261389 · Mitteilungsvorlage
Land.STRAT - Strategie zur Freiraum- und Landschaftsentwicklungsdynamik der Region Köln / Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 261389
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 18.08.2026
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 261389 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Land.STRAT - Strategie zur Freiraum- und Landschaftsentwicklungsdynamik der Region Köln / Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 30.09.2026 Kenntnisnahme Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalschutz 29.09.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Frei- und Landschaftsräume der Region stehen unter einem immer stärkeren Druck – Nutzungskonflikte wie Klimaanpassung, Energiewende, Mobilität und Erholung im dicht besiedelten Raum nehmen spürbar zu. Genau diese Dynamik macht eine klare regionale Strategie unverzichtbar. Im Juni 2025 wurde erstmals über die Entwicklung der regionalen Strategie zur Freiraum- und Landschaftsentwicklungsdynamik (Land.STRAT) berichtet (vgl. DS 252925). Die Land.STRAT bildet einen zentralen Baustein des Agglomerationsprogramms der Region Köln/Bonn und verfolgt das Ziel, die Frei- und Landschaftsräume der Region angesichts der wachsenden Nutzungskonkurrenzen langfristig zu sichern und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Der Region Köln/Bonn e.V. koordiniert den gesamten Planungs- und Dialogprozess. Für die fachliche Bearbeitung wurde das Planungsbüro agl Hartz Saad Wendl Landschafts-, Stadt- und Raumplanung beauftragt. Die Bundesstadt Bonn ist eng eingebunden und arbeitet aktiv im Arbeitskreis Natur & Landschaft mit. Ziel: Die Region Köln/Bonn – und damit auch die Bundesstadt Bonn – steht vor der Herausforderung, Frei- und Landschaftsräume unter steigenden Anforderungen resilient und multifunktional weiterzuentwickeln. Bevölkerungswachstum, Klimaanpassung, Hochwasserschutz, Energiewende, Mobilität sowie der Bedarf an Erholung und Aufenthaltsqualität erzeugen zunehmende Nutzungskonflikte, insbesondere im verdichteten Stadtraum. Die Land.STRAT setzt genau hier an: Sie entwickelt eine regionale Freiraum- und Landschaftsentwicklungsstrategie, die ökologische, soziale undSeite 1 von 12 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) wirtschaftliche Funktionen der Landschaftsräume zusammenführt und innovative Wege zur Konfliktlösung aufzeigt. Die Strategie macht sichtbar, welche Qualitäten und Funktionen die regionalen Freiräume übernehmen, wo Vernetzungs- und Entwicklungspotenziale bestehen und an welchen Stellen regionale Abstimmungen notwendig sind. Für Bonn ist die Strategie besonders relevant durch die Lage an der Rheinschiene mit hohem Nutzungsdruck, in klimaökologischen Ausgleichsräumen, in Naherholungs- und Bewegungslandschaften sowie an Übergängen zwischen Siedlungs- und Freiraum. Der Bonner Freiraumplan als gesamtstädtische Entwicklungsstrategie für die Bonner Freiraumentwicklung diente dabei als Grundlage. Ablauf: Die Erarbeitung der Land.STRAT erfolgte partizipativ durch Workshops und Rückkopplungsformate mit Fachverwaltungen, Planungsbehörden, regionalen Akteursgruppen und Fachexpert*innen. Die Bundesstadt Bonn war in diesen Prozess eingebunden und beteiligte sich schwerpunktmäßig an den Teilraum- Workshops zur „Rheinschiene“. 1. Analysephase: In einem ersten Schritt wurde 2025 ein regionales IST- Lagebild erarbeitet. Dieses basiert auf raumbezogenen Analysen sowie einer breiten fachlichen Beteiligung von Kommunen, Kreisen und regionalen Fachakteuren. Es zeigt Stärken, Potenziale und Nutzungskonflikte der Frei- und Landschaftsräume auf und ordnet diese in einen regionalen Kontext ein. 2. Strategiephase: Auf Grundlage des Lagebildes werden derzeit strategische Leitlinien, räumliche Schwerpunkte und Handlungsansätze entwickelt. Diese wurden in einer zweiten Workshop-Reihe im März 2026 vertieft. Die Ergebnisse liegen im September 2026 in einem Strategieentwurf vor, der den Mitgliedern des Arbeitskreises Natur & Landschaft in der September-Sitzung vorgestellt wird. 3. Diffusionsphase: In einer dritten und letzten Phase wird die Strategie im Anschluss kommuniziert und in bestehende Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebracht. Der Abschluss ist für 2027 vorgesehen. Ausblick: Die Land.STRAT ist kein formales Planwerk, sondern ein strategisches Orientierungs- und Unterstützungsinstrument. Sie kann der Region und auch der Bundesstadt Bonn dabei helfen, kommunale Planungen und Projekte regional einzuordnen, Kooperationspotenziale zu nutzen und die Anschlussfähigkeit an Förderprogramme auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene zu stärken.Seite 2 von 12 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Sie bietet folgende zukünftige Anwendungsfelder: • Strategische Einordnung Ergebnisse der Land.STRAT können in Raumordnung und Bauleitplanung übernommen werden. • Freiraum-Check Ein GIS-gestütztes Instrument unterstützt bei Abwägungsprozessen zu landschaftsrelevanten Vorhaben. • Best Practice Typologische Maßnahmen liefern Leitplanken für die Umsetzungspraxis landschafts- und freiraumbezogener Maßnahmen. • Regionale Zukunftsprojekte Interkommunale Projekte mit Impulscharakter stärken die Entwicklung der Region und ihrer Teilräume. • Regionaler Begleitkreis Ein begleitendes Gremium unterstützt Akteure und Verwaltungen bei einer kohärenten Regionalentwicklung. Die frühzeitige Information und Einbindung der lokalen Politik ist entscheidend, um die strategischen Zielsetzungen gemeinsam weiterzuentwickeln und langfristig zu verankern. Anlage/n 1 Land.STRAT Dossier_Fortschreibung (öffentlich)Seite 3 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 1 von 9 2. Dossier zur Land.STRAT Strategie zur Freiraum- und Landschafts- entwicklungsdynamik der Region Köln/Bonn Die Region Köln/Bonn ist durch dynamisches Wachstum und tiefgreifende Transformationspro- zesse geprägt. Die Frei- und Landschaftsräume stehen u.a. durch steigende Flächeninanspruch- nahme, Klimawandel, Energiewende und Naherholungsnutzung in der dicht besiedelten Agglomeration unter enormem Druck. Ökosystem-, Versorgungs- und Erholungsfunktionen müs- sen auf immer knapper werdenden Flächen abgebildet werden, was Nutzungskonflikte und Belas- tungen verstärkt. Der Region Köln/Bonn e.V. befördert als Regionalmanagement den nachhaltigen Umbau der Re- gion durch konzeptionelle, programmatische und projektorientierte Arbeit in verschiedenen The- menfeldern. Den inhaltlichen und strategischen Rahmen hierfür bildet das Agglomerations- programm Region Köln/Bonn. Als Entwicklungspfad des Agglomerationsprogramms zielt die Land.STRAT darauf ab, eine inte- grierte und nachhaltige Entwicklungsperspektive für die Frei- und Landschaftsräume der Region aufzuzeigen. Sie verfolgt innovative und nachhaltige Ansätze, um die Frei- und Landschaftsräume als Grundgerüst der Region weiterzuentwickeln, Nutzungskonflikte zu entschärfen und die ökolo- gischen, sozialen sowie wirtschaftlichen Funktionen in Einklang zu bringen. Die Land.STRAT zahlt auf verschiedene Programmlinien des Agglomerationsprogramms ein und unterstützt damit deren übergeordnete Ziele und Kernaufgaben, wie: den Aufbau eines robusten grün-blauen Infrastrukturnetzes zur Sicherung von Ökosys- temleistungen und Stärkung der Resilienz der Region, die Förderung einer nachhaltigen Ressourcennutzung, u. a. durch zirkuläres Wirtschaften und erneuerbare Energien, die Klimaanpassung, insbesondere durch klimaresiliente Landschaftsstrukturen, Kaltluf- tentstehungsgebiete und natürliche Wasserrückhalteflächen für den Hochwasserschutz und die Stärkung der kulturellen Identität und touristischen Attraktivität durch die Entwicklung und Qualifizierung von Naherholungs- und Bewegungslandschaften als Begegnungs- und Erlebnisräume der regionalen Kulturlandschaft. Warum braucht es die Land.STRAT? Konzepte und Strategien wie das Agglomerationskonzept, die Klimawandelvorsorgestrategie, das Agglomerationsprogramm Region Köln/Bonn oder auch der Masterplan :grün setzen einen kon- zeptionellen Rahmen und bieten wertvolle Grundlagen für die Landschaftsentwicklung und eine nachhaltige Transformation der Region. Hinzu kommen zahlreiche teilregionale Konzepte und Pro- gramme, die jeweils einzelne Facetten der Landschaftsentwicklung umfassen. Die vorliegenden Strategien, Konzepte und Programme bieten jedoch keine vertiefte und kohä- rente gesamtregionale Strategie aus Perspektive von Freiraum und Landschaft. Zudem fehlen kon- zeptionell-strategische Ansätze für den Umgang mit der Entwicklungs dynamik der Landschaften und Freiräume sowie für ein nachhaltiges Landschaftsnutzungsmanagement.Seite 4 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 2 von 9 Hier setzt die Land.STRAT an, indem sie … die vielfältigen Ansprüche an die Freiräume und Landschaften identifiziert, auf regionaler Maßstabsebene Analysen und Konzeptaussagen für den Umgang mit den dynamischen Veränderungs- und Entwicklungsprozessen der regionalen Freiräume und Landschaften liefert, ein robustes Freiraumgerüst für die Region schafft, konkrete Vorbildprojekte zur Umsetzung aufzeigt sowie gemeinsame Zukunftsprojekte initiiert. Ziele und Inhalte Die Land.STRAT schafft eine fundierte Planungsgrundlage für Kommunen, Fachverwaltungen und Dritte, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Landschaftsentwicklung unter Berücksichtigung re- gionaler Zielvorgaben zu forcieren. Die Land.STRAT betrachtet die Landschaft als Grundgerüst der Region, das eine zentrale Rolle für die Resilienz, Identität und Lebensqualität in der Agglomeration einnimmt. Sie dient als Leitfaden und Handlungsrahmen für eine zukunftsfähige, regionale Freiraum- und Landschaftsentwicklung, die die Interessen von Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft verbindet. Die Strategie strukturiert die Landschaftsräume der Region anhand von vier thematischen Layern, die unterschiedliche Funktionalitäten von Freiräumen und Landschaften abbilden: BiotopLandschaft: Schutz und Förderung ökologischer Räume, Biodiversität und naturnaher Flächen. Produktions- und VersorgungsLandschaft: Sicherung von Flä- chen für Landwirtschaft, Rohstoffe und Förderung erneuerbarer Energien. Anpassungs- und VorsorgeLandschaft: Klimaanpassung und Resilienzmaßnahmen. Erholungs- und BewegungsLandschaft: Sicherung und Entwick- lung von Naherholungsräumen und Förderung von Gesundheit und Freizeitmöglichkeiten. Die Ökosystemleistungen werden über die Layer „BiotopLandschaft“, „Anpassungs- und VorsorgeLandschaft“ sowie „Erholungs- und Be- wegungsLandschaft“ abgebildet. Für jeden Layer werden (teil-)räumliche Ausprägungen, Stärken, Potenziale und Herausforderungen analysiert. Durch die Überlagerung der Layer lassen sich so- wohl Multifunktionalitäten abbilden und Potenziale für Multicodierung aufzeigen als auch Defizit- räume und Nutzungskonflikte identifizieren. Der Layer der Produktions- und Versorgungslandschaft liefert mit seinen Indikatoren ein Bild des Nutzungsmusters sowie nutzungsbezogener Eigenarten der regionalen Landschaften. In der Karte der Entwicklungsdynamik werden landschaftsrelevante regionale Schwerpunktsetzun- gen, Entwicklungstrends und Projekte überlagert, um landschaftsbezogene Aufgaben und Heraus- forderungen in das Lagebild aufzunehmen. Das aus der Analyse resultierende regionale Lagebild wird mit weiteren Raumnutzungsansprü- chen abgeglichen, um auf dieser Basis strategische Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung und zum Nutzungsmanagement der regionalen Landschaften vor dem Hintergrund der stattfindenden dynamischen Veränderungs- und Transformationsprozesse zu entwickeln.Seite 5 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 3 von 9 Implementierung Die Umsetzung der Strategie kann auf unterschiedlichen Pfaden erfolgen: • Eine politisch-planerische Umsetzung kann durch die Übernahme von Ergebnissen in die Raumordnung und Bauleitpläne erfolgen und damit den Belang Freiraum und Landschaft in Planverfahren zu stärken. • Die Land.STRAT bietet einen strategischen Orientierungsrahmen in Abwägungsprozessen, der mit Hilfe des GIS-Projekts die Abwägung von landschaftsrelevanten Vorhaben über ei- nen „Freiraum-Check“ ermöglicht. • Typologische Maßnahmen in Form „guter Beispiele“ liefern Vorbilder und Leitplanken für die Umsetzungspraxis landschafts- und freiraumbezogener Maßnahmen. • Regionale Zukunftsprojekte fördern als interkommunale Kooperationsvorhaben mit Impul- scharakter die Gestaltung der Region und ihrer Teilräume. • Ein regionaler Begleitkreis zur Land.STRAT berät und begleitet die landschaftsrelevanten Akteure und Verwaltungen zur Unterstützung einer kohärenten Regionalentwicklung. Prozess und Ergebnisse Die Erarbeitung der Land.Strat erfolgt partizipativ durch Workshops und Rückkopplungsformate mit Fachverwaltungen, Planungsbehörden, regionalen Akteursgruppen und Fachexpert*innen. Sie gliedert sich in drei Phasen: 1. Analysephase: In dieser ersten Phase wurden die bestehenden Freiraum- und Land- schaftsfunktionen auf Basis eines abgestimmten, GIS-basierten Indikatorensets untersucht und die digitalen (GIS-)Grundlagen für die weiteren Analyse erstellt. Es wurden Schwer- punkte und HotSpots sowie Potenziale und Herausforderungen abgeleitet und in der Re- gion erörtert. Das zentrale Ergebnis dieser Phase ist ein IST-Lagebild der Region, das die räumlichen Strukturen, Funktionen und Konfliktlinien der Landschaft systematisch erfasst. Datengestützte Analysen, teilräumliche Workshops und das regionale Feedback lieferten damit eine fundierte Grundlage für die Strategieentwicklung. 2. Strategiephase: Auf Basis der Analyseergebnisse werden nun Leitbilder, Entwicklungs- ziele und Maßnahmen erarbeitet. Auch hier spielen teilräumliche Workshops eine zentrale Rolle, um räumlich differenzierte Strategien zu entwickeln und lokale Besonderheiten zuSeite 6 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 4 von 9 berücksichtigen. In der Strategiephase werden konkrete Handlungsansätze definiert und räumliche Schwerpunktsetzungen vorgenommen, um einen nachhaltigen Entwicklungs- rahmen für die Region zu schaffen. Zugleich werden Vorbildprojekte wie auch regionale Zukunftsprojekte identifiziert. 3. Diffusionsphase: Die Strategie wird im Anschluss kommuniziert und in bestehende Pla- nungs- und Entscheidungsprozesse eingebracht. Ziel ist es, eine breite Anwendung der Strategie sicherzustellen, Pilotprojekte zu initiieren und langfristige Kooperationen zur Um- setzung aufzubauen. Die Erarbeitung der Land.STRAT erfolgt in enger Rückkopplung mit dem Arbeitskreis Natur & Land- schaft, einem Gremium des Region Köln/Bonn e.V.. Die Regionalplanungsbehörden Köln und Düs- seldorf begleiten den Prozess fachlich. Als zentrale Ergebnisse entstehen… ✓ Ein strategisches räumliches und inhaltliches Leitbild, ✓ Instrumente zur Umsetzung und zum Management der Entwicklungsdynamik, ✓ Projekte & Kooperationen. Eine Übersicht zum gesamten Arbeitsprozess bietet das Prozessschaubild am Ende des Doku- ments. Teilraumworkshops und regionales Feedback Meilensteine der Analysephase waren die drei Teilraumworkshops (Bergisches RheinLand, Rheinschiene, Ville/Börde) Anfang 2025. Ziel war die Validierung der indikatorenbasierten Analysen, eine strukturierte Erhebung von raumbezogenen Potenzialen und spezifischen Charakteristika der Freiräume sowie von Nut- zungskonflikten. Die Teilraumworkshops folgten einem einheitli- chen methodischen Aufbau: An moderierten Thementischen zu den vier Layern diskutierten Fachakteur*innen aus Kommunen, Fachverwal- tungen, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Landschaftsplanung erste Analyseergebnisse, regionale Besonderheiten und zentrale Heraus- forderungen. Viele Teilnehmende begrüßen die integrative Layer-Systematik und das evidenzbasierte Vor- gehen. Insgesamt bestätigte die Analysephase, dass die Nutzungskonflikte in der Region zuneh- men, während gleichzeitig alle Landschaftsfunktionen (Ökosystemdienstleistung) auf begrenzten Flächen optimal unter einen Hut gebracht werden müssen. Trotz dieser Konflikte identifizierten die Workshops auch vielversprechende Potenziale für Multifunktionalität. Durch die Layer-Überlage- rung wurde ersichtlich, wo Synergien möglich sind. So ließen sich in jeder Teilregion Bereiche aus- machen, in denen etwa Klimaanpassung und Naturschutz Hand in Hand gehen (z.B. Auenbereiche, die zugleich Hochwasserschutz, Biotopverbund und Erholung verbinden lassen). Die Teilnehmen- den betonten mehrfach die Chance, „Multicodierungen“ von Freiräumen auszubauen – also Flä- chen so zu gestalten oder zu managen, dass sie mehrfachen Nutzen stiften. Ein Beispiel sind urbane Grünzüge, die Kühlung (Kaltluftbahnen) für die Stadt liefern, Naherholungsräume für die Bevölke- rung bieten und gleichzeitig als Biodiversitätskorridore dienenSeite 7 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 5 von 9 Die partizipative Herangehensweise wurde von den Beteiligten sehr positiv aufgenommen. Die Workshops trugen wesentlich dazu bei, nicht nur fachliche Erkenntnisse zu gewinnen, sondern auch die Land.STRAT als strategischen Ansatz in der Region zu kommunizieren und neue Akteur*in- nen einzubinden. Die Ergebnisse flossen in die weitere Bearbeitung des IST-Lagebildes ein. Der Entwurf des IST- Lagebildes wurde dann am 14. August 2025 in einer Online-Veranstaltung den regionalen Arbeits- kreisen und Kooperationsrunden präsentiert, die über einen versandten Fragebogen ein Feedback zu den vorgestellten Analyseergebnissen geben konnten. Die Hinweise des Feedbacks wurden nochmals in das IST-Lagebild zurückgespiegelt. Regionales IST-Lagebild Das IST-Lagebild gibt somit die konsolidierten Ergebnisse aus den Teilraumworkshops und der On- line-Beteiligung wider. Es dient als Ausgangspunkt für die Strategiephase. Die Layer BiotopLandschaft, Anpassungs- und VorsorgeLandschaft und Erholungs- und Bewe- gungsLandschaft spiegeln die räumliche Differenzierung der Ökosystemleistungen in der Region wider. In der Überlagerung der Indikatoren der Einzellayer lassen sich besonders hochwertige Räume, Potenzialräume und Defiziträume für die drei Layer BiotopLandschaft, Anpassungs- und VorsorgeLandschaft und Erholungs- und BewegungsLandschaft ausmachen. In der Überlagerung aller Indikatoren der Ökosystemleistungen werden Räume besonderer Multifunktionalität deutlich. Die Produktions- und Versorgungslandschaft mit den spezifischen Nutzungsmustern zeigt die teilräumlichen nutzungsbezogenen Begabungen der Region. Die Dynamikkarte veranschaulicht großräumige aktuelle und zu erwartende Veränderungspro- zesse, die aus planerischen Festlegungen, Förderkulissen oder dem Klimawandel resultieren und auf die Landschaft einwirken – wie Siedlungswachstum, Infrastrukturprojekte, Waldkalamitäten oder Energiewende (z.B. Aufgabe von Abbauflächen). Die Karte gibt Hinweise auf die räumlichenSeite 8 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 6 von 9 Schwerpunkte von Transformationsprozessen und besondere Steuerungsbedarfe zur Land- schaftsgestaltung. Insgesamt ist das IST-Lagebild der Region Köln/Bonn der zentrale fachliche Grundbaustein für die Land.STRAT. Es bietet eine gemeinsame Faktenbasis, auf deren Grundlage eine fundierte Bewertung erfolgt, und erhöht die Transparenz über die Ausgangslage. Für die Region ist dies eine raumübergreifende, systematische Bestandsaufnahme der Freiraumfunktionen, die GIS-basiert zur Verfügung steht und dementsprechend weitergeführt und aktualisiert werden kann. Damit kann es planungsrelevanten Verwaltungen als Grundlage für Abwägungsprozesse und Bewertungen von Vorhaben im Kontext der regionalen Freiraumentwicklung dienen (Freiraum-Check). Die Ergebnisse der Arbeitsphase können unter folgendem Link eingesehen werden: https://www.agglomerationsprogramm.de/fileadmin/agglomerationsprogramm/Entwicklungsp fade/LandSTRAT/Regionales_IST-Lagebild_LandSTRAT.pdf Strategieentwicklung Nach Abschluss der Analysephase erfolgte der Einstieg in die zweite Phase des Prozesses. Auf Grundlage des regionalen Ist-Lagebildes wurden in Phase 2 (Strategie) erste strategische Ansätze zur Freiraum- und Landschaftsentwicklung erarbeitet, die nun in einer zweiten Workshopreihe mit den Fachakteur*innen aus Kommunen, Fachverwaltungen, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Landschaftsplanung diskutiert und geschärft werden sollen. Die strategischen Ansätze der Land.STRAT interpretieren einerseits den layerbezogenen Ansatz des IST-Lagebildes mit den Betrachtungen von Ökosystemleistungen, Multifunktionalität, Produk- tions- und Versorgungslandschaft sowie Landschaftsdynamik, integrieren aber zugleich die Ziele und teilräumlichen Raumbezüge von Agglomerationskonzept und -programm. Aus den Programmlinien des Agglomerationsprogramms lassen sich für die Land.STRAT folgende grundlegenden Zielsetzungen ableiten: Freiräume und Landschaften sichern Multifunktionalität sichern und fördern Vernetzung auf allen Ebenen herstellen Vorhandene Potenziale stärken Defiziträume qualifizierenSeite 9 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 7 von 9 Aus den layerbezogenen Schwerpunkt-, Potenzial- und Defiziträume des IST-Lagebildes werden strategische Ansätze entwickelt und für konkrete Raumbezüge umgesetzt: Prioritär sichern Großräumig verbinden Linear entwickeln Kleinteilig vernetzen Mit Trittsteinen anreichern Multifunktionale Freiräume neu aufbauen Potenziale des Wald-Offenland-Mosaiks stärken Diese strategischen Ansätze werden für die Teilräume der Region Köln/Bonn – die „rheinischen Landschaften“ – interpretiert: Neben den aus dem IST-Lagebild abgeleiteten strategischen Ansätzen zur Sicherung und Qualifi- zierung der Freiräume liegt ein Schwerpunkt der Land.STRAT darauf, die absehbare landschaftliche Dynamik der Region zu gestalten und großräumige Impulse zu setzen, sei es zur Weiterentwicklung der urbanen Freiraumsysteme der Rheinstädte, zur kohärenten Entwicklung der Klimaachsen der Fließgewässersysteme oder zum Umbau der Wälder des Bergischen RheinLands. Daraus wurde eine Strategiekarte für die Land.Strat entworfen, die in den Teilraumwerkstätten erläutert und zur Diskussion gestellt werden soll. Im Ergebnis sollen Ziele, räumliche Schwerpunktsetzungen und Aufgabensetzungen der Land.STRAT überprüft, geschärft und Vorbildprojekte sowie potenzielle Zukunftsprojekte in der Re- gion identifiziert werden. Dazu werden die Teilnehmenden in Kleingruppen die strategischen An- sätze der Land.STRAT sowie potenzielle regionale Zukunftsprojekte diskutieren und weiterentwickeln. Ausblick Im Anschluss folgt die Übersetzung dieser Erkenntnisse in eine Weiterentwicklung des Strategie- entwurfs und ein regionales Leitbild für eine integrierte und nachhaltige Entwicklungsperspektive für die Frei- und Landschaftsräume der Region. Diese wird nochmals einem erweiterten regionalen Akteurskreis vorgestellt im Sinne eines regionalen Feedbacks.Seite 10 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 8 von 9 Kontakt Der Prozess zur Land.STRAT wird vom Region Köln/Bonn e.V. im Rahmen der Umsetzung des Agglomerationsprogramms koordiniert. Ansprechpartnerin ist: Region Köln/Bonn e.V. Jana Peters 0221-925 477 57 peters@region-koeln-bonn.de Die fachliche Erarbeitung der Land.STRAT erfolgt über das Büro agl. Ansprechpersonen sind: agl Hartz ⋅ Saad ⋅ Wendl Landschafts-, Stadt- und Raumplanung Dr. Andrea Hartz und Peter Wendl 0681-96025-00 andreahartz@agl-online.de / peterwendl@agl-online.de agl-online.de Weiterführende Links Region Köln/ Bonn e.V. region-koeln-bonn.de Agglomerationsprogramm Region Köln/ Bonn: agglomerationsprogramm.de Entwicklungspfade: agglomerationsprogramm.de/entwicklungspfadeSeite 11 von 12 2. Dossier zur Land.STRAT | Stand: 06.03.2026 Seite 9 von 9 Arbeitsprozess Land.STRATSeite 12 von 12
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