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261066 · Mitteilungsvorlage

Vorstellung der Arbeit der Frühen Hilfen Bonn

Nummer
261066
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
02.06.2026
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Tannenbusch Ortsteil· Bonn Hauptort
  • Im Gesetz Straße· Limperich, Beuel
  • Dransdorf Ortsteil· Bonn
  • Auerberg Ortsteil· Bonn
  • Mehlem Ortsteil· Bad Godesberg
  • Pennenfeld Ortsteil· Bad Godesberg
  • Bonn Stadtbezirk
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  • Medinghoven siedlung· Duisdorf, Hardtberg
  1. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 01.07.2026 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
261066
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
Vorstellung der Arbeit der Frühen Hilfen Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 01.07.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
1. Ausgangssituation
Bereits seit 2008 gibt es in Bonn niederschwellige aufsuchende Ange-
bote und Netzwerke, die Familien in der Schwangerschaft und im Leben
mit Kleinkindern (0-3 Jahre) unterstützen. Im Jahr 2010 erfolgte der Auf-
trag an die Stadtverwaltung eine Verknüpfung und eine gemeinsame
Koordinierungsstelle des Caritas-Netzwerks „Frühe Hilfen“ und des
Netzwerks des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes „Vater-Mutter-Kind“,
das vom Familienkreis e.V. koordiniert wurde, mit beiden Trägern zu
verhandeln. Die kommunale Aufgabe der Frühen Hilfen wird seit dem
6.12.2010 durchgängig in dieser Trägerkooperation im Auftrag der Stadt
Bonn ausgeführt. Die Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen Bonn - Für
Kinder. Für Familien.“ ist seitdem ein wichtiger Bestandteil des Bonner
Kinderschutzsystems.
Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) am 1. Janu-
ar 2012 wurden die Frühen Hilfen auch gesetzlich verankert und vom
Bund finanziell gefördert (damals Bundesinitiative Frühe Hilfen). Seit
2018 gibt es die Bundesstiftung Frühe Hilfen durch die die langfristige
Finanzierung, um bundesweit interdisziplinäre Netzwerkstrukturen und
niedrigschwellige Angebote für Familien mit kleinen Kindern zu gewähr-
leisten, gesichert wurde. Die Bundesstiftung ist im Gesetz zur Koopera-
tion und Information im Kinderschutz (KKG) verankert und arbeitet eng
mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) zusammen.
Zur Aufgabe der Frühen Hilfen gehört die Beratung von Familien rund
um die Geburt bis zum 3. Lebensjahr. Bei Bedarf werden Familien in
Hilfe- und Beratungsangebote weitergeleitet. Die Frühen Hilfen sind ei-
ne wesentliche Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswe-
sen und kooperieren zudem mit Kinderarztpraxen, Hebammen und Ge-
burtskliniken. Diese interdisziplinäre Versorgungsstruktur, die Jugendhil-
fe und Gesundheitswesen sowie weitere Hilfestrukturen vernetzt, ist die
Basis, um die Beziehungs- und Erziehungskompetenz von Eltern zu
stärken.
Die Trägerkooperation aus Caritasverband und Familienkreis besteht
nun bereits seit über 15 Jahren im Bereich der Frühen Hilfen, um wer-Seite 1 von 18
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
dende Eltern und Familien mit kleinen Kindern frühzeitig zu erreichen
und bei Bedarf durch niederschwellige und alltagspraktische Hilfsange-
bote individuell zu unterstützen. Dazu gehört auch in Krisenlagen (z.B.
Corona-Pandemie) anlassbezogene, passgenaue Angebote für Famili-
en zu entwickeln und vorzuhalten.
Zu den wesentlichen Koordinationsaufgaben, Unterstützungs- und
Hilfsangeboten der beiden Träger im Bereich der Frühen Hilfen
gehören:
• Netzwerkmanagement:
Koordination des Netzwerks Frühe Hilfen Bonn mit knapp 60
Partnern und stetige Weiterentwicklung, Organisation und Mode-
ration von Netzwerktreffen und Arbeitskreisen & Wissensmana-
gement, Aufbau und Pflege von Kooperationsstrukturen mit an-
deren Fachdiensten der Jugendhilfe und des Sozial- und Ge-
sundheitswesens (z.B. Moderation des sozialpädiatrischen Qua-
litätszirkels in Kooperation mit niedergelassenen Pädiater*innen
und dem Kinderneurologischen Zentrum).
• Beratung von Familien:
Aufsuchende Beratung und Clearing in Familien (Hausbesuche),
Vermittlung von passgenauen Hilfen im Netzwerk Frühe Hilfe
• Ehrenamtliche Unterstützung von Familien:
Dazu Akquise, Auswahl, Qualifikation und Koordination von eh-
renamtlichen Helfer*innen zur Unterstützung, Entlastung und
Begleitung von Familien mit kleinen Kindern.
• Gesundheitsorientierte Familienbegleitung:
Kurzfristige Einsätze von Familienhebammen und Familien-
Gesundheits-Kinderkrankenpfleger*Innen zur Unterstützung in
familiären Krisensituationen und der Begleitung von Familien.
• Lotsendienste und Willkommensbesuche in Geburtskliniken:
Frühe Hilfen in der Klinik in Kooperation mit allen Bonner Ge-
burtskliniken, Ehrenamtlicher Besuchsdienst „Hallo Baby“ im St.
Marien Hospital.
• Offene Treffs im Stadtteil für Eltern und Kindern:
„Neu Im Leben“ in Kooperation mit 10 beteiligten Einrichtungen
und Trägern an 12 Standorten.
• Öffentlichkeitsarbeit:
Betrieb und Pflege der Website www.fruehehilfen-bonn.de mit
Informationen für die Zielgruppen der Frühen Hilfen, Erstellung
von Broschüren und Flyern zu den Angeboten der „Frühen Hilfen
Bonn – Für Kinder. Für Familien.“
• Bonner Präventionskette:
Enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Koordinierungs-
stelle für das Landesprogramm „kinderstark – NRW schafft
Chancen“ im Amt für Kinder, Jugend und Familie, die für die
Steuerung der „Kommunalen Präventionskette“ zuständig ist.
Zusammenarbeit mit der Jugendhilfeplanung zum Aufbau eines
bedarfsgerechten Unterstützungssystem für junge Familien vorSeite 2 von 18
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Ort (Austausch mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie über
Bedarfe und aktuelle Entwicklungen). Mitwirkung in weiteren
Netzwerken und Gremien (z.B. Netzwerk Kinderschutz, JuPs-
Gemeinsam stark für Kinder psychisch und/oder suchtkranker
Eltern).
Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Arbeit und die damit
verbundenen Aufgaben der beiden Träger in den letzten Jahren sehr
bewährt haben. So war es den kooperierenden Trägern stets möglich,
ihre Aufgaben und Tätigkeitsfelder den aktuellen Herausforderungen
und Bedarfen der Familien entsprechend auszurichten.
2. Aktuelle Situation
Im Jahr 2025 haben in Bonn knapp 500 Familien das Angebot der
Frühen Hilfen angenommen. Eltern wendeten sich mit vielfältigen Belas-
tungslagen an die Frühen Hilfen, darunter belastete Biografien, chroni-
sche, psychische oder Suchterkrankungen der Eltern, Frühgeburtlichkeit
oder Beeinträchtigungen der Kinder, Armut, Arbeitslosigkeit, alleinerzie-
hende Elternteile sowie fehlende Sprach- oder Systemkenntnis. Zentra-
les Ziel der Arbeit war es weiterhin, Eltern frühzeitig zu erreichen, sie in
ihrer elterlichen Kompetenz zu stärken und ihr Gefühl von Selbstwirk-
samkeit zu fördern – beides wesentliche Voraussetzungen für eine ge-
sunde Entwicklung der Kinder. Die konkreten Inhalte und Zahlen des
Jahres 2025 sind dem in der Anlage befindlichen Jahresbericht 2025
des Netzwerkes Frühe Hilfen zu entnehmen.
Besonders hervorzuheben ist die Weiterqualifizierung und der Ausbau
des Angebotsbereichs „Frühe Hilfen in der Klinik“ um eine weitere Klinik.
Im Angebotsbereich „Neu im Leben“ wurde zudem ein Offener Treff für
Eltern mit Frühgeborenen und Kindern mit Beeinträchtigung oder ange-
borener Fehlbildung etabliert, um den spezifischen Bedürfnissen dieser
Familien gerecht zu werden. Damit wird der inklusive Charakter der
Frühen Hilfen weiter verbessert. Auch zukünftig steht die Arbeit der Ko-
ordinierungsstelle Frühe Hilfen im Zeichen der Neuorganisation und An-
passung an die veränderte Netzwerklandschaft. Die Zusammenarbeit
mit den Verantwortlichen der Netzwerke kinderstark, Kinderschutz, Inte-
gration und Inklusion ist bereits angestoßen und soll weiterhin vertieft
werden. Die gemeinsame Entwicklung der Fortbildungsreihe „Netzwerk
für Einsteiger*innen“ sowie der Fachtag „Gemeinsam Handeln im Kin-
derschutz“ sind in diesem Kontext konkrete Maßnahmen.
Die Familienarbeit ist auch im Jahr 2026 von einer hohen Bedarfslage
geprägt und fordert weiterhin Flexibilität und Einsatzbereitschaft der
Mitarbeitenden der Koordinierungsstelle.
Wichtige Zielsetzung ist es daher, die Angebote angesichts der anhal-
tenden gesellschaftlichen Krisenlagen aufrechtzuerhalten und Zugänge
für belastete Familien gemeinsam mit den Kooperationspartnern einfach
und niederschwellig zu gestalten.
Anlage/nSeite 3 von 18
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
1 Jahresbericht 2025 Frühe Hilfen (öffentlich)Seite 4 von 18
JAHRES
BERICHT
2025
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn, Februar 2026
www.fruehehilfen-bonn.de
Geburtstagsfeier mit Familien: 15 Jahre Frühe HilfenSeite 5 von 18
DIE LAGE DER JUNGEN
FAMILIEN IN BONN
Die Situation junger Familien ist auch im Jahr
2025 weiter angespannt. Anhaltende gesell-
schaftliche Verunsicherungen, wirtschaftlicher
Druck sowie globale und politische Krisen
wirken sich unmittelbar auf den Familienalltag
aus. Die hohe Zahl an psychischen
Belastungen, Existenzängste und Konflikte
innerhalb der Familien stagnieren daher weiter
auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig zeigen
sich Entwicklungs- und Verhalten-
sauffälligkeiten bei Kindern zunehmend
früher. Der fortbestehende Fachkräftemangel
sowie strukturelle Engpässe – insbesondere im
Bereich Wohnraum und psychothera-
peutischer Versorgung – verschärfen die
Situation zusätzlich.
FRÜHE HILFEN ALS ANTWORT
AUF STEIGENDE BELASTUNGEN
Vor diesem Hintergrund kommt den Frühen
Hilfen als Angebot weiterhin eine zentrale
Bedeutung zu. Dies zeigte sich auch in den
Anfragen der Mütter oder Väter selbst (knapp
60 %) und der Mitarbeitenden in den
verschiedenen Einrichtungen des Netzwerks.
Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
bietet niedrigschwellige Beratung, Begleitung,
Alltagsentlastung und Gesundheitsförderung
für Familien mit Kindern in den ersten
Lebensjahren sowie passgenaue Weiterleitung
in weiterführende Angebote an.
Mit knapp 500 Anfragen verzeichnete die
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen eine
gleichbleibend hohe Zahl an anfragenden
Familien. (vgl. Anlage Statistik). Eltern
wendeten sich mit vielfältigen Belastungslagen
an die Frühen Hilfen, darunter belastete
Biografien, chronische, psychische oder
Suchterkrankungen der Eltern,
Frühgeburtlichkeit oder Beeinträchtigungen
der Kinder, Armut, Arbeitslosigkeit,
alleinerziehende Elternteile sowie fehlende
Sprach- oder Systemkenntnis. Zentrales Ziel
der Arbeit war es weiterhin, Eltern frühzeitig zu
erreichen, sie in ihrer elterlichen Kompetenz zu
stärken und ihr Gefühl von Selbstwirksamkeit
zu fördern – beides wesentliche
Voraussetzungen für eine gesunde
Entwicklung der Kinder.
Die Unterstützung der Familien erfolgte durch
pädagogische Fachkräfte, Familienhebammen,
Familien-Gesundheits-Kinderkranken-
pflegende (FGKiKP) sowie rund 46 qualifizierte
Ehrenamtliche. Die haupt- und
ehrenamtlichen Kräfte waren auch 2025 stark
ausgelastet. Die rund 60 Netzwerkpartner
hielten zudem vielfältige Angebote von der
Schwangerschafts- und Erziehungsberatung,
Familienbildung, Gesundheitsförderung bis zur
Förderung von Sprache und Integration bereit.
ZUGÄNGE UND NIEDRIG-
SCHWELLIGE ANSPRACHE
BELASTETER FAMILIEN
Ein zentrales Prinzip der Frühen Hilfen ist es,
Familien über verschiedene Zugangswege zu
erreichen und Hürden möglichst gering zu
halten. Eltern wurden in Bonn auch 2025 über
die Lotsendienste in den
Wöchnerinnenstationen am Universitäts-
klinikum, dem St. Marien Hospital, dem
Johanniter Krankenhaus sowie dem
ehrenamtlichen Besuchsdienst „Hallo Baby“ im
St. Marien Hospital angesprochen
(Lotsendienst in Kliniken | Frühe Hilfen Bonn).
Ergänzend informiert der Kinderwill-
kommensbrief der Stadt Bonn, der an alle
Familien zur Geburt eines Kindes versendet
wird, über die Angebote der Frühen Hilfen.
Die „Neu im Leben“-Angebote (NiL) an den
zwölf Standorten in den Stadtteilen
Tannenbusch, Dransdorf, Medinghoven,
Auerberg, Bonn-Nord, Beuel, Mehlem undSeite 6 von 18
2
Pennenfeld sind weitere wichtige
wohnortnahe Anlaufstellen. An vier Stand-
orten wurden die Gruppen durch
Hebammensprechstunden ergänzt. Die
bestehenden Angebote wurden 2025
weiterentwickelt und neue Angebote
geschaffen:
• die Verstetigung der Gruppe „Geborgen
wachsen“ für Eltern mit beeinträchtigten
Kindern
• ein Väterfrühstück
Inhaltlich wurden Einheiten zum Thema
Ernährung an den Standorten durch eine
Gesundheitsfachkraft der Koordinierungsstelle
Frühe Hilfen durchgeführt.
Weiterlesen: Jahresbericht 2025 Neu im Leben
Zudem wurde der Lotsendienst in Kinder- und
Jugendarztpraxen ausgeweitet, der in
Kooperation mit der Koordinierungsstelle
kinderstark betrieben wird und die Zielgruppe
der 0-18 Jährigen adressiert. In Beuel konnten
Anfang des Jahres drei neue Praxen gewonnen
werden, in denen nun regelmäßig
Sprechstunden angeboten werden.
Weiterlesen: Jahresbericht 2025 Lotsendienst in
Kinder- und Jugendarztpraxen
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Im Jubiläumsjahr war die Öffentlichkeitsarbeit
der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen sehr
erfolgreich. Am 04.02.2025 war die
Koordinierungsstelle in der WDR-Sendung
Lokalzeit Bonn mit einem Interview zu den
Frühen Hilfen vertreten. Am 25.03.2025
erschien ein Artikel im General-Anzeiger zum
Angebot „Hallo Baby“. Weitere Beiträge im
General-Anzeiger thematisierten am
07.08.2025 die Lotsendienste in Kliniken
(„Hilfe ab dem Wochenbett“) sowie am 31.12.
2025 ein Jubiläumsinterview anlässlich des 15-
jährigen Bestehens. Die kontinuierliche
Medienpräsenz trug dazu bei, die Bekanntheit
der Angebote zu erhöhen und neue Familien zu
erreichen.
Im Rahmen des Jubiläumsjahres ist ein Film
entstanden, in dem Eltern über ihre
Erfahrungen mit den Angeboten der Frühen
Hilfen berichteten.
KOOPERATION MIT
NETZWERKPARTNERN
Die Zusammenarbeit mit den
Netzwerkpartnern hat sich auch 2025 an vielen
Stellen weiterentwickelt bzw. läuft weiterhin
sehr stabil, wie oben beschrieben sowohl im
Bereich der offenen Treffs Neu im Leben als
auch der Lotsendienste in Geburtskliniken und
Kinderarztpraxen. Hervorzuheben ist auch die
gute Zusammenarbeit mit den
niedergelassenen Kinderärzt:innen und die
Neugestaltung des Einklebers für das gelbe
Vorsorgeheft. Mit diesem Einkleber werden
Eltern frühzeitig und barrierearm auf die
Frühen Hilfen und auch auf das Bonner
Familienportal aufmerksam gemacht.
Um die Kooperation der Koordinierungsstelle
mit den Fachdiensten für Erziehungs- und
Familienhilfen (FFE) und den Angeboten für
Hilfe zur Erziehung (HzE) zu vertiefen, konnten
„Ich empfinde, dass die Patienten
dadurch eher bei den entsprechenden
Stellen ankommen. Darüber hinaus
schätze ich die kurzen Wege und die
Netzwerkpartner persönlich
kennenzulernen und einen
gemeinsamen Blick auf die Patienten zu
haben.
Bonner KinderarztSeite 7 von 18
3
die Frühen Hilfen im Rahmen der Bonner
Sozialraumteams vorgestellt werden. 2026
wird diese Reihe fortgesetzt.
Eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit
war zudem die Fortbildung „Interkulturelles
Handeln in den Frühen Hilfen“ in Kooperation
mit dem Projekt Chancenvielfalt des
Diakonischen Werks für Bonn und die Region.
JUBILÄUMSJAHR 2025: 15 JAHRE
FRÜHE HILFEN IN BONN
2025 stand im Zeichen des 15-jährigen
Jubiläums der Frühen Hilfen in Bonn. Familien,
ehrenamtliche und hauptamtliche
Mitarbeitende, Netzwerkpartner und die
Öffentlichkeit wurden mit verschiedenen
Aktivitäten zur gemeinsamen Rückschau und
zum Feiern eingeladen:
Das Familienfest im Mai mit ca. 200
teilnehmenden Eltern und Kindern und dem
haupt- und ehrenamtlichen Team der
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen war das
Herzstück des Jubiläumsjahres. Es gab ein
Waffel- und Kuchenbuffet, Spiel- und
Bastelmöglichkeiten, eine Schminkstation,
einen Geschichtenerzähler sowie die
Möglichkeit, ein Familienportrait erstellen zu
lassen. Teilnehmende Eltern wurden
interviewt. Entstanden ist ein Film, der die
Perspektive von Eltern auf Angebote der
Frühen Hilfen wiedergibt und zeigt, wie wichtig
eine frühzeitige, präventive und die Eltern in
ihren Kompetenzen wahrnehmende und
stärkende Ansprache ist.
Eine Fachkräftebefragung zur Evaluation der
gemeinsamen Netzwerkarbeit im März hat die
sehr gute Qualität der Netzwerkarbeit
bestätigt. Hervorgehoben wurde die
systemübergreifende Zusammensetzung des
Netzwerks, Transparenz, Lösungsorientierung
und der frühe und niederschwellige Zugang zu
Familien.
Das Prinzip der kurzen Wege erleichtert die
schnelle Anbindung der Familien an Hilfen. Für
Familien können passgenaue Angebote
gefunden werden, was zu einer Entlastung der
Fachkräfte führt und Ressourcen spart.
Als größte aktuelle Herausforderung wird der
Fachkräftemangel benannt und die
überbordende Bürokratie, die die tägliche
Arbeit stark belastet. Gleichzeitig nehmen
familiäre Problemlagen zu und werden
komplexer. Der gesellschaftliche Wandel
insgesamt bringt viele Herausforderungen für
die Fachkräfte im Netzwerk Frühe Hilfen mit
sich: fehlender Wohnraum für Familien,
unzuverlässige Kinderbetreuung, die Kürzung
finanzieller Mittel in verschiedenen Bereichen
sowie eine Veränderung der gesellschaftlichen
Haltung zu Themen wie Migration und
Kultursensibilität.
Ein wichtiges Ziel müsse sein, die Zugänge und
Hilfen so zu gestalten, dass die Familien mit
dem größten Bedarf erreicht werden, um ein
Präventionsdilemma zu vermeiden.Seite 8 von 18
4
Zur Jubiläumsfeier im Dezember gab es
wertschätzende Worte der Bonner
Sozialdezernentin Azra Zürn, dem Leiter des
Nationalen Zentrums Frühe Hilfen Jörg Backes,
Desirée Frese von der Landes-
koordinierungsstelle und Prof. Dr. Peter
Borusiak, Chefarzt des Kinderneurologischen
Zentrums in Bonn. Die Trägervertreter:innen
von Caritas und Familienkreis, Jean-Pierre
Schneider und Judith Albert, eröffneten die
Veranstaltung, Frühe Hilfen-Koordinatorin
Susanne Absalon führte die Gäste als
Moderatorin durch den Nachmittag. Das
Impro-Theater Ratzfatz erfreute mit
humorvollen Beiträgen zum Arbeitsfeld.
Gemeinschaft, Vertrauen, Bindung aufbauen -
diese Leitgedanken waren im Saal spürbar und
zogen sich durch den Text von Koordinatorin
Anja Henkel, die einen poetischen Einblick in
die Arbeit gab.
Eine durch und durch gelungene Feier!
Neben den verschiedenen Veranstaltungen
wurde die Homepage www.fruehehilfen-
bonn.de überarbeitet. Der Relaunch erfolgte
im Frühjahr 2025. Die neue Homepage wurde
mit Unterstützung der Aktion Mensch
barrierefrei umgesetzt und ist für Menschen
mit Beeinträchtigungen oder fehlenden
Deutschkenntnissen nun leichter zugänglich.
Darüber hinaus wurde das
Jubiläumsjahr zum Anlass
genommen, das Logo und
den Namen anzupassen. Mit
einer geschlechtsneutralen
Darstellung der Familie im Logo und dem
neuen Namen „Frühe Hilfen Bonn. Für Kinder.
Für Familien.“ sollen alle Familienformen
angesprochen werden. Sowohl Fachkräfte als
auch Familien wurden in die Wahl des neuen
Namens durch eine Abfrage mit einbezogen
und konnten ihr Votum abgeben.
Die neue Namensgebung entspricht den
Empfehlungen des Nationalen Zentrums Frühe
Hilfen für die Öffentlichkeitsarbeit.
GEMEINSAM BESSER WERDEN:
INKLUSION UND FRÜHE HILFEN
Die Versorgung von Familien mit
beeinträchtigten oder behinderten Kindern
stellte weiterhin eine große Herausforderung
dar.
Das im Netzwerk 2024 abgestimmte
Positionspapier bildete weiterhin eine wichtige
Grundlage für die Weiterarbeit an diesem
Thema. Gemeinsam mit der
Koordinierungsstelle kinderstark, der
Behindertengemeinschaft der Stadt Bonn und
dem Netzwerk BeWEGt wurden - auch mit
Blick auf den neuen behindertenpolitischen
Teilhabeplan - weitere Schritte zur
bedarfsgerechten Ausgestaltung der Hilfen für
Familien thematisiert.
Poetry Slam:
Ein Netz, das trägt
und getragen wird.Seite 9 von 18
5
GEMEINSAM HANDELN IM
KINDERSCHUTZ
Auch 2025 wurde das bewährte
Kooperationsformat der Koordinierungsstellen
Frühe Hilfen, kinderstark, Kinderschutz und
dem Arbeitskreis Opferschutz fortgeschrieben.
So wurde ein drittes übergreifendes
Netzwerktreffen „Gemeinsam Handeln im
Kinderschutz“ mit dem Schwerpunkt
„Partizipation von Kindern und Jugendlichen
im Kinderschutz“ mit über 120 Teilnehmenden
in den Räumen der Internationalen
Begegnungsstätte durchgeführt.
ANGEBOTSÜBERSICHT FÜR
ELTERN, KINDER UND
JUGENDLICHE
Das Bonner-Familienportal wurde 2025 in
Kooperation mit kinderstark weiterentwickelt.
Es bietet Familien einen zentralen Überblick
über rund 680 Angebote von ca. 160
Einrichtungen für Kinder und Jugendliche von
0–18 Jahren. 2026 geht die Zuständigkeit für
das Bonner Familienportal in die alleinige
Zuständigkeit der Bonner Koordinierungs-
stelle kinderstark über.
Weiterlesen: Jahresbericht Bonner Familienportal
FACHGESPRÄCHE IN BONN UND
ÜBERREGIONAL
Die Koordinierungsstelle beteiligte sich auch
2025 an zahlreichen Fachgesprächen auf
kommunaler und überregionaler Ebene,
beispielsweise bei der Bonner Freiwilligen-
börse im März 2025, beim Weltfrauentag, der
von der Gleichstellungsstelle organisiert wurde
und dem Jahrestreffen der Landes-
koordinierungsstelle Frühe Hilfen. Diese
Präsenz stärkte die Vernetzung, den fachlichen
Austausch und die Sichtbarkeit der Frühen
Hilfen.
POSITIVE ENTWICKLUNGEN
UND HERAUSFORDERUNGEN
2025
Die strukturellen Herausforderungen bestehen
fort. Sprachliche und besonders bürokratische
Hürden erschweren vielen Familien den
Zugang zum Hilfesystem. Familien, die zudem
noch von Analphabetismus betroffen sind oder
denen es an hinreichenden digitalen
Kommunikationsmitteln fehlt, finden aus
eigener Kraft kaum Zugang ins Hilfesystem.
Oftmals gelingt die Kommunikation mit
Institutionen nur durch die Unterstützung von
Fachkräften, Ehrenamtlichen und
Beratungsstellen.
Die Zahl der sehr jungen Kinder mit Verhaltens-
auffälligkeiten steigt weiter, u.a. mit frühem
Verdacht auf Autismus. Gleichzeitig nehmen
psychische Belastungen der Eltern zu,
insbesondere auch bei Vätern.
Unsicherer Aufenthaltsstatus, Angst vor
Abschiebung sowie Kürzungen in der
Migrationsberatung wirken sich erheblich auf
die psychische Stabilität von Familien mit
Zuwanderungsgeschichte aus.
Zugangsbarrieren und teilweise lange
Wartezeiten für Diagnostik, in der
Frühförderung, bei Therapiemaßnahmen und
Hilfen zur Erziehung gehören zur
Lebensrealität von betroffenen Familien,
ebenso die Wohnungsproblematik, bei der seit
Jahren keine Besserung in Sicht ist. Der
allgemeine Kostendruck wirkt sich auf Familien
extrem belastend aus – so wird es zunehmend
schwieriger, Eltern und Kinder in
„Ich brauchte keine Angst haben, zu
sagen, ich bin überfordert oder das fällt
mir schwer.“
Kira, Mutter von 3 KindernSeite 10 von 18
6
kostenintensiveren Fördermaßnahmen unter-
zubringen.
Trotz aller Herausforderungen zeigen sich auch
positive Entwicklungen: Die Versorgung in
Kindertagespflege und Kitas hat sich ein wenig
entspannt und es ist leichter geworden, einen
Betreuungsplatz zu finden. Trotzdem ist das
Betreuungssystem durch häufige Ausfallzeiten
und Notbetreuung für Eltern nach wie vor zu
oft nicht verlässlich und wirkt sich negativ auf
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus.
Die Schließung des Kreißsaals des
Gemeinschafts-Krankenhauses St. Elisabeth
war ein weiterer Rückschlag für die Bonner
Geburtshilfe. Die ambulante Versorgung durch
Hebammen in der Vor- und Nachsorge ist in
Bonn hingegen viel stabiler geworden, was
auch auf das niederschwellige Angebot der
Bonner Hebammenambulanz zurückzuführen
ist. Die Offenheit vieler Familien, ihr Vertrauen
und auch ihre Dankbarkeit für die
Unterstützung zeigt, dass die Frühen Hilfen als
präventives und Ressourcen-stärkendes
Angebot wahrgenommen wird.
ZUSAMMENFASSUNG UND
AUSBLICK
In 15 Jahren hat sich die Koordinierungsstelle
Frühe Hilfen als fester Bestandteil der
Präventionslandschaft in Bonn und erster
Anlaufpunkt für Familien mit kleinen Kindern
etabliert. Vertrauen, Ressourcenorientierung
und die systemübergreifende Zusammen-
arbeit haben sich als zentrale Leitplanken
bewährt.
Im Jubiläumsjahr wurden die bestehenden
Strukturen reflektiert und Weiterent-
wicklungen auf den Weg gebracht, um
Familien auch unter den aktuellen schwierigen
Rahmenbedingungen verlässlich unterstützen
zu können.
Die Wirkung zeigt sich an vielen Stellen:
Familien bekommen Sicherheit und fühlen sich
gestärkt. Fachkräfte nutzen die kurzen Wege
und kennen die bestehenden Angebote und
können so Familien passgenauer vermitteln
und begleiten.
Ein besonderer Dank gilt den Familien für ihr
Vertrauen sowie allen Fachkräften,
Ehrenamtlichen, Netzwerkpartnern, poli-
tischen Entscheidungsträger:innen und der
Verwaltung, die sich tagtäglich für das gesunde
Aufwachsen von Kindern in Bonn engagieren.
Susanne Absalon und Anja Henkel
„Ich war so unsicher. Ich brauchte einfach
jemanden, der mir das Gefühl gibt: Du bist
gut so wie Du bist. Du machst alles richtig.
Wenn Du Hilfe brauchst, da ist jemand,
der ist da.“
Sina, Mutter mit dem ersten KindSeite 11 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
1
Statistische Auswertung der Anfragen und geleisteten Hilfen
Abbildung 1: Anzahl der Anfragen bei der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen im Jahresvergleich
Abbildung 2: Von wem kommt die Anfrage bei der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen? N=498
367 401
453
526 498 498
0
100
200
300
400
500
600
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl Anfragen 2020 - 2025
47%
36%
11%
5%
Anfrage erfolgt von
Mutter
Institution
Vater
Verwandte/BekannteSeite 12 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
2
Abbildung 3: Woher hatten die Anrufer (anrufende Mütter/Väter/Verwandte/Bekannte und
Institutionen) Kenntnis von den Frühen Hilfen? N=358
Abbildung 4: Zu welchem Bereich gehörte die für eine Familie anfragende Institution? N=180
30%
21%
10% 9% 8% 8%
3% 3% 2% 2% 1% 1% 1% 1%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
Woher hatten die Anfragenden Kenntnis
von den Frühen Hilfen? Klinik, Arzt, Hebamme
Internet/Presse/Flyer
Sonstiges
Schwangerschaftsberatung
Beratungsstellen
Mund-zu-Mund Propaganda
FFE/FD Kinderschutz
HzE-Träger
Familienbildung
Spezielle ambulante Dienste
Gesundheitsamt
Familienbüro
FZ/Kinderbetreuung
Sozialamt
41%
14%
10% 9% 7% 5% 4% 4% 2% 2%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
45%
Zugehörigkeit der anfragenden Institutionen Klinik, Arzt, Hebamme
Schwangerschaftsberatung
Beratungsstellen
Sonstiges
HzE-Träger
FFE/FD Kinderschutz
Familienbildung
Spezielle ambulante Dienste
Gesundheitsamt
Internet/Presse/FlyerSeite 13 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
3
Abbildung 5: Welche Hilfe wurde beim Erstkontakt erbracht? N=475
Abbildung 6: Welche Maßnahme wurde nach dem Hausbesuch/ persönlichen Kontakt ergriffen?
N=207
29%
56%
15%
Hilfe bei Erstkontakt
Hausbesuchsvereinbarung
Information und Beratung
Information und Beratung mit
Weitervermittlung
107
38 26 28
8
0
50
100
150
Ergriffene Maßnahmen nach Hausbesuch oder
persönlichem Kontakt Weitervermittlung an
Einsatz Familienhebamme
Einsatz FGKiKP
Einsatz Ehrenamtliche
SonstigesSeite 14 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
4
Abbildung 7: Wohin erfolgte die Vermittlung im Netzwerk? Mehrfachnennungen möglich N=574
Abbildung 8: Belastungsfaktoren der begleiteten Familien. Mehrfachnennungen möglich N=1217
37%
19% 16% 13%
8% 7% 7%
2% 2% 1% 1% 1%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
Wohin erfolgte die Vermittlung? Spezielle ambulante Dienste
Beratungsstellen
Klinik, Arzt, Hebamme
Schwangerschaftsberatung
Sonstiges
Familienbildung
FFE/FD Kinderschutz
Familienbüro
Sozialamt
FZ/Kinderbetreuung
Gesundheitsamt
HzE-Träger
51%
39%
35%
32%31%
27%
20%18%
15%15%13%11%11%
4%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
Belastungsfaktoren Belastete Biographie der Eltern
chronische / psychische Erkrankung /
Sucht der Eltern
Frühgeburt / behindertes Kind / krankes
Kind / schwieriges Temperament
Armut / Arbeits-losigkeit
Alleinerziehend
fehlende Sprach- und/oder
Systemkenntnis
Erziehungsunsicherheit
soziale Isolation
Familien mit 3 und mehr Kindern
Minderjährige / junge Mutter (bis 25
Jahre)
Flüchtling
Mehrlinge / schnelle
Schwangerschaftsfolge
Geringe Bildung
späte ErstgebärendeSeite 15 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
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Abbildung 9: Anzahl der Belastungsfaktoren in den begleiteten Familien. N=359
Frühe Hilfen in der Klinik und ehrenamtlicher Besuchsdienst „Hallo Baby“
Anzahl Geburten in Bonn 6333
Anzahl der kontaktierten Frauen/Familien durch die
Lotsinnen in den Kliniken
(UKB, Johanniter Krankenhaus, St. Marien Hospital)
2702
Anzahl der vom Besuchsdienst „Hallo Baby“
kontaktierten Frauen/Familien im St. Marien
Hospital
2149
Prozentualer Anteil der vom Besuchsdienst „Hallo
Baby“ kontaktierten Frauen/Familien im St. Marien
Hospital
96%
Abbildung 10: Anzahl der besuchten Frauen/Familien durch den Lotsendienst „Frühe Hilfen in der
Klinik“
28%
23%
14%
11%
14%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
Wie häufen sich die Belastungsfaktoren bei den Familien?
Familien mit 1
Belastungsfaktor
Familien mit 2
Belastungsfaktoren
Familien mit 3
Belastungsfaktoren
Familien mit 4
Belastungsfaktoren
Familien mit mehr als 5
BelastungsfaktorenSeite 16 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
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Kurzvorstellung der Koordinierungsstelle
Die Koordinierungsstelle des Netzwerks Frühe Hilfen Bonn ist im Auftrag der Stadt Bonn tätig und wird
von Familienkreis e.V. und Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. getragen.
Sie wurde 2011 eingerichtet und ist für den im Bundeskinderschutzgesetz gesetzlich verankerten Auf-
und Ausbau eines Netzwerks Frühe Hilfen zuständig. Darüber hinaus fungiert sie als Kontakt- und
Vermittlungsstelle für werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zu 3 Jahren und stellt
Unterstützungs- und Entlastungsangebote bereit. In das Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden sind
aktuell 60 Einrichtungen und Träger u.a. aus den Bereichen Gesundheitshilfe, Jugendhilfe, Soziales,
Familienbildung und Ehrenamt. Die Zusammenarbeit im Netzwerk ist durch eine
Kooperationsvereinbarung verbindlich geregelt.
Angebote für Familien: Information – Beratung – Vermittlung – Unterstützung
Die Koordinierungsstelle ist für alle Familien in Bonn in der Schwangerschaft und mit Kindern bis zum
3. Lebensjahr sowie für Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Familien beraten, betreuen oder
unterstützen, ansprechbar. Dabei übernimmt sie eine Lotsenfunktion, indem Informationen
weitergegeben oder an andere spezialisierte Anbieter vermittelt werden. Die Beratung erfolgt
telefonisch und auf Wunsch durch einen Hausbesuch. Zusätzlich stehen in drei Bonner
Geburtskliniken, der Universitäts-Frauenklinik, dem St.-Marien-Hospital und dem Johanniter
Krankenhaus jeweils eine Gesundheitsfachkraft (GFK; (Familien-)Hebamme und/oder Familien-
Gesundheits- und Kinderkrankenschwester) als Frühe Hilfen-Lotsin zur Verfügung. Weitere
Familienhebammen und Familien-Gesundheits-Kinderkrankenpflegerinnen werden aufsuchend bei
Familien in belasteten Lebenslagen tätig. Zur alltagspraktischen Entlastung stehen ca. 40 ehrenamtlich
Mitarbeitende bereit, die die Familien individuell unterstützen und bei einem guten Start ins Leben
eines Kindes helfen.
An mehreren Standorten werden niederschwellige Eltern-Kind-Gruppen von unterschiedlichen
Trägern angeboten, die an Familien- oder Gemeindezentren angegliedert und für Eltern kostenfrei
sind. Regelmäßige Hebammensprechstunden sowie die Gruppe „Geborgen wachsen“ für Eltern mit
Kindern mit Beeinträchtigungen oder angeborenen Fehlbildungen runden das Angebot ab.
Netzwerkkoordination: Systemübergreifende Kooperation – Strukturentwicklung – Wissens-
transfer
Die Netzwerkkoordination und -steuerung beinhaltet die strategische Planung, Qualitätsentwicklung
und Durchführung von Veranstaltungen. Die Koordinierungsstelle wird durch eine interdisziplinär
besetzte Koordinierungsgruppe unterstützt. Vier Netzwerktreffen pro Jahr und spezifische
Unterarbeitskreise zu den Themenschwerpunkten Bindung und Qualitätsentwicklung sowie ein
Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie bilden den strukturellen Rahmen des
systemübergreifenden Austauschs der Akteure.
Zentrale Aufgabe ist es hier, die Bedarfe der Familien und mögliche Zugangshürden zu benennen,
Schnittstellen zu bearbeiten, Vereinbarungen für die Zusammenarbeit zu treffen und den Wissens-Seite 17 von 18
Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
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und Informationstransfer sicher zu stellen. Die Netzwerkarbeit wird regelmäßig evaluiert und
konzeptionell angepasst.
Übersicht Aufgaben der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen BonnSeite 18 von 18

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Datenstand: 02.11.2026, 19:21 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de