202272-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Vorlage der Ergebnisse der Testweisen Abschaltung der Signalisierung des Fußgängerüberwegs am Konrad-Adenauer-Platz zwischen Gottfried-Claren-Straße und von-Sandt-Straße
Kerndaten
- Nummer
- 202272-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 19.02.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 202272-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Vorlage der Ergebnisse der Testweisen Abschaltung der Signalisierung des Fußgängerüberwegs am Konrad-Adenauer-Platz zwischen Gottfried-Claren-Straße und von-Sandt- Straße Beratungsfolge Bezirksvertretung Beuel 24.02.2021 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Zu Punkt 1) Die Auswertung für den schienengebundenen ÖPNV ergab folgendes Ergebnis: Gemessen wurden die Haltezeiten der Bahnen vor der Signalanlage jeweils vor und nach der Außerbetriebnahme des Überwegs. In Fahrtrichtung Kennedybrücke hat sich die Haltezeit der Stadtbahnlinie 66 im Mittel deutlich verkürzt (19 Sekunden), der Zeitverlust der Straßenbahnlinien in der Friedrich-Breuer-Straße hat sich im Mittel um ca. 8 Sekunden verringert. In Gegenrichtung haben sich die Haltezeiten sowohl der Stadt- als auch der Straßenbahn im Mittel um jeweils 9 Sekunden verkürzt. Der Fahrradverkehr, der motorisierte Individualverkehr wie auch der Busverkehr profitieren ebenfalls von der Änderung der Schaltung, sowohl im Hinblick auf Wartezeiten als auch bei der Länge der Freigabezeiten. Andere Alternativen zur Verringerung der Verlustzeiten des ÖPNV als die Herausnahme der Querung zur signifikanten Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts bestehen nicht. Die Größe der Signalanlage und die damit einhergehenden Mindestgrünzeiten lassen einer ÖPNV-gesteuerten Modifikationen der Schaltung nur wenig Spielraum. Hinzu kommt, dass die unterschiedlichen ÖPNV-Linien konkurrieren, eine signaltechnische Bevorzugung einer Zufahrt also zwangsläufig die Benachteiligung der jeweils anderen Zufahrt zur Folge hat. Der Wegfall der Querung bedeutet für die unmittelbare Gehbeziehung von- Sandt-Straße <-> Gottfried-Claren-Straße ohne jeden Zweifel einen Komfortverlust, da ein Umweg in Kauf genommen werden muss. Nachdem es unmittelbar nach der Sperrung des Überwegs häufiger zu ungesicherten Querungen an der betreffenden Stelle kam, war dies aber bereits nach wenigen Tagen kaum noch und inzwischen gar nicht mehr zu beobachten. Die Quell-Seite 1 von 3 Seite 2 /Ziel-Beziehung von-Sandt-Straße zur Gottfried-Claren-Straße und umgekehrt hat demnach geringere Bedeutung als andere Wegebeziehungen. Da die 2-phasige Steuerung des Knotens insgesamt zu einer deutlichen Verkürzung der Wartezeiten führt, ist der Zeitverlust vergleichsweise gering: Der Fußgängerverkehr nutzt den westlichen Überweg an der Haltestelle der Linie 66 (in dieser Zeit ist die Zufahrt Friedrich-Breuer-Straße freigegeben) und muss dann nur kurz verweilen, bevor die Querung der Friedrich-Breuer-Straße freigegeben wird. In umgekehrter Richtung gilt dies ebenso. Angesichts der enormen Vorteile für alle Verkehre scheint der Komfortverlust, der aus dem Wegfall der Querung resultiert, aus fachlicher Sicht akzeptabel. Zu Punkt 2) Aktuell ist die Lichtsignalanlage wie folgt geschaltet: - Umlaufzeit: 100 s - Zwischenzeiten: 17 s - Grün-Zeiten: 83 s, davon o Ausfahrt Sankt Augustiner Straße / paralleler Fußweg: 47 / 51 s o Ausfahrt Friedrich-Breuer-Straße / paralleler Fußweg: 32 s Bei der Freigabe der Kreuzung für Fußgängerverkehr in alle Richtungen würden die 3 Überwege in einer Phase gemeinsam freigegeben, die Länge der Grünzeit wird durch den mit ca. 27 m längsten zurückzulegenden Weg definiert und beträgt 27 Sekunden. Dann würde die Verteilung wie folgt aussehen: - Umlaufzeit 100 s - Zwischenzeiten: 17 s - Grün-Zeiten: 83 s, davon o Rundum-Grün Fußgänger: 27 s o Ausfahrt Sankt Augustiner Straße: 37 s o Ausfahrt Friedrich-Breuer-Straße: 19 s Bei der Freigabe der Kreuzung für Fußgängerverkehr in alle Richtungen (Rundum-Grün) würden also die erreichten Fahrzeitgewinne für ÖPNV, Fahrrad und MIV zunichte gemacht (Friedrich-Breuer-Straße 19 statt heute 32 Sekunden; Sankt Augustiner-Straße 37 statt heute 51 Sekunden). Hinzu kommt, dass bei der Freigabe für ÖPNV und MIV parallele Fußgängerfurten nicht ebenfalls freigegeben werden, obwohl dies ohne Konflikt möglich wäre. Wird beispielsweise die Ausfahrt der Friedrich-Breuer-Straße freigegeben, erhält die parallele Furt über die Sankt Augustiner Straße kein grün, was erhebliche Irritationen auslösen wird. Anlage/n 1 LSA-KAP_Haltezeiten_Bahnen (öffentlich)Seite 2 von 3 Testversuch Abschaltung Fußgänger-LSA am Konrad-Adenauer-Platz (Abschaltung seit 19.11.2019) Haltezeitmessungen vor LSA am Konrad-Adenauer-Platz In Fahrtrichtung Berha-von-Suttner-Platz stadteinwärts Linie Zeitbereich 02.09.-29.09.19 Anz. Werte 20.01.-16.02.20 Anz. Werte Differenz 66 07:00-20:00 51 1433 32 1554 -19 07:00-08:00 49 113 31 118 -18 16:00-18:00 50 216 30 240 -20 62 07:00-20:00 48 1486 40 1514 -8 07:00-08:00 59 133 50 132 -9 16:00-18:00 50 209 43 211 -7 *Aufgrund der Haltestellenlage unmittelbar vor der LSA handelt es sich um einen Nutzhalt (Fahrgastwechsel) In Fahrtrichtung Konrad-Adenauer-Platz stadtauswärts Linie Zeitbereich 02.09.-29.09.19 Anz. Werte 20.01.-16.02.20 Anz. Werte Differenz 66 07:00-20:00 43 322 34 208 -9 07:00-08:00 41 27 34 9 -7 16:00-18:00 48 49 38 32 -10 62 07:00-20:00 47 496 38 455 -9 07:00-08:00 30 35 34 32 4 16:00-18:00 50 74 38 56 -12 *unproduktiver Störhalt vor LSA Haltezeit* vor LSA am KADP in sek. an Wochentagen (Mo-Fr), median Haltezeit* vor LSA am KADP in sek. an Wochentagen (Mo-Fr), medianSeite 3 von 3
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