261551 · Große Anfrage
Große Anfrage - Grüne Bezirksfraktion: Lärmbelastung durch den Schienengüterverkehr im Stadtbezirk Bonn — Erhebung und Bewertung aktueller Messdaten
Kerndaten
- Nummer
- 261551
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 18.08.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung noch nicht verknüpft Kenntnisnahme
Dateien
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Große Anfrage öffentlich 261551 Fragesteller/in: Grüne Bezirksfraktion Bonn Dr. Ursula Bach Eva Kuzu 18.08.2026, gez. Bonnie Große Anfrage - Grüne Bezirksfraktion: Lärmbelastung durch den Schienengüterverkehr im Stadtbezirk Bonn — Erhebung und Bewertung aktueller Messdaten Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 08.09.2026 Kenntnisnahme Fragestellung Wir bitten die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen: 1. Welche aktuellen Erkenntnisse und Messdaten liegen der Stadt Bonn zur Lärmbelastung durch den Schienenverkehr, insbesondere durch den Güterverkehr, entlang der linksrheinischen Bahnstrecke im Stadtbezirk Bonn vor? Bitte unter Angabe der gemessenen bzw. berechneten Lärmpegel sowie differenziert nach Tag- und Nachtzeit. 2. Liegen der Stadt Bonn Erkenntnisse darüber vor, wie sich die Zahl der Güterzugdurchfahrten und die hierdurch verursachte Lärmbelastung seit Beginn der Korridorsanierung und der damit verbundenen Sperrung der rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden verändert haben? 3. Wurden der Stadt Bonn hierzu Daten von der Deutschen Bahn, dem Eisenbahn- Bundesamt oder anderen zuständigen Stellen zur Verfügung gestellt? 4. Sind der Verwaltung Beschwerden oder Hinweise von Anwohner*innen über eine erhöhte Lärm- und/oder Erschütterungsbelastung durch den derzeit verstärkten Güterzugverkehr bekannt? Falls ja, wie viele entsprechende Hinweise oder Beschwerden sind seit Beginn der Streckensperrung eingegangen und welche Bereiche des Stadtbezirks sind hiervon besonders betroffen? 5. Wie bewertet die Verwaltung die Aussagekraft der bestehenden Lärmmessungen des Eisenbahn-Bundesamtes für die tatsächliche Belastung der Anwohner*innen im Stadtbezirk Bonn, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich im Bonner Stadtgebiet selbst keine Messstation des bundesweiten Lärm- Monitorings befindet? 6. Besteht die Möglichkeit, während der erhöhten Belastung durch den umgeleiteten Güterverkehr temporäre Lärmmessungen an geeigneten Standorten entlang der Bahnstrecke im Stadtbezirk Bonn durchzuführen bzw. durch das Eisenbahn-Bundesamt, die Deutsche Bahn oder eine andere zuständige Stelle durchführen zu lassen? Falls ja, an welchen Standorten wären solche Messungen aus Sicht der Verwaltung sinnvoll und welche Schritte wären hierfür erforderlich? 7. Besteht darüber hinaus die Möglichkeit, neben der Lärmbelastung auch die von vorbeifahrenden Güterzügen verursachten Erschütterungen zu erfassen bzw. erfassen zu lassen? Falls ja, welche Möglichkeiten bestehen hierzu zur Verfügung.Seite 1 von 2 Seite 2 8. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, die Ergebnisse entsprechender Lärm- und gegebenenfalls Erschütterungsmessungen für die Bonner Bevölkerung transparent und öffentlich zugänglich zu machen? Begründung Seit dem 10. Juli 2026 läuft die Korridorsanierung der Deutschen Bahn zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Aufgrund der damit verbundenen Sperrung der rechtsrheinischen Bahnstrecke wird ein erheblicher Teil des Güterverkehrs auf die linksrheinische Strecke verlagert. Medienberichten zufolge verkehren dadurch derzeit täglich rund 80 zusätzliche Güterzüge zwischen Koblenz und Köln und damit auch durch das Bonner Stadtgebiet. Anwohner*innen entlang der Bahnstrecke berichten u.a. In der örtlichen Presse und in Gesprächen und Beschwerdebriefen, infolge des verstärkten Güterverkehrs von einer erheblichen zusätzlichen Belastung, insbesondere in den Nachtstunden. Neben einer erhöhten Lärmbelastung werden dabei auch spürbare Erschütterungen in Wohngebäuden geschildert. Besonders problematisch ist die nächtliche Belastung, da häufige Zugdurchfahrten zu wiederholten Schlafunterbrechungen führen können. Das Eisenbahn-Bundesamt betreibt bundesweit ein Netz von Lärmmessstationen, mit denen der Schalldruck vorbeifahrender Züge nach einem einheitlichen Verfahren erfasst wird. Eine solche Messstation befindet sich jedoch nicht im Bonner Stadtgebiet. Die nächstgelegene Station auf der linksrheinischen Strecke befindet sich in Andernach. Die dort erhobenen Daten können aufgrund der unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten nur bedingt Rückschlüsse auf die konkrete Belastung im dicht bebauten Bonner Stadtgebiet und insbesondere entlang des Bonner Hauptbahnhofs und der angrenzenden Wohngebiete zulassen. Vor dem Hintergrund der aktuell deutlich erhöhten Zahl an Güterzugdurchfahrten erscheint es daher sinnvoll, die tatsächliche Lärm- und Erschütterungsbelastung im Stadtbezirk Bonn näher zu untersuchen und mit belastbaren Daten zu hinterlegen. Eine zeitlich begrenzte Messung während der derzeitigen Umleitungsverkehre könnte zudem eine wichtige Grundlage bieten, um die besondere Belastungssituation zu dokumentieren und gegenüber der Deutschen Bahn, dem Eisenbahn-Bundesamt und weiteren zuständigen Stellen fundiert vertreten zu können. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 03:44 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de