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201998-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Sachstand Klärschlammverwertung der Bonner Kläranlagen

Nummer
201998-1 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
30.11.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Rates 10.12.2020 Kenntnisnahme
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Übergeordnet

  1. 201998 Sachstand Klärschlammverwertung der Bonner Kläranlagen

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
201998-1 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
Sachstand Klärschlammverwertung der Bonner
Kläranlagen
Beratungsfolge
Rat 10.12.2020 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
1. Ist die Berichterstattung im Kölner Stadt-Anzeiger vom
21.08.2020 zutreffend, dass die Klärschlammkooperation Rheinland
(KKR) mit der Rhein- Energie und/oder den RWE einig ist, gemeinsam
mit diesen Privaten die Klärschlammverwertung durchzuführen?
Antwort:
Die intensive Suche nach einem Standort für die Gesamtmenge der
Klärschlammkooperation Rheinland (KKR) hat ergeben, dass dies
ausschließlich mit öffentlichen Partnern nicht möglich ist. Daraufhin hat
die KKR entschieden, im Zuge einer Ausschreibung einen privaten
Partner einzubinden.
Der genannte Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger berichtet aus Kölner
Sicht. Es ergeben sich für Köln zwei Optionen:
A) Verbleib in der KKR, die die Klärschlammverwertung ausschreibt
Der private Partner steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest. Da nur
wenige Unternehmen geeignet sind, am Ausschreibungsverfahren
teilzunehmen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die RWE AG
beteiligen wird, durchaus gegeben.
B) Verwertung am Standort Köln-Merkenich
Unter der Beteiligung der Rhein-Energie AG und der Abfallentsorgungs-
und Verwertungsgesellschaft mbH Köln könnte eine neue
Klärschlammverwertungsanlage (KVA) am Standort Merkenich errichtet
werden. An diesem Standort würde jedoch nicht das Klärschlamm-
Gesamtaufkommen der KKR verwertet, sondern lediglich die Schlämme
aus Köln und aus einigen weiteren Kommunen, nicht aber aus den
Kläranlagen der Wasserverbände der KKR.
Ziel wird eine Gesamtmenge von mehr als 30.000 to/TS p.a. sein, da die
Verwertung erst ab ungefähr dieser Menge wirtschaftlich wird. Daraus
folgt, dass Köln alleine nicht über ein ausreichend großesSeite 1 von 3

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Klärschlammaufkommen verfügt, um die Verwertung am Standort
Merkenich zu realisieren.
2. Steht die Oberbürgermeisterin einem derartigen PPP-Projekt im
Zusammenhang mit der Klärschlammverwertung positiv gegenüber?
Sieht sie damit die klimabeste Lösung realisiert und welche
wirtschaftlichen Auswirkungen hätte dies für die Stadt Bonn und die
Gebührenzahlenden?
Antwort:
Eine zentrale Verwertung großer Klärschlammmengen ist ökologisch
günstig, weil eine Großanlage statt mehrerer kleiner Anlagen errichtet
wird. Im Hinblick auf den Klimaschutz profitiert diese Lösung von einer
hohen Überschussstromproduktion auf der Verbrennungsanlage selbst,
aber auch durch eine hohe Stromproduktion am heutigen Standort der
KVA Salierweg, weil dort die Gasgewinnung aus der Faulung nicht mehr
zur Stützfeuerung der vorhandenen KVA benötigt würde, sondern
vollständig in einem neuen Blockheizkraftwerk energetisch verwertet
werden könnte.
Die Verwertung in einer Großanlage führt durch Skalierungseffekte zu
einer günstigen Beeinflussung der spezifischen Verbrennungskosten, so
dass eine hohe Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu den anderen
Varianten, die bereits untersucht wurden, gegeben sein dürfte. Eine
abschließende Bewertung der Wirtschaftlichkeit ist im Vorfeld der
Planung jedoch nicht möglich, da die Anlagenplanung noch nicht
ausreichend konkretisiert ist.
Klimaökologisch ungünstig wirken sich immer auch
Klärschlammtransporte aus.
Ob diese Option die klimafreundlichste und im Hinblick auf die Bonner
Gebührenzahlenden günstigste Lösung darstellt, kann noch nicht
abschließend bewertet werden, da die Option der Verwertung in
Merkenich noch nicht untersucht wurde.
3. Sollte ein solches Projekt aus Sicht der Oberbürgermeisterin
nicht infrage kommen, welche andere Variante würde dann von ihr
bevorzugt werden?
Antwort:
In Frage kommt neben dem bereits intensiv untersuchten Neubau einer
KVA am bisherigen Standort Salierweg eine Kooperation mit Köln mit
dem Ziel einer Verwertung des Bonner Klärschlamms am Standort
Merkenich. Auch der ebenfalls intensiv untersuchte Neubau einer KVA
am Standort der Müllverwertungsanlage Bonn stellt nach wie vor eine
Option dar.Seite 2 von 3

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Die Verwaltung bereitet derzeit eine Entscheidungsgrundlage für die
Ratsgremien vor. Dabei soll insbesondere unter Klimaschutzaspekten
eine vergleichende Bewertung oben genannter Optionen erfolgen.
4. Gibt es einen aktualisierten Zeitplan, wann Entscheidungen
hierzu zu treffen sind? Wann wäre der letztmögliche Zeitpunkt, eine
Entscheidung herbeizuführen, um abwenden zu können, dass Bonn
aufgrund von rechtlichen Rahmenbedingungen oder der Abhängigkeit
der derzeitigen Klärschlammverbrennungsanlage in einen
Entsorgungsnotstand käme.
Antwort:
Innerhalb der KKR ist eine Frist festgelegt, dass alle Partner bis Ende
März 2021 eine verbindliche Zusage durch Gremienbeschluss
herbeiführen müssen, damit die Gesamtklärschlammmengen, die
Gegenstand der Ausschreibung werden, verbindlich feststehen.
Falls die Stadt Bonn sich nicht bis zur genannten Frist zum Verbleib in
der KKR entschieden hat; entfällt diese Option final.
Ob die Verwertung des Bonner Klärschlamms am Standort Merkenich
dann noch möglich ist, steht nicht fest. Sollte diese Option ebenfalls nicht
mehr zur Verfügung stehen, verbleibt die Möglichkeit des Neubaus einer
Anlage am heutigen Standort Salierweg mit den Nachteilen der
generellen Unwirtschaftlichkeit (die ökonomisch günstige
Verwertungsmenge von ca. 30.000 to/TS wird mit 8.000 to/TS p.a. bei
Weitem nicht erreicht) und den extrem hohen Fremdentsorgungskosten
während der Betriebspause für Abriss und Neubau der Anlage.
Rechtlich ist ab 2029 die Pflicht zur Phosphorrückgewinnung
festgeschrieben.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 11:35 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de