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200234 · Große Anfrage

Menschen mit Migrationshintergrund in Führungspositionen der Bonner Verwaltung

Nummer
200234
Art
Große Anfrage
Veröffentlicht
10.02.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Integrationsrates 12.08.2020 Kenntnisnahme
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Untergeordnet

  1. 200234-02 Menschen mit Migrationshintergrund in Führungspositionen der Bonner Verwaltung
  2. 200234-1 ST Menschen mit Migrationshintergrund in Führungspositionen der Bonner Verwaltung

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Große Anfrage
öffentlich
200234
Fragesteller/in:
René El Saman, Antonio Morreale, Kaisa Ilunga, Fawzi Dilbar
05.02.2020
Menschen mit Migrationshintergrund in
Führungspositionen der Bonner Verwaltung
Beratungsfolge
Integrationsrat 24.03.2020 Kenntnisnahme
Fragestellung
Die Verwaltung wird aufgefordert, die folgenden Fragen zu beantworten:
1. a) Wie viele Führungspositionen (AmtsleiterInnen, stellvertretende AmtsleiterInnen,
AbteilungsleiterInnen, ReferatsleiterInnen, sonstige Leitungspositionen wie
StabsstellenleiterInnen etc.) sind innerhalb der Stadtverwaltung mit Menschen mit
Migrationshintergrund besetzt (bitte mit Zuordnung zu Besoldungsgruppen bzw.
Eingruppierungen auflisten)?
b) Wie viele dieser Führungskräfte haben einen Migrationshintergrund mit Bezug zu
einem der fünf für die Migration in Bonn relevantesten Länder?
(Für Menschen mit Migrationshintergrund ist die Definition zu Grunde zu legen, die von
der Verwaltung in der Vergangenheit für Ihre Statistikzwecke angewendet wurde;
diese Definition bitte erläutern.)
2. Ist die Verwaltung der Ansicht, dass Menschen mit Migrationshintergrund im
Führungspersonal der Verwaltung angemessen vertreten sind?
3. Wie viele Führungspositionen (Def. s.o.) sind in den letzten 5 Jahren neu besetzt
worden? Wie viele wurden mit externen BewerberInnen besetzt?
4. Wie schätzt die Verwaltung die Repräsentation von Menschen mit
Migrationshintergrund in Führungspositionen Im Vergleich zur Situation bei anderen
großen Arbeitgebern (öffentlichen sowie der freien Wirtschaft), die in Bonn ansässig
sind, ein?
5. Was hat die Verwaltung in der Vergangenheit unternommen und was unternimmt
die Verwaltung konkret, um Menschen mit Migrationshintergrund in
Führungspositionen zu bringen?Seite 1 von 3

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Begründung
Die interkulturelle Öffnung der Verwaltung Gehört zum Kern der Integration auf
kommunaler Ebene.
Die Verwaltung verfügt ausweislich der Personalberichte über Daten, die eine
Zuordnung ihrer MitarbeiterInnen zur Gruppe der Menschen mit
Migrationshintergrund ermöglichen.
Sie wird gebeten, die Fragen auf Grundlage aller verfügbaren Daten so vollständig wie
möglich zu beantworten. Möglicherweise verfügt die Verwaltung nicht über
vollständige oder aktuelle Daten bzgl. des Migrationshintergrunds ihrer
MitarbeiterInnen. In diesem Fall soll dies nachvollziehbar erläutert und sollen die
verfügbaren Werte zugrunde gelegt werden.
Bei den Auszubildenden verfügt die Verwaltung laut Personalbericht 2018 über Daten
zum Migrationshintergrund.
Aus dem Personalbericht 2017 der Stadt Bonn geht hervor, dass der Anteil der
Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtgruppe der
VerwaltungsmitarbeiterInnen weit hinter ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung
zurückbleibt. Gegenüber 2016 hat sich die Anzahl aller Mitarbeitenden mit
Migrationshintergrund um nahezu 3% weiter reduziert (bei den Beschäftigten um 3,02
% reduziert und bei der deutlich kleineren Gruppe der Beamten um 0,18 % erhöht).
Ob sich dieser Wert seit 2017 verbessert oder aber weiter verschlechtert hat, ist
fraglich. Der Personalbericht 2018 enthält leider keine Information mehr über
Zahl/Anteil der VerwaltungsmitarbeiterInnen (Beamte u. Angestellte) und nennt
lediglich Zahlen zu Auszubildenden mit Migrationshintergrund.
Die Verwaltung präsentiert sich auf Ihrer Internet-Seite mit allen LeiterInnen der
Ämter, Abteilungen, Referate, Stabsstellen und sonstigen größeren Einrichtungen wie
z.B. Musikschule, VHS, Beethoven-Orchester etc.
Bei den über 100 präsentierten Führungskräften (ohne SachgebietsleiterInnen) fällt
auf, dass keiner der Namen auf einen Migrationshintergrund (Definition: selbst
eingewandert oder mindestens ein Elternteil eingewandert) der größten
Zuwanderergruppen hinweist.
Dies erstaunt, da die Statistikseite der Stadt Bonn mitteilt, dass 93.170 Einwohner der
Stadt einen Migrationshintergrund haben, was 30,6% der Einwohnerschaft entspricht,
mehr als die Hälfte davon hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Dabei wird bereits in
Betracht gezogen, dass ein Migrationshintergrund auch dann bestehen kann, wenn ein
Name nicht darauf hindeutet. Die theoretische Möglichkeit, dass unter den
Führungskräften mit traditionellen deutschen Nachnamen auch Menschen mit
Migrationshintergrund sein könnten, vermag den Eindruck einer homogenen, nicht
vielfältigen Führungsstruktur nicht zu mildern, bei der Bewerber mit Namen, die auf
einen (insbesondere südlichen oder osteuropäischen) Migrationshintergrund
hinweisen, im Nachteil sind.
Wahlbeamte sind nicht Gegenstand dieser Anfrage. Das Ergebnis der
Oberbürgermeisterwahlen belegt, dass die Bonner Bevölkerung Menschen mit
Migrationshintergrund als integrativen Teil der Stadtgesellschaft betrachtet.
Hier soll geklärt werden, warum sich dies in den Verwaltungsstrukturen noch kaum
nicht sichtbar abbildet.Seite 2 von 3

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Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 10:28 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de