260988-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Kooperation CDU-SPD-FDP: Benutzungsfreundlichkeit der städtischen Website und des Terminbuchungsportals verbessern
Kerndaten
- Nummer
- 260988-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 19.06.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- F Hauptort
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung Kenntnisnahme
- Sitzung noch nicht verknüpft Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 260988-01 ST Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 10 Personal- und Organisationsamt Dezernat: Dez. OB Kooperation CDU-SPD-FDP: Benutzungsfreundlichkeit der städtischen Website und des Terminbuchungsportals verbessern Beratungsfolge Ausschuss für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung 07.07.2026 Kenntnisnahme Hauptausschuss 17.09.2026 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Vorbemerkungen Bürgerinnen und Bürger sehen das Online-Angebot der Stadt Bonn als zusammenhängend und als Einheit – unabhängig davon, dass technisch zwei unterschiedliche Systeme dahinterstehen: – bonn.de als redaktionelles System, das alle Informations- und Dienstleistungsseiten bereitstellt. – Terminbuchungsportal als eigenständiges System, eng verknüpft mit dem Besuchermanagement im Dienstleistungszentrum (DLZ). Diese technische Trennung muss bei der Bewertung und Umsetzung aller Maßnahmen berücksichtigt werden. Aktuell stellen wir den Bürgerinnen und Bürgern 320 Dienstleistungsseiten sowie vier Kategorieseiten für Dienstleistungsbereiche zur Verfügung. Zu Punkt 1 & 6: Auffindbarkeit von Dienstleistungen Die Verwaltung hat die konstruktiven Vorschläge zur Verbesserung der Benutzungsfreundlichkeit und Auffindbarkeit unserer digitalen Dienstleistungen begutachtet. Die intuitive und einfache Nutzung des Bonner Online-Angebots ist aus Sicht der Verwaltung ein zentraler Hebel für Information und Interaktion. Die Verwaltung teilt die Einschätzung der Veröffentlichung „E-Government- Bericht 2025“ https://initiatived21.de/publikationen/egovernment-monitor/2025 vollumfassend, dass eine digitale Verwaltung maßgeblich über die Leistungsfähigkeit des Staates – und damit auch über das Vertrauen der Bürger*innen in staatliches Handeln - entscheidet. Die Bereitschaft, digitale Lösungen zu nutzen, ist aus Sicht der Verwaltung vorhanden, bedeutet aber für die technische Umsetzung, dass digitale Angebote in der Nutzung auf Anhieb hilfreich, sicher und verständlich sein müssen. Ebenfalls teilt die Verwaltung dieSeite 1 von 5 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Einschätzung, dass inkrementelle Verbesserungen nicht ausreichen. Die Bürger*innen erwarten, dass der Staat technologische Innovationen konsequent nutzt, um endlich effizienter und leistungsfähiger zu werden. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen: Die dauerhafte Erfüllung dieses Anspruchs ist keine Einzelmaßnahme, sondern eine kontinuierliche Aufgabe, die nur mit ausreichenden Ressourcen und einer strukturierten, langfristigen Herangehensweise gelingt. Es reicht nicht, isolierte Projekte zu starten – vielmehr bedarf es eines Produktmanagements, das die „Dienstleistungsnavigation“ als eigenständiges Produkt betrachtet und kontinuierlich weiterentwickelt. Aufgrund fehlender personeller Ressourcen konnten bislang nur Einzelmaßnahmen realisiert werden. Ein multidisziplinäres Team und eine Ausrichtung als Produktteam besteht nicht. Hier besteht Handlungsbedarf, um strukturelle Barrieren abzubauen. Zusätzlich zu strukturellen Maßnahmen ist aktuell ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Rebrush bonn.de“ (offizielle Bezeichnung: „Funktionale und optische Weiterentwicklung der städtischen Website (bonn.de)“) in der Planung. Die Ziele dieses Projektes sind: Verbesserung der Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit Vollständige Zugänglichkeit der Website für alle Nutzergruppen Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen der Barrierefreiheit (BITV 2.0) Optimierung der technischen Performance und Suchfunktion Modernisierung des Designs und Ausbau zentraler Funktionen Visuell konsistenter Auftritt unter Einbindung des Design-Systems KERN UX (Standard für die Deutsche Verwaltung) Steigerung der Nutzung von Online-Diensten Empfehlung: Fokus auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) Unsere Analysen zeigen: Zwei Drittel aller Besuche auf den Dienstleistungsseiten kommen direkt über Google – die Nutzerinnen und Nutzer nutzen also nicht die interne Suche auf bonn.de. Daher ist es effektiver, die Inhalte auf den einzelnen Dienstleistungsseiten selbst zu überarbeiten, um sie für Suchmaschinen und Nutzerfragen optimal aufzubereiten – also Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu betreiben. Das bedeutet für künftige Anpassungen, dass die Texte auf den Dienstleistungsseiten weiter inhaltlich und sprachlich auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zugeschnitten und – kombiniert mit den technischen Anforderungen von Googles Suchalgorithmen werden müssen, um in den Suchergebnissen möglichst weit oben angezeigt zu werden. Da die Hoheit über die Texte bei den Fachbereichen liegt, wäre eine solche Überarbeitung eine verwaltungsweite Aufgabe, die zentral koordiniert werden müsste, um Konsistenz und Qualität sicherzustellen. Professionelle SEO- Unterstützung besteht personell aktuell nicht und wäre hier unerlässlich. WennSeite 2 von 5 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) bei Annahme des Antrags diese Maßnahme als Priorität angesehen wird, kann ein entsprechender Projektentwurf inklusive grober Kostenschätzungen erstellt werden. Einzelne Stellungnahme zu den vorgeschlagenen Maßnahmen: a. Erstellung übersichtlicher Kategorieseiten zu einzelnen Dienstleistungsbereichen Diese Maßnahme wurde bereits in der Vergangenheit ausprobiert – mit mäßigem Erfolg. Die Verwaltung schlägt vor, diesen Ansatz im Rahmen eines möglichen Projekts zur redaktionellen Überarbeitung der Dienstleistungsseiten erneut zu beleuchten und gegebenenfalls mit SEO-Optimierung und Nutzerfeedback zu verknüpfen. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Kategorisierung innerhalb der einzelnen Terminbuchungsmandanten bereits existiert. Diese orientiert sich grundsätzlich an den Angaben der jeweiligen Fachämter. Da es sich um eine Konfiguration handelt, entstehen keine weiteren Kosten. b. Einbindung direkter Links zur Terminbuchung auf den Informationsseiten der einzelnen Dienstleistungen, sodass Bürger*innen ohne Umweg über den Gesamtkatalog zur passenden Buchungsoption gelangen können. Die Einbindung von Direktlinks zu einer Terminbuchung auf den Dienstleistungsseiten wird im Zuge des Rebrush-Projekts der bonn.de bereits geprüft. Des Weiteren weist die Verwaltung darauf hin, dass die Entscheidung, ob der Aufruf des Links direkt zur Terminauswahl oder zur Auswahlseite der Dienstleistungen führt, um ggf. weitere Dienstleistungen hinzuzubuchen, dem Fachamt obliegt. Aktuell werden hierfür verschiedene Lösungsmöglichkeiten ausgearbeitet, um den Fachämtern eine möglichst breite Palette an Optionen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus befindet sich die Verwaltung in Gesprächen mit dem Hersteller der Terminbuchung, SmartCJM, um auch eine Terminbuchung über den auf der bonn.de angebotenen Chatbot zu ermöglichen. Aufgrund der komplexen interinstitutionellen Zusammenarbeit, die verschiedene Hersteller und Fachämter einschließt, ist es nicht möglich, präzise Angaben zu einem spezifischen Zeit- oder Kostenrahmen zu machen. c. Überarbeitung der Kategorisierung im Terminbuchungsportal mithilfe klarer und leicht verständlicher Schlagworte, z. B. „Reisepass“, „Personalausweis“, „Führerschein“ oder „Umzug“. Die Konfiguration der einzelnen Anliegen wird durch die Fachämter vorgegeben. Die Verwaltung führt bereits kontinuierlich Gespräche, um das Angebot sukzessive zu verbessern. Es entstehen hier keine Kosten.Seite 3 von 5 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) d. Zusammenführung sämtlicher Terminbuchungsoptionen der städtischen Ämter in ein zentrales Portal, das ohne vorherige Auswahl des zuständigen Amtes genutzt werden kann. Die Zusammenfassung aller Dienstleistungen, die für die Terminbuchung angeboten werden, ist verwaltungsseitig bereits in Arbeit. Eine Umsetzung ist wegen knapper Personalressourcen erst im zweiten Quartal 2027 zu erwarten. e. Erweiterung der Mehrsprachigkeit und der Barrierefreiheitsfunktionen z.B. Anpassung von Sprache, Kontrast oder Schriftgröße, auch im Terminbuchungsportal. Die Buchungskalender sind bereits gemäß der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz gestaltet. Verbände wie der DBSV empfehlen keine Erweiterung durch Overlay- Assistenten. Daher entschied sich die Verwaltung gegen die Einführung eines solchen zusätzlichen Tools. Die Verwaltung hat die Mehrsprachigkeit bereits in Auftrag gegeben. Zusätzliche Kosten entstehen nicht. Dies ist zum einen bedingt durch die in den Fragen 3 und 4 beschriebene Personalknappheit, zum anderen durch die Zuständigkeit der jeweiligen Fachbereiche für die Übersetzung der redaktionellen Inhalte. f. Einführung eines „Produktfinders“ Ein interaktiver Produktfinder wird aus folgenden Gründen für wenig wirkungsvoll eingeschätzt: Er widerspricht dem tatsächlichen Nutzerverhalten: Wie oben dargestellt, kommen 2/3 aller Nutzer direkt über Google auf die Dienstleistungsseiten – sie suchen also nicht über eine zentrale Such- oder Filterfunktion auf bonn.de, sondern über Suchmaschinen. Komplexe Bedürfnisse oder Fragestellungen können über einen Produktfinder nicht adäquat bedient werden. Hier sind dialogorientierte Formate bürgerfreundlicher – z.B. über den Chatbot oder das Bürgertelefon (770). Diese Formate ermöglichen es, individuelle Fragen zu klären und gegebenenfalls auf mehrere Dienstleistungen oder Beratungsangebote zu verweisen. Wie in Frage 2 dargelegt, ist die Verwaltung bereits mit dem Hersteller der Terminbuchungssoftware in Gesprächen, um die Terminbuchung mit dem Chatbot zu verbinden. Dies entspricht der Vorstellung eines Produktfinders. Eine belastbare Aussage zu den Kosten und zum Zeitrahmen ist erst nach Abschluss der Gespräche möglich. Zu Punkt 5: Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit Die Bonn.de verfügt bereits über hochwertige, innovative und aktuelleSeite 4 von 5 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Lösungen zur Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit: Mehrsprachigkeit: Alle Inhalte auf bonn.de können mit Unterstützung des Kölner KI-Unternehmens DeepL in 11 Sprachen übersetzt werden der Chatbot kann über 50 Sprachen “sprechen” – damit verfügen wir über den neuesten und hochwertigsten technischen Standard im Bereich maschineller Übersetzung. Barrierefreiheit: Mit dem Eye-Able-Assistenten können sich Bürgerinnen und Bürger die Website individuell an ihre Sehfähigkeit anpassen – z.B. durch Anpassung von Kontrast, Schriftgröße oder Farbschema. Weitere Verbesserungen sind im Rahmen des „Rebrush bonn.de“-Projektes geplant – insbesondere hinsichtlich der technischen Umsetzung der BITV 2.0 und der Optimierung der Bedienbarkeit für alle Nutzergruppen. Der aktuelle Stand zur Barrierefreiheit ist jederzeit einsehbar unter: https://bonn.de/service-bieten/barrierefrei/erklaerung-barrierefreiheit.php In einer Studie zur digitalen Barrierefreiheit belegt Bonn Platz 6 – im Smart City Ranking 2025 von Bitkom gehört unsere Stadt zu den besten deutschen Großstädten in Sachen digitale Barrierefreiheit. Diese Einschätzung ist eine Bestätigung für den bisherige Vorgehen und soll künftig weiter vorangetrieben werden. Siehe hierzu: https://bonn.de/service-bieten/digitales/blog-digitale- verwaltung/beitraege-2026/index.php Anlage/n KeineSeite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 02:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de