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261258 · Beschlussvorlage

Bebauungsplan Nr. 6319-2 „An der Ziegelei“ – Beschluss über das Wettbewerbsergebnis sowie zur Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (1) Baugesetzbuch

Nummer
261258
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
30.06.2026
Letzte Änderung
01.11.2026
  • An der Ziegelei Straße· Lengsdorf, Hardtberg Hauptort
  • Stadthaus Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • F Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Lengsdorf Ortsteil· Hardtberg
  • Hardtberg Stadtbezirk
  1. Sitzung noch nicht verknüpft Empfehlung
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 15.07.2026 Empfehlung
  3. Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
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Untergeordnet

  1. 261258-02 ST Stellungnahme zum ÄA GRÜNE-Fraktion - Bebauungsplan Nr. 6319-2 „An der Ziegelei“ – Beschluss über das Wettbewerbsergebnis sowie zur Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (1) Baugesetzbuch Antrag zur Vorlage 261258
  2. 261258-01 AA ÄA GRÜNE-Fraktion - Bebauungsplan Nr. 6319-2 „An der Ziegelei“ – Beschluss über das Wettbewerbsergebnis sowie zur Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (1) Baugesetzbuch Antrag zur Vorlage 261258

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Beschlussvorlage
öffentlich
261258
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Bebauungsplan Nr. 6319-2 „An der Ziegelei“ –
Beschluss über das Wettbewerbsergebnis sowie
zur Durchführung der frühzeitigen
Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (1)
Baugesetzbuch
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
30.09.2026 Empfehlung
Bezirksvertretung Hardtberg 22.09.2026 Empfehlung
Ausschuss für Planen, Bauen und
Denkmalschutz
17.11.2026 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Das Ergebnis des Wettbewerbs (Anlage 2) wird zur Kenntnis genom-
men und der Bewertung der Jury zugestimmt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des Siegerentwurfes der
Planungsgemeinschaft Thomas Schüler Architekten Stadtplaner (Düs-
seldorf) mit arbos landscape (Hamburg) das weitere Verfahren zur Auf-
stellung des Bebauungsplans Nr. 6319-2 zu bearbeiten.
3. Auf Grundlage des Siegerentwurfes (Anlage 2) wird die frühzeitige Öf-
fentlichkeitsbeteiligung nach § 3 (1) BauGB durchgeführt.
4. Die öffentliche Darlegung der allgemeinen Ziele und Zwecke der Pla-
nung erfolgt im Zeitraum von zwei Wochen im Stadthaus und im Be-
zirksrathaus Hardtberg. Ort und Zeit sind öffentlich bekannt zu geben.
Begründung
Der Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalschutz entscheidet über die
frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, weil durch das
Bebauungsplanverfahren Planungsrecht für die Errichtung von mehr als 100
Wohneinheiten geschaffen werden soll. Damit ist der in § 7 Abs. 3 der
Hauptsatzung festgelegte Schwellenwert (>75 Wohneinheiten) überschritten
und eine über den Stadtbezirk hinausgehende Bedeutung des BebauungsplansSeite 1 von 6
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
gegeben.
Die rund 1 ha große Fläche der ehemaligen Ziegelei im Ortsteil Lengdorf,
Stadtbezirk Hardtberg soll wohnbaulich entwickelt werden (siehe Anlage 1). Um
diese Entwicklung zu ermöglichen, muss das Planungsrecht geändert
werden. Dazu wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 6319-2 „An der
Ziegelei“ aufgestellt (vgl. Ds-Nr. 1710081).
Für den Vorhabenbereich wurde zwischen Dezember 2025 und Juni 2026 ein
Realisierungswettbewerb mit der Zielsetzung durchgeführt, ein qualitätsvolles,
durchgrüntes Wohnquartier mit bedarfsgerechter Dichte und hoher
Aufenthaltsqualität zu schaffen (vgl. Ds-Nr. 253145). An dem nicht offenen,
einphasigen Realisierungswettbewerb nach den Richtlinien für
Planungswettbewerbe (RPW 2013) haben vierzehn Planungsgemeinschaften,
welche sich aus den Fachrichtungen Städtebau und Landschaftsarchitektur
zusammensetzen, teilgenommen.
In der Preisgerichtssitzung am 9. Juni 2026 überzeugte der Entwurf der
Planungsgemeinschaft Thomas Schüler Architekten Stadtplaner aus
Düsseldorf mit arbos landscape aus Hamburg die Jury, die sich aus Fach-
und Sachpreispreisrichter*innen und politischen Vertreter*innen
zusammensetzte. Der Entwurf wurde einstimmig zum Sieger gekürt.
Der Siegerentwurf sowie die Beurteilung des Preisgerichts sind als Auszug aus
dem Protokoll in der Anlage enthalten.
Weiteres Vorgehen
Auf Grundlage des Siegerentwurfs wird die frühzeitige Beteiligung der
Öffentlichkeit gemäß §3 (1) BauGB sowie die Beteiligung der Behörden und
sonstiger Träger öffentlicher Belange gemäß §4 (1) BauGB durchgeführt.
Im Anschluss daran wird die Verwaltung den politischen Gremien Maßgaben
und eine Empfehlung zur Überarbeitung des städtebaulichen Konzepts zur
Beschlussfassung vorlegen, welche die Eingaben und Stellungnahmen aus den
oben genannten Beteiligungen, Hinweise aus dem Preisgericht und der
Vorprüfung sowie Ergebnisse der bis dahin vorliegenden gutachterlichen
Untersuchungen berücksichtigen.
Anlage/n
1 Anlage 1_Übersichtsplan (öffentlich)
2 Anlage 2_Siegerentwurf (öffentlich)
3 Anlage 3_Auszug aus dem Protokoll (öffentlich)Seite 2 von 6
Seite 3 von 6
Freiraumqualitäten
Das freiräumliche Konzept beruht auf einer engen Verzahnung von Freiräumen und
Baustrukturen. Durch die offene Bebauung wird ein Netz vielfältig nutzbarer, stark
durchgrünter und ökologisch wirksamer Freiräume geschaffen.
Der Quartiersplatz ist die räumliche und soziale Mitte des Quartiers. Hier treffen sich
die neuen Bewohner über alle Generationen hinweg. Bänke unter großkronigen
Bäumen, ein kleines Wasserspiel und vielfältig bepflanzte Grünflächen laden zum
Aufenthalt und Verweilen im Freien ein. Die Spielangebote sind hier für die älteren
Kinder von 6 bis 12 Jahren vorgesehen, die schon einen größeren Bewegungsradius
ohne ihre Eltern haben. Durch die autoarme Gestaltung des Quartiers werden
Sicherheitskonflikte schon auf der städtebaulichen Ebene vermieden. Die Gartenhöfe
sind die ruhigen und den Bewohnergruppen des jeweiligen Baufeldes vorbehaltenen
Freiräume. Hier werden Spielflächen für die Kinder von 0 bis 6 Jahren
vorgeschlagen, die sich so noch im Blickfeld ihrer Eltern aufhalten.
Durch die vorgeschlagenen Flachdächer ist eine extensive Dachbegrünung auf
allen Gebäuden vorgesehen. In Verbindung mit Retentionsboxen können die
Dächer nicht nur einen Beitrag zur Biodiversität, sondern auch zur dezentralen
Regenwasserrückhaltung und Verdunstungskühlung leisten.
Gezielte Fassadenbegrünungen ergänzen diese Nachhaltigkeitsaspekte. Darüber
hinaus werden die neuen Gebäude durch die Installation von Photovoltaik-
Elementen auf den Dächern von Energieverbrauchern zu Energieerzeugern
gemacht. Sie tragen so zur CO2-Reduktion, Ressourcenschonung und lokalen
Energieversorgung bei. Die vorgeschlagenen Solar-Gründächer steigern durch den
Kühleffekt der Pflanzen sogar den Stromertrag der PV-Module.
Durch den Erhalt eines großen Teils des Gehölzbestands und durch vielfältige
Neupflanzungen wird eine lokalklimatisch wirksame Kühlung an heißen
Sommertagen erreicht. Gleichzeitig wird durch den Erhalt des artenreichen
Gehölzbestands und artenreiche Neupflanzungen auf dem Quartiersplatz, in den
Gartenhöfen und an den Wohnwegen die Biodiversität gefördert. Darüber hinaus
trägt die wassersensible Gestaltung der Freiräume zur ökologischen Aufwertung
des Quartiers bei. Entlang der Wohnwege, in den Gartenhöfen, auf dem
Quartiersplatz und im Bereich der westlich erhaltenen Grünfläche werden Mulden
und Muldenrigolen vorgeschlagen, die das anfallende Regenwasser aufnehmen,
zurückhalten und gedrosselt ableiten.
Nachhaltigkeit, Klima und Freiraum
Die offene Bauweise mit einer guten Durchlüftung des Quartiers und die vor-
geschlagenen, kompakten Gebäudetypen mit guter Tagesbelichtung sind die
Grundbausteine des Nachhaltigkeitskonzeptes. Die kompakten Gebäude besitzen
ein günstiges Verhältnis von wärmeübertragender Gebäudehülle zu beheiztem
Volumen, was sich günstig auf den Wärme- bzw. Energiebedarf auswirkt.
Gleichzeitig wird so weniger Material für die Gebäudehülle benötigt, was Baustoffe
spart und damit die Herstellungskosten und den CO2-Fußabdruck bereits vor der
Nutzung reduziert. Die kompakte Bauweise in Verbindung mit der vorgeschlagenen
Dichte reduziert darüber hinaus die Flächenversiegelung und schont die natürlichen
Böden und Grünflächen.
Unterschiedliche Solitärbäume prägen die individuellen Charaktere der Höfe.
Hecken grenzen die privaten Gartenterrassen der Erdgeschosswohnungen von den
gemeinschaftlich genutzten Hofmitten ab. Quartiersplatz und Gartenhöfe werden
durch grüne Wohnwege ergänzt. Diese Wohnwege erschließen alle Häuser und
ermöglichen kurze Wege im Quartier. Eine Besonderheit im Quartier bildet die
Baumwiese im Westen des Plangebiets. Hier werden die bestehenden
Gehölzgruppen erhalten, wodurch dieser artenreiche Freiraum langfristig gesichert
werden kann.
Durch eine klare sozialräumliche Gliederung, durch die Anknüpfung an das
umgebende Wegenetz und durch eine artenreiche Begrünung bieten die Freiräume
nicht nur einen gestalterischen, sondern auch einen ökologischen und sozialen
Mehrwert für das neue Quartier.
Raumkanten und Wege
Lärmschutzbebauung nach Westen
geschlossene Raumkante
offene Wohnhöfe nach Osten
Verzahnung mit dem Bestand
Freiräumliche Leitidee
Spielplatz
Wäldchen Wohnhof
Quartiers-
mitte
Städtebauliche Leitidee
6%
Querschnitt Zugangssituation 1:500 Querschnitt Quartiersplatz 1:500
Nahversorgung
Ortsmitte
Lengsdorf
Städtebauliche Idee
Das Konzept schließt die städtebauliche Lücke, bindet allseitig an die bestehenden Stadtraume an und macht es so zu
einem Tel des städtischen Gefüges. Die stadt- und freiräumlichen Verknüpfungen erfolgen über die ankommenden
Wegebeziehungen, die wie selbstverständlich in das Quartier hindurch geführt werden und im Innenbereich ihre
freiräumliche Mitte in Form einem durchgrünten Quartiersplatz finden. Aus diesen Wegebeziehungen entstehen die
einzelnen Baufelder, die hier der Grünen Mitte ihre Raumkante geben. Rücksprünge und Aufweitungen bilden
unterschiedliche räumliche Situationen aus und lassen ein spannungsvolles Gefüge entstehen.
Zur westlichen Gewerbefläche zeigt sich das Quartier mit einer eher geschlossenen lärmschützenden Bebauung und
nach Osten zur Straße an der Ziegelei entstehen offen Wohnhöfe die hier an die bestehende Einzel- und
Reihenhausbebauung anzuknüpfen. Über die einzelnen Baufelder mit ihren Einzelgebäuden werden eigenständige
Teilquartiere ausgebildet die mit unterschiedlichen Architekturen abschnittsweise realisiert werden können.
Das neue Quartier verzahnt sich hier über den Baumbestand und die Freiräume mit der Nachbarbebauung.
Eine öffentliche Durchwegung verbindet langfristig den Spielplatz im Osten und der die Nahversorgungseinrichtungen
im Westen. An den Quartierszugängen entstehen kleine Entreeplätze die hier den Auftakt zum neuen Stadtquartier
ausbilden. Der westliche Baumbestand wird weiterentwickelt und bildet hier in Form eines kleinen Wäldchens einen
Puffer zu der Gewerbefläche.
Das Konzept bildet die Grundlage für ein neues Wohnquartier, welches im Rahmen des parkartigen Baumbestands ein
neues familienfreundliches, naturbezogenes Wohnquartier schafft, das über eine hohe Freiraumqualität Gemeinschaft
und Kommunikation fördert und somit die Voraussetzung für eine hohe Wohn- und Lebensqualität ermöglicht. Die
Qualitäten des vorhandenen Baumbestands werden hierbei zum städtebaulich-freiräumlichen Thema und bilden so das
Alleinstellungsmerkmal des neuen Quartiers.
Lageplan 1:500
IV
V
IV
V
IV
VI
IV IV
IVVI
V
IV
barrierefreie
Durchwegung
Entreeplatz
Entreeplatz
Quartiersplatz
Die offene und gegliederte Baustruktur mit ihrer in den Höhen gestaffelten und
begrünten Dachlandschaft zielt darauf ab, das neue Wohnquartier trotz seiner
baulichen Dichte mit den bestehenden Freiraumqualitäten zusammenzuführen. Die
Öffnung des Quartiers nach Außen und die vielfältigen Durchwegungsmöglichkeiten
vernetzen es mit dem bestehenden Ortsteil. Durch die Gebäudestellung und die
städtebaulich Struktur wird gleichzeitige die sensible Schnittstelle zwischen
bestehender Wohnbebauung und den angrenzenden gewerblich genutzten Flächen
konfliktfrei ausgebildet.
Bebauungskonzept
Durch die zueinander versetzten Baufelder entsteht ein Freiraumgerüst welches
spannungsvolle Zwischenräume mit unterschiedlichen Raumsequenzen entstehen
lässt. Ein Wechsel aus Platz- und Grünräume lenkt die Blicke und führen durch das
Quartier hindurch. Die Grüne Mitte bildet einen zentralen Binnenraum der sich wie
selbstverständlich in die örtliche Situation einfügt. Spiel- und Treffpunkte sind hierin
eingebettet und schaffen kommunikative Begegnungsorte. Dieser verkehrsfreie
Innenbereich bildet die Qualität des neuen Wohnquartiers. Alle Baufelder grenzen an
den zentralen Innenbereich an und erhalten hierüber ihre Adressen.
Gestalterische Qualitäten
Das neue Wohnquartier wird durch eine offene Bebauung geprägt, die nach Innen
durch grün geprägte Wohnwege und einen vielfältig nutzbaren, identitätsstiftenden
Quartiersplatz zusammengebunden wird.
Die raumprägenden Gebäudekanten bilden dabei im Inneren des Quartiers klare
Stadträume, die eine gemeinschaftliche Nutzung und kommunikative Orte
ermöglichen sollen. Nach Außen wird die Baustruktur durch grüne Gartenhöfe und
den sensibel eingebundenen Gehölzbestand in die umgebende Bebauung integriert.
Die kürzeren Stirnseiten der Neubauten reagieren auf den städtebaulich
heterogenen Kontext und orientieren sich vor allem auf der Nord- und auf der
Ostseite in ihrer Maßstäblichkeit an der bestehenden Wohnbebauung.
Wohnhof
105,50 m
103,00 m 101,00 m 102,50 m
15,50 m
18,50 m
109,90 m
113,80 m
111,10 m
101,00 m
109,90 m
113,80 m
111,10 m
15,50 m
18,50 m
W o h n e n a n d e r Z i e g e l e i , B o n n - L e n g s d o r f
1001
IV
V
IV
V
IV
V
IV
VI
IV IV
IVVI
V
IV
105,50 ü.NN
103,00 ü.NN
102,50 ü.NN
102,00 ü.NN
101,50 ü.NN
102,00 ü.NN
101,50 ü.NN
100,50 ü.NN
105,50 ü.NN
101,00 ü.NN
102,50 ü.NN
IV
V
UFS UFS
Ein grünes urbanes Stadtquartier für Lengsdorf ##
Schwarzplan 1:5000
Flächenplan 1:500
Quartiersplatz
Spielplatz
Anbindung
Nahversorgung
Entreeplatz
Entreeplatz
Retentionswädchen
Wohnhof
Wohnhof
15,50 m
13,50 m
15,50 m
103,00 mSeite 4 von 6
Seite 5 von 6
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Beitrag 1001
Die Arbeit entwickelt ein klares und überzeugendes städtebauliches Konzept, das auf einem
eindeutigen mittigen Rückgrat basiert und in einem neu gefassten Quartiersplatz kulminiert. Der
Eintritt in das Gebiet ist folgerichtig an der Nordseite über einen prominent formulierten
Entréeplatz organisiert, der eine selbstverständliche Adressbildung und eine einladende Öffnung
zum Ortskern von Lengsdorf herstellt. Die Anordnung der Baukörper als Kombination aus Riegeln
und Winkelgebäuden erzeugt in Verbindung mit den ausgebildeten Staffelgeschossen ein
lebendiges und differenziertes Erscheinungsbild bei gleichzeitig hoher baulicher Dichte.
Die Arbeit zeigt ein sehr gut strukturiertes System von Freiräumen mit klar ablesbaren privaten,
halböffentlichen oder öffentlichen Räumen, die einen hohen Aufenthaltswert erwarten lassen.
Die starke gemeinschaftliche Mitte mit ihrer konsequenten Geste der Öffnung nach Norden bildet
das räumliche und soziale Herzstück des Quartiers. Die beiden nach Osten orientierten
Wohnhöfe schaffen in geschickter Weise nachbarschaftliche Bezüge zur bestehenden
Wohnbebauung an der Straße „Alte Ziegelei" und vermitteln sensibel zwischen Alt- und
Neubestand. Im Westen schließlich greift ein landschaftlich ausgebildeter Grünraum den
Vegetationsbestand auf und entwickelt eine stadtklimatisch wie ökologisch wirksame
Potentialfläche.
An der westlichen Kante des Gebiets wird eine durchbrochene Riegelstruktur vorgesehen, die den
öffentlich geförderten Wohnungsbau aufnimmt. Die Durchbrechungen der Riegel wären
hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Lärmschutz gegenüber dem angrenzenden Gewerbe
kritisch zu prüfen. Die Eingänge sind zum mittig gelegenen Freiraum ausgebildet und die Gebäude
sind als Dreispänner konzipiert. Es wird positiv bewertet, dass somit sämtliche Wohnungen
entweder zweiseitig oder nach Osten orientiert sind.
An der südlichen Kante wird ein Riegel platziert, der in den unteren beiden Geschossen die
Quartiersgarage anordnet und in den oberen Geschossen geförderten Wohnungsbau. Die
Höhenentwicklung des Riegels ist zu hinterfragen. Die hier angedachte Anbindung zum
Nahversorger im Westen ist so derzeit nicht realisierbar. Die Erschließung der Garage über nur
eine Spur müsste korrigiert werden.
Die Erschließung und Adressbildung der zwei Wohnhöfe an der östlichen Gebietskante erfolgen
über Stiche in Ost-West-Richtung, so dass die Eingänge der Gebäude gegenüberliegen und
rückseitig ein gemeinschaftlicher Freiraum in Form der Wohnhöfe entsteht. Die Grundrisse
orientieren sich hingegen an der Nord-Süd-Ausrichtung, woraus resultiert, so dass sowohl
Schlafräume als auch Gemeinschaftsräume zu den Wohnhöfen orientiert sind. Die innere
Erschließung als Dreispänner ermöglicht auch hier eine konsequent zweiseitige oder nach Süden
ausgerichtete Orientierung sämtlicher Wohneinheiten – eine Qualität, die das Preisgericht
ausdrücklich würdigt. Die Grundrisse des Entwurfs insgesamt sind schlüssig, effizient und lassen
eine hohe Wohnqualität erwarten.
Insgesamt leistet die Arbeit einen sehr wertvollen Beitrag zum Wettbewerb. Das Entwurfskonzept
besitzt das Potential, ein qualitätvolles und lebendiges Stadtquartier entstehen zu lassen. Die
Höhenentwicklung einzelner Baukörper sollte im Rahmen weitere Planungen nochmals geprüft
und gegebenenfalls angepasst werden.Seite 6 von 6

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Datenstand: 02.11.2026, 20:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de