260957 · Beschlussvorlage
Bonner Baupotenzialregister (B²PR) hier: Einsatz und Weiterentwicklung des Instruments
Kerndaten
- Nummer
- 260957
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 30.06.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung noch nicht verknüpft Entscheidung federführend
- Sitzung noch nicht verknüpft Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Denkmalschutz Empfehlung
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Beschlussvorlage öffentlich 260957 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Bonner Baupotenzialregister (B²PR) hier: Einsatz und Weiterentwicklung des Instruments Beratungsfolge Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalschutz 14.07.2026 Empfehlung Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren 15.09.2026 Empfehlung Rat 24.09.2026 Entscheidung Beschlussvorschlag Der Rat 1. nimmt das Bonner Baupotenzialregister (B²PR) als Ergebnis des gleichnamigen Förderprojektes zustimmend zur Kenntnis. 2. beauftragt die Verwaltung, das Instrument anzuwenden und fortzuführen und gem. Ausführungen weiterzuentwickeln. 3. beauftragt die Verwaltung, mit Hilfe des Instruments die Aktivierung von Wohnbaupotenzialflächen regelmäßig zu evaluieren. Begründung Wie aus der Vorlage ersichtlich, entfaltet der Beschluss finanzielle Auswirkungen und erfolgt vorbehaltlich der weiteren Prüfung im Rahmen des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der Aufstellung des HH- Planentwurfes 2027/2028 sowie der mittelfristigen Finanzplanung. Hintergrund Im Jahr 2025 wurden der Bundesstadt Bonn Fördermittel zur Erarbeitung und Erprobung eines Baupotenzialregisters bewilligt. Der Förderung war das erfolgreiche Durchlaufen eines dreistufigen Bewerbungs- und Qualifizierungsverfahrens im Rahmen des vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ausgelobten Förderaufrufs "Modellprojekte Baupotenzialregister" vorausgegangen (vgl. DS-Nr. 241741). Das Modellprojekt wurde durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- undSeite 1 von 7 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Raumforschung (BBSR) begleitet. Im Ergebnis wurde das digitale „Bonner Baupotenzialregister“ (B²PR) entwickelt, das auf einer interaktiven Karte systematisch Wohnbaupotenzialflächen im Gebiet der Bundesstadt Bonn darstellt. Gemäß Fördervorgaben ist das Register über die Projektlaufzeit hinaus fortzuführen und zu veröffentlichen. In der Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Denkmalschutz vom 24. März 2026 wurde über die geplante Veröffentlichung des „Bonner Baupotenzialregisters“ (B²PR) informiert (vgl. DS-Nr. 260337). Die digitale Veröffentlichung des „Bonner Baupotenzialregisters“ (B²PR) erfolgte am 21. April 2026. Das B²PR ist über die Website (bonn.de/baupotenzialregister) oder direkt innerhalb der Bonner Urban Data Platform aufrufbar. Das Projekt „Bonner Baupotenzialregister (B²PR)“ wurde als Digitalisierungsprojekt in den Lenkungsausschuss Digitale Transformation (LADT) eingebracht und erfolgreich abgeschlossen (Entlastung der Projektleitung in der LADT-Sitzung am 17.03.2026). Das Baupotenzialregister integriert fortan die Daten des Baulandkatasters. Die seinerzeit gefassten Beschlüsse zum Baulandkataster (Ratsbeschluss zur Weiterentwicklung des Wohnbauprogramms der Stadt Bonn vom 29.03.1990, TOP 1.6.11 sowie DS-Nr. 190349) werden mit dem Baupotenzialregister weitergeführt. Das Bonner Baupotenzialregister (B²PR) Das „Bonner Baupotenzialregister“ (B²PR) wurde als Teil der Bonner Urban Data Platform (UDP) entwickelt. Es beruht auf der Stadt vorliegenden Potenzialdatensätzen (Baulandkataster nach § 200 BauGB, verwaltungsinterner Innenentwicklungsatlas, regionales Siedlungsentwicklungs- konzept NEILA (vgl. DS-Nr. 231202)). Die Potenzialdaten wurden im Rahmen des Förderprojekts systematisch zusammengeführt. Das B²PR enthält Wohnbaupotenzialflächen kategorisiert nach Potenzialtypen (bspw. Baulücke, unbebautes Innenentwicklungspotenzial, Aufstockung, Außenbereichsfläche). Derzeit befinden sich noch nicht alle der Stadt bekannten Potenzialflächen im Register, da diese vor Überführung noch einer Prüfung nach grundsätzlich städtebaulicher Eignung und möglicher Aktualisierung unterzogen werden müssen. Die Überprüfung und Ergänzung im Register erfolgt sukzessive (für eine Übersicht zu enthaltenen und geplanten Potenzialtypologien siehe Anlage 1). Mit jeder Potenzialfläche sind im B²PR entwicklungsrelevante Information (wie z. B. Größe, Planungsrechtsstatus und Prüfvorbehalte/Restriktionen) verknüpft. Über einen verwaltungsinternen und externen Nutzungsmodus wird die datenschutzrechtkonforme Veröffentlichung von Inhalten des B²PRs ermöglicht. Eigentümer*innen einer im B²PR dargestellten Fläche haben die Möglichkeit, der Darstellung dieser Fläche zu widersprechen. Anschließend wird diese aus dem B²PR entfernt.Seite 2 von 7 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Eine quantitative Auswertung der im B²PR enthaltenen Potenzialflächen kann einem auf der Website zum B²PR verlinkten Dashboard entnommen werden. Perspektivisch ist über das Dashboard auch ein Monitoring des Aktivierungsfortschritts möglich. Das B²PR wurde im Dialog mit Vertreter*innen der Wohnungswirtschaft und der Region entwickelt. Hier standen zum einen die Anwender*innenanforderungen an ein entsprechendes Register im Mittelpunkt, so dass es einen tatsächlichen Mehrwert in der Praxis darstellen kann. In der Instrumentenkonfiguration konnte z. B. umgesetzt werden, dass eine Zusammenschau von verschiedenen Fachdaten möglich ist und dass zu den Potenzialflächen durch Anklicken der Fläche entwicklungsrelevante Informationen wie z. B. der Größe, dem Eigentumstyp (städtisch/nicht-städtisch) und gegebenenfalls Prüfvorbehalten direkt dargestellt werden. Auch konnte eine Filterfunktion umgesetzt werden, die die Suche nach Potenzialflächen anhand bestimmter Flächenmerkmale vereinfacht. Zum anderen wurde im Dialog ausgelotet, ob bzw. wie eine – technisch grundsätzlich mögliche – Übertragung des Instruments als digitale Anwendung auch bei den Kreisen und Kommunen der Region interessant ist. Zum heutigen Zeitpunkt wird eine entsprechende Nutzung des Instruments unter anderem aufgrund technischer Voraussetzungen in der Region nicht konkret weiterverfolgt. Die Darstellung einer Fläche im B²PR bedeutet nicht, dass dort ein konkreter städtischer Entwicklungswunsch und/oder -zeitraum besteht. Es ergeben sich keine rechtlichen Folgen für die Eigentümer*innen oder Nutzer*innen von Flächen aus dem Bonner Baupotenzialregister. Aus der Darstellung einer Fläche im Register geht kein Recht auf die Erteilung einer Baugenehmigung hervor. Eine verbindliche Aussage zur Bebaubarkeit des jeweiligen Grundstücks kann ausschließlich über eine Bauvoranfrage oder einen Bauantrag geklärt werden. Entsprechend bedeutet ein Registereintrag auch nicht, dass eine Fläche sicher bebaubar ist. Ausnahme bilden die Baulücken im Sinne des § 200 Abs. 3 BauGB. Hier handelt es sich um Flächen, die sofort oder in absehbarer Zeit bebaubar sind. Bei Entwicklungsinteresse bedarf es einer Einzelfallprüfung. Einsatz des Bonner Baupotenzialregisters, nächste Schritte Das B²PR ermöglicht für die Stadt die Steuerung und zielgerichtete Unterstützung der Innenentwicklung und erleichtert zugleich den Austausch über vorhandene Flächenpotenziale mit Akteur*innen der Wohnungswirtschaft sowie weiteren Interessierten. Durch die Einbindung in die Urban Data Platform (UDP) der Stadt Bonn können die Daten ohne Medienbrüche mit weiteren fachlichen Datensätzen verknüpft werden. Durch das B²PR liegen nun differenzierte Potenzialkenntnisse vor; spezifische Auswertungen z. B. nach Umfang und Lage sind möglich. Eingang kann dies z. B. in den jährlichen Wohnungsmarktbericht finden. Weiter sind die Kenntnisse über die Wohnbaupotenziale Grundlagen für strategische Handlungsansätze wie bspw. für das Handlungskonzept Wohnen (vgl. DS-Nr. 253313). Gemeinsam mit der im Rahmen des Klimaplansteckbriefs 4.2.1.1 „klimagerechte Innenentwicklung & Nachverdichtung“ geplanten Handreichung zur Förderung der Innenentwicklung (vgl. DS-Nr. 252655) sind fundierteSeite 3 von 7 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Grundlagen zur Förderung der Aktivierung von Wohnbaupotenzialen geschaffen. Informationen über das Instrument B²PR und die Anwendungsmöglichkeiten werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und in Fachterminen im Handlungsfeld Wohnen in Bonn kommuniziert und erörtert. Evaluation und Weiterentwicklung des Instruments Das B²PR wird kontinuierlich weiterentwickelt und wird als instrumenteller Baustein Berücksichtigung im in Erarbeitung befindlichen Handlungskonzept Wohnen Bonn finden. Neben der Prüfung und Ergänzung weiterer Potenzialflächen aus bestehenden Potenzialdatensätzen, haben auch Eigentümer*innen die Möglichkeit, ihr Grundstück für eine Aufnahme in das B²PR anzumelden und dies prüfen zu lassen. Zur Verbesserung der Aktualität und Qualität des Potenzialdatensatzes besteht die Absicht, in einem Folgeprojekt „Weitergehende Qualifizierung Bonner Baupotenzialregister (B²PR)“ ein KI-gestütztes Werkzeug in Form eines QGIS- Plug-Ins zu implementieren. Die Implementation dieses Tools dient der laufenden Nacherhebung und der automatisierten Prüfung von noch nicht im Register vorhandenen Wohnbaupotenzialflächen im Stadtgebiet der Bundesstadt Bonn. Die gewonnenen Erkenntnisse sind systematisch auszuwerten und in das Bonner B²PR zu überführen. Ergänzend ist die Programmierung und Implementation von automatisierten Aktualisierungsmechanismen geplant. Dies betrifft sowohl die Aktualisierung aktivierter Potenzialflächen als auch bestimmter Flächenmerkmale wie z. B. planungsrechtliche Rahmenbedingungen sowie Flächenrestriktionen bzw. Prüfvorbehalte. Das B²PR ist so angelegt, dass neben den benannten Wohnbauflächenpotenzialen auch weitere Potenzialtypen ggf. auch anderer Nutzungen mit aufgenommen und dargestellt werden können und so das Instrument zu einem umfassenden Flächenpotenzialregister entwickelt werden kann. Weiterhin ist eine periodische Evaluation des Tools vorgesehen (voraussichtlich alle 2 Jahre). Hierbei ist es geplant, sowohl den Aktvierungsfortschritt als auch die Qualität des Instruments und seinen Einsatz zu betrachten, sodass technische Verbesserungen, inhaltliche Ergänzungen und Anpassungen bei den Aktvierungsbemühungen vorgenommen werden können. Der Erfolg des Instruments wird kurz- und mittelfristig nicht an der Anzahl der aktivierten Flächen zu messen sein, sodass der Fokus vorerst auf der Rückmeldung von internen und externen Nutzenden gelegt wird. Verwaltungsintern wird der Austausch zum B²PR anlassbezogen in der ämterübergreifenden Arbeitsgruppe Wohnen und Innenentwicklung im Kontext der Aktivitäten „Wohnen in Bonn“ fortgeführt.Seite 4 von 7 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Erforderliche Ressourcen Betrieb und Pflege des B²PR erfolgt mit bestehendem Personal der beteiligten Fachämter. Die beabsichtigte Weiterentwicklung kann mit bestehendem Personal in begrenztem Maße gewährleistet werden. Das Folgeprojekt „Weitergehende Qualifizierung Bonner Baupotenzialregister (B²PR)“ wurde dem CDO-Büro im Rahmen des Meldeverfahrens für Digitalisierungsvorhaben für den DHH 27/28 angezeigt. Für seine Umsetzung sind für das Jahr 2027 Kosten in Höhe von 30.000 € kalkuliert. Im Rahmen des o.g. Meldeverfahrens sind die Mittel für das Budget des Amtes 10 bei 1.01.26, Finanzstelle 110200126 im Doppelhaushalt 2027/2028 angemeldet. Erkenntnisse des Förderprojekts & Schlussfolgerungen Der Austausch mit anderen Kommunen im Fördernetzwerk hat gezeigt, dass der von der Stadt Bonn gewählte Weg, das Instrument in das städtische Geoportal zu integrieren, Vorteile in Bezug auf die Datenverknüpfung und Möglichkeit der verwaltungsinternen und externen Nutzung mit sich bringt. Allerdings zeigt sich im Vergleich zu anderen Kommunen noch Potenzial für Weiterentwicklungen, da z. B. Kommunen, welche über X-plan konforme Bebauungspläne verfügen, vertiefenden Möglichkeiten der (KI-gestützten) Potenzialerhebung zur Verfügung stehen. Durch das Förderprojekt konnte die Stadt Bonn ihre Potenzialdaten erstmals systematisch bündeln und das Register in einer Umgebung entwickeln, die den heutigen Anforderungen an Dateninfrastrukturen gerecht wird. Es ermöglicht insbesondere die verknüpfte, interaktive und anwenderorientierte Nutzung der Daten im verwaltungsinternen sowie öffentlichen Bereich. Auf dieser Grundlage werden zugleich die Voraussetzungen für datengetriebene Anwendungen, einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz, geschaffen. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.01.26 IT-Betrieb IT-Betrieb 1.01.26 IT-Betrieb IT-Betrieb Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich FolgekostenSeite 5 von 7 Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 30.000 110200126/72.1000 2027 Einzahlungen / Erträge 0 Haushaltsbelastung jährlich 30.000 Anlage/n 1 Anlage 1 Potenzialtypologien im Bonner Baupotenzialregister (öffentlich)Seite 6 von 7 DS-Nr. 260957 Bonner Baupotenzialregister (B²PR) Hier: Einsatz und Weiterentwicklung des Instruments ANLAGE 1 Potenzialtypologien im Bonner Baupotenzialregister Bereits enthalten Potenzialtypen (Stand Mai 2026): Noch folgende Potenzialtypen: Potenzialtyp Erläuterung Baulücke unbebautes Flurstück, sofort bebaubar, Baurecht § 30 oder § 34 BauGB, Erschließung gesichert unbebautes Innenentwicklungspotenzial unbebautes Flurstück o. Flurstücke, Bebauung erfordert Vorbereitung (bspw. Erschließung, Schaffung von Baurecht) Aufstockung Bereich mit Einzelgebäude oder Gebäudebeständen, die Aufstockungspotenzial bieten Außenbereichsfläche unbebaute Fläche außerhalb des im Zusammenhang bebauten Siedlungsgebietes Potenzialtyp Erläuterung Dachausbau Fläche mit Gebäudestruktur, die Dachausbau ermöglicht Mindernutzung (zweite Reihe, Innenblock, Garagenhöfe, Abriss / Neubau, Stellplätze) bebaute und unbebaute Flächen, auf denen Potenzial für zusätzliche Bebauung oder Ersatzneubau besteht Konversion ehemals militärisch genutzte, bebaute oder unbebaute FlächeSeite 7 von 7
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