260907 · Große Anfrage
CDU-Große Anfrage: Hochwasserschutz Godesberger- und Mehlemer Bach und Katastrophenvorsorge
Kerndaten
- Nummer
- 260907
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 06.05.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Paul-Kemp-Straße Hauptort
- Brunnenallee
- Im Äuelchen
- F
- Pecher Straße
- Marienforster Steinweg
- Bachemer Straße
- Godesberg-Villenviertel
- Alt-Godesberg
- Bad Godesberg
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Untergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (8.048 Zeichen)
Große Anfrage öffentlich 260907 Fragesteller/in: Feyza Yildiz Inge Stauder Roland Andreas Krichel CDU Bezirksfraktion Bad Godesberg 06.05.2026, gez. BBM Yildiz CDU-Große Anfrage: Hochwasserschutz Godesberger- und Mehlemer Bach und Katastrophenvorsorge Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 27.05.2026 Kenntnisnahme Fragestellung Die Verwaltung wird gebeten zum Planungsstand zum Hochwasserschutz Godesberger und Mehlemer Bach sowie zur Katastrophenvorsorge folgende Fragen zu beantworten: 1. a) Wie sieht zurzeit der Stand der Planungen im Hinblick auf realistisch umsetzbare Maßnahmen zur Hochwasserentlastung des Godesberger Baches unter Berücksichtigung eines tragfähigen Kosten-Nutzen Verhältnisses aus, s. DS 242330-02 ST? b) Sind bereits Absprachen mit der Bezirksregierung Köln als obere Wasserbehörde erfolgt auch im Hinblick auf die Möglichkeit der Beantragung von Fördergeldern oder stehen diese nur für größere Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung? Wie hoch war die Summe, die im Doppelhaushalt 2025/2026 für den Hochwasserschutz am Godesberger und am Mehlemer Bach eingesetzt wurde und welche Summen müssen voraussichtlich im Doppelhaushalt 2027/2028 für Hochwasserschutz am Godesberger und Mehlemer Bach zur Verfügung gestellt werden? c) Zu welchen Ergebnissen kommt das nach DS 242181 beauftragte Ingenieurbüro für die Anlage eines ausreichend dimensionierten Entlastungskanals mit Sonderprofil zum Schutz für einen 100-jährlichen Hochwasserabfluss? 2. Gibt es bereits konkrete Vorstellungen zum Hochwasserschutz im Bereich der Brunnenallee bis zur Straße im Äuelchen? 3. Wurden in Abstimmung mit der Gemeinde Wachtberg Möglichkeiten zur Verbesserung des Starkregenschutzes im Oberlauf des Bad Godesberger- und Mehlemer Baches ausgeschöpft wie a) an der Quelle beginnend: Berücksichtigung aller potenziellen Rückhalteszenarien in den Oberläufen des Bad Godesberger und des Mehlemer Baches wie z.B. zwischen Fritzdorf und Arzdorf?Seite 1 von 4 Seite 2 b) Erweiterungs- und Arrondierungsmaßnahmen bei den Retentionsräumen aller Zuflüsse für den Godesberger und Mehlemer Bach im Wachtberger Gebiet sowie Dammmaßnahmen? c) Aufforstungen und die Anlage landwirtschaftlicher Entwässerungssysteme wie z.B. optimale Linienabflüsse mit Durchlässen bei Grabensystemen? d) die Sicherung von Gewässerabläufen im Bereich von Brücken? e) die Aktualisierung von Starkregengefahrenkarten? 4. a) Erfolgte in der jüngsten Vergangenheit eine Aktualisierung grenzüberschreitender Alarmsysteme im Hinblick auf eine optimale Vorwarnmöglichkeit der Bevölkerung? b) Werden in Zukunft auch KI gestützte Systeme eingesetzt? c) Wie zuverlässig werden Frühwarnsysteme wie die Warn-App NINA, Warn- Kanal „Cell-Broadcast“ eingeschätzt? d) Sind die verwendeten Frühwarnsysteme kompatibel? Sind sie Gemeinde-, Kreis-, Landes- und Ländergrenzen überschreitend einsetzbar? e) Mit welchen Vorwarnzeiten ist zurzeit zu rechnen? f) Werden neben kommunalen und staatlichen Stellen auch potenziell Betroffene unmittelbar gewarnt und entwarnt? g) Sind die jeweils vier installierten Alarmpegel für den Godesberger und den Mehlemer Bach für die Vorwarnzeiten ausreichend? 5. Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Stadt Bonn zur Eigenvorsorge der Bevölkerung an? Gehören dazu auch neuere webbasierte Anwendungsmöglichkeiten? Begründung Zu 1.: In DS 242330-02 ST werden verschiedene Varianten für Renaturierungsmaßnahmen beim Godesberger Bach aufgezeigt, wobei auch bei einer geringen Bachaufweitung von ca. 15 m Breite schon 42 Gebäude mit 2 Schulen und einer Tankstelle betroffen sind, die abgerissen werden müssten. Bei der Variante 2a kann ein Abriss von Gebäuden umgangen werden, aber es müssten sehr viele Grundstücke erworben bzw. ggf. enteignet werden. Daher hat die Verwaltung in der Vorlage vom 27.08.2026 den Bau eines Entlastungskanals als zielführender erklärt, um die baulichen Eingriffe im Uferbereich des Godesberger Baches möglichst klein zu halten. Die Machbarkeit verschiedener Trassen für einen Entlastungskanal ab der Paul- Kemp-Straße bis zum Rhein sollte untersucht werden. Es ist auch zu klären, ob Förderprogramme vom Land in Frage kommen. Das Land fördert wasserbauliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz bis zu 80 %.Seite 2 von 4 Seite 3 Zu 2.: Die Verwaltung führt in DS 242330-02 ST aus, dass ab der Brunnenallee bis zum Äuelchen ein Hochwasserschutz geplant werden muss, wenn eine Entlastung für den Godesberger Bach ab dem Villenviertel umsetzbar ist, um das Waser in die Bachverrohrung zu leiten und den Uferübertritt ab der Brunnenallee zu verhindern. In 2016 ist es in diesem Bereich insbesondere im Bereich der Fronhofer Galeria mit der Tiefgarage zu gravierenden Überschwemmungen gekommen. Schon in DS 221713, d.h. bei dem mit der Gemeinde Wachtberg gemeinsam beauftragten Hochwasserschutzkonzept (HWSK) wird auf den kritisch hydraulischen Engpass am Godesberger Bach an der Brunnenallee hingewiesen: „Die Möglichkeiten zur Umsetzung technischer Hochwasserschutzmaßnahmen in diesem Bereich sind aufgrund der geringen Flächenverfügbarkeit und des stark besiedelten Raums begrenzt.“ Zu 3.: Schon bei der Präsentation des Hochwasserschutzkonzepts (HWSK) mit der Prüfung möglicher Maßnahmen wie potenzielle Rückhaltebecken, Änderung in der Landnutzung, Treibgutrechen, technischer Hochwasserschutz etc. wurde festgestellt, dass Wasser-Rückhaltebecken im Oberlauf des Godesberger Baches nicht ausreichen, um bei Starkregen effektiv Wassermassen in Bad Godesberg zurückzuhalten. Allerdings sehen wir noch Potenzial zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich des Oberlaufs des Godesberger Baches, z.B. im Bereich der Oberläufe des Godesberger und des Mehlemer Baches zwischen Fritzdorf und Arzdorf sowie beim Züllighovener Bach und Werthovener Bach, die Zuläufe des späteren Berkumer und dann Mehlemer Baches sind. Auch in Villip gibt es noch Engpässe, die erweitert werden müssen. Auch Dammmaßnahmen kann man in bestimmten Bereichen anlegen. Zu 4.: Die installierten Frühwarnsysteme (Cell-Broadcast System, Warn-App-Nina- Notfall- Informations- und Bachnachrichten) müssen kompatibel sein und dem neusten Standard entsprechen. Die in den Systemen gespeicherten Daten verbunden mit KI-unterstützter Software haben höchstmögliche Vorwarnzeiten zu garantieren. Potenziell Betroffene sind in Echtzeit zu unterrichten, wozu auch Entwarnungen gehören. Der Mobilfunkdienst Cell Broadcast sollte Nachrichten an alle Empfänger innerhalb einer Funkzelle senden können (Handy- oder Smartphone). Für den Godesberger- und Mehlemer Bach existieren am Ober- und Mittellauf jeweils 4 Alarmpegel. Für den Godesberger Bach am Arzdorfer Bach / Alte Landstraße, am Arzdorfer Bach / Burg Gudenau, an der Pecher Straße und am Marienforster Steinweg. Für den Mehlemer Bach am Kernbach / Schießgraben, am Berkumer Bach / Kürrighovener Straße, an der Ausstraße und an der Bachemer Straße. Wir möchten wissen, ob diese vier Alarmpegel ausreichend sind. Sensorgesteuerte Kameras sind unter allen Brücken anzubringen. Sie dienen der Messung der Wasserstände in den Bachläufen und sollten darüber hinaus durch rechtzeitige Warnung Gegenmaßnahmen ermöglichen, um den Verschluss der Brückendurchlässe durch Treibgut zu verhindern.Seite 3 von 4 Seite 4 Wir gehen davon aus, dass die Firma Hydrotech aus Aachen nach wie vor die Wachtberger und die Bonner Kommune bei Hochwasserfragen unterstützt, u.a. mit hydraulischen und hydrologischen Simulationen sowie bei der Planung von Infrastrukturprojekten. Auch die Starkregenkarten sollten alle 6 Jahre aktualisiert werden. Zu 5.: Ein wichtiger Baustein beim Hochwasserschutz ist die Eigenvorsorge. Inzwischen gibt es in vielen Kommunen ein Internet-Angebot zur Prävention bei Starkregen und Hochwasser. Es gibt viele Möglichleiten bei der privaten Vorsorge wie Versickerungsmöglichkeiten zu schaffen, Wasserspeicher anzulegen, Keller abdichten, Rückstauklappen einzurichten, Abwasserhebeanlagen einzubauen und Hauseingänge abzusichern. Eine Beratung vor Ort ist auch sehr hilfreich. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:44 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de