260827 · Mitteilungsvorlage
Künftige Unterbringung des Stadtmuseums Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 260827
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 04.05.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Franziskanerstraße Hauptort
- Adenauerallee
- Rathausgasse
- Windeckstraße
- Markt
- Münsterplatz
- Budapester Straße
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Betriebsausschusses SGB Kenntnisnahme
- Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Liegenschaften und Arbeit Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 260827 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 85 Städtisches Gebäudemanagement Bonn Dezernat: SGB Künftige Unterbringung des Stadtmuseums Bonn Beratungsfolge Kulturausschuss 19.05.2026 Kenntnisnahme Ausschuss für Wirtschaft, Liegenschaften und Arbeit 10.06.2026 Kenntnisnahme Rat 11.06.2026 Kenntnisnahme Betriebsausschuss SGB 18.06.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: Ausgangslage: Das Stadtmuseum Bonn wurde 1989 gegründet und widmet sich der Darstel- lung der Bonner Stadt- und Kulturgeschichte sowie der Präsentation und Pflege des umfangreichen Sammlungsbestandes. Die Dauerausstellung in der Franziskanerstraße 9 musste zum 31. August 2025 geschlossen werden, zum 31. Dezember 2025 erfolgte ein Eigentümerwechsel der bis dahin vom Stadtmuseum genutzten Flächen. Seitdem muss sich das Stadtmuseum für Ausstellungen und andere Veranstaltungen auf das renovie- rungsbedürftige (Bauunterhaltung) Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Adenauerallee 79, eine Zweigstelle des Stadtmuseums, beschränken. Für eine mögliche Unterbringung des Stadtmuseums wurde in der Ver- gangenheit bereits der Standort Altes Rathaus, Rathausgasse 5-7, (Rückwärtiger Anbau) geprüft. Die Machbarkeitsstudie wurde von Bel Architekten Köln in 06/2023 durchgeführt. Seinerzeit wurden von Bel Ar- chitekten die Bestandspläne aufgenommen (Planerstellung), eine bau- konstruktive Betrachtung der Bausubstanz durchgeführt, eine eigenstän- dige Erstellung eines Raumprogramms/ Bedarfe/ Raumanalyse erarbei- tet, eine Konzeptentwicklung in zwei Varianten mit Planerstellung sowie Visualisierung durchgeführt sowie dazu eine Kostenbetrachtung erstellt. Die Unterlagen liegen in der Objektbetrachtung und Ausarbeitung nicht tiefgehend vor, eine konkrete und abschließende Nutzeranforderung des Stadtmuseums Bonn lag nicht zugrunde. Insofern sind für diesen Stand- ort weitere Untersuchungen notwendig, ein konkreter Umsetzungstermin lag bislang nicht vor. Insofern benötigt das Stadtmuseum derzeit zwingend einen Interims- standort sowie eine gesicherte langfristige Perspektive. In der Sitzung vom 08. September 2025 gab der Rat der Stadt Bonn dem städ-Seite 1 von 80 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) tischen Gebäudemanagement vor diesem Hintergrund den Auftrag, die eben- falls im Eigentum der Bundesstadt Bonn stehende Windeckstr. 1 zu prüfen. In dieser Liegenschaft ist derzeit die Touristeninformation untergebracht. Der Prüfauftrag umfasst in diesem Zusammenhang daher auch die in der Konse- quenz notwendige Prüfung eines neuen potenziellen Standortes für die Touris- teninformation in Innenstadtlage. Für die ebenfalls dort befindliche Theater- und Konzertkasse soll im Zusammenhang mit dem Prozess Zukunft Bonner Bühnen ein anderer Standort gefunden werden. Das SGB veranlasste auf dieser Basis im Januar 2026 eine Ausschreibung mit dem Ziel der Beauftragung eines Büros zur Durchführung einer Machbarkeits- studie sowie eines Ergebnisvergleichs zu den in Betracht kommenden Liegen- schaften. Den Auftrag erhielt im Februar 2026 das Kölner Büro Astoc. Im weiteren Verlauf wurde durch die Verwaltung noch das Objekt an der Ade- nauerallee 212-214 in der Betrachtung ergänzt. Dieses steht ebenfalls im Ei- gentum der Bundesstadt Bonn, ist derzeit ohne Nutzung und alternativ für die Veräußerung vorgesehen. Die Beauftragung der Machbarkeitsstudie wurde in drei Stufen untergliedert. Ziel war es zunächst, eine Auskunft über die grundsätzliche Eignung der Lie- genschaften für Museumszwecke zu ermitteln und eine erste Gegenüberstel- lung inklusive der Chancen und Risiken zu ermöglichen. Erst in einem weiteren Schritt sollen die konkreten Anforderungen des Stadtmuseums in die Betrach- tung aufgenommen und mögliche Kosten ermittelt sowie Planmaterial erstellt werden. Die Stufen 1 und Teile aus Stufe 2 wurden bereits durchgeführt. Erste Ergebnisse liegen zwischenzeitlich vor, und werden nachfolgend erläutert: 1. Vorgehen/ Methodik Eignung und Vergleich Im ersten Schritt und Inhalt der vorläufigen Ergebnisvorstellung, war die Prü- fung und Analyse, ob die Gebäude grundsätzlich als Museum nutzbar sein könnten, sowie die Ermittlung und Darstellung eines Rankings zwischen den Gebäuden. (Stufe 1 + (in Teilen) Stufe 2 der MBS). Dazu wurden insbesondere städtebauliche, rechtliche und technische Aspekte untersucht, sowie mit der Realisierung verbundene Herausforderungen herausgearbeitet. 1. Standort- und Bestandsanalyse Im Zuge der Bestandsaufnahme erfolgte zunächst die Analyse der vorhande- nen Bausubstanz sowie des baulichen Zustands insgesamt, um hierüber be- reits erste Erkenntnisse zu notwendigen Maßnahmen zu erhalten. Die Untersuchung des baulichen Zustands der Liegenschaften basierte hierbei vor allem auf den zur Verfügung gestellten Unterlagen wie bspw. Planmaterial, Bestandsunterlagen, Unterlagen zum Denkmalschutz, Statikpläne sowie der durchgeführten Ortsbesichtigung am 25. Februar 2026. Einzubinden waren seitens des Büros insbesondere Fachplaner*innen aus den Bereichen Statik, TGA und Brandschutz. Zudem sollte bereits eine Betrachtung der Barrierefreiheit sowie des Denkmalschutzes vorgenommen und entspre- chende Stellen nach Möglichkeit bereits eingebunden werden. Aspekte aus dem Bereich Versicherung sind in einem nächsten Schritt konkret zu eruieren. 2. Machbarkeit Im Bereich der Machbarkeit lag der Fokus zunächst auf der Analyse der Nut-Seite 2 von 80 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) zungsanforderungen als dauerhafte Museumsnutzung, der Bewertung der technischen Umsetzungsmöglichkeiten sowie der Identifikation potenzieller Probleme und Hindernisse aus den vorgenannten Fachplanungen. Ziel war es, einen ersten Eindruck zu gewinnen, inwieweit eine Museumsnut- zung ermöglicht werden kann. 3. Bewertung der geplanten Nutzung Die ermittelten Ergebnisse wurden dann einer Bewertung und Einordnung hin- sichtlich der geplanten Nutzung unterzogen, indem ein Vergleich von vorhan- dener Substanz und geplanter Nutzung als Museum unter Berücksichtigung der zuvor unter Punkt 2 erarbeiteten Parameter vorgenommen wurde. 4. Vergleichsbewertung als Ergebnis Stufe 1/ Stufe 2: In der nachgelagerten Vergleichsbewertung werden so die Stärken, Schwächen und Chancen sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Liegenschaft im Ran- king deutlich. Gleichzeitig werden auch Besonderheiten des jeweiligen Stand- orts transparent dargestellt. 2. Bewertung/ Bewertungsmethodik Die Bewertung der drei Standorte erfolgte anhand von 18 fachlichen Kriterien, die in folgende Themenfelder gebündelt wurden: Standort & städtebauliche Wirkung (Sichtbarkeit im Stadtbild, Städtebau) Erschließung & Nutzung (Erschließung, Barrierefreiheit, Sicherheit und Gesundheitsschutz) Recht & Genehmigungsfähigkeit (Baurecht: Umnutzung in Museum, Denkmalschutz Barrierefreiheit, Sicherheit und Gesundheitsschutz in Museen (GUV)) Baulicher Zustand & Tragwerk (Architektur: Boden/Wand/ Decke, Gebäudesubstanz (reine Sichtung), Brand- schutz (BS), Tragwerksplanung (TWP) insgesamt) Bauphysik & Technik (Bauphysik, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), insgesamt, DIN EN 16893 4.2.2 Gefährdung für Sammlungen, Versicherung/ Sachschutz) Die Ergebnisse der Themenfelder wurden auf ihre aktuelle Bestandssituation sowie in ihrer Möglichkeit auf Ertüchtigung bzw. Abhilfe bei Herausforderungen untersucht. Die Bewertung erfolgte jeweils qualitativ in den Stufen: Im Bestand erfüllt, kein Risiko Im Bestand mit Abstimmungen/ Aufwendungen herstellbar/ mitt- leres Risiko Technisch schwer umsetzbar/ großer Abstimmungsbedarf/ ho- hes RisikoSeite 3 von 80 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 3. Gesamtbewertung Bestand der drei Standorte (Aufstellung siehe Anlage I) Nach Analyse der vorliegenden Informationen und nach beigefügter Bewer- tungsmatrix, kommt das Büro Astoc zu dem Ergebnis, dass die Liegenschaft in der Adenauerallee 212-214 für eine Nutzung für ein Museum eingeschränkt geeignet ist. Die Liegenschaften am Alten Rathaus in der Rathausgasse 5-7 oder in der Al- ten Münsterschule in der Windeckstraße 1 sind für eine Nutzung als Museum geeignet. Die wesentlichen Stärken und Schwächen der einzelnen Liegenschaften wer- den nachfolgend kurz dargestellt und eingeordnet. Die konkreten Details kön- nen zudem der beigefügten Anlage entnommen werden. Alte Münsterschule Der Standort und das Objekt an der Windeckstraße 1 sind im Ergebnis für die Nutzung „Museum“ geeignet und eine Ertüchtigung wird als umsetzbar ange- sehen. Für das Objekt spricht insbesondere die gute Sichtbarkeit im Stadtbild, die gute Erreichbarkeit in der Innenstadt, das repräsentative Erscheinungsbild, die Größe der Räume, die eine vielfältige Nutzung ermöglicht sowie die stabile Ge- bäudesubstanz. Herausforderungen bestehen u. a. in den begrenzten Flächen, da eine Erweite- rung an dem Standort ausgeschlossen ist. Hier muss in der weiteren Untersu- chung eine Prüfung der Anforderungen und der künftigen geplanten Ausstel- lungsnutzung durch das Stadtmuseum erfolgen. Aktuelle Nutzer des Gebäudes sind die Touristeninformation (Bonn-Information) und die Theater- und Konzertkasse. Aus Sicht beider Nutzer hat sich der Standort in der Vergangenheit bewährt. Diese Einrichtungen arbeiten in den Räumen der Liegenschaft sehr gut zusammen, sodass von entsprechenden Synergieeffekten bei der gemeinsamen Nutzung gesprochen werden kann. Das Gebäude wurde 1999 grundlegend saniert und umgebaut, um den Anforderun- gen des Einzugs der Bonn-Information und der Theater- und Konzertkasse ge- recht zu werden. Sollten die derzeitigen Nutzer mit dem Einzug des Stadtmu- seums zum Auszug gezwungen sein, muss eine neue, geeignete Liegenschaft für ihre Unterbringung gefunden werden. Der Prüfauftrag umfasst in diesem Zusammenhang daher auch die in der Konsequenz notwendige Prüfung eines neuen potenziellen Standortes für die Touristeninformation in Innenstadtlage. Die ebenfalls im Gebäude befindliche Theater – und Konzertkasse ist nicht un- mittelbar betroffen, hier kommt zu einem späteren Zeitpunkt eventuell im Zu- sammenhang mit dem Prozess Zukunft Bonner Bühnen ein anderer Standort in Betracht.Seite 4 von 80 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Die aktuell dem SGB vorliegenden potenziellen Liegenschaften erfüllen die Kriterien der Bonn Information nach derzeitigen Erkenntnissen nicht, insofern wird hier voraussichtlich eine Anmietung mit Herrichtungsmaßnahmen erforder- lich. Herausforderungen und Risiken ergeben sich in dem Objekt insbesondere in den nachfolgenden Punkten. Diese gilt es zu beheben und abzustimmen, um die Nutzung uneingeschränkt zu ermöglichen: Barrierefreiheit Zur Erschließung des 1. Obergeschosses ist der Einbau eines Aufzuges zwin- gend. Die einzige Möglichkeit wird an der Stelle gesehen, an der bereits der barrierefreie Zugang für das Erdgeschoss der Touristeninformation ermöglicht wird. Das Flurstück gehört nicht der Stadt, es besteht allerdings ein Gehrecht auf diesem. Insofern sind weitere Abstimmungen mit dem Eigentümer notwen- dig, ob der geplanten Maßnahme zugestimmt werden kann. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bonn-Information ist die Schaffung einer zusätzlichen barrierefreien Erschließung des ersten Obergeschosses in Form eines Aufzugs in der derzeitigen personellen Zusammensetzung zwar wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich. Aktuell sind vier Mitarbeitende beschäftigt, für die das Treppensteigen aufgrund anerkannter Behinderungen oder längerfristiger Erkrankungen mit Einschrän- kungen verbunden ist. Zur Reduzierung der Belastung wurden interne organi- satorische Maßnahmen ergriffen. Hierzu zählen insbesondere die teilweise Ver- lagerung von Tätigkeiten in das Erdgeschoss sowie die Nutzung der barriere- freien Sanitäranlagen im Kundenbereich. Besucher in dieser Liegenschaft sind nur im Erdgeschoss vorgesehen. Rettungswege Es ist nicht möglich einen zweiten baulichen Rettungsweg an das Gebäude einzubringen. Insofern sind Abstimmungen mit der Feuerwehr notwendig, ob diese der Rettung über die Fenster zustimmt. Dies bedeutet eine Personenbe- grenzung auf max. 30 Personen je Geschoss. Auch die Nutzung des Treppenhauses für Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen steht in Abhängigkeit von der Zustimmung der Feuerwehr zu einem zweiten Rettungsweg über das Untergeschoss. Das Stadtmuseum zielt darauf ab, am Standort Windeckstraße bis zu 40.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr willkommen zu heißen. Dies entspricht einer durchschnittlichen Besucherzahl von ca. 129 Personen pro Tag. Hinweis: Für die derzeitige Nutzung gibt es ein bestehendes Brandschutzkon- zept, das weiterhin Bestand hat. Die v.g. Anforderungen ergeben sich aus der potenziellen Nutzungsänderung. Im Bestand sind nach derzeitiger Einschät- zung keine Maßnahmen notwendig.Seite 5 von 80 Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Klimageräte In dem Gebäude ist eine Kühlung grundsätzlich nachrüstbar. Diese würde vor- aussichtlich im oder auf dem Dach erfolgen können. Die Nachrüstung einer Klimaanlage hingegen wird voraussichtlich nicht um- setzbar sein. Insofern ist auch hier in den weiteren Anforderungen des Stadt- museums zu prüfen, ob auf diese langfristig verzichtet werden kann und dies auch versicherungstechnisch unproblematisch ist. Das Stadtmuseum orientiert sich an den vom Deutschen Museumsbund emp- fohlenen Mindeststandards, welche der ASR entsprechen. In der Windeckstraße ist eine reine Kühlung (Umluftkühlung) der Räume durch die Nachrüstung von Klima-Splitgeräten auf dem aktuell nicht ausgebauten Dachboden denkbar, was zusätzliche Maßnahmen bezüglich der Zugänglich- keit sowie Abwärme hervorrufen würde. Alternativ werden die Geräte direkt außen aufgestellt. Nach dem empfohlenen Mindeststandard des Deutschen Museumsbunds wird zur Klimatisierung eine Lüftungsanlage mit Klimafunktio- nen notwendig, die bei Anforderungen durch die Nutzung be- und entfeuchten kann. Der deutsche Museumsbund gibt Grenzwerte in den neuen Empfehlun- gen für die Temperatur zwischen 15 °C und 26 °C vor und für die relative Luft- feuchtigkeit zwischen 40 % und 60 % vor. Diese Anlagen benötigen bei weitem mehr Platzbedarf und rufen ein höheres Gewicht auf, was eine vergleichbare Umsetzung auf dem Dachboden ausschließt. Die notwendigen Flächen und Kälteerzeugung für diese Lüftungsanlage sowie die entsprechenden Kanal- führungen in den Räumen sind in der Windeckstraße nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand umsetzbar. Weitere Einschränkungen zur Temperatur und Luftfeuchtigkeit könnten sich noch die Ausstellungsgüter ergeben. Hier können die Anforderungen höher liegen als durch die Empfehlung des deutschen Mu- seumsbundes, dies im Weiteren mit betrachtet. Dies wird in der nächsten Stufe der Machbarkeitsstudie betrachtet und beziffert. Aus Sicht der Kulturverwaltung ist diesbezüglich unter anderem denkbar, für einzelne, besonders empfindliche Objekte, Vitrinen zum Einsatz zu bringen, die durch kleine, eingebaute Klimageräte das erforderliche Mikroklima schaffen und halten. Adenauerallee 212-214 Der Standort und die Gebäude in der Adenauerallee 212-214 sind für die Nut- zung „Museum“ eingeschränkt geeignet. Erwartbar ist auf Basis der bisherigen Ergebnisse eine aufwendige Ertüchtigung. Für die Liegenschaft spricht das schöne, denkmalgeschützte Gebäude sowie eine gute Erreichbarkeit mit ÖPNV und PKW. Zudem lässt des Gesamtkomplex eine umfangreiche Ausstellungsfläche zu, die jedoch auf viele einzelne Räume kleinteilig verteilt wäre. Außerdem gibt es bereits eine bestehende, barrierefreie Erschließung mit Aufzugsanlage und Sanitärräumen aus 1999. Herausforderungen und Risiken ergeben sich bei dem Objekt insbesondere aufgrund des baulichen Zustands sowie des Brandschutzes und auf Grund derSeite 6 von 80 Seite 7Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) abseitigen Lage jenseits der Innenstadt. Die Immobilie befindet sich entlang der viel befahrenen B9, die nicht zum Flanieren einlädt. Durch die direkt am Muse- um Koenig und dem Haus der Geschichte, Kunstmuseum und Bundeskunsthal- le gelegenen U-Bahn-Stationen besteht die Gefahr, dass das Stadtmuseum hier in einem toten Winkel der Museumsmeile etabliert wird. Besucherinnen und Besucher der anderen Einrichtungen nutzen die Bahnstationen direkt vor den jeweiligen Häusern. Aus Sicht der Kulturverwaltung kommt dieser Standort aus verschiedenen Gründen, u.a. aufgrund seiner Lage, nicht in Betracht. Brandschutz In dem Objekt können aufgrund der Treppenbreite derzeit max. 20 Personen pro Geschoss zugelassen werden. Sofern die Feuerwehr der Fensterrettung zustimmt, könnte auch hier auf max. 30 Personen ausgeweitet werden, ggf. kann auch ein notwendiges Treppenhaus angebaut werden. Die Holzbalkendecken sind im Zuge des baulichen Brandschutzes, aber auch hinsichtlich der Einzellasten, aufwändig zu ertüchtigen. Bausubstanz Hinsichtlich der Bausubstanz sind umfangreiche Maßnahmen notwendig. Das Gebäude steht aktuell leer. Altes Rathaus, Rathausgasse 5-7- (Rückwärtiger Anbau) Der Standort und der „rechte“ Gebäudeteil in der Liegenschaft am Alten Rat- haus in der Rathausgasse 5-7 sind für die Nutzung „Museum“ geeignet und eine Ertüchtigung möglich. Stärken des Objekts werden insbesondere in der sehr guten Erreichbarkeit in der Innenstadt gesehen. Der Zugang zum Gebäude, der sich, ähnlich wie die ehemaligen Ausstellungsflächen des Stadtmuseums in der Franziskanerstraße, in einem toten Winkel rückwärtig des Alten Rathauses befindet, muss für Besu- cherinnen und Besucher sichtbar gemacht werden. Ein Besucherleitsystem ausgehend vom Markt, dem Alten Rathaus und den umliegenden Haltepunkten für den ÖPNV sind für die Rathausgasse 5-7 unumgänglich und mitzudenken. Weitere Stärken werden in den großen, flexiblen nutz- und teilbaren Ausstel- lungsräumen und der möglichen Erweiterung der Ausstellung in den Flächen des Untergeschosses sowie in der stabilen Gebäudesubstanz gesehen. Auch in diesem Objekt sind Maßnahmen zur dauerhaften Nutzung als Museum notwendig. Diese betreffen hier vor allem die barrierefreie Erschließung sowie den Brandschutz. Aktuell wird dieser Teil der Liegenschaft u.a. vom Dezernat IV genutzt, so dass ein adäquater Ersatz für die aktuellen Nutzer gefunden werden muss. Aktuell wird das Gebäude als Verwaltungsgebäude u.a. von Dez. IV genutzt. Die langfristige Planung im Umgang mit Verwaltungsgebäuden sieht grundsätz- lich eine Zusammenführung der Verwaltung in größere Liegenschaften bzw. Verwaltungseinheiten und damit eine Reduktion der aktuell genutzten Liegen-Seite 7 von 80 Seite 8Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) schaften zur Unterbringung vor. Im Zuge eines möglichen Auszugs für den Ein- zug des Stadtmuseums wird die Unterbringung der dort derzeit arbeitenden Mitarbeitenden an einem anderen Bestandsobjekt geprüft. Hinzu kommt eine erforderliche alternative Unterbringung der von den Ratsfraktionen im betroffe- nen Gebäudeteil genutzten Flächen. Barrierefreiheit Für den Zweck der Museumsnutzung ist das Gebäude barrierefrei zu er- schließen. Hier ist neben der Einbringung einer Aufzugsanlage, unter anderem auch die Einbringung barrierefreier Sanitärbereiche vorzusehen. Brandschutz Mit den Rettungsgeräten der Feuerwehr können aktuell über die Fenster max. 30 Personen je Geschoss gerettet und zugelassen werden. Eine Chance be- steht darin einen zweiten baulichen Rettungsweg zu ergänzen, sodass der hin- tere Gebäudeteil mit bis zu 100 Personen pro Geschoss genutzt werden kann. 4. Weiteres Vorgehen Im Nachgang erfolgt die Beauftragung der Stufe 3 der Machbarkeitsstudie für die konkrete Prüfung der Unterbringung des Stadtmuseums in der Liegenschaft Rathausgasse 5-7 in der Windeckstr. 1. Dann werden u. a. erste Kostenschät- zungen ermittelt. Auf Basis dieser Ergebnisse wird dem Rat ein Vorschlag für die künftige Unter- bringung des Stadtmuseums unterbreitet und alle daraus resultierenden weite- ren Schritte, wie beispielsweise Maßnahmen sowie Kosten der zur künftigen Unterbringung der derzeit in den Objekten untergebrachten Organisationsein- heiten, abgeleitet. Hierbei ist aus Sicht der Amtes 03 auch die Identifikation finanzierbarer Alternativen für die notwendige qualitativ hochwertige Unterbrin- gung der Bonn-Information in der Innenstadt im Falle einer Entscheidung für die Windeckstr. 1 als besonders herausfordernd anzusehen. Neben der baulichen Betrachtung der Standorte werden in der Gesamtwertung auch die wirtschaftlichen, betrieblichen und strategischen Folgen eines mögli- chen Standortwechsels der Bonn-Information miteinbezogen: Die Bonn-Information ist seit 1999 ein etablierter Ankerpunkt im Bonner Stadt- bild an dem Standort Windeckstraße 1 und betreut jährlich rund 130.000 Gäste persönlich. Mit 362 Öffnungstagen und einem Team von insgesamt über 100 Personen (inkl. 18 Personen festes Personal, 22 Aushilfen und rund 65 Gäste- führer*innen) sichert sie die touristische Grundversorgung der Stadt Bonn in zentraler Innenstadtlage (ca. 200 Meter zum Hbf. und direkt am Münsterplatz, direkte Sichtachse zur Haltestelle der Hop-On-Hop-Off-Stadtrundfahrten in der Budapester Str.), für die ein gleichwertiger Ersatz erforderlich wäre. Der Standort in der Windeckstraße 1 erfüllt die anspruchsvollen Anforderungen aller relevanter nationaler Qualitätszertifikate (i-Marke, Reisen für Alle, Ser- viceQualität Deutschland), deren erfolgreiche Verlängerung zuletzt 2025 bzw. 2026 erfolgt ist.Seite 8 von 80 Seite 9Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Insofern ist ein Standortwechsel voraussichtlich nicht nur mit der Fremdanmie- tung eines anderen Gebäudes mit entsprechenden baulichen und kosteninten- siven Anpassungen verbunden, sondern löst gegeben falls eine Kette weiterer Folgekosten aus. Hinsichtlich der Adenauerallee 212-214 wird die Verwaltung den Prozess der geplanten Veräußerung weiter vorantreiben. Die Standortsuche für eine poten- zielle Unterbringung der jeweiligen Organisationseinheiten wird ebenfalls be- reits parallel angestoßen. Anlage/n 1 Anlage I (öffentlich) 2 Machbarkeitsstudie Seite 1-10 (öffentlich) 3 Machbarkeitsstudie Seite 11-20 (öffentlich) 4 Machbarkeitsstudie Seite 21-30 (öffentlich) 5 Machbarkeitsstudie Seite 31-40 (öffentlich) 6 Machbarkeitsstudie Seite 41-50 (öffentlich) 7 Machbarkeitsstudie Seite 51-60 (öffentlich) 8 Machbarkeitsstudie Seite 61-70 (öffentlich)Seite 9 von 80 Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Bewertungskriterien Alte Münsterschule Altes Rathaus Rathausgasse Liegenschaft Adenauerallee 1.Sichtbarkeit im Stadtbild 2.Erschließung 3.Städtebau 4.Umnutzung in Museum 5.Barrierefreiheit 6.Sicherheit und Gesundheitsschutz in Museen (GUV) 7.Denkmalschutz 8.Kennwerte 9.Architektur 10.Boden/Wand/ Decke 11.Gebäudesubstanz, reine Sichtung 12.Brandschutz (BS), insgesamt 13.Tragwerksplanung (TWP), insgesamt 14.Bauphysik 15.Technische Gebäudeausrüstung (TGA), insgesamt 16.DIN EN 16893 4.2.2 Gefährdung für Sammlungen 17.Versicherung/ Sachschutz Bewertung, gesamtSeite 10 von 80 Seite 11 von 80 Seite 12 von 80 Seite 13 von 80 Seite 14 von 80 Seite 15 von 80 Seite 16 von 80 Seite 17 von 80 Seite 18 von 80 Seite 19 von 80 Seite 20 von 80 Seite 21 von 80 Seite 22 von 80 Seite 23 von 80 Seite 24 von 80 Seite 25 von 80 Seite 26 von 80 Seite 27 von 80 Seite 28 von 80 Seite 29 von 80 Seite 30 von 80 Seite 31 von 80 Seite 32 von 80 Seite 33 von 80 Seite 34 von 80 Seite 35 von 80 Seite 36 von 80 Seite 37 von 80 Seite 38 von 80 Seite 39 von 80 Seite 40 von 80 Seite 41 von 80 Seite 42 von 80 Seite 43 von 80 Seite 44 von 80 Seite 45 von 80 Seite 46 von 80 Seite 47 von 80 Seite 48 von 80 Seite 49 von 80 Seite 50 von 80 Seite 51 von 80 Seite 52 von 80 Seite 53 von 80 Seite 54 von 80 Seite 55 von 80 Seite 56 von 80 Seite 57 von 80 Seite 58 von 80 Seite 59 von 80 Seite 60 von 80 Seite 61 von 80 Seite 62 von 80 Seite 63 von 80 Seite 64 von 80 Seite 65 von 80 Seite 66 von 80 Seite 67 von 80 Seite 68 von 80 Seite 69 von 80 Seite 70 von 80 Seite 71 von 80 Seite 72 von 80 Seite 73 von 80 Seite 74 von 80 Seite 75 von 80 Seite 76 von 80 Seite 77 von 80 Seite 78 von 80 Seite 79 von 80 Seite 80 von 80
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