261066 · Mitteilungsvorlage
Vorstellung der Arbeit der Frühen Hilfen Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 261066
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 02.06.2026
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Tannenbusch Hauptort
- Im Gesetz
- Dransdorf
- Auerberg
- Mehlem
- Pennenfeld
- Bonn
- Beuel
- Medinghoven
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 261066 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 51 Amt für Kinder, Jugend und Familie Dezernat: Dez. V Vorstellung der Arbeit der Frühen Hilfen Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 01.07.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: 1. Ausgangssituation Bereits seit 2008 gibt es in Bonn niederschwellige aufsuchende Ange- bote und Netzwerke, die Familien in der Schwangerschaft und im Leben mit Kleinkindern (0-3 Jahre) unterstützen. Im Jahr 2010 erfolgte der Auf- trag an die Stadtverwaltung eine Verknüpfung und eine gemeinsame Koordinierungsstelle des Caritas-Netzwerks „Frühe Hilfen“ und des Netzwerks des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes „Vater-Mutter-Kind“, das vom Familienkreis e.V. koordiniert wurde, mit beiden Trägern zu verhandeln. Die kommunale Aufgabe der Frühen Hilfen wird seit dem 6.12.2010 durchgängig in dieser Trägerkooperation im Auftrag der Stadt Bonn ausgeführt. Die Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen Bonn - Für Kinder. Für Familien.“ ist seitdem ein wichtiger Bestandteil des Bonner Kinderschutzsystems. Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) am 1. Janu- ar 2012 wurden die Frühen Hilfen auch gesetzlich verankert und vom Bund finanziell gefördert (damals Bundesinitiative Frühe Hilfen). Seit 2018 gibt es die Bundesstiftung Frühe Hilfen durch die die langfristige Finanzierung, um bundesweit interdisziplinäre Netzwerkstrukturen und niedrigschwellige Angebote für Familien mit kleinen Kindern zu gewähr- leisten, gesichert wurde. Die Bundesstiftung ist im Gesetz zur Koopera- tion und Information im Kinderschutz (KKG) verankert und arbeitet eng mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) zusammen. Zur Aufgabe der Frühen Hilfen gehört die Beratung von Familien rund um die Geburt bis zum 3. Lebensjahr. Bei Bedarf werden Familien in Hilfe- und Beratungsangebote weitergeleitet. Die Frühen Hilfen sind ei- ne wesentliche Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswe- sen und kooperieren zudem mit Kinderarztpraxen, Hebammen und Ge- burtskliniken. Diese interdisziplinäre Versorgungsstruktur, die Jugendhil- fe und Gesundheitswesen sowie weitere Hilfestrukturen vernetzt, ist die Basis, um die Beziehungs- und Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken. Die Trägerkooperation aus Caritasverband und Familienkreis besteht nun bereits seit über 15 Jahren im Bereich der Frühen Hilfen, um wer-Seite 1 von 18 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) dende Eltern und Familien mit kleinen Kindern frühzeitig zu erreichen und bei Bedarf durch niederschwellige und alltagspraktische Hilfsange- bote individuell zu unterstützen. Dazu gehört auch in Krisenlagen (z.B. Corona-Pandemie) anlassbezogene, passgenaue Angebote für Famili- en zu entwickeln und vorzuhalten. Zu den wesentlichen Koordinationsaufgaben, Unterstützungs- und Hilfsangeboten der beiden Träger im Bereich der Frühen Hilfen gehören: • Netzwerkmanagement: Koordination des Netzwerks Frühe Hilfen Bonn mit knapp 60 Partnern und stetige Weiterentwicklung, Organisation und Mode- ration von Netzwerktreffen und Arbeitskreisen & Wissensmana- gement, Aufbau und Pflege von Kooperationsstrukturen mit an- deren Fachdiensten der Jugendhilfe und des Sozial- und Ge- sundheitswesens (z.B. Moderation des sozialpädiatrischen Qua- litätszirkels in Kooperation mit niedergelassenen Pädiater*innen und dem Kinderneurologischen Zentrum). • Beratung von Familien: Aufsuchende Beratung und Clearing in Familien (Hausbesuche), Vermittlung von passgenauen Hilfen im Netzwerk Frühe Hilfe • Ehrenamtliche Unterstützung von Familien: Dazu Akquise, Auswahl, Qualifikation und Koordination von eh- renamtlichen Helfer*innen zur Unterstützung, Entlastung und Begleitung von Familien mit kleinen Kindern. • Gesundheitsorientierte Familienbegleitung: Kurzfristige Einsätze von Familienhebammen und Familien- Gesundheits-Kinderkrankenpfleger*Innen zur Unterstützung in familiären Krisensituationen und der Begleitung von Familien. • Lotsendienste und Willkommensbesuche in Geburtskliniken: Frühe Hilfen in der Klinik in Kooperation mit allen Bonner Ge- burtskliniken, Ehrenamtlicher Besuchsdienst „Hallo Baby“ im St. Marien Hospital. • Offene Treffs im Stadtteil für Eltern und Kindern: „Neu Im Leben“ in Kooperation mit 10 beteiligten Einrichtungen und Trägern an 12 Standorten. • Öffentlichkeitsarbeit: Betrieb und Pflege der Website www.fruehehilfen-bonn.de mit Informationen für die Zielgruppen der Frühen Hilfen, Erstellung von Broschüren und Flyern zu den Angeboten der „Frühen Hilfen Bonn – Für Kinder. Für Familien.“ • Bonner Präventionskette: Enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Koordinierungs- stelle für das Landesprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ im Amt für Kinder, Jugend und Familie, die für die Steuerung der „Kommunalen Präventionskette“ zuständig ist. Zusammenarbeit mit der Jugendhilfeplanung zum Aufbau eines bedarfsgerechten Unterstützungssystem für junge Familien vorSeite 2 von 18 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Ort (Austausch mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie über Bedarfe und aktuelle Entwicklungen). Mitwirkung in weiteren Netzwerken und Gremien (z.B. Netzwerk Kinderschutz, JuPs- Gemeinsam stark für Kinder psychisch und/oder suchtkranker Eltern). Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Arbeit und die damit verbundenen Aufgaben der beiden Träger in den letzten Jahren sehr bewährt haben. So war es den kooperierenden Trägern stets möglich, ihre Aufgaben und Tätigkeitsfelder den aktuellen Herausforderungen und Bedarfen der Familien entsprechend auszurichten. 2. Aktuelle Situation Im Jahr 2025 haben in Bonn knapp 500 Familien das Angebot der Frühen Hilfen angenommen. Eltern wendeten sich mit vielfältigen Belas- tungslagen an die Frühen Hilfen, darunter belastete Biografien, chroni- sche, psychische oder Suchterkrankungen der Eltern, Frühgeburtlichkeit oder Beeinträchtigungen der Kinder, Armut, Arbeitslosigkeit, alleinerzie- hende Elternteile sowie fehlende Sprach- oder Systemkenntnis. Zentra- les Ziel der Arbeit war es weiterhin, Eltern frühzeitig zu erreichen, sie in ihrer elterlichen Kompetenz zu stärken und ihr Gefühl von Selbstwirk- samkeit zu fördern – beides wesentliche Voraussetzungen für eine ge- sunde Entwicklung der Kinder. Die konkreten Inhalte und Zahlen des Jahres 2025 sind dem in der Anlage befindlichen Jahresbericht 2025 des Netzwerkes Frühe Hilfen zu entnehmen. Besonders hervorzuheben ist die Weiterqualifizierung und der Ausbau des Angebotsbereichs „Frühe Hilfen in der Klinik“ um eine weitere Klinik. Im Angebotsbereich „Neu im Leben“ wurde zudem ein Offener Treff für Eltern mit Frühgeborenen und Kindern mit Beeinträchtigung oder ange- borener Fehlbildung etabliert, um den spezifischen Bedürfnissen dieser Familien gerecht zu werden. Damit wird der inklusive Charakter der Frühen Hilfen weiter verbessert. Auch zukünftig steht die Arbeit der Ko- ordinierungsstelle Frühe Hilfen im Zeichen der Neuorganisation und An- passung an die veränderte Netzwerklandschaft. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Netzwerke kinderstark, Kinderschutz, Inte- gration und Inklusion ist bereits angestoßen und soll weiterhin vertieft werden. Die gemeinsame Entwicklung der Fortbildungsreihe „Netzwerk für Einsteiger*innen“ sowie der Fachtag „Gemeinsam Handeln im Kin- derschutz“ sind in diesem Kontext konkrete Maßnahmen. Die Familienarbeit ist auch im Jahr 2026 von einer hohen Bedarfslage geprägt und fordert weiterhin Flexibilität und Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden der Koordinierungsstelle. Wichtige Zielsetzung ist es daher, die Angebote angesichts der anhal- tenden gesellschaftlichen Krisenlagen aufrechtzuerhalten und Zugänge für belastete Familien gemeinsam mit den Kooperationspartnern einfach und niederschwellig zu gestalten. Anlage/nSeite 3 von 18 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 1 Jahresbericht 2025 Frühe Hilfen (öffentlich)Seite 4 von 18 JAHRES BERICHT 2025 Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn, Februar 2026 www.fruehehilfen-bonn.de Geburtstagsfeier mit Familien: 15 Jahre Frühe HilfenSeite 5 von 18 DIE LAGE DER JUNGEN FAMILIEN IN BONN Die Situation junger Familien ist auch im Jahr 2025 weiter angespannt. Anhaltende gesell- schaftliche Verunsicherungen, wirtschaftlicher Druck sowie globale und politische Krisen wirken sich unmittelbar auf den Familienalltag aus. Die hohe Zahl an psychischen Belastungen, Existenzängste und Konflikte innerhalb der Familien stagnieren daher weiter auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig zeigen sich Entwicklungs- und Verhalten- sauffälligkeiten bei Kindern zunehmend früher. Der fortbestehende Fachkräftemangel sowie strukturelle Engpässe – insbesondere im Bereich Wohnraum und psychothera- peutischer Versorgung – verschärfen die Situation zusätzlich. FRÜHE HILFEN ALS ANTWORT AUF STEIGENDE BELASTUNGEN Vor diesem Hintergrund kommt den Frühen Hilfen als Angebot weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Dies zeigte sich auch in den Anfragen der Mütter oder Väter selbst (knapp 60 %) und der Mitarbeitenden in den verschiedenen Einrichtungen des Netzwerks. Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn bietet niedrigschwellige Beratung, Begleitung, Alltagsentlastung und Gesundheitsförderung für Familien mit Kindern in den ersten Lebensjahren sowie passgenaue Weiterleitung in weiterführende Angebote an. Mit knapp 500 Anfragen verzeichnete die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen eine gleichbleibend hohe Zahl an anfragenden Familien. (vgl. Anlage Statistik). Eltern wendeten sich mit vielfältigen Belastungslagen an die Frühen Hilfen, darunter belastete Biografien, chronische, psychische oder Suchterkrankungen der Eltern, Frühgeburtlichkeit oder Beeinträchtigungen der Kinder, Armut, Arbeitslosigkeit, alleinerziehende Elternteile sowie fehlende Sprach- oder Systemkenntnis. Zentrales Ziel der Arbeit war es weiterhin, Eltern frühzeitig zu erreichen, sie in ihrer elterlichen Kompetenz zu stärken und ihr Gefühl von Selbstwirksamkeit zu fördern – beides wesentliche Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Die Unterstützung der Familien erfolgte durch pädagogische Fachkräfte, Familienhebammen, Familien-Gesundheits-Kinderkranken- pflegende (FGKiKP) sowie rund 46 qualifizierte Ehrenamtliche. Die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte waren auch 2025 stark ausgelastet. Die rund 60 Netzwerkpartner hielten zudem vielfältige Angebote von der Schwangerschafts- und Erziehungsberatung, Familienbildung, Gesundheitsförderung bis zur Förderung von Sprache und Integration bereit. ZUGÄNGE UND NIEDRIG- SCHWELLIGE ANSPRACHE BELASTETER FAMILIEN Ein zentrales Prinzip der Frühen Hilfen ist es, Familien über verschiedene Zugangswege zu erreichen und Hürden möglichst gering zu halten. Eltern wurden in Bonn auch 2025 über die Lotsendienste in den Wöchnerinnenstationen am Universitäts- klinikum, dem St. Marien Hospital, dem Johanniter Krankenhaus sowie dem ehrenamtlichen Besuchsdienst „Hallo Baby“ im St. Marien Hospital angesprochen (Lotsendienst in Kliniken | Frühe Hilfen Bonn). Ergänzend informiert der Kinderwill- kommensbrief der Stadt Bonn, der an alle Familien zur Geburt eines Kindes versendet wird, über die Angebote der Frühen Hilfen. Die „Neu im Leben“-Angebote (NiL) an den zwölf Standorten in den Stadtteilen Tannenbusch, Dransdorf, Medinghoven, Auerberg, Bonn-Nord, Beuel, Mehlem undSeite 6 von 18 2 Pennenfeld sind weitere wichtige wohnortnahe Anlaufstellen. An vier Stand- orten wurden die Gruppen durch Hebammensprechstunden ergänzt. Die bestehenden Angebote wurden 2025 weiterentwickelt und neue Angebote geschaffen: • die Verstetigung der Gruppe „Geborgen wachsen“ für Eltern mit beeinträchtigten Kindern • ein Väterfrühstück Inhaltlich wurden Einheiten zum Thema Ernährung an den Standorten durch eine Gesundheitsfachkraft der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen durchgeführt. Weiterlesen: Jahresbericht 2025 Neu im Leben Zudem wurde der Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen ausgeweitet, der in Kooperation mit der Koordinierungsstelle kinderstark betrieben wird und die Zielgruppe der 0-18 Jährigen adressiert. In Beuel konnten Anfang des Jahres drei neue Praxen gewonnen werden, in denen nun regelmäßig Sprechstunden angeboten werden. Weiterlesen: Jahresbericht 2025 Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Im Jubiläumsjahr war die Öffentlichkeitsarbeit der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen sehr erfolgreich. Am 04.02.2025 war die Koordinierungsstelle in der WDR-Sendung Lokalzeit Bonn mit einem Interview zu den Frühen Hilfen vertreten. Am 25.03.2025 erschien ein Artikel im General-Anzeiger zum Angebot „Hallo Baby“. Weitere Beiträge im General-Anzeiger thematisierten am 07.08.2025 die Lotsendienste in Kliniken („Hilfe ab dem Wochenbett“) sowie am 31.12. 2025 ein Jubiläumsinterview anlässlich des 15- jährigen Bestehens. Die kontinuierliche Medienpräsenz trug dazu bei, die Bekanntheit der Angebote zu erhöhen und neue Familien zu erreichen. Im Rahmen des Jubiläumsjahres ist ein Film entstanden, in dem Eltern über ihre Erfahrungen mit den Angeboten der Frühen Hilfen berichteten. KOOPERATION MIT NETZWERKPARTNERN Die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern hat sich auch 2025 an vielen Stellen weiterentwickelt bzw. läuft weiterhin sehr stabil, wie oben beschrieben sowohl im Bereich der offenen Treffs Neu im Leben als auch der Lotsendienste in Geburtskliniken und Kinderarztpraxen. Hervorzuheben ist auch die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzt:innen und die Neugestaltung des Einklebers für das gelbe Vorsorgeheft. Mit diesem Einkleber werden Eltern frühzeitig und barrierearm auf die Frühen Hilfen und auch auf das Bonner Familienportal aufmerksam gemacht. Um die Kooperation der Koordinierungsstelle mit den Fachdiensten für Erziehungs- und Familienhilfen (FFE) und den Angeboten für Hilfe zur Erziehung (HzE) zu vertiefen, konnten „Ich empfinde, dass die Patienten dadurch eher bei den entsprechenden Stellen ankommen. Darüber hinaus schätze ich die kurzen Wege und die Netzwerkpartner persönlich kennenzulernen und einen gemeinsamen Blick auf die Patienten zu haben. Bonner KinderarztSeite 7 von 18 3 die Frühen Hilfen im Rahmen der Bonner Sozialraumteams vorgestellt werden. 2026 wird diese Reihe fortgesetzt. Eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit war zudem die Fortbildung „Interkulturelles Handeln in den Frühen Hilfen“ in Kooperation mit dem Projekt Chancenvielfalt des Diakonischen Werks für Bonn und die Region. JUBILÄUMSJAHR 2025: 15 JAHRE FRÜHE HILFEN IN BONN 2025 stand im Zeichen des 15-jährigen Jubiläums der Frühen Hilfen in Bonn. Familien, ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende, Netzwerkpartner und die Öffentlichkeit wurden mit verschiedenen Aktivitäten zur gemeinsamen Rückschau und zum Feiern eingeladen: Das Familienfest im Mai mit ca. 200 teilnehmenden Eltern und Kindern und dem haupt- und ehrenamtlichen Team der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen war das Herzstück des Jubiläumsjahres. Es gab ein Waffel- und Kuchenbuffet, Spiel- und Bastelmöglichkeiten, eine Schminkstation, einen Geschichtenerzähler sowie die Möglichkeit, ein Familienportrait erstellen zu lassen. Teilnehmende Eltern wurden interviewt. Entstanden ist ein Film, der die Perspektive von Eltern auf Angebote der Frühen Hilfen wiedergibt und zeigt, wie wichtig eine frühzeitige, präventive und die Eltern in ihren Kompetenzen wahrnehmende und stärkende Ansprache ist. Eine Fachkräftebefragung zur Evaluation der gemeinsamen Netzwerkarbeit im März hat die sehr gute Qualität der Netzwerkarbeit bestätigt. Hervorgehoben wurde die systemübergreifende Zusammensetzung des Netzwerks, Transparenz, Lösungsorientierung und der frühe und niederschwellige Zugang zu Familien. Das Prinzip der kurzen Wege erleichtert die schnelle Anbindung der Familien an Hilfen. Für Familien können passgenaue Angebote gefunden werden, was zu einer Entlastung der Fachkräfte führt und Ressourcen spart. Als größte aktuelle Herausforderung wird der Fachkräftemangel benannt und die überbordende Bürokratie, die die tägliche Arbeit stark belastet. Gleichzeitig nehmen familiäre Problemlagen zu und werden komplexer. Der gesellschaftliche Wandel insgesamt bringt viele Herausforderungen für die Fachkräfte im Netzwerk Frühe Hilfen mit sich: fehlender Wohnraum für Familien, unzuverlässige Kinderbetreuung, die Kürzung finanzieller Mittel in verschiedenen Bereichen sowie eine Veränderung der gesellschaftlichen Haltung zu Themen wie Migration und Kultursensibilität. Ein wichtiges Ziel müsse sein, die Zugänge und Hilfen so zu gestalten, dass die Familien mit dem größten Bedarf erreicht werden, um ein Präventionsdilemma zu vermeiden.Seite 8 von 18 4 Zur Jubiläumsfeier im Dezember gab es wertschätzende Worte der Bonner Sozialdezernentin Azra Zürn, dem Leiter des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen Jörg Backes, Desirée Frese von der Landes- koordinierungsstelle und Prof. Dr. Peter Borusiak, Chefarzt des Kinderneurologischen Zentrums in Bonn. Die Trägervertreter:innen von Caritas und Familienkreis, Jean-Pierre Schneider und Judith Albert, eröffneten die Veranstaltung, Frühe Hilfen-Koordinatorin Susanne Absalon führte die Gäste als Moderatorin durch den Nachmittag. Das Impro-Theater Ratzfatz erfreute mit humorvollen Beiträgen zum Arbeitsfeld. Gemeinschaft, Vertrauen, Bindung aufbauen - diese Leitgedanken waren im Saal spürbar und zogen sich durch den Text von Koordinatorin Anja Henkel, die einen poetischen Einblick in die Arbeit gab. Eine durch und durch gelungene Feier! Neben den verschiedenen Veranstaltungen wurde die Homepage www.fruehehilfen- bonn.de überarbeitet. Der Relaunch erfolgte im Frühjahr 2025. Die neue Homepage wurde mit Unterstützung der Aktion Mensch barrierefrei umgesetzt und ist für Menschen mit Beeinträchtigungen oder fehlenden Deutschkenntnissen nun leichter zugänglich. Darüber hinaus wurde das Jubiläumsjahr zum Anlass genommen, das Logo und den Namen anzupassen. Mit einer geschlechtsneutralen Darstellung der Familie im Logo und dem neuen Namen „Frühe Hilfen Bonn. Für Kinder. Für Familien.“ sollen alle Familienformen angesprochen werden. Sowohl Fachkräfte als auch Familien wurden in die Wahl des neuen Namens durch eine Abfrage mit einbezogen und konnten ihr Votum abgeben. Die neue Namensgebung entspricht den Empfehlungen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen für die Öffentlichkeitsarbeit. GEMEINSAM BESSER WERDEN: INKLUSION UND FRÜHE HILFEN Die Versorgung von Familien mit beeinträchtigten oder behinderten Kindern stellte weiterhin eine große Herausforderung dar. Das im Netzwerk 2024 abgestimmte Positionspapier bildete weiterhin eine wichtige Grundlage für die Weiterarbeit an diesem Thema. Gemeinsam mit der Koordinierungsstelle kinderstark, der Behindertengemeinschaft der Stadt Bonn und dem Netzwerk BeWEGt wurden - auch mit Blick auf den neuen behindertenpolitischen Teilhabeplan - weitere Schritte zur bedarfsgerechten Ausgestaltung der Hilfen für Familien thematisiert. Poetry Slam: Ein Netz, das trägt und getragen wird.Seite 9 von 18 5 GEMEINSAM HANDELN IM KINDERSCHUTZ Auch 2025 wurde das bewährte Kooperationsformat der Koordinierungsstellen Frühe Hilfen, kinderstark, Kinderschutz und dem Arbeitskreis Opferschutz fortgeschrieben. So wurde ein drittes übergreifendes Netzwerktreffen „Gemeinsam Handeln im Kinderschutz“ mit dem Schwerpunkt „Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Kinderschutz“ mit über 120 Teilnehmenden in den Räumen der Internationalen Begegnungsstätte durchgeführt. ANGEBOTSÜBERSICHT FÜR ELTERN, KINDER UND JUGENDLICHE Das Bonner-Familienportal wurde 2025 in Kooperation mit kinderstark weiterentwickelt. Es bietet Familien einen zentralen Überblick über rund 680 Angebote von ca. 160 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche von 0–18 Jahren. 2026 geht die Zuständigkeit für das Bonner Familienportal in die alleinige Zuständigkeit der Bonner Koordinierungs- stelle kinderstark über. Weiterlesen: Jahresbericht Bonner Familienportal FACHGESPRÄCHE IN BONN UND ÜBERREGIONAL Die Koordinierungsstelle beteiligte sich auch 2025 an zahlreichen Fachgesprächen auf kommunaler und überregionaler Ebene, beispielsweise bei der Bonner Freiwilligen- börse im März 2025, beim Weltfrauentag, der von der Gleichstellungsstelle organisiert wurde und dem Jahrestreffen der Landes- koordinierungsstelle Frühe Hilfen. Diese Präsenz stärkte die Vernetzung, den fachlichen Austausch und die Sichtbarkeit der Frühen Hilfen. POSITIVE ENTWICKLUNGEN UND HERAUSFORDERUNGEN 2025 Die strukturellen Herausforderungen bestehen fort. Sprachliche und besonders bürokratische Hürden erschweren vielen Familien den Zugang zum Hilfesystem. Familien, die zudem noch von Analphabetismus betroffen sind oder denen es an hinreichenden digitalen Kommunikationsmitteln fehlt, finden aus eigener Kraft kaum Zugang ins Hilfesystem. Oftmals gelingt die Kommunikation mit Institutionen nur durch die Unterstützung von Fachkräften, Ehrenamtlichen und Beratungsstellen. Die Zahl der sehr jungen Kinder mit Verhaltens- auffälligkeiten steigt weiter, u.a. mit frühem Verdacht auf Autismus. Gleichzeitig nehmen psychische Belastungen der Eltern zu, insbesondere auch bei Vätern. Unsicherer Aufenthaltsstatus, Angst vor Abschiebung sowie Kürzungen in der Migrationsberatung wirken sich erheblich auf die psychische Stabilität von Familien mit Zuwanderungsgeschichte aus. Zugangsbarrieren und teilweise lange Wartezeiten für Diagnostik, in der Frühförderung, bei Therapiemaßnahmen und Hilfen zur Erziehung gehören zur Lebensrealität von betroffenen Familien, ebenso die Wohnungsproblematik, bei der seit Jahren keine Besserung in Sicht ist. Der allgemeine Kostendruck wirkt sich auf Familien extrem belastend aus – so wird es zunehmend schwieriger, Eltern und Kinder in „Ich brauchte keine Angst haben, zu sagen, ich bin überfordert oder das fällt mir schwer.“ Kira, Mutter von 3 KindernSeite 10 von 18 6 kostenintensiveren Fördermaßnahmen unter- zubringen. Trotz aller Herausforderungen zeigen sich auch positive Entwicklungen: Die Versorgung in Kindertagespflege und Kitas hat sich ein wenig entspannt und es ist leichter geworden, einen Betreuungsplatz zu finden. Trotzdem ist das Betreuungssystem durch häufige Ausfallzeiten und Notbetreuung für Eltern nach wie vor zu oft nicht verlässlich und wirkt sich negativ auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Die Schließung des Kreißsaals des Gemeinschafts-Krankenhauses St. Elisabeth war ein weiterer Rückschlag für die Bonner Geburtshilfe. Die ambulante Versorgung durch Hebammen in der Vor- und Nachsorge ist in Bonn hingegen viel stabiler geworden, was auch auf das niederschwellige Angebot der Bonner Hebammenambulanz zurückzuführen ist. Die Offenheit vieler Familien, ihr Vertrauen und auch ihre Dankbarkeit für die Unterstützung zeigt, dass die Frühen Hilfen als präventives und Ressourcen-stärkendes Angebot wahrgenommen wird. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK In 15 Jahren hat sich die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen als fester Bestandteil der Präventionslandschaft in Bonn und erster Anlaufpunkt für Familien mit kleinen Kindern etabliert. Vertrauen, Ressourcenorientierung und die systemübergreifende Zusammen- arbeit haben sich als zentrale Leitplanken bewährt. Im Jubiläumsjahr wurden die bestehenden Strukturen reflektiert und Weiterent- wicklungen auf den Weg gebracht, um Familien auch unter den aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich unterstützen zu können. Die Wirkung zeigt sich an vielen Stellen: Familien bekommen Sicherheit und fühlen sich gestärkt. Fachkräfte nutzen die kurzen Wege und kennen die bestehenden Angebote und können so Familien passgenauer vermitteln und begleiten. Ein besonderer Dank gilt den Familien für ihr Vertrauen sowie allen Fachkräften, Ehrenamtlichen, Netzwerkpartnern, poli- tischen Entscheidungsträger:innen und der Verwaltung, die sich tagtäglich für das gesunde Aufwachsen von Kindern in Bonn engagieren. Susanne Absalon und Anja Henkel „Ich war so unsicher. Ich brauchte einfach jemanden, der mir das Gefühl gibt: Du bist gut so wie Du bist. Du machst alles richtig. Wenn Du Hilfe brauchst, da ist jemand, der ist da.“ Sina, Mutter mit dem ersten KindSeite 11 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 1 Statistische Auswertung der Anfragen und geleisteten Hilfen Abbildung 1: Anzahl der Anfragen bei der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen im Jahresvergleich Abbildung 2: Von wem kommt die Anfrage bei der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen? N=498 367 401 453 526 498 498 0 100 200 300 400 500 600 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Anzahl Anfragen 2020 - 2025 47% 36% 11% 5% Anfrage erfolgt von Mutter Institution Vater Verwandte/BekannteSeite 12 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 2 Abbildung 3: Woher hatten die Anrufer (anrufende Mütter/Väter/Verwandte/Bekannte und Institutionen) Kenntnis von den Frühen Hilfen? N=358 Abbildung 4: Zu welchem Bereich gehörte die für eine Familie anfragende Institution? N=180 30% 21% 10% 9% 8% 8% 3% 3% 2% 2% 1% 1% 1% 1% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Woher hatten die Anfragenden Kenntnis von den Frühen Hilfen? Klinik, Arzt, Hebamme Internet/Presse/Flyer Sonstiges Schwangerschaftsberatung Beratungsstellen Mund-zu-Mund Propaganda FFE/FD Kinderschutz HzE-Träger Familienbildung Spezielle ambulante Dienste Gesundheitsamt Familienbüro FZ/Kinderbetreuung Sozialamt 41% 14% 10% 9% 7% 5% 4% 4% 2% 2% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% Zugehörigkeit der anfragenden Institutionen Klinik, Arzt, Hebamme Schwangerschaftsberatung Beratungsstellen Sonstiges HzE-Träger FFE/FD Kinderschutz Familienbildung Spezielle ambulante Dienste Gesundheitsamt Internet/Presse/FlyerSeite 13 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 3 Abbildung 5: Welche Hilfe wurde beim Erstkontakt erbracht? N=475 Abbildung 6: Welche Maßnahme wurde nach dem Hausbesuch/ persönlichen Kontakt ergriffen? N=207 29% 56% 15% Hilfe bei Erstkontakt Hausbesuchsvereinbarung Information und Beratung Information und Beratung mit Weitervermittlung 107 38 26 28 8 0 50 100 150 Ergriffene Maßnahmen nach Hausbesuch oder persönlichem Kontakt Weitervermittlung an Einsatz Familienhebamme Einsatz FGKiKP Einsatz Ehrenamtliche SonstigesSeite 14 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 4 Abbildung 7: Wohin erfolgte die Vermittlung im Netzwerk? Mehrfachnennungen möglich N=574 Abbildung 8: Belastungsfaktoren der begleiteten Familien. Mehrfachnennungen möglich N=1217 37% 19% 16% 13% 8% 7% 7% 2% 2% 1% 1% 1% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Wohin erfolgte die Vermittlung? Spezielle ambulante Dienste Beratungsstellen Klinik, Arzt, Hebamme Schwangerschaftsberatung Sonstiges Familienbildung FFE/FD Kinderschutz Familienbüro Sozialamt FZ/Kinderbetreuung Gesundheitsamt HzE-Träger 51% 39% 35% 32%31% 27% 20%18% 15%15%13%11%11% 4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Belastungsfaktoren Belastete Biographie der Eltern chronische / psychische Erkrankung / Sucht der Eltern Frühgeburt / behindertes Kind / krankes Kind / schwieriges Temperament Armut / Arbeits-losigkeit Alleinerziehend fehlende Sprach- und/oder Systemkenntnis Erziehungsunsicherheit soziale Isolation Familien mit 3 und mehr Kindern Minderjährige / junge Mutter (bis 25 Jahre) Flüchtling Mehrlinge / schnelle Schwangerschaftsfolge Geringe Bildung späte ErstgebärendeSeite 15 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 5 Abbildung 9: Anzahl der Belastungsfaktoren in den begleiteten Familien. N=359 Frühe Hilfen in der Klinik und ehrenamtlicher Besuchsdienst „Hallo Baby“ Anzahl Geburten in Bonn 6333 Anzahl der kontaktierten Frauen/Familien durch die Lotsinnen in den Kliniken (UKB, Johanniter Krankenhaus, St. Marien Hospital) 2702 Anzahl der vom Besuchsdienst „Hallo Baby“ kontaktierten Frauen/Familien im St. Marien Hospital 2149 Prozentualer Anteil der vom Besuchsdienst „Hallo Baby“ kontaktierten Frauen/Familien im St. Marien Hospital 96% Abbildung 10: Anzahl der besuchten Frauen/Familien durch den Lotsendienst „Frühe Hilfen in der Klinik“ 28% 23% 14% 11% 14% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% Wie häufen sich die Belastungsfaktoren bei den Familien? Familien mit 1 Belastungsfaktor Familien mit 2 Belastungsfaktoren Familien mit 3 Belastungsfaktoren Familien mit 4 Belastungsfaktoren Familien mit mehr als 5 BelastungsfaktorenSeite 16 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 6 Kurzvorstellung der Koordinierungsstelle Die Koordinierungsstelle des Netzwerks Frühe Hilfen Bonn ist im Auftrag der Stadt Bonn tätig und wird von Familienkreis e.V. und Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. getragen. Sie wurde 2011 eingerichtet und ist für den im Bundeskinderschutzgesetz gesetzlich verankerten Auf- und Ausbau eines Netzwerks Frühe Hilfen zuständig. Darüber hinaus fungiert sie als Kontakt- und Vermittlungsstelle für werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zu 3 Jahren und stellt Unterstützungs- und Entlastungsangebote bereit. In das Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden sind aktuell 60 Einrichtungen und Träger u.a. aus den Bereichen Gesundheitshilfe, Jugendhilfe, Soziales, Familienbildung und Ehrenamt. Die Zusammenarbeit im Netzwerk ist durch eine Kooperationsvereinbarung verbindlich geregelt. Angebote für Familien: Information – Beratung – Vermittlung – Unterstützung Die Koordinierungsstelle ist für alle Familien in Bonn in der Schwangerschaft und mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr sowie für Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Familien beraten, betreuen oder unterstützen, ansprechbar. Dabei übernimmt sie eine Lotsenfunktion, indem Informationen weitergegeben oder an andere spezialisierte Anbieter vermittelt werden. Die Beratung erfolgt telefonisch und auf Wunsch durch einen Hausbesuch. Zusätzlich stehen in drei Bonner Geburtskliniken, der Universitäts-Frauenklinik, dem St.-Marien-Hospital und dem Johanniter Krankenhaus jeweils eine Gesundheitsfachkraft (GFK; (Familien-)Hebamme und/oder Familien- Gesundheits- und Kinderkrankenschwester) als Frühe Hilfen-Lotsin zur Verfügung. Weitere Familienhebammen und Familien-Gesundheits-Kinderkrankenpflegerinnen werden aufsuchend bei Familien in belasteten Lebenslagen tätig. Zur alltagspraktischen Entlastung stehen ca. 40 ehrenamtlich Mitarbeitende bereit, die die Familien individuell unterstützen und bei einem guten Start ins Leben eines Kindes helfen. An mehreren Standorten werden niederschwellige Eltern-Kind-Gruppen von unterschiedlichen Trägern angeboten, die an Familien- oder Gemeindezentren angegliedert und für Eltern kostenfrei sind. Regelmäßige Hebammensprechstunden sowie die Gruppe „Geborgen wachsen“ für Eltern mit Kindern mit Beeinträchtigungen oder angeborenen Fehlbildungen runden das Angebot ab. Netzwerkkoordination: Systemübergreifende Kooperation – Strukturentwicklung – Wissens- transfer Die Netzwerkkoordination und -steuerung beinhaltet die strategische Planung, Qualitätsentwicklung und Durchführung von Veranstaltungen. Die Koordinierungsstelle wird durch eine interdisziplinär besetzte Koordinierungsgruppe unterstützt. Vier Netzwerktreffen pro Jahr und spezifische Unterarbeitskreise zu den Themenschwerpunkten Bindung und Qualitätsentwicklung sowie ein Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie bilden den strukturellen Rahmen des systemübergreifenden Austauschs der Akteure. Zentrale Aufgabe ist es hier, die Bedarfe der Familien und mögliche Zugangshürden zu benennen, Schnittstellen zu bearbeiten, Vereinbarungen für die Zusammenarbeit zu treffen und den Wissens-Seite 17 von 18 Anlage zum Jahresbericht 2025 der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn 7 und Informationstransfer sicher zu stellen. Die Netzwerkarbeit wird regelmäßig evaluiert und konzeptionell angepasst. Übersicht Aufgaben der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen BonnSeite 18 von 18
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