261831 · Anregungen und Beschwerden
Bürgerantrag: Ergänzung der historischen Darstellung von Karl Simrock durch die Kulturverwaltung
Kerndaten
- Nummer
- 261831
- Art
- Anregungen und Beschwerden
- Veröffentlicht
- 30.09.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
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Anregungen und Beschwerden öffentlich 261831 Der Oberbürgermeister Federführung: Co-Dezernat Dezernat: Dez. OB 28.09.2026 Bürgerantrag: Ergänzung der historischen Darstellung von Karl Simrock durch die Kulturverwaltung Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 03.11.2026 Entscheidung Inhalt der Anregungen und Beschwerden Der Antrag lautet: Die Kulturverwaltung der Bundesstadt Bonn wird gebeten Ihr von Karl Simrock gezeichnetes Bild zu korrigieren bzw. zu ergänzen und dessen „romantisch- christlichen Antisemitismus“ in seinen Werken beispielhaft zu benennen, wie sie z.B. in Beiträgen des Antragstellers dokumentiert sind. Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich) 3 Anlage 1 (öffentlich) 4 Anlage 2 (öffentlich) 5 Anlage 3 (öffentlich)Seite 1 von 40 Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Beschlussvorschlag für den Bürgerantrag: Die Kulturverwaltung der Bundesstadt Bonn wird gebeten Ihr von Karl Simrock gezeichnetes Bild zu korrigieren bzw. zu ergänzen und dessen „romantisch-christlichen Antisemitismus“ in seinen Werken beispielhaft zu benennen, wie sie z.B. in Beiträgen des Antragstellers dokumentiert sind. Der Chatbot der Stadt Bonn gibt derzeit folgende Auskunft zu "Karl Simrock - Antisemitismus" (Prompt): „Der Bonner Germanist und Professor Karl Simrock war eine prägende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts und engagierte sich intensiv für deutsche Volksbräuche sowie die Einigung der deutschen Einzelstaaten. Er war zudem maßgeblich im „Festcomité des Bonner Karnevals“ aktiv und nutzte dieses als Bühne für politische Ideen und gesellschaftlichen Wandel. Bezüglich Ihrer Frage zu einer möglichen antisemitischen Einstellung ist festzuhalten: In der städtischen Überlieferung und den historischen Kontexten zu Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Bonn werden bei einigen Zeitgenossen (wie etwa Ernst Moritz Arndt) antisemitische Ansichten ausdrücklich dokumentiert und kritisch eingeordnet. Für Karl Simrock finden sich in den vorliegenden städtischen Informationen keine Hinweise auf eine solche Ausrichtung oder eine entsprechende öffentliche Kontroverse, wie sie etwa bei Arndt oder dem Dramatiker Wilhelm Schmidtbonn der Fall ist. Simrock wird in der städtischen Historie primär für seine literarische Arbeit, insbesondere als Übersetzer des Nibelungenliedes, als Herausgeber der Gedichte von Walther von der Vogelweide sowie durch seine „Deutschen Volksbücher“ gewürdigt. Sein Name ist in Bonn unter anderem durch das Karl-Simrock-Jugend-Lesepreis und die Karl-Simrock-Schule präsent. Falls Sie tiefergehende historische Recherchen zu diesem spezifischen Punkt anstellen möchten, bietet unser Stadtarchiv umfangreiche Ressourcen und Publikationen zur Bonner Stadtgeschichte an.“ Weitere Informationen zum Stadtarchiv Das Stadtarchiv, das Kuturamt, das Stadtmuseum wruden am 11. August 2026 per E-Mail gebeten die Auskunft des Chatbots auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkennnisse zu bringen. Siehe beigefügtes Dokument Begründung des Antrags: Der Bonner Germanist und Professor Karl Simrock war eine prägende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts und engagierte sich intensiv für deutsche Volksbräuche sowie die Einigung der deutschen Einzelstaaten. Er war zudem maßgeblich im „Festcomité des Bonner Karnevals“ aktiv und nutzte dieses als Bühne für politische Ideen und gesellschaftlichen Wandel.Seite 2 von 40 Von: Gesendet: Dienstag, 11. August 2026 12:09 An: ' Cc: Betreff: Karl Simrock- Stadtarchiv/Stadthistorische Bibliothek Leitung Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bundesstadt Bonn - Kulturamt Sehr geehrte, Ich übersende zwei aktuelle Beiträge von mir: Karl Simrock und die Brüder Grimm im Spiegel der Bonner Universität und des Bonner Stadtarchivs. Ein Nachschlag. https://archivalia.hypotheses.org/264895 Karl Simrock und die Grimms. Sonderausstellung im Bonner Universitätsmuseum zu Ehren Karl Simrocks vom 18. Juli bis 20. Dezember 2026. https://archivalia.hypotheses.org/262914 Das Stadtarchiv und die Stadthistorische Bibliothek Bonn verwahrt den historischen Personenbestand und Nachlass des Bonner Dichters und Germanisten Karl Simrock (1802–1876): https://kalliope- verbund.info/de/ead?ead.id=DE-611-BF-20129 Aus dem Stadtarchiv habe ich mir besorgt: Doris Pinkwart, Karl Simrock, Veröffentlichung des Stadtarchivs Bonn, Band 21,1979. In der Dokumentation der Ausstelllung in der Universitätsbibliothek und des Bonner Stadtarchivs vom 23. November 1977 bis 25. Februar 1978 kommt auf 207 Seiten das Wort und Thema Antisemitismus/Antijudaismus mit keiner Zeile vor. Das Wort Jude kommt in der Dokumentation dreimal vor: Auf der S. 61 heißt es unter Ziff.73 „Karl Simrock: Die beiden Juden. Streitgedicht. Eigenhändige Niederschrift. 5 beschriebene Seiten. . „Dass 1831 entstandene Gedicht trug Simrock in der Mittwochsgesellschaft zusammen mit seinem Freunde Wilhelm Wackernagel (1806-1868), dem späteren Basler Germanisten, vor. Dem Manuskript ist als MottoSeite 3 von 40 vorausgesetzt: Was ihr schreibt, das sei geschrieben, doch auch Juden lernen lieben.“ Das Gedicht selbst wird nicht zitiert. Aber es wird genannt als Fundstelle: Maikäfer, Jg. 6, 1845, Nr. 36 - https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uva.x001827933&seq=264 Ich habe einige weitere Passagen im Werk von Karl Simrock gefunden wie z.B. das Gedicht „Der Knabe Jesus“, das m.E. anrüchig ist: https://projekt- gutenberg.org/authors/karl-simrock/books/karl-simrock-gedichte/ oder auch das üble Gedicht an „An Ludwig örne“ https://gedichte.xbib.de/gedicht_simrock.htm Im Simrock-Gedicht „Die beiden Juden“ von 1831 wird ein Streit geschildert, ob ein gläubiger oder ein aufgeklärter Jude sich besser zum Pächter eines Landgutes eigne. Eine Zeile des Gedichts lautet:„Freund, schlägst du meinen Juden, schlag ich deinen.“ Das Gedicht selbst ist in den beiden vorgenannten Simrock-Gedichtsammlungen exkulpiert. Diskussionswürdig sind ebenfalls die von Simrock präsentierten Sprichwörter über Juden ( Kleine Auswahl - Anlage): https://www.digitale- sammlungen.de/de/view/bsb11262532?page=5 Das Bonner Stadtmuseum, das sich für Karl Simrock engagiert, sagt nichts öffentlich zum Antisemitismus bei Karl Simrock. Der Leiter des Stadtmuseums, Herr Florian Pauls: „Es ist uns bekannt, dass sich Karl Simrock in seinen Werken auch antisemitisch geäußert hat.“ (Dezernat IV): „Um Karl Simrock als möglicherweise ambivalente Person überhaupt auf bonn.de kontextualisieren zu können, bedarf es ebenfalls einer Recherche und eines wissenschaftlichen Gutachtens – im Idealfall von einerm Germanistin. Wir werden dies weiterverfolgen und in den Austausch mit der Wissenschaft treten.“ Der städtische Bonner Chatbot zeigt keine „Ambivalenz“ an, wie Sie bitte der Anlage entnehmen wollen. Last but not least: Die beiden Ausstellungen der Bonner Universität betonen die enge, jahrzehntelange, Freundschaft von Karl Simrock und den Brüdern Grimm, so dass es angesagt ist, auch auf den Judenhass der Brüder Grimm hinzuweisen: https://www.deutschlandfunk.de/judenhass-der-brueder-grimm-eine-lange-liste- 100.html https://www.merkur-zeitschrift.de/artikel/etwas-vorlautes-widriges-das- judenbild-der-brueder-grimm-a-mr-73-11-79/Seite 4 von 40 Hierzu siehe auch diesen Beitrag in der „neoreaktionären“ (Eigenbeschreibung) Zeitschrift „Tumult“: https://www.tumult- magazine.net/post/thomas-hartung-biedermeierliche-gelehrtenhaltung Zum Autor, Thomas Hartung, sei angemerkt, dass sich hier um einen AfD- Funktionär und Mitbegründer der AfD in Sachsen handelt: https://www.dr- thomas-hartung.de/ Dieser Artikel camoufliert und relativiert Antisemitismus mit der Überschrift: „In der Romantik war Antisemitismus nichts Ungewöhnliches“ Hierzu ist zu sagen: „Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen“ - Zum Antijudaismus in den grimmschen Märchen am Beispiel des Juden im Dorn Hingewiesen sei noch auf diese Tagung: https://www.grimmwelt.de/de/journal/das-werk-der-brueder-grimm-im- spannungsfeld-antijuedischer-stereotype-und-antisemitischer-vereinnahmung Nun zwei Fragen: In der Anlage ist beigefügt das Titelblatt und Impressum: Der Maikäfer – Zeitschrift für Nichtphilister, Band 4, Jg 1845 und 1846, Veröffentlichung des Stadtarchivs Bonn, Bd. 33, 1985 - Hier ist das Gedicht „Die beiden Juden“ von Karl Simrock enthalten, wie aus dieser Google- Digitalisierung hervorgeht: https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uva.x001827933&seq=264 Aus der Ausstellungsdokumentation , S. 61, geht hervor (Anlage), dass das Exponat Nr. 73 aus dem Bonner Stadtarchiv (St. A.) stammt. 1. Warum tauchen das Gedicht und die weiteren von mir dokumentierten Beispiele für Antisemitismus/Antijudaismus bei Karl Simrock nicht im Chatbot der Stadt Bonn auf ? 2. Wann wird der städtische Chatbot und das Stadtarchiv/Stadthistorische Bibliothek im Fall Karl Simrock in angemessener Zeit auf den neuesten Stand der Erkenntnisse gebracht? Mit freundlichen GrüßenSeite 5 von 40 Karl Simrock und die Brüder Grimm im Spiegel der Bonner Universität und des Bonner Stadtarchivs. Ein Nachschlag. https://archivalia.hypotheses.org/264895 Von Wolfgang H. Deuling Museum der Universität Bonn Das Schaufenster der Wissenschaft Museum der Universität Bonn Aus Anlass der Sonderausstellung Karl Simrock und die Grimms wurde über diese Ausstellung auf Archivalia berichtet: ArchivaliaSeite 6 von 40 Erstmalig wurde in einem Museum Antisemitismus bei Karl Simrock dokumentiert. Dies ist deshalb zu betonen, weil in einer früheren Ausstellung der Bonner Universität und des Bonner Stadtarchivs das Thema Antisemitismus bei Karl Simrock und den Brüdern Grimm ein Tabu war:Seite 7 von 40 Es handelt sich hier um die Dokumentation einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek Bonn vom 25. November 1977 bis 25. Februar 1978. Veranstalter der Ausstellung: Stadt Bonn (Stadtarchiv und Wissenschaftliche Stadtbibliothek) und Rheinische Friedrich Wilhelms-Universität (Universitätsbibliothek), Veröffentlichung des Stadtarchivs Bonn, Bd. 21, 1979 In der Dokumentation der Ausstelllung kommt auf 207 Seiten das Wort und Thema Antisemitismus/Antijudaismus mit keiner Zeile vor. Das Wort „Jude“ kommt in der Dokumentation dreimal vor (S.22, 61) mit Hinweis auf Werke von Simrock in chronologischer Reihenfolge:Seite 8 von 40 47. Der ewige Jude. In: Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde, Bd 1, H. 1 Göttingen 1853, S.431-438. Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde Siehe auch: Ewiger Jude - Wikipedia 73. Karl Simrock: Die beiden Juden. Streitgedicht. Eigenhändige Niederschrift. 5 beschriebene Seiten. Veröff.: Simrock, Gedichte (1863) S.396-300 Nr.124; Maikäfer. Jg. 6, 1845, Nr. 36 Der Maikä fer Bd.4 1845/46 In der aktuellen Sonderausausstellung wird immerhin mit einem kleinen Aufsteller auf das Thema Antisemitismus bei Karl Simrock hingewiesen:Seite 9 von 40 Zum Judenhass der Gebrüder Grimm wird nichts gesagt. Doch hierzu später mehr.Seite 10 von 40 Mich haben die beiden Bonner Ausstellungen zu einer kleinen Literaturrecherche stimuliert. Hier das Ergebnis: Beginnend mit dem schon erwähnten Gedicht „Die beiden Juden“ Erstmalig 1831 in der Berliner „Mittwochsgesellschaft“ des Kriminalrats Julius Eduard Hitzig - zusammen mit Simrocks Freund Wilhelm Wackernagel- vorgetragen. Der literarischen Gesellschaft war Simrock 1824 bei Gründung beigetreten. Zu Julius Eduard Hitzig: Julius Eduard Hitzig Deutsche-Biographie „ Was ihr schreibt, das sei geschrieben, doch auch Juden lernet lieben.“ Aus: Doris Pinkwart, Karl Simrock, 1979, S. 61 – Das Gedicht ist in der Ausstellungs-Dokumentation nicht enthalten. Karl Simrock (1831) Die Beiden Juden (1831) TenzoneSeite 11 von 40 Joseph - Karl Joseph Simrock Wilhelm - Wilhelm Wackernagel Tenzone - BedeutungSeite 12 von 40 Seite 13 von 40 hathitrust.org Karl Simrock (1844) Der Knabe Jesus (1844) Gar eines schönen Tages gingen Die Kinder vor das Tor und singen Da Kurzweil an und Kinderspiel. Da sprang mit andrer Knaben viel Der Knabe Jesus auch von Haus. Sie kamen bald aufs Feld hinaus, Wo Lehm und Erde war gegraben. Da setzt' er sich mit andern Knaben Und bildete mit kleiner Hand, Den weichen Lehm, den losen Sand, Und machte kleine Vögelein, Wie er sie fliegen sah im Hain,Seite 14 von 40 Grasmücken, Finken, Wachteln, Tauben Und den Widehopf mit hoher Hauben. Wie nun die andern Knaben sahn Die Vögel all' so wohlgetan, Da lachten sie und wollten auch Sich Vögel machen nach seinem Brauch. Nun war's der Juden Sabbattag, Da der Kinder Schar im Sande lag. Da kam ein alter Jude just Daher und sah der Kleinen Lust, Wie sie mit Lehm und Erde spielten Und nicht des Tages Feier hielten: Darob erbost' er sich alsbald Und fuhr die Kinder an und schalt. Er sprach: »Ihr seid des Teufels Brut, Daß ihr hier solche Dinge tut. Ihr brechet euern Sabaot: Damit erzürnt ihr euern Gott. Jesus, die Schuld hast du allein, Daß diese Kinder insgemein Der schwere Zorn des Himmels trifft: Von dir kommt der Verführung Gift.« Doch Jesus sprach: »Ei, wollte Gott, Daß du selber deinen Sabaot Zu halten wüßtest, so wie ich: Nicht also schelten darfst du mich.« Da ward der alte Jud' erst böse Und lief mit kreischendem Getöse Hinzu, sich an dem Kind zu rächen, Sein schönes Spiel ihm zu zerbrechen. Zertreten wollt' er mit den Füßen Die Vögelein, den Zorn zu büßen. Doch Jesus ihm das nicht vertrug: Die Händlein rasch zusammenschlug, Wie wenn man Vögel will erschrecken; Die Stimme ließ er, sie zu wecken, Erklingen auch mit lautem Schall: Da wurden sie lebendig all Und flogen auf und hoch empor Und sangen laut herab im Chor: »Wir haben Leben und Gefieder; Nun komm einmal und tritt uns nieder.« Der Alte hört' es ungelassen; Doch mußt' er sie wohl fliegen lassen. Projekt-GutenbergSeite 15 von 40 Karl Simrock (1832) An Ludwig Börne (1832) I. Du haßest Alles, was romantisch ist, Und weil ich dir auch ferner gern missfiele, * Und für romantisch gelten Klingreimspiele, So werd ich dir zu Liebe Sonettist. Du, der ein Seher und Prophete bist, Du freilich stellst, man siehts an deinem Stile, Hochklassische Vollendung dir zum Ziele, Wie Pythia nie der Kunst Apolls vergißt. Rhapsodisch, ja homerisch sind die Briefe, Die du an Israel aus Babel schriebst Vom Völkerlenz, als deines Volks Messias. Die plastisch edle Form und jene Tiefe, Die du dem Seherblick zu paaren liebst, Bewundern muß Europa diese Trias. II. Wohl thust du, dem Romanischen abzusagen; Doch kannst du der Romantik nicht entfliehn, Sie wird dir nach zu den Franzosen ziehn, Dort in der Heimat frische Wurzeln schlagen. Romantischer auch schon seit alten Tagen Ist dein Paris als Petersburg und Wien: Nur seinen Dichtern wars noch nicht verliehn Den Wald zu sehn vor Bäumen, die da ragen. Schau her, dieß ist die Stadt der Paladine, Hier sang sein zärtlich Lied der Troubadour, Johanne d'Arc schwang hier die Siegesfahne. Du selber, trotz der orientalschen Miene, Bist eine halbromantische Figur Mit deinem Freiheitschwindel, deinem Wahne. III. Weil Lieb und Haß das Erbtheil starker Seelen,Seite 16 von 40 So ist noch mehr zu haßen dir vonnöthen: Wen haßest du nur gleich? Du haßest Goethen Nun, ich gestehs, du weist dein Ziel zu wählen. Allein der Grund? Es darf ein Grund nicht fehlen; Was that der Greis, daß man ihn sollte tödten? Wenn Vaterland und Freiheit es geböten, Vielleicht wär Sand noch wieder zu beseelen. „Nicht Grunds genug, daß ihn die Deutschen lieben? Ihr letzter Halt, ihr Stolz und Ruhm, wie keiner, Wär der nicht mehr, zerstöbe die C......." O welch ein Compliment hast du geschrieben! Wart, loser Schmeichler! du, wenn jemals Einer, Verdienst die goethesche Verdienstmedaille. IV. Daß du die Deutschen haßest, scheint erklärlich, Es liegt im Blut und ist dir noch geblieben: Vom eignen Geist wird jeder Stamm getrieben: Bei dir ist das am wenigsten gefährlich. Wenn ich mich selber prüfe, fühl ich klärlich: Wär es uns nicht ausdrücklich vorgeschrieben, Die Menschen alle brüderlich zu lieben, Dein Volk zu haßen, war mir unentbehrlich. Und hat der Glaubenshaß nicht seine Rechte? Du wurdest unter Deutschen just geboren, Und haßest sie, weil sie dich wollten taufen. Ein Andres wärs, wenn es dir Schaden brächte; Allein die Deutschen sind gutmüthge Thoren, Sie werden deine Bücher dennoch kaufen. V. „Was man verbietet, wird erst recht gelesen," Schon wähnst du deines Buches Glück gemacht, Doch juble nicht zu früh aus Unbedacht: Wohl nie ist Weiser ein Verbot gewesen. Denn wer dich liest, der zahlt noch keine Spesen, Und hat er je wie du gefühlt, gedacht, Sich je gesehnt nach Frankreichs Uebermacht, So heilst du ihn von dem verkehrten Wesen.Seite 17 von 40 Es thut Wohl Noth ein Nießwurz zu verschreiben: Der Honig dieser Zeit hat auch sein Gift Nie sich zum Weizen immer Spreu gesellt. Den bösen Geist den Köpfen auszutreiben Lockt uns ein klug Verbot zu deiner Schrift, Wir lesen, niesen und sind hergestellt. * Das Lied von den drei Tagen hatte ihm missfallen, weil es zu romantisch sei. Aus der Sammlung Mancherlei Deutsche Sprichwörter über Juden - gesammelt von Karl Simrock -Seite 18 von 40 5115. Judenzins und Hurenheuer sind gemeiniglich sehr theuer 5264. Willst du einen Juden betrügen, mußt du ein Jude sein. 5265. Es gehören neun Juden dazu, um einen Baseler, und neun Baseler, um einen Genfer zu betrügen. 5266. Trügt ein Jude den andern, ein Pfaffe den andern, ein Weib das andre, so lacht Gott im Himmel. 5267. Wer einen Juden besch–, sündigt wie einer, der auf die Würfel hofiert. 5268. Juden und Edelleute halten zusammen. 5269. Verloren – wie eine Judenseele! 5270. Geht alles links, wie bei den Juden. 5271. Er ist so willkommen wie ein Ferkel im Judenhaus. 5272. Schlägst du meinen Juden, schlag ich deinen.Seite 19 von 40 5273. Wormser Juden, fromme Juden! 12349. Zwei Juden wissen immer, was eine Brille kostet. Digitale Sammlungen Und was sagt der Chatbot der Stadt Bonn über Karl Simrock? KI-Chatbot Stadt BonnChatbot der Stadt Bonn „Karl Simrock Antisemitismus“ (Prompt) Der Bonner Germanist und Professor Karl Simrock war eine prägende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts und engagierte sich intensiv für deutsche Volksbräuche sowie die Einigung der deutschen Einzelstaaten. Er war zudem maßgeblich im „Festcomité des Bonner Karnevals“ aktiv und nutzte dieses als Bühne für politische Ideen und gesellschaftlichen Wandel. Bezüglich Ihrer Frage zu einer möglichen antisemitischen Einstellung ist festzuhalten: In der städtischen Überlieferung und den historischen Kontexten zu Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Bonn werden bei einigen Zeitgenossen (wie etwa Ernst Moritz Arndt) antisemitische Ansichten ausdrücklich dokumentiert und kritisch eingeordnet. Für Karl Simrock finden sich in den vorliegenden städtischen Informationen keine Hinweise auf eine solche Ausrichtung oder eine entsprechende öffentliche Kontroverse, wie sie etwa bei Arndt oder dem Dramatiker Wilhelm Schmidtbonn der Fall ist. Simrock wird in der städtischen Historie primär für seine literarische Arbeit, insbesondere als Übersetzer des Nibelungenliedes, als Herausgeber der Gedichte von Walther von der Vogelweide sowie durch seine „Deutschen Volksbücher“ gewürdigt. Sein Name ist in Bonn unter anderem durch das Karl-Simrock-Jugend-Lesepreis und die Karl-Simrock-Schule präsent. Falls Sie tiefergehende historische Recherchen zu diesem spezifischen Punkt anstellen möchten, bietet unser Stadtarchiv umfangreiche Ressourcen und Publikationen zur Bonner Stadtgeschichte an. Weitere Informationen zum StadtarchivSeite 20 von 40 Zum Judenhass der Brüder Grimm Jacob (1785–1863) und Wilhelm (1786–1859) https://www.kassel.de Deutschlandfunk - Judenhass der Brüder Grimm Jacob Grimm 1815 »Alle Judenwörter, wenn wir sie in unserm christlichen Sprachhaushalt brauchen wollen, klingen unedel und schmutzig; sie rühren aus dem gemeinen Umgang mit dem schachernden, wuchernden, trödelnden, fleischschächenden Volke her« Wilhelm Grimm 1833 »Ich bemerke nur daß die Juden immer mehr überhand nehmen, ganze Tische u. Plätze sind damit angefüllt, da sitzen sie mit der ihnen eigenen Unverschämtheit, fressen Eis u.Seite 21 von 40 legen es auf ihre dicken u. wulstigen Lippen, daß einem alle Lust nach Eis vergeht. Getaufte Juden sind auch zu sehen, aber erst in der 5ten oder 6ten Generation wird der Knoblauch zu Fleisch.« Zeitschrift Merkur - Das Judenbild der Brüder Grimm Hierzu siehe auch diesen Beitrag in der „neoreaktionären“ (Eigenbezeichnung) Vierteljahres -Zeitschrift - Tumult "BIEDERMEIERLICHE GELEHRTENHALTUNG" Zum Autor, Thomas Hartung, sei angemerkt, dass sich hier um einen AfD- Funktionär und Mitbegründer der AfD in Sachsen handelt: Dr. Thomas Hartung Dieser Artikel camoufliert und relativiert Antisemitismus nach dem Motto der Überschrift: „In der Romantik war Antisemitismus nichts Ungewöhnliches“ Hierzu ist zu sagen: „Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen“ – Zum Antijudaismus in den grimmschen Märchen am Beispiel des Juden im Dorn Hingewiesen sei noch auf diese Tagung: »Das Werk der Brüder Grimm im Spannungsfeld antijüdischer Stereotype und antisemitischer Vereinnahmung« Zu guter Letzt eine skurrile contradictio in adiecto als Deutungshypothese des Judenbildes der Brüder Grimm „Philosemitischer Antisemitismus“Seite 22 von 40 Prof. Dr. Holger Ehrhardt __________________________Seite 23 von 40 Digital resources in the Social Sciences and Humanities Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch- christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte Geschichte. Teil 3. Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch- christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte Geschichte. Teil 3. Von Wolfgang H. Deuling Teil 1: https://archivalia.hypotheses.org/262914 Teil 2: https://archivalia.hypotheses.org/264895 I. 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 1/17Seite 24 von 40 1855 Legenden von Karl Simrock 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 2/17Seite 25 von 40 Seite 177 (-240) books.google.de Bei dem Text „St. Silvester“ von Karl Simrock aus dem Jahr 1855 handelt es sich um eine Nacherzählung der mittelalterlichen Silvesterlegende, wie sie u.a. durch Konrad von Würzburg (1230-1287) überliefert ist. 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 3/17Seite 26 von 40 Wilhelm Grimm, ein jahrzehntelanger Freund von Karl Simrock, hatte bereits die Verslegende von Konrad von Würzburg im Jahr 1841 in Göttingen herausgebracht: books.google.de Silvesterlegende‹ Konrads von Würzburg Die Erzählung befasst sich mit dem Leben des Papstes Silvester I. und der Bekehrung von Kaiser Konstantin zum Christentum: 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 4/17Seite 27 von 40 Judenbilder in der Literatur des Mittelalters Warum ist sowohl die Fassung von Wilhelm Grimm wie auch die von Karl Simrock antijüdisch? Im Text werden die traditionellen antijüdischen Stereotypen des christlichen Mittelalters reproduziert: Die jüdischen Gelehrten (Rabbiner) werden als verstockt und unfähig dargestellt die „Wahrheit“ des Christentums anzuerkennen, bis sie durch ein Wunder zu Verstand kommen. Die Figur des jüdischen Magiers „Zambri“ bedient das Stereotyp des „jüdischen Zauberers“, der mit dunklen Kräften und dem Tod im Bunde ist: Zauberjuden – im Gegensatz zum christlichen Heiligen, der für das Leben steht. 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 5/17Seite 28 von 40 Der Text intendiert die rituelle und argumentative Vernichtung des jüdischen Glaubens. Das Judentum wird als „todbringende“ Religion gekennzeichnet, die im Christentum aufzugehen hat. Wer noch eine visuelle Darstellung des Propaganda-Comics von Silvester und Konstantin braucht – ab Minute 25.18: terra-x-rom 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 6/17Seite 29 von 40 Cappella di San Silvestro Basilika Santi Quattro Coronati Silvester Kapelle II. Einige Personen des romantischen Kreises von Karl Simrock in Berlin und Bonn. Die „Hitzigsche Mittwochsgesellschaft“ (historisch meist als Neue Mittwochsgesellschaft bezeichnet) war eine bedeutende literarisch-musische Vereinigung im Berlin des 19. Jahrhunderts. Sie wurde am 26. Oktober 1824 von dem Juristen, Verleger und Schriftsteller Julius Eduard Hitzig ins Leben gerufen. Dichter und Schriftsteller Adelbert von Chamisso – Enger Freund Hitzigs, Naturforscher und Dichter (Peter Schlemihl). 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 7/17Seite 30 von 40 Joseph von Eichendorff – Einer der bedeutendsten Lyriker und Prosaisten der deutschen Romantik. Achim von Arnim – Bekannter Dichter und wichtiger Vertreter der Heidelberger Romantik. Willibald Alexis (Wilhelm Häring) – Historischer Romancier, der später eng mit Hitzig publizierte. Friedrich de la Motte Fouqué – Dichter und Autor des bekannten Märchens Undine. Karl Simrock – Dichter und Philologe, bekannt für seine Übersetzungen des Nibelungenliedes Wilhelm Wackernagel – Philologe und Kunsthistoriker, gemeinsame Arbeiten mit Karl Simrock Karl Holtei – Schriftsteller, Schauspieler und Theaterregisseur. Karl Leberecht Immermann – Schriftsteller und Dramatiker. Franz von Gaudy – Dichter und Novellist, der eng mit Chamisso zusammenarbeitete. Karl Streckfuß – Dichter und Übersetzer u. a. von Dante Wissenschaftler, Denker und Gelehrte Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Der weltberühmte Philosoph der Berliner Universität nahm ebenfalls an den Runden teil. Karl August Varnhagen von Ense – Diplomat, Chronist und Berliner Salon- Netzwerker. 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 8/17Seite 31 von 40 Karl Asmund Rudolphi – Naturforscher und Mediziner. Karl Wilhelm Ferdinand Solger – Philologe und Philosoph. Wilhelm Neumann – Historiker und Philologe Franz Kugler – Kunsthistoriker und Hitzigs Schwiegersohn Doris Pinkwart, Karl Simrock, 1979, S. 61, Bonner Stadtarchiv Das Gedicht von Karl Simrock „Die beiden Juden“ wurde vorgetragen mit Wilhelm Wackernagel 1831 in der „Mittwochsgesellschaft“: babel.hathitrust.org Und das sagt die Bonner Kulturverwaltung am 11. September 2026 in ihrem Chatbot: Bonner Chatbot am 11. September 2026 Das von Ihnen angesprochene Gedicht „Die beiden Juden“ ist mir aus den allgemeinen Informationen zu Karl Simrock als Stadtverwaltung nicht bekannt, und es finden sich in unseren städtischen Datenbeständen dazu keine spezifischen Einträge. 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 9/17Seite 32 von 40 Karl Simrock war eine komplexe Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, dessen Wirken als Germanist und Mitstreiter für demokratische Ideale in Bonn sehr geschätzt wird. Gleichzeitig sind die Schriften vieler Autoren jener Zeit aus heutiger Sicht teils ambivalent zu betrachten, da sie den gesellschaftlichen Vorurteilen der damaligen Epoche unterlagen. Wenn Sie sich wissenschaftlich mit dem literarischen Gesamtwerk von Karl Simrock auseinandersetzen möchten, bietet Ihnen die Stadtbibliothek oder das Stadtarchiv Zugang zu weiterführenden Werken und Quellen, die eine fundierte historische Einordnung ermöglichen. III. Wegweisende Literatur zu „Romantischer Antisemitismus“: 1.Günter Oesterle, Juden, Philister und romantische Intellektuelle. Überlegungen zum Antisemitismus in der Romantik https://edoc.hu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/404e95db-7ad0-4ce7- 8cd7-e046dfddb500/content 2. Stefan Nienhaus, Aufklärerische Emanzipation und romantischer Antisemitismus in Preußen im frühen 19. Jahrhundert https://riviste.unimi.it/index.php/StudiaTheodisca/article/view/2076/2308 3. Tobias Jaecker, Judenemanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 10/17Seite 33 von 40 https://www.jaecker.com/2002/03/judenemanzipation-und-antisemitismus- im-19-jahrhundert/ 4. Arno Herzig, 1815-1933: Emanzipation und Akkulturation https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/juedisches-leben-in-deutschland- 304/7674/1815-1933-emanzipation-und-akkulturation/ 5. Peer Jürgens, Judenfeindliche Darstellungen in romantischen Märchen Über Judenfiguren bei den Brüdern Grimm und Clemens Brentano tu-berlin.de 6. Michael Lausberg, Geistige Vorbereiter des Holocaust. Antisemitismus im deutschen Bildungsbürgertum vor 1933 tabularasamagazin.de michael-lausberg.de 7. Werner Treß, stellvertretender Direktor des MMZ, stellt seine im September 2026 veröffentlichte Habilitationsschrift Deutscher Nationalismus und Judenhass. Die Ursprünge des modernen Antisemitismus und die Anfänge der Wissenschaft des Judentums 1813–1819 vor. Buchvorstellung: Deutscher Nationalismus und Judenhass ____________________________ 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 11/17Seite 34 von 40 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch- christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte Geschichte. Teil 4. Leser machen auf ein weiteres Werk von Karl Simrock im Kontext des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus und Nationalismus aufmerksam: https://books.google. https://www.digitale-sammlungen.de 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 12/17Seite 35 von 40 Dem Volksbuch von Karl Simrock liegt die mittelalterliche lateinische Schrift „Historia trium regum“ von Johannes von Hildesheim zugrunde: Geschichtsquellen.de Johannes von Hildesheim schrieb die Geschichte der Heiligen Drei Könige im Jahre 1364. Er sollte das Buch im Auftrag von dem Bischof von Münster zum Anlaß des 200. Jahrestages der Überführung der Gebeine von Mailand nach Münster erstellen. Johannes von Hildesheim schrieb das Buch in einer Zeit, die von Pestepidemien (1348/49) und als Folge davon von gewalttätigen antijüdischen Progromen geprägt war: Ab 1348/49 wurden die Juden in Deutschland für die verheerenden Pestseuchen verantwortlich gemacht. Die Juden in Worms wurden grausam verfolgt, vertrieben oder getötet, ihre Häuser in Brand gesteckt, die Mörder raubten ihre Güter. Die Pestpogrome bewirkten das Ende der Blüte jüdischer Gelehrsamkeit der Schum-Städte, die heute Weltkulturerbe sind: UNESCO-WELTERBE SchUM-Stätten Pestpogrome 1348/49 Die Gebeine der Heiligen Drei Könige sollen der Legende nach durch die Heilige Helena nach Konstantinopel gebracht worden sein. Von Konstantinopel gelangten sie nach Mailand, bis 1164 Rainald van Dassel, der Erzbischof von Köln und zugleich Kanzler Barbarossas war, diese nach Köln schaffte. Hier wurden sie im berühmten Dreikönigsschrein beigesetzt. Der Dreikönigstag und das Sternsingerbrauchtum 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 13/17Seite 36 von 40 Dreikönigenschrein im Kölner Dom Karl Simrock hat das Buch 1842 explizit veröffentlicht um Geld für die Fertigstellung des Kölner Doms zu sammeln („zum Besten des Dombau’s ), da dieser noch unvollendet war. Siehe hierzu das Kapitel Baugeschichte im 19. Jahrhundert „Vollendung als nationale Aufgabe“: Kölner Dom Der Antijudaismus in Simrocks Nacherzählung: Während die heidnischen drei Könige den neugeborenen Messias sofort erkennen und anbeten, wird den Juden vorgeworfen die eigenen Prophezeiungen zu ignorieren und Jesus abzulehnen. Das Christentum habe das Judentum als das „wahre Gottesvolk“ abgelöst, wobei die drei heidnischen Könige das Licht des neuen christlichen Glaubens annehmen, während den Juden Blindheit gegenüber der Wahrheit unterstellt wird. 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 14/17Seite 37 von 40 Wie schon in der Silvesterlegende wird der Mutter Konstantins, der heiligen Helena als ehemalige Befürworterin des Judentums und nunmehrige Christin, eine zentrale Rolle zugewiesen: Die Legende von den heiligen drei Königen Last but not least 1. Karl Simrock’s Ausgewählte Werke in zwölf Banden: mit Einleitungen und einer Biographie des Dichters herausgegeben von Gotthold Klee archive.org 2. Carl Simrock: sein Leben und seine Werke von Nicolaus Hocker 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 15/17Seite 38 von 40 Nikolaus Hocker _________________________ wolfganghdeuling Alle Beiträge anzeigen OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: wolfganghdeuling (15. September 2026). Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte Geschichte. Teil 3. Archivalia. Abgerufen am 30. September 2026 von https://doi.org/10.58079/16s2i 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 16/17Seite 39 von 40 Ein Blog präsentiert von Hypotheses - Zum OpenEdition-Katalogeintrag - Datenschutzerklärung - Problem melden Syndication Feed - ISSN 2197-7291 Archivalia Mit Stolz präsentiert von WordPress wolfganghdeuling 15. September 2026 Literaturarchive/ / / 30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte … https://archivalia.hypotheses.org/268075 17/17Seite 40 von 40
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:02 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de