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261772 · Mitteilungsvorlage

Hitzeschutz bei Feuerwehr und Rettungsdienst

Nummer
261772
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
24.09.2026
Letzte Änderung
28.10.2026
  • Dransdorf Ortsteil· Bonn Hauptort
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz 15.10.2026 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
261772
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
37 Feuerwehr und Rettungsdienst
Dezernat:
Dez. I
Hitzeschutz bei Feuerwehr und Rettungsdienst
Beratungsfolge
Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und
Bevölkerungsschutz
15.10.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Anhaltende Hitzeperioden haben auch erhebliche Auswirkungen bei Feuerwehr
und Rettungsdienst. Neben einer hohen Zahl hitzebedingter Einsätze steigt
auch die körperliche Belastung der Einsatzkräfte deutlich. Im Folgenden wer
den die Auswirkungen des Sommers 2026 dargestellt. Anschließend werden
die Maßnahmen bei Feuerwehr und Rettungsdienst zur Gewährleistung eines
sicheren Dienstbetriebs und zur Vermeidung hitzebedingter Gesundheitsgefah
ren für Mitarbeitende und Einsatzkräfte erläutert.
Situation im Sommer 2026
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schreibt in seiner Pressemitteilung vom
31.08.2026 zum Sommer 2026:
„Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnen
schein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten
seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird.
Nach extremen Temperaturen im Juni schwächte sich die Hitze im Norden ab,
während der Südwesten weiterhin unter anhaltender Hitzebelastung stand. […]
Nordrhein-Westfalen erreichte im Sommer 2026 voraussichtlich 19,5 °C und lag
damit 3,2 Grad über dem Klimamittel (16,3 °C) sowie auf Augenhöhe mit dem
bisherigen Rekordsommer 2003. Klimatologisch herausragend waren der hinter
2019 zweitwärmste Juni und der trockenste Juli seit Messbeginn 1881. Über
die Landesfläche gemittelt summierten sich in der Saison rund 20 heiße und
fünf sehr heiße Tage - in beiden Fällen neue Höchststände. Den Temperatur
gipfel markierten jeweils 40,2 °C in Tönisvorst am 26.6. und in Weilerswist-
Lommersum am 27.6.; zugleich bedeutete dies einen neuen Junirekord für
Nordrhein-Westfalen. Mit voraussichtlich rund 154 l/m² fielen lediglich 64 Pro
zent des üblichen Sommerniederschlags (240 l/m²). Die großräumige Trocken
heit spiegelte sich in historischen Niedrigwasserständen des Rheins und einer
erheblichen Waldbrandgefahr wider. […]“ [1]
Die Auswirkungen dieser Wetterbedingungen zeigten sich auch bei Feuerwehr
und Rettungsdienst.
In der Hitzewelle zum Ende des Junis konnte eine erhebliche Steigerung der
Rettungsdiensteinsätze aufgrund von hitzedingten Erkrankungen und Sterbefäl
len festgestellt werden. Dieses Phänomen zeigte sich nicht nur in der BundesSeite 1 von 8
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stadt Bonn, sondern ebenfalls, mit teilweise gravierenden Auswirkungen für den
Rettungsdienst und die Krankenhäuser, in mehreren Großstädten in Nordrhein-
Westfalen. [2]
Im August kam es aufgrund der anhaltenden Trockenheit und ungünstiger Wet
terbedingungen vermehrt zu Vegetationsbränden. In der Bundesstadt Bonn, im
direkten Umland und in vielen Teilen von Nordrhein-Westfalen waren Feuer
wehrkräfte bei der Bekämpfung der Brände im Einsatz.
Nachstehend werden sowohl die rettungsdienstlichen Herausforderungen im
Juni als auch die Vegetationsbrände im August näher betrachtet.
Rettungsdiensteinsätze im Juni
„Vom 18. bis zum 28. Juni 2026 veröffentlichte der Deutschen Wetterdienst
(DWD) an jedem Tag Hitzewarnungen für die Kreise und kreisfreien Städte in
NRW. An 8 Tagen, davon 5 in der zweiten Woche der Hitzewelle (26. Kalen
derwoche (KW) – 22.06. bis 28.06.), wurde vor extremer Wärmebelastung ge
warnt, welche die höchste Warnstufe des DWD darstellt. Damit gab es bereits
im Juni 2026 doppelt so viele Tage mit extremer Wärmebelastung als bisher
maximal – gemessen seit Einführung des amtlichen Hitzewarnsystems im Jahr
2005 – in einem Kalenderjahr vorlagen.“ [3]
Abbildung 1: Temperaturdiagramm Wetterstation Flughafen Köln/Bonn Juni
2026 [4]
Insbesondere in der KW 26 zeigte sich ein drastischer Anstieg der Sterbefälle
in NRW. Auch in der Bundesstadt Bonn konnte in diesem Zeitraum ein erhebli
cher Anstieg der Rettungsdiensteinsätze aufgrund von hitzebedingten Erkran
kungen sowie Sterbefällen festgestellt werden. Es ist eine Häufung der Einsät
ze zum Ende der Woche und damit auch erst nach einer länger andauernden
Hitzephase erkennbar. In der Woche vom 25.06. bis 30.06. wurden in Bonn
durch den Notarztdienst 35 Todesfeststellungen (im Vergleichszeitraum 2025:
9) und 12 Reanimationen (im Vergleichszeitraum 2025: 6) durchgeführt. Allein
am 27. und 28.06. wurden 31 hitzeassoziierte, akute Erkrankungen bis im Ein
zelfall hin zum Hitzschlag erfasst. Zur Abarbeitung des erhöhten Einsatzauf
kommens wurden zusätzliche Rettungsmittel in Dienst genommen (Sonderbe
darf), sodass trotz der erheblichen Auslastung der Sachgerechte Betrieb des
Rettungsdienstes in Bonn sichergestellt war. In diesem Zeitraum gab es auch
vermehrt Feuerwehreinsätze, z. B. Türöffnungen im Zusammenhang mit den
Rettungsdiensteinsätzen.
Abbildung 2: Sterbefälle je Kalenderwoche in NRW [3]
Vegetationsbrände im August
Die anhaltende Trockenheit von Ende Juni bis Mitte August führte im August zu
einer erheblichen Brandgefahr in der Natur. In ganz NRW kam es in der KW 33
(10.08. – 16.08.) zu Vegetationsbränden. Auch in Bonn wurde die Feuerwehr in
dieser Woche vermehrt zu Flächenbränden alarmiert. Ein größerer Flächen
brand ereignete sich am 14.07.2026 auf einem Feld und einer angrenzenden
Kleingartenanlage in der Ortslage Dransdorf an der Grenze zur Gemeinde Alf
ter. Hier konnte eine weitere Ausbreitung trotz widriger Wetterbedingungen
verhindert werden. Die Wetterbedingungen sind ein entscheidender Faktor bei
der Entstehung und Ausbreitung von Vegetationsbränden. Eine niedrige relati
ve Luftfeuchtigkeit (< 30 %), starker Wind (> 30 km/h) und eine hohe Lufttem
peratur (> 30 °C) begünstigen diese erheblich. [5] Diese Bedingungen herrschSeite 2 von 8
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ten (zumindest zeitweise) in der KW 33.
Abbildung 3: Temperaturdiagramm und Windgeschwindigkeiten (Böen und Mit
telwind) Wetterstation Flughafen Köln/Bonn August 2026 [6]
Zudem unterstützte die Feuerwehr Bonn bei Bränden im Rhein-Sieg-Kreis und
beim Brand im Hürtgenwald im Kreis Düren. Ebenfalls wurde im Jahr 2026 be
reits viermal das europäische Waldbrandmodul der Feuerwehren aus Bonn,
Düsseldorf, Leverkusen, Ratingen und Kö-nigswinter aktiviert und war in den
Niederladen, Spanien, Serbien und erstmalig im Inland im Hürtgenwald einge
setzt.
Maßnahmen
Im Folgenden werden die Maßnahmen des Amtes 37 zur Gewährleistung eines
sicheren Dienstbetriebs und zur Vermeidung hitzebedingter Gesundheitsgefah
ren für Mitarbeitende und Einsatzkräfte erläutert.
Ab einer Außentemperatur von 30 °C werden organisatorische Maßnahmen
ergriffen, um die Belastung der Mitarbeitenden zu reduzieren. Dazu zählen die
Bereitstellung zusätzlicher Getränke, die Nutzung klimatisierter Arbeits- und
Aufenthaltsbereiche sowie eine flexible Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeits
ort für die Sachbearbeitung, soweit dienstliche Belange dies zulassen. Die Be
kleidungsordnung wird gelockert. Der Dienstbetrieb der Wachabteilungen kann
durch die zuständigen Führungskräfte in Abhängigkeit der Wetterlage und der
dienstlichen Erfordernisse angepasst werden.
Zur Vorbereitung auf die Sommermonate werden Verpflegungsreserven, Ge
tränke, Sonnenschutzmittel und weitere einsatzrelevante Materialien überprüft
und bei Bedarf ergänzt. Ebenfalls wird die technische Einsatzbereitschaft der
Fahrzeugklimatisierung überprüft.
Bei angekündigten Hitzeperioden werden die vorhandenen Vorräte bedarfsge
recht aufgestockt. Dies betrifft insbesondere Getränke, Kühlmöglichkeiten so
wie Verbrauchsmaterialien des Rettungsdienstes.
Lageabhängige Maßnahmen für den Einsatzbetrieb
Für die Feuerwehr gelten die Maßnahmen in Abhängigkeit der Wetterlage,
spätestens jedoch ab einer Hitzewarnung der Stufe 1. Zur Sicherstellung einer
ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme werden auf den Einsatzfahrzeugen Ge
tränke vorgehalten. Bei längeren Einsätzen können zusätzliche Versorgungs-
und Verschattungsmöglichkeiten sowie klimatisierte Rückzugsbereiche (z. B.
klimatisierte Busse) angefordert werden und für Einsatzkräfte und Betroffene
genutzt werden. Die Schutzkleidung kann durch die Führungskräfte auf das
notwen-dige Maß angepasst werden, sofern die erforderliche Schutzwirkung
noch gegeben ist. Zusätzliches Personal soll frühzeitig nachgeführt werden, um
die Kräfte auszulösen.
Bei länger andauernden Warnlagen wird zudem die Leitstelle personell ver
stärkt und Einberufung der Koordinierungsgruppe des Krisenstabes geprüft.
Beim Rettungsdienst werden abhängig von der Hitzewarnstufe des DWD und
der Dauer der Warnlage weitere Rettungsmittel vorgeplant (Sonderbedarf).
Gleichzeit erfolgt ein dauerhaftes Lagemonitoring, um ggf. bedarfsgerechteSeite 3 von 8
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Anpassungen vorzunehmen. Da das Einsatzaufkommen, wie oben dargestellt,
insbesondere bei länger andauernden Hitzeperioden zunimmt, wird ab dem
vierten Tag einer Hitzewarnung zusätzliches Personal der Berufsfeuerwehr
zum Austausch von Personal auf den Rettungsmitteln vorgeplant. Vergleichba
re Regelungen wurden mit den vier Hilfsorganisationen als Leistungserbringer
im Rettungsdienst für das organisationseigene Personal besprochen. Weiterhin
werden bei einer dauerhaften Auslastung der Rettungsmittel mit überwiegend
ununterbrochener Einsatztätigkeit zusätzliche Ruhepausen durch die Leitstelle
zugewiesen. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme
werden die Mitarbeitenden auf den Rettungsmitteln angewiesen zum Dienstbe
ginn die Fahrzeuge mit einer ausreichenden Anzahl von Getränken aus den
Wachdepots zu bestücken.
Kommt es trotz der dargestellten Maßnahmen zu einer Überlastung des Ret
tungsdienstes erfolgt eine Sofortmeldung und es können über die bestehenden
Landeskonzepte zusätzliche Einsatzmittel aus anderen Gebietskörperschaften
angefordert werden.
Neben den bereits getroffenen Maßnahmen werden zur Vorbereitung auf künf
tige Hitzewellen weitere Verbesserungsmöglichkeiten betrachtet. Hierzu zählt
unter anderem die Überprüfung der Fahrzeugausstattung bei Neubeschaffun
gen hinsichtlich der Klimatisierung und weiterer Kühlmöglichkeiten, die Über
prüfung der persönlichen Schutzausrüstung auf Verwendungs-tauglichkeit bei
heißen Temperaturen und ggf. Ergänzung der Ausstattung sowie die Überprü-
fung zusätzlicher Bedarfe bei der Versorgung der Einsatzkräfte.
Literaturverzeichnis
[1] Deutscher Wetterdienst, „Deutschlandwetter im Sommer 2026“. Zuge
griffen: 7. Septem-ber 2026. [Online]. Verfügbar unter: htt
ps://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260831_deutschla
ndwetter_sommer_news.html?nn=495078
[2] R. Striewski, „Nach Hitzewelle in NRW: Land kündigt mehr Hitzeschutz
in Kliniken an“. Zugegriffen: 7. September 2026. [Online]. Verfügbar unter: htt
ps://www1.wdr.de/politik/politik-in-nrw/hitzetote-nrw-landtag-100.html
[3] Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen, „NRW:
Zahl der Sterbefälle während der Hitzewelle im Juni 2026 erreicht neuen
Höchststand seit 2000“. Zugegriffen: 7. September 2026. [Online]. Verfügbar
unter: https://www.it.nrw/nrw-zahl-der-sterbefaelle-waehrend-der-hitzewelle-im-
juni-2026-erreicht-neuen-hoechststand-seit
[4] Michael Theusner, „Meteogramm Köln/Bonn - Juni 2026“. Zugegriffen:
7. September 2026. [Online]. Verfügbar unter: htt
ps://www.mtwetter.de/meteogramm.php?stations_id=02667&datum=2026-06
[5] Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung,
„Grundlagen der Vegetationsbrandbekämpfung“. Januar 2026.
[6] Michael Theusner, „Meteogramm Köln/Bonn - August 2026“. Zugegrif
fen: 7. September 2026. [Online]. Verfügbar unter: htt
ps://www.mtwetter.de/meteogramm.php?stations_id=02667&datum=2026-08
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Temperaturdiagramm Wetterstation Flughafen Köln/Bonn Juni
2026 [4]
Abbildung 2: Sterbefälle je Kalenderwoche in NRW [3]
Abbildung 3: Temperaturdiagramm und Windgeschwindigkeiten (Böen und MitSeite 4 von 8
Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
telwind) Wetterstation Flughafen Köln/Bonn August 2026 [6]
Anlage/n
1 Abbildung 1_Temperaturdiagramm Wetterstation Juni 2026 (öffentlich)
2 Abbildung 2_ Sterbefälle je Kalnederwoche in NRW (öffentlich)
3 Abbildung 3_ Temperaturdiagramm und Windgeschwindigkeiten (öffentlich)Seite 5 von 8
Abbildung 1: Temperaturdiagramm Wetterstation Flughafen Köln/Bonn Juni 2026 [4]Seite 6 von 8
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
2. Abbildung: Sterbefälle je Kalenderwoche in NRW [3]Seite 7 von 8
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
3. Abbildung: Temperaturdiagramm und Windgeschwindigkeiten (Böen und Mittelwind) Wetterstation Flughafen Köln/Bonn August 2026 [6]Seite 8 von 8

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Datenstand: 02.11.2026, 21:42 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de