201385-2 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Nachhaltiges Regenwassermanagement
Kerndaten
- Nummer
- 201385-2 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 09.10.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 201385-2 ST Der Oberbürgermeister Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Nachhaltiges Regenwassermanagement Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 16.12.2020 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Fragestellung Welche Überlegungen, Initiativen oder Testbetrieb gibt es seitens der Stadtverwaltung, für Stadt und Region ein nachhaltiges Regenwassermanagement einzuführen und hierfür insbesondere großvolumige Zisternen oder andere Wasservorratsbehälter zu errichten? Stellungnahme Ein nachhaltiges, gemeinsames und umfassendes Regenwassermanagement für die Stadt Bonn und die Region gibt es bisher nicht. Bislang sind eher die negativen Auswirkungen von Starkregenereignissen und deren Verhinderung bzw. Abmilderung auch aufgrund der kurzen Wiederkehrzeiten dieser Ereignisse in den vergangenen Jahren in den Fokus gerückt und mit zahlreichen Maßnahmen bearbeitet worden. Das Thema Regenwassermanagement ist in Bonn derzeit noch eher in Einzelprojekten angesiedelt. Insbesondere, wenn es um bauliche Maßnahmen zum Regenwassermanagement geht, ist zu bedenken, dass ein Bau und Betrieb von großvolumigen Zisternen bzw. Vorratsspeichern in kommunaler Verantwortung kaum sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch aus Platzmangel umsetzbar ist. Mangelnde Flächenverfügbarkeit Entsprechende Flächen in kommunalem Eigentum, die eine sinnvolle und effiziente Umsetzung gewährleisten, sind innerhalb des Stadtgebietes kaum vorhanden. Die wenigen kommunalen Flächen unterliegen zudem meist unterschiedlichsten Nutzungsinteressen. Beispielsweise stellen Straßen und Plätze einen erheblichen Anteil der abflussrelevanten Flächen dar. Ob hier eine Entsiegelung sinnvoll ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Dabei sind ein möglicher erhöhter Unterhaltungsaufwand, Aspekte der Barrierefreiheit und Umweltbelange zu beachten. Kapazitäten im KanalnetzSeite 1 von 3 Seite 2 Für die Schaffung sehr großvolumiger Becken und Kanäle fehlen ausreichend große Flächen. Ebenso führen Bau und Unterhaltung solch großer Becken und Kanalstauräume wirtschaftlich sowie betriebstechnisch zu erheblichem Aufwand. Nichtsdestotrotz wurden entsprechend den gesetzlichen Anforderungen in den letzten Jahrzenten zahlreiche Volumina im Kanalnetz (Rückhaltebecken bzw. große Kanalstauräume) geschaffen. Angemerkt sei, dass die Schaffung von Stauräumen im Kanalnetz i.d.R. durch Straßenausbaubeiträge und die Unterhaltung durch Abwassergebühren zu finanzieren ist. Beiträge für nachhaltiges Regenwassermanagement Ansetzen muss ein nachhaltiges Management bereits im kleinräumigen Maßstab im städtischen Raum, nämlich dort, wo Regenwasser auf Flächen gesammelt werden kann. Dies bedeutet i. d. R. Maßnahmen auf privaten Grundstücken in Eigenvorsorge, die aber zumeist durch nachträgliche Planung schwer umsetzbar sind. Für geplante Neubaugebiete werden bereits frühzeitig die Möglichkeiten für Versickerung und Rückhaltung nach entsprechenden Vorgaben des Tiefbauamts untersucht. Seit einigen Jahren muss bei jedem Neubaugebiet der Nachweis erbracht werden, dass verbindlich innerhalb des Gebietes ein ausreichendes Speichervolumen für Starkregenereignisse geschaffen wird. So sind einige Niederschlagswasserversickerungsanlagen derzeit in Planung bzw. bereits erstellt. Zu nennen sind hier u. a. der WohnPark II in Vilich-Müldorf, das Neubaugebiet „Am Hölder“ oder am Quellenweg in Ippendorf. Damit auch im Bestand das Risiko einer Überflutung rechtzeitig bekannt ist und eine private Vorsorge erfolgen kann, hat das Tiefbauamt für das gesamte Stadtgebiet entsprechende Untersuchungen durchführen lassen und die Ergebnisse in Starkregen- und Hochwassergefahrenkarten für die Bevölkerung online veröffentlicht. Im öffentlichen Raum sind es überwiegend größere Grünflächen, die bei entsprechender Topographie als Speicherraum für Extremereignisse genutzt werden könnten. So wird derzeit u. a. in Beuel-Limperich ein entsprechendes Projekt konkret geplant. Auch die Anlage von Rückhaltebecken, wie zuletzt in einem Neubaugebiet in Niederholtorf, sind praktizierte Vorsorgeprojekte. Wasser hat eine tragende Rolle in der Stadtgestaltung und Stadtentwicklung. Über wassersensitive Planungen lassen sich drängende Aufgaben aus Klimaanpassungsmaßnahmen wirkungsvoll umsetzen. Die Vernetzung von Grünzügen und Wasserachsen, temperaturregulierende Wasserflächen, dezentrale Puffer- und Speicherräume zum Rückhalt von Starkregen, die Gestaltung von urbaner Landschaft mit der Bewirtschaftung von Regenwasser sind elementare Bestandteile in der ökologischen Stadtentwicklung und der Anpassung und Minderung der Klimawandelfolgen. Integrale Planungen nutzen die Chancen der Gestaltung mit Wasser und minimieren Risiken und Belastungen wie Starkregen und Hitzeperioden aus dem Klimawandel. Für eine zukunftsorientierte Entwicklung sollte künftig bei der Ausweisung von Siedlungsflächen die Freiraumplanung mehr Gewicht bekommen. Mit den Fachämtern wird hierbei im Zusammenhang mit einemSeite 2 von 3 Seite 3 Regenwassermanagement u. a. auf ausreichende Flächenverfügbarkeit für Fließgewässer, Wasserrückhaltung (Bachhochwasser, Starkregen) sowie Notwasserwege zu achten sein. Eine multifunktionale Flächennutzung kann dabei auch eine dezentrale Regenwasserspeicherung beinhalten. Für die verwaltungsinterne Vernetzung als auch um entsprechende Informationen für die Bürgerschaft bereit zu stellen, wurde im Tiefbauamt eine Stabsstelle für Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement geschaffen. Diese vertritt auch das Tiefbauamt bei der Erstellung von Konzepten, wie künftige Niederschlagsentwässerungen ortsnah über Versickerung, Zwischenspeicherung und Verdunstung erfolgen können. Solche Schwammstadtkonzepte bedeuten vor allem mehr dezentrale Versickerung von Regenwasser, eine Reduzierung der Flächenversiegelung und ausreichend grüne Infrastruktur (bevorzugt Bäume, Dach-/Fassadenbegrünungen). Auf nachfolgende Aktivitäten und Anreize im Zusammenhang mit der Fragestellung wird hingewiesen: Fachamtsübergreifende Arbeitsgruppe mikroklimatische Förderung von Kleinstflächen (Entsiegelung, Versickerung), Federführung: Klimaleitstelle, DS-Nr. 1912296 Beratungs- und Förderprogramm Begrünung, DS-Nr. 201342 Reduzierung der Niederschlagswassergebühr nach der Kanalabgabensatzung der Stadt Bonn bei der Begrünung von Dächern in Abhängigkeit vom Abflussbeiwert bis zu maximal 50% Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 09:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de