200448-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Einbindung der Eltern mit Migrationshintergrund in den schulischen Bildungsprozess
Kerndaten
- Nummer
- 200448-1 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 19.03.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Integrationsrates Anregung
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 200448-1 ST Der Oberbürgermeister Federführung: Stabsstelle Integration Dezernat: Dez. OB 02.03.2020 Einbindung der Eltern mit Migrationshintergrund in den schulischen Bildungsprozess Beratungsfolge Integrationsrat 12.05.2020 Anregung Inhalt der Stellungnahme: Aufgrund des großen Bedarfes für Elternarbeit mit und für Eltern mit Zuwanderungsgeschichte, der auch im neuen und unter Beteiligung vieler Akteure erarbeiteten Integrationskonzept der Stadt Bonn 2018 erneut deutlich wurde, wurde 2019 eine neue Stelle mit dem Schwerpunkt „Elternarbeit und Elternbildung mit und für Eltern mit Zuwanderungsgeschichte eingerichtet“. Die Stelle ist im Kommunalen Integrationszentrum angesiedelt und wird mit 50.000 € vom Ministerium für Kinder Familie, Flüchtlinge und Integration NRW bezuschusst, die restlichen Kosten trägt die Stadt Bonn. Die Stelle ist seit Dezember 2019 besetzt. Der Arbeitsbereich befindet sich im Aufbau. Um den Bildungsweg ihrer Kinder zu unterstützen, benötigen Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und neuzugewanderte Eltern Kenntnisse über das Bildungssystem sowie Handlungskompetenzen, um den Lern- und Bildungsalltag ihrer Kinder mitgestalten zu können. Eltern müssen außerdem die Erwartungen, die an sie und ihre Kinder gestellt werden, kennen und über ihre Beteiligungsmöglichkeiten in Kita und Schule informiert sein. Erst dann können sie nicht nur ihren eigenen Kindern, sondern auch anderen Eltern mit Zuwanderungsgeschichte oder geflüchteten Eltern hilfreich zur Seite stehen. Das Kommunale Integrationszentrum wird zugewanderte Eltern informieren und aktivieren, Begegnung mit anderen Eltern und den Austausch von Erfahrungen ermöglichen, aber auch gemeinsame Erwartungen der Eltern an Entscheidungsträger entwickeln. Ziel ist die Gründung eines Forums zugewanderter Eltern, das Ansprechpartner für Eltern, aber auch für Schulen und für Lehrer:innen sein soll. Ein zusätzliches Augenmerk wird auf Vätern mit Zuwanderungsgeschichte liegen. Im Elternforum sollen daher auch Aktivitäten von und mit Vätern initiiert werden, um mit ihnen ihre Rolle sowohl für den Bildungsweg ihrer Kinder als auch gegenüber Bildungseinrichtungen zu klären und stärken. Weitere Vorhaben im Bereich Elternarbeit: Aufbau eines Beratungs- und Qualifizierungsangebots für Mütter und Väter mit Zuwanderungsgeschichte zu Bildungs- und Erziehungsfragen Organisation von - auch mehrsprachigen - Veranstaltungen für Eltern zu Fragen rund um Kita, Schule, Ausbildung und StudiumSeite 1 von 3 Seite 2 Zusammenarbeit mit Organisationen und Akteuren in der interkulturellen Elternarbeit Zusammenarbeit mit Vereinen, Organisationen und pädagogischen Einrichtungen zum Thema interkulturelle Elternbildung Planung und Durchführung von Fachveranstaltungen Seit Januar 2020 beteiligt sich das Kommunale Integrationszentrum am landesweiten Projekt „Eltern mischen mit – mitwirken heißt verändern“ des Elternnetzwerks NRW (https://www.eltern-mischen-mit.de/). Ziel des Kooperationsprojektes ist die Förderung des demokratischen Engagements von Eltern mit Zuwanderungsgeschichte in den Bildungseinrichtungen ihrer Kinder und die nachhaltige Integration des Projekts in bestehende institutionelle Förderstrukturen der kommunalen Bildungslandschaft. Das Kommunale Integrationszentrum ist mit der Steuerung der Projektumsetzung vor Ort betraut. Eine sehr gut besuchte Auftaktveranstaltung für Eltern mit Zuwanderungsgeschichte fand am 06.03.2020 statt. Aus den über 30 Teilnehmenden konnten 16 Elternmoderator:innen ausgewählt werden. Sie erhalten im nächsten Schritt eine Fortbildung, die sich über zwei Wochenenden erstreckt. Die erste beginnt am 21.03.2020, die zweite am 4.4.2020. Sie finden im Kommunalen Integrationszentrum statt. Während der Fortbildung werden den Elternmoderator:innen Kenntnisse über das deutsche Bildungssystem und über die Mitwirkungsmöglichkeiten von Eltern in Kita und Schule vermittelt. Zudem erlernen sie Moderationstechniken, beschäftigen sich mit Veranstaltungsorganisation und erstellen ihr eigenes individuelles Konzept für die im Anschluss zu organisierenden Elternveranstaltungen. Nach Abschluss der Fortbildungen haben die Elternmoderator:innen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben oder vertieft und können erfolgreich Elternveranstaltungen in Kitas, Schulen, Vereinen und an sonstigen von Eltern frequentierten Orten organisieren. Die Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen, interkulturellen Vereinen und Akteuren der Integrations-/Migrationsarbeit ist für die Elternarbeit im Kommunalen Integrationszentrum selbstverständlich. Da die Elternarbeit im KI erst seit Dezember 2019 aufgebaut wird, ist dieser Arbeitsbereich noch nicht öffentlich vorgestellt worden. Dies wird aber noch geschehen. Unabhängig davon konnte das Kommunale Integrationszentrum durch eine Förderung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration MKFFI NRW mit einer Lehrkraft seit Beginn des Schuljahres 2019/20 das Sprach- und Elternbildungsprogramm „Rucksack Schule“ in Bonner Grundschulen beginnen. Auch dies ist noch im Aufbau. Im Programm „Rucksack Schule“ werden Unterrichtsinhalte und Alltagsthemen für Kinder und ihre Familien in der deutschen Sprache und in der jeweiligen Familiensprache zeitlich und inhaltlich parallel im Rahmen des Klassenunterrichts, des herkunftssprachlichen Unterrichts und der Elternbildung vermittelt. Hierzu werden Elternbegleiter:innen qualifiziert, die das Kommunale Integrationszentrum durchführt und anschließend begleitet.Seite 2 von 3 Seite 3 Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:17 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de