261861 · Dringlichkeitsantrag
Grünen-Antrag: Zukunft des Schauspiels
Kerndaten
- Nummer
- 261861
- Art
- Dringlichkeitsantrag
- Veröffentlicht
- 05.10.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung noch nicht verknüpft Empfehlung
- Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
Dateien
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Dringlichkeitsantrag öffentlich 261861 Antragsteller/in: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Dr. Roswitha Sachsse-Schadt Dr. Barbara Krausz 05.10.2026 Grünen-Antrag: Zukunft des Schauspiels Beratungsfolge Kulturausschuss 06.10.2026 Empfehlung Der Vorschlag des Verwaltungsvorstandes zur Aufgabe des Schauspiels wurde erst am 3. Oktober 2026 öffentlich bekannt. Zu diesem Zeitpunkt war die Frist für die Einreichung regulärer Anträge zur Sitzung des Kulturausschusses am 6. Oktober 2026 bereits abgelaufen. Eine Behandlung des Themas erst in der nächsten regulären Sitzung würde zu erheblichen Nachteilen führen. Die Diskussion über die mögliche Schließung des Schauspiels hat bereits jetzt erhebliche Unsicherheit bei den Beschäftigten des Theaters sowie bei dessen Leitung ausgelöst. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass der Intendant, Herr Helmich, öffentlich erklärt hat, dass er diese Vertragsverlängerung unter den nun bekannt gewordenen Rahmenbedingungen nicht abgeschlossen hätte. Die anhaltende Unsicherheit beeinträchtigt die Planungssicherheit und Handlungsfähigkeit des Theaters bereits im laufenden Betrieb. Sie gefährdet das Vertrauen der Beschäftigten in die Zukunft ihrer Sparte und kann sich nachteilig auf die Arbeits- und Organisationsfähigkeit des Hauses auswirken. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines nachhaltigen Reputationsschadens für das Theater Bonn und die Bundesstadt Bonn als Kulturstandort. Die öffentliche Wahrnehmung einer möglichen Aufgabe des Schauspiels kann sich negativ auf die Bindung des Publikums, die Zusammenarbeit mit Partnern sowie die wirtschaftliche Entwicklung des Theaters auswirken. Hieraus können finanzielle Nachteile entstehen. Eine zeitnahe politische Befassung und Positionierung des Kulturausschusses ist daher dringend erforderlich. Die Angelegenheit kann nicht ohne Nachteile bis zur nächsten regulären Sitzung zurückgestellt werden. Inhalt des Dringlichkeitsantrags Angesicht des bekannt gewordenen Vorschlages des Verwaltungsvorstandes aus der Haushaltsklausur vom 2. Oktober 2026, die Aufgabe der Sparte Schauspiel des Theaters Bonn zu prüfen, stellt der Kulturausschuss fest: 1. Der Kulturausschuss begrüßt ausdrücklich, dass das Beethoven Orchester Bonn und das Theater Bonn ihre Zusammenarbeit enger und auch institutionell gestalten wollen. Das betrifft insbesondereSeite 1 von 3 Seite 2 gemeinsame Dienste in Verwaltung, Organisation, Technik, Vertrieb und Marketing. Der Ausschuss unterstützt das Ziel, die Strukturen beider Einrichtungen wirtschaftlicher aufzustellen und dabei ihre künstlerische Eigenständigkeit und ihre Marken zu wahren. 2. Der Kulturausschuss lehnt eine Schließung des Schauspiels ab. Er hält am Grundsatzbeschluss des Rates vom 8. Mai 2025 (DS 252731) fest, das Theater Bonn als Zweispartenhaus mit Musiktheater und Schauspiel fortzuführen. 3. Der Kulturausschuss bittet die Verwaltung, die auf Grundlage dieses Beschlusses begonnene Arbeit der Stabsstelle Zukunft Bonner Bühnen fortzusetzen und zu Ende zu führen. Das gilt insbesondere für den Strukturprozess nach Ziffer 2 des Grundsatzbeschlusses und für die Untersuchungen zu Betriebsmodellen und Rechtsformen. Weitergehende Eingriffe in das künstlerische Angebot sollen erst bewertet werden, wenn die Ergebnisse dieser Arbeit vorliegen. 4. Die Verwaltung berichtet dem Kulturausschuss in seiner nächsten ordentlichen Sitzung über den Stand des Strukturprozesses, den Zeitplan bis zu einer entscheidungsreifen Vorlage und die erwarteten finanziellen Wirkungen der gemeinsamen Dienste. Begründung Der Verwaltungsvorstand hat in seiner Haushaltsklausur am 2. Oktober 2026 unter anderem vorgeschlagen, die Aufgabe des Schauspiels zu prüfen. Die Stadt hat das am 3. Oktober öffentlich gemacht. Der Vorschlag weicht vom Grundsatzbeschluss des Rates vom 8. Mai 2025 ab. Darin hat der Rat das Theater Bonn als Zweispartenhaus mit Oper und Schauspiel, das Beethoven Orchester Bonn als eigenständigen Klangkörper und einen gemeinsamen Strukturprozess festgelegt. Auf dieser Grundlage arbeiten die Einrichtungen und die Stabsstelle Zukunft Bonner Bühnen seit mehr als einem Jahr. Die Antragstellenden verkennen die angespannte Haushaltslage nicht. Auch die Kultur muss ihren Beitrag zur Konsolidierung leisten. Die entscheidende Frage ist, auf welchem Weg dieser Beitrag nachhaltig erbracht wird. Das Beethoven Orchester Bonn und das Theater Bonn haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Beethovenfest daran gearbeitet, Verwaltung, Organisation, Technik und Vertrieb zu bündeln. Das ist der richtige Weg. Er entlastet den Haushalt über die Strukturen und nicht über das künstlerische Angebot. Diese Arbeit verdient die ausdrückliche Unterstützung des Ausschusses, gerade weil sie den Einrichtungen viel abverlangt. Eine Schließung des Schauspiels würde den Haushalt dagegen erst spät und in ungewisser Höhe entlasten. Arbeitsverträge und tarifliche Fristen binden über Jahre, Abwicklungs- und Folgekosten kommen hinzu. Die Erlöse aus dem Kartenverkauf und die Bindung des Publikums gingen dagegen sofort verloren. Was einmal aufgegeben ist, lässt sich nicht zurückholen. Bonn ist die Stadt, in der das Grundgesetz entstanden ist, und Bundesstadt. Ein Schauspiel ist hier ein Ort der öffentlichen Auseinandersetzung, für Schulen und junge Menschen ebenso wie für das Stammpublikum. Es gehört zurSeite 2 von 3 Seite 3 Grundausstattung einer Stadt dieser Größe und dieses Anspruchs. Der Rat hat mit dem Grundsatzbeschluss Verlässlichkeit zugesagt. Beschäftigte, Publikum und Partner brauchen diese Verlässlichkeit. Deshalb soll die begonnene Arbeit zu Ende geführt und erst in ihrem Ergebnis bewertet werden. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:54 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de