261245 · Mitteilungsvorlage
World Urban Forum 2026
Kerndaten
- Nummer
- 261245
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 19.06.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (6.973 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 261245 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 02 Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit Dezernat: Dez. OB World Urban Forum 2026 Beratungsfolge Ausschuss für Wissenschaft, Europa und Internationales 08.07.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: Vom 17.-22. Mai 2026 fand in Baku (Aserbaidschan) das 13. World Urban Forum (WUF 13) statt, gemeinsam veranstaltet vom Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen (UN Habitat) und der aserbaidschanischen Regierung. Das World Urban Forum ist die größte internationale Konferenz für nachhaltige Stadtentwicklung. Sie findet alle zwei Jahre an unterschiedlichen Orten statt. Das diesjährige WUF stand unter dem Thema „Housing the world: Safe and resilient cities and communities”. Im Mittelpunkt standen die Themen Wohnungsnot, die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum und Strategien gegen Obdachlosigkeit, Klimaresilienz und die Entwicklung nachhaltiger, an den Klimawandel angepasster urbaner Systeme. Am WUF 13 nahmen nach Angaben des Veranstalters rund 58.000 Teilnehmende (online und in Präsenz) aus 176 Ländern teil. Auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnten auch einige Vertreterinnen und Vertreter deutscher Kommunen als Teil der offiziellen deutschen Delegation am World Urban Forum teilnehmen. Hierzu gehörten die Städte Bergisch Gladbach, Bonn, Calbe (Saale), Dortmund sowie der Landkreis Gießen. Die Stadt Bonn war durch den Leiter des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit am WUF 13 vertreten. Die Kosten für Reise und Übernachtung für die Teilnehmenden der Kommunen wurden von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt / Engagement Global übernommen. Geleitet wurde die deutsche Delegation von Dr. Birgit Pickel (Abteilungsleiterin, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Zwar war Deutschland in diesem Jahr nicht mit einem offiziellen Pavillon vertreten, jedoch konnte die Zahl der Veranstaltungen mit deutscher Beteiligung im offiziellen Programm annähernd verdoppelt werden. Bewertung aus Sicht der Stadt Bonn Für Bonn war die Beteiligung am WUF vor allem deshalb sinnvoll und gewinnbringend, um als deutsche Stadt der Vereinten Nationen undSeite 1 von 3 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) „Sustainability-Hub“ vor Ort gegenüber ihren Partnern (u.a. UN Habitat, UNEP, UNECE, 2030 Coalition, GWOPA, Global Cities Hub, ICLEI, difu etc) Engagement und Unterstützung zu zeigen. Dies wird auch vom BMZ und den Vertretern der deutschen entwicklungspolitischen Organisationen begrüßt. Das Engagement der Stadt Bonn bei der Umsetzung der Agenda 2030 und der nachhaltigen Entwicklungsziele zeichnet sich durch ein hohes Maß an Kontinuität und Verbindlichkeit aus. Darüber hinaus war der Austausch und die Vernetzung mit anderen Städtevertretern und Teilnehmenden des WUF von Interesse für Bonn. Ein besonderer Mehrwert aus Sicht der Stadt liegt auch im engen Austausch und der Vernetzung mit den Mitgliedern der deutschen Delegation. Daher wird die Aufnahme der Städtevertreter in die offizielle Delegation sehr begrüßt. Die Stadt Bonn war auf folgenden Panels präsent und hat u.a. über die Bedeutung und die Herausforderungen des Themas „Wohnen“ als Querschnittsthema der nachhaltigen Entwicklung, über ihre Erfahrungen bei der Lokalisierung der Agenda 2030 und über das städtische Engagement zur Förderung der kommunalen Teilhabe auf nationaler und internationaler Ebene (Mehrebenen-Zusammenarbeit) berichtet: • “Multi-level cooperation in tackling the housing crisis – examples from cities and national governments around the world” (Mittwoch, 20. Mai, 12:00-13:30 h, organisiert von DST/SALGA) • “From super problem to super-connector: Water as a catalyst for housing and urban resilience” (Mittwoch, 20. Mai, 15:15 – 16:15 h , organisiert von GWOPA) • “Is the housing of tomorrow in line with the SDGs of today - How localization strategies help to bring us back on track” (Donnerstag, 21. Mai, 12:00-13:30 h, organisiert von Local 2030 Coalition, difu und BMZ) • “From Global Agreements to Local Action: Multi-Level Governance for Sustainable Housing and Resilient Communities” (Donnerstag, 21.Mai, 16:00 – 17:30 h, organisiert von UNEP, IHS– Erasmus University Rotterdam, ICLEI und UN-Habitat) Als Gesamtbilanz der Konferenz sind aus deutscher entwicklungspolitischer Sicht folgende Punkte von besonderer Relevanz: 1.) Fokus auf bezahlbaren Wohnraum Mit dem kollektiven Abschlussdokument, dem Baku Call to Action, rückte das Menschenrecht auf Wohnen in den Mittelpunkt der internationalen Stadtentwicklung. Rund 3,4 Milliarden Menschen sind weltweit von unzureichenden Wohnverhältnissen betroffen. Die deutsche Politik und zivilgesellschaftlichen Akteure betonen hierbei die Dringlichkeit, Wohnraum als soziales Gut statt als reines Spekulationsobjekt zu behandeln und Zwangsräumungen zu unterbinden. 2.) Klimaresiliente und grüne Transformation Ein zentrales Thema war die Rolle der Städte in der Klimakrise, besonders imSeite 2 von 3 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Hinblick auf den Verursacheranteil urbaner Räume an globalen Emissionen. Aus deutscher Sicht liegt der Fokus auf der klimaangepassten Stadtentwicklung, der Schwammstadt-Strategie (besserer Umgang mit Starkregen und Hitze) sowie der Förderung von erneuerbaren Energien und energieeffizienter Bauweise. Als weitere Expertise konnte Deutschland seine Erfahrungen bei der klimafreundlichen Mobilität und der dezentralen Energieversorgung einbringen. 3.) Kritik am "autoritären Urbanismus" Aus deutscher entwicklungspolitischer Sicht wird kritisch beobachtet, dass Konferenzen wie das WUF zunehmend von Autokratien ausgerichtet werden, um "autoritäre Planungsansätze" zu präsentieren. Die globale urbane Transformation darf jedoch nicht auf Kosten von Bürgerbeteiligung, Menschenrechten und sozialen Ausgleichsmaßnahmen gehen. 4.) Städte als Motoren der Demokratisierung Trotz der Rahmenbedingungen in Aserbaidschan unterstrichen deutsche Dialogforen und Nichtregierungsorganisationen, dass partizipative Planungsprozesse, Dezentralisierung und die Stärkung von Kommunen (im Sinne der europäischen Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt) essenziell bleiben. Abschlussdokument: Baku Call to Action (https://unhabitat.org/sites/default/files/2026/05/wuf13_baku_call_to_action.pdf) Zum Abschluss des WUF 13 wurde der Baku Call to Action verabschiedet, dem sich auch Deutschland angeschlossen hat. Der Call beinhaltet 15 Kernempfehlungen, um die systematische Transformation im Städtebau zu beschleunigen. Dazu gehört auch das Bekenntnis zu einer stärkeren Zusammenarbeit der verschiedenen Regierungsebenen (multilevel- cooperation) und einer stärkeren Einbeziehung lokaler und regionaler Gebietskörperschaften (LRG). Das nächste World Urban Forum findet 2028 in Mexiko-Stadt statt. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 22:41 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de