Anschaffungspreis für die bei kleineren Events eingesetzten 17.000
Mehrwegbecher liegt bei 7.310 Euro. Hinzu kommen hier allerdings noch die
Kosten für Logistik (Transport, Spülen).
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 08:30 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de