211217 · Große Anfrage
BBB-Anfrage zur Trinkbecherverwendung durch Wasserwagen der SWB
Kerndaten
- Nummer
- 211217
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 19.07.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
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Große Anfrage öffentlich 211217 Fragesteller/in: BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Elisabeth Struwe 19.07.2021 BBB-Anfrage zur Trinkbecherverwendung durch Wasserwagen der SWB Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 26.08.2021 Kenntnisnahme Fragestellung 1. Wie viele Trinkbecher wurden in den letzten Jahren – ohne Corona- Zeiten – pro Jahr verbraucht? 2. Auf welche Weise werden die „recyclebaren“ Einwegtrinkbecher aus Maisstärke der „Wiederverwertung“ zugeführt? Trifft es zu, dass unter „Wiederverwertung“ die Kompostierung der Trinkbecher verstanden wird? 3. Welches Unternehmen übernimmt das Recyceln und wo geschieht dies? Wie stellt sich die Ökobilanz dieses „Trinkbecherrecycelns“ durch Kompostierung dar (evtl. notwendiger Wärmeeinsatz für den Zersetzungsprozess, Transporte, Wasserverbrauch, Einsatz von Maschinen, Pestiziden, Kunstdünger usw.)? 4. Hält es die Verwaltung im Sinne des Klima- und Naturschutzes für gerechtfertigt, dass der Mais als Rohstofflieferant für die Trinkbecher auf Ackerland angebaut wird, der dadurch für den regionalen Anbau von Nahrungsmitteln oder Viehfutter, das statt dessen z.B. aus Brasilien importiert wird, verloren geht? 5. Das Personal an den Wasserwagen ist angehalten worden, die bereits verwendeten Trinkbecher nicht noch einmal zu befüllen sondern neue zu vergeben. Wie ist dies mit der Ankündigung der SWB im Internet zu vereinbaren, dass auch eigene, mitgebrachte Trinkgefäße „gerne“ befüllt würden? 6. Falls die Ablehnung der erneuten Befüllung aufgrund von Corona- Bestimmungen erfolgt, ist dann eine Befüllung von mitgebrachten Trinkgefäßen in Zeiten nach „Corona“ hygienerechtlich überhaupt erlaubt, da es niemals infektionsfreie Zeiten geben wird? Begründung Die Verwendung von Pflanzen als Rohmaterial steht – wenn man von einer künftigen Bioplastik-Produktion in großem Stil ausgeht – in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Denn es gehen wertvolle Flächen für den Anbau von Lebensmitteln verloren. Anders ausgedrückt: Während auf der einen Seite in vielen Teilen der Welt Menschen hungern, wird auf der anderen Seite in EuropaSeite 1 von 2 Seite 2 der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für Verpackung, Einweggeschirr usw. subventioniert. Für den Anbau dieser Pflanzen kommen zudem oft große Mengen an Düngemitteln und Pestiziden zum Einsatz, die Böden und Gewässer belasten. Das Umweltbundesamt schreibt deshalb, die Umweltauswirkungen seien bei biobasierten Kunststoffen nicht geringer als bei fossilbasierten. „Die Auswirkungen verschieben sich eher: Während konventionelle […] Kunststoffe mehr klimawirksames CO2 freisetzen, äußert sich der ökologische Fußabdruck biobasierter Kunststoffe in einem höheren Versauerungs- und Eutrophierungspotential sowie einem gewissen Flächenbedarf.“ Anlage/n KeineSeite 2 von 2
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de