261220 · Antrag
Antrag-Grüne: Maßnahmen zur Bewältigung des gestiegenen Drogenkonsums (insbes. Crack) und zur Stärkung der Versorgungs- und Beratungsstrukturen in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 261220
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 16.06.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Prinz-Albert-Straße Hauptort
- Quantiusstraße
- Budapester Straße
- Kaiserplatz
- Poppelsdorfer Allee
- Bonn
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren Empfehlung
- Sitzung noch nicht verknüpft Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz Empfehlung
- Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
Dateien
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- Änderungsantrag Linke zum Antrag: Maßnahmen zur Bewältigung des gestiegenen Drogenkonsums (insbes. Crack) und zur Stärkung der Versorgungs- und Beratungsstrukturen in Bonn Antrag zur Vorlage 261220
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Antrag öffentlich 261220 Antragsteller/in: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Eva Kuzu Jakob Kraasch-Tarnowsky Karsten Hudel 16.06.2026 Antrag-Grüne: Maßnahmen zur Bewältigung des gestiegenen Drogenkonsums (insbes. Crack) und zur Stärkung der Versorgungs- und Beratungsstrukturen in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren 07.07.2026 Empfehlung Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz 16.07.2026 Empfehlung Bezirksvertretung Bonn 08.09.2026 Anhörung Hauptausschuss 17.09.2026 Entscheidung Inhalt des Antrags 1. Die Verwaltung wird beauftragt, ein interdisziplinäres Konzept zur Bewältigung der aktuellen Entwicklung beim Drogenkonsum – insbesondere des stark gestiegenen Crack-Konsums- und -handels in der Bonner Innenstadt – zu entwickeln. Hierbei sind alle relevanten Akteure, darunter das Sozialamt, das Gesundheitsamt, das Ordnungsamt, die Polizei sowie der Verein für Gefährdetenhilfe (VfG) einzubeziehen. Ziel ist es, der Politik fundierte, gesamtgesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die sowohl den Schutz und die Unterstützung der Abhängigen, als auch die Belange der Anwohnenden, v.a. Kinder, der öffentlichen Sicherheit und den Mitarbeitenden der SWB zu berücksichtigen. 2. Die Verwaltung wird gebeten, für die aktuelle Situation in der Prinz- Albert-Straße kurzfristige Akutmaßnahmen umzusetzen, u.a. unter Einbeziehung des Ordnungsamtes und des VfG. Dem Rat und den Gremien sind schnellstmöglich die Ergebnisse und Maßnahmen vorzustellen. • Als erste notwendige Akutmaßnahme beschließt der Rat der Stadt Bonn, die Finanzierung der vom VfG vorgeschlagenen Ausweitung seiner Kapazitäten. Ziel ist die Verlängerung der Öffnungszeiten des VfG (morgens ab mind. 8 Uhr, abends und am Wochenende) und eine Ausweitung der Konsumplätze (es fehlt allein an Personal – Räumlichkeiten sind vorhanden), um der stark gestiegenen ZahlSeite 1 von 4 Seite 2 schwerstkranker Menschen gerecht zu werden und um diese nicht dem öffentlichen Raum zu überlassen. • Präsenz des Ordnungsamts und der Polizei vor Ort in der Prinz-Albert- Str. und im Bahnhofumfeld wird verstärkt und personelle Kapazitäten erhöht. 3. Der Oberbürgermeister wird gebeten, umgehend mit dem Landrat des Rhein- Sieg-Kreises (RSK) in Dialog zu treten, um zu prüfen, inwieweit finanzielle Mittel des RSK der Stadt Bonn bereitgestellt werden können, um eine Versorgung der von dort stammenden Konsument*innen zu ermöglichen (betrifft eine Vielzahl der Abhängigen/Konsument*innen vor Ort bzw. der Nutzer*innen der VfG Einrichtungen), bzw. andere Maßnahmen, die die Versorgung und Eindämmung der „auswärtigen" Konsumierenden in der Bonner Innenstadt regeln, damit das Klientel hier vor Ort nicht alleine gelassen wird. 4. Die Stadt Bonn wird gebeten als mittelfristige Lösung die Dezentralisierung und Ausweitung von Versorgungs- und Konsumräumen des VfG bzw. anderer Träger auch an anderen Standorten zu prüfen. Ziel ist eine 24 Std.- Grundversorgung insbesondere der Crack-Abhängigen (diese sind „rund um die Uhr aktiv") zu gewährleisten, sodass auch immer Toiletten und Räumlichkeiten geöffnet sind. Eine solche Versorgung sollte auch dezentral an anderen Standorten eingerichtet werden, damit sich nicht alles in der Quantiusstraße an einem Brennpunkt im Wohngebiet konzentriert. Die Lösungen sollten unter aktiver Einbindung teilweise der Anwohner*innen und insbesondere der Zielgruppe, also der etablierten und konstruktiven Szene der Nutzer, erarbeitet werden. Diese schlagen unter anderem vor: • WC ausschließlich für Frauen: als Schutz- und Versorgungsstruktur. • Aufenthaltsmöglichkeit (inklusive Übernachtungsmöglichkeiten) für Frauen (auch Nicht-Bonnerinnen), um besonders vulnerablen Personen eine geschützte Alternative zum öffentlichen Raum zu bieten. • Öffnung der lokalen Konsumräume auch für Nicht-Bonner: damit Konsum nicht allein wegen Zuständigkeitsfragen in den Straßenraum ausweicht. • Spritzenabwurfbehälter: zur sicheren Entsorgung im öffentlichen Raum 5. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Kurzkonzept zur funktionalen Aufwertung der betroffenen innerstädtischen Räume und Parks sowie des Swiss-Life- Geländes (ehm. Hotel Bristol) zu erarbeiten. Das Konzept soll sich an bewährten Beispielen (wie dem Reuterpark u. dem Park Budapester Str.) orientieren und folgende Kernziele umsetzen: • Einrichtung von familien- und altersgerechten Sitzgelegenheiten, Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie Outdoor-Fitness und mobilen Gastronomieangeboten (z. B. Kaffeeroller). • Beseitigung von Angsträumen durch eine kriminalpräventive Freiraumgestaltung (Sichtachsen, Beleuchtung) und Hygiene (Toiletten, Spritzen- und Müllentsorgung), Rehabilitierung des für Drogenkonsum genutzte Beete, Bücherschränke usw.Seite 2 von 4 Seite 3 • Community-Ansatz: Partizipation von Anwohner*innen und anderen Zielgruppen auch bei der Pflege und Instandhaltung. • Die Stadt verhandelt mit Swiss Life eine alternative, partizipative und gegen Vandalismus und Unrat absichernde Bürgernutzung des verwahrlosten Geländes. Vorschlag von Anwohner*innen bspw. eine temporäre Zwischennutzung (1 Jahr) bspw. als Kombination von Community Garten, Raum für ein Straßenfest und Sportnutzung wie Pumptrack und Bolzplatz) Begründung Die aktuelle sich zuspitzende Entwicklung des Drogenkonsums, insbesondere die Zunahme von Crack-Abhängigkeit, stellt die Stadt Bonn vor eine soziale und ordnungspolitische Herausforderung. Die Situation in der Prinz-Albert- Straße hat eine Intensität erreicht, die sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die Anwohnenden eine Belastung darstellt. Hiervon sind insbesondere die anwohnenden Kinder betroffen (Schulweg, Kinderarztpraxen, ÖPNV usw.). Die Anwohner*innen, die Polizei und der VfG beobachten eine massive qualitative und quantitative Veränderung (lt. VfG seit ca. 1,5 Jahren), die von der Polizei vor Ort als „Flächenbrand“ bezeichnet wird und mit extremem Konsumdruck, Aggression und Gewalt einhergeht. Hinzu kommt eine Verlagerung der „Szene“ weg von Bonner Loch und Kaiserplatz auf die begrenzte Örtlichkeit der Grünfläche a.d. Bahnunterführung Poppelsdorfer Allee und dadurch eine Ausbreitung in das Wohngebiet der Prinz-Albert-Straße u.a. Es wird auch in Kombination mit Alkoholkonsum ein sich verstärkendes Problem bei Crack- und Heroin-Abhängigen bzgl. einer sehr negativen, aggressiven und teils wahnhaften Dynamik beobachtet. Ein rein ordnungsrechtlicher Ansatz, wie eine Alkoholverbotszone würde zu kurz greifen. Wir benötigen eine ganzheitliche, interdisziplinäre Strategie, die Prävention, Schutz und Sicherheit von Kindern, Schadensminimierung und soziale Unterstützung miteinander verknüpft. Nur wenn Sozialamt, Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Polizei und die etablierten Beratungsstellen wie der VfG Hand in Hand arbeiten, können wir der Entwicklung entgegenwirken, ohne die Betroffenen aus dem Blick zu verlieren oder die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gefährden. Für fundierte Maßnahmen zieht die Stadt Bonn wissenschaftliche Expertise – als Empfehlung hier Dr. Daniel Deimel als wissenschaftlichen Berater zum modernen Crack-Management in (NRW-Landespräventionsrat) - hinzu. Die Kapazitäten der bestehenden Strukturen, insbesondere des VfG, sind durch den Anstieg der Fälle von schwerstkranken Menschen an ihre Grenzen gestoßen. Es ist nicht nur eine Frage der sozialen Verantwortung, sondern auch eine Maßnahme der Gefahrenabwehr, dass die Stadt Bonn und der RSK hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Der RSK verfügt über keinerlei Strukturen oder Einrichtungen, die sich um drogenkranke MenschenSeite 3 von 4 Seite 4 kümmern, weshalb viele Betroffene aus dem RSK nach Bonn kommen (nach Schätzungen über 40 % der Konsumierenden vor Ort im Bahnhofsumfeld). Eine Ausweitung der Öffnungszeiten und Plätze des VfG ist dringend erforderlich, um den Betroffenen eine professionelle Betreuung zu ermöglichen und eine weitere Eskalation der Situation zu verhindern. Bei der Ausbreitung von Gewalt wurden lt. Berichten von Anwohner*innen auch bereits Kinder angegriffen und mit Gewalt, offenem Konsum von Crack und Heroin auf dem Schulweg, in Hauseingängen (auch vor dem Kinderarzt i.d. Prinz-Albert-Straße) und an Bahnhaltestellen konfrontiert. Ein Problem für den lokalen Brennpunkt ist der desolate Zustand des von Swiss Life verwalteten Grundstücks (ehem. Hotel Bristol). Der Investor lässt das Grundstück nachweislich seit Jahren zunehmend verwahrlosen. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de