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200234-02 · Mitteilungsvorlage

Menschen mit Migrationshintergrund in Führungspositionen der Bonner Verwaltung

Nummer
200234-02
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
20.04.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Integrationsrates 05.05.2021 Kenntnisnahme
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Übergeordnet

  1. 200234 Menschen mit Migrationshintergrund in Führungspositionen der Bonner Verwaltung

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210617
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
10 Personal- und Organisationsamt
Dezernat:
Dez. I
Menschen mit Migrationshintergrund in
Führungspositionen der Bonner Verwaltung
Beratungsfolge
Integrationsrat 05.05.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Im Rahmen der Behandlung der Großen Anfrage mit der DS-Nr. 200234 in der
Sitzung vom 12.08.2020 wurde die Verwaltung gebeten, die nachfolgenden
Fragen 1a), 1 b) und 3) schriftlich zu beantworten. Dem Anliegen kommt die
Verwaltung mit dieser Mitteilungsvorlage nach:
Zu Frage 1a):
Wie viele Führungspositionen (AmtsleiterInnen, stellvertretende
AmtsleiterInnen, AbteilungsleiterInnen, ReferatsleiterInnen, sonstige
Leitungspositionen wie StabsstellenleiterInnen etc.) sind innerhalb der
Stadtverwaltung mit Menschen mit Migrationshintergrund besetzt (bitte mit
Zuordnung zu Besoldungsgruppen bzw. Eingruppierungen auflisten)?
Die statistische Erfassung der Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund erfolgt
bislang bei Einstellungen aufgrund eines Fragebogens, der auf freiwilliger Basis
ausgefüllt werden kann. Die gelieferten Informationen über die Fragebögen
sind rückläufig, sodass eine fundierte Abbildung der Anzahl der Mitarbeitenden
mit Migrationshintergrund bezüglich der Einstellungen derzeit nicht möglich ist.
Darüber hinaus hat es in der Vergangenheit noch keine Abfrage zu
bestehenden Migrationshintergründen unter den bereits langjährig tätigen
Mitarbeitenden der Stadtverwaltung gegeben.
Aus diesem Grunde wurde im Oktober letzten Jahres eine anonyme Abfrage an
insgesamt 511 Kolleginnen und Kollegen (m/w/d) in Führungsaufgaben gemäß
der Frage 1a) der großen Anfrage, DS-Nr. 200234, gesendet.
In der Umfrage wurden folgende Angaben abgefragt:
1.) Seit wann sind Sie bei der Bundesstadt Bonn beschäftigt?
2.) Welche Führungsaufgabe nehmen Sie wahr?
3.) Wie sind Sie aktuell eingruppiert bzw. besoldet?
4.) Haben Sie einen Migrationshintergrund im Sinne der genannten
Begriffsbestimmung?
Für Menschen mit Migrationshintergrund wird folgende Definition von der
Verwaltung für die Statistikzwecke angewendet: Erfasst werden Personen, die
nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, bei denen der GeburtsortSeite 1 von 3
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außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt und
eine Zuwanderung in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach
1949 erfolgte bzw. bei denen der Geburtsort mindestens eines Elternteils der
Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland nach
1949 erfolgte.
5.) Welche Staatsangehörigkeit besitzen Sie? (Bitte geben Sie alle
Staatsangehörigkeiten an, die Sie besitzen)
6.) Auf welcher Ursprungsnationalität basiert Ihr Migrationshintergrund?
Für die Teilnahme an der Umfrage wurde ein Zeitfenster von drei Wochen
eingerichtet. Nach Ablauf der drei Wochen waren nur wenige Rückmeldungen
eingegangen, sodass die Frist für die Teilnahme noch einmal um weitere drei
Wochen verlängert wurde.
Im Ergebnis haben sich 40,31% der Befragten an der Umfrage beteiligt.
Davon haben 13,11% der Mitarbeitenden in Führungspositionen einen
Migrationshintergrund angegeben. Dies entspricht jedoch nicht der
tatsächlichen Anzahl der Mitarbeitenden in Führungspositionen, aufgrund der
Umfragebeteiligung von weniger als der Hälfte der Befragten.
Zu Frage 1b):
Wie viele dieser Führungskräfte haben einen Migrationshintergrund mit Bezug
zu einem der fünf für die Migration in Bonn relevanten Länder?
Da nur auf die o.g. 13,11% der Befragten eingegangen werden kann, die einen
Migrationshintergrund im Rahmen der Befragung angegeben haben, werden
die Länder angegeben, die diese Befragten hierzu gemacht haben:
Ägypten, Großbritannien, Indien, Italien, Litauen, Niederlande, Österreich,
Rumänien, Polen, Portugal, Russland, Schweiz, Spanien, Sri Lanka, Türkei,
USA.
Mit der Einführung eines Personalmanagementsystems (geplant für 2022) ist
beabsichtigt, regelmäßig proaktiv eine digitale Abfrage unter allen
Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Bonn durchzuführen. Bei den Einstellungen
soll die Abfrage dann künftig ebenfalls digital erfolgen. Die Verwaltung geht
davon aus, dass dadurch in Zukunft eine umfassendere Datengrundlage
ermittelt und kontinuierlich fortgeschrieben werden kann, soweit sich die
Mitarbeitenden an den Abfragen beteiligen.
Zu Frage 3.):
Wie viele Führungspositionen sind in den letzten 5 Jahren neu besetzt worden?
Wie viele wurden mit externen Bewerber/innen besetzt?
In den letzten fünf Jahren wurden 48 Führungspositionen neu besetzt, darunter
befanden sich acht externe Einstellungen. Bei der Auswertung für die
Stellenbesetzungen auf Führungsebene sind Amts- und Abteilungsleitungen,
Referats- und Stabsstellenleitungen sowie Leitungen der
Bezirksverwaltungsstellen und der Kulturinstitute zugrunde gelegt worden.
Ergänzend weist die Verwaltung auf Folgendes hin:
Für die Vielfalt der Belegschaft einer Stadtverwaltung - in Führungspositionen
wie auch auf allen anderen Ebenen - ist nicht nur ein Migrationshintergrund
bzw. eine (familiäre) Einwanderungsgeschichte relevant. Gerade Jüngere
definieren sich immer weniger über die Einwanderung der Eltern oderSeite 2 von 3
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Großeltern, sondern möchten als Deutsche wahrgenommen und respektiert
werden. Auch Schwarze Deutsche oder Muslime, deren Familien seit
Generationen in Deutschland leben, kritisieren, dass sie immer noch als
„anders“ wahrgenommen und behandelt werden. Abfragen nach individuellen
Hintergründen werden von ihnen daher eher abgelehnt.
Es ist aus Sicht der Verwaltung notwendig, auch neue Ideen zu entwickeln, um
zu erreichen, dass sich die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft in der Belegschaft
der Kommune abbildet. Dazu könnte gehören, die Breite der Berufe und
Fachgebiete, die Fülle an Tätigkeiten und die teils bereits vorhandene Diversität
in den Mittelpunkt zu rücken sowie Gestaltungsmöglichkeiten und
Aufstiegschancen sichtbarer zu machen – und vielleicht auch Vorurteile
abzubauen. Im öffentlichen Dienst kann dies Kommunen besser gelingen als
Landes- und Bundesbehörden, da sie von Bürger:innen konkreter
wahrgenommen werden, allerdings oft nur mit kleinen Ausschnitten ihrer
Aufgaben (Formulare, Anträge, Bescheide, …).
Anstelle des bisherigen Veranstaltungsformats „Komm zur Stadt“, das
insbesondere für eine Ausbildung bei der Stadt Bonn warb, wird die Verwaltung
daher ein neues Format entwickeln und Anregungen des Integrationsrates
hierzu gerne aufnehmen.
Aktuell hat die Verwaltung bereits die Stellenausschreibungen dahingehend
modifiziert, dass künftig noch deutlicher für die Diversität und
Chancengleichheit der Stadt Bonn geworben wird und mehr Menschen mit
Migrationshintergrund gewonnen werden können:
„Die Bundesstadt Bonn verfolgt das Ziel, die Vielfalt der Bevölkerung auch in
der Stadtverwaltung abzubilden und setzt sich daher aktiv für
Chancengleichheit und Diversität ein. Vielfalt ist ein wichtiger Teil unserer
Unternehmenskultur und wir sind bestrebt, ein offenes Arbeitsumfeld zu
pflegen, das Menschen unabhängig von ihrer ethnischen, kulturellen und
sozialen Herkunft, ihres Alters, ihrer Behinderung, ihrer Religion sowie ihrer
sexuellen oder geschlechtlichen Identität gleiche Chancen bietet. Wir bestärken
Menschen mit einer Migrationsbiografie sich zu bewerben, da wir ihren Anteil in
allen Bereichen und Ebenen erhöhen möchten. Bewerbungen von Menschen
mit Behinderung sind erwünscht.“
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 11:18 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de