260933 · Große Anfrage
Große Anfrage der Linke-Fraktion: Bundeswehr wirbt beim Girls' und Boys' Day um Minderjährige
Kerndaten
- Nummer
- 260933
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 11.05.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung des Schulausschusses Kenntnisnahme
Dateien
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Große Anfrage öffentlich 260933 Fragesteller/in: Die Linke-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Angela Trinkert 11.05.2026 Große Anfrage der Linke-Fraktion: Bundeswehr wirbt beim Girls' und Boys' Day um Minderjährige Beratungsfolge Schulausschuss 03.06.2026 Kenntnisnahme Fragestellung 1.) Ist dem Schulamt bekannt, ob während des Girls‘ / Boys‘ Day 2026 in Bonn Jugendliche unter 18 Jahren an Veranstaltungen der Bundeswehr teilgenommen haben? a) Falls ja: Inwieweit standen die Konzepte der einzelnen Schulen in städtischer Trägerschaft zur Gestaltung des Girls‘ / Boys‘ Day in Übereinstimmung mit der UN-Kinderrechtskonvention im Hinblick auf die Werbemaßnahmen der Bundeswehr? b) Falls nein: Welche Handlungsmöglichkeiten werden von Seiten der UN-Stadt Bonn ins Auge gefasst, um eine solche Übereinstimmung künftig zu gewährleisten? Welche Schritte will die UN-Stadt Bonn einleiten, um die Inhalte der UN-Kinderkommission und die Forderungen des UN-Ausschusses für die Rechte der Kinder hinsichtlich des Umgangs der Bundeswehr mit Kindern und Jugendlichen in den entsprechenden Gremien der Bonner Schulen zu verankern? 2.) Auf welchen ‚Jobmessen‘, ‚Karrieretagen‘, ‚Bildungsbörsen‘ oder ähnlichen Veranstaltungen zur Berufsorientierung bzw. Berufswahlvorbereitung, die von minderjährigen Jugendlichen aus Bonner Schulen in städtischer Trägerschaft besucht werden, ist die Bundeswehr vertreten und wendet sich mit ihrer Werbung gezielt an Schüler*innen unter 18 Jahren? 3.) Welche rechtlichen oder sonstigen Einflussmöglichkeiten hat die Stadt Bonn als Schulträger, auf die Bonner Schulen dahingehend einzuwirken, dass sie keine Werbemaßnahmen der Bundeswehr für den militärischen Dienst und für das Kennenlernen militärischer Kriegsausrüstung in der Schule zulassen? 4.) Welche Möglichkeiten sieht die Stadt Bonn, die gezielt an Jugendliche gerichtete Werbung der Bundeswehr im Rahmen der genannten Veranstaltungen zu unterbinden? Begründung Die Schulen in Bonn rufen regelmäßig zur Teilnahme am Girls‘/ Boys‘ Day und weiteren der Berufswahlorientierung dienenden Veranstaltungen auf.Seite 1 von 2 Seite 2 Schülerinnen und Schüler werden dafür vom Unterricht freigestellt, was von uns grundsätzlich begrüßt wird. Die Bundeswehr bot am diesjährigen Girls‘ / Boys‘ Day (23.4.2026) in Bonn und Umgebung mehrere Veranstaltungen für Jugendliche ab 15 Jahren an, bei denen z.B. unter anderem auch die Kampfausrüstung zum „Anfassen“ präsentiert wurde (https://www.girls- day.de/.oO/Show/bundeswehr.161/bonn/ein-tag-als-soldatin-im-zentrum-fuer- digitalisierung-der-bundeswehr bzw. https://www.girls- day.de/.oO/Show/bundeswehr.16/ein-tag-als-soldatin-bei-der-bundeswehr-in- rheinbach). Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, der gemäß Art. 43 der UN- Kinderrechtskonvention die Einhaltung und Fortschritte bei der Erfüllung des Vertrages in regelmäßigen Abständen prüft, ist wegen der Rekrutierung Minderjähriger in die Bundeswehr und wegen Bundeswehr-Werbekampagnen, die auf Kinder abzielen, besorgt. Er hat deswegen bereits im Januar 2014 Deutschland empfohlen, das Mindestalter der Rekrutierung für die Streitkräfte auf 18 Jahre festzulegen und alle Formen von Werbekampagnen für die deutschen Streitkräfte, die an Kinder gerichtet sind, zu verbieten. Auch das Deutsche Bündnis Kindersoldaten, ein Zusammenschluss von neun Nichtregierungsorganisationen (https://www.kindersoldaten.info/), bzw. das Bündnis „Unter18nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“ (https://unter18nie.de/) fordern, dass die Werbung der Bundeswehr, die sich gezielt an Minderjährige richtet, beispielsweise an Schulen, umgehend gestoppt wird. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:10 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de