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261516 · Große Anfrage

Grüne-Fraktion-Große Anfrage: Erkenntnissen über hitzebedingte gesundheitliche Risiken bei Menschen mit Migrationshintergrund und deren Einbindung in Hitzeschutzkonzepte

Nummer
261516
Art
Große Anfrage
Veröffentlicht
13.08.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration 03.09.2026 Kenntnisnahme
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Große Anfrage
öffentlich
261516
Fragesteller/in:
Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
Radosawa Stomporowski
13.08.2026
Grüne-Fraktion-Große Anfrage: Erkenntnissen über
hitzebedingte gesundheitliche Risiken bei
Menschen mit Migrationshintergrund und deren
Einbindung in Hitzeschutzkonzepte
Beratungsfolge
Ausschuss für Chancengerechtigkeit und
Integration
03.09.2026 Kenntnisnahme
Fragestellung
Wir bitten die Verwaltung um Stellungnahme zu folgenden Fragen:
1.Gibt es Daten, Auswertungen oder Beobachtungen der Stadt Bonn, die
Hinweise darauf geben, ob Menschen mit Migrationshintergrund besonders von
hitzebedingten Erkrankungen oder Todesfällen betroffen sind? Falls die Stadt
keine eigenen Daten erhebt: Welche Informationen liegen über
Landesbehörden oder das RKI vor?
2.Wie werden Menschen mit Migrationshintergrund in die Entwicklung und
Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen einbezogen?
(z.￿B. Informationskampagnen, Warnsysteme, niedrigschwellige Angebote,
Zugang zu kühlen Räumen)
3.Welche Maßnahmen gibt es, um Sprachbarrieren abzubauen und Menschen
gezielt über Hitzeschutz zu informieren?
(z.B. Mehrsprachige Materialien, Community-Arbeit, digitale Angebote)
4.Gibt es Kooperationen mit Migrant*innenselbstorganisationen, Beratungsstellen
oder Community-Strukturen, um besonders gefährdete Gruppen zu erreichen?
5.Besteht aus Sicht der Stadt Bonn die Möglichkeit, über das Gesundheitsamt
oder den Städtetag NRW eine Anregung an das RKI weiterzugeben, damit
hitzebedingte Gesundheitsrisiken stärker nach sozialen und
migrationsbezogenen Faktoren untersucht werden?
6.Inwiefern werden Erfahrungen im Umgang mit heißen Temperaturen von
Menschen mit Migrationshintergrund in der grundsätzlichen Erstellung von
Hitzeschutzkonzepten in Bonn berücksichtigt?Seite 1 von 2
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Begründung
Mit großer Sorge verfolgen wir die aktuellen Meldungen des Robert Koch-Instituts
(RKI), die für Nordrhein-Westfalen bereits über 5.000 geschätzte hitzebedingte
Sterbefälle im Juli 2026 ausweisen. Diese Zahlen machen deutlich, wie ernst die Lage
ist – und wie wichtig es ist, besonders gefährdete Gruppen in den Blick zu nehmen.
Aus unserer Arbeit wissen wir, dass Menschen mit Migrationshintergrund häufig
mehrfach belastet sind. Viele leben in dicht bebauten Stadtteilen, in Wohnungen, die
sich stark aufheizen.
Hinzu kommt, dass Bonn als Teil des Rheinlandes zu den wärmsten Regionen
Nordrhein-Westfalens gehört. Viele Bonner Stadtteile erleben im Sommer eine
besonders starke Wärmebelastung, die sich durch die dichte Bebauung und die Lage
im Rheintal zusätzlich verstärkt. Diese klimatischen Bedingungen treffen gerade jene
Menschen hart, die ohnehin unter beengten Wohnverhältnissen, fehlenden Grünflächen
oder körperlich belastenden Arbeitsbedingungen leiden.
Belastend sind außerdem Sprachbarrieren, die den Zugang zu
Gesundheitsinformationen erschweren, sowie Arbeitsbedingungen, die oft mit
Hitzeexposition verbunden sind wie z.B. in der Landwirtschaft, im Baugewerbe, in der
Gastronomie oder der Pflege.
Auch gesundheitlich gehören viele Menschen dieser Gruppe zu den besonders
gefährdeten Personen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes,
Atemwegserkrankungen oder Nierenprobleme können sich unter extremer Hitze
dramatisch verschlimmern. Die Kombination aus körperlicher Belastung, Dehydrierung
und Überhitzung führt nicht selten zu akuten Notfällen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir die Stadt Bonn, Erkenntnisse zu den
gesundheitlichen Risiken von Menschen mit Migrationshintergrund anzustoßen. Sind
Menschen mit Migrationshintergrund überproportional von hitzebedingten
Erkrankungen oder Todesfällen betroffen und wie werden diese in bestehende oder
geplante Hitzeschutzmaßnahmen einbezogen. Wir bitten Die Verwaltung daher um
Auskunft zu oben genannten Punkten:
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, gemeinsam und frühzeitig zu
handeln, um die Gesundheit aller Bonner Bürgerinnen und Bürger zu schützen.
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 00:21 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de