261366 · Beschlussvorlage
Weiterführung des moveBonn-Programms (Konzept zur Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagements in Bonner Unternehmen und Einrichtungen der Verwaltung)
Kerndaten
- Nummer
- 261366
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 21.10.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Deutsche Welle
- Post Tower
- F
- LVR-Klinik
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage öffentlich 261366 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Weiterführung des moveBonn-Programms (Konzept zur Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagements in Bonner Unternehmen und Einrichtungen der Verwaltung) Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 04.11.2026 Empfehlung Rat 12.11.2026 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Der von der Verwaltung vorgeschlagenen dauerhaften Weiterführung des Programms moveBonn zur Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagements in Bonner Unternehmen und Einrichtungen der Verwaltung wird zugestimmt. 2. Die dafür kalkulierten Finanzmittel werden im Haushalt zur Verfügung gestellt. Begründung Zusammenfassung: Aus Sicht der Verwaltung ist eine Verstetigung und Ausweitung des Programms moveBonn aus folgenden Gründen in der aktuellen Verkehrssituation auch vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage dringend notwendig. • Die Stadt Bonn hat mit moveBonn ein wirksames Instrument an der Hand, welches Unternehmen und Institutionen gerade im Rahmen der aktuellen Entwicklungen im Infrastrukturbereich (Nordbrückensperrung, links- und rechtsrheinische Generalsanierung der Deutschen Bahn) unterstützt, informiert, miteinander vernetzt und resilienter macht. Durch das Aufzeigen alternativer Angebote und das Umsetzen gemeinsam entwickelter Maßnahmen wird eine effektive Verkehrsentlastung im MIV erreicht. • Der starke Anstieg auf derzeit 55 teilnehmende Arbeitgebende beweist das große Interesse von Unternehmen und Institutionen an einem nachhaltigen betrieblichen Mobilitätsmanagement. Dabei besteht ein großer Bedarf nachSeite 1 von 117 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) regelmäßigen Themenvorträgen und Netzwerktreffen, umfangreichen Informationen zu aktuellen infrastrukturellen Veränderungen und Analysen. Die Unternehmen fordern hierfür eine dauerhafte Unterstützung der Stadt Bonn durch moveBonn ein. Die Taskforce Verkehr, eine Initiative der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinsam mit Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, Telekom, DHL Group, Universitätsklinikum Bonn und Universität Bonn lobt moveBonn als praktikables Instrument. Da die aktuelle Situation insbesondere Probleme im Personal- und Kundenbereich hervorruft und somit als zunehmend standortgefährdend eingestuft wird, plädiert die Taskforce für einen Ausbau des Programms: „Für eine langfristige Erfüllung der Aufgaben und die Etablierung als zentrale Schnittstelle ist eine dauerhafte Weiterführung des Programms mit finanzieller Absicherung durch die Stadt Bonn zwingend erforderlich.“ • moveBonn ist eine eingeführte und anerkannte Plattform, die die hohen Erwartungen der großen Arbeitgeber an die Kommunikation mit der Stadt Bonn erfüllt. • Der Erfolg von moveBonn basiert wesentlich auf der über Jahre aufgebauten Vertrauensbasis zwischen Stadtverwaltung und Arbeitgebenden. • Eine mögliche Einstellung des Programms zum jetzigen Zeitpunkt würde die zum Teil langjährigen Partnerschaften und gemeinsamen Ziele gefährden und ein negatives Signal zur Ernsthaftigkeit der Lage senden. • Die hohe Wirksamkeit des Programms wurde zudem wissenschaftlich bestätigt. Die mit einer Evaluierung beauftragten Gutachter der Hochschule Rhein-Main bewerten moveBonn als ein wirkungsvolles Instrument und heben besonders die durch das Programm erreichte Strategiefähigkeit und Verkehrsvermeidungseffekte der Region Bonn/ Rhein-Sieg mit Blick auf die Entwicklungen im Infrastruktur- und Klimabereich hervor. Auch weitere unten dargestellte wissenschaftlich Ergebnisse der umfangreichen Evaluierung, wie Auswirkungen auf Vernetzung und auf die regionale Handlungsfähigkeit, fallen positiv aus. • Laut der Hochschule Rhein-Main ist es der Stadt gelungen, mit moveBonn eines der umfangreichsten kommunalen Programme zur systematischen Unterstützung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM) in ganz Deutschland aufzubauen. Somit wirkt moveBonn als ein Leuchtturmprojekt weit über die Region hinaus. Anlass Am 03.07.2025 hat der Rat der Stadt Bonn der Verlängerung des Programms moveBonn (ehemals JOBWÄRTS) zunächst bis 31.12.2026 zugestimmt (DS 252904). Zuvor hatte der Rat den Auftrag erteilt, dass das neue Konzept nach einem Jahr evaluiert und erneut zum Beschluss vorgelegt werden soll (DS 241618). Wie in der Vorlage DS 241618 dargestellt, war eine Neukonzeptionierung aufgrund der beendeten Unterstützung durch den Rhein- Sieg-Kreis (RSK) und dem damit verbundenen Wegfall von 50 % der Finanzierung sowie einer Reihe an Kündigungen von Arbeitgebenden notwendig. Zudem wird mit dem moveBonn-Programm dem im KlimaplanSeite 2 von 117 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) aufgeführten und beschlossenen Steckbrief 3.3.2 „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ nachgekommen. Ausgangssituation Das Programm moveBonn unterstützt Arbeitgebende aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis bei der Gestaltung ihres betrieblichen Mobilitätsmanagements. Ziel des Programms ist eine Reduzierung der Verkehrsbelastung insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten, eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts sowie Klimaschutz und Luftreinhaltung durch ebendiese Unterstützung. Seit der Neuaufstellung liegt der Fokus auf Ausbildung, Information und Vernetzung der Arbeitgebenden zur Gestaltung ihrer individuellen nachhaltigen Mobilitätsstrategie. Die aktuelle Verkehrssituation wird von vielen Arbeitgebenden als standortgefährdend beschrieben, so dass der Bedarf nach Informationen und Vernetzung noch stärker in den Fokus gerückt ist (siehe Anlage „Pressemitteilung der Bafin“). Aufgrund der aktuellen Situation sind die Unternehmen bereit, sich stark einzubringen. Unter Leitung von moveBonn wurden hierzu z.B. gemeinsame Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen Arbeitgebende und wichtige Partner wie go.Rheinland und IHK konkrete Lösungsstrategien für Mobilitätsmaßnahmen im Pendlerbereich als Antwort auf die Nordbrückensperrung entwickeln. In dieser Phase wäre die Reduzierung bzw. Einstellung von Unterstützungsmaßnahmen durch moveBonn kontraproduktiv. Mit Blick auf die erwartete Verkehrszunahme im Winter werden in diesem Kreis gezielte Lösungen entwickelt. Insbesondere zur Minderung der negativen Auswirkungen auf die Verkehrslage in Bonn und der Region entfalten die Maßnahmen des Netzwerks speziell in diesem Zeitraum besonders große Wirkung, weshalb ein Bekenntnis zur Fortsetzung bereits vor den Wintermonaten von Bedeutung ist. Seit dem 01.01.2025 ist das Programm für Arbeitgebende aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis beitragsfrei. 2019 wurde das Programm unter dem Namen JOBWÄRTS gegründet, um Unternehmen und Beschäftigte mit dem Ansatz des betrieblichen Mobilitätsmanagements auf die großen Baumaßnahmen in der Region vorzubereiten. Mit der Sperrung der Nordbrücke hat dieser Anlass inzwischen noch einmal an Bedeutung gewonnen und das Programm entfaltet jetzt erfolgreich seine Wirkung. moveBonn stärkt die Handlungsfähigkeit und Resilienz der teilnehmenden Arbeitgebenden, indem Wissen, Erfahrungen sowie bewährte Lösungen geteilt und neue Lösungen entwickelt werden. Seit der Umstellung von JOBWÄRTS auf moveBonn hat sich der Erfolg des Programms deutlich gesteigert. So lag die Zahl der teilnehmenden Arbeitgebenden zum Ende von JOBWÄRTS noch bei 24, Stand 30.09.2026 haben 55 Arbeitgebende den Teilnahmevertrag unterschrieben. Innerhalb von eineinhalb Jahren hat sich folglich die Zahl der Partnerunternehmen um ca. 125% gesteigert, was als ein großer Erfolg des neuen Konzepts zu bewerten ist. Seit der Sperrung der Nordbrücke ist zudem ein gesteigertes Interesse am Programm festzustellen, so dass mit einer weiteren Steigerung der Anzahl der Arbeitgebenden gerechnet wird. Über die teilnehmenden Partnerunternehmen erreicht moveBonn inzwischen ca. 80.000 Beschäftigte; die Evaluierung (siehe Anlage Evaluationsbericht) geht sogar von einem indirekten Einfluss auf ca. 160.000 Personen (z.B. über Haushaltsangehörige) aus. Gleichzeitig konnten die Gesamtkosten des moveBonn-Programms im Vergleich zu Spitzenzeiten aus JOBWÄRTS um ca. 70% reduziert werden. JOBWÄRTS hatte sichSeite 3 von 117 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) zunächst stark auf die Arbeitnehmenden fokussiert, indem kostenintensive Anreize und Testangebote wie z. B. Mobilitäts-Testwochen zum Umstieg animieren sollten. Unter dem neuen Programm moveBonn wurde die Verantwortung für diese Angebote stärker an die Arbeitgebenden als Multiplikatoren abgegeben. moveBonn konzentriert sich nun vielmehr auf die für Mobilität verantwortlichen Personen im Unternehmen, um diese gezielt hinsichtlich erfolgreicher Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements zu unterstützen. Ein Baustein von moveBonn ist ein jährliches Monitoring bei teilnehmenden Unternehmen, mit dem Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Beschäftigten untersucht werden. Grundlage hierzu ist eine Befragung der Mitarbeitenden der Unternehmen. Die Ergebnisse wurden in der hier genannten Bewertung berücksichtigt. Das seit 2021 stattfindende Monitoring liefert langjährige, aussagekräftige und repräsentative Daten zum Mobilitätsverhalten der Arbeitnehmenden unserer Region. Die Sicherung dieser Kontinuität ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Darüber hinaus wurde, wie im Beschluss DS 241618 gefordert, eine gesamthafte Evaluierung des Programms moveBonn durchgeführt. Mit der gewünschten Evaluierung des neuen Konzepts wurde die Hochschule Rhein- Main beauftragt. Das Vorgehen und die Ergebnisse werden im Folgenden zusammengefasst und im angehängten Report (siehe Anlage moveBonn- Report) bildlich dargestellt. Details zu allen Punkten sind im Evaluierungsbericht zu finden (siehe Anlage Evaluationsbericht). Hierzu soll auch eine Berichterstattung im Ausschuss für Mobilität und Verkehr durch einen Vertreter der Hochschule Rhein-Main erfolgen. Evaluierungsergebnisse Vorgehen: Die Hochschule hat die Daten zur Evaluierung auf zwei Ebenen erhoben: qualitativ über eine ausführliche Datenauswertung und quantitativ über mehrere Fokusgruppen und Einzelinterviews. In den Fokusgruppen wurde in kleinen Gruppen mit Vertreter*innen der Arbeitgebenden, Stakeholdern (beispielsweise der IHK Bonn/Rhein-Sieg, dem Zukunftsnetz Mobilität NRW und dem ADFC) und aus der Stadtverwaltung Bonn gesprochen. Evaluiert wurden die zwei Programm-Phasen: JOBWÄRTS von 2019 bis 2024 und moveBonn von 2025 bis heute (im Fokus). Der Umfang umfasste dabei vier Bereiche: theoretische Wirkungspotenziale, erreichte Wirkungen, Effektivität des Programms und eine Ableitung von Empfehlungen. Wirkungen: Aus wissenschaftlicher Sicht wurde eine Vielzahl an Wirkungsdimensionen untersucht, dabei wurde ein Einfluss auf die folgenden Faktoren festgestellt: I. Mobilität / Teilhabe II. Verkehr / Verkehrssystem III. Umwelt / GesundheitSeite 4 von 117 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) IV. Vernetzung von Akteuren / Kommunikation (Governance) V. Wirtschaftsförderung / Standortattraktivität Die detaillierten Ausführungen sind dem Evaluierungsbericht in der Anlage zu entnehmen. Die Evaluierung kommt zu dem Ergebnis, dass die Stadt Bonn mit dem Programm moveBonn einen modernen Ansatz des Mobilitätsmanagements verfolgt, mit dem sie nicht nur auf Infrastrukturmaßnahmen setzt, sondern auch auf Veränderungen im Mobilitätsverhalten von Beschäftigten und in der Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Durch die Wissensvermittlung zu attraktiven Alternativen zum Auto und die Kooperation zwischen Stadtverwaltung, Unternehmen und weiteren Stakeholdern wie der IHK und dem ADFC wird Verkehr reduziert, der Wirtschaftsstandort Bonn/Rhein-Sieg gestärkt, Gesundheits- und Umweltbelastungen gesenkt und die Lebensqualität der Menschen verbessert. In konkreten Zahlen lässt sich festhalten, dass ca. 8.000 Personen seit dem Beginn des Programms ihr Mobilitätsverhalten verändert und die Nutzung des MIV reduziert haben. Diese Veränderungen können auf direkte und indirekte Wirkungen der Maßnahmen des Programms zurückgeführt werden. Die dadurch reduzierte MIV-Verkehrsleistung von ca. 60 Mio. Kilometer führt über den gesamten Programmzeitraum zu einer Reduzierung der Treibhausgas- Emissionen um ca. 12.000 t CO2-Äquivalente. Rechnet man dies um auf gesellschaftliche Kosten (z. B. durch Schäden an Infrastruktur etc.) kommt man mit Berechnungen aus dem Umweltbundesamt auf eine Einsparung von 11,2 Mio. Euro. Für die aufs Rad umgestiegenen Personen kommt eine deutliche Reduzierung von Krankheitstagen in den Unternehmen hinzu, denn nach aktueller Studienlage (siehe Anlage Evaluationsbericht) führt die erhöhte Nutzung des Rades je nach Häufigkeit und Intensität zu signifikanten Reduzierungen des Risikos für kurzzeitige Fehlzeiten (bis zu -12%) und langfristige (>10 Tage) Fehlzeiten (bis zu -18%). Ein anfangs gesetztes Ziel von einer Reduzierung von 1000 Autofahrten pro Tag wurde deutlich übertroffen. Die Erkenntnisse aus den Fokusgruppen zeigen, dass moveBonn vor allem als Vermittler und Vernetzer zwischen Verwaltung, Unternehmen und Stakeholdern wirkt und dadurch den Informationsaustausch und gemeinsame Lösungen im Mobilitätsbereich erleichtert. Das Programm wird von beteiligten Organisationen als sehr nützlich wahrgenommen und trägt insbesondere bei Infrastruktur- und Baumaßnahmen zur regionalen Handlungsfähigkeit und somit einer erhöhten Resilienz bei, was in der aktuellen Situation seit der Nordbrückensperrung und mit Blick auf die bevorstehenden Generalsanierungen noch mal an Bedeutung gewonnen hat. Auch die persönliche Resilienz der Pendler*innen wird gestärkt, z. B. durch die Schaffung von Mobilitätsoptionen und Unterstützung in der Veränderung des Mobilitätsverhaltens. Gleichzeitig stärkt moveBonn durch die Unterstützung des betrieblichen Mobilitätsmanagements die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts und unterstützt Unternehmen bei den aktuellen Herausforderungen durch die Nordbrückensperrung, Generalsanierungen usw. In dem Kontext wurden vor allem die Qualifikationsmaßnahmen von moveBonn hervorgehoben, beispielsweise der Lehrgang zum Betrieblichen Mobilitätsmanager (IHK) gemeinsam mit der IHK/Bonn Rhein-Sieg. Deutlich wird zudem, dass moveBonn für die Arbeitgebenden als Standortvorteil gesehen wird. DasSeite 5 von 117 Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Programm unterstützt zum einen effektiv Prozesse des betrieblichen Mobilitätsmanagements bei den Arbeitgebenden, zum anderen werden aber auch insbesondere die Vernetzung von verschiedenen Akteuren sowie die Konsolidierung und der Austausch von Wissen, unter anderem im Kontext von Infrastrukturvorhaben, als hilfreich bewertet. Potenzial: Der letzte Pendelreport 2025 (das jährliche Monitoring des Mobilitätsverhaltens) und die Evaluierung zeigen noch ein hohes Umstiegspotenzial, welches durch die Fortsetzung des betrieblichen Mobilitätsmanagements mit gezielten und veränderten Angeboten weiter aktiviert werden kann (siehe Anlage Evaluationsbericht). Als Ergebnis des letzten Pendelreports ist hervorzuheben, dass 1.500 Mitarbeitende in den nächsten 12 Monaten und 3.500 Mitarbeitende in den nächsten 1 bis 2 Jahren eine weitere Reduzierung der Pkw-Nutzung vornehmen könnten. 25 % der befragten PKW-Nutzenden können sich einen Umstieg auf das Rad vorstellen, wenn sich die Radinfrastruktur und andere Rahmenbedingungen entsprechend verbessert. Des Weiteren können sich 44 % der Befragten auch einen Umstieg auf den ÖPNV vorstellen, wenn sich hier insbesondere die Betriebsqualität verbessern würde. Somit werden durch das Zusammenspiel mit den angedachten Infrastrukturmaßnahmen in diesen Bereichen mittelfristig weitere Umsteigende gewonnen werden können. Um weitere Synergien in der Region zu aktivieren und Aktivitäten noch stärker aufeinander abzustimmen, wird die Stadtverwaltung die laufenden Gespräche mit dem Rhein-Sieg-Kreis zur Wiederaufnahme der Kooperation intensivieren. Eine mögliche Einstellung von moveBonn würde die Resilienz der Arbeitgebenden im Umgang mit aktuellen Verkehrsherausforderungen spürbar reduzieren und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen erschweren. Ein Wegfall des Programms würde gewachsene Netzwerke, direkte Kommunikationswege und bewährte Kooperationsstrukturen zwischen Stadt und Arbeitgebenden nachhaltig schwächen. Die Erarbeitung von gemeinsamen Lösungen zur Nordbrücke und weiteren Maßnahmen aus dem betrieblichen Mobilitätsmanagement würde beendet. Mit einer Einstellung von moveBonn ginge nicht nur ein Programm verloren, sondern eine über Jahre gewachsene Partnerschaft zwischen Stadt und Arbeitgebenden. Wie aus der Vorlage ersichtlich, entfaltet der Beschluss finanzielle Auswirkungen und erfolgt vorbehaltlich der weiteren Prüfung im Rahmen des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der Aufstellung des HH- Planentwurfes 2027/2028 sowie der mittelfristigen Finanzplanung. Die Maßnahme unterliegt dem Vorbehalt der Genehmigung des Haushaltes 2027/2028 durch die Bezirksregierung Köln. Im Zuge der vorläufigen Haushaltsführung im Jahr 2027 werden zunächst 80 Prozent der bereitgestellten Haushaltsmittel freigegeben.Seite 6 von 117 Seite 7Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.12.07 Verkehrsplanung 1.12.07.01 Individualverkehrsplanung Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen Sachkosten: 113.500€ Externe Dienstleistung und Materialkosten für Marketing, Kommunikation, Visualisierung: 50.000€ Lehrgänge, Moderation, Analyseworkshops: 46.500€ 161001207, 72.1000, Innenauftrag 6103002 Betriebliches MM/MoveBonn 2027 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 210.000€ Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen Sachkosten: 121.00€ Externe Dienstleistung und Materialkosten für Marketing, Kommunikation, Visualisierung: 161001207, 72.1000, Innenauftrag 6103002 Betriebliches MM/MoveBonn 2028Seite 7 von 117 Seite 8Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 50.000€ Lehrgänge, Moderation, Analyseworkshops: 50.000€ Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 221.000€ Anlage/n 1 moveBonn Report 2026 (öffentlich) 2 moveBonn Evaluationsbericht HS RheinMain (öffentlich) 3. Pressemitteilung der BaFin zur Taskforce Verkehr Anlage/n 1 moveBonn Report 2026 (öffentlich) 2 moveBonn Evaluationsbericht HS RheinMain (öffentlich) 3 Pressemitteilung der Bafin (öffentlich)Seite 8 von 117 move on,! Report 2019-2026 Stand Juli 2026Seite 9 von 117 32 Der Weg ist unser Ziel: Grußwort von Oberbürgermeister Guido Déus_4 Mobilität ist unser Programm_6 move on, moveBonn: Die erfolgreiche Neuausrichtung_8 Wirkung auf vielen Wegen: Der moveBonn Effekt_10 Umgestiegene Autofahrende, CO2-Vermeidung & mehr_14 Gesünder durch nachhaltiges Pendeln_22 Die Partner von moveBonn_24 Dabei sein ist alles : Teilnehmende Arbeitgebende_26 So wirkt moveBonn: Die Ergebnisse der Wirkungs- evaluation der Hochschule RheinMain_28 Starke Worte von moveBonner*innen_32 Team Zukunft & mobilisierende Begegnungen_36 bewegt die Region.Seite 10 von 117 54 Guido Déus Oberbürgermeister Bundesstatdt Bonn Liebe Leserinnen und Leser, ich freue mich sehr, Ihnen den aktuellen moveBonn-Report zu präsentieren. Der Report beleuchtet Wirkungen und Ergeb- nisse, die das städtische Mobilitätsprogramm für Arbeitgebende in den letzten Jahren erzielen konnte. Mit moveBonn verfügt unsere Stadt über eine starke Initiative, die Unternehmen und Institutionen kostenfrei bei ihrem be- trieblichen Mobilitätsmanagement unterstützt. Durch Analysen, praxisnahes Know-how und den fachlichen Austausch entstehen so nachhaltige Lösungen für die Arbeitswege der Beschäftigten. Viele Pendelnde und Arbeitgebende stehen vor großen Herausforderungen. Gerade die aktuelle Situation rund um die Nordbrücke zeigt, wie wichtig verlässliche Informationen und schnelle Reaktionen sind. Mit seinem Informationsangebot, der Unterstützung bei konkreten Maßnahmen und der gezielten Ver- netzung relevanter Akteure unterstützt moveBonn seine Mitglie- der dabei, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln und so die Mobilität in unserer Region aufrechtzuerhalten. Inzwischen engagieren sich über 50 Unternehmen und Institu- tionen im moveBonn-Programm. Gemeinsam erreichen sie ca. 80.000 Mitarbeitende und leisten einen wertvollen Beitrag dazu, Pendlerverkehre zu reduzieren und attraktive Alternativen zum gewohnten Mobilitätsverhalten sichtbar zu machen. Mit moveBonn setzen wir auf Dialog, Transparenz und die Be- reitschaft, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen. Die in diesem Report dargestellten Erfolge belegen eindrucks- voll, welche Wirkung gemeinsames Handeln entfalten kann. Zusammen sind die moveBonn-Partner damit ein Motor für eine zukunftsfähige Mobilität in unserer Stadt. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre des Reports. Foto © Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn bewegt die Region. GrußwortSeite 11 von 117 76 Mit moveBonn fördert die Bundesstadt Bonn nachhaltige betriebliche Mobilität. Mobilität ist unser Programm. Das Programm moveBonn unterstützt Arbeitgebende aus Bonn und der Region Rhein-Sieg bei der Optimierung ihres betrieb- lichen Mobilitätsmanagements. Die teilnehmenden Unterneh- men und Behörden entzerren den täglichen Pendelverkehr, fördern das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden und unterstützen dadurch aktiv den Klimaschutz und die Luftreinhaltung in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Auch bei aktuellen Herausforderungen, wie z. B. der Sanierung der Nordbrücke, greift moveBonn schnell als Netzwerk, Partner und Ratgeber ein. bewegt die Region.Seite 12 von 117 98 Unsere erfolgreiche Neuausrichtung nach JOBWÄRTS. 80.000 24 auf 52 Arbeitgebende Beschäftigte erreichte Menschen reduzierte Kosten 160.000 70 % move on, moveBonn! Die Teilnemenden haben sich von 24 auf 52 Arbeitgebende erhöht. Das entspricht einer Steigerung von rund 120 %. Mit der Umstellung von JOBWÄRTS auf moveBonn und unserer neuen Fokussierung auf Arbeitgebende hat sich das Programm im letzten Jahr deutlich verändert und weiterentwickelt. Mit der Neuausrichtung wurden die Kosten für das Programm deutlich reduziert, damit unser neues Angebot von moveBonn beitragsfrei angeboten werden kann. Das führte zu einem starken Anstieg der Teilnehmenden und einer Stärkung des Netzwerks. Die Zahl der Beschäftigten steigt damit auf rund 80.000 (vorher 60.000). 160.000 Menschen werden indirekt erreicht (Angehörige, Freundeskreis, Bekannte). Im Vergleich zum JOBWÄRTS-Programm wurden die Kosten um 70 % gesenkt.Seite 13 von 117 1110 Wirkung auf vielen Wegen. Der moveBonn Effekt zeigt sich auf vielen Ebenen: Unser Netzwerk und unsere betrieblichen Mobilitätsangebote stärken nachhaltige Mobilität, entlasten das Verkehrssystem und bringen Wirtschaft, Verwaltung und weitere Akteure zusammen. Damit trägt moveBonn zur Standortqualität und Zukunftsfähig- keit unserer Region bei. Der moveBonn Effekt – spürbar für unsere Region.. 1110Seite 14 von 117 1312 moveBonn fördert • den Informationsfluss zwischen Arbeitgebenden und öffentlicher Hand (z. B. zu Baumaßnahmen im Bereich der Infrastruktur) • die Aktivitäten privater und öffentlicher Akteure im Bereich nachhaltiger Mobilität bzw. zur Lösung von Verkehrsproblemen • die Effektivität des Verwaltungshandelns, z. B. durch bessere Datengrundlagen für die Verkehrsplanung • die Handlungsfähigkeit der Region und Strategien mit Blick auf künftige Herausforderungen im Bereich Mobilität und Verkehr moveBonn schützt • die Umwelt durch Reduzierung verkehrsbedingter THG-Emissionen • die Gesundheit durch Reduzierung gesundheitlicher Lärm- und Luftschadstoffimmissionen sowie Verkehrsunfällen moveBonn ermöglicht • Mobilitätsoptionen für Arbeitnehmende • eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens im Sinne der Ziele von nachhaltigem Verkehr • Resilienzverbesserung mit Blick auf die Auswirkungen geplanter Infrastrukturvorhaben auf die Alltagsmobilität der Pendelden moveBonn entlastet • das Verkehrssystem durch die Reduzierung des MIV-Anteils moveBonn vernetzt • Arbeitgebende, Stakeholder und Verwaltung und fördert Kommunikation (Governance) moveBonn verbessert • als Leuchtturm-Programm die betriebliche Mobilität bei Arbeitgebenden und die Standortattraktivität 1312Seite 15 von 117 1514 8.000 umgestiegende Autofahrende – bisher. Wir freuen uns, so viele Menschen auf einen neuen Weg zum Job gelenkt zu haben. Gemeinsam mit den Arbeitgebenden der Region haben wir dafür die Rahmenbedingungen geschaffen. 14Seite 16 von 117 Über 7.000 Autofahrten werden in Stoßzeiten pro Tag vermieden. Durch die Arbeitnehmenden, die ihre MIV-Fahrten zum Job redu- ziert haben, verringern wir die Anzahl der täglich im Berufsverkehr fahrenden PKW um über 7.000. Das bringt Berufsgruppen besser ans Ziel, die nicht auf Autos verzichten können, wie z. B. Hand- werksbetriebe, mobile Pflegekräfte, Aussendienstler*innen u.a. 1716Seite 17 von 117 60 Mio. Autokilometer haben wir bis jetzt* vermieden. Ein durchschnittlicher Pkw stößt ca.150g CO2 pro Kilometer aus. 12.000 Tonnen eingespartes CO2e ergeben damit eine vermiedene Fahrleis- tung von rund 60 Millionen Kilometern.** Das sind 1.500 Erdumrundungen. *innerhalb des Programmzeitraums von JOBWÄRTS & moveBonn **CO2 Äquivalente 1918Seite 18 von 117 2120 12.000t CO2e haben wir eingespart.* Die gesellschaftlichen Kosten von CO2 betragen 935 Euro/Tonne. Das ergibt einen Wert von 11,2 Millionen Euro.** In Bäumen gerechnet: 12.000 Tonnen CO2e entsprechen der jährlichen Bindungsleistung von etwa 920.000 Bäumen.*** *CO2 Äquivalente **Quelle: Umweltbundesamt, Methodenkonvention 4.0 (12/2025) ***Quelle: Wald-Zentrum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster & Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) 2120 KI-generiertSeite 19 von 117 2322 *Quelle: Kalliolahti, E., Gluschkoff, K., Lanki, T., Halonen, J.I., Salo, P., Oksanen, T. and Ervasti, J. (2024), Associations Between Active Commuting and Sickness Absence in Finnish Public Sector Cohort of 28 485 Employees. KI-generiert Gesünder durch nachhaltiges Pendeln. Weniger Fehlzeiten*und eine positive Auswirkung auf die Arbeitskraft – eine ein- deutige Win-Win-Situation für Arbeitgebende und Beschäftigte. Bessere Gesundheit führt zu weniger Ausfällen und macht die Menschen leistungsfähiger. 22 KI-generiertSeite 20 von 117 2524 Die Partner von moveBonn. Gemeinsam für bessere Pendlermobilität. Mit unseren Stakeholdern hat sich eine etablierte Mobilitäts- partnerschaft mit den Arbeitgebenden der Region entwickelt. Die Zusammenarbeit ist sowohl aktuell als auch in Zukunft wichtig, denn mit Beginn großer Baumaßnahmen im Straßen- und Schienennetz werden viele Problematiken verschärft. Das Netzwerk moveBonn wird hier weiterhin hilfreich sein, um diese Herausforderungen zu kanalisieren.Seite 21 von 117 2726 moveBonn hat inzwischen 52 Teilnehmende! Und unser Netzwerk wächst stetig weiter. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit den Arbeitgebenden, so vielen Menschen nachhaltiges betrieb- liches Pendeln als Alternative zum Auto näherzubringen. 27Seite 22 von 117 2928 Prof. Dr.-Ing. André Bruns Mobilitätsmanagement und Verkehrsplanung an der Hochschule RheinMain Foto ©DEPOMM „Die Ergebnisse der Evaluation machen deutlich, dass moveBonn ein wirksames Instrument zur Ergänzung des Infrastruktur- und Verkehrsmanagements in der Region Bonn/Rhein-Sieg darstellt. Es unterstützt sowohl die Arbeitgeber der Region als auch Menschen effektiv dabei, ihre Mobilität den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen.“ Im Auftrag der Bundesstadt Bonn hat die Fachgruppe Mobili- tätsmanagement (FGMM) der Hochschule RheinMain seit 2021 in fünf Wellen standardisierte Messungen zur Wirksamkeit des Programms moveBonn durchgeführt. Auf Basis der vorliegenden Daten erstellte die Hochschule in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn im Sommer 2026 eine Evaluation des Programms. Die Evaluation soll als fachliche Basis für Entscheidungen sowohl über die Fortsetzung als auch die zukünftige Ausrichtung des Programms dienen. So wirkt moveBonn. Die Ergebnisse der Wirkungsevaluation der Hochschule RheinMain. 2928Seite 23 von 117 3130 3130 „Besonders hervorzuheben ist die durch den kooperativen und koordinierenden Ansatz des Programms erreichte Stra- tegiefähigkeit der Stadt, bzw. der Region mit Blick auf die zu erwartenden Herausforderungen im Infrastrukturbereich. In diesem Sinne trägt moveBonn zur Resilienz der Region in einem zentralen Bereich der Daseinsvorsorge bei.“ „Insgesamt hat das Programm aus Sicht der Gutachter*innen aktuell in allen Wirkungsdimensionen noch viel Potenzial. Vor diesem Hintergrund wird eine Verstetigung empfohlen.“ Prof. Dr.-Ing. André Bruns über das moveBonn Programm: „Mit moveBonn betreibt die Stadt Bonn seit 2020 ein vorbild- haftes Programm im Bereich des Kooperativen Betrieblichen Mobilitätsmanagements.“ „Die Analysen zeigen, dass moveBonn hierdurch erheblich zur Reduzierung verkehrlicher Probleme sowie der negativen Folgen von Verkehr beiträgt. Gleichzeitig wirkt das Programm positiv auf die Attraktivität der Region als Wohn- und Arbeits- standort.“ bewegt die Region.Seite 24 von 117 3332 Starke Worte von moveBonner*innen Ihre Meinung ist uns wichtig. In der Evaluationsstudie des moveBonn Programms wurden im Frühjahr 2026 drei leitfadengestützte Fokusgruppeninterviews mit Personen aus der Bonner Verwaltung, teilnehmenden Arbeit- gebenden und regionalen Stakeholdern durchgeführt. Gegen- stand der Fokusgruppen war die Frage nach den Wirkungen des Programms • in den beteiligten Unternehmen, • bei der Vernetzung von Akteuren, • auf die Handlungsfähigkeit der Region, • auf die Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Hier folgen einige Antworten, die die Ergebnisse der Befragung repräsentieren: Was bedeutet moveBonn für Sie bzw. für Ihre Organisation und die Region? „moveBonn ist ein Motor, um das Mobilitätsmanagement in der Behörde weiter voranzutreiben.“ Jana Regina Bergmann Bundesamt für Justiz „In meinen Augen ist moveBonn ein ganz, ganz wichtiger und zentraler Baustein für die Entwicklung von nachhaltiger Mobilität in der Region Köln/Bonn.“ Michael Schmitz Universitätsklinikum Bonn (AöR) ? Wie fördert moveBonn die Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen, und wie verhält sich das Projekt zur Taskforce bzw. zu anderen Gremien? „Bonn ist ein sehr tolles Vorbild, wie man zeitgemäß mit allen beteiligten Akteuren Mobilität und Verkehr auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gestalten kann.“ Dr. André Schaffrin ifok GmbH ?Seite 25 von 117 3534 Wie hat moveBonn zur Bewältigung der aktuellen Nordbrückenproblematik beigetragen? „Insbesondere beim Informationsaustauch zu den Straßen- und Schienenbaustellen haben wir in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit dem moveBonn Team gemacht. Ich bin sehr froh, dass es moveBonn gibt. „moveBonn ist aktuell sehr gefordert, die Kommunikation ist klar, zeitnah und verlässlich – und damit sehr hilfreich für uns und unsere Beschäftigten.“ Peter Abrahams Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Welche konkreten Wirkungen hat das Programm in der Region? „Durch die Koordination von moveBonn werden Maßnahmen der Arbeitgeber im Bereich des Betrieblichen Mobilitätsmanagement deutlich effektiver und wahrscheinlich auch effizienter.“ Thomas Reuter DLR e.V. ?Wie wird moveBonn wahrgenommen und welchen Stellenwert hat das Projekt nach außen und politisch? „Das Programm moveBonn ist aus Sicht des Zukunftsnetz Mobilität NRW ein strategisches Instrument, um Verkehrsbelastung in der Region Bonn zu reduzieren und ein echtes Vorzeigeprojekt für kooperatives Betriebliches Mobilitätsmanagement in Deutschland.“ Jeanine Müllenschläder Referentin für Mobilitätsmanagement beim Zukunftsnetz Mobilität NRW ? ? „Der Workshop von moveBonn war herausragend. Besonders wertvoll war der persönliche Austausch mit anderen Menschen aus dem moveBonn Netzwerk zur Nordbrücke sowie die Möglichkeit, einige Impulse mitzunehmen.“ Till Bornstedt IHK Bonn Rhein/SiegSeite 26 von 117 3736 Team Zukunft: Mobilität nehmen wir persönlich. Das moveBonn Team steht Ihnen mit Rat & Tat zur Seite und freut sich auf eine nachhaltige Zusammenarbeit. Ihr moveBonn Team (v.l.n.r.): Eva-Maria Klemmer, Jennifer Winter, Stefanie Krahforst, Mareike Schulz (Teamleiterin) 3736Seite 27 von 117 3938 Mobilisierende Begegnungen Netzwerken, Austausch & Kooperationen Das Bundministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird Teil des moveBonn Netzwerkes. Oberbürgermeister Guido Déus am moveBonn Stand bei den Bonner Wirtschaftsgesprächen 2026. Oben: Das moveBonn Team in Aktion/Unten: Das Netzwerktreffen 2025 3938Seite 28 von 117 Bei Fragen oder Interesse melden Sie sich gerne bei uns. E-Mail: move@bonn.de Telefon: +49 (0)228 -77 3883 Weitere Informationen finden Sie unter www.bonn.de/moveBonn bewegt die Region. Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Stadtplanungsamt/Presseamt, Juli 2026. Konzept & Design: www.manuelprivou.deSeite 29 von 117 + 2026 Wirkungsevaluation des Programms JOBWÄRTS/moveBonn Prof. Dr. Tobias Heußler; Prof. Dr. Matthias Kowald; Prof. Dr.- Ing. André Bruns; Dipl.-Ing. Bernd Schlegel; Nathalie Schneider, M.Eng.; Alexander Rauch 10.08.2026Seite 30 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 2 IMPRESSUM Forschungszentrum RITMO Hochschule RheinMain Kurt-Schumacher-Ring 18 D-65197 Wiesbaden Telefon: +49 611 9495 1547 https://www.hs-rm.de/de/ Prof. Dr.-Ing. André Bruns (Andre.Bruns@hs-rm.de) Dipl.-Ing. Bernd Schlegel (Bernd.Schlegel@hs-rm.de) Nathalie Schneider, M.Eng. (Nathalie.Schneider@hs-rm.de) Alexander Rauch (Alexander.Rauch@student.hs-rm.de) Prof. Dr. Matthias Kowald (Matthias.Kowald@hs-rm.de) Prof. Dr. Tobias Heußler (Tobias.Heussler@hs-rm.de)Seite 31 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 3 ZUSAMMENFASSUNG / POLICY BRIEF EVALUATIONSSCOPE UND METHODISCHE HERANGEHENSWEISE Gegenstand der Evaluation sind beide Phasen des Programms, d. h. „JOBWÄRTS“ (2020–2024) und „moveBonn“ (seit 2024) mit Fokus auf die aktuelle Phase. Ziel der Evaluation ist es, das Spektrum der Wirkungen des Programms zu dokumentieren, um eine Grundlage für die zukünf- tige Ausrichtung von moveBonn zu schaffen. Der Evaluations-Scope umfasst die Analyse 1. der theoretischen Wirkungspotenziale und 2. der bisher erreichten Wirkungen (Wirkungsevaluation) sowie auf dieser Basis 3. die Bewertung der Effektivität des Programms (Prozessevaluation) und 4. die Ableitung von Empfehlungen. Der methodische Ansatz umfasst einen Mix aus qualitativen (Einzel- und Fokusgruppeninterviews, Dokumentenanalyse) und quantitativen Analysen (Längs- und Querschnittsanalysen der Daten aus den fünf Wirkungsmessungen (2020–2025)). Berichts- stand ist Juli 2026. WIRKUNGSDIMENSIONEN DES PROGRAMMS Mit „moveBonn“ betreibt die Bundesstadt Bonn eines der umfangreichsten kommunalen Pro- gramme zur systematischen Unterstützung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM) in Deutschland. Das Programm moveBonn ist als sog. „kooperatives Betriebliches Mobilitätsma- nagement (kBMM)“ zu klassifizieren. Es ergänzt das klassische, auf die Gestaltung von Angeboten (Infrastruktur, ÖPNV etc.) fokussierte Instrumentarium der Verkehrsplanung um eine Kompo- nente, die auf die Gestaltung von Mobilität abzielt. Der Programmansatz moveBonn ist aus wis- senschaftlicher Sicht geeignet, Wirkungen in den folgenden Wirkungsdimensionen zu realisieren: I. Mobilität / Teilhabe: a) Schaffung von Mobilitätsoptionen für AN, b) Unterstützung/Er- möglichung der Veränderung des Mobilitätsverhaltens, c) Erhöhung der Resilienz mit Blick auf die Auswirkungen geplanter Infrastrukturvorhaben auf die Alltagsmobilität. II. Verkehr / Verkehrssystem: a) Entlastung des Verkehrssystems durch die Reduzierung des MIV-Anteils am Verkehrsaufkommen; b) Erhöhung des Anteils des ÖPNV sowie des Rad- und Fußverkehrs am Aufkommen beruflich bedingter Wege. III. Umwelt / Gesundheit: a) Reduzierung gesundheitsschädlicher Lärm- und Luftschad- stoffimmissionen sowie von Verkehrsunfällen. IV. Vernetzung von Akteur:innen / Kommunikation (Governance): a) Konsolidierung von In- formationsflüssen, z. B. zu Baumaßnahmen im Bereich der Infrastruktur zwischen AG und Öffentlicher Hand, b) Koordinierung der Aktivitäten privater und öffentlicher Akteur:in- nen im Bereich nachhaltiger Mobilität bzw. zur Lösung von Verkehrsproblemen, c) Stei- gerung der Effektivität des Verwaltungshandelns, z. B. durch bessere Datengrundlagen für die Verkehrsplanung, d) Erhöhung der Resilienz im Sinne einer Handlungsfähigkeit der Region bzw. Schaffung einer Strategiefähigkeit mit Blick auf künftige Herausforderungen im Bereich Mobilität und Verkehr. V. Wirtschaftsförderung / Standortattraktivität: a) Unterstützung von Verbesserungsprozes- sen im Bereich betrieblicher Mobilität bei AG (Betriebliches Mobilitätsmanagement), b) Erhöhung der Standortattraktivität für Unternehmen. ERGEBNISSE DER WIRKUNGSEVALUATION Wirkungsdimension Mobilität / TeilhabeSeite 32 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 4 • Das Programm erreicht direkt insgesamt gut 80.000 AN in der Bundesstadt Bonn und dem umliegenden Rhein-Sieg-Kreis; eine indirekte Wirkung auf die Haushaltsmitglieder der AN kann für ca. 160.000 Personen angenommen werden. • Ca. 8.000 Personen haben seit dem Beginn des Programms ihr Mobilitätsverhalten verändert und die Nutzung des MIV reduziert. Diese Veränderungen können auf direkte und indirekte Wirkungen der Maßnahmen des Programms zurückgeführt werden. • Das Potenzial für weitere Veränderungen ist hoch: Gut ein Viertel der Befragten kann sich vorstellen, häufiger das Rad zu nutzen, etwa zwei Fünftel, häufiger den ÖPNV zu nutzen. Diese als hoch einzuschätzende Motivation der AN trifft jedoch in der Realität auf strukturelle Hin- dernisse, insbesondere auch durch Einschränkungen von Verkehrsangeboten infolge von Sa- nierungsvorhaben. • Die Ergebnisse der Befragung sowie von Tiefeninterviews lassen den Schluss zu, dass AN durch moveBonn bei der Veränderung ihrer Mobilität unterstützt werden und dass sich mo- veBonn positiv auf Alltag, Arbeit und Lebensqualität auswirkt (entweder unmittelbar durch Maßnahmen des Programms oder mittelbar über Maßnahmen der AG). Wirkungsdimension Verkehr / Verkehrssystem • Die Veränderung des Mobilitätsverhaltens führt zu Veränderungen der Verkehrsnachfrage, konkret zu einer Verringerung der Anzahl von MIV-Fahrten. Das in der JOBWÄRTS-Phase gesetzte Ziel, 1.000 MIV-Fahrten pro Tag zu reduzieren, wurde hierbei je nach Szenario um 7.000 bis 9.000 MIV-Fahrten pro Tag deutlich übertroffen. • Die Daten der Wirkungsmessungen zeigen auch Veränderungen der Verteilung der (Arbeits- )Wege auf die einzelnen Verkehrsmittel („Modal Split“). Aufgrund von Rahmenbedingungen (COVID-19-Pandemie, Sanierungsmaßnahmen) sowie unterschiedlicher Voraussetzungen bei den teilnehmenden AG (Lage, Intensität der Maßnahmen) war hier erwartbar, dass sich keine eindeutige Richtung der Veränderungen, sondern ein differenziertes Bild zeigt: o So variiert etwa die Entwicklung (2019–2025) des MIV-Anteils von Rückgängen von über −10 % bis hin zu leichten Zunahmen von ca. +3 %. Ähnliche Spannweiten zeigen sich auch bei den anderen Verkehrsmitteln. o Betrachtet man übergeordnet den erweiterten Modal Split im 9er-Cluster, zeigt sich zwischen 2019 und 2025 eine Zunahme der virtuellen Wege um +17,1 %. Dieser Effekt geht auf die Reduzierung der Wege im MIV (−8,8 %) und im Umweltverbund (−8 %) zurück. o Das Ziel, den MIV-Anteil zugunsten des Umweltverbundes um 5–10 % zu reduzieren, wird für einzelne AG und für das 9er-Cluster erreicht, wenn der virtuelle Modus ein- bezogen und zum Umweltverbund gezählt wird. In einem Modal Split ohne den virtu- ellen Modus liegt die Reduzierung des MIV zwischen 2019 und 2025 lediglich bei 2,7 %. In dieser Wirkungsdimension zeigt sich deutlich die Abhängigkeit des Program- merfolgs von den Aktivitäten der einzelnen AG.. Wirkungsdimension Umwelt / Gesundheit • Durch die Reduzierung der MIV-Verkehrsleistung wurden über den Programmzeitraum je nach Szenario realistisch Emissionen zwischen 9.500 und 11.500 t CO₂e eingespart. • Insgesamt können je nach Szenario vermiedene Schadenskosten zwischen ca. 4,5 und 13 Mio. € pro Jahr angenommen werden.Seite 33 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 5 • Nach aktueller Studienlage führt die erhöhte Nutzung des Rades je nach Häufigkeit und In- tensität darüber hinaus zu signifikanten Reduzierungen des Risikos für kurzzeitige Fehlzeiten (bis zu −12 %) und langfristige Fehlzeiten (über 10 Tage; bis zu −18 %). Wirkungsdimension Vernetzung von Akteur:innen / Kommunikation • Die Fokusgruppen zeigen über alle drei Gruppen hinweg ein konsistentes Ergebnis: mo- veBonn wird primär als intermediäre Struktur verstanden, die Akteur:innen verbindet und beiderseitigen Informationsaustausch ermöglicht, Informationen übersetzt und Mobilität als Querschnittsthema bearbeitbar macht. • Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass die funktionale Reputation von moveBonn deutlich stärker ist als seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, aber auch in der Stadt Bonn. Invol- vierte Akteur:innen aus Unternehmen oder Stakeholder:innen bewerten das Projekt überwie- gend sehr positiv und sprechen ihm einen hohen Nutzen zu. • Ein verwaltungsinterner Mehrwert von moveBonn wird bejaht, scheint jedoch nicht für alle Verwaltungsbereiche gleichermaßen sichtbar zu sein. Das deutet darauf hin, dass moveBonn intern eher als projektbezogener Ermöglicher denn als institutioneller Motor verwaltungsin- terner Kooperation wirkt. • Von Seiten regionaler Stakeholder:innen und Unternehmen wird die positive Wirkung von moveBonn zur Bewältigung der Herausforderungen im Infrastrukturbereich betont. Wirkungsdimension Wirtschaftsförderung / Standortattraktivität • Im Rahmen des Programms wurden bei ca. 64 AG (Stand: 07/2026) in der Region und dar- über hinaus (z. B. durch Filialen und Niederlassungen in anderen Regionen) Prozesse für Be- triebliches Mobilitätsmanagement angestoßen und durch die Bereitstellung von Datengrund- lagen, Wissensaustausch sowie -vermittlung und Kompetenzaufbau unterstützt. • Die Ergebnisse der Fokusgruppe aus AG zeigen, dass das Programm als relativer Standortvor- teil gesehen wird. GESAMTBEWERTUNG UND REFLEXION DER ERGEBNISSE In der Zusammenschau aller zuvor dokumentierten Ergebnisse lassen sich aus Sicht der Gutach- ter:innen im Sinne einer abschließenden Bewertung folgende Schlussfolgerungen formulieren. Gesamtbewertung des Programmkonzepts bzw. der Wirkpotenziale I. Das Programmkonzept ist auch mit dem Wechsel auf eine rein indirekte Interventionslo- gik grundsätzlich gut geeignet, um die theoretischen Potenziale eines kooperativen Mobi- litätsmanagements zu realisieren. Der aktuelle Ressourceneinsatz erscheint adäquat, wenngleich eher am Minimum dessen orientiert, was für die Erreichung der Ziele notwen- dig ist. Mit Blick auf die Vermeidung externer Kosten des Verkehrs kann davon ausgegan- gen werden, dass der Nutzen des Programms die eingesetzten Mittel deutlich übersteigt. II. Als deutlich negativ mit Blick auf die Ausschöpfung der Potenziale ist jedoch die nach dem Ausstieg des Rhein-Sieg-Kreises erfolgte Begrenzung des Programms auf die Stadt Bonn zu bewerten. Als wirkungshemmend kann auch gewertet werden, dass aktuell nur ansatz- weise Verbindlichkeit hinsichtlich der Umsetzung von Maßnahmen bei den AG hergestellt werden kann. III. Aus Sicht der Gutachter:innen stellt moveBonn insgesamt ein wirkungsvolles Instrument zur Ergänzung des Infrastruktur- und Verkehrsmanagements dar. Das Programm erhöhtSeite 34 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 6 die Handlungsfähigkeit bzw. den Gestaltungsspielraum der Stadt im Bereich Mobilität und Verkehr und wirkt darüber hinaus positiv auf die Attraktivität der Region als Wohn- und Arbeitsstandort. IV. Besonders hervorzuheben ist die durch das Programm erreichte Strategiefähigkeit der Stadt bzw. der Region mit Blick auf die zu erwartenden Herausforderungen insb. mit Blick auf Entwicklungen im Infrastrukturbereich. In diesem Sinne trägt moveBonn zur Resili- enz der Region in einem zentralen Bereich der Daseinsvorsorge bei. V. Insgesamt wird das Wirkpotenzial des Programms aus Sicht der Gutachter:innen aktuell in allen Wirkungsdimensionen (noch) nicht ausgeschöpft. Bewertung der Wirksamkeit in den Wirkungsdimensionen Mobilität / Teilhabe, Verkehr / Verkehrssystem sowie Umwelt / Gesundheit: I. MoveBonn unterstützt effektiv die Arbeitnehmenden und die mit diesen verbundenen Menschen in der Region Bonn dabei, ihre Mobilität an die sich verändernden Rahmenbe- dingungen anzupassen und somit deren individuelle Resilienz zu erhöhen. II. Die Veränderungen im Bereich der Mobilität führen zu Veränderungen der Verkehrsmit- telwahl auf Arbeitswegen, insb. zur Vermeidung physischer Wege durch virtuelle Mobili- tät. Die Veränderungsbereitschaft der Arbeitnehmenden wird aktuell nicht ausgeschöpft. Zudem ist die Stärke des Effekts seit 2024 gesunken, was sich auf Gewöhnungseffekte und eine gesunkene Maßnahmenintensität zurückführen lässt. III. Die Summe der gemessenen Veränderungen im Bereich der Mobilität führt auf Ebene des Gesamtverkehrssystems zu erheblichen Effekten durch verlagerte und vermiedene Fahr- ten. Auch hier werden die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft, insbesondere wird das Po- tenzial regional koordinierter Maßnahmen noch nicht konsequent genutzt. IV. Insb. aufgrund der Reduzierung der Verkehrsleistung im MIV können erhebliche positive Effekte mit Blick auf Umwelt und Gesundheit angenommen werden. Bewertung der Wirksamkeit in den Wirkungsdimensionen Vernetzung von Ak- teur:innen / Kommunikation sowie Wirtschafts-förderung / Standortattraktivität I. Die Analysen zeigen, dass moveBonn das Ziel der Vernetzung von Akteur:innen auf ver- schiedenen Ebenen erreicht. Die Programmaktivitäten werden von der Gruppe regionaler Stakeholder:innen, von Unternehmen sowie von Akteur:innen aus der Stadtverwaltung als hilfreich beschrieben. II. Das Programm fördert die Konsolidierung und den Austausch von Wissen insb. im Kon- text von Infrastrukturvorhaben und erhöht hierdurch im Zusammenspiel mit anderen In- stitutionen wie etwa der „Taskforce Verkehr“ die Handlungs- und Reaktionsfähigkeit der Region auf Ereignisse wie etwa die Sperrung der Nordbrücke im Jahr 2026. III. MoveBonn unterstützt zudem effektiv Prozesse des Betrieblichen Mobilitätsmanagements bei AG insb. durch die Schaffung und den Austausch von Wissen. Positiv ist insbesondere der Zertifikatslehrgang Betriebliche/-r Mobilitätsmanager/-in (IHK) zu bewerten. IV. Auch intern scheint moveBonn als vernetzende Instanz positiv zu wirken, wobei die Ana- lysen hier die schwächste Wirkung vermuten lassen. Kritisch ist in diesem Zusammen- hang anzumerken, dass eine klare Rollenbeschreibung von moveBonn innerhalb der Stadt inklusive damit verbundener Mandate fehlt.Seite 35 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 7 V. Das Programm wird zudem als Standortvorteil eingeschätzt, insbesondere da es hilft, ex- terne Einflüsse mit negativem Einfluss auf die Standortattraktivität durch kooperatives Handeln des öffentlichen und privaten Sektors zu bewältigen. Bewertung der Übertragbarkeit Das Programmkonzept von moveBonn mit seiner indirekten Interventionslogik entspricht der in Deutschland und international etablierten guten Praxis im Bereich BMM. Der Fokus von mo- veBonn auf die Konsolidierung der Informationsflüsse mit Blick auf Infrastrukturvorhaben stellt jedoch eine Besonderheit dar. Grundsätzlich ist das Programmkonzept übertragbar. Reflexion des Vorgehens, insb. der Datenqualität Die vorherigen Aussagen dieses Berichts müssen vor dem Hintergrund der folgenden Sachver- halte interpretiert werden: I. Eingeschränkter Scope: Die Datengrundlage und daher auch die Analysen betrachten ausschließlich Arbeitswege und somit nur einen Teilbereich der Mobilität. Ebenso sind die Wirkungen des Programms auf Ebene der AG sowie der Mitarbeitenden nicht Gegenstand der vorliegenden Evaluation. II. Datengrundlagen: Die Maßnahmen der AG lagen nicht vollständig und jahresscharf vor, zudem waren keine Nacherhebungen möglich. Um feststellen zu können, inwieweit die Maßnahmen der AG die Beschäftigten erreicht haben, wurde daher auf die vorliegen- den Daten der Wirkungsmessungen bzw. des Pendelreports zurückgegriffen. III. Attribuierung der Wirkungen: Die valide Attribuierung von Wirkungen auf einzelne Ursachen ist im Sinne wissenschaftlicher Evidenz nur durch experimentelle Evaluations- designs erreichbar, die jedoch in der Realität im Bereich des BMM kaum mit vertretbaren Mitteln umsetzbar sind. Die Wirkungsmessung bzw. der Pendelreport folgen einem ein- facheren Design und können daher nicht dasselbe Maß an Evidenz bieten. Trotz der skizzierten Einschränkungen stellen die in diesem Bericht genutzten Daten die bis dato umfangreichste, konsistente Datengrundlage im Themenfeld des Betrieblichen Mobilitätsmana- gements und damit die beste verfügbare Grundlage für die Evaluationsstudie dar. Die beschrie- benen Ergebnisse können aus Sicht der Gutachter:innen als belastbar betrachtet werden. EMPFEHLUNGEN ZUR ERHÖHUNG DER EFFEKTIVITÄT DES PRO- GRAMMS Auf Basis der vorherigen Einordnung der Evaluationsergebnisse werden im Folgenden Hand- lungsempfehlungen mit dem Ziel der Steigerung der Wirksamkeit des Programms formuliert. I. Verstetigung und Ausweitung des Programms, um die bestehenden Potenziale re- alisieren zu können. Hierzu gehört zum einen die Verstetigung mit mindestens dem aktu- ellen Ressourcenansatz. Nach Möglichkeit wird ein Hochfahren der finanziellen Ressour- cen insb. zur Umsetzung direkter Interventionen oder zur Incentivierung der Maßnah- menumsetzung bei den AG empfohlen. Darüber hinaus wird die Ausweitung des Pro- grammgebietes mindestens auf den Rhein-Sieg-Kreis, idealerweise auf das Gebiet der Metropolregion Köln-Bonn, empfohlen. II. Schärfung des Profils durch ein konkretes „Mission-Statement“ sowie organisatori- sche Konsolidierung. Hierzu gehörenSeite 36 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 8 o (intern) die Schärfung der Rolle und des Mandats: Einordnung des Programms im Rahmen der strategischen Mobilitäts-/Verkehrsplanung (SUMP/VEP) und weite- rer Planungsprozesse wie z. B. der Stadtentwicklungs- und Stadtplanung. Sinnvoll er- scheint insb. die Verknüpfung mit dem Instrument der Stellplatzsatzungen in Bauge- nehmigungsprozessen. o (intern) Sicherstellung der Koordination aller Bereiche des Mobilitätsmana- gements der Stadt Bonn durch geeignete, bereichsübergreifende Strukturen o (extern) auf regionaler Ebene die Etablierung von moveBonn als operativem Counterpart der Taskforce Verkehr sowie ggf. die Ausweitung des Mandats um ein Verhandlungsmandat. III. Erhöhung der Effektivität des Programms in den Wirkungsdimensionen Mobilität/Teil- habe, Verkehr/Verkehrssystem sowie Umwelt/Gesundheit: o Hybride Interventionslogik: Beibehaltung des Fokus auf eine indirekte Interven- tionslogik mit dem aktuellen Maßnahmenportfolio als Grundmodus; darüber hinaus Durchführung direkter Interventionen. o Erhöhung der Maßnahmenintensität bei den Arbeitgebenden 1. durch den geplanten Wissenstransfer der Unternehmen, insb. Beratung zu bestehenden Poten- zialen, die sich z. B. in den Daten der Wirkungsmessung zeigen, und 2. durch ergän- zende Anreize, z. B. ein auf den bisherigen „Ambitionen“ aufbauendes Zertifizierungs- system oder eine finanzielle Förderung von Maßnahmen. o Erhöhung der Steuerungsfähigkeit durch Monitoring und Evaluation, insb. Beibehaltung des Pendelreports und der darauf aufbauenden Reports wie der THG-Bilanzierung für AG als Grundlage für die Steuerung der Maßnahmen sowohl auf Ebene des Programms als auch bei den AG. Zudem Nutzung der Daten, um Be- troffenheiten durch infrastrukturelle Ereignisse wie Sanierungsvorhaben oder Sper- rungen zu analysieren und zielgerichtete, koordinierte Maßnahmen zu deren Bewäl- tigung zu erarbeiten. IV. Erhöhung der Effektivität des Programms in den Wirkungsdimensionen Vernetzung von Akteur:innen / Kommunikation sowie Wirtschaftsförderung/Standortattraktivität: o Erhöhung der Strategiefähigkeit durch Koordination der durch die AG umgesetzten MM-Maßnahmen, um so konkrete verkehrliche Herausforderun- gen zu bewältigen. Durch koordinierte, temporäre Maßnahmen wie etwa die Erhö- hung des Anteils des Mobilen Arbeitens oder die Incentivierung des Umstiegs auf an- dere Verkehrsmittel als den MIV kann aufgrund der Menge der erreichten AN eine signifikante Reduzierung des Verkehrsaufkommens erreicht werden. o Stärkere Zusammenarbeit mit anderen Einheiten der kommunalen Ver- waltung, etwa der Stadtplanung oder der Wirtschaftsförderung. Perspektivisch scheint auch eine stärkere verwaltungsinterne Koordination verschiedener Bereiche des MM, z. B. auch des schulischen MM im Sinne eines Kommunalen Mobilitätsma- nagements, sinnvoll. Zudem stärkere Nutzung des Programms als Angebot der Wirt- schaftsförderung, z. B. zur Beratung von Unternehmen bei der Ansiedlung bzw. zur Nutzung der in der Stellplatzsatzung der Stadt Bonn eröffneten Möglichkeiten, Stell- platzbedarfe durch Mobilitätskonzepte auszusetzen oder zu reduzieren.Seite 37 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 9 INHALTSVERZEICHNIS Impressum ...................................................................................................................................... 2 Zusammenfassung / Policy Brief .................................................................................................... 3 Abbildungsverzeichnis .................................................................................................................. 10 Tabellenverzeichnis ........................................................................................................................ 11 1 Hintergrund, Scope und Vorgehensweise der Evaluation..................................................... 12 1.1 Hintergrund und Ziele .................................................................................................... 12 1.2 Evaluationsscope ............................................................................................................ 12 1.3 Vorgehensweise und Datengrundlagen .......................................................................... 14 2 Evaluation der Wirkungspotenziale des Programms JOBWÄRTS / moveBonn .................. 16 2.1 Vorgehensweise/Methodik............................................................................................. 16 2.2 Theoretische Wirkungspotenziale des kooperativen Betrieblichen Mobilitätsmanagements ............................................................................................................ 17 2.3 Analyse der theoretischen Wirkungspotenziale des Programms JOBWÄRTS / moveBonn .................................................................................................................................. 18 2.4 Analyse und Bewertung der Interventionslogik und realen Wirkungspotenziale ......... 23 3 Evaluation der Wirkungen des Programms JOBWÄRTS / moveBonn................................. 28 3.1 Wirkungsdimension Mobilität / Teilhabe ...................................................................... 28 3.2 Wirkungsdimension Verkehr / Verkehrssystem ............................................................ 34 3.3 Wirkungsdimension Umwelt / Gesundheit ................................................................... 37 3.4 Wirkungsdimension Vernetzung von Akteur:innen/Kommunikation .......................... 39 3.5 Wirkungsdimension Wirtschaft: Wirtschaftsförderung / Standortattraktivität ........... 42 4 Gesamtbewertung und Empfehlungen .................................................................................. 45 4.1 Gesamtbewertung und Reflexion der Ergebnisse .......................................................... 45 4.2 Empfehlungen zur Erhöhung der Effektivität des Programms ..................................... 48 5 Literatur ................................................................................................................................. 50 6 Anhang ................................................................................................................................... 52 6.1 Daten zur Wirkungsmessung / Pendelreport................................................................. 52 6.2 Ergänzende Materialien zur Wirkungsanalyse .............................................................. 53 6.3 Dokumentation teilstandardisierte Fokusgruppeninterviews ....................................... 74 6.4 Teilnehmendenstatistik .................................................................................................. 84Seite 38 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 10 ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: IOOI-Schema (Eigene Darstellung auf Basis Ebrahim, Rangan 2014) ................... 13 Abbildung 2: Beispielhafte Wirkungstreppe (eigene Darstellung auf Basis www.fördeleitfaden.de) ....................................................................................................................................................... 14 Abbildung 3: Anzahl umgestiegener Personen nach Welle und Umstiegsrichtung (eigene Auswertung und Darstellung auf Basis des Long-Datensatzes) ................................................... 30 Abbildung 4: Anzahl umgestiegener Personen insgesamt mit Umstiegsrichtung (eigene Auswertung und Darstellung auf Basis des Long-Datensatzes) ................................................... 30 Abbildung 5: Umstiegspotenzial in der Gruppe der MIV-Nutzenden auf den Radverkehr (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes (Welle 5)) ......................... 32 Abbildung 6: Umstiegspotenzial in der Gruppe der MIV-Nutzenden auf den ÖPNV (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes (Welle 5)) ......................... 33 Abbildung 7: Stufenzugehörigkeit nach dem Stage Model of Self Regulated Behaviour Change (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes (Welle 5)) ............ 33 Abbildung 8: Vergleich erweiterter Modal-Split (aufkommensbasiert) für das 9er-Cluster über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) ......... 36 Abbildung 9: Entwicklung des erweiterten Modal Splits (aufkommensbasiert) für das 9er-Cluster über alle Wellen (gerundete Werte, eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long- Datensatzes) .................................................................................................................................. 55 Abbildung 10: Entwicklung des erweiterten Modal Splits (aufkommensbasiert) für die Distanzklasse bis 2,5 km für das 9er-Cluster über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) .................................................................... 55 Abbildung 11: Entwicklung des erweiterten Modal Splits (aufkommensbasiert) für die Distanzklasse 2,5-7,5 km für das 9er-Cluster über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) .................................................................... 56 Abbildung 12: Entwicklung des erweiterten Modal Splits (aufkommensbasiert) für die Distanzklasse 7,5-15 km für das 9er-Cluster über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) ......................................................................................... 56 Abbildung 13: Entwicklung des erweiterten Modal Splits (aufkommensbasiert) für die Distanzklasse über 15 km für das 9er-Cluster über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) .................................................................... 57Seite 39 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 11 TABELLENVERZEICHNIS Tabelle 1: Inputparameter Programm JOBWÄRTS / moveBonn im Zeitraum 2019 – 2026 (eigene Darstellung, Quelle: Angaben des moveBonn-Teams) ................................................................. 21 Tabelle 2: Bekanntheit, Nutzung und Bewertung der Maßnahmen der Arbeitgeber (eigene Auswertung und Darstellung auf Basis des Long-Datensatzes (Welle 5)) ................................... 27 Tabelle 3: Wirkungspotenziale, Indikatoren und Datengrundlagen in der Wirkungsdimension Mobilität / Teilhabe (eigene Darstellung)..................................................................................... 28 Tabelle 4: Gründe für den Umstieg (eigene Auswertung und Darstellung auf Basis des Long- Datensatzes) .................................................................................................................................. 31 Tabelle 5: Reduzierte MIV-Fahrten in der Hauptverkehrszeit (07:00 – 09:00 Uhr) nach Decay- Szenarien (hochgerechnete Werte; eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long- Datensatzes) .................................................................................................................................. 35 Tabelle 6: Reduzierte THG-Emissionen (CO2e) nach Decay-Szenarien sowie abgeleitete THG- Schadenskosten (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes in Kombination mit HBEFA 5.1 (INFRAS et al., 2025) sowie UBA 2026) ....................................... 38 Tabelle 7: Beobachtungen in den Wellen der Wirkungsmessung (eigene Darstellung)............... 52 Tabelle 8: Entwicklung Panel / Mehrfachteilnahmen (eigene Darstellung) ................................ 52 Tabelle 9: Bereitschaft zum Wechsel des Modus auf Arbeitswegen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) .................................................................... 54 Tabelle 10: Nennungen von Mobilitätsangeboten als Grund für Verhaltensänderungen in den Wellen 2-5 (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) ......... 54 Tabelle 11: Entwicklung des erweiterten Modal Splits (aufkommensbasiert) für das 9er-Cluster über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) . 59 Tabelle 12: Entwicklung des Modal Splits (aufkommensbasiert) für ausgewählte AG über alle Wellen (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) ................ 70 Tabelle 13: Gewählte Parameter und zugehörige Kostensätze zur Ermittlung der Umweltkosten (eigene Darstellung, Quellen siehe Tabellenspalte „Quellen“) ..................................................... 71 Tabelle 14: Verkehrsleistung Umgestiegene von MIV auf andere Modi nach Decay-Szenarien (eigene Auswertung und Darstellung, Basis auf Basis des Long-Datensatzes) ............................ 73 Tabelle 15: Teilnehmende AG an JOBWÄRTS / moveBonn, Stand 07/2026 (eigene Darstellung, Quelle: moveBonn-Team) .............................................................................................................86Seite 40 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 12 1 HINTERGRUND, SCOPE UND VORGEHENSWEISE DER EVALUATION 1.1 HINTERGRUND UND ZIELE Mit „moveBonn“ (vormals „JOBWÄRTS“) betreibt die Bundesstadt Bonn (und initial auch der Rhein-Sieg-Kreis sowie das Zukunftsnetz NRW) eines der derzeit umfangreichsten Programme zur systematischen Unterstützung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM) in Deutsch- land. Die Fachgruppe Mobilitätsmanagement (FGMM) der Hochschule RheinMain hat seit 2021 in nunmehr fünf Wellen im Auftrag der Bundesstadt Bonn standardisierte Messungen zur Wirk- samkeit des Programms durchgeführt. Auf Basis der vorliegenden Daten strebt die Bundesstadt Bonn im Zusammenhang mit der fünften Welle der Wirkungsmessung 2025 eine Evaluation des Programms an und hat die FGMM, bzw. das Forschungszentrum RITMO (Rhein-Main Institute for Transformative Sciences in Mobility and Logistics) der Hochschule RheinMain mit der Durch- führung der erforderlichen Leistungen beauftragt. Ziel der Evaluation ist es, das Spektrum und die Intensität der Wirkungen des Programms zu analysieren, um eine Grundlage für Entscheidungen sowohl über die Fortsetzung als auch die zukünftige Ausrichtung des Programms zu generieren. Adressat:innen der Evaluation sind so- wohl kommunalpolitische Entscheider:innen, die Verwaltung der Bundesstadt Bonn als auch das moveBonn-Team. Gegenstand der Evaluation sind beide Phasen des Programms, d.h. „JOB- WÄRTS“ (2020-2024) und „moveBonn“ (seit 2024) mit Fokus auf die aktuelle Phase. Der nachfolgende Bericht dokumentiert die Ergebnisse der Evaluation. Einleitend werden nach- folgend in Kapitel 1.2 und 1.3 die Ziele sowie der Evaluationsscope und die gewählten Methoden beschrieben. Als Grundlage der Evaluation wird in Kapitel 2 zunächst das Programm aus wissen- schaftlicher Perspektive eingeordnet und daraus theoretische Wirkpotenziale abgeleitet. Darauf aufbauend erfolgt die Bewertung, inwieweit die Umsetzung des Programms und insb. die einge- setzten Ressourcen geeignet scheinen, diese Wirkpotenziale zu realisieren. Als Schwerpunkt des Berichts werden in Kapitel 3 die Wirkungen des Programms in den einzelnen Wirkungsdimensi- onen dokumentiert. Kapitel 4 enthält die abschließende Bewertung des Programms sowie Emp- fehlungen für die Weiterentwicklung. 1.2 EVALUATIONSSCOPE Entsprechend dem Auftrag der Bundesstadt Bonn werden im Rahmen der Evaluation beide Pha- sen des Programms betrachtet, d.h. sowohl die „JOBWÄRTS-Phase“ (2020 – 2023) als auch die „moveBonn-Phase“ (seit 2024). Der Fokus der Evaluation liegt jedoch auf einer Bewertung des aktuellen moveBonn-Programms und der Ableitung von Handlungsempfehlungen zu dessen Weiterentwicklung. Die Evaluation umfasst hierbei die folgenden Analyseebenen: 1. Analyse der theoretischen Wirkungspotenziale bzw. Wirksamkeit des Programms 2. Analyse der real erreichten Wirkungen 3. Bewertung der Effektivität des Programms und Ableitung von Empfehlungen zur Erhö- hung der Effektivität.Seite 41 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 13 Der Fokus der Evaluation liegt in Abstimmung mit dem Auftraggeber somit auf den Wirkungen des Programms („Wirkungsevaluation“). Darüber hinaus werden in kleinerem Umfang auch Trei- ber und Hemmnisse mit Blick auf die Umsetzung des Programms analysiert bzw. die Frage, ob Rahmenbedingungen und eingesetzte Mittel adäquat waren, um die intendierte Wirkung des Pro- gramms erreichen zu können („Prozessevaluation“). Mit Blick auf den inhaltlichen Scope der Evaluation wird in Abstimmung mit dem Auftraggeber ein breiter Evaluationsansatz verfolgt, d.h. mit Blick auf die Wirkungsdimensionen (Welche Arten von Wirkungen werden betrachtet?) werden alle in der Theorie mit der Programm- logik verknüpften Wirkungsbereiche betrachtet und nicht nur diejenigen, die explizit in den Zie- len des Programms benannt werden. Neben Wirkungen in den Bereichen der beruflichen Mobi- lität und des daraus folgenden Verkehrs werden etwa auch die Bereiche regionaler Governance sowie Wirtschaft/Standortattraktivität betrachtet. Hinsichtlich der Wirkungskreise (Wo treten die Wirkungen auf, wer sind die Adres- saten?) werden Wirkungen 1. auf Arbeitgebende/Externe Akteur:innen, 2. Arbeitnehmer:innen (AN) sowie 3. innerhalb der Verwaltung der Bundesstadt Bonn untersucht. Zudem werden ver- schiedene Wirkungsebenen (In welchen Schritten erfolgt die Wirkung, welche Wir- kungsketten können identifiziert werden?) betrachtet, um die kompletten Wirkungsket- ten des Programms abzubilden. Als Analyseschema wird hierbei das im Kontext von Wirkungs- evaluationen etablierte „Input-Output-Outcome-Impact (IOOI)-Schema“ genutzt (z.B. Ebrahim, Rangan 2014). Abbildung 1: IOOI-Schema (Eigene Darstellung auf Basis Ebrahim, Rangan 2014) Hierbei wird entlang der Wirkungskette oder einer sogenannten „Wirkungstreppe“ des Pro- gramms der „Input“ (eingesetzte Ressourcen), „Output“ (unmittelbare Aktivitäten/Produkte des Programms), „Outcome“ (unmittelbare, mittelfristige Wirkungen der Aktivitäten/Produkte) und „Impact“ (mittelbare, längerfristige Wirkungen der Aktivitäten/Produkte auf strategischer Ebene) unterschieden (siehe Abbildung 1 und Abbildung 2). Der Fokus der vorliegenden Evalua- tion liegt auf den Wirkungen, d.h. den Ebenen „Outcome“ und „Impact“. Die Evaluation beschränkt sich hierbei auf die primären Wirkungsdimensionen des Programms, d.h. es werden ausschließlich Wirkungen auf Programmebene analysiert. Eine differenzierte Ana- lyse der Wirkungen auf Ebene der teilnehmenden Arbeitgeber:innen (AG) ist explizit nicht Be- standteil des Vorhabens. Darüber hinaus beschränkt sich die Evaluation auf Wirkungen im Be- reich der beruflichen Mobilität und hier die Arbeitswege (Relation Wohnen – Arbeiten). Effekte des Programms in anderen Bereichen der Mobilität, z.B. mittel- bis längerfristige Rebound-Ef- fekte im Kontext des mobilen Arbeitens werden nicht betrachtet.Seite 42 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 14 Abbildung 2: Beispielhafte Wirkungstreppe (eigene Darstellung auf Basis www.fördeleitfaden.de) 1.3 VORGEHENSWEISE UND DATENGRUNDLAGEN Entsprechend den zuvor beschriebenen Evaluationsebenen sowie dem Scope erfolgt die Evalua- tion in verschiedenen Schritten und mittels verschiedener qualitativer und quantitativer Metho- den. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte sowie die jeweils genutzten Methoden beschrie- ben. Eine detaillierte Dokumentation der jeweiligen Methoden, inklusive der genutzten Daten er- folgt in Kapitel 3. I. Analyse der (theoretischen) Wirkpotenziale: Identifikation möglicher, primärer Wirkungsdimensionen des Programms aus wissenschaftlich-theoretischer Perspektive, d.h. auf Basis bekannter Wirkungen des Mobilitätsmanagements. Grundlage hierfür ist die Auswertung einschlägiger Literatur aus dem Wissenschafts- und Planungskontext. II. Evaluation der Wirkungspotenziale des Programms JOBWÄRTS / mo- veBonn: Dieser Schritt umfasst die Analyse, inwieweit das Programm die theoretischen Potenziale realisieren kann. Ausgangspunkt ist eine Analyse der Ziele des Programms. Hierbei wird zwischen expliziten, d.h. politisch beschlossenen oder expressis verbis in Programmdokumenten formulierten Zielen einerseits und impliziten, aus der Pro- grammlogik anzunehmenden Zielen andererseits unterschieden. Anschließend erfolgt die Analyse der Interventionslogik und Bewertung der Wirkungspotenziale: Auf Basis der Analyse der Interventionslogik des Programms, d.h. mit Blick auf die eingesetzten Ressourcen (Input) sowie die durchgeführten Maßnahmen (Output) wird bewertet, in- wieweit die theoretischen Wirkpotenziale grundsätzlich realisiert werden können, bzw. Wirkungen auf der Outcome- und Impact-Ebene erreicht werden können. Im Fokus steht hierbei die Veränderung der Interventionslogik zwischen der JOBWÄRTS- und der moveBonn-Phase.Seite 43 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 15 Grundlage dieses Schrittes ist die Auswertung von Programmdokumenten und ergänzen- den, durch den AG zur Verfügung gestellten Materialien. III. Evaluation der realen Wirkungen des Programms JOBWÄRTS / moveBonn: Kern der vorliegenden Studie ist die Analyse, inwieweit sich die theoretischen Wirkungspo- tenziale in der Realität nachweisen lassen. Hierzu werden die bisherigen Wirkungen in den einzelnen Wirkungsdimensionen dokumentiert und anschließend bewertet. Grund- lage dieses Schrittes ist die Auswertung sowohl qualitativer als auch quantitativer Daten aus vorhandenen Erhebungen (sekundärstatistische Auswertungen) und im Kontext der Evaluation durchgeführten Daten (primärstatistische Auswertungen). Zentrale quantitative Datengrundlage sind die der FGMM vorliegenden Daten aus den fünf Erhebungswellen der jährlichen Wirkungsmessung seit 2021. Im Rahmen der Wirkungsmessung werden im Sinne einer Vollerhebung mittels eines Online-Befra- gungsinstruments jährlich die Mitarbeitenden der teilnehmenden AG zu ihrer Mobilität, etwaigen Veränderungen derselben, der Veränderungsbereitschaft sowie der Kenntnis, Nutzung und Bewertung von Mobilitätsangeboten befragt. Neben den jährlichen Quer- schnittsbefragungen, mit denen Veränderungen auf Ebene der Grundgesamtheit analy- siert werden können, existiert ein Panel, in dem Veränderungen bei einzelnen Personen über 1-5 Wellen hinweg, d.h. im Längsschnitt nachvollzogen werden können. Mit rund 217.000 Beobachtungen über fünf Jahre stellt der Datensatz die aktuell umfangreichste Datengrundlage zu Wirkungen im Bereich des Mobilitätsmanagements in Deutschland dar. Für die vorliegende Evaluationsstudie wurden die bisherigen Querschnittsdaten- sätze zu einem konsolidierten Gesamtdatensatz im Long-Format zusammengeführt, um konsistente Analysen über den gesamten Programmzeitraum zu ermöglichen. Ergänzend zur Wirkungsmessung werden zudem die Ergebnisse aus 27 qualitativen Interviews aus dem Jahr 2023 herangezogen. Die teilstandardisierten, leitfadenge- stützten Online-Interviews wurden individuell mit AN geführt, die ihr Mobilitätsverhal- ten verändert hatten. Ziel war es, festzustellen, inwieweit die Veränderungen durch Maßnahmen des Programms und/oder der Arbeitgebenden verursacht wurden. Im Rahmen der Evaluationsstudie wurden zudem drei leitfadengestützte Fokus- gruppeninterviews mit jeweils 6-7 Personen 1. Aus der Verwaltung der Bundesstadt Bonn, 2. den teilnehmenden AG sowie 3. regionalen Stakeholdern (zur Zusammenset- zung der Fokusgruppen siehe Anhang 0) durchgeführt. Gegenstand der Fokusgruppen war die Frage nach den Wirkungen mit Blick auf die Unterstützung von Mobilitätsma- nagementprozessen in den teilnehmenden Unternehmen, die Vernetzung von Ak- teur:innen in der Region und in der Verwaltung der Bundesstadt Bonn sowie die Wir- kungen des Programms auf die Handlungsfähigkeit der Region und Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort. IV. Gesamtbewertung und Empfehlungen: Als letzter Schritt erfolgt zunächst eine ge- samthafte Einordnung der Wirkungen des Programms und die Bewertung von dessen Effektivität. Abschließend werden hierauf aufbauend Handlungsempfehlungen zur Stei- gerung der Effektivität formuliert.Seite 44 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 16 2 EVALUATION DER WIRKUNGSPOTENZIALE DES PROGRAMMS JOBWÄRTS / MOVEBONN 2.1 VORGEHENSWEISE/METHODIK Das folgende Kapitel umfasst als ersten Teil der Evaluation die Analyse, welche theoretischen Wirkungspotenziale aus wissenschaftlicher Sicht allgemein mit dem Ansatz eines kooperativen Betrieblichen Mobilitätsmanagement verbunden werden und, darauf aufbauend, inwieweit das konkrete Programm, JOBWÄRTS bzw. moveBonn konzeptionell geeignet ist, um diese Potenziale zu realisieren. Im Zentrum stehen hierbei die Fragen, 1. inwiefern die Interventionslogik(en) des Programms und die Art der umgesetzten Maßnahmen (Output) geeignet sind, um die intendier- ten Wirkungen auf der Outcome-, bzw. Impact-Ebene zu erreichen und 2. inwiefern die einge- setzten Mittel (Input) hierfür ausreichend erscheinen. Im Sinne der eingangs eingeführten Wir- kungstreppe geht es hier somit um die Analyse der Perfomance des Programms auf den Stufen Input und Output. Fokus ist insbesondere der Vergleich der beiden Programmphasen JOB- WÄRTS und moveBonn Die Analysen erfolgen hauptsächlich auf einer qualitativen Ebene. Auf der Input-Ebene werden die eingesetzten Ressourcen mittels der Indikatoren Programmbudget und eingesetzte Personal- stellen analysiert. Auf der Output-Ebene werden die folgenden Indikatoren a) Qualität / Art der umgesetzten Maßnahmen, b) Maßnahmenintensität sowie c) Bekanntheit, Nutzung und Bewer- tung der Maßnahmen genutzt. Zudem wird nach direkter (Programm → AN) und indirekter (Pro- gramm → AG → AN) Wirkungslogik differenziert. Grundlage der Analysen sind mit Blick auf die Programmkonzeption (Ziele und die umgesetzten Maßnahmen) zunächst die Auswertung von Programmdokumenten und ergänzenden, durch den AG zur Verfügung gestellten Materialien sowohl zu den eigenen als auch zu den durch die teilneh- menden AG umgesetzten Maßnahmen. Die Maßnahmen der AG konnten nicht vollständig und jahresscharf durch die Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wurden. Im Rahmen der vorliegenden Evaluationsstudie waren zudem keine Nacherhebungen möglich. Um feststellen zu können, in- wieweit die Maßnahmen der AG die Beschäftigten erreicht haben (Outcome-Ebene) wurde vor diesem Hintergrund ergänzend auf die vorliegenden Daten der Wirkungsmessungen bzw. des Pendelreports zurückgegriffen. Hierbei wurde geprüft, zu welchem Anteil die Proband:innen Maßnahmen des Programms 1. kennen, 2. nutzen und wie sie diese 3. bewerten. Mit Blick auf den Wirkungspfad vom Programm auf die AG wurden ergänzend die Ergebnisse der Fokusgruppen- diskussionen mit Vertreter:innen der AG herangezogen. Insgesamt reichen die zur Verfügung gestellten Unterlagen aus Sicht der Gutachter:innen aus, um die Aktivitäten des Programms, aber auch diejenigen der AG für die vorliegende Studie beur- teilen zu können.Seite 45 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 17 2.2 THEORETISCHE WIRKUNGSPOTENZIALE DES KOOPERATI- VEN BETRIEBLICHEN MOBILITÄTSMANAGEMENTS Das Programm moveBonn ist aus (planungs-)wissenschaftlicher Sicht als sog. „kooperatives Be- triebliches Mobilitätsmanagement (kBMM)“ zu klassifizieren (ILS 2025). Es ergänzt das klassi- sche, auf die Gestaltung von Angeboten (Infrastruktur, ÖPNV- Leihfahrräder etc.) fokussierte In- strumentarium der Verkehrsplanung um eine nachfrageorientierte Komponente, die auf die Ge- staltung von Mobilität abzielt (FGSV 2018). kBMM wirkt somit nicht im Sinne eines „Stand- A- lone-Konzepts“, sondern immer als Teil eines Maßnahmenbündels, bzw. Policy Packages (Albers, Nitschke, Bruns 2025). Aus wissenschaftlicher Sicht adressiert das Programm zwei primäre Wirkungsbereiche: 1. Aus planungswissenschaftlicher Sicht setzt kBMM anders als ordnungspolitische Inter- ventionen wie etwas das Verkehrsmanagement an Verkehrsentstehung an (FGSV 2018). Im Sinne eines Ermöglichungsansatzes sollen Menschen in die Lage versetzt werden, ihr Mobilitätsverhalten zu verändern (Albers, Nitschke, Bruns 2025). Ziel ist es, Optionen für AN zu schaffen (z.B. durch ein Fahrradleasing), ihre Mobilität im Sinne der Nachhaltigkeit zu verändern, z.B. durch eine Veränderung der Verkehrsmittelwahl. Aus Sicht der sozial- wissenschaftlichen Mobilitätsforschung wirkt kBMM hierbei insb. auf Motivationen und Kompetenzen als wesentliche Einflussgrößen der Mobilität abseits der klassischen Ange- botsgestaltung (Michie, van Stralen, West 2011). Hierdurch entstehen Wirkungen auf die Verkehrsnachfrage (Reduzierung, Verlagerung von Arbeitswegen) und damit verbundene Auswirkungen auf die Umwelt (z.B. THG-Emissionen) und den Menschen (z.B. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen). 2. Aus Sicht der politikwissenschaftlichen Governanceforschung wirkt das Programm im Sinne eines kooperativen Governance-Arrangements durch die Kooperation der Öffentli- chen Hand mit privaten Akteur:innen. Hierdurch entstehen Synergieeffekte (gemein- schaftliches Handeln von Stadt und Unternehmen zur Lösung von Verkehrsproblemen) und Hebelwirkungen (Einsatz von Ressourcen auf Seiten der Unternehmen). Hierdurch wird die zuvor beschriebene Wirkung auf die Mobilität intensiviert. Mittelbar entstehen zudem positive Effekte mit Blick auf die Standortattraktivität für Unternehmen und Be- wohner:innen. Insgesamt kann kBMM somit als Instrument im Kontext des Transforma- tionsmanagements verstanden werden (Albers, Bruns 2026; ILS 2025). Aus wissenschaftlicher Sicht können hierauf aufbauend folgende primäre, strategische Wirkungs- dimensionen auf der Outcome- und Impact-Ebene des Programms identifiziert werden: 1. Mobilität / Teilhabe: a. Schaffung von Mobilitätsoptionen für AN (Outcome). b. Unterstützung/Ermöglichung der Veränderung des Mobilitätsverhaltens im Sinne der Ziele nachhaltigen Verkehrs (Kosteneinsparungen auf der individuellen Ebene, Reduzierung THG-Emissionen) (Outcome). c. Erhöhung der Resilienz mit Blick auf die Auswirkungen geplanter Infrastruktur- vorhaben auf die Alltagsmobilität der Bewohner:innen (Impact). 2. Verkehr / Verkehrssystem: a. Entlastung des Verkehrssystems durch die Reduzierung des MIV-Anteils am Ver- kehrsaufkommen (Outcome).Seite 46 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 18 b. Erhöhung des Anteils des ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehrs am Aufkommen be- ruflich bedingter Wege (Outcome). 3. Umwelt / Gesundheit: a. Reduzierung verkehrsbedingter THG-Emissionen (Impact). b. Reduzierung gesundheitlicher Lärm- und Luftschadstoffimmissionen sowie Ver- kehrsunfällen (Impact) 4. Vernetzung von Akteur:innen / Kommunikation (Governance): a. Konsolidierung von Informationsflüssen, z.B. zu Baumaßnahmen im Bereich der Infrastruktur zwischen Arbeitgebenden und Öffentlicher Hand (Outcome). b. Koordinierung der Aktivitäten privater und öffentlicher Akteur:innen im Bereich nachhaltiger Mobilität bzw. zur Lösung von Verkehrsproblemen (Outcome). c. Steigerung der Effektivität des Verwaltungshandelns, z.B. durch bessere Daten- grundlagen für die Verkehrsplanung (Outcome). d. Erhöhung der Resilienz im Sinne einer Handlungsfähigkeit der Region bzw. Schaf- fung einer Strategiefähigkeit mit Blick auf künftige Herausforderungen im Bereich Mobilität und Verkehr (Impact). 5. Wirtschaftsförderung / Standortattraktivität a. Unterstützung von Verbesserungsprozessen im Bereich betrieblicher Mobilität bei Arbeitgebenden (Betriebliches Mobilitätsmanagement) (Outcome). b. Erhöhung der Standortattraktivität für Unternehmen (Impact). Auf Ebene der Arbeitgebenden und der Mitarbeitenden werden in Literatur und Praxis weitere mögliche Wirkungen mit einem Betrieblichen Mobilitätsmanagement verbunden, etwa Bewälti- gung von Verkehrsproblemen bzw. Verbesserung der Erreichbarkeit von Betriebsstandorten; Bei- trag zur Erreichung betrieblicher Nachhaltigkeitsziele; Einsparung von Kosten durch Einsparun- gen etwa im Bereich der Flotte, geringere Aufwendungen für Parkflächen, geringere Kosten für Neubauten durch Reduzierung/Aussetzung der Stellplatzerstellungspflicht; Fachkräftegewin- nung/-bindung; Erhöhung der Mitarbeiter:innenmotivation; positive Effekte auf das Image (z.B. DEPOMM 2023, Zukunftsnetz NRW 2020). Diese Wirkungsebenen sind wie in Kapitel 1.2 be- schrieben jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Evaluationsstudie. 2.3 ANALYSE DER THEORETISCHEN WIRKUNGSPOTENZIALE DES PROGRAMMS JOBWÄRTS / MOVEBONN 2.3.1 BESCHREIBUNG DES PROGRAMMKONZEPTS JOBWÄRTS (ZIELE, MAß- NAHMENSPEKTRUM UND RESSOURCEN) Das Programm JOBWÄRTS startete im Oktober 2019 als Bestandteil des Bonner „Lead City“ För- derprojekts innerhalb des damaligen „Sofortprogramms Saubere Luft 2017–2020“ des Bundes zur Förderung der Sauberkeit der Luft in deutschen Städten. Bis Juni 2021 wurden 95% der Kos- ten durch das Bundesumweltministerium gefördert. Als Voraussetzung für die Förderung war der Baustein zuvor im Green-City-Plan der Stadt Bonn (bzw. Masterplan im Rahmen des Fonds Nach- haltige Mobilität für die Stadt) von 2018 enthalten (VSU 2018). Das Programm flankierte weitere Fördermaßnahmen zur Attraktivierung des ÖPNVs durch Angebotsausweitungen und Tarifver-Seite 47 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 19 günstigungen. Neben der Bundesstadt Bonn waren in dieser Phase der Rhein-Sieg-Kreis als Part- ner (bis Ende 2023) und zu Beginn auch das Zukunftsnetz Mobilität NRW bzw. der damalige Verkehrsverbund Rhein-Sieg (bis Ende 2020) als unterstützende Akteur:innen beteiligt. Obwohl Teil einer zeitlich begrenzten Förderung, war JOBWÄRTS von Anfang an bewusst als regionales und langfristiges Instrument angelegt, was auch durch die bewusste Bezeichnung als „Programm“ zum Ausdruck kam. Dementsprechend langfristig waren die Ziele ausgelegt. So wurde in der JOBWÄRTS-Phase auf der Impact-Ebene das übergeordnete Wirkungsziel definiert, einen Beitrag zu einer (langfristigen) nachhaltigen Mobilitätsentwicklung in der Region Bonn/Rhein-Sieg zu leisten. Im Sinne der Ziele des Sofortprogramms wurde dies als die Reduzie- rung des motorisierten Individualverkehrs in den Hauptverkehrszeiten und die Verlagerung hin zum Umweltverbund qualifiziert. Hierzu wurde für die Laufzeit des Förderprojekts ein konkretes, mittelfristiges Wirkungsziel auf Outcome-Ebene im Bereich der Mobilität definiert: Angestrebt wurde, 5 bis 10 % der Fahrten mit dem motorisierten Individualverkehr in den Hauptverkehrs- zeiten zu vermeiden und den Modal Split in gleichem Maße zugunsten des Umweltverbundes zu verändern. Als hieran anschließendes, kurzfristiges Ziel sollten täglich 1.000 Fahrten mit dem motorisierten Individualverkehr in der morgendlichen Hauptverkehrszeit (07:00 - 09:00 Uhr) reduziert werden. Neben den Wirkungszielen wurden explizit auch Prozessziele definiert, die sich auf die Optimie- rung des Programms bzw. seine langfristige Ausrichtung bezogen. So sollte im Laufe der Förder- periode 1. die grundsätzliche Wirksamkeit und langfristige Umsetzbarkeit des Programmkon- zepts aufgezeigt, 2. belastbare Erkenntnisse zum langfristigen Potenzial für Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung in der Region Bonn/Rhein-Sieg aufgezeigt und 3. strukturelle und ins- besondere bürokratische Hemmnisse für nachhaltige betriebliche Mobilität identifiziert werden. Mit Blick auf die Interventionslogik verfolgte das Programm in dieser Phase sowohl einen direk- ten als auch indirekten Wirkungspfad: 1. Im direkten Wirkungspfad wurden Maßnahmen umgesetzt, die sich unmittelbar an die Zielgruppe der AN richteten. Hierzu gehörten insbesondere • die Mobilitätstestwochen, die zentral durch das JOBWÄRTS-Team organisiert wurden und den Beschäftigten den Test etwa von Pedelecs oder des ÖPNVs mittels Probetickets ermöglichte. Die Testwochen wurden dabei durch „Fahrradchallen- ges“ als spielerisch-kompetitives Element ergänzt. • Fahrrad-Sicherheits-Checks: Durchführung von Aktionstagen bei den AG, bei de- nen Fahrräder von Fachpersonal auf Verkehrssicherheit überprüft und kleinere Mängel behoben werden konnten. 2. Im indirekten Wirkungspfad unterstützte das Programm die Zielgruppe der Arbeit- gebenden dabei, eigene Maßnahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements zu planen und umzusetzen (z.B. Einführung von Jobtickets, Fahrradleasing-Programmen, Duschen für Fahrradfahrende, Parkraumbewirtschaftung oder auch die Intensivierung des Mobi- len Arbeitens), die wiederum auf die Mobilität der AN wirken. Die mittelbar wirkenden Maßnahmen des Programms verfolgten das Ziel, die AG in die Lage zu versetzen, „ihre“ Betriebliche Mobilität aktiv zu gestalten. Das Maßnahmenspektrum umfasste • Betriebsbezogene Mobilitätsanalysen:Seite 48 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 20 ▪ „1-Minute-Befragung“ (Fragen nach Wohn- und Arbeitsort, Verkehrsmit- telwahl auf Arbeitswegen, Dienstfahrten, Zugang Parkplatz, gewünschte Home-Office-Tage), ▪ darauf aufbauende Erreichbarkeitsanalysen (Indikator: verkehrsmittel- spezifische Reisezeit); ▪ Checks von Richtlinien für geschäftliche/dienstliche Wege). Die Daten sind Grundlage für die Planung eigener Aktivitäten und die darauf auf- bauenden Selbstverpflichtungen („Ambitionen“). • Regelmäßige Mitarbeitendenbefragungen zur Evaluation umgesetzter Maßnah- men („Wirkungsmessungen“): Erhebung der Veränderungen der Verkehrsmittel- wahl; Veränderungsbereitschaft; Nutzung und Bewertung von Maßnahmen des Mobilitätsmanagements; THG-Bilanzierung. • Wissensaustausch-Formate für Austausch und Vernetzung, z.B. ▪ „Themenmeetings“ zu einzelnen Themen betrieblicher Mobilität. ▪ Größere, öffentlichkeitswirksame Events zum Start des Programms 2019 im Post Tower, 2022 bei der Telekom und 2023 in Troisdorf ▪ Zielgruppenspezifische Treffen, z.B. Runder Tisch für Bundesbehörden 2023 • Selbstbindung der Arbeitgebenden durch individuelle Ziele hinsichtlich ihrer Mo- bilität. Hierbei wurden sowohl Ziele auf der prozessualen Ebene vereinbart (z.B. Initiierung / Intensivierung eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements) als auch konkrete Wirkungsziele gesetzt, teilweise in Form terminierter und quantifizierter SMART-Targets (z.B. Erhöhung des Anteils nachhaltiger Pendelmobilität von 54% auf 60% bis 2025). Das Programm wurde durch ein Team im Stadtplanungsamt der Stadt Bonn umgesetzt, innerhalb des Amtes gehört das Programm zum Sachgebiet „Mobilitätsmanagement und Nahmobili- tät/Radverkehr“, welches wiederum Teil der Abteilung „Mobilität und Verkehr“ ist. Diese Struk- tur ist dem Dezernat III (Planung, Umwelt und Verkehr) zugeordnet. Begleitet wurde der Aufbau des Programms anfangs durch einen Lenkungskreis, bestehend aus regionalen Stakeholdern. Um die Maßnahmen umzusetzen, stand dem Programm bis 2023 auf der Input-Ebene ein Budget von ca. 1.000.000 € pro Jahr zur Verfügung (Details siehe Tabelle 1), personell umgesetzt wurde das Programm durch drei Vollzeitäquivalente auf Seiten Bonns sowie einem 25%-Stellenanteil beim Rhein-Sieg-Kreis. Die Finanzierung erfolgte während des Förderprojekts (10/2019 bis 06/2021) zu 95% aus Fördermitteln des BMU. Im Anschluss daran wurde das Programm bis Ende 2023 zu jeweils 50% aus Mitteln der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises finanziert und nach dem Ausstieg des Kreises ab 2024 vollständig durch die Stadt Bonn. Das Programm richtete sich sowohl an öffentliche als auch private Arbeitgebende, die Teilnah- megebühren orientierten sich an der Anzahl der Mitarbeitenden und betrugen 10 € netto pro Mit- arbeitenden bis max. 5000 € netto pro Arbeitgeber und Jahr. Hierdurch wurden im Zeitraum 2020 bis 2024 Einnahmen von rund 670.000 € netto erreicht (Details siehe Tabelle 1). In dieser Phase nahmen bis zu 42 Arbeitgeber am Programm teil, wobei gegen Ende 2023 insb. öffentliche Arbeitgeber mit Hinweis auf die Kosten zurückzogen. Zum Ende des Jahres 2023 beendete der Rhein-Sieg-Kreis) die Kooperation und schied als Ko- operationspartner aus, der finanzielle Anteil des Kreises entfiel. Das Programm wurde in derSeite 49 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 21 Folge mit leicht vermindertem Budget (rund 860.000 €) alleine durch die Bundesstadt Bonn wei- tergeführt, bereits aktive Unternehmen aus dem Rhein-Sieg-Kreis konnten weiterhin am Pro- gramm teilnehmen, wodurch der regionale Charakter des Programms teilweise erhalten blieb. Tabelle 1: Inputparameter Programm JOBWÄRTS / moveBonn im Zeitraum 2019 – 2026 (eigene Darstellung, Quelle: Angaben des moveBonn-Teams) 2.3.2 BESCHREIBUNG DES PROGRAMMKONZEPTS MOVEBONN (ZIELE, MAß- NAHMENSPEKTRUM UND RESSOURCEN) Mit Beginn des Jahres 2025 wurde das Programm nach dem Ausstieg des RSK inhaltlich und organisatorisch neu ausgerichtet und in diesem Zuge in „moveBonn“ umbenannt. Durch die Ver- änderungen sollte das Programm vor dem Hintergrund des absehbar geringeren zur Verfügung stehenden Budgets konzeptionell und organisatorisch weiterentwickelt werden. So sollten Teil- nehmende gehalten und gewonnen und so das Programm mittelfristig gestärkt werden. Gleich- zeitig sollte durch die Veränderung des Namens die Bundesstadt Bonn als Initiatorin sichtbarer gemacht, die Ausrichtung des Programms deutlicher kommuniziert und durch den neuen Namen begriffliche Verwechslungen vermieden werden. Mit der Neuausrichtung verschoben sich sowohl die Zielsetzung als auch die Maßnahmen hin zu einer „B2B“-Logik, d.h., die Aktivitäten fokussierten nun auf die Zielgruppe der Arbeitgebenden bzw. die Förderung von deren Mobilitätsmanagementprozessen. Die strategischen Wirkungsziele auf der Outcome- und Impact-Ebene im Bereich der Mobilität blieben grundsätzlich bestehen, wurden jedoch insbesondere auf der Impact-Ebene breiter gefasst und adressieren nun explizit auch die Wirkungsdimension der Wirtschaftsförderung und Standortattraktivität. So soll mo- veBonn 1. zur nachhaltigen Gestaltung der Pendlermobilität beitragen und dabei explizit auch zur angestrebten Klimaneutralität 2035 der Bundesstadt Bonn beitragen, 2. zudem die Arbeits- und Lebensqualität pendelnder Mitarbeitender verbessern und 3. die Attraktivität des Standorts Bonn für Unternehmen und Beschäftigte stärken. Mit Blick auf die prozessualen Ziele fokussiert moveBonn darauf, Arbeitgebende in Bonn und der Region für zukunftsfähige betriebliche Mobilität zu sensibilisieren, sie zu vernetzen und bei der Entwicklung eigener Mobilitätslösungen zu unterstützen. Dementsprechend konzentriert sichBudget Personalressourcen Einnahmen Jahr Mittelanmeldung en im Haushalt Förderung Bundes- umwelt- ministerium Bonn Rhein- Sieg- Kreis Zukunfts- netz NRW Bonn Rhein- Sieg- Kreis Personal- kosten Stadt Bonn Teilnahme- gebühren 2019 k.A. 95% 33% 33% 33% 3 VZÄ 0,25 VZÄ k.A. - € 2020 1.000.000 95% 33% 33% 33% 3 VZÄ 0,25 VZÄ 198.000 € 90.831 € 2021 989.000 € 95% 50% 50% 3 VZÄ 0,25 VZÄ 188.000 € 134.696 € 2022 947.000 € 0% 50% 50% 3 VZÄ + 1 Aushilfskraft 0,25 VZÄ 219.493 € 215.404 € 2023 1.034.250 € 50% 50% 3 VZÄ + 2 Aushilfskräfte 0,25 VZÄ 218.516 € 207.360 € 2024 860.555 € 100% 0% 3 VZÄ + 1 Aushilfskraft 220.000 € 143.159 € 2025 241.800 € 100% 0% 3 VZÄ + 1 Aushilfskraft 252.000 € - € 2026 246.980 € 100% 0% 3 VZÄ + 1 Aushilfskraft 245.000 € - € Anmerkungen: 1. Förderzeitraum: 10/2019 - 06/2021 1. alles Brutto-Werte 2. Haushaltsvorbehalte: 90 % für 2025 und 80% für 2026 4. Personalkosten 2024 - 2026 geschätztSeite 50 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 22 das Programm nun auf den zuvor skizzierten indirekten Wirkungspfad, gleichzeitig wird der di- rekt auf die Zielgruppe der AN ausgerichtete Wirkungspfad verworfen. Das neue moveBonn Maß- nahmenspektrum umfasst: • Betriebsbezogene Mobilitätsanalysen für Arbeitgebende: Fortführung der „1-Minute-Be- fragung“ und darauf aufbauender Analysen analog der JOBWÄRTS-Phase. • Regelmäßige Mitarbeitendenbefragungen zur Evaluation umgesetzter Maßnahmen („Wirkungsmessungen“): Analog der JOBWÄRTS-Phase jedoch mit Fokus auf eine unter- nehmensspezifische Evaluierung der getroffenen Maßnahmen sowie Ermittlung des Mo- dal-Splits und einer THG-Bilanzierung zur Unterstützung der Arbeitgebenden etwa bei Zertifizierungen oder bei Nachhaltigkeits-Reportings. • Wissensvermittlung: • Schulung der Ansprechpersonen in Unternehmen durch den mit der IHK gemein- sam durchgeführten Zertifikatslehrgang „Betriebliche/r Mobilitätsmanager/in (IHK)“. • Regelmäßige Themenvorträge und eine „digitale Toolbox“ zu betrieblichen Mobi- litätsangeboten (wie Fahrrad-Leasing, Jobticket, Car-Sharing) als Unterstützung der Erarbeitung unternehmensspezifischer Mobilitätsstrategien. • Wissensaustausch und Vernetzung: Vernetzungsformate zwischen den Arbeitgebenden, zur Weiterbildung und zum Austausch mit der Bundesstadt Bonn und untereinander Thematisch wird zudem der bereits in der JOBWÄRTS-Phase angelegte Umgang mit den zahlrei- chen in der Region projektierten Infrastrukturerneuerungen als Schwerpunkt definiert. Mo- veBonn übernimmt hier die Funktion der Bündelung von Informationen zu den verschiedenen Vorhaben und deren „Übersetzung“ in Formate, die sowohl durch moveBonn als auch die Arbeit- gebenden an die Zielgruppe der AN kommuniziert werden können. Wie in Tabelle 1 dokumentiert stehen dem Programm nach der Neuausrichtung mit ca. 200.000 € pro Jahr deutlich weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung, was möglich wird, da die Kos- ten für die bisherigen Maßnahmen des direkten Wirkungspfades entfallen. Beibehalten wird der Umfang der personellen Ressourcen von 3 VZÄ. In organisatorischer Hinsicht ist das Programm-Team weiterhin Teil des Stadtplanungsamtes, allerdings wird mit moveBonn eine engere Verzahnung mit anderen Einheiten der Verwaltung angestrebt. Insbesondere mit der Wirtschaftsförderung wird ein stärkerer Austausch etwa durch gegenseitiges Einbringen der jeweiligen Themen angestrebt. Darüber hinaus findet eine stärkere Einbindung in Aktivitäten auf strategischer Ebene statt, hier insbesondere mit Blick auf die durch Unternehmen der Region initiierte Task-Force Mobilität, in der auf übergeordneter Ebene drän- gende Themen der Mobilität, z.B. mit Blick auf die Problematik der Infrastruktursanierungen dis- kutiert werden.Seite 51 von 117 Autor: André Bruns ; Stand: 11.08.26 ; Datei: Ritmo_moveBonn-Bericht_FINAL_20260810_anonym.docx Seite 23 2.4 ANALYSE UND BEWERTUNG DER INTERVENTIONSLOGIK UND REALEN WIRKUNGSPOTENZIALE 2.4.1 ZIELE Die Ziele des Programms mit Blick auf die intendierten Wirkungen adressieren prinzipiell alle zuvor vorgestellten Wirkungsdimensionen, wenngleich mit unterschiedlichem Schwerpunkt. In der JOBWÄRTS-Phase wurden Ziele insbesondere für die Wirkungsdimensionen Mobilität / Teil- habe, Verkehr / Verkehrssystem sowie Umwelt / Gesundheit formuliert, wobei der Impact auf das Verkehrssystem, der Logik des initialen BMU-Förderprogramms entsprechend, scheinbar im Vordergrund stand. Insgesamt fällt auf, dass nur in dem zuletzt genannten Bereich quantitative Ziele gesetzt wurden, die den Anforderungen an Ziele nach dem SMART-Schema (Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminiert) entsprechen. Darüber hinaus wurden Ziele, insbe- sondere in Bezug auf den Umsetzungsprozess qualitativ und in Teilen recht allgemein formuliert. Mit dem Wechsel zu moveBonn wurde die Zielsetzung mit Blick auf die Wirkungen erweitert, indem explizit auch Ziele für die Wirkungsdimensionen Vernetzung von Akteur:innen / Kommu- nikation sowie Wirtschaftsförderung / Standortattraktivität formuliert wurden. Weiterhin wer- den keine SMART-Targets mit Blick auf die Wirkungen formuliert. Mit Blick auf den Umsetzungs- prozess bzw. die prozessbezogenen Ziele fand jedoch eine Schärfung statt und der Auftrag bzw. das Mandat des Programms insb. mit Blick auf die Zusammenarbeit mit anderen Verwaltungs- einheiten. Insgesamt scheint es aus Gutachter:innensicht sinnvoll, die Zielsetzungen des Programms sowohl mit Blick auf die Wirkungen als auch den Prozess (weiter) zu schärfen. Im Bereich der Wirkungen sollte deutlicher gemacht werden, welch breites Wirkungsspektrum mit dem Programm realiter intendiert wird, um die Akzeptanz des Programms sowohl bei Arbeitgebenden als auch im politi- schen Raum zu fördern. Wichtiger erscheint eine Schärfung der prozessbezogenen Zielsetzung im Sinne eines „Mission-Statements bzw. eines klaren Mandats des Programms, sowohl was die Zu- sammenarbeit mit anderen Verwaltungseinheiten als auch mit externen Akteur:innen anbelangt. Letzteres erscheint insbesondere im Kontext der Bewältigung der Herausforderungen im Infra- strukturbereich sinnvoll, wo das bisherige „Informationsmand
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 00:21 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de