210757-02 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Analyse des Covid19-Infektionsgeschehens in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 210757-02 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 06.05.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 210757-02 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte Dezernat: Dez. OB Analyse des Covid19-Infektionsgeschehens in Bonn Beratungsfolge Rat 06.05.2021 Kenntnisnahme Evidenzbasiertes Management der Pandemie Die Stadt Bonn baut ihre Aktivitäten mit Blick auf eine Niedriginzidenzstrategie weiter aus. Hierzu hat der Krisenstab in seiner Sitzung am 05.05.2021 einen umfangreichen Beschluss gefasst. Als Basis dieser Strategie werden aktuelle und detaillierte Daten zum Infektionsgeschehen und seinen Folgen ausgewertet, um zielgenaue, effektive Maßnahmen ergreifen zu können. Gezielte Maßnahmen sollen kurzfristig der Eindämmung des Infektionsgeschehens und mittel- und langfristig dem Verbleib auf einer niedrigen Inzidenz, auch im Rahmen von Öffnungsschritten, dienen. Langfristiges Ziel der Stadt ist die Umsetzung einer Niedriginzidenzstrategie in Form eines proaktiven statt reaktiven Krisenmanagements, auch im Hinblick auf die prognostizierte 4.Corona-Welle im Winter 2021. Zur Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung der Pandemiebekämpfung wurde im Krisenstab am 14.04.2021 die Einrichtung einer interdisziplinären Projektgruppe als vorbereitendes Gremium für strategische Entscheidungen im Krisenstab beschlossen. Voraussetzung für gezielte Maßnahmen ist ein Konzept, welches auf der Grundlage von validen Datenmodellen kleinräumige Maßnahmen begründbar ermöglicht. In diesem Zusammenhang hat der Krisenstab beschlossen, dass statistische Daten künftig kleinteiliger analysiert und veröffentlich werden sollen. 1. Kurzfristige Maßnahmen 1.1 Auswertung und Veröffentlichung von Corona Daten Die Stadt arbeitet unter Hochdruck daran auf der Basis statistischer Daten, die in der Stadtverwaltung bereits vorhanden sind, Daten kleinräumig zu analysieren. Dazu gehört die Realisierung eines einheitlich definierten und strukturierten Datenmanagements, das eine Grundvoraussetzung für die geplanten Analysen darstellt. Es müssen automatisierte Schnittstellen zwischen verschiedenen Plattformen hergestellt werden, um aufwendige und fehleranfällige manuelle Arbeitsschritte im Umgang mit den Daten zu vermeiden.Seite 1 von 4 Seite 2 Die Inzidenzen auf der Ebene der 62 statistischen Bezirke sollen für die Bürgerinnen und Bürger zeitnah und sukzessive über die städtische Internetseite der Stadt Bonn veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert werden. Die Seite befindet sich derzeit im Aufbau und wird bereitgestellt, sobald die Datenanalyse abgeschlossen ist. Im zweiten Schritt sollen die Daten auf der stadteigenen Open-Data-Plattform für die Open-Data-Community zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin sollen zusätzliche Informationen, zunächst auf Stadtebene, später ggf. kleinteiliger veröffentlicht werden, sofern die Datenquellen dazu vorliegen. Bereits veröffentlicht: Fallzahlen und Inzidenz, Verimpfungen, Krankenhausbelegung Inzidenzen nach Alter, Hospitalisierung nach Alter, Intensivstationbelegung nach Alter Quarantänen Anzahl von Fällen in bestimmen Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Altersheime Im zweiten Schritt Anzahl Tests PCR, Schnelltests, davon positiv (Schnelltestdaten werden beispielsweise nicht im SORMAS erfasst). Für die Ableitung zielgerichteter Maßnahmen sollen die Daten zum Infektionsgeschehen kleinräumiger analysiert werden. Analyse von Impfdaten Der Stadt liegen bis auf die Gesamtzahlen verimpfter Dosen in den verschiedenen Prioritäts- und Berufsgruppen keine dezidierten personenbezogenen Daten vor, sodass Impfquoten in einzelnen Stadtteilen nicht errechnet werden können. Die KVen Nordrhein und Westfalen Lippe verfügen über die Daten, die von dort ans RKI gehen, wo sie graphisch dargestellt sind. Eine Unterteilung nach einzelnen Stadtteilen liegt nicht vor. Eine schriftliche Anfrage an die KV Nordrhein in Düsseldorf ist erfolgt. Bisher ist keine Antwort eingetroffen. Das Gesundheitsamt hat darüber hinaus bereits letzte Woche eine Anfrage diesbezüglich an das Landeszentrum Gesundheit NRW gerichtet. Eine Antwort gibt es noch nicht. Außerdem hat das Gesundheitsamt seine Ansprechpartner*innen von der Bezirksregierung Köln gebeten, im MAGS auf die Wichtigkeit einer detaillierten Angabe hinzuweisen und diese einzufordern. 1.2 Realisierung zielgerichteter Maßnahmen a) Ein niedrigschwelliges Impfangebot in Gebieten mit überdurchschnittlichen Inzidenzwerten oder aufgrund der räumlichen Situation stark gefährdeten Gebieten, wird vorbereitet, um bei Bedarf schnellstmöglich umgesetzt werden zu können. Dazu werden auch Erfahrungen aus Köln mit einbezogen. Eine gezielte Impfaktion unabhängig von der noch geltenden Priorisierung erfordert zusätzliche Sonderkontingente an Impfstoff und die Genehmigung einerSeite 2 von 4 Seite 3 Ausnahme von der Impfreihenfolge. Das Gesundheitsministerium NRW hat gestern im 19. Erlass zur Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 zu möglichen Impfungen in sozial benachteiligten Stadtteilen mit einem erhöhten Infektionsgeschehen informiert, dass es mit einem gesonderten Erlass auf die Kreise und kreisfreien Städte zugehen wird. Daraus erwartet die Stadt Bonn zeitnah landesweite Regelungen und nach Möglichkeit auch weitere Impfstoffzuweisungen. b) Zusätzlich wird die Stadt die zielgerichtete Aufklärung intensivieren zur Erhöhung der Impfbereitschaft. Dazu gehören in erster Linie die Einschaltung von mehrsprachigen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den unterschiedlichen Lebensumfeldern und die Bereitstellung von mehrsprachigen Informationen in jeweils geeigneter Form (schriftlich, ggf. Videos). Multiplikatoren in den Quartieren sollen informieren und zudem klären, welche weiteren Unterstützungsangebote helfen können. c) Weiterhin wird der Ausbau einer niedrigschwelligen, bedarfsorientierten Testinfrastruktur weiter vorangetrieben. Dies wird durch niedrigschwellige Angebote durch Testzentren in Gebieten mit hoher Inzidenz (z.B. in der Nähe von Supermärkten oder großen Wohnblöcken) realisiert. Dazu werden interessierten Anbieter*innen von Testzentren gezielt Standorte angeboten. Außerdem wird die adressatengerechte kommunikative Begleitung mit dem Ziel, regelmäßiges Testen zu etablieren, verstärkt. Dies ist insbesondere für die Bevölkerungsgruppen wichtig, die (noch) nicht geimpft werden konnten. 2. Mittel- und langfristige Ziele im Umgang mit Corona-Datenmodellen Mittelfristig sollen vorhandene Daten verknüpft und gezielt ausgewertet werden, um kleinräumige Maßnahmen aktiv einzuleiten. Grundlage sind Analysen zu Zusammenhängen von Infektionsgeschehen mit verschiedenen sozioökonomischen Variablen zur Ableitung proaktiver zielgerichteter Maßnahmen. Folgende Fragestellungen sind dabei u.a. von Interesse für die Stadt: Trend-Betrachtung der 7-Tages Inzidenz Korrelation des Infektionsgeschehens mit u.a. o Anzahl der Personen pro Haushalt o Gebäudeart (Einfamilienhäuser, Mehrgeschosswohnungen) o (Ansteckungsrisiko in ÖPNV, auf Spielplätzen, im Supermarkt) o Die Inbezugsetzung weiterer Merkmale ist grundsätzlich denkbar und wird derzeit geprüft. Es bedarf dafür einer aktiven Steuerung der Auswertungsaufträge und einen Rückfluss von Ergebnissen in die infektiologische Strategie des Gesundheitsamtes. Hierzu ist eine wissenschaftliche Begleitung und Beratung vorgesehen. Die Stadt Bonn steht dafür bereits seit mehreren Wochen im Austausch mit verschiedenen Wissenschaftler*innen und Institutionen. Die interne Veröffentlichung dieser Analysen (Karten, Diagramme, Tabellen,Seite 3 von 4 Seite 4 Dokumente) erfolgt über das bestehende zugriffsgeschützte „Corona-Portal“ für einen geschlossenen Benutzerkreis, nicht für die Öffentlichkeit. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 12:07 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de