261865 · Antrag
Entwicklung einer kommunalen Strategie „Moderne Seniorenpolitik“ in der Bundesstadt Bonn Zukunft braucht Erfahrung – Moderne Seniorenpolitik als Querschnittsaufgabe
Kerndaten
- Nummer
- 261865
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 06.10.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
- Sitzung noch nicht verknüpft Empfehlung
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Antrag öffentlich 261865 Antragsteller/in: Wolfgang Maiwaldt Georg Goetz Georg Johannes Schäfer CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Katharina Steingräber Peter Kox SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Petra Nöhring FDP-Gruppe im Rat der Stadt Bonn 06.10.2026 Entwicklung einer kommunalen Strategie „Moderne Seniorenpolitik“ in der Bundesstadt Bonn Zukunft braucht Erfahrung – Moderne Seniorenpolitik als Querschnittsaufgabe Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren 10.11.2026 Empfehlung Rat 12.11.2026 Entscheidung Inhalt des Antrags 1. Die Verwaltung der Bundesstadt Bonn wird beauftragt, die Seniorenpolitik der Stadt als moderne, strategische und querschnittsorientierte kommunale Aufgabe systematisch weiterzuentwickeln. Dabei sind die bereits vorhandenen Strukturen, Angebote und Akteure aktiv einzubeziehen, um Synergien zu heben, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Effizienz bestehender Ressourcen zu steigern. Die Politik für die gesamte Bonner ältere Gesellschaft soll dabei explizit über die Bereiche Gesundheit und Pflege hinausgehen und alle relevanten Lebensbereiche umfassen, wie insbesondere Wohnen, Mobilität, Bildung, Kultur, Ehrenamt, soziale Teilhabe, Digitalisierung, Prävention und Quartiersentwicklung. 2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, bis Ende 2026 eine fundierte und operationalisierte Strategie „Moderne Seniorenpolitik Bonn“ zu erarbeiten, die den Erfordernissen des demografischen Wandels und einem differenzierten Altersbild Rechnung trägt und klare Prioritäten für die Handlungsfelder der Seniorenpolitik setzt. 3. Im Rahmen der Erarbeitung dieser Strategie ist die Konzeption und Entwicklung des Pflegeentwicklungsplans 2030 zu integrieren sowie mit einem jährlichen Monitoring zu berücksichtigen und umzusetzen, wobei dieser eng mit den Zielen der Strategie abgestimmt wird.Seite 1 von 3 Seite 2 Dabei sind folgende Schritte zu prüfen und im Rahmen der Strategie zu verankern: • Systematische Vernetzung bestehender Strukturen (z.B. Haus der Bonner Altenhilfe, Stützpunkte, Begegnungsstätten, Beratungsangebote, Träger der Wohlfahrtspflege und zivilgesellschaftliche Initiativen) mit dem Ziel der Effizienzsteigerung und dem Aufbau wirksamer Kooperationen. • Weiterentwicklung und transparente Beteiligungsformate für ältere Menschen, ihre Interessenvertretungen und relevante Träger, um deren Expertise und Bedürfnisse von Beginn an systematisch in die Weiterentwicklung der kommunalen Seniorenpolitik einzubinden und neue Partizipationsmöglichkeiten zu erproben. • Stärkere Verzahnung der Seniorenpolitik als Querschnittsaufgabe mit relevanten Fachbereichen (z.B. Stadtplanung, Mobilität, Digitalisierung, Wohnraumentwicklung, Kultur, Sport und Ehrenamt), um eine integrierte und aufeinander abgestimmte Planung zu gewährleisten und Kompetenzüberschneidungen zu minimieren. • Ausbau niedrigschwelliger Angebote zur Prävention von Einsamkeit und sozialer Isolation sowie zur Förderung von Teilhabe im Quartier, mit Fokus auf konkrete, direkt umsetzbare Projekte und messbare Verbesserungen der Lebenssituation. • Erstellung eines regelmäßigen kommunalen Altenberichts, der die Lebenslagen älterer Menschen in Bonn beleuchtet, Daten transparent aufbereitet und konkrete Handlungsempfehlungen ableitet, um den Fortschritt zu monitoren und eine evidenzbasierte Weiterentwicklung sicherzustellen. Begründung Die ältere Bevölkerung in Bonn, die mit ca. 26% (83.000 von 322.996 Einwohnern) einen bedeutenden Anteil der Gesamtbevölkerung ausmacht, ist zum großen Teil aktiv, gesund und interessiert an gesellschaftlicher Teilhabe. Kommunale Seniorenpolitik muss daher die vielfältigen Lebensrealitäten älterer Menschen umfassend berücksichtigen und ein selbstbestimmtes, selbstständiges und mitverantwortliches Leben im Alter ermöglichen. Den Kommunen kommt dabei eine besondere Schlüsselrolle zu, da Teilhabe, soziale Netzwerke und passende Infrastruktur nur vor Ort wirksam zusammengeführt werden können. Bonn verfügt bereits über wichtige Bausteine einer guten Altenhilfe und Seniorenarbeit. Hierzu zählen das Haus der Bonner Altenhilfe, die über das Stadtgebiet verteilten „Stützpunkte offene Türen für Senioren“ sowie vielfältige Begegnungs-, Beratungs- und Freizeitangebote. Ergänzend leisten Einrichtungen wie die Seniorenbegegnungsstätten, z.B. des DRK, wichtigeSeite 2 von 3 Seite 3 Arbeit in den Bereichen Kommunikation, Bildung, Bewegung, Beratung und sozialer Austausch. Die vorgeschlagene Strategie zielt darauf ab, die bereits vorhandenen und funktionierenden Strukturen nicht zu duplizieren, sondern deren Potential durch systematische Vernetzung und Koordination voll auszuschöpfen. Gerade um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Effizienz der gesamten Seniorenarbeit zu steigern, ist eine übergeordnete Strategie erforderlich, die bestehende Angebote integriert, die Zusammenarbeit fördert und Lücken identifiziert. Die Erstellung ist bewusst als strategischer Akt geplant, um langfristig Ressourcen zu schonen. Obwohl die Erarbeitung Ressourcen bindet, führt das Fehlen einer solchen Gesamtstrategie langfristig zu ineffizientem Ressourceneinsatz durch unkoordinierte Einzelmaßnahmen und einer inkonsistenten Seniorenpolitik. Die Strategie wird durch klare Prioritätensetzung und die Definition von messbaren Zielen den Fokus schärfen und eine Verzettelung vermeiden. Die breite Themenpalette spiegelt dabei die Lebenswirklichkeit älterer Menschen wider; die Strategie wird dabei nicht alles gleichzeitig umsetzen, sondern eine klare Priorisierung ermöglichen und spezifische Handlungsfelder identifizieren, um eine zielgerichtete und effektive Umsetzung zu gewährleisten – ähnlich dem erfolgreichen Bonner Behindertenpolitischen Teilhabeplan für Menschen mit Behinderung. Dabei versteht sich die vorgeschlagene Strategie nicht als Überlagerung bestehender Fachplanungen (z.B. in der Stadtentwicklung oder Digitalisierung), sondern als integrative Klammer. Es wird den Dialog zwischen den Fachbereichen fördern, Abstimmungsprozesse vereinfachen und sicherstellen, dass die Perspektive älterer Menschen in allen relevanten Planungen Berücksichtigung findet. Um dem Risiko ‚symbolischer Politik‘ entgegenzuwirken, soll die Strategie konkrete, messbare Ziele und Verantwortlichkeiten definieren. Sie dient als verbindlicher Handlungsrahmen, der nicht bei Konzepten stehen bleibt, sondern die systematische Umsetzung bekannter Herausforderungen wie Pflegenotstand, Einsamkeit und barrierefreier Wohnraum maßgeblich vorantreibt. Die Erfahrung zeigt, dass es oft nicht an der Kenntnis der Probleme mangelt, sondern an einem integrierten und koordinierten Rahmenwerk zur Umsetzung. Der ambitionierte Zeitrahmen bis 2026 für die Strategie und 2030 für den integrierten Pflegeentwicklungsplan ist angesichts des rasanten demografischen Wandels notwendig und unterstreicht die Dringlichkeit des Vorhabens. Eine gestufte Herangehensweise und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure werden dabei helfen, die Ziele zu erreichen und ein nachhaltiges, wirkungsvolles Ergebnis zu liefern. Bonn würde damit einer modernen, lebensnahen und zukunftsorientierten Seniorenpolitik näherkommen, wie sie von Fachverbänden (z.B. BAGSO) für kommunale Ebenen empfohlen wird. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:29 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de