202274-03 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Bürgerantrag: Verzicht auf eine Bebauung des Geländes der ehemaligen Stadtgärtnerei und stattdessen Einrichtung eines Ökologischen Zentrums
Kerndaten
- Nummer
- 202274-03 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 26.05.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 202274-03 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte Dezernat: Dez. OB Bürgerantrag: Verzicht auf eine Bebauung des Geländes der ehemaligen Stadtgärtnerei und stattdessen Einrichtung eines Ökologischen Zentrums Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 02.06.2021 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Der in der Anlage beigefügte Redebeitrag der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes wird den Ausschussmitgliedern zur Verfügung gestellt. Anlage/n 1 Redebeitrag (öffentlich)Seite 1 von 4 1 Sprechzettel zur Sitzung des Bürgerausschusses am 14. April 2021 TOP Bürgerantrag der Bürgerinitiative, auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei ein Zentrum für Ökologie und Umweltbildung einzurichten und die Pläne auf eine Bebauung des Geländes endgültig aufzugeben Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist . Ich studiere Agrarwissenschaften an der Uni Bonn und bin seit 2006 Imker auf dem Meßdorfer Feld. Ich spreche hier für die Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes. Wir beantragen auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei ein Zentrum für Ökologie und Umweltbildung einzurichten und eine Wohnbebauung des Geländes endgültig aufzugeben. Zeitlich passend ist am vergangenen Freitag ein Artikel im General Anzeiger erschienen, der die „Vision für die alte Gärtnerei“ des Vereins Neue Stadtgärtnerei vorstellt. Es wird Sie vielleicht überraschen, aber wir haben für einige Teile des Konzepts durchaus Sympathie. Es gibt allerdings auch einen zentralen Unterschied…. Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Beide Konzepte sehen vor, auf dem Gelände ein Zentrum für Ökologie und Umweltbildung einzurichten. Eine zentrale Rolle hierbei soll die bereits auf dem Gelände angesiedelte Biologische Station Bonn/Rhein-Erft spielen. Diese ist derzeit in maroden Räumlichkeiten untergebracht und sollte dringend saniert oder neugebaut werden. Die Bürgerinitiative setzt bei der Ausgestaltung des Ökologischen Zentrums jedoch etwas andere Schwerpunkte: Die versiegelten Flächen sollten so weit wie möglich entsiegelt, renaturiert - und anschließend genutzt werden für Naturerfahrung, Umweltbildung sowie Entschleunigung, zudem sollte sie den heimischen Tier- und Pflanzenarten Schutzraum bieten.Seite 2 von 4 2 Ganz im Sinne des Themas „Stadtgärtnerei“ könnte das Gelände vor allem für gemeinschaftliches Gärtnern genutzt werden: Beispielsweise für Schul- und Kita-Gärten in Kooperation mit den umliegenden Schulen und Kitas oder den Jugendzentren. Auch ein generationsübergreifendes Gärtnern von Senioren mit Schulkassen oder Studierenden wäre eine Bereicherung. Besonders wichtig ist uns die Einbeziehung des Umfelds, neben der Biostation sind das die Grüne Spielstadt, der Internationale Garten, Schulen und Kitas in der Umgebung, die Schrebergartensiedlung sowie die Nachbarschaft insgesamt. Nun zum zentralen Unterschied der beiden Konzepte. Dieser ist auch der Anlass für unseren Bürgerantrag: Das Konzept des Vereins sieht eine Bebauung mit 24 Wohneinheiten für rund 100 Menschen vor. Demgegenüber wenden wir uns als Bürgerinitiative gegen jegliche Wohnbebauung des Geländes. Also auch eine Bebauung der versiegelten Flächen. Denn: - Eine Bebauung wäre die Fortsetzung der Salamitaktik, die das Feld als Frischluftschneise für ganz Bonn und als Naherholungsgebiet in der Vergangenheit immer weiter verkleinert hat. - Wohnbebauung stünde auch im Widerspruch zum Gutachten „Integriertes Freiraumsystem der Stadt Bonn“, das ausdrücklich einen Verzicht auf jegliche Bebauung – auch der versiegelten Flächen empfiehlt. - Angesichts des Klimawandels wird die Bedeutung, als Grüne- Lunge Bonns weiter zunehmen. Ich appelliere daher an alle Parteien, unseren Bürgerantrag zu unterstützen. Ganz besonders appelliere ich an die Grünen und die SPD, die bis zum Wahltag der Kommunalwahl 2020 stets die Linie der Bürgerinitiative unterstützt und eine Bebauung des Geländes der Alten Stadtgärtnerei ausdrücklich abgelehnt haben.Seite 3 von 4 3 Außerdem haben Sie in Ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass Sie das Gutachten „Integriertes Freiraumsystem“ bei Ihren Entscheidungen berücksichtigen werden. Entscheidend für die Einrichtung eines Zentrums für Ökologie und Umweltbildung ist der politische Wille. Das zeigt das Beispiel NaturGut Ophoven, dass Sie keine 50 km von Bonn entfernt in Leverkusen-Opladen finden. Wir fahren gerne mal mit Ihnen hin! Daher schlagen wir unter Pkt. 3 unseres Antrags vor, für ein vergleichbares Projekt in Bonn eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen, welche die Kosten für ein solches Projekt ermittelt und Finanzierungsmöglichkeiten aus EU-Förderprogrammen und Bundesmitteln aufzeigt. Abschließend möchte ich noch auf den sozialen Aspekt hinweisen: Im Konzept des Vereins Neue Stadtgärtnerei erscheint die geplante Wohnbebauung etwas isoliert von der übrigen Nachbarschaft und sieht nach „bevorzugter Alleinlage im Grünen“ aus. In fußläufiger Nähe zur Stadtgärtnerei – an der vielbefahrenen Straße Am Propsthof – entsteht gerade das Neubaugebiet „Am Vogelsang“ mit mehreren Hundert Wohneinheiten, also einem Vielfachen an Bewohnerinnen und Bewohnern. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die derzeit nicht öffentlich zugängliche alte Stadtgärtnerei weiterzuentwickeln und allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen. Es wäre verheerend, wenn ein großer Teil des Geländes für wenige in bevorzugter Wohnlage reserviert würde. Wir wünschen uns einen Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!Seite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 11:23 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de