261121 · Antrag
Grüne-Antrag auf mehrsprachige Information, transparente Beteiligung beim geplanten Ausbau der A565/A59 in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 261121
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 05.06.2026
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration Empfehlung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Volltext
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Antrag öffentlich 261121 Antragsteller/in: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Radosawa Stomporowski 03.06.2026 Grüne-Antrag auf mehrsprachige Information, transparente Beteiligung beim geplanten Ausbau der A565/A59 in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 24.06.2026 Empfehlung Hauptausschuss 30.06.2026 Entscheidung Inhalt des Antrags Die Verwaltung wird beauftragt, im Zusammenhang mit den geplanten Ausbauvorhaben der A565/A59 Maßnahmen zur transparenten, mehrsprachigen Information und Beteiligung der betroffenen Bevölkerung umzusetzen sowie soziale und ökologische Auswirkungen frühzeitig zu berücksichtigen. Dabei sollen insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt bzw. geprüft werden: 1. Mehrsprachige Information Die Stadt Bonn stellt Informationen zu den Planungen in verständlicher und barrierearmer Form bereit. Wesentliche Informationen sollen mindestens in deutscher, türkischer, arabischer, englischer, russischer und farsi/persischer Sprache verfügbar gemacht werden. Die Informationen sollen insbesondere enthalten: • Auswirkungen der Planungen auf Wohnraum und Umfeld, • Rechte von Mieterinnen und Eigentümerinnen, • Ablauf möglicher Beteiligungs- und Enteignungsverfahren, • bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote. 2. Niedrigschwellige Beteiligung Die Verwaltung organisiert frühzeitige Informations- und Beteiligungsveranstaltungen in den betroffenen Stadtteilen. Dabei soll bei Bedarf eine sprachliche Unterstützung durch Dolmetscher*innen gewährleistetSeite 1 von 3 Seite 2 werden. Planungsunterlagen und relevante Informationen sollen öffentlich, digital zugänglich und in verständlicher Sprache bereitgestellt werden. 3. Prüfung alternativer und flächensparender Lösungen Vor dem Hintergrund aktueller verkehrs- und klimapolitischer Zielsetzungen wird die Verwaltung gebeten zu prüfen, • ob flächensparendere Varianten gegenüber einem umfassenden Autobahnausbau möglich sind, • welche Maßnahmen des Lärmschutzes und der Verkehrslenkung Alternativen zu zusätzlichen Fahrspuren darstellen können, • wie die Planungen mit den Klimaschutzzielen der Stadt Bonn vereinbar sind, • welche Auswirkungen die Vorhaben auf Wohnraum, Grünflächen und die Lebensqualität in den betroffenen Stadtteilen haben. Dabei sollen auch moderne Mobilitätskonzepte, insbesondere die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, des Radverkehrs und barrierefreier Mobilität, berücksichtigt werden. 4. Sozialverträgliche Umsetzung Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, • welche Maßnahmen zur Vermeidung sozialer Härten möglich sind, • wie betroffene Mieter*innen besser unterstützt werden können, • wie Verdrängungseffekte minimiert werden können, • wie bestehender Wohnraum in den betroffenen Stadtteilen geschützt werden kann. 5. Beratungsangebote Die Verwaltung prüft gemeinsam mit geeigneten Stellen die Einrichtung eines niedrigschwelligen Beratungsangebots für betroffene Bewohner*innen, insbesondere zu mietrechtlichen, sozialen und verfahrensbezogenen Fragen. Begründung Die geplanten Ausbauvorhaben an der A565/A59 betreffen zahlreiche Anwohner*innen in Bonn und haben erhebliche Auswirkungen auf Wohnen, Umwelt, Verkehr und Lebensqualität. Gleichzeitig wird die ursprüngliche Dimensionierung einzelner AusbauvorhabenSeite 2 von 3 Seite 3 zunehmend kritisch hinterfragt. Auch innerhalb der Bonner Stadtpolitik wurden Zweifel an der Vereinbarkeit umfangreicher Autobahnerweiterungen mit modernen verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen geäußert. Insbesondere wurden flächensparendere Lösungen sowie eine stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Mobilität und Lärmschutzmaßnahmen gefordert. Hinzu kommt die angespannte Wohnraumsituation in Bonn. Bereits heute besteht in vielen Stadtteilen ein erheblicher Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Verdrängung, steigende Mieten und der Verlust bestehender Wohnungen würden die soziale Lage vieler Menschen zusätzlich verschärfen. Davon betroffen sind insbesondere Menschen mit geringeren finanziellen Ressourcen, darunter viele Familien mit Migrationsgeschichte. Sie sind auf bezahlbaren Wohnraum in gut angebundenen Stadtteilen angewiesen und verfügen häufig über geringere Möglichkeiten, kurzfristig Ersatzwohnraum zu finden oder komplexe Verwaltungs- und Beteiligungsverfahren ohne sprachliche Unterstützung zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, die betroffene Bevölkerung frühzeitig, transparent und barrierearm in die weiteren Planungen einzubeziehen. Besonders für Menschen mit eingeschränkten Deutschkenntnissen können komplexe Planungs- und Verwaltungsverfahren erhebliche Hürden darstellen. Eine verständliche und mehrsprachige Information ist daher Voraussetzung für eine faire Beteiligung der betroffenen Bevölkerung. Die Stadt Bonn sollte sicherstellen, dass alle Betroffenen unabhängig von Herkunft oder Sprachkenntnissen Zugang zu Informationen, Beteiligungsmöglichkeiten und Beratungsangeboten erhalten und soziale Härten möglichst vermieden werden. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 22:43 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de