261568 · Mitteilungsvorlage
Potenzialstudie „Natürliche CO2-Senken in der Bundesstadt Bonn“ und konkrete Umsetzungsansätze im laufenden Verwaltungsgeschäft
Kerndaten
- Nummer
- 261568
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 18.10.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Alt-Godesberg Hauptort
- Am Sportplatz
- Röttgener Straße
- Villiper Allee
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- F
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Mitteilungsvorlage öffentlich 261568 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Potenzialstudie „Natürliche CO2-Senken in der Bundesstadt Bonn“ und konkrete Umsetzungsansätze im laufenden Verwaltungsgeschäft Beratungsfolge Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalschutz 17.11.2026 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 25.11.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: Mit dieser Mitteilung wird die Potenzialstudie "Natürliche CO2-Senken in der Bundesstadt Bonn" zur Kenntnis gegeben und zugleich auf konkrete, unmittelbar umsetzbare Maßnahmen hingewiesen, die in das laufende Verwaltungsgeschäft integriert werden und keine zusätzlichen Haushaltsmittel erfordern. Hintergrund Im Rahmen des Bonner Klimaplans (Steckbrief 7.1.1.1) wurde durch das Büro ahu – Wasser, Boden, Geomatik in Zusammenarbeit mit der Verwaltung die Potenzialstudie „Natürliche CO-Senken in der Bundesstadt Bonn“ erstellt. Die Studie analysiert den aktuellen Zustand und die Potenziale zur Erhöhung der Kohlenstoffspeicherung in Böden und Biomasse im Stadtgebiet. Im Sinne des Vorsorgeprinzips im Umwelt- und Klimaschutz wird die Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) gegenüber der Kompensation klar priorisiert. Eine vollständige Vermeidung von THG- Emissionen ist nach heutigem Stand der Technik jedoch nicht möglich. Die Erreichung der bilanziellen Klimaneutralität erfordert daher ergänzend Maßnahmen zur Erzeugung sogenannter negativer Emissionen. Dies wird auch durch die aktuelle THG-Bilanz für das Jahr 2023 (DS 260550) verdeutlicht. Kompensationsleistungen können grundsätzlich sowohl durch natürliche Senken als auch durch technische Systeme erbracht werden. Der Schutz und die Weiterentwicklung natürlicher Senken bietet dabei erhebliche Synergieeffekte insbesondere in den Handlungsfeldern Klimaanpassung bzw. Schwammstadt und Biodiversität. Die vorliegende Studie erfasst den aktuellen Zustand sowie die Potentiale zur Erhöhung der Kohlenstoffspeicherung in Böden und Biomasse im Bonner Stadtgebiet. Im Mitwirkungsverfahren wurde von Bonn4Future angeregt zuSeite 1 von 109 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) prüfen, ob stadteigener Grünschnitt mittels Pyrolyseverfahren zu Pflanzenkohle verarbeitet und zur CO2-Bindung in Böden eingesetzt werden kann. Eine Umsetzung im größeren Maßstab ist derzeit mit erheblichen Herausforderungen verbunden, sodass dem Ansatz aktuell keine vorrangige Bedeutung für die CO2-Senkenwirkung in Bonn beigemessen wird. Eine weitere Beobachtung der Entwicklung bleibt jedoch sinnvoll. Zentrale Erkenntnisse der Potenzialstudie • In Anbetracht des bestehenden Nutzungs- und Entwicklungsdrucks im Stadtgebiet ist insbesondere der Schutz der bereits vorhandenen natürlichen Senken von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz. Diese speichern derzeit insgesamt 5,7 Mio. Tonnen CO2, was etwa der 3,3-fachen Menge der jährlichen THG-Emissionen in Bonn (Stand 2023) entspricht. • Die Potenziale zur zusätzlichen Schaffung natürlicher Senken wurden auf Grundlage von Annahmen abgeschätzt und unterliegen entsprechenden Unsicherheiten. Die theoretische zusätzliche Bindungsleistung liegt bei maximal 50.000t CO2 pro Jahr und entspricht damit derzeit etwa 3% der jährlichen CO2-Emissionen in Bonn. Die zusätzliche Schaffung natürlicher Senken ist demnach sinnvoll - vor allem mit Blick auf Synergieeffekte, sollte jedoch hinsichtlich ihres Beitrages zur Klimaneutralität nicht überschätzt werden. • Die größten Potenziale zur zusätzlichen CO2-Bindung im Stadtgebiet liegen in der kombinierten Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Forstwirtschaft, Holzbau und Agroforstsysteme. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Förderung des Holzaufwuchses in bestehenden Wäldern, die gezielte Wiederbewaldung von Schad- und Kahlflächen sowie der verstärkte Einsatz von Holz als klimafreundlichem Baustoff. • Darüber hinaus stellt die Entsiegelung von Flächen und die Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen eine multifunktionale Maßnahme dar. Sie trägt nicht nur zur Schaffung zusätzlicher CO2-Senken bei, sondern leistet zugleich einen wesentlichen Beitrag zur Klimaanpassung, insbesondere im Sinne des Schwammstadtprinzips. • Zur systematischen Identifikation und Priorisierung geeigneter Flächen wird die Erstellung eines Entsiegelungskatasters empfohlen. Neben der Integration der Studienergebnisse in das laufende Verwaltungshandeln kommen für geeignete Maßnahmen auch externe Akteure und Mittel zur Umsetzung in Frage. Im Rahmen des Naturkapitalfonds- Ansatzes (DS 253186) konnten bereits private Mittel zur Stärkung natürlicher CO2-Senken im Bonner Stadtgebiet eingeworben und erste Umsetzungen ermöglicht werden. Maßnahmen zur Schaffung von natürlichen CO2-Senken, die 27/28Seite 2 von 109 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) voraussichtlich umgesetzt werden können* Auf Basis der vorliegenden Potenzialstudie wurde verwaltungsintern geklärt, welche Maßnahmen im Sinne der ermittelten Ergebnisse innerhalb der nächsten beiden Jahre voraussichtlich ohne die zusätzliche Anmeldung von Haushaltsmitteln realisiert werden können. Die Abfrage ergab folgende Maßnahmen, welche im Rahmen laufenden Verwaltungshandelns umgesetzt werden sollen: 1. Bereitstellung zusätzlicher Informationen in Planungsverfahren Auf Basis der vorliegenden Studie ist es der Verwaltung möglich, die aktuelle Senkenleistung eines Planungsraumes abzuschätzen. Die Komponente "natürliche CO2-Senken" wird im Rahmen der nächsten anstehenden Überarbeitung der NaPla-Checkliste als Information zum Zielbeschluss ergänzt. (kostenneutral zusätzlich umsetzbar) 2. Verknüpfung von klimaangepasstem Stadtwaldumbau mit stofflicher Holznutzung Im Rahmen des Stadtwaldumbaus wird die klimaangepasste Entwicklung von Waldbeständen unterstützt. Dabei soll anfallendes geeignetes Holz möglichst regional und sichtbar verbaut werden. Dadurch werden sowohl die Kohlenstoffspeicherung im Wald als auch die langfristige Bindung von Kohlenstoff in Holzprodukten unterstützt. (zusätzlich umsetzbar mittels Finanzierung über den Naturkapitalfonds für die Region Bonn DS 253186) 3. Blühflächen in Röttgen Auf einer Fläche von rund 1,4 ha werden mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft Blühflächen angelegt. Die Maßnahme dient vorrangig der Förderung der Biodiversität und kann durch eine dauerhafte Vegetationsentwicklung auch den Humusaufbau und die Kohlenstoffspeicherung im Boden unterstützen. (zusätzlich umsetzbar mittels Finanzierung über den Naturkapitalfonds für die Region Bonn DS 253186) 4. Potenzialanalyse dezentraler Wasserrückhalt im Hardtbach- Einzugsgebiet Für das Einzugsgebiet des Hardtbach-Systems wird eine Potenzialanalyse für naturbasierte Maßnahmen des dezentralen Wasserrückhalts durchgeführt. Im Fokus stehen Maßnahmen auf Freiflächen außerhalb des Wasserkörpers, die neben der Verbesserung des Wasserhaushalts auch zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung, Kühlung und Sicherung der Landproduktivität beitragen. Geeignete Maßnahmen sollen im Rahmen des Naturkapitalfonds-Ansatzes gemeinsam mit Landbesitzern weiterentwickelt und finanziert werden. (zusätzlich umsetzbar mittels Finanzierung über den Naturkapitalfonds für die Region Bonn DS 253186) 5. Weiterentwicklung kommunaler Pachtverträge Im Rahmen der Weiterentwicklung des kommunalen Musterpachtvertrages soll unter Nutzung des Beratungsangebots „Fairpachten“ geprüft werden, wie Biodiversitäts- und Klimaschutzmaßnahmen künftig stärker in Pachtverhältnissen verankert werden können. Die Umsetzung erfolgt im Austausch mit denSeite 3 von 109 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Pächterinnen und Pächtern sowie unter Berücksichtigung bestehender Fördermöglichkeiten. (kostenneutral zusätzlich umsetzbar) 6. Anpassung des Mahdregimes an Rhein- und Siegdeichen Seit 2026 wird auf den städtischen Deichflächen ein angepasstes Mahdregime erprobt. Durch abschnittsweise Mahd und den zeitlich verzögerten Abtransport des Mahdguts sollen die ökologische Qualität der Flächen sowie der Humusaufbau gefördert werden. Erste überschlägige Abschätzungen deuten auf eine zusätzliche Kohlenstoffbindung in einer Größenordnung von etwa 8 bis 17 t CO pro Jahr hin. Die tatsächliche Senkenwirkung hängt von zahlreichen Standort- und Bewirtschaftungsfaktoren ab. (in Umsetzung seit 2026, kostenneutral) 7. Wissenschaftliche Untersuchung zur Wiedervernässung im Kottenforst Gemeinsam mit der Universität Bonn wird das Potenzial einer Wiedervernässung von Pseudogley-Standorten im Kottenforst untersucht. Ziel ist die wissenschaftliche Bewertung möglicher zusätzlicher Kohlenstoffspeicherung sowie weiterer Effekte auf Wasserhaushalt, Biodiversität und Waldgesundheit. (kostenneutral zusätzlich umsetzbar) 8. Aufforstung des ehemaligen Ennert-Sportplatzes (vorbehaltlich des politischen Beschlusses DS 261055) Die Entwicklung des rund 1,6 ha großen ehemaligen Sportplatzes zu einem Laubmischwald trägt langfristig zur Kohlenstoffbindung bei und stärkt gleichzeitig den Biotopverbund sowie die Biodiversität im FFH- und Naturschutzgebiet. (bereits geplant, Haushaltsmittel 27/28 angemeldet + Refinanzierung durch Verkauf von Ökopunkten) Die Verwaltung wird darüber hinaus prüfen, welche Maßnahmen mittel- bis langfristig realisiert werden können. Derzeit steht kein Budget zur Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen zur Verfügung. Die Planungshinweiskarte stellt die Potenziale zur Schaffung von natürlichen CO2-Senken auf Basis der aktuellen Landnutzung dar. Nicht berücksichtigt wurde bereits geschaffenes Planungsrecht bzw. die kartografische Darstellung entsprechender Bereiche, welche damit nicht mehr für die Realisierung zusätzlicher Senken bereitstehen. Über die Umsetzung von Maßnahmen wird die Verwaltung im Rahmen der regelmäßigen Jahresberichte zum Klimaplan sowie des Monitoringberichtes zur Klimaanpassung informieren. *Hinweis der Verwaltung: Die Umsetzbarkeit der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der weiteren Prüfung im Rahmen des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der Aufstellung des HH-Planentwurfes 2027/2028 sowie der mittelfristigen Finanzplanung. Anlage/n 1 Abschlussbericht (Potenzialstudie) (öffentlich) 2 Nutzungstypen (öffentlich) 3 Kohlenstoffspeicherung (öffentlich)Seite 4 von 109 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 4 Planungshinweiskarte (öffentlich)Seite 5 von 109 BERICHT Titel: Potenzialstudie „Natürliche CO2-Senken in der Bundesstadt Bonn“ Datum: 29.04.2026 Auftraggeber: Bundesstadt Bonn – Amt für Umwelt und Stadtgrün (67) Auftrag vom: 09.07.2024 Ansprechpartner: Frau Britta Holbeck (67-41), Frau Anja Büren (67-23) Auftragnehmer: ahu GmbH Wasser · Boden · Geomatik, Aachen Projektbearbeitung: Frau Carolin Kaufmann-Boll (Projektleitung, -bearbeitung) Frau Maike Kern, Frau Tabea Ronsiek, Frau Maren Steffens (Projektbearbeitung) Herr Dr. Michael Kastler (Qualitätssicherung) Aktenzeichen: CO2BONN / 24078 Ausfertigung Nr.: Endfassung ahu GmbH Wasser · Boden · Geomatik, Geschäftsführer: Axel Meßling, Frank Müller Kirberichshofer Weg 6, 52066 Aachen, Tel.: +49 (0)241 900011-0, www.ahu.deSeite 6 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - I - I N H A L T 1 ZUSAMMENFASSUNG 2 2 EINFÜHRUNG 3 3 UNTERSUCHUNGSGEBIET 5 4 METHODEN UND DATENGRUNDLAGEN 7 4.1 Ableitung von Nutzungstypen 9 4.2 Kohlenstoff-Speicherung im Boden 20 4.3 Kohlenstoff-Speicherung in der Biomasse 28 4.4 SWOT-Analyse und Handlungsempfehlungen 42 5 STATUS QUO DER KOHLENSTOFFSPEICHERUNG 43 6 CHANCEN ZUR ERHÖHUNG DER KOHLENSTOFFSPEICHERUNG IN BÖDEN UND BIOMASSE 52 6.1 Handlungsoptionen 52 6.2 SWOT-Analyse 56 7 BEREITS ETABLIERTE MAßNAHMEN 65 8 PLANUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR ÖFFENTLICHE FLÄCHEN 69 9 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR PRIVATE FLÄCHENNUTZER*INNEN UND INVESTOREN 77 10 STRATEGIE FÜR DIE UMSETZUNG 79 11 QUELLEN 82Seite 7 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - II - ABBILDUNGEN: Abb. 1: Verbreitung der Nutzungen in Bonn 11 Abb. 2: Verbreitung der Böden in Bonn 14 Abb. 3: Verbreitung der Vegetation in Bonn 16 Abb. 4: Darstellung von Vegetationsstrukturen am Beispiel von Parkflächen in Alt Godesberg (oben) und dem Südfriedhof Servatiusstraße (unten) 18 Abb. 5: Nutzungstypen 19 Abb. 6: Böden mit unterschiedlichen Vorräten an organischem Kohlenstoff 21 Abb. 7: Geschätzte Kohlenstoffmengen im Boden 25 Abb. 8: Einteilung der Vegetation in Baum-Kohlenstoffspeicher und Nicht- Baumkohlenstoffspeicher 29 Abb. 9: Vorgehen zur Erstellung der Vegetationshöhenkarte für Bonn 33 Abb. 10: Regressionsmodell zur Berechnung des Kohlenstoffspeichers von Flächen anhand der mittleren Vegetationshöhe aus dem NatKos Bericht der Humboldt Universität Berlin 33 Abb. 11: Baumarten des Straßenbaumbestands in Berlin und Bonn 34 Abb. 12: Baumartenklassifikationen in Bonn 35 Abb. 13: Hauptbaumarten der Berliner Forsten, Darstellung aus dem Geoportal Berlin 35 Abb. 14: Prozentuale Flächenanteile der Vegetationsstrukturen in Flächen verschiedener Nutzungen als Mittelwert mit Standardabweichung und Flächenanzahl 37 Abb. 15: Kohlenstoff in Biomasse abgeschätzt aus der Vegetationshöhe 38 Abb. 16: Schätzdiagramm Eiche 39 Abb. 17: Menge des in Boden und Biomasse gespeicherten Kohlenstoffs für Nutzungstypen 44 Abb. 18: Kohlenstoffspeicherung pro Hektar in Boden und Biomasse in der Stadt Bonn für Nutzungstypen 46 Abb. 19: Gesamtmengen der Kohlenstoffspeicherung in Boden und Biomasse in der Stadt Bonn für Nutzungstypen 46 Abb. 20: Menge des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs für Nutzungstypen 48 Abb. 21: Menge des in Biomasse gespeicherten Kohlenstoffs für Nutzungstypen 51 Abb. 22: Potenziale für mehr CO2-Speicherung in Boden und Biomasse 53Seite 8 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - III - TABELLEN: Tab. 1: Kartografische Grundlagendaten 7 Tab. 2: Pläne und Konzepte der Stadt Bonn 8 Tab. 3: Definition der Nutzungskategorien als Bestandteil der Nutzungstypen 12 Tab. 4: Definition der Bodenkategorien als Bestandteil der Nutzungstypen 15 Tab. 5: Definition der Vegetationskategorien 17 Tab. 6: Flächenanzahl und -größe der Nutzungstypen (Nutzung / Boden) 20 Tab. 7: Gehalt von organischem Kohlenstoff im Oberboden unter verschiedenen Nutzungen in Bonn (Datenquelle: FIS StoBo LANUV NRW 2024) 22 Tab. 8: Gehalt von organischem Kohlenstoff im Oberboden verschiedener Böden in Bonn (Datenquelle: FIS StoBo LANUV NRW 2024) 22 Tab. 9: Gehalt von organischem Kohlenstoff in der Humusauflage von Waldböden in Bonn (Datenquelle: FIS StoBo LANUV NRW) 23 Tab. 10: Gehalt von organischem Kohlenstoff in Bodenproben aus Hausgärten in Bonn (Datenquelle: Hamer 2020) 23 Tab. 11: Ergebnisse der Untersuchung von Bodenprofilen im Rahmen des LIFE+- Projektes „Villewälder – Wald- und Wasserwelten“ im Kottenforst (Quelle: Denneborg und Kastler 2016) 24 Tab. 12: Bodenspezifische Eingangswerte für die Kohlenstoffquantifizierung auf der Grundlage von Bodenkarten und Literaturangaben 26 Tab. 13: Nutzungsspezifische Eingangswerte für die Kohlenstoffquantifizierung auf der Grundlage von Analysedaten aus Bonn in FIS StoBo NRW und Hausgartendaten IZNE sowie Literaturangaben 28 Tab. 14: Literaturwerte für Kohlenstoffspeicherung in Biomasse (Quellen: Klingenfuß et al. 20191, Bolinder et al. 20072, Kändler et al. 20113, Drexler et al. 20234) 30 Tab. 15: Mittlerer oberirdischer C-Speicher von verschiedenen Baumarten und Vegetationsstrukturen – Auszug aus den Kartierungstafeln für die Bestimmung des C-Speichers von Biomasse (Quelle: Klingenfuß et al. 2019) 31 Tab. 16: Ableitung von Vegetationsstrukturen aus der Vegetationshöhe 36 Tab. 17: Kohlenstoffspeicherung und umgerechnete CO2-Mengen in Boden und Biomasse in Bonn 43 Tab. 18: Unsicherheiten der Schätzung von Kohlenstoffspeichermengen in Bonn 45 Tab. 19: Menge des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs für Nutzungstypen in Bonn 47 Tab. 20: Vergleich von geschätzten Kohlenstoffmengen im Boden 49 Tab. 21: Menge des in Biomasse gespeicherten Kohlenstoffs für Nutzungstypen in Bonn 50 Tab. 22: Vergleich von geschätzten Kohlenstoffmengen in Biomasse 51Seite 9 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - IV - Tab. 23: Maßnahmen für den Erhalt und die Erhöhung der CO2-Speicherung in Boden und Biomasse (Handlungsoptionen) 54 Tab. 24: Potenzielle Synergien (✓) und Zielkonflikte () von Maßnahmen für den Erhalt und die Erhöhung der CO2-Speicherung in Boden und Biomasse 55 Tab. 25: Relevante Akteure für die Umsetzung von Maßnahmen 57 Tab. 26: In Bonn etablierte Maßnahmen für den Erhalt und die Erhöhung der CO2- Speicherung in Boden und Biomasse 68 Tab. 27: Abschätzung der Speicher- und Kompensationspotenziale natürlicher CO2- Senken in Bonn durch die Umsetzung von Maßnahmen 80 FORMELN: Formel 1: Berechnung der Menge von organischem Kohlenstoff in humosen Horizonten nach Kaufmann-Boll et al. (2024) 21 Formel 2: Berechnung der Kohlenstoffspeichermengen in Vegetationsstrukturen nach Klingenfuß et al. (2019a) 29 Formel 3: Berechnung des Kohlenstoffspeichers einer Fläche nach Klingenfuß et al. (2019a) 38 ANLAGEN (Karten): Anl. 1: Kohlenstoffspeicherung in Boden und Biomasse Anl. 2: Ergebnisse der SWOT-Analyse mit Handlungsschwerpunkten Anl. 3: Planungshinweiskarte DOKUMENTATION: Dok. 1: Beschreibung von Maßnahmen für den Erhalt und die Erhöhung der CO2-Speicherung in Boden und Biomasse hinsichtlich Wirkung, möglicher Einschränkungen und potenzieller Zielkonflikte bei der Umsetzung 87Seite 10 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 1 - ABKÜRZUNGEN: ALh Andere Laubbäume mit hoher Umtriebszeit ALKIS Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem ALn Andere Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit BHD Brusthöhendurchmesser BMUV Bundesumweltministerium C Kohlenstoff CO2 Kohlendioxid DOM Digitales Oberflächenmodell DOP Digitale Orthophotos EUDR Verordnung (EU) 2023/11151 FFH Fauna-Flora-Habitat ha Hektar IFS Integriertes Freiraumsystem LB Landschaftsbestandteile LSG Landschaftsschutzgebiete nDOM normiertes Digitales Oberflächenmodell NSG Naturschutzgebiete PV Photovoltaik qm Quadratmeter t Tonne THG TreibhausgaseSeite 11 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 2 - 1 ZUSAMMENFASSUNG Die Potenzialstudie „Natürliche CO2‑Senken in der Bundesstadt Bonn“ erfasst den aktu- ellen Zustand sowie die Ansatzpunkte zur Erhöhung der Kohlenstoffspeicherung in Bö- den und Biomasse im gesamten Stadtgebiet. Ziel ist, die im Klimaplan verankerte Kli- maneutralität bis 2035 durch Nutzung natürlicher Senken zu unterstützen. Methodisch wurden Geodaten (Nutzung, Boden, Vegetation, Bäume u. a.) mit regionalen Messdaten und Literaturwerten kombiniert. Für die Biomasseabschätzung dienten eine Vegetations- höhenkarte sowie im Forst Angaben zu Holzvorräten aus der Forsteinrichtung. Die Bo- denspeicher basieren im Wesentlichen auf Humusmächtigkeit, Kohlenstoffgehalt und Dichte. Die Schätzungen der CO2-Speichermengen erfolgen konservativ und sind als Mindestmengen anzusehen. Insgesamt werden in Bonns Böden und Biomasse rund 5,7 Mio. Tonnen CO2 gespeichert, im Mittel rund 400 t CO2/ha. Davon entfallen ca. 62 % auf unversiegelte Böden und 38 % auf Biomasse. Die größten Speicher pro Flächenein- heit liegen in Forstflächen (bis zu 1.000 Tonnen CO2/ha), gefolgt von Kleingärten, Parks und Friedhöfen. Wird die Flächengröße der Nutzungen in Bonn berücksichtigt, wird am meisten CO2 in Böden und Biomasse der Forstflächen gespeichert. Die wirksamsten Maßnahmen zur zusätzlichen CO2‑Speicherung liegen in der Forstwirt- schaft, im Bauen mit Holz sowie in Agroforst-Systemen. Weitere geeignete Maßnahmen sind die Pflanzung von Hecken und Bäumen, Entsiegelung und Humusaufbau, Mulch‑/Kompostnutzung und Einsatz geprüfter Pflanzenkohle, die Begrünung von Dä- chern und Fassaden sowie die Wiedervernässung von ehemals nassen Böden. Viele Maßnahmen erbringen einen zusätzlichen Nutzen für Klimaresilienz, Biodiversität, Bo- den‑ und Gewässerschutz. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen können Synergieef- fekte erzielt werden, die sowohl die CO2-Speicherung, aber insbesondere auch die Klimaanpassung fördern. Daher gibt es viele Anknüpfungspunkte an bestehende Kon- zepte der Stadt Bonn (z. B. Hitzeanpassung, Schwammstadt). Empfohlen wird, CO2‑wirksame Maßnahmen systematisch in Planungen und Pflegekon- zepte zu integrieren (Bauleitplanung, städtische Bauvorhaben, Landschaftsplan, Grün- flächenbewirtschaftung). Konkrete Vorschläge umfassen eine Förderung des Holzzu- wachses im Wald, gezielte Wiederbewaldung von Schadflächen, das Bauen mit Holz bei städtischen Neu- und Umbauvorhaben, den Aufbau eines Entsiegelungskatasters, eine Förderung von Agroforst auf Pachtflächen sowie Beratung, Monitoring und Öffentlich- keitsarbeit. Finanzielle Fördermöglichkeiten (Bonner Förderprogramm Begrünung, GAP‑Förderung, BMUV‑Programme, Naturkapitalfonds) sollen gezielt genutzt werden. Das Umsetzungspotenzial von Maßnahmen ist einzelfallbezogen zu prüfen, wobei etwa- ige Zielkonflikte z. B. aufgrund von Nutzungsansprüchen zu lösen sein können. Es ist notwendig, die vorhandenen CO2-Speicher in natürlichen Senken zu erhalten, indem landwirtschaftliche Nutzflächen und Freiflächen im Siedlungsraum von einer Inanspruch- nahme durch Baumaßnahmen ausgeschlossen werden. Die Folgen unvermeidbarer Eingriffe, d. h. der Verlust von CO2-Senken, lassen sich mit den Zahlen zum Status quo der Kohlenstoffspeicherung dieser Studie beziffern. Natürliche Senken bieten langfristige Speicherpotenziale, deren Wirkung sich über Jahr- zehnte entfalten kann. Sie sind daher kein Ersatz für zügige Emissionsminderungen, sondern eine notwendige Ergänzung. Die Studie liefert eine belastbare Bestandsauf- nahme, konkrete räumliche Hinweise und ein Maßnahmenportfolio, das die Stadt Bonn befähigt, natürliche CO2‑Senken zielgerichtet zu erhalten, zu stärken und in die Klimast- rategie zu integrieren. Zur weiteren Verfeinerung werden Kosten‑Nutzen‑Bewertungen empfohlen.Seite 12 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 3 - 2 EINFÜHRUNG Die Bundesstadt Bonn verfolgt mit ihrem Klimaplan das Ziel, im Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Klimaneutralität ist Treibhausgasneutralität. Sie ist erreicht, wenn die Summe der ausgestoßenen und gebundenen Treibhausgaseinträge Null ergibt. Da eine kom- plette Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen kaum möglich ist, müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, die geeignet sind, diese zu kompensieren. Hierzu gehört der Entzug des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre und dessen dauerhafte Bindung in der grünen Infrastruktur, d. h. im städtischen Grün und in unver- siegelten Böden (Bundesstadt Bonn 2025a). Vor dem Hintergrund des Bevölkerungs- wachstums und der damit verbundenen zunehmenden Flächenkonkurrenz sollen beste- hende Flächen mit Potenzial als CO2-Senke erhalten, verbessert oder durch Flächen- umnutzung zusätzlich geschaffen werden. Die Verpflichtung zur Umsetzung von Maß- nahmen, die die Speicherung von CO2 in natürlichen Senken stärken, leitet sich aus dem Pariser Klimaabkommen und dem deutschen Klimaschutzgesetz ab. Die Potenzialstudie liefert Grundlagen dafür, indem der diesbezüglich geeignete Flä- chenbestand erfasst und Möglichkeiten zur Verbesserung der Ausstattung Bonns mit Flächen mit hohem Bindungspotenzial für organischen Kohlenstoff (C) aufgezeigt wer- den. Folgende Aufgaben wurden bearbeitet: 1) Erfassung der natürlichen CO2-Senken für das Stadtgebiet Bonns und Ermittlung ih- rer Potenziale zur Kohlenstoff-Bindung.1 2) Auswertung dieser Status-Quo-Ermittlung in Form einer SWOT-Analyse, die unter anderem Potenziale bspw. durch Nutzungsänderung aufzeigt. 3) Darstellung der Ergebnisse in Textform und als Übersichtskarte, mit Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Nutzungstypologien so- wohl für öffentliche Träger als auch private Nutzer*innen und Investor*innen. Die ahu GmbH wurde vom Amt für Umwelt und Stadtgrün der Bundesstadt Bonn beauf- tragt, die Potenzialstudie zu natürlichen CO2-Senken im Stadtgebiet Bonns zu erstellen. Beratend wurde Dr. Richard Raskin (raskin Umweltplanung und Umweltberatung GbR, Aachen) hinzugezogen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertreter*innen der nachfolgend aufge- führten Ämter der Stadt Bonn sowie des Internationalen Zentrums für Nachhaltige Ent- wicklung (IZNE) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat das Projekt begleitet: • 67-1 Bauabteilung I, • 67-2 Bauabteilung II, • 67-23 Freiraumplanung, • 67-4 Umweltvorsorge und -planung, 1 Inwieweit Wasserflächen ein Potenzial für eine CO2-Speicherung haben, wird in dieser Studie nicht un- tersucht.Seite 13 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 4 - • 67-6 Untere Naturschutzbehörde, Landschaftsplanung, • 67-71 Untere Bodenschutzbehörde, • 61-1 Stadtplanungsamt, 61-12, • ehem. OB-23 Programmbüro Klimaneutrales Bonn 2035.Seite 14 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 5 - 3 UNTERSUCHUNGSGEBIET Das Untersuchungsgebiet umfasst das gesamte Stadtgebiet von Bonn mit einer Größe von rund 14.100 ha (141 km²). Die Bundesstadt Bonn hat, Stand 30.06.2024, 335.760 Einwohner (Amtliche Statistik für Nordrhein-Westfalen 2024). Das Klima ist sowohl im Winter als auch im Sommer gemäßigt, normalerweise ohne besonders starke Kälte oder Hitze. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 11,4 °C (2022); der Jahresniederschlag liegt im Mittel knapp unter 700 mm. Je nach Lage im Stadtgebiet variieren die Temperaturen. Seit 1952 ist der jährliche Temperaturdurchschnitt bis 2022 um +1,8 °C angestiegen. Gleichzeitig sank im gleichen Zeitraum die Niederschlagsmenge um -9,1 mm. Die An- zahl der Sommertage (> 25 °C) bzw. der heißen Tage (> 30 °C) steigt linear an. Der Klimawandel beeinflusst die Vegetationsperiode, welche sich durch die Änderung der Dauer und Zeiträume der Jahreszeiten verschiebt (Bundesstadt Bonn 2025b). Im Untergrund Bonns finden sich Gesteine, die bis in das Devon zurückreichen. Dazu zählen Tonschiefer und Sandsteine des Klufterbachtals und des Rheinischen Schiefer- gebirges. Des Weiteren sind Lösslehme aus der Weichsel-Kaltzeit, mit Lehm überdeckte Sande und Kiese, die die Hauptterrasse des Kottenforstes bilden, und Konglomerate aus dem Alttertiär verbreitet (Bundesstadt Bonn 2025c). Weiterhin kommen Basaltgesteine und Ascheschichten des Siebengebirgsvulkanismus vor (LIAG-Institut für Angewandte Geophysik 2025). Die Bodenlandschaft in Bonn zeichnet sich insbesondere durch stau- wassergeprägte Pseudogleye (32 % der Gesamtfläche) und terrestrische Mineralböden (32 %) aus. Weniger verbreitet sind Auenböden und Grundwasserböden (5 %), (ehema- lige) Moore (0,1 %) sowie Böden aus Aufschüttungsmaterial (6 %) (Bodenkarten 1:50.000 und 1:5.000). 31 % der Bodenoberfläche ist versiegelt (Landbedeckung NRW). In Bonn werden 6.300 ha (44 %) der Stadtfläche für Siedlung und Verkehr genutzt, auf 4.300 ha (31 %) befindet sich Forst (Realnutzung 2024). Von den Waldflächen sind rund zwei Drittel Eigentum des Landes NRW (Staatswald). Bewirtschaftet und verwaltet wird dieser vom landeseigenen Forstbetrieb des Landesbetriebs Wald und Holz NRW (Forst- amt 04 Rhein-Sieg-Erft). Ungefähr 16 % der Waldfläche gehören zum Stadtwald, bewirt- schaftet durch das Amt 67 der Stadt Bonn. Die restliche Waldfläche ist Privat- bzw. Kör- perschaftswald. Grün- und Parkflächen machen ca. 6 % der Gesamtfläche Bonns aus (875 ha). Ein Teil dieser Flächen wird von Amt 67 unterhalten. Landwirtschaftliche Nut- zung findet auf rund 1.900 ha (13 %) der Stadtfläche statt, davon 8 % als Ackerland und 5 % als Grünland. Zum Teil sind dies von der Stadt Bonn verpachtete Flächen. Kleingär- ten nehmen ca. 0,3 % der Fläche (44 ha), Friedhöfe ca. 0,9 % (129 ha) ein. Die restliche Fläche ist den Gewässern zuzuordnen (4 %). Bonn hat Anteil an den Naturräumen der Ville, des unteren Mittelrheingebietes und an der Köln-Bonner Rheinebene. Den Großteil der Vegetation in Bonn machen die Bäume aus (38 % der Stadtfläche), die vorrangig im Forst, aber auch verbreitet in Parks, auf Verkehrsflächen und Friedhöfen verortet sind. Der Kottenforst in Süden Bonns ist Stand- ort von bis zu 250 Jahre alten Eichenwäldern; verschiedene Erlenwälder und zu einem kleinen Teil auch Bruch- und Auenwälder sind hier vorzufinden (Biologische Station Bonn / Rhein-Erft 2025). Auf Grünlandflächen herrschen Gräser und Kräuter vor; auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen werden Winter- und Sommergetreide, wie Weizen oder Gerste angebaut. Aber auch Gemüse, Mais, Sonnenblumen und Obst werden produziert (HU Berlin et al. 2022). Letzte kleine Weinberge werden noch gepflegt (Beethoven-Gym- nasium 2025).Seite 15 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 6 - In Bonn liegen fünf FFH-Gebiete: der Kottenforst, die Rhein-Fischschutzzonen zwischen Emmerich und Bad Honnef, der Rodderberg, das Siebengebirge und die Siegaue und -mündung. Insgesamt gibt es in Bonn elf Naturschutzgebiete, diese liegen innerhalb der Landschaftspläne „Siegmündung“, „Ennert“ und „Kottenforst“ (Bundesstadt Bonn 2025d). Alle 24 Bonner Landschaftsschutzgebiete liegen innerhalb dieser Landschafts- pläne (Bundesstadt Bonn 2025e). Das rund 2.500 ha große Naturschutzgebiet Kotten- forst ist gleichzeitig Vogelschutzgebiet (Bundesstadt Bonn 2025f). Die Treibhausgas (THG)-Emissionen der Stadt Bonn im Jahr 2022 wurden auf 1.935.000 t CO2-Äquivalente (CO2eq) geschätzt. Mit Abstand den größten Anteil (88 %) hat daran mit ca. 1.707.000 t das Gas CO₂. Die anderen Treibhausgase Methan (CH4), Lachgas (N2O) sowie Fluorkohlenwasserstoffe machen Anteile von jeweils ca. 116.000 t CO2-eq, 81.000 t CO2-eq und 32.000 t CO2-eq aus (Stadt Bonn - Programmbüro Klima- neutrales Bonn 2035 2022). Gemäß dem Bonner Klimakompass sind die THG-Emissio- nen innerhalb der letzten fünf Jahre um -1,7 % gesunken, insbesondere in den Sektoren Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, aber auch bei den privaten Haushalten, kommuna- len Einrichtungen und der Industrie. Der Verkehr bleibt über die Jahre hinweg mit kleinen Schwankungen konstant. Mit Hilfe des Klimaplans 2035 sollen die THG-Emissionen wei- ter reduziert werden und eine Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden. Durch Senkung des Energiebedarfs und Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung sollen CO2-Emissionen eingespart werden. Gleichwohl sollen die nicht vermeidbaren CO2- Emissionen in möglichst großem Umfang kompensiert werden. Das Mitwirkungsverfah- ren „Bonn 4 Future“ wurde in den Klimaplan eingeschlossen (Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung 2023).Seite 16 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 7 - 4 METHODEN UND DATENGRUNDLAGEN Im Rahmen der Grundlagenermittlung erfolgte die Recherche und Auswertung einschlä- giger digitaler Kartenwerke (s. Tab. 1) sowie von geeigneten Fachtexten und Zusam- menstellungen und Leitfäden zum Thema. Die Recherche und Auswertung zielte auf Informationen zum Kohlenstoff-Speichervermögen ab, d. h. zu Aufnahmeprozessen und -kapazitäten verschiedener Flächentypen. Zudem sollte quantifiziert werden, wie viel Kohlenstoff die Böden und die Grüne Infrastruktur in Bonn bereits speichern. Betrach- tungsgegenstand ist der organische Kohlenstoff, der im Humus des Bodens aus abge- storbenen Pflanzen- und Tierresten und jener, der in Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten der Pflanzen gebunden ist. Tab. 1: Kartografische Grundlagendaten Grundlagendaten für die Bildung von Nutzungstypen und die Maßnahmenkulisse Naturräumlichen Einheiten LANUV Außenbereich nach BauGB Städtische Liegenschaften (2020) Liegenschaften in öffentlicher Hand (2024) Realnutzung 1:5.000 (2024) Grünflächenkarte nach Nutzungstypen / Nut- zungsarten in Grünflächen 1:5.000 (2024) Verpachtete landwirtschaftliche Flächen der Stadt Bonn (2021) Gemeinschaftsgärten in Bonn (2021) Planungshinweiskarte Klimaanpassungskonzept (2025) Kleingärten 1:5.000 (2022) Biotoptypen, Biotopverbundflächen, Geschützte Biotope, Schutzwürdige Biotoptypen 1:5.000 (2022) FFH-Gebiete Naturschutzgebiete Landschaftsplan Ennert 1:10.000 (2004) Landschaftsplan Kottenforst 1:20.000 (2013) Landschaftsplan Siegmündung 1:5.000 (2017) Landschaftsschutzgebiete (2004/2013) Stadtwald Forsteinrichtungswerk der Stadt Bonn 1:10.000 (2017) Aggregierte Angaben zum Forsteinrichtungswerk des Landesbetriebs Wald und Holz (2024) Baumstandorte im öffentlichen Raum (Straßen, Parks) (2024) Baumartenklassifikation NRW (2022/2023, 10x10 m) Bodenkarte 1:50.000 BK50 Bodenkarten 1:5.000 BK5 Forst Bodenkarten 1:5.000 BK5 Landwirtschaft ALKIS Bodenschätzung 1:5.000 Entwässerungsmaßnahmen im Kottenforst Überschwemmungsgebiete (2024) Grundwasserflurabstände / Grundwassergleichen (2015) Flächen der Altstandorte, Altablagerungen und Altlastverdachtsflächen (2024) Bodenuntersuchungen Hausgärten in Bonn (2022) Bodenuntersuchungen FISStobo in Bonn Stadtgebiet Bonn (2024) Stadtplan Bonn (2022) Digitale Orthophotos (März 2023) Digitales Oberflächenmodell (2021/2022) Landbedeckung NRW (2023)Seite 17 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 8 - Um den Klimaeffekt von Boden und Biomasse zu beschreiben, wird die Kohlenstoffspei- cherung betrachtet und nicht die Speicherung von Kohlendioxid (CO2). Um von Kohlen- stoff auf CO2 zu schließen, muss der C-Gehalt mit 3,67 multipliziert werden2. Kohlen- stoffspeichermengen werden einheitlich in t/ha angegeben (1 kg/m² = 10 t/ha). Die Erfassung der natürlichen CO2-Senken für das Stadtgebiet Bonns und das Ermitteln ihrer Potenziale zur Kohlenstoff-Bindung bezieht sich auf die Biomasse des Stadtgrüns einschließlich der land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen sowie auf die unver- siegelten Böden. Einbezogen wird sowohl der Außenbereich als auch der Siedlungs- raum. Bestehende Senken waren dahingehend zu bewerten, ob sie zusätzlich Kohlenstoff auf- nehmen können und wie viel und inwieweit eine Änderung der Landnutzung wirksam werden würde. Weiterhin sind Konzepte und Strategien der Stadt Bonn (Tab. 2) ausge- wertet worden, um zu prüfen, inwieweit bereits Maßnahmen mit CO2-Speicherwirkung durchgeführt werden und wo Anknüpfungspunkte für ergänzende Maßnahmen gegeben sind. Tab. 2: Pläne und Konzepte der Stadt Bonn Grundlagendaten zu Umnutzung und Bewirtschaftung Bonner Baumschutzsatzung (2000) Checkliste Nachhaltiges Planen Fachbeitrag zu Freiflächen-PV-Anlagen (2023) Flächennutzungsplan FNP (2022) Forsteinrichtungswerke der Stadt Bonn (2017) und des Landesbetriebs Wald und Holz (2024) Bonner Freiraumplan Bericht und Geodaten (2024) Integriertes Freiraumsystem (2012, 2018) Kleingartenentwicklungsplan Entwurf (2025) Klimaanpassungskonzept (2025) Konzept zur ökologischen Aufwertung einer Offen- landfläche am Schliefenfelsweg inkl. Aktualisie- rung Landschaftsplan Ennert 1:10.000 (2004) Landschaftsplan Kottenforst 1:20.000 (2013) Landschaftsplan Siegmündung 1:5.000 (2017) Ordnungsbehördliche Verordnung über das Land- schaftsschutzgebiet Rheinufer in der Bundesstadt Bonn (LSVO Rheinufer) (2022) Schwammstadtkonzept (2024) Spielflächenkonzept (2022) Spielplatzbedarfsplanung (2022) Gutachten zur Sportentwicklung in Bonn Stadtbaumkonzept Bericht (2023) Zustandserfassung Kompensationsflächen (2024) Die raumbezogenen Datengrundlagen wurden in einem GIS-Projekt zusammengestellt, auf ihre Eignung für die Fragestellung geprüft, aufbereitet und auswertet. Sie sind in die Projekt-Geodaten für die Kennzeichnung der natürlichen CO2-Senken in Bonn eingeflos- sen (z. B. Nutzungstypen, Kohlenstoffspeicher, Handlungsempfehlungen). Die für die Ableitung der Nutzungstypen verwendeten Geodaten und die für die Quanti- fizierung von Kohlenstoffmengen herangezogenen empirischen Forschungsarbeiten 2 Die molare Masse von Kohlenstoff (C) beträgt etwa 12 g/mol; die von Sauerstoff (O) etwa 16 g/mol. Die Masse des CO2-Moleküls beträgt somit rund 44 g/mol. Das Verhältnis der molaren Massen von CO2 zu C beträgt 44/12 = 3,67.Seite 18 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 9 - und fachlichen Handreichungen liefern nach unserer Einschätzung eine geeignete, ak- tuelle Datengrundlage und erlauben eine hinreichend belastbare Abschätzung von Spei- chermengen in Boden und Biomasse in Bonn. Die Karten zur Kohlenstoffspeicherung haben nicht den Anspruch, für jede Teilfläche einen exakten Wert auszuweisen. Viel- mehr geht es um die Darstellung räumlicher Zusammenhänge von Größenordnungen verschiedener Kohlenstoffspeicher. Die Schätzung von Speichermengen erfolgt konser- vativ, um eine Überschätzung zu vermeiden und stellt somit die Mindestmenge des Sta- tus quo dar. Eine Verifizierung mit Nutzungs-, Boden-, Vegetations- und Biomasse-Un- tersuchungen vor Ort ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Für die flächendeckende Überprüfung von Eingangsdaten wäre eine hohe Anzahl von repräsentativen Untersu- chungsflächen erforderlich (z. B. mindestens je 5 Flächen für 29 unversiegelte Nutzungs- typen mit Flächengrößen > 5 ha). Diesen Aufwand, um eine – vorher quantitativ nicht absehbare – Verbesserung der Aussagequalität der Schätzung von Kohlenstoffspeicher- mengen zu erreichen, bewerten wir als zu hoch. Die Ergebnisse der hier vorgenomme- nen Schätzung liegen in einem – vor dem Hintergrund anderer Arbeiten – plausiblen Bereich und differenzieren das Stadtgebiet auf Basis der Realnutzung mit Stand 2024 und zumeist großmaßstäbigen Bodenkarten in geeignete Flächeneinheiten. Im Folgenden werden die methodischen Ansätze im Einzelnen erläutert. 4.1 Ableitung von Nutzungstypen Böden unterscheiden sich aufgrund ihrer Entstehung und ihrer Lage je nach Ausgangs- material, Nutzung und in Abhängigkeit der Wasserverhältnisse (z. B. Grund- oder Stau- wassereinfluss). Anthropogene Überprägungen des Bodens wie Versiegelung, Material- auftrag und landwirtschaftliche oder gärtnerische Bodenbearbeitung führen zu einer Ver- änderung der Bodeneigenschaften. Das Stadtgrün wird durch typische Vegetationsstruk- turen geprägt. Dazu gehören Baumbestände bzw. Wald, Einzelbäume, landwirtschaftli- che Kulturen, Wiesen und Weiden, Gebüsche und Hecken, Bodendecker, Zier- und Tritt- rasen sowie krautig-grasartige Ruderalfluren. Die Ausprägung von Böden und Vegeta- tion kann abhängig von der Nutzung unterschiedlich sein. Diese Unterschiede, die sich auf das Vermögen zur Kohlenstoffspeicherung auswirken, können demnach mit Hilfe von Nutzungstypen beschrieben werden. Zur Ableitung von Nutzungstypen wurden nach Prüfung der vorliegenden Daten geeig- nete Planungsgrundlagen zusammengeführt: Unter Berücksichtigung der Informationen zur Landnutzung sowie zu Böden und Pflanzenbestand ergeben sich Nutzungs-Boden- Vegetations-Kombinationen. Das Vorkommen bestimmter Flächennutzungen, Böden und Vegetationsstrukturen ist charakteristisch für einen Nutzungstyp. Die Verbreitung von Nutzung, Böden und Vegetation in Bonn ist in Abb. 1, Abb. 2 und Abb. 3 dargestellt. Die angewendete Methode zur Bildung von Nutzungstypen basiert auf Forschungsarbei- ten, die vergleichbare Ansätze entwickelt und eingesetzt haben (Klingenfuß et al. 2019b; Wagner et al. 2024). Als Datengrundlagen dienten die Karte der Realnutzung in der Stadt Bonn 1:5.000, er- gänzt durch Planungsunterlagen für Gemeinschaftsgärten und Kleingärten, Bodenkarten 1:5.000 Forst (BK5F), Bodenkarten 1:5.000 Landwirtschaft (BK5L), die Bodenschätzung 1:5.000 sowie – wo großmaßstäbige Bodenkarten fehlen – die Bodenkarte im Maßstab 1:50.000 (BK50). Weiterhin als Grundlage genutzt wurde eine fernerkundungsbasierte Karte der Landbedeckung von NRW mit einer Genauigkeit von 1-2 m (Vegetation, ver- siegelte Flächen), die Lage von Altablagerungen und eine Karte der Vegetationshöhe.Seite 19 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 10 - Die einzelnen Kriterien zur Ableitung der Nutzungstypen und die verwendeten Daten- quellen sind in Tab. 3, Tab. 4 und Tab. 5 dokumentiert.Seite 20 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 11 - Abb. 1: Verbreitung der Nutzungen in BonnSeite 21 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 12 - Tab. 3: Definition der Nutzungskategorien als Bestandteil der Nutzungstypen Nutzung (N) Farbcode RGB Definition Datenquellen Realnutzung Stadt Bonn 1:5.000 Fläche ha (%) Bemerkungen 1 Forst 51 – 160 – 44 Bewaldete Fläche Wald, sonstige (kl. Gehölzfläche) 4.337 (31) Staatsforst, Stadtwald, Privat- und Körper- schaftswald 2 Park 48 – 226 – 81 Parks, Grünanlagen, öffentliche Gärten, Spiel- plätze Grün- und Parkflächen, Grün-/ Parkfläche mit Baumbestand, Gärtnerische Nutzung im Sied- lungsbereich, Gärtnerische Nutzung im Au- ßenbereich außerhalb von Flächen der Bo- denschätzung Ergänzung von Flächen für Gemeinschafts- gärten (Urban Gardening) 875 (6) Ein Teil der rund 4.000 Flächen (geschätzt etwa 40 %) ist in der Unterhaltung von Amt 67. Die 33 Flächen für Gemeinschaftsgärten lie- gen meist in Grünflächen, teilweise in Bebau- ung, noch versiegelte (in Vorbereitung) wur- den nicht übernommen. 3 Kleingarten 253 – 196 – 63 Flächen nach Bundes- kleingartengesetz Kleingarten Ergänzung von Flächen aus „Kleingärten Ge- samtanlage BN 2022“ (Amt 67-2) für die Anla- gen Rheindorf, Poppelsdorf, Süd, Kessenich- Dottendorf, Am Ennert und Vorgebirge 44 (0,3) In Bonn gibt es 885 Kleingärten, die in 20 Kleingartenvereinen organisiert sind (Bun- desstadt Bonn 2017).* Insgesamt 47 Flächen Zwei Anlagen sind in der Unterhaltung von Amt 67: Burgweg/Am Mühlenbach und Der- lestr./Derletal) 4 Friedhof 166 – 206 – 227 Flächen nach Bestat- tungsgesetz NRW Friedhof 129 (0,9) Der Großteil der 55 Flächen ist in der Unter- haltung von Amt 67 (40 kommunale Friedhöfe) (Ausnahmen: 3 Jüd. Friedhöfe, St. Josef und Paulus, Karmeliterstr., Hardtweiherstr.). 5 Landwirtschaft 51 Acker (A) 248 – 252 – 41 52 Grünland (Gl) 223 – 217 – 94 Ackerland, Grünland, Obstbau, Streuobst Acker, Grünland, Grünland mit Baumbestand, Gärtnerische Nutzung im Außenbereich mit Überschneidung Bodenschätzung Acker oder Acker-Grünland (51) bzw. Grünland oder Grünland-Acker (52) 1.870 (13) A 1.189 (8) Gl 681 (5) Ein Teil sind verpachtete Flächen der Stadt Bonn (Biostadt).Seite 22 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 13 - Nutzung (N) Farbcode RGB Definition Datenquellen Realnutzung Stadt Bonn 1:5.000 Fläche ha (%) Bemerkungen 6 Siedlung 163 – 163 – 163 Bebauung, Versorgungs- einrichtungen, Sport- und Freizeit Abwasserentsorgung, Bildung (Schule, Uni), Blockbebauung geschlossen und offen, Brachfläche, Bundesflächen (Ministerien), Campingplatz, Einzel- und Doppelhäuser, Ein- zelgebäude außerorts, Energieversorgung, Fußgängerzone (Fläche), Gartenhofhäuser, Gemischte Bebauung geschlossen und offen, Gemischte offene/niedrige Bebauung, Ge- sundheit (KrHs.), Gewerbe, Hochhausbebau- ung, Lagerfläche, Öffentl. Verwaltung, Rand- bebauung geschlossen und offen, Reihenhäu- ser offen, Sportanlage, Stadtplätze, Villen, Wasserversorgung, Wohnanlagen geschlos- sen und offen, Zeilenbebauung offen 4.535 (32) 7 Verkehr 93 – 93 – 93 Fahrbahnen, Plätze, Bür- gersteige, Straßenbe- gleitgrün, Gleisanlagen Bahngelände, Parkplätze, Plätze (Verkehrsflä- chen), Verkehrsbegleitgrün, Verkehrsbegleit- grün mit Baumbestand 1.774 (13) 8 Gewässer 31 – 120 – 180 Rhein, Seen, Teiche Gewässerfläche, Gewässerfläche (Rhein) 544 (4) * Das so genannte Grabeland – verpachtete Flächen, die gärtnerisch genutzt werden und sich oftmals entlang von Infrastruktureinrichtungen wie z. B. im Umfeld von Bahnstrecken befinden – kann mit den vorliegenden Geodaten nicht verortet werden. Gleiches gilt für Hausgärten.Seite 23 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 14 - Abb. 2: Verbreitung der Böden in BonnSeite 24 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 15 - Tab. 4: Definition der Bodenkategorien als Bestandteil der Nutzungstypen Boden (B) Farbcode RGB Definition Datenquellen BK5F, BK5L, BK50*, Landbedeckung NRW 1-2 m Fläche ha (%) Bemerkungen 1 grund- oder überflu- tungswasserdominiert 55 – 126 – 184 Auenböden, Gleye A Vega, AO Rambla, G Gley, GN Nassgley 702 (5) 2 stauwassergeprägt 204 – 204 – 204 Pseudogleye S Pseudogley, SG Stagnogley 3.239 (23) 3 aerob 217 – 163 – 54 Mineralböden ohne Grund-, Stau- und Überflutungswasserein- fluss B Braunerde, L Parabraunerde, K Kolluvisol, Q Syrosem, Ranker oder Regosol, Z (Para- )Rendzina 4.487 (32) 4 organisch 131 – 131 – 131 Moore HN Niedermoor, GM Moor- und Anmoorg- leye, SGm Moor- und Anmoorstagnogleye Ergänzung von einer Fläche mit Bodenart Lehm, Moor aus Bodenschätzung 1:5.000 (Venner Bach westlich von Gut Mari- enforst, 1.400 m²) 18 (0,1) Nur in BK5F, BK5L und Bodenschätzung 5 aufgetragen 253 – 13 – 53 Mineralböden aus Auf- schüttungsmaterial oder umgelagertem Bo- den > Q Auftrags-Regosol, Z Auftrags-Pararend- zina Ergänzung von Altablagerungen 1:5.000 („unverfüllt“ ausgenommen) außerhalb ver- siegelter Flächen 804 (6) Nur in BK50 Die Auftrags-Flächen der BK50 liegen im Bereich von größeren Altablagerungen (z. B. Rheinaue, Dornheckensee, Villiper Al- lee, Röttgener Str., Finkenhof, Sportpark Nord). Weitere Altablagerungen liegen im Bereich anderer Böden, sind aber nicht immer flächenscharf abgegrenzt (rechts- rheinische Bergbaugebiete). 6 versiegelt 0 – 0 – 0 Versiegelte Oberflä- chen Landbedeckung NRW ohne Vegetation (1 Hochbau, 2 Tiefbau, 4 Lockermaterial (Schotter) außerhalb von Gewässerflächen 4.354 (31) Entspricht nicht der Siedlungs- und Ver- kehrsfläche. 0 nicht kartiert 255 – 255 – 255 Gewässerflächen Nicht kartiert 503 (4) * Bodensubtypen sind jeweils dem Bodentyp zugeordnet, z. B. Pseudogley-Braunerde zu BraunerdeSeite 25 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 16 - Abb. 3: Verbreitung der Vegetation in BonnSeite 26 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 17 - Tab. 5: Definition der Vegetationskategorien Vegetation (V) Farbcode RGB Datenquelle: Vegetationshöhenkarte 1 x 1 m Fläche ha (%) 1 Gräser / Kräuter 235 – 255 – 227 Vegetationshöhe < =0,10 m 2.303 (16) 2 Bodendecker 180 – 241 – 166 Vegetationshöhe > 0,10 - 0,15 m 1.485 (11) 3 Sträucher 123 – 199 – 124 Vegetationshöhe > 0,15 - 1,85 m 264 (2) 4 Sträucher / Bäume 42 – 146 – 75 Vegetationshöhe > 1,85 - 4,30 m 152 (1) 5 Bäume 0 – 68 – 27 Vegetationshöhe > 4,30 m 5.302 (38)Seite 27 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 18 - Exkurs: Eignung von Datengrundlagen für die Differenzierung von Vegetationsstrukturen Die Karte Nutzungsarten in Grünflächen 1:5.000 des Amts 67 differenziert Grünflächen, Kleingärten, Spielplätze und Friedhöfe, die in der Unterhaltung von Amt 67 sind, in verschiedene Nutzungsarten (z. B. Gehölz, Bodendecker, Rasen, Rosen). Diese spiegeln sich in unterschiedlichen Vegetationshöhen wider (siehe Abb. 4). Viele Grünflächen und fast alle Kleingärten in Bonn sind nicht in der Karte der Nutzungs- arten enthalten bzw. werden dort nicht hinsichtlich der Vegetation differenziert. Hier erlaubt die Vegeta- tionshöhe eine vergleichbar gute und teilweise sogar eine räumlich detailliertere Differenzierung der Ve- getationsstrukturen. Daher werden die Nutzungsarten in Grünflächen nicht zur Bildung von Vegetations- strukturen verwendet, sondern die flächendeckend vorliegende Vegetationshöhenkarte. Abb. 4: Darstellung von Vegetationsstrukturen am Beispiel von Parkflächen in Alt Godesberg (oben) und dem Südfriedhof Servatiusstraße (unten)Seite 28 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 19 - Die Nutzungstypen werden eingesetzt, um die Kohlenstoffspeichermenge in Biomasse und Böden innerhalb des Bonner Stadtgebietes abzuschätzen. Für die Kohlenstoffquan- tifizierung im Boden wurden die Kategorien der Nutzung und des Bodens kombiniert. Die durch Verschneidung der Flächen gleicher Nutzung und Bodeneigenschaften entstehen- den 44 Nutzungstypen sind in Abb. 5 dargestellt. Die Kohlenstoffquantifizierung für die Vegetation erfolgt für Einzelflächen gleicher Nutzung in Abhängigkeit von den jeweils vorhandenen Teilflächen mit unterschiedlichen Vegetationsstrukturen. Abb. 5: Nutzungstypen Die am weitesten verbreiteten Nutzungstypen sind stauwassergeprägte Böden unter Forst (N-B 1-2, 19 % der Stadtfläche), versiegelte Siedlungs- (N-B 6-6, 19 %) und Ver- kehrsflächen (N-B 7-6, 11 %), aerobe Böden in Siedlungsflächen (N-B 6-3, 10 %) sowie unter Forst (N-B 1-3, 8 %). Alle anderen Nutzungstypen haben einen Flächenanteil von weniger als 5 % an der Stadtfläche (vgl. Tab. 6). Organische Böden kommen in den Nutzungen Park, Kleingarten, Friedhof und Siedlung nicht vor. Wegen sehr geringer Flä- chenanteile kaum von Bedeutung sind die Nutzungen Verkehr und Landwirtschaft mit organischen Böden (< 1 ha), Friedhof mit grundwasser- oder überflutungsgeprägten oder stauwassergeprägten Böden (< 2 ha) sowie Kleingarten mit grundwasser- oder überflutungsgeprägten (< 2 ha) und aufgetragenen Böden (< 3 ha).Seite 29 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 20 - Tab. 6: Flächenanzahl und -größe der Nutzungstypen (Nutzung / Boden) Nut- zungs- typ N-B* Anzahl Flä- chen Fläche ha Fläche % von Gesamt Bonn Fläche % von Nut- zung Nut- zungs- typ N-B* Anzahl Flä- chen Fläche ha Fläche % von Gesamt Bonn Fläche % von Nut- zung 1-1 307 151,5 1,07 3,49 52-1 264 157,1 1,11 23,09 1-2 994 2.700,2 19,14 62,29 52-2 190 195,9 1,39 28,79 1-3 1212 1.188,7 8,43 27,42 52-3 441 261,9 1,86 38,49 1-4 19 18,0 0,13 0,42 52-4 1 0,1 0,0004 0,01 1-5 554 256,0 1,81 5,90 52-5 194 58,4 0,41 8,59 1-6 2686 20,4 0,14 0,47 52-6 862 7,0 0,05 1,03 2-1 242 76,8 0,54 8,79 6-1 402 95,6 0,68 2,11 2-2 221 57,2 0,41 6,55 6-2 629 182,2 1,29 4,02 2-3 1672 439,6 3,12 50,32 6-3 4673 1.450,9 10,28 32,00 2-5 641 221,8 1,57 25,39 6-5 1128 130,4 0,92 2,88 2-6 3318 78,3 0,55 8,96 6-6 11361 2.675,1 18,96 59,00 3-1 6 1,8 0,01 4,18 7-1 217 16,7 0,12 0,94 3-2 9 6,6 0,05 15,04 7-2 362 30,2 0,21 1,71 3-3 68 29,8 0,21 67,63 7-3 751 138,6 0,98 7,83 3-5 26 2,5 0,02 5,66 7-4 4 0,0 0,00003 0,01 3-6 160 3,3 0,02 7,49 7-5 725 35,9 0,25 2,03 4-1 8 1,5 0,01 1,17 7-6 2197 1.549,3 10,98 87,50 4-2 5 1,2 0,01 0,94 4-3 95 113,7 0,81 88,51 4-5 17 5,1 0,04 4,01 4-6 204 6,9 0,05 5,37 51-1 255 187,4 1,33 15,76 51-2 73 61,6 0,44 5,18 51-3 726 860,1 6,10 72,36 51-4 1 0,1 0,0009 0,01 51-5 148 68,0 0,48 5,72 51-6 1190 11,6 0,08 0,97 * N 1 Forst, N 2 Park, N 3 Kleingarten, N 4 Friedhof, N 51 Acker, N 52 Grünland, N 6 Siedlung, N 7 Verkehr, B 1 grund- oder überflutungswasserdominiert, B 2 stauwassergeprägt, B 3 aerob, B 4 organisch, B 5 aufgetragen, B 6 versiegelt grau/kursiv: Flächenanteil < 5 % 4.2 Kohlenstoff-Speicherung im Boden Grundlagen Humus besteht etwa zur Hälfte aus organischem Kohlenstoff. Die Speicherung von or- ganischem Kohlenstoff in Böden ist je nach Standort sehr unterschiedlich. Humusreiche Bodenhorizonte können je nach Bodenentwicklung und Nutzung auch in größere Boden- tiefen reichen (siehe Abb. 6).Seite 30 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 21 - Abb. 6: Böden mit unterschiedlichen Vorräten an organischem Kohlenstoff (angege- ben für Bodentiefe 0-100 cm und 1 ha Fläche) (Quelle: Flessa et al. 2019) Um im Boden gespeicherte Kohlenstoffmengen (-vorräte) zu quantifizieren, werden An- gaben zur Humusmächtigkeit (inkl. Humusauflagen), zu Kohlenstoffgehalt und Dichte des Feinbodens sowie zum Grobbodenanteil verrechnet: Formel 1: Berechnung der Menge von organischem Kohlenstoff im Boden nach Kauf- mann-Boll et al. (2024) Menge organischer Kohlenstoff in humosen Horizonten [t/ha] = Gehalt von organischem Kohlenstoff [Masse-%] * Lagerungsdichte [kg/dm³] * Mächtigkeit [dm] * 10 * (1 – Grobbodenanteil [%] / 100) Für Wald: Zuschlag für die Humusauflage Angepasst an die Datenlage wird vereinfachend die Gesamtmächtigkeit von Bodenhori- zonten mit Humusanreicherung berücksichtigt und nicht die Humusgehalte einzelner Bo- denhorizonte. Dadurch entsteht eine Unschärfe, die jedoch für die stadtweite Abschät- zung von Kohlenstoffspeichermengen für das Bonner Stadtgebiet in Kauf genommen werden kann. Kohlenstoffmengen, die unterhalb von humosen Oberböden oder Torf- schichten vorhanden sind, werden nicht berücksichtigt. Diese können ein Viertel bis die Hälfte des Gesamt-Kohlenstoffspeichers im Boden ausmachen (vgl. Ergebnisse von Klingenfuß et al. 2019a), sind jedoch im Gegensatz zu den oberflächennahen Vorräten als Potenziale schwierig zu nutzen bzw. zu verändern. In dieser Studie liegt der Fokus auf den oberflächennahen Kohlenstoffvorräten im Boden.Seite 31 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 22 - Aus dem Fachinformationssystem Stoffliche Bodenbelastung des LANUV NRW (FIS StoBo) liegen 162 Messwerte von 45 Untersuchungsstandorten für organischen Kohlen- stoff im Boden der Stadt Bonn vor. Diese wurden zwischen 1982 und 2010 als Begleit- parameter im Rahmen von Bodenuntersuchungen auf Schadstoffe außerhalb von Alt- standorten und Altablagerungen erhoben und können Anhaltspunkte zur aktuellen Koh- lenstoffspeicherung im Boden liefern. 75 Proben sind aus oberflächennahen humosen Bodenhorizonten entnommen worden. Die Mächtigkeit dieser Horizonte liegt zwischen 0,1 und 3 dm, die Kohlenstoffgehalte variieren zwischen 2,0 und 26,5 Masse-% je nach Nutzung (vgl. Tab. 7) und Bodentyp (vgl. Tab. 8). Tab. 7: Gehalt von organischem Kohlenstoff im Oberboden unter verschiedenen Nut- zungen in Bonn (Datenquelle: FIS StoBo LANUV NRW 2024) Forst Acker Grünland Garten Verkehr Anzahl Standorte 33 3 1 5 5 Corg M.-% Mittelwert (von-bis) Standardabweichung 6,3 (1,7-26,5) 5,7 2,1 (0,8-4,5) 2,1 3,6 2,0 (1,3-3,5) 0,9 4,5 (2,3-6,5) 1,9 Beprobungstiefe (dm) Mittelwert (von-bis) 0,5 (0,1-1) 1,7 (1-3) 1 1,8 (1-2) 0,8 Jahr 2003-2010 1994-2006 1982 1988 1988 Tab. 8: Gehalt von organischem Kohlenstoff im Oberboden verschiedener Böden in Bonn (Datenquelle: FIS StoBo LANUV NRW 2024) Auenboden, Gley-Vega (Para-) Braun- erde, Kolluvisol Pseudogley Regosol Anzahl Standorte 5 6 10 1 Corg M.-% Mittelwert (von-bis) Standardabweichung 3,1 (0,8-4,5) 1,5 2,4 (0,8-5,0) 2,0 6,4 (1,7-26,5) 7,2 4,4 Beprobungstiefe (dm) Mittelwert (von-bis) 1,3 (0,5-3) 1,5 (0,7-3) 0,8 (0,6-1) 0,5 Jahr 2006 1994-2010 2003-2010 2006 Im FIS StoBo liegen auch Untersuchungsergebnisse für Humusauflagen von Waldböden an 10 Standorten in Bonn vor. Deren Mächtigkeiten (alle Lagen) liegen zwischen 0,2 und 0,6 dm, die Gehalte von organischem Kohlenstoff reichen von 20,7 bis 39,6 Masse-%.Seite 32 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 23 - Tab. 9: Gehalt von organischem Kohlenstoff in der Humusauflage von Waldböden in Bonn (Datenquelle: FIS StoBo LANUV NRW) Standort-ID Mächtig- keit (dm) Organischer Kohlenstoff (M.-%) Nutzung Bodentyp Jahr 29136 0,4 27,5 Nadelwald unbekannt 2004 29925 0,3 28,7 Laubwald unbekannt 2004 30973 0,2 33,3 Laubwald unbekannt 2004 31078 0,5 20,7 Wald unbekannt 1988 31089 0,5 25,0 Wald unbekannt 1988 31256 0,3 33,3 Mischwald unbekannt 2004 50905 0,4 31,4 Laubwald unbekannt 2004 63675 0,4 36,5 Laubwald Parabraunerde- Pseudogley 2007 63678 0,3 38,7 Laubwald Pseudogley 2007 64797 0,6 39,6 Mischwald Pseudogley-Braunerde 2007 Mittelwert (von-bis) Standardabweichung 0,4 (0,2-0,6) 0,1 31,5 (20,7-39,6) 5,7 Aus zufällig ausgewählten Hausgärten in Bonn stehen laboranalytisch bestimmte Mess- werte für die Kohlenstoffgehalte in 342 Bodenproben aus einem Citizen Science Projekt des Internationalen Zentrums für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) an der Hochschule Bonn Rhein-Sieg zur Verfügung. Ziel des Projektes war die Bewertung von Bodenfunk- tionen bzw. Ökosystemleistungen privater Hausgärten auf der Grundlage ausgewählter Bodenparameter (Hamer, mündl. Mittlg. 25.09.2024). Tab. 10: Gehalt von organischem Kohlenstoff in Bodenproben aus Hausgärten in Bonn (Datenquelle: Hamer 2020) Alle Kulturen Rasen 0-10 cm Gemüse 0-30 cm Zier- pflanzen 0-30 cm Obst 0-30 cm Anzahl Proben 342 162 63 89 28 Mittlerer Corg-Gehalt (M.-%) Mittelwert (von-bis) Standardabweichung 2,4 (0,7-7,6) 1,2 2,2 (0,9-5,3) 0,7 2,4 (0,7-7,2) 1,4 2,9 (1,0-7,6) 1,4 2,6 (1,2-5,0) 1,0 In 12 Bodenprofilen, die 2015 im Rahmen des LIFE+-Projektes „Villewälder – Wald- und Wasserwelten“ im Kottenforst untersucht worden sind, zeigen sich Mächtigkeiten des humosen Oberbodens zwischen 1 und 3 dm; im Mittel liegen sie bei 1,7 dm (0,6 dm Standardabweichung) (Denneborg und Kastler 2016) (vgl. Tab. 11).Seite 33 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 24 - Tab. 11: Ergebnisse der Untersuchung von Bodenprofilen im Rahmen des LIFE+-Pro- jektes „Villewälder – Wald- und Wasserwelten“ im Kottenforst (Quelle: Denne- borg und Kastler 2016) Pseudogleye Profil Mäch- tigkeit (dm) Bodenhori- zont Value Munsell Humusgeh- alt Humus (Masse-%) Corg (Masse-%) 01 1,0 Ah 5 YR 2.5/2 h3-h4 2-10 1,16-5,8 01.1 1,5 Ah 7.5 YR 4/1 h1 < 1 < 0,58 01.2 1,5 Ah 7.5 YR 4/1 h1 < 1 < 0,58 01.3 1,6 Ah 7.5 YR 3/1 h2-h3 < 1-5 0,58-2,91 03.1 2,0 Ah 7.5 YR 4/2 h1 < 1 < 0,58 05.1 1,2 Ah 7.5 YR 3/1 h2-h3 < 1-5 0,58-2,91 06.1 2,0 Ah 10 YR 3/2 h3 < 1 < 0,58 06.2 1,0 Ah 7.5 YR 4/1 h1 < 1 < 0,58 06.3 1,5 Ah 7.5 YR 4/2 h1 < 1 < 0,58 06.4 2,5 Ah 10 YR 4/2 h1 < 1 < 0,58 08.1 1,0 Ah 7.5 YR 4/2 h1 < 1 < 0,58 08.2 3,0 aAh 7.5 YR 3/1 h2-h3 < 1-5 0,58-2,91 Informationen zu Lagerungsdichte und Grobbodenanteil aus Bonner Bodenuntersuchun- gen stehen nicht zur Verfügung. Ergebnisse der bundesweiten Bodenzustandserhebungen Landwirtschaft und Wald ha- ben gezeigt, dass Mineralböden unter Ackernutzung in Deutschland in der Bodentiefe 0- 30 cm im Mittel einen Vorrat an organischem Kohlenstoff von 61 t/ha aufweisen (Flessa et al. 2019). Die Vorräte des Gesamtprofils von Waldböden in Deutschland (Auflagehu- mus und Mineralboden bis 90 cm Tiefe) belaufen sich im Mittel auf 117 t/ha. Davon be- finden sich 18 % im Auflagehumus und 59 % im Oberboden bis 30 cm Tiefe (Wellbrock et al. 2016). Daraus ergibt sich für Waldböden ein mittlerer Kohlenstoffvorrat von 90 t/ha im Auflagehumus und Oberboden. Neue Ergebnisse des Thünen-Institutes zur Boden- kohlenstoff-Modellierung3 zeigen, dass der Boden fast alle Kohlenstoffverluste der Bäume in den Trockenjahren 2018 bis 2020 ausgeglichen und die Senkenfunktion der Bäume übernommen hat. Für ein typisches (Erd-)Niedermoorprofil unter Grünland geben Blume et al. (2010) einen Corg-Vorrat im Gesamtprofil von 432 t/ha an. Für Baumschulen in Deutschland – hier herangezogen als Anhaltspunkt für Gartenböden – werden mittlere Kohlenstoffvorräte von 63 t C pro ha bis 30 cm Bodentiefe angegeben (Umweltbundesamt 2023). In der Abb. 7 sind die aus verschiedenen Literaturdaten und Bonner Analysedaten be- rechneten Kohlenstoffspeichermengen im Boden dargestellt. Sie variieren zwischen 42 3 https://www.thuenen.de/de/newsroom/presse/pressemitteilungen/detailansicht/der-boden-ersetzt-die- baeume-zeitweise-als-kohlenstoffsenkeSeite 34 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 25 - und 157 t/ha und zeigen eine große Spannweite für einzelne Nutzungen je nach Daten- quelle. Abb. 7: Geschätzte Kohlenstoffmengen im Boden (Datenquellen: Klingenfuß et al. 2019a; Stadt Wuppertal 2010; Weiß et al. 2024; Kaufmann-Boll et al. 2024; Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen 2018; Blume et al. 2010, mündl. Mittlg. Hamer 2020) Vorgehensweise Böden, die sich hinsichtlich der Kohlenstoffspeicherung wesentlich unterscheiden, wer- den differenziert betrachtet (siehe Nutzungstyp „Boden“ in Tab. 4). Die verwendete Me- thode orientiert sich an Ansätzen, die bereits in anderen deutschen Städten (Berlin, Han- nover, Wuppertal) angewendet worden sind, und berücksichtigt Forschungsergebnisse der Humboldt Universität zu Berlin sowie Daten aus einer Bodendatenbank des Landes NRW (FIS StoBo NRW) und einem Bonner Citizen Science-Projekt sowie aus der Fach- literatur Gerstenberg et al. 2024, Kaufmann-Boll et al. 2024; Klingenfuß et al. 2019a; Kaufmann-Boll et al. 2023; Stadt Wuppertal 2010; AG Boden 2024). Messdaten aus Bonn werden bevorzugt als Datenquelle verwendet und – wo diese in geeignetem Um- fang fehlen – durch Literaturangaben ergänzt. Vereinfachend wird mit jeweils einem Eingangswert für den Gehalt von organischem Kohlenstoff und die Dichte aller humosen Horizonte / Torfe innerhalb einer Fläche ge- rechnet, die dann auf die Gesamtmächtigkeit der humosen und organischen Horizonte bezogen werden. Damit wird die kleinräumige Variabilität in der Fläche und Tiefe nicht erfasst, eine überschlägige Schätzung für die Gesamtfläche der Stadt Bonn ist jedochSeite 35 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 26 - möglich. Grobboden, der keinen Kohlenstoff speichert und Humusauflagen im Wald mit besonders hoher Speicherleistung werden berücksichtigt. Genauere Modelle des Kohlenstoffspeichers im Boden ließen sich nur mit hohem Auf- wand durch flächendeckende und engmaschige bodenkundliche Feld-, Laboruntersu- chungen und Modell-Ansätze erstellen. Bodeneigenschaften Bodeneigenschaften, die die Kohlenstoffspeicherung beeinflussen, sind insbesondere die Wasserverhältnisse (Vernässung, Grund- oder Stauwassereinfluss) (Flessa et al. 2019) und die anthropogene Überprägung des Bodens durch Versiegelung. Die Boden- dichte ist für Mineralböden höher als in organischen Böden und in Humusauflagen. Dies und die besondere Kohlenstoffspeicherfähigkeit organischer Böden sowie die aus loka- len Kartierungen bekannten Oberbodenmächtigkeiten der Stauwasserböden im Kotten- forst werden bei der Quantifizierung berücksichtigt (vgl. Tab. 12). Tab. 12: Bodenspezifische Eingangswerte für die Kohlenstoffquantifizierung auf der Grundlage von Bodenkarten und Literaturangaben Boden Gehalt von organischem Kohlenstoff (Masse-%) Boden- dichte (kg/dm³)a Mächtig- keit der humosen Horizonte (dm) Grob- boden- anteil (%) Korrektur Zuschlag Humus- auflage Wald (t/ha) 1 grund- oder überflutungs- wasserdomi- niert Je nach Nutzung 1,3 Je nach Nutzung Je nach Nutzung - Je nach Nutzung 2 stauwasser- geprägt Je nach Nutzung 1,3 Für Wald: 1,7b, sonst je nach Nutzung Je nach Nutzung - Je nach Nutzung 3 aerob Je nach Nutzung 1,3 Je nach Nutzung Je nach Nutzung - Je nach Nutzung 4 organisch 15 0,2 4 0 Reduzie- rung um 25 %c Je nach Nutzung 5 aufgetragen Je nach Nutzung 1,3 Je nach Nutzung Je nach Nutzung - Je nach Nutzung 6 versiegelt 0 - - - - - a kg/dm³ = g/cm³ b Mittelwert für 12 Pseudogleye im Kottenforst (2015) c Korrektur von den aus Angaben der Bodenkarten von 1973 (BK5F) berechneten Kohlenstoff- speichermengen aufgrund von Entwässerung bis 2015 und damit verbundenem Torfabbau Kleine Vorkommen von Moor und Torfen wurden in den 1970er Jahren im Kottenforst kartiert (Bodenkarte Forst 1:5.000). Für diese organischen Böden wären mit einem Koh- lenstoffgehalt von mindestens 15 Masse-%, einer Bodendichte von 0,2 kg/dm³ und einer kartierten Mindest-Torfmächtigkeit von 4 dm Kohlenstoffmengen von 120 Tonnen pro ha anzunehmen (ohne Zuschlag für Humusauflage im Wald). Aufgrund der weiträumigenSeite 36 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 27 - und andauernden Grabenentwässerung im Kottenforst bis zum Beginn von Wieder- vernässungsmaßnahmen ab 2015 ist jedoch davon auszugehen, dass diese Anmoor- stagnogleye und Niedermoore nicht mehr in dem damaligen Zustand existieren. Ohne dauerhafte Vernässung wird die organische Substanz nach und nach abgebaut. Moor- böden und moorähnliche kohlenstoffreiche Böden unter Grünlandnutzung verlieren bei- spielsweise in Deutschland im Mittel 7,5 Tonnen organischen Bodenkohlenstoff pro ha und Jahr (Tiemeyer et al. 2016). Bei Grünlandnutzung könnten sich die Kohlenstoffmen- gen in 42 Jahren von 1973 bis 2015 folglich um 315 t/ha reduzieren. Da im Kottenforst jedoch eine geringerer Kohlenstoffspeichermenge abgeschätzt wurde und das Ausmaß der Entwässerung nicht genau lokalisiert werden kann, werden die Kohlenstoffmengen in organischen Böden vereinfachend um 25 % reduziert. Von einem flächendeckenden Vorkommen von Humusauflagehorizonten ist nur für Waldnutzung auszugehen, während Flächen mit den Nutzungen wie Park- / Grünfläche oder Wohnen nur in Teilen – z. B. unter Baumbeständen – eine Humusauflage erwarten lassen. Vereinfachend wird ausschließlich unter Wald ein Auflagehorizont bei der Be- rechnung der Kohlenstoffspeichermengen berücksichtigt. Stadtböden, d. h. Böden aus künstlichen oder anthropogen überprägten Ausgangssub- straten, können aufgrund enthaltener Verbrennungsrückstände z. B. in Trümmerschutt besonders kohlenstoffreich sein. Da technogener organischer Kohlenstoff im Boden kaum oder gar nicht in den natürlichen globalen Kohlenstoffkreislauf eingebunden ist, leistet er jedoch keinen Beitrag zum Klimaschutz im Sinne der Aufnahme und Speiche- rung von atmosphärischem CO2. Diesen Beitrag leistet nur der humusbürtige organische Kohlenstoff (Thrum et al. 2023), der in dieser Potenzialstudie Gegenstand der Quantifi- zierung ist. Im Untergrund von versiegelten Böden kann unterhalb von Beton, Asphalt und Pflaster- steinen ursprünglich humusbürtiger organischer Kohlenstoff gespeichert sein. Diese Vorräte werden jedoch nicht als Potenzial für die Speicherung von CO2 gewertet und demnach auch nicht quantifiziert. Bodennutzung Die Bodennutzung wirkt sich auf die Kohlenstoffspeicherung im Boden aus. Unter Forst kann zumeist über lange Zeiträume eine weitgehend ungestörte Bodenentwicklung statt- finden und die Humusgehalte und -mächtigkeiten sind durch Klima, Vegetation, Aus- gangsgestein und Wasserverhältnisse geprägt. Bei Mooren verhält es sich ähnlich. Pflugeinsatz und Bodenbearbeitung im Ackerbau führen regelmäßig zu einer Durchmi- schung des Bodenmaterials in den obersten Bodenschichten je nach Bearbeitungsver- fahren bis in Tiefen von etwa 1 bis 3 dm unter der Geländeoberkante. In gärtnerisch genutzten Böden, z. B. in Kleingärten, sind große Humusanreicherungen durch Kom- posteinsatz und Durchmischung oft bis in größere Tiefen (4 bis 5 dm) vorhanden. In Parks und Grünanlagen, aber auch in Gärten und in den Nutzungen Siedlung und Ver- kehr kommen häufig grobe Beimengungen im Boden vor, beispielsweise aus Bauschutt. Diese speichern keinen humusbürtigen Kohlenstoff. Die Kohlenstoffgehalte, die Mächtigkeit der humosen Horizonte, der Grobbodenanteil und das Vorliegen einer Humusauflage werden je nach Nutzungskategorie unterschie- den (siehe Tab. 13).Seite 37 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 28 - Tab. 13: Nutzungsspezifische Eingangswerte für die Kohlenstoffquantifizierung auf der Grundlage von Analysedaten aus Bonn in FIS StoBo NRW und Hausgarten- daten IZNE sowie Literaturangaben Nutzung Gehalt von organischem Kohlenstoff (Masse-%) Bodendichte (kg/dm³) Mächtigkeit der humo- sen Hori- zonte/Torfe (dm) (Literatur) Grobboden- anteil (%) (Literatur) Zuschlag Humus- auflage Wald (t/ha) 1 Forst 6,3 (FIS StoBo) Je nach Boden 1 0 25** 2 Park 3,00 (Literatur) Je nach Boden 2 3 0 3 Kleingarten 2,40 (IZNE) Je nach Boden 5*** 5 0 4 Friedhof 3,00* Je nach Boden 2 3 0 51 Acker 2,10 (FIS StoBo) Je nach Boden 3 0 0 52 Grünland 4,00 (Literatur, FIS StoBo) Je nach Boden 1,5 0 0 6 Siedlung 1,45 (Literatur) Je nach Boden 3 2 0 7 Verkehr 4,50 (FIS StoBo) Je nach Boden 1 2 0 * aufgrund fehlender Literaturwerte wie „Park“ ** 31,5 M.-% (Median FIS StoBo,Bonn, n = 10) x 0,2 g/cm³ (abgeleitet aus Tab. 3-1 in Blume et al. 2010) x 0,4 dm (Median FIS StoBo Bonn, n = 10) x 10 *** Hortisole wurden meist langfristig humusanreichernd bewirtschaftet und weisen mit mindestens 40 cm mächtigen humosen Oberbodenhorizonten hohe Kohlenstoffvorräte auf. Quantifizierung für Nutzungstypen Die aus vorliegenden Analysedaten und Literatur abgeleiteten Eingangswerte für die Kohlenstoff-Quantifizierung je nach Nutzung und Boden werden den Flächen der Nut- zungstypen zugeordnet. Die daraus berechneten Kohlenstoffmengen werden in t/ha an- gegeben. Die in den Flächen insgesamt im Boden gespeicherten Mengen in Tonnen werden durch Multiplikation mit der Flächengröße ermittelt und für die Nutzungstypen aufsummiert. 4.3 Kohlenstoff-Speicherung in der Biomasse Grundlagen Das Vorkommen verschiedener Vegetationsstrukturen (Baumbestände, Einzelbäume, Gebüsche, Hecken, Zier- und Trittrasen und Ruderalflächen) ist jeweils charakteristisch für bestimmte Flächennutzungen. Die Baumvegetation speichert am meisten Kohlenstoff (s. Abb. 8).Seite 38 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 29 - Abb. 8: Einteilung der Vegetation in Baum-Kohlenstoffspeicher und Nicht-Baumkoh- lenstoffspeicher (Quelle: Klingenfuß et al. 2019) Zur Quantifizierung der in der Biomasse gespeicherten Kohlenstoffmengen können An- gaben zu Pflanzenarten, Vegetationshöhen, Bestandsdichte, Pflanzen-Trockenmasse und Kohlenstoffgehalt der Pflanzen sowie für Bäume das Baumalter, der Brusthöhen- durchmesser und der Zustand (lebend / abgestorben) verwendet werden. Biomasse be- steht etwa zur Hälfte aus Kohlenstoff. Die Trockenmasse von Bäumen kann mit Hilfe allometrischer Formeln berechnet werden, welche den Brusthöhendurchmesser als Ein- gangsgröße verwenden. Der gesamte Kohlenstoffspeicher einer Fläche kann über die Summe der Kohlenstoffspeichermengen einzelner Vegetationsstrukturen ermittelt wer- den. Formel 2: Berechnung der Kohlenstoffspeichermengen in Vegetationsstrukturen nach Klingenfuß et al. (2019a) In Tab. 14 sind Literaturwerte für die Kohlenstoffspeicherung in Biomasse mit Werten der entsprechenden CO2-Mengen angegeben.Seite 39 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 30 - Tab. 14: Literaturwerte für Kohlenstoffspeicherung in Biomasse (Quellen: Klingenfuß et al. 20191, Bolinder et al. 20072, Kändler et al. 20113, Drexler et al. 20234) Ortsbezug Vegetation Menge Kohlen- stoff (t/ha) Menge CO2 (t/ha) * Berlin1 Junger Nadelwald 21-40 Jahre Köpenicker Forst 76,0 279 Alter Mischwald > 100 Jahre Tegeler Forst 128,0 470 Alter Mischwald > 100 Jahre Spandauer Forst 264,0 969 Forst: Bäume, Totholz, Streu 97,0 356 Siedlung: Bäume Sträucher Gräser / Kräuter 36,0 132 Park: Bäume Sträucher Gräser / Kräuter, Streu (inkl. Mulch) 50,0 184 Kleingarten: Bäume Sträucher Gräser / Kräuter 15,0 55 Straße: Bäume 44,0 161 Landwirtschaft2 9,0 33 Karlsruhe3 oberirdische Biomasse von Bäumen 32,0 117 Schleswig- Holstein4 Hecken in Agrarlandschaft (alte Knickstandorte) inkl. Wurzeln (40 %) 105 385 * berechnet aus Kohlenstoffmenge durch Multiplikation mit Faktor 3,67 Für Baum- und Nicht-Baumvegetation wurden in Berlin aus Kartierungen und Laborana- lysen zur Biomasse verschiedener Nutzungen mittlere Kohlenstoffspeichermengen je nach Baumart bzw. Vegetationsstruktur ermittelt (s. Tab. 15).Seite 40 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 31 - Tab. 15: Mittlerer oberirdischer C-Speicher von verschiedenen Baumarten und Vege- tationsstrukturen – Auszug aus den Kartierungstafeln für die Bestimmung des C-Speichers von Biomasse (Quelle: Klingenfuß et al. 2019) C-Speicher je Einzelbaum (t) Baumvegetation Baumart Brusthöhendurchmesser Baum (cm) 7,5 50 100 Eiche 6 741 4.285 Rot-Eiche 9 870 4.661 Hainbuche 6 571 3.069 Rot-Buche 9 1.084 4.156 Ahorn, Platane 6 694 3.881 Linde 5 507 2.780 Kiefer 7 499 2.353 Fichte 10 630 2.841 Lärche 6 451 2.159 Robinie 5 862 5.799 Douglasie 7 762 4.143 Nicht-Baumvegetation Vegetationsstruktur C-Speicher in t/ha Nicht-Baumvegetation Gräser / Kräuter 1* Bodendecker bis 15 cm Höhe 2 Mulchschicht bis 7 cm Höhe 6 Sträucher bis 185 cm Höhe 7 Sträucher bis 430 cm Höhe 20 Nadel- bzw. Blattstreu (Forst) 1 Totholz (Forst) 4 * Zuschlag für Wurzelbiomasse: 0,2 Untersuchungsergebnisse aus dem Stadtgebiet von Bonn zur Kohlenstoffspeicherung von Pflanzen und Biomasse stehen nicht zur Verfügung. Beim Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) an der Hochschule Bonn Rhein-Sieg wurden bisher keine Daten zu Pflanzen und deren Kohlenstoff-Speicherpotenzial untersucht (Hamer mündl. Mittlg. 17.01.2025). Vorgehensweise Vor dem Hintergrund der in Bonn verfügbaren Grundlagendaten und der stadtweiten Betrachtung (keine Biomasse-Messungen von Einzelflächen möglich) basieren die Be- wertungen des Kohlenstoffspeichers in der Biomasse für diese Potenzialstudie im We- sentlichen auf der Vegetationshöhe und den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Hum- boldt-Universität zu Berlin aus Kartierungen und Laboranalysen zur Biomasse verschie- dener Nutzungen (Klingenfuß et al. 2019a). Dort diente ebenfalls eine Vegetationshö- henkarte zur Regionalisierung von Vegetationstypen.Seite 41 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 32 - Wo notwendig und wo vorliegende Daten es erlauben (Forstflächen), werden weitere Kenngrößen wie die Bestandszusammensetzung mit den einzelnen Baumarten, dem Baumalter und dem Holzvorrat in Verbindung mit aktuellen Schätzungen zum Kohlen- stoffspeicher von deutschen Wirtschaftswaldbeständen des Thünen-Institutes für Wald- wirtschaft in Hamburg (Brinkord et al. 2025) einbezogen. Die Wurzelbiomasse von Bäumen wird ausschließlich im Nutzungstyp Forst berücksich- tigt, da die hier zugrunde gelegten Schätzungen von Brinkord et al. (2025) diese einbe- ziehen. In den anderen Nutzungstypen bezieht sich die Quantifizierung nur auf die ober- irdische Biomasse. Die unterirdischen Kompartimente wurden in den Grundlagendaten der verwendeten Regressionsgleichung aus Berlin nicht berücksichtigt, da deren Quan- tifizierung mit großen Ungenauigkeiten verbunden ist (Klingenfuß et al. 2019). Damit ist eine gewisse, nicht genau quantifizierbare Unterschätzung der Kohlenstoffspeicher zu erwarten. Tatsächlich sind somit sogar noch größere Speichermengen in der Biomasse in Bonn vorhanden. Höhe der Vegetation Die Höhe der Vegetation ist eine wesentliche Größe für die Menge der Biomasse. Sie lässt sich mit Methoden der Fernerkundung aus Satellitendaten und Luftbildern ermitteln. Im Übersichtsmaßstab sind dazu Daten öffentlich verfügbar (z. B. global für die „above ground biomass“4 des World Resource Institutes). Diese Daten sind für die Anwendung im Stadtgebiet von Bonn jedoch nicht genau genug. Aus den in Nordrhein-Westfalen verfügbaren Oberflächendaten und dem Geländemodell (Fernerkundungsdaten aus flugzeuggestütztem Laserscanning mit Stand 2021/2022) wurde eine Vegetationshöhen- karte für Bonn mit einer Bodenauflösung von 1 x 1 m und einer Höhengenauigkeit von +/- 15 cm berechnet (s. Abb. 9). Als Kulisse für die Berechnung dienten die Vegetations- flächen der Landbedeckung NRW (ESA Copernicus Sentinel-2, ALKIS, DOP, nDOM) mit einer Lagegenauigkeit von 1-2 m von 2022/2023. Die darin nicht abgebildeten Stra- ßenbäume wurden mit Hilfe der Lagekoordinaten und der Baumkronendurchmesser im Bonner Baumkataster mit Stand Oktober 2024 ergänzt. Eine Plausibilitätsprüfung der Vegetationshöhenkarte von Bonn erfolgte mit digitalen Orthofotos aus Bildflügen im März 2023 in einer Bodenauflösung von 10 x 10 cm. Unschärfen im Bereich von sich mit Baumkronen überlappenden Dachflächen von Gebäuden sind so kleinräumig, dass sie zu vernachlässigen sind. Dies gilt auch für fehlidentifizierte Vegetationsflächen im Be- reich von Bahntrassen und Sportplätzen, da diese vegetationsarm und damit wenig er- gebnisrelevant sind. Aus den Vegetationshöhen lassen sich Teilflächen ableiten, in denen mit hoher Wahr- scheinlichkeit bestimmte Vegetationsstrukturen vorliegen (z. B. Bäume, Sträucher, Grä- ser / Kräuter). Anhand repräsentativer Untersuchungsflächen in Berlin ist aus Vegetati- onskartierungen, Vegetationshöhen und laboranalytischen Messwerten zur Kohlen- stoffspeicherung von Pflanzen ein lineares Regressionsmodell abgeleitet worden (s. Abb. 10). 4 https://ceos.org/gst/cci-biomass.htmlSeite 42 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 33 - Abb. 9: Vorgehen zur Erstellung der Vegetationshöhenkarte für Bonn Abb. 10: Regressionsmodell zur Berechnung des Kohlenstoffspeichers von Flächen anhand der mittleren Vegetationshöhe aus dem NatKos Bericht der Hum- boldt Universität Berlin (R2 = 0,7) (Quelle: Klingenfuß et al. 2019a)Seite 43 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 34 - Anhand der Landnutzungs- und Vegetationshöhenkarten wurden mit dem Modell die Kohlenstoffspeicher für Berlin bestimmt (Klingenfuß et al. 2019a). In Bonn soll dieses Regressionsmodell angewendet werden, um die Kohlenstoffspeicherung in der Bio- masse abzuschätzen. Die Übertragbarkeit des Modells auf Bonn wird für alle Nutzungs- typen außer Forst als gegeben angenommen. Die Vegetation der Städte Bonn und Berlin unterscheidet sich in ihrer Kapazität, Kohlenstoff zu speichern, nicht maßgeblich vonei- nander. Die Art der Flächennutzungen und Vegetationskompartimente stimmen im Prin- zip überein. Während die Artenzusammensetzung der Stadtbäume weitgehend ver- gleichbar ist, unterscheidet sich diese bei den Forstflächen deutlich (siehe Exkurs). Auf- grund der Lage beider Städte in verschiedenen Klima- und Naturräumen ist zu erwarten, dass sich die Artenzusammensetzungen und Vegetationsstrukturen auch in Park- und Grünflächen sowie in Ackerbau und Grünlandwirtschaft zwischen Berlin und Bonn un- terscheiden. Inwieweit das zutrifft, konnte aufgrund fehlender Datengrundlagen nicht ge- prüft werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die vorhandenen Unterschiede das Er- gebnis einer Abschätzung des Kohlenstoffspeichers gering beeinflussen, da diese Nut- zungen insgesamt weniger speicherstark sind als Bäume, die den Haupt-Kohlenstoff- speicher der Vegetation darstellen. Daher können die Unsicherheiten der Übertragbar- keit in Kauf genommen werden. Exkurs: Übertragbarkeit des Regressionsmodells für Bäume In Berlin bilden Linden, Ahorne, Platanen, Eichen und Kastanien mit insgesamt 75 % den Hauptbestand- teil des Straßenbaumbestands (Daten und Fakten Stadtbäume – Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt 2023). In Bonn bilden diese Baumarten etwa 71 % des Straßenbaumbestands (Baumstandortkataster der Bundesstadt Bonn – Amt für Umwelt und Stadtgrün, 2024) (siehe Abb. 11). Unterschiedlich ist die Verteilung von Ahorn und Linde. Ahorne bilden in Bonn 29 % des Straßenbaum- bestands und Linden 16 %. In Berlin ist der Anteil an Ahorn mit 20 % etwas geringer und der Anteil an Linde mit 35 % deutlich höher. Aufgrund der geringen Kohlenstoffspeicherkapazität der Linde (vgl. Tab. 15), ist in Bezug auf Stadtbäume eine geringfügige Unterschätzung des Kohlenstoffspeichers in der Ve- getation in Bonn bei Anwendung des Berliner Regressionsmodells für den Nutzungstyp „Verkehr“ anzu- nehmen. Die Forstflächen Berlins sind zum überwiegenden Teil mit Kiefer bestockt, kleinere Teilflächen mit Eiche und Buche (s. Abb. 13). In Bonn bestehen große Teile der Forstflächen aus Eiche, Buche, anderen Laub- hölzern und Kiefer. Der Anteil von Kiefer und Fichte ist bedeutend geringer als in Berlin. Da Nadelbäume grundsätzlich weniger Kohlenstoff speichern als Laubbäume (vgl. Tab. 15), ist bei der Anwendung des Regressionsmodells auf Bonner Forstflächen mit einer maßgeblichen Unterschätzung des Kohlen- stoffspeichers in Bonn zu rechnen. Aus diesem Grund wird das Modell für den Nutzungstyp „Forst“ in Bonn nicht angewendet. Abb. 11: Baumarten des Straßenbaumbestands in Berlin und BonnSeite 44 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 35 - Abb. 12: Baumartenklassifikationen in Bonn (Quelle: Open.NRW – Waldinformationen und Forstverwaltung 2022/2023) Abb. 13: Hauptbaumarten der Berliner Forsten, Darstellung aus dem Geoportal Berlin (abgerufen am 05.12.2024, Daten von 2014) Um die Kohlenstoffspeichermenge der Biomasse auf Flächen in Bonn zu berechnen, wurde das Raster der Vegetationshöhe in Flächen ähnlicher Höhe klassifiziert (3 Klas- sen: < 0,15 m; 0,15 m bis 4,3 m, > 4,3 m grob angelehnt an die Einteilung nach Klingen- fuß et al. 2019, vgl. Tab. 15). Nach einer Bereinigung von Kleinstflächen < 10 m2 und der Konvertierung in Vektor-Geometrien erfolgte für jede Fläche die Berechnung des Medians der im Raster abgebildeten Vegetationshöhenwerte. Anhand des Medians der Vegetationshöhe wird den Flächen die wahrscheinlich vorliegende Vegetationsstruktur zugewiesen (siehe Tab. 16).Seite 45 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 36 - Tab. 16: Ableitung von Vegetationsstrukturen aus der Vegetationshöhe VH_Klasse Vegetationshöhe (m) Vegetationsstruktur 1 ≤ 0,10 Gräser / Kräuter 2 > 0,10-0,15 Bodendecker, hohe Gräser 3 > 0,15-1,85 Sträucher bis 1,85 m Höhe 4 > 1,85-4,30 Sträucher und Bäume bis 4,30 m Höhe 5 > 4,30 Bäume Die prozentualen Flächenanteile der in den Bonner Nutzungstypen verbreiteten Vegeta- tionsstrukturen sind in Abb. 14 dargestellt. Abgeleitet wurden diese aus der Karte der Vegetationshöhe durch Auswertung der Flächenanteile der einzelnen Vegetationsstruk- turen in den einzelnen Flächen gleicher Nutzung. Während sich für Forst, Siedlung, Ver- kehr und Kleingarten jeweils spezifische Strukturen zeigen, ähneln sich die Strukturen von Acker und Grünland stark. Auch Parks und Friedhöfe weisen vergleichbare Struktu- ren auf, wobei auf Friedhöfen mehr Baum-Vegetation und weniger Rasen (Gräser/Kräu- ter) zu finden ist.Seite 46 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 37 - Abb. 14: Prozentuale Flächenanteile der Vegetationsstrukturen in Flächen verschiede- ner Nutzungen als Mittelwert mit Standardabweichung und Flächenanzahl Die Vegetationsstrukturen sind mit einer Genauigkeit von 1 x 1 m detailliert aufgelöst (ca. 460.000 Einzelflächen im Bonner Stadtgebiet). Vor der Aggregierung wird für die einzel- nen Flächen mit ähnlicher Vegetationsstruktur anhand der mittleren Vegetationshöhe durch Anwendung des NatKos-Regressionsmodells der Kohlenstoffspeicher pro Fläche berechnet (siehe Formel 3).Seite 47 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 38 - Formel 3: Berechnung des Kohlenstoffspeichers einer Fläche nach Klingenfuß et al. (2019a) 𝐶𝐹𝑙ä𝑐ℎ𝑒 = 0,78 + 0,42 ∙ 𝑉𝐻𝐹𝑙ä𝑐ℎ𝑒 VHFläche = mittlere Vegetationshöhe der Fläche (m) CFläche = Kohlenstoffspeicher der Fläche (kg/m2) Anhand der berechneten Kohlenstoffmengen für die Flächen ähnlicher Vegetationsstruk- tur werden für Einzelflächen gleicher Nutzung (z. B. Park, Kleingarten, Acker) auf Basis der Karte der Nutzungstypen die Gesamt-Kohlenstoffmengen durch Bezug auf die je- weilige Größe der Teilflächen ähnlicher Vegetationsstruktur berechnet und aufsummiert. Im Ergebnis liegt für jede Einzelfläche gleicher Nutzung eine Kohlenstoffmenge in Ton- nen und die entsprechende Speichermenge in Tonnen pro Hektar vor. Abb. 15: Kohlenstoff in Biomasse abgeschätzt aus der Vegetationshöhe Die Werte werden schließlich für alle Nutzungstypen außer Forst verwendet.Seite 48 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 39 - Holzvorrat im Wald Von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (2011) stehen Schätz- diagramme zur Quantifizierung des Kohlenstoffspeichers einzelner Bäume und Baum- Bestände über Brusthöhendurchmesser5, Baumart und Baumhöhe bzw. Bestandsalter und Vorrat für Buche, Eiche, Fichte und Kiefer zur Verfügung. Aus den Diagrammen lassen sich CO2-Einheiten für Einzelbäume und CO2-Umrechnungsfaktoren für Be- stände ablesen (siehe z. B. Abb. 16). Abb. 16: Schätzdiagramm Eiche (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft 2011) Aktuell und in Form von auswertbaren Tabellen verfügbar sind die Kohlenstoff-Ertrags- tafeln von Brinkord et al. (2025) (Thünen-Institut für Waldwirtschaft, Hamburg). Sie er- möglichen eine Schätzung des Kohlenstoffspeichers (hier CO2) von Wirtschaftswaldbe- ständen über Baumart, Bestandesalter und Ertragsklasse. Sie basieren auf etablierten Ertragstafeln wie beispielsweise von Schober (1995) und bilden auch junge Waldbe- stände für die Baumarten Buche, Eiche, Fichte, Kiefer und Douglasie ab. Es werden alle oberirdischen und unterirdischen Teile der Baumbiomasse berücksichtigt. Die Berech- nung des Kohlenstoffgehalts und seine Umrechnung in CO2 folgen dabei den internatio- nalen Berechnungsvorgaben, wie sie auch für die nationalen Inventarberichte zum Deut- schen Treibhausgasinventar verbindlich sind. Der oberirdischen Biomasse zugrunde lie- gen Hochrechnungen für Einzelbäume ausgehend vom Derbholzvolumen über Baum- höhe und Brusthöhendurchmesser je nach Bestandesalter. Die unterirdische Biomasse der Einzelbäume wurde unter Berücksichtigung von Literaturwerten für Expansionskoef- fizienten in Abhängigkeit des Brusthöhendurchmessers ermittelt. 5 Daten zum Brusthöhendurchmesser einzelner Bäume und Bestände stehen in Bonn nicht zur Verfü- gung.Seite 49 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 40 - Um die CO2-Speichermenge der Bonner Waldbestände abzuschätzen, wurden die Koh- lenstoff-Ertragstafeln (Kohlenstoff-ETs) von Brinkord et al. (2025) im verbleibenden Be- stand unter Annahme einer mäßigen Durchforstung zugrunde gelegt. In die Schätzung eingegangen sind aggregierte Daten der Forsteinrichtung für die Waldflächen in der Ver- waltung von Wald & Holz im Stadtgebiet Bonn (Stand der Eingangsdaten: 2024) sowie für die Flächen des Stadtwaldes Bonn (Stand der Eingangsdaten: 2017). Die Daten der Forsteinrichtung werden üblicherweise alle 10 Jahre aktualisiert. Aus dem Report des Landesbetriebs Wald und Holz NRW „1.6.3 Altersklassenübersicht nach Baumarten- gruppen“ (mündl. Mittlg. Kern 30.01.2025) werden für die Hauptschicht, Unterstand, Zwi- schenschicht und Überhalt Daten zur jeweiligen Fläche der Baumartengruppe in ha, zum Alter in Jahren, zur Ertragsklasse und zum Holzvorrat in m³ Erntefestmeter ohne Rinde (Efm o.R.)6 entnommen. Die flächenscharf vorliegenden Daten der Forsteinrichtung im Stadtwald sind nicht se- parat ausgewertet worden. Das liegt zum einen daran, dass die für die Zuweisung von CO2-Speichermengen erforderliche Ertragsklasse nicht in den Attributen der Vektorda- ten enthalten ist. Zum anderen konnte eine eindeutige Zuordnung der Flächen zu den Daten der FOWIS-Auswertung – die Angaben zur Ertragsklasse enthält – über die Ab- teilung, Unterabteilung und Bestandeseinheit nicht hergestellt werden (abweichende Flächenanzahl; nicht alle Flächen-Identifikatoren vorhanden). Somit erfolgte die Ab- schätzung von CO2-Speichermengen in aggregierter Form gemeinsam für die gesamte Waldfläche in Bonn. Zunächst wurden die in der Bonner Forsteinrichtung aufgenommenen Holzvorräte mit den von Brinkord et al. 2025 für Baumart, Ertragsklasse und Alter abgeschätzten Holz- vorräten verglichen7. Letztere liegen im Mittel um den Faktor 2,2 höher, so dass daraus abgeleitete CO2-Mengen deutlich zu hoch liegen würden. Um eine Überschätzung des Kohlenstoffspeichers in Bonn zu vermeiden, wurden die CO2-Speichermengen nicht di- rekt über die in Brinkord et al. 2025 ablesbaren CO2-Mengen ermittelt, sondern mit Hilfe der in Bonn aufgenommenen Holzvorräte in folgenden Schritten: • Aus den von Brinkord et al. (2025) für Baumarten, Ertragsklassen und Bestandesal- ter angegebenen Werten für CO2-Speichermengen in t CO2 pro ha ließ sich durch den Bezug auf die zugrundeliegenden Holzvorrats-Mengen in m³ pro ha ein für die jeweilige Kombination aus Baumart, Ertragsklasse und Bestandesalter spezifischer Umrechnungsfaktor bestimmen. • Der in der Bonner Forsteinrichtung aufgenommene Holzvorrat (Vorratsfestmeter) in m³ pro ha wird dann für jede Schicht und Kombination aus Baumart, Ertragsklasse und Bestandesalter durch Multiplikation mit diesem Faktor in CO2-Speichermengen in t CO2 pro ha umgerechnet. Da für Jungbestände in Brinkord et al. 2025 keine Holzvorrats-Mengen angegeben sind, und demnach kein Umrechnungsfaktor be- rechnet werden kann, wird hier die in Brinkord et al. (2025) angegebene CO2-Spei- chermenge eingesetzt. 6 auch enthalten: Bestockungsgrad sowie Zuwachs und Nutzung 7 Erntefestmeter = 0,8 * Vorratsfestmeter (20 % Rinde und Ernteverluste) (HAPLA 2003)Seite 50 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 41 - • Durch Multiplikation mit der Fläche, auf der der jeweilige Bewuchs in der Forstein- richtung aufgenommen wurde, ergibt sich die gesamte Speichermenge der einzelnen Schichten in t CO2. • Schließlich werden diese CO2-Speichermengen in Hauptschicht, Unterstand, Zwi- schenschicht und Überhalt zu insgesamt 1.355.691 t CO2 aufsummiert und auf die Fläche der Forsteinrichtung (3.231 ha) bezogen. Im Ergebnis wird eine Speicher- menge für Bonner Wälder von 419,6 t CO2 pro ha abgeschätzt. Dies entspricht einer Kohlenstoffmenge von 114,3 t C pro ha. Damit liegt die geschätzte Kohlenstoffmenge höher als die aus der Vegetationshöhe abgeleitete Menge für die Nutzung Forst (vgl. Abb. 15; im Mittel 75,1 t C pro ha). Blößen (derzeit unbestockte Holzbodenfläche) wurden nicht berücksichtigt. Die in der Forsteinrichtung Bonn angegebene Ertragsklasse wurde auf die nächste Ganzzahl ge- rundet, da die Kohlenstoff-ETs ausschließlich Angaben für die Ertragsklassen I. bis VI. enthalten. Bei dem in der Forsteinrichtung Bonn angegebenen Bestandesalter erfolgte eine Rundung auf ein Vielfaches von 5 Jahren, da in den Kohlenstoff-ETs 5-Jahres- Schritte betrachtet werden. Andere Laubbäume mit hoher Umtriebszeit (ALh), andere Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit (ALn) und Pappel wurden wie Buche, Lärche wie Fichte behandelt. Bestände mit höherem Alter als maximal in Brinkord et al. 2025 ange- geben werden jeweils wie der älteste Bestand behandelt (Buche max. 150, Eiche max. 200, Fichte max. 120, Kiefer max. 140 und Douglasie max. 100 Jahre). Bei der Interpretation der auf Ertragstafeln beruhenden Abschätzungen ist zu berück- sichtigen, dass diese auf Versuchsflächen basieren, bei denen die Datenerhebung teil- weise viele Jahrzehnte zurückreicht. Seit ihrer Erstellung haben sich einige Veränderun- gen der standörtlichen Bedingungen, der Durchforstungspraktiken und auch der Bestan- desrisiken ergeben, insbesondere durch den Klimawandel und zunehmende Kalamitä- ten (Brinkord et al. 2025), aber auch durch verstärkten Zuwachs aufgrund einer längeren Vegetationsperiode und Stickstoffeinträgen aus der Atmosphäre (mündl. Mittlg. Kern 27.01.2025). Für genauere Prognosen zur Entwicklung einzelner Waldbestände stehen z. B. Einzel- baumsimulatoren oder der „Klimarechner“ des Deutschen Forstwirtschaftsrates zur Ver- fügung (Schluhe et al. 2018). Bildgebende Messmethoden wie beispielsweise LiDAR (Light Detection and Ranging) ermöglichen eine dreidimensionale Analyse von Baumkronen, der Baumkronendichte und der Waldstrukturen. Quantifizierung für Nutzungstypen Die aus der Vegetationshöhe und dem Holzvorrat im Wald abgeleiteten Eingangswerte für die Kohlenstoff-Quantifizierung werden den Flächen der Nutzungstypen zugeordnet. Unter forstlicher Nutzung wird die Biomasse vorrangig aus Bäumen, Totholz und Streu gebildet. Die Kohlenstoffspeicherung der Waldbäume wird aus dem Holzvorrrat mit 114,3 t C pro ha abgeschätzt (s.o.). Totholz wird analog zum Vorgehen nach Klingenfuß et al. (2019) mit 4 t C pro ha auf der gesamten Forstfläche ergänzend mit berücksichtigt. Die Streu wird im Rahmen der Quantifizierung des Kohlenstoffs in der Humusauflage des Bodens berücksichtigt.Seite 51 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 42 - Für alle Flächen außerhalb von Forst werden die aus der Vegetationshöhe abgeleiteten Kohlenstoffspeichermengen angesetzt. Damit wird berücksichtigt, dass in den Nutzun- gen Park, Kleingarten, Friedhof, Landwirtschaft, Siedlung und Verkehr sowohl Bäume, Sträucher und Gräser/Kräuter in jeweils einzelflächenspezifischen Flächenanteilen vor- kommen. In Parks und auf Friedhöfen ist zusätzlich die Streu (inkl. Mulch) zu berücksichtigen. Hierzu werden für diese Nutzungen in Anlehnung an Klingenfuß et al. (2019) 6 t C pro ha hinzuaddiert. Auf Verkehrsflächen sind im Wesentlichen Straßenbäume vorhanden. Um eine Über- schätzung der Kohlenstoffspeicherung bei Straßenbäumen zu vermeiden, wird analog zu Klingenfuß et al. (2019) die Kohlenstoffspeicherung der Biomasse im Nutzungstyp Verkehr um den Faktor 0,8 verringert. Die in den Flächen insgesamt in der Biomasse gespeicherten Mengen in Tonnen werden durch Multiplikation mit der Flächengröße ermittelt. Die für Nutzungstypen und Einzelflä- chen quantifizierten Kohlenstoffspeichermengen in Boden und Biomasse wurden auf die gesamte Stadtfläche hochgerechnet und nach Nutzungen differenziert ausgegeben. Aus dem so berechneten Kohlenstoffvorrat wurde eine entsprechende CO2-Menge berech- net, die derzeit in Form der organischen Substanz in den Böden sowie in der Biomasse des Stadtgrüns gespeichert ist. 4.4 SWOT-Analyse und Handlungsempfehlungen Orientierend an einer geeigneten Zielformulierung erfolgt im Rahmen einer SWOT-Ana- lyse eine Benennung und Bewertung von Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) der kohlenstoffspeichernden Flächen aus gesamtstädtischer Perspek- tive. Diesen werden die sich aus den äußeren Faktoren ergebenden Chancen (Oppor- tunities) und Risiken (Threats) für das Erreichen des Ziels gegenübergestellt. Die in der SWOT-Matrix kombinierten positiven und negativen Zustände und Einflussfaktoren wur- den analysiert und bewertet, um darauf basierend einen geeigneten Maßnahmenplan zu entwickeln, der diese Kombinationen und Bewertungen adressiert. Der Maßnahmenplan umfasst den Zeitraum bis 2035 und Empfehlungen für eine Verstetigung für die Zeit da- nach. Er beinhaltet Handlungsempfehlungen für öffentliche und private Flächen. Die Empfehlungen wurden mit konkreten Maßnahmen unterfüttert, die zur Erreichung des Klimaneutralitätsziels unter Nutzung der natürlichen CO2-Senken im Stadtgebiet beitra- gen.Seite 52 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 43 - 5 STATUS QUO DER KOHLENSTOFFSPEICHERUNG Die derzeitige natürliche Kohlenstoffspeicherung in Boden und Biomasse der Stadt Bonn wird insgesamt auf rund 1,5 Mio. Tonnen geschätzt. Das entspricht einer Menge von 110 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Davon sind rund 62 % in unversiegelten Böden und 38 % in der Biomasse8 gebunden. Die daraus abgeleiteten CO2-Mengen sind Tab. 17 zu ent- nehmen. Tab. 17: Kohlenstoffspeicherung und umgerechnete CO2-Mengen in Boden und Biomasse in Bonn Kohlenstoff (t/ha)* Kohlenstoff (t) CO2 (t/ha)* CO2 (t) Boden 204 – 102 – 0 68 956.256 249 3.509.459 Biomasse 0 – 153 – 0 42 590.542 154 2.167.289 Natürliche CO2-Senken gesamt 110 1.546.798 402 5.676.748 * bezogen auf Fläche Stadt Bonn (14.106,6 ha) Die Speichermengen von Kohlenstoff in Bonn variieren je nach Nutzung erheblich und reichen von 64 t pro ha auf Verkehrsflächen bis zu 283 t pro ha auf Forstflächen. Die Bodeneigenschaften wirken sich nachrangig auf die Speichermengen aus. Die Schwer- punkte der Kohlenstoffspeicherung in t pro ha liegen im Bereich der Forstflächen und Kleingärten (vgl. Abb. 18). Je nach Vegetationsstruktur der einzelnen Flächen zeigen sich aber auch besonders hohe Speichermengen pro ha im Bereich von Parks und Fried- höfen (vgl. Abb. 17 und Anl. 1). Wird die Verbreitung der Nutzungstypen in Bonn berücksichtigt, wird am meisten Koh- lenstoff – rund 49 % – in Böden und Biomasse der ausgedehnten stauwassergeprägten Forstflächen gespeichert (rund 760.000 t). Es folgen Forstflächen mit aeroben Mineral- böden mit rund 270.000 t bzw. 17 %. Wesentliche Kohlenstoffmengen sind daneben in Forsten auf anderen Böden, Parks sowie in Acker- Grünland- und Siedlungsflächen ge- bunden (insgesamt rund 480.000 t bzw. 31 %) (vgl. Abb. 19). Aufgrund ihrer geringen Verbreitung und ihren Boden- und Vegetationsmerkmalen mit weniger Bäumen spielen Kleingärten, Friedhöfe und Verkehrsflächen eine untergeordnete Rolle für die Gesamt- menge an gespeichertem Kohlenstoff (insgesamt rund 35.000 t bzw. 2 %). 8 Forst: ober- und unterirdische Biomasse; andere Nutzungen: nur oberirdische BiomasseSeite 53 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 44 - Abb. 17: Menge des in Boden und Biomasse gespeicherten Kohlenstoffs für Nutzungs- typenSeite 54 von 109 Natürliche CO2-Senken in Bonn ahu GmbH, April 2026 P:\CO2BONN\text\gutachten\CO2BONN_Abschlussbericht_abgestimmt.docx - 45 - Exkurs: Güte der Schätzung Die Schätzungen der Kohlenstoffspeichermengen in Bonn basieren auf hoch aufgelösten, großmaßstä- bigen Grundlagendaten für Nutzung, Vegetation, Böden und Versiegelung. Nur für einen Teil des Stadt- gebietes mussten die Bodeneigenschaften aus der Boden-Übersichtskarte im Maßstab 1:50.000 entnom- men werden. Als Eingangsdaten für das Schätzmodell dienen empirische Daten für Bodenkohlenstoffge- halte, Humusmächtigkeiten und Holzvorräte in Bonn, auf Bonn übertragbare Ergebnisse von Labor- und Felduntersuchungen von Böden und Biomasse in Berlin und Setzungen für Boden- und Vegetationsei- genschaften aus der Fachliteratur. Wo möglich, werden die Eingangswerte eher konservativ gewählt, um Überschätzungen zu vermeiden und vielmehr die Mindestmengen des im Stadtgebiet in Boden und Bio- masse gespeicherten Kohlenstoffs darzustellen. Unsicherheiten, die aus der Variabilität von Bodeneigen- schaften oder auch aus der Übertragung von Zusammenhäng
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:30 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de