261286-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Große Anfrage der Grünen-Fraktion: Situation von Wasservögeln am Rheinauensee – Gefährdung durch Uferbefestigung und fehlende Ausstiegshilfen
Kerndaten
- Nummer
- 261286-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 29.07.2026
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Rheinaue Hauptort
- Bonn
Beratungsfolge
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 261286-01 ST Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Große Anfrage der Grünen-Fraktion: Situation von Wasservögeln am Rheinauensee – Gefährdung durch Uferbefestigung und fehlende Ausstiegshilfen Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 30.09.2026 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Das Thema der Wasservögel am Rheinauensee ist sehr komplex und emotional zugleich. Die Verwaltung informiert hiermit zur Gesamtsituation: Das Amt für Umwelt und Stadtgrün steht im stetigen und engen Kontakt mit der Wildvogelhilfe Rheinland des BUND. Über diesen Austausch erfährt die Stadt Bonn von verletzten oder verstorbenen Tieren. Ebenfalls wird gemeinsam nach Lösungen zur Verbesserung der Situation gesucht. In diesem Rahmen gab es bereits am 22.09.2024 einen Ortstermin mit der Wildvogelhilfe, "Schwäne Köln" sowie der Bundesstadt Bonn. In diesem Termin wurde festgestellt, dass die Ufermauer rein konstruktiv die besagten Spalten aufweist, da sie über Edelstahlanker in einer Rückbetonage befestigt sind. Damit bleibt die Mauer flexibel, um auf Temperaturschwankungen sowie Eisdruck reagieren zu können. Gleichzeitig dienen die Spalten den vielen Wassertieren im Rheinauensee als Nahrung- und Lebensraum. Dies war jedoch zur Zeit der Errichtung 1979 von geringerem Belang. Somit – und das belegen zusätzlich Fotos der Bundesgartenschau – befindet sich die Mauer bereits seit jeher in dieser Bauart. Mit der Sanierung des Sees 2023 wurde die Trockenlegung genutzt, um mehrere hundert Meter desolate Ufermauer zu sanieren. In diesem Zuge wurde die Konstruktionsart gewechselt. Die Steine sind in diesen Bereichen nun vollständig einbetoniert und die Fugen vollständig geschlossen. Bei einer solchen statischen Bauweise bleibt die Verfugung intakt. Da der Großteil der Mauer jedoch flexibel ist, lässt sich eine solche Verfugung nicht ohne einen grundsätzlichen Neubau der Mauer realisieren. Die Fugen brechen konstruktionsbedingt immer wieder aus. Daher wurde gemeinsam festgestellt, dass bei rund 6 km Ufermauer eine vollständige Erneuerung unverhältnismäßig wäre. Da die Mauer aufgrund ihres Alters an einigen Stellen erneute Schäden aufweist, werden diese Stellen jährlich überarbeitet und hierbei in Beton gesetzt sowie verfugt. So ist im Winter 2025/26 die Bucht an der Vogelinsel saniert worden. Leider findet die Verwaltung regelmäßig gewaltsam herausgebrocheneSeite 1 von 3 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) treppenartig aufgeschichtete Steine der Ufermauer in den Seerandbereichen. Warum es seit einigen Jahren zu einer Häufung von Verletzungen kommt, konnte bisher nicht geklärt werden. Seitens einiger Tierfreunde wurde die Vermutung geäußert, dies hinge mit der Sanierung des Rheinauensees zusammen, bzw. die Spalten seien erst durch die Sanierung entstanden. Dies ist nicht korrekt (s.o.). Auch, dass es Tiere gibt, welche sich an der Bördelung des Sandvlieses stranguliert haben, ist nicht auf die eigentliche Sanierung zurückzuführen. Die Vliese wurden damals korrekt verbaut. Als der Wasserstand niedrig war, ließen viele Halter ihre Hunde ins Wasser laufen, welche durch Überlaufen, die Nähte lösten. Nun, da der Wasserstand auf Niveau ist, passiert das nicht mehr. Jedoch werden immer wieder ‚Auflösungen‘ des Vlieses an den Stellen beobachtet, an denen in großen Mengen gefüttert wird. Das Futter sinkt auf den Seeboden und die Wasservögel versuchen es vom Grund aufzuschnäbeln. Dabei wird das Vlies mit dessen Nähten zerstört. Sobald solche Stellen auffallen oder gemeldet werden, werden ggf. vorhandene Schnüre entfernt und die Stellen mit Steinen abgedeckt. Diese können die Wasservögel nicht zur Seite bewegen, sodass das Vlies geschützt und die Gefahr abgewendet ist. Auch hierüber klärt die Bundesstadt Bonn regelmäßig auf. Die letzte Meldung hierzu erreichte die Verwaltung im Sommer 2025. Zum Zeitpunkt der Seesanierung war der Großteil der privat gebauten Ausstiegshilfen für Küken aber auch andere Tiere, welche schon einmal ins Wasser fallen, marode oder durch Vandalismus zerstört. Hierauf wurden für jeden Seeteil an beiden gegenüberliegenden Ufern Ausstiegshilfen aus dem Mauermaterial gebaut, sodass sich diese denkmalgerecht einfügen. Da diese Ausstiege für sehr junge Küken eine Herausforderung darstellen wurde von Freiwilligen mit von der Stadt zur Verfügung gestelltem Material neue Ausstiegshilfen gebaut. Diese sind mittlerweile ebenfalls dem Vandalismus zum Opfer gefallen. Aus diesem Grund wurde nach Planung durch die Wildvogelhilfe und in Rücksprache mit dieser Steinbrocken um den See im Wasser gesetzt. Diese werden nach Beobachtung regelmäßig von den Tieren genutzt. Es ist geplant, diese Aussteige in den kommenden Jahren an den Stellen, an denen ein Mangel beobachtet wird, weiter zu vervollständigen. Es ist zu beobachten, dass die Wasservogelpopulation in den letzten Jahren sehr stark angestiegen ist. Grund hierfür sieht die Bundesstadt Bonn in der falsch verstanden Tierliebe durch Fütterung. Mit einem Populationsanstieg steigen auch potentielle Verletzungen. Durch Stress, Rivalität etc. steigt das Risiko weiter an. Ob dies jedoch der Grund für die Verletzungshäufung ist, ist nicht gesichert. Daher ist seit längerem vorgesehen, einen Wildtierbiologen zu beauftragen, der die Population zählt sowie den Park analysiert, um der Bundesstadt im Anschluss Handlungsempfehlungen aussprechen zu können. Aufgrund der Vielzahl drängender Themen und der Haushaltslage ist es bisher noch nicht zu dieser Beauftragung gekommen.Seite 2 von 3 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 12:10 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de