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261831 · Anregungen und Beschwerden

Bürgerantrag: Ergänzung der historischen Darstellung von Karl Simrock durch die Kulturverwaltung

Nummer
261831
Art
Anregungen und Beschwerden
Veröffentlicht
30.09.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Einreichung erledigt · 30.09.2026
  2. Terminierung aktuell · Termin in den Daten noch nicht verknüpfti
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  1. 261831-01 ST Stellungnahme zum Bürgerantrag: Ergänzung der historischen Darstellung von Karl Simrock durch die Kulturverwaltung

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Anregungen und Beschwerden
öffentlich
261831
Der Oberbürgermeister
Federführung:
Co-Dezernat
Dezernat:
Dez. OB
28.09.2026
Bürgerantrag: Ergänzung der historischen
Darstellung von Karl Simrock durch die
Kulturverwaltung
Beratungsfolge
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
03.11.2026 Entscheidung
Inhalt der Anregungen und Beschwerden
Der Antrag lautet:
Die Kulturverwaltung der Bundesstadt Bonn wird gebeten Ihr von Karl Simrock
gezeichnetes Bild zu korrigieren bzw. zu ergänzen und dessen „romantisch-
christlichen Antisemitismus“ in seinen Werken beispielhaft zu benennen, wie
sie z.B. in Beiträgen des Antragstellers dokumentiert sind.
Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag.
Anlage/n
1 Bürgerantrag (öffentlich)
2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)
3 Anlage 1 (öffentlich)
4 Anlage 2 (öffentlich)
5 Anlage 3 (öffentlich)Seite 1 von 40
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Beschlussvorschlag für den Bürgerantrag:
Die Kulturverwaltung der Bundesstadt Bonn wird gebeten Ihr von Karl Simrock gezeichnetes
Bild zu korrigieren bzw. zu ergänzen und dessen „romantisch-christlichen Antisemitismus“ in
seinen Werken beispielhaft zu benennen, wie sie z.B. in Beiträgen des Antragstellers
dokumentiert sind.
Der Chatbot der Stadt Bonn gibt derzeit folgende Auskunft zu "Karl Simrock -
Antisemitismus" (Prompt):
„Der Bonner Germanist und Professor Karl Simrock war eine prägende Persönlichkeit des
19. Jahrhunderts und engagierte sich intensiv für deutsche Volksbräuche sowie die Einigung
der deutschen Einzelstaaten. Er war zudem maßgeblich im „Festcomité des Bonner
Karnevals“ aktiv und nutzte dieses als Bühne für politische Ideen und gesellschaftlichen
Wandel.
Bezüglich Ihrer Frage zu einer möglichen antisemitischen Einstellung ist festzuhalten: In der
städtischen Überlieferung und den historischen Kontexten zu Persönlichkeiten des 19.
Jahrhunderts in Bonn werden bei einigen Zeitgenossen (wie etwa Ernst Moritz Arndt)
antisemitische Ansichten ausdrücklich dokumentiert und kritisch eingeordnet. Für Karl
Simrock finden sich in den vorliegenden städtischen Informationen keine Hinweise auf eine
solche Ausrichtung oder eine entsprechende öffentliche Kontroverse, wie sie etwa bei Arndt
oder dem Dramatiker Wilhelm Schmidtbonn der Fall ist.
Simrock wird in der städtischen Historie primär für seine literarische Arbeit, insbesondere als
Übersetzer des Nibelungenliedes, als Herausgeber der Gedichte von Walther von der
Vogelweide sowie durch seine „Deutschen Volksbücher“ gewürdigt. Sein Name ist in Bonn
unter anderem durch das Karl-Simrock-Jugend-Lesepreis und die Karl-Simrock-Schule
präsent.
Falls Sie tiefergehende historische Recherchen zu diesem spezifischen Punkt anstellen
möchten, bietet unser Stadtarchiv umfangreiche Ressourcen und Publikationen zur Bonner
Stadtgeschichte an.“
Weitere Informationen zum Stadtarchiv
Das Stadtarchiv, das Kuturamt, das Stadtmuseum wruden am 11. August 2026 per E-Mail
gebeten die Auskunft des Chatbots auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen
Erkennnisse zu bringen. Siehe beigefügtes Dokument
Begründung des Antrags:
Der Bonner Germanist und Professor Karl Simrock war eine prägende Persönlichkeit des 19.
Jahrhunderts und engagierte sich intensiv für deutsche Volksbräuche sowie die Einigung der
deutschen Einzelstaaten. Er war zudem maßgeblich im „Festcomité des Bonner Karnevals“
aktiv und nutzte dieses als Bühne für politische Ideen
und gesellschaftlichen Wandel.Seite 2 von 40
Von: Gesendet: Dienstag, 11. August 2026 12:09
An: '
Cc:
Betreff: Karl Simrock- Stadtarchiv/Stadthistorische Bibliothek
Leitung Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek
Bundesstadt Bonn - Kulturamt
Sehr geehrte,
Ich übersende zwei aktuelle Beiträge von mir:
Karl Simrock und die Brüder Grimm im Spiegel der Bonner Universität
und des Bonner Stadtarchivs. Ein Nachschlag.
https://archivalia.hypotheses.org/264895
Karl Simrock und die Grimms. Sonderausstellung im Bonner
Universitätsmuseum zu Ehren Karl Simrocks vom 18. Juli bis 20. Dezember
2026.
https://archivalia.hypotheses.org/262914
Das Stadtarchiv und die Stadthistorische Bibliothek Bonn verwahrt den
historischen Personenbestand und Nachlass des Bonner Dichters und
Germanisten Karl Simrock (1802–1876): https://kalliope-
verbund.info/de/ead?ead.id=DE-611-BF-20129
Aus dem Stadtarchiv habe ich mir besorgt: Doris Pinkwart, Karl Simrock,
Veröffentlichung des Stadtarchivs Bonn, Band 21,1979. In der Dokumentation
der Ausstelllung in der Universitätsbibliothek und des Bonner Stadtarchivs vom
23. November 1977 bis 25. Februar 1978 kommt auf 207 Seiten das Wort und
Thema Antisemitismus/Antijudaismus mit keiner Zeile vor. Das Wort Jude
kommt in der Dokumentation dreimal vor:
Auf der S. 61 heißt es unter Ziff.73 „Karl Simrock: Die beiden Juden.
Streitgedicht. Eigenhändige Niederschrift. 5 beschriebene Seiten. . „Dass
1831 entstandene Gedicht trug Simrock in der Mittwochsgesellschaft
zusammen mit seinem Freunde Wilhelm Wackernagel (1806-1868), dem
späteren Basler Germanisten, vor. Dem Manuskript ist als MottoSeite 3 von 40
vorausgesetzt: Was ihr schreibt, das sei geschrieben, doch auch Juden
lernen lieben.“ Das Gedicht selbst wird nicht zitiert. Aber es wird genannt
als Fundstelle: Maikäfer, Jg. 6, 1845, Nr. 36 -
https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uva.x001827933&seq=264
Ich habe einige weitere Passagen im Werk von Karl Simrock gefunden wie z.B.
das Gedicht „Der Knabe Jesus“, das m.E. anrüchig ist: https://projekt-
gutenberg.org/authors/karl-simrock/books/karl-simrock-gedichte/ oder auch
das üble Gedicht an „An Ludwig
örne“ https://gedichte.xbib.de/gedicht_simrock.htm
Im Simrock-Gedicht „Die beiden Juden“ von 1831 wird ein Streit geschildert,
ob ein gläubiger oder ein aufgeklärter Jude sich besser zum Pächter eines
Landgutes eigne. Eine Zeile des Gedichts lautet:„Freund, schlägst du meinen
Juden, schlag ich deinen.“ Das Gedicht selbst ist in den beiden vorgenannten
Simrock-Gedichtsammlungen exkulpiert.
Diskussionswürdig sind ebenfalls die von Simrock präsentierten Sprichwörter
über Juden ( Kleine Auswahl - Anlage): https://www.digitale-
sammlungen.de/de/view/bsb11262532?page=5
Das Bonner Stadtmuseum, das sich für Karl Simrock engagiert, sagt nichts
öffentlich zum Antisemitismus bei Karl Simrock. Der Leiter des Stadtmuseums,
Herr Florian Pauls: „Es ist uns bekannt, dass sich Karl Simrock in seinen Werken
auch antisemitisch geäußert hat.“
(Dezernat IV): „Um Karl Simrock als möglicherweise ambivalente Person
überhaupt auf bonn.de kontextualisieren zu können, bedarf es ebenfalls einer
Recherche und eines wissenschaftlichen Gutachtens – im Idealfall von einerm
Germanistin. Wir werden dies weiterverfolgen und in den Austausch mit der
Wissenschaft treten.“
Der städtische Bonner Chatbot zeigt keine „Ambivalenz“ an, wie Sie bitte der
Anlage entnehmen wollen. Last but not least: Die beiden Ausstellungen der
Bonner Universität betonen die enge, jahrzehntelange, Freundschaft von Karl
Simrock und den Brüdern Grimm, so dass es angesagt ist, auch auf den
Judenhass der Brüder Grimm hinzuweisen:
https://www.deutschlandfunk.de/judenhass-der-brueder-grimm-eine-lange-liste-
100.html
https://www.merkur-zeitschrift.de/artikel/etwas-vorlautes-widriges-das-
judenbild-der-brueder-grimm-a-mr-73-11-79/Seite 4 von 40
Hierzu siehe auch diesen Beitrag in der „neoreaktionären“
(Eigenbeschreibung) Zeitschrift „Tumult“: https://www.tumult-
magazine.net/post/thomas-hartung-biedermeierliche-gelehrtenhaltung
Zum Autor, Thomas Hartung, sei angemerkt, dass sich hier um einen AfD-
Funktionär und Mitbegründer der AfD in Sachsen handelt: https://www.dr-
thomas-hartung.de/
Dieser Artikel camoufliert und relativiert Antisemitismus mit der Überschrift:
„In der Romantik war Antisemitismus nichts Ungewöhnliches“
Hierzu ist zu sagen: „Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen“ - Zum
Antijudaismus in den grimmschen Märchen am Beispiel des Juden im Dorn
Hingewiesen sei noch auf diese Tagung:
https://www.grimmwelt.de/de/journal/das-werk-der-brueder-grimm-im-
spannungsfeld-antijuedischer-stereotype-und-antisemitischer-vereinnahmung
Nun zwei Fragen: In der Anlage ist beigefügt das Titelblatt und Impressum:
Der Maikäfer – Zeitschrift für Nichtphilister, Band 4, Jg 1845 und 1846,
Veröffentlichung des Stadtarchivs Bonn, Bd. 33, 1985 - Hier ist das Gedicht
„Die beiden Juden“ von Karl Simrock enthalten, wie aus dieser Google-
Digitalisierung hervorgeht:
https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uva.x001827933&seq=264 Aus der
Ausstellungsdokumentation , S. 61, geht hervor (Anlage), dass das Exponat Nr.
73 aus dem Bonner Stadtarchiv (St. A.) stammt.
1. Warum tauchen das Gedicht und die weiteren von mir dokumentierten
Beispiele für Antisemitismus/Antijudaismus bei Karl Simrock nicht im
Chatbot der Stadt Bonn auf ?
2. Wann wird der städtische Chatbot und das Stadtarchiv/Stadthistorische
Bibliothek im Fall Karl Simrock in angemessener Zeit auf den neuesten Stand
der Erkenntnisse gebracht?
Mit freundlichen GrüßenSeite 5 von 40
Karl Simrock und die Brüder Grimm im
Spiegel der Bonner Universität und des
Bonner Stadtarchivs. Ein Nachschlag.
https://archivalia.hypotheses.org/264895
Von Wolfgang H. Deuling
Museum der Universität Bonn
Das Schaufenster der Wissenschaft
Museum der Universität Bonn
Aus Anlass der Sonderausstellung Karl Simrock und die Grimms wurde über
diese Ausstellung auf Archivalia berichtet:
ArchivaliaSeite 6 von 40
Erstmalig wurde in einem Museum Antisemitismus bei Karl Simrock
dokumentiert.
Dies ist deshalb zu betonen, weil in einer früheren Ausstellung der Bonner
Universität und des Bonner Stadtarchivs das Thema Antisemitismus bei Karl
Simrock und den Brüdern Grimm ein Tabu war:Seite 7 von 40
Es handelt sich hier um die Dokumentation einer Ausstellung in der
Universitätsbibliothek Bonn vom 25. November 1977 bis 25. Februar 1978.
Veranstalter der Ausstellung: Stadt Bonn (Stadtarchiv und Wissenschaftliche
Stadtbibliothek) und Rheinische Friedrich Wilhelms-Universität
(Universitätsbibliothek), Veröffentlichung des Stadtarchivs Bonn, Bd. 21, 1979
In der Dokumentation der Ausstelllung kommt auf 207 Seiten das Wort und
Thema Antisemitismus/Antijudaismus mit keiner Zeile vor. Das Wort „Jude“
kommt in der Dokumentation dreimal vor (S.22, 61) mit Hinweis auf Werke von
Simrock in chronologischer Reihenfolge:Seite 8 von 40
47. Der ewige Jude. In: Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde,
Bd 1, H. 1 Göttingen 1853, S.431-438.
Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde
Siehe auch: Ewiger Jude - Wikipedia
73. Karl Simrock: Die beiden Juden. Streitgedicht. Eigenhändige Niederschrift. 5
beschriebene Seiten. Veröff.: Simrock, Gedichte (1863) S.396-300 Nr.124;
Maikäfer. Jg. 6, 1845, Nr. 36
Der Maikä fer Bd.4 1845/46
In der aktuellen Sonderausausstellung wird immerhin mit einem kleinen
Aufsteller auf das Thema Antisemitismus bei Karl Simrock hingewiesen:Seite 9 von 40
Zum Judenhass der Gebrüder Grimm wird nichts gesagt. Doch hierzu
später mehr.Seite 10 von 40
Mich haben die beiden Bonner Ausstellungen zu einer kleinen
Literaturrecherche stimuliert.
Hier das Ergebnis: Beginnend mit dem schon erwähnten Gedicht
„Die beiden Juden“
Erstmalig 1831 in der Berliner „Mittwochsgesellschaft“ des Kriminalrats
Julius Eduard Hitzig - zusammen mit Simrocks Freund Wilhelm
Wackernagel- vorgetragen. Der literarischen Gesellschaft war Simrock
1824 bei Gründung beigetreten.
Zu Julius Eduard Hitzig:
Julius Eduard Hitzig
Deutsche-Biographie
„ Was ihr schreibt, das sei geschrieben, doch auch Juden lernet lieben.“
Aus: Doris Pinkwart, Karl Simrock, 1979, S. 61 – Das Gedicht ist in der
Ausstellungs-Dokumentation nicht enthalten.
Karl Simrock (1831)
Die Beiden Juden (1831)
TenzoneSeite 11 von 40
Joseph - Karl Joseph Simrock
Wilhelm - Wilhelm Wackernagel
Tenzone - BedeutungSeite 12 von 40
Seite 13 von 40
hathitrust.org
Karl Simrock (1844)
Der Knabe Jesus (1844)
Gar eines schönen Tages gingen
Die Kinder vor das Tor und singen
Da Kurzweil an und Kinderspiel.
Da sprang mit andrer Knaben viel
Der Knabe Jesus auch von Haus.
Sie kamen bald aufs Feld hinaus,
Wo Lehm und Erde war gegraben.
Da setzt' er sich mit andern Knaben
Und bildete mit kleiner Hand,
Den weichen Lehm, den losen Sand,
Und machte kleine Vögelein,
Wie er sie fliegen sah im Hain,Seite 14 von 40
Grasmücken, Finken, Wachteln, Tauben
Und den Widehopf mit hoher Hauben.
Wie nun die andern Knaben sahn
Die Vögel all' so wohlgetan,
Da lachten sie und wollten auch
Sich Vögel machen nach seinem Brauch.
Nun war's der Juden Sabbattag,
Da der Kinder Schar im Sande lag.
Da kam ein alter Jude just
Daher und sah der Kleinen Lust,
Wie sie mit Lehm und Erde spielten
Und nicht des Tages Feier hielten:
Darob erbost' er sich alsbald
Und fuhr die Kinder an und schalt.
Er sprach: »Ihr seid des Teufels Brut,
Daß ihr hier solche Dinge tut.
Ihr brechet euern Sabaot:
Damit erzürnt ihr euern Gott.
Jesus, die Schuld hast du allein,
Daß diese Kinder insgemein
Der schwere Zorn des Himmels trifft:
Von dir kommt der Verführung Gift.«
Doch Jesus sprach: »Ei, wollte Gott,
Daß du selber deinen Sabaot
Zu halten wüßtest, so wie ich:
Nicht also schelten darfst du mich.«
Da ward der alte Jud' erst böse
Und lief mit kreischendem Getöse
Hinzu, sich an dem Kind zu rächen,
Sein schönes Spiel ihm zu zerbrechen.
Zertreten wollt' er mit den Füßen
Die Vögelein, den Zorn zu büßen.
Doch Jesus ihm das nicht vertrug:
Die Händlein rasch zusammenschlug,
Wie wenn man Vögel will erschrecken;
Die Stimme ließ er, sie zu wecken,
Erklingen auch mit lautem Schall:
Da wurden sie lebendig all
Und flogen auf und hoch empor
Und sangen laut herab im Chor:
»Wir haben Leben und Gefieder;
Nun komm einmal und tritt uns nieder.«
Der Alte hört' es ungelassen;
Doch mußt' er sie wohl fliegen lassen.
Projekt-GutenbergSeite 15 von 40
Karl Simrock (1832)
An Ludwig Börne (1832)
I.
Du haßest Alles, was romantisch ist,
Und weil ich dir auch ferner gern missfiele, *
Und für romantisch gelten Klingreimspiele,
So werd ich dir zu Liebe Sonettist.
Du, der ein Seher und Prophete bist,
Du freilich stellst, man siehts an deinem Stile,
Hochklassische Vollendung dir zum Ziele,
Wie Pythia nie der Kunst Apolls vergißt.
Rhapsodisch, ja homerisch sind die Briefe,
Die du an Israel aus Babel schriebst
Vom Völkerlenz, als deines Volks Messias.
Die plastisch edle Form und jene Tiefe,
Die du dem Seherblick zu paaren liebst,
Bewundern muß Europa diese Trias.
II.
Wohl thust du, dem Romanischen abzusagen;
Doch kannst du der Romantik nicht entfliehn,
Sie wird dir nach zu den Franzosen ziehn,
Dort in der Heimat frische Wurzeln schlagen.
Romantischer auch schon seit alten Tagen
Ist dein Paris als Petersburg und Wien:
Nur seinen Dichtern wars noch nicht verliehn
Den Wald zu sehn vor Bäumen, die da ragen.
Schau her, dieß ist die Stadt der Paladine,
Hier sang sein zärtlich Lied der Troubadour,
Johanne d'Arc schwang hier die Siegesfahne.
Du selber, trotz der orientalschen Miene,
Bist eine halbromantische Figur
Mit deinem Freiheitschwindel, deinem Wahne.
III.
Weil Lieb und Haß das Erbtheil starker Seelen,Seite 16 von 40
So ist noch mehr zu haßen dir vonnöthen:
Wen haßest du nur gleich? Du haßest Goethen
Nun, ich gestehs, du weist dein Ziel zu wählen.
Allein der Grund? Es darf ein Grund nicht fehlen;
Was that der Greis, daß man ihn sollte tödten?
Wenn Vaterland und Freiheit es geböten,
Vielleicht wär Sand noch wieder zu beseelen.
„Nicht Grunds genug, daß ihn die Deutschen lieben?
Ihr letzter Halt, ihr Stolz und Ruhm, wie keiner,
Wär der nicht mehr, zerstöbe die C......."
O welch ein Compliment hast du geschrieben!
Wart, loser Schmeichler! du, wenn jemals Einer,
Verdienst die goethesche Verdienstmedaille.
IV.
Daß du die Deutschen haßest, scheint erklärlich,
Es liegt im Blut und ist dir noch geblieben:
Vom eignen Geist wird jeder Stamm getrieben:
Bei dir ist das am wenigsten gefährlich.
Wenn ich mich selber prüfe, fühl ich klärlich:
Wär es uns nicht ausdrücklich vorgeschrieben,
Die Menschen alle brüderlich zu lieben,
Dein Volk zu haßen, war mir unentbehrlich.
Und hat der Glaubenshaß nicht seine Rechte?
Du wurdest unter Deutschen just geboren,
Und haßest sie, weil sie dich wollten taufen.
Ein Andres wärs, wenn es dir Schaden brächte;
Allein die Deutschen sind gutmüthge Thoren,
Sie werden deine Bücher dennoch kaufen.
V.
„Was man verbietet, wird erst recht gelesen,"
Schon wähnst du deines Buches Glück gemacht,
Doch juble nicht zu früh aus Unbedacht:
Wohl nie ist Weiser ein Verbot gewesen.
Denn wer dich liest, der zahlt noch keine Spesen,
Und hat er je wie du gefühlt, gedacht,
Sich je gesehnt nach Frankreichs Uebermacht,
So heilst du ihn von dem verkehrten Wesen.Seite 17 von 40
Es thut Wohl Noth ein Nießwurz zu verschreiben:
Der Honig dieser Zeit hat auch sein Gift
Nie sich zum Weizen immer Spreu gesellt.
Den bösen Geist den Köpfen auszutreiben
Lockt uns ein klug Verbot zu deiner Schrift,
Wir lesen, niesen und sind hergestellt.
* Das Lied von den drei Tagen hatte ihm missfallen,
weil es zu romantisch sei.
Aus der Sammlung Mancherlei
Deutsche Sprichwörter über Juden
- gesammelt von Karl Simrock -Seite 18 von 40
5115. Judenzins und Hurenheuer sind gemeiniglich sehr theuer
5264. Willst du einen Juden betrügen, mußt du ein Jude sein.
5265. Es gehören neun Juden dazu, um einen Baseler, und neun Baseler, um
einen Genfer zu betrügen.
5266. Trügt ein Jude den andern, ein Pfaffe den andern, ein Weib das andre,
so lacht Gott im Himmel.
5267. Wer einen Juden besch–, sündigt wie einer, der auf die Würfel hofiert.
5268. Juden und Edelleute halten zusammen.
5269. Verloren – wie eine Judenseele!
5270. Geht alles links, wie bei den Juden.
5271. Er ist so willkommen wie ein Ferkel im Judenhaus.
5272. Schlägst du meinen Juden, schlag ich deinen.Seite 19 von 40
5273. Wormser Juden, fromme Juden!
12349. Zwei Juden wissen immer, was eine Brille kostet.
Digitale Sammlungen
Und was sagt der Chatbot der Stadt Bonn über Karl Simrock?
KI-Chatbot Stadt BonnChatbot der Stadt Bonn
„Karl Simrock Antisemitismus“ (Prompt)
Der Bonner Germanist und Professor Karl Simrock war eine prägende Persönlichkeit des 19.
Jahrhunderts und engagierte sich intensiv für deutsche Volksbräuche sowie die Einigung der
deutschen Einzelstaaten. Er war zudem maßgeblich im „Festcomité des Bonner Karnevals“
aktiv und nutzte dieses als Bühne für politische Ideen und gesellschaftlichen Wandel.
Bezüglich Ihrer Frage zu einer möglichen antisemitischen Einstellung ist festzuhalten: In der
städtischen Überlieferung und den historischen Kontexten zu Persönlichkeiten des 19.
Jahrhunderts in Bonn werden bei einigen Zeitgenossen (wie etwa Ernst Moritz Arndt)
antisemitische Ansichten ausdrücklich dokumentiert und kritisch eingeordnet. Für Karl
Simrock finden sich in den vorliegenden städtischen Informationen keine Hinweise auf
eine solche Ausrichtung oder eine entsprechende öffentliche Kontroverse, wie sie etwa
bei Arndt oder dem Dramatiker Wilhelm Schmidtbonn der Fall ist.
Simrock wird in der städtischen Historie primär für seine literarische Arbeit, insbesondere als
Übersetzer des Nibelungenliedes, als Herausgeber der Gedichte von Walther von der
Vogelweide sowie durch seine „Deutschen Volksbücher“ gewürdigt. Sein Name ist in Bonn
unter anderem durch das Karl-Simrock-Jugend-Lesepreis und die Karl-Simrock-Schule
präsent.
Falls Sie tiefergehende historische Recherchen zu diesem spezifischen Punkt anstellen
möchten, bietet unser Stadtarchiv umfangreiche Ressourcen und Publikationen zur Bonner
Stadtgeschichte an.
Weitere Informationen zum StadtarchivSeite 20 von 40
Zum Judenhass der Brüder Grimm
Jacob (1785–1863) und Wilhelm (1786–1859)
https://www.kassel.de
Deutschlandfunk - Judenhass der Brüder Grimm
Jacob Grimm 1815
»Alle Judenwörter, wenn wir sie in unserm christlichen Sprachhaushalt brauchen
wollen, klingen unedel und schmutzig; sie rühren aus dem gemeinen Umgang mit dem
schachernden, wuchernden, trödelnden, fleischschächenden Volke her«
Wilhelm Grimm 1833
»Ich bemerke nur daß die Juden immer mehr überhand nehmen, ganze Tische u. Plätze
sind damit angefüllt, da sitzen sie mit der ihnen eigenen Unverschämtheit, fressen Eis u.Seite 21 von 40
legen es auf ihre dicken u. wulstigen Lippen, daß einem alle Lust nach Eis vergeht.
Getaufte Juden sind auch zu sehen, aber erst in der 5ten oder 6ten Generation wird der
Knoblauch zu Fleisch.«
Zeitschrift Merkur - Das Judenbild der Brüder Grimm
Hierzu siehe auch diesen Beitrag in der „neoreaktionären“ (Eigenbezeichnung)
Vierteljahres -Zeitschrift - Tumult
"BIEDERMEIERLICHE GELEHRTENHALTUNG"
Zum Autor, Thomas Hartung, sei angemerkt, dass sich hier um einen AfD-
Funktionär und Mitbegründer der AfD in Sachsen handelt:
Dr. Thomas Hartung
Dieser Artikel camoufliert und relativiert Antisemitismus nach dem Motto der
Überschrift:
„In der Romantik war Antisemitismus nichts Ungewöhnliches“
Hierzu ist zu sagen: „Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen“ –
Zum Antijudaismus in den grimmschen Märchen am Beispiel des Juden im
Dorn
Hingewiesen sei noch auf diese Tagung:
»Das Werk der Brüder Grimm im Spannungsfeld antijüdischer Stereotype und
antisemitischer Vereinnahmung«
Zu guter Letzt eine skurrile contradictio in adiecto als Deutungshypothese des
Judenbildes der Brüder Grimm
„Philosemitischer Antisemitismus“Seite 22 von 40
Prof. Dr. Holger Ehrhardt
__________________________Seite 23 von 40
Digital resources in the Social Sciences and Humanities
Karl Simrock und seine literarischen
Freunde im Sumpf des „romantisch-
christlichen“ Antisemitismus. Eine
noch nicht erzählte Geschichte. Teil
3.
Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-
christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte Geschichte. Teil 3.
Von Wolfgang H. Deuling
Teil 1: https://archivalia.hypotheses.org/262914
Teil 2: https://archivalia.hypotheses.org/264895
I.
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 1/17Seite 24 von 40
1855
Legenden von Karl Simrock
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 2/17Seite 25 von 40
Seite 177 (-240)
books.google.de
Bei dem Text „St. Silvester“ von Karl Simrock aus dem Jahr 1855 handelt es sich
um eine Nacherzählung der mittelalterlichen Silvesterlegende, wie sie u.a. durch
Konrad von Würzburg (1230-1287) überliefert ist.
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 3/17Seite 26 von 40
Wilhelm Grimm, ein jahrzehntelanger Freund von Karl Simrock, hatte bereits die
Verslegende von Konrad von Würzburg im Jahr 1841 in Göttingen
herausgebracht:
books.google.de
Silvesterlegende‹ Konrads von Würzburg
Die Erzählung befasst sich mit dem Leben des Papstes Silvester I. und der
Bekehrung von Kaiser Konstantin zum Christentum:
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 4/17Seite 27 von 40
Judenbilder in der Literatur des Mittelalters
Warum ist sowohl die Fassung von Wilhelm Grimm wie auch die von Karl
Simrock antijüdisch?
Im Text werden die traditionellen antijüdischen Stereotypen des christlichen
Mittelalters reproduziert:
Die jüdischen Gelehrten (Rabbiner) werden als verstockt und unfähig
dargestellt die „Wahrheit“ des Christentums anzuerkennen, bis sie durch ein
Wunder zu Verstand kommen.
Die Figur des jüdischen Magiers „Zambri“ bedient das Stereotyp des „jüdischen
Zauberers“, der mit dunklen Kräften und dem Tod im Bunde ist: Zauberjuden
– im Gegensatz zum christlichen Heiligen, der für das Leben steht.
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 5/17Seite 28 von 40
Der Text intendiert die rituelle und argumentative Vernichtung des jüdischen
Glaubens. Das Judentum wird als „todbringende“ Religion gekennzeichnet, die
im Christentum aufzugehen hat.
Wer noch eine visuelle Darstellung des Propaganda-Comics von Silvester und
Konstantin braucht – ab Minute 25.18:
terra-x-rom
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 6/17Seite 29 von 40
Cappella di San Silvestro
Basilika Santi Quattro Coronati
Silvester Kapelle
II.
Einige Personen des romantischen Kreises von Karl Simrock in Berlin und Bonn.
Die „Hitzigsche Mittwochsgesellschaft“ (historisch meist als Neue
Mittwochsgesellschaft bezeichnet) war eine bedeutende literarisch-musische
Vereinigung im Berlin des 19. Jahrhunderts. Sie wurde am 26. Oktober 1824 von
dem Juristen, Verleger und Schriftsteller Julius Eduard Hitzig ins Leben gerufen.
Dichter und Schriftsteller
Adelbert von Chamisso – Enger Freund Hitzigs, Naturforscher und Dichter (Peter
Schlemihl).
30.09.26, 10:02 Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte …
https://archivalia.hypotheses.org/268075 7/17Seite 30 von 40
Joseph von Eichendorff – Einer der bedeutendsten Lyriker und Prosaisten der
deutschen Romantik.
Achim von Arnim – Bekannter Dichter und wichtiger Vertreter der Heidelberger
Romantik.
Willibald Alexis (Wilhelm Häring) – Historischer Romancier, der später eng mit
Hitzig publizierte.
Friedrich de la Motte Fouqué – Dichter und Autor des bekannten Märchens
Undine.
Karl Simrock – Dichter und Philologe, bekannt für seine Übersetzungen des
Nibelungenliedes
Wilhelm Wackernagel – Philologe und Kunsthistoriker, gemeinsame Arbeiten
mit Karl Simrock
Karl Holtei – Schriftsteller, Schauspieler und Theaterregisseur.
Karl Leberecht Immermann – Schriftsteller und Dramatiker.
Franz von Gaudy – Dichter und Novellist, der eng mit Chamisso
zusammenarbeitete.
Karl Streckfuß – Dichter und Übersetzer u. a. von Dante
Wissenschaftler, Denker und Gelehrte
Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Der weltberühmte Philosoph der Berliner
Universität nahm ebenfalls an den Runden teil.
Karl August Varnhagen von Ense – Diplomat, Chronist und Berliner Salon-
Netzwerker.
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Karl Asmund Rudolphi – Naturforscher und Mediziner.
Karl Wilhelm Ferdinand Solger – Philologe und Philosoph.
Wilhelm Neumann – Historiker und Philologe
Franz Kugler – Kunsthistoriker und Hitzigs Schwiegersohn
Doris Pinkwart, Karl Simrock, 1979, S. 61, Bonner Stadtarchiv
Das Gedicht von Karl Simrock „Die beiden Juden“ wurde vorgetragen mit
Wilhelm Wackernagel 1831 in der „Mittwochsgesellschaft“:
babel.hathitrust.org
Und das sagt die Bonner Kulturverwaltung am 11. September 2026 in ihrem
Chatbot:
Bonner Chatbot am 11. September 2026
Das von Ihnen angesprochene Gedicht „Die beiden Juden“ ist mir aus den
allgemeinen Informationen zu Karl Simrock als Stadtverwaltung nicht bekannt,
und es finden sich in unseren städtischen Datenbeständen dazu keine
spezifischen Einträge.
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Karl Simrock war eine komplexe Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, dessen
Wirken als Germanist und Mitstreiter für demokratische Ideale in Bonn sehr
geschätzt wird. Gleichzeitig sind die Schriften vieler Autoren jener Zeit aus
heutiger Sicht teils ambivalent zu betrachten, da sie den gesellschaftlichen
Vorurteilen der damaligen Epoche unterlagen.
Wenn Sie sich wissenschaftlich mit dem literarischen Gesamtwerk von Karl
Simrock auseinandersetzen möchten, bietet Ihnen die Stadtbibliothek oder das
Stadtarchiv Zugang zu weiterführenden Werken und Quellen, die eine fundierte
historische Einordnung ermöglichen.
III.
Wegweisende Literatur zu „Romantischer Antisemitismus“:
1.Günter Oesterle, Juden, Philister und romantische Intellektuelle.
Überlegungen zum Antisemitismus in der Romantik
https://edoc.hu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/404e95db-7ad0-4ce7-
8cd7-e046dfddb500/content
2. Stefan Nienhaus, Aufklärerische Emanzipation und romantischer
Antisemitismus in Preußen im frühen 19. Jahrhundert
https://riviste.unimi.it/index.php/StudiaTheodisca/article/view/2076/2308
3. Tobias Jaecker, Judenemanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert
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https://www.jaecker.com/2002/03/judenemanzipation-und-antisemitismus-
im-19-jahrhundert/
4. Arno Herzig, 1815-1933: Emanzipation und Akkulturation
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/juedisches-leben-in-deutschland-
304/7674/1815-1933-emanzipation-und-akkulturation/
5. Peer Jürgens, Judenfeindliche Darstellungen in romantischen Märchen
Über Judenfiguren bei den Brüdern Grimm und Clemens Brentano
tu-berlin.de
6. Michael Lausberg, Geistige Vorbereiter des Holocaust. Antisemitismus im
deutschen Bildungsbürgertum vor 1933
tabularasamagazin.de
michael-lausberg.de
7. Werner Treß, stellvertretender Direktor des MMZ, stellt seine im September
2026 veröffentlichte Habilitationsschrift Deutscher Nationalismus und
Judenhass. Die Ursprünge des modernen Antisemitismus und die Anfänge der
Wissenschaft des Judentums 1813–1819 vor.
Buchvorstellung: Deutscher Nationalismus und Judenhass
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Karl Simrock und seine literarischen Freunde im Sumpf des „romantisch-
christlichen“ Antisemitismus. Eine noch nicht erzählte Geschichte. Teil 4.
Leser machen auf ein weiteres Werk von Karl Simrock im Kontext des
„romantisch-christlichen“ Antisemitismus und Nationalismus aufmerksam:
https://books.google.
https://www.digitale-sammlungen.de
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Dem Volksbuch von Karl Simrock liegt die mittelalterliche lateinische Schrift
„Historia trium regum“ von Johannes von Hildesheim zugrunde:
Geschichtsquellen.de
Johannes von Hildesheim schrieb die Geschichte der Heiligen Drei Könige im
Jahre 1364. Er sollte das Buch im Auftrag von dem Bischof von Münster zum
Anlaß des 200. Jahrestages der Überführung der Gebeine von Mailand nach
Münster erstellen.
Johannes von Hildesheim schrieb das Buch in einer Zeit, die von Pestepidemien
(1348/49) und als Folge davon von gewalttätigen antijüdischen Progromen
geprägt war: Ab 1348/49 wurden die Juden in Deutschland für die verheerenden
Pestseuchen verantwortlich gemacht. Die Juden in Worms wurden grausam
verfolgt, vertrieben oder getötet, ihre Häuser in Brand gesteckt, die Mörder
raubten ihre Güter. Die Pestpogrome bewirkten das Ende der Blüte jüdischer
Gelehrsamkeit der Schum-Städte, die heute Weltkulturerbe sind:
UNESCO-WELTERBE SchUM-Stätten
Pestpogrome 1348/49
Die Gebeine der Heiligen Drei Könige sollen der Legende nach durch die Heilige
Helena nach Konstantinopel gebracht worden sein. Von Konstantinopel gelangten
sie nach Mailand, bis 1164 Rainald van Dassel, der Erzbischof von Köln und
zugleich Kanzler Barbarossas war, diese nach Köln schaffte. Hier wurden sie im
berühmten Dreikönigsschrein beigesetzt.
Der Dreikönigstag und das Sternsingerbrauchtum
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Dreikönigenschrein im Kölner Dom
Karl Simrock hat das Buch 1842 explizit veröffentlicht um Geld für die
Fertigstellung des Kölner Doms zu sammeln („zum Besten des Dombau’s ), da
dieser noch unvollendet war. Siehe hierzu das Kapitel Baugeschichte im 19.
Jahrhundert „Vollendung als nationale Aufgabe“:
Kölner Dom
Der Antijudaismus in Simrocks Nacherzählung:
Während die heidnischen drei Könige den neugeborenen Messias sofort
erkennen und anbeten, wird den Juden vorgeworfen die eigenen
Prophezeiungen zu ignorieren und Jesus abzulehnen.
Das Christentum habe das Judentum als das „wahre Gottesvolk“ abgelöst,
wobei die drei heidnischen Könige das Licht des neuen christlichen Glaubens
annehmen, während den Juden Blindheit gegenüber der Wahrheit unterstellt
wird.
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Wie schon in der Silvesterlegende wird der Mutter Konstantins, der heiligen
Helena als ehemalige Befürworterin des Judentums und nunmehrige Christin,
eine zentrale Rolle zugewiesen:
Die Legende von den heiligen drei Königen
Last but not least
1. Karl Simrock’s Ausgewählte Werke in zwölf Banden: mit Einleitungen und
einer Biographie des Dichters herausgegeben von Gotthold Klee
archive.org
2. Carl Simrock: sein Leben und seine Werke
von Nicolaus Hocker
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Nikolaus Hocker
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wolfganghdeuling
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wolfganghdeuling (15. September 2026). Karl Simrock und seine literarischen
Freunde im Sumpf des „romantisch-christlichen“ Antisemitismus. Eine noch
nicht erzählte Geschichte. Teil 3. Archivalia. Abgerufen am 30. September
2026 von https://doi.org/10.58079/16s2i
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Datenstand: 03.11.2026, 10:02 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de