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260827 · Mitteilungsvorlage

Künftige Unterbringung des Stadtmuseums Bonn

Nummer
260827
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
04.05.2026
Letzte Änderung
24.10.2026
  • Franziskanerstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn Hauptort
  • Adenauerallee Straße· Südstadt, Bonn
  • Rathausgasse Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Windeckstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Markt Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Münsterplatz Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Budapester Straße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Rates 15.06.2026 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Betriebsausschusses SGB 18.06.2026 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Kulturausschusses 19.05.2026 Kenntnisnahme
  4. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Liegenschaften und Arbeit 10.06.2026 Kenntnisnahme
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Untergeordnet

  1. 260827-02 ST FDP-Große Anfrage zum Gutachten zur Geeignetheit von Liegenschaften für ein Stadtmuseum; bauliche Problemlagen
  2. 260827-01 FDP-Große Anfrage zum Gutachten zur Geeignetheit von Liegenschaften für ein Stadtmuseum; bauliche Problemlagen

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
260827
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
85 Städtisches Gebäudemanagement Bonn
Dezernat:
SGB
Künftige Unterbringung des Stadtmuseums Bonn
Beratungsfolge
Kulturausschuss 19.05.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wirtschaft, Liegenschaften und
Arbeit
10.06.2026 Kenntnisnahme
Rat 11.06.2026 Kenntnisnahme
Betriebsausschuss SGB 18.06.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Ausgangslage:
Das Stadtmuseum Bonn wurde 1989 gegründet und widmet sich der Darstel-
lung der Bonner Stadt- und Kulturgeschichte sowie der Präsentation und Pflege
des umfangreichen Sammlungsbestandes.
Die Dauerausstellung in der Franziskanerstraße 9 musste zum 31. August 2025
geschlossen werden, zum 31. Dezember 2025 erfolgte ein Eigentümerwechsel
der bis dahin vom Stadtmuseum genutzten Flächen. Seitdem muss sich das
Stadtmuseum für Ausstellungen und andere Veranstaltungen auf das renovie-
rungsbedürftige (Bauunterhaltung) Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Adenauerallee 79,
eine Zweigstelle des Stadtmuseums, beschränken.
Für eine mögliche Unterbringung des Stadtmuseums wurde in der Ver-
gangenheit bereits der Standort Altes Rathaus, Rathausgasse 5-7,
(Rückwärtiger Anbau) geprüft. Die Machbarkeitsstudie wurde von Bel
Architekten Köln in 06/2023 durchgeführt. Seinerzeit wurden von Bel Ar-
chitekten die Bestandspläne aufgenommen (Planerstellung), eine bau-
konstruktive Betrachtung der Bausubstanz durchgeführt, eine eigenstän-
dige Erstellung eines Raumprogramms/ Bedarfe/ Raumanalyse erarbei-
tet, eine Konzeptentwicklung in zwei Varianten mit Planerstellung sowie
Visualisierung durchgeführt sowie dazu eine Kostenbetrachtung erstellt.
Die Unterlagen liegen in der Objektbetrachtung und Ausarbeitung nicht
tiefgehend vor, eine konkrete und abschließende Nutzeranforderung des
Stadtmuseums Bonn lag nicht zugrunde. Insofern sind für diesen Stand-
ort weitere Untersuchungen notwendig, ein konkreter Umsetzungstermin
lag bislang nicht vor.
Insofern benötigt das Stadtmuseum derzeit zwingend einen Interims-
standort sowie eine gesicherte langfristige Perspektive.
In der Sitzung vom 08. September 2025 gab der Rat der Stadt Bonn dem städ-Seite 1 von 80
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
tischen Gebäudemanagement vor diesem Hintergrund den Auftrag, die eben-
falls im Eigentum der Bundesstadt Bonn stehende Windeckstr. 1 zu prüfen. In
dieser Liegenschaft ist derzeit die Touristeninformation untergebracht. Der
Prüfauftrag umfasst in diesem Zusammenhang daher auch die in der Konse-
quenz notwendige Prüfung eines neuen potenziellen Standortes für die Touris-
teninformation in Innenstadtlage. Für die ebenfalls dort befindliche Theater- und
Konzertkasse soll im Zusammenhang mit dem Prozess Zukunft Bonner Bühnen
ein anderer Standort gefunden werden.
Das SGB veranlasste auf dieser Basis im Januar 2026 eine Ausschreibung mit
dem Ziel der Beauftragung eines Büros zur Durchführung einer Machbarkeits-
studie sowie eines Ergebnisvergleichs zu den in Betracht kommenden Liegen-
schaften. Den Auftrag erhielt im Februar 2026 das Kölner Büro Astoc.
Im weiteren Verlauf wurde durch die Verwaltung noch das Objekt an der Ade-
nauerallee 212-214 in der Betrachtung ergänzt. Dieses steht ebenfalls im Ei-
gentum der Bundesstadt Bonn, ist derzeit ohne Nutzung und alternativ für die
Veräußerung vorgesehen.
Die Beauftragung der Machbarkeitsstudie wurde in drei Stufen untergliedert.
Ziel war es zunächst, eine Auskunft über die grundsätzliche Eignung der Lie-
genschaften für Museumszwecke zu ermitteln und eine erste Gegenüberstel-
lung inklusive der Chancen und Risiken zu ermöglichen. Erst in einem weiteren
Schritt sollen die konkreten Anforderungen des Stadtmuseums in die Betrach-
tung aufgenommen und mögliche Kosten ermittelt sowie Planmaterial erstellt
werden.
Die Stufen 1 und Teile aus Stufe 2 wurden bereits durchgeführt.
Erste Ergebnisse liegen zwischenzeitlich vor, und werden nachfolgend
erläutert:
1. Vorgehen/ Methodik
Eignung und Vergleich
Im ersten Schritt und Inhalt der vorläufigen Ergebnisvorstellung, war die Prü-
fung und Analyse, ob die Gebäude grundsätzlich als Museum nutzbar sein
könnten, sowie die Ermittlung und Darstellung eines Rankings zwischen den
Gebäuden. (Stufe 1 + (in Teilen) Stufe 2 der MBS). Dazu wurden insbesondere
städtebauliche, rechtliche und technische Aspekte untersucht, sowie mit der
Realisierung verbundene Herausforderungen herausgearbeitet.
1. Standort- und Bestandsanalyse
Im Zuge der Bestandsaufnahme erfolgte zunächst die Analyse der vorhande-
nen Bausubstanz sowie des baulichen Zustands insgesamt, um hierüber be-
reits erste Erkenntnisse zu notwendigen Maßnahmen zu erhalten.
Die Untersuchung des baulichen Zustands der Liegenschaften basierte hierbei
vor allem auf den zur Verfügung gestellten Unterlagen wie bspw. Planmaterial,
Bestandsunterlagen, Unterlagen zum Denkmalschutz, Statikpläne sowie der
durchgeführten Ortsbesichtigung am 25. Februar 2026.
Einzubinden waren seitens des Büros insbesondere Fachplaner*innen aus den
Bereichen Statik, TGA und Brandschutz. Zudem sollte bereits eine Betrachtung
der Barrierefreiheit sowie des Denkmalschutzes vorgenommen und entspre-
chende Stellen nach Möglichkeit bereits eingebunden werden.
Aspekte aus dem Bereich Versicherung sind in einem nächsten Schritt konkret
zu eruieren.
2. Machbarkeit
Im Bereich der Machbarkeit lag der Fokus zunächst auf der Analyse der Nut-Seite 2 von 80
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
zungsanforderungen als dauerhafte Museumsnutzung, der Bewertung der
technischen Umsetzungsmöglichkeiten sowie der Identifikation potenzieller
Probleme und Hindernisse aus den vorgenannten Fachplanungen.
Ziel war es, einen ersten Eindruck zu gewinnen, inwieweit eine Museumsnut-
zung ermöglicht werden kann.
3. Bewertung der geplanten Nutzung
Die ermittelten Ergebnisse wurden dann einer Bewertung und Einordnung hin-
sichtlich der geplanten Nutzung unterzogen, indem ein Vergleich von vorhan-
dener Substanz und geplanter Nutzung als Museum unter Berücksichtigung der
zuvor unter Punkt 2 erarbeiteten Parameter vorgenommen wurde.
4. Vergleichsbewertung als Ergebnis Stufe 1/ Stufe 2:
In der nachgelagerten Vergleichsbewertung werden so die Stärken, Schwächen
und Chancen sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Liegenschaft im Ran-
king deutlich. Gleichzeitig werden auch Besonderheiten des jeweiligen Stand-
orts transparent dargestellt.
2. Bewertung/ Bewertungsmethodik
Die Bewertung der drei Standorte erfolgte anhand von 18 fachlichen Kriterien,
die in folgende Themenfelder gebündelt wurden:
Standort & städtebauliche Wirkung
(Sichtbarkeit im Stadtbild, Städtebau)
Erschließung & Nutzung
(Erschließung, Barrierefreiheit, Sicherheit und Gesundheitsschutz)
Recht & Genehmigungsfähigkeit
(Baurecht: Umnutzung in Museum, Denkmalschutz Barrierefreiheit, Sicherheit
und Gesundheitsschutz in Museen (GUV))
Baulicher Zustand & Tragwerk
(Architektur: Boden/Wand/ Decke, Gebäudesubstanz (reine Sichtung), Brand-
schutz (BS), Tragwerksplanung (TWP) insgesamt)
Bauphysik & Technik
(Bauphysik, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), insgesamt, DIN EN 16893
4.2.2 Gefährdung für Sammlungen, Versicherung/ Sachschutz)
Die Ergebnisse der Themenfelder wurden auf ihre aktuelle Bestandssituation
sowie in ihrer Möglichkeit auf Ertüchtigung bzw. Abhilfe bei Herausforderungen
untersucht.
Die Bewertung erfolgte jeweils qualitativ in den Stufen:
Im Bestand erfüllt, kein Risiko
Im Bestand mit Abstimmungen/ Aufwendungen herstellbar/ mitt-
leres Risiko
Technisch schwer umsetzbar/ großer Abstimmungsbedarf/ ho-
hes RisikoSeite 3 von 80
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
3. Gesamtbewertung Bestand der drei Standorte
(Aufstellung siehe Anlage I)
Nach Analyse der vorliegenden Informationen und nach beigefügter Bewer-
tungsmatrix, kommt das Büro Astoc zu dem Ergebnis, dass die Liegenschaft in
der Adenauerallee 212-214 für eine Nutzung für ein Museum eingeschränkt
geeignet ist.
Die Liegenschaften am Alten Rathaus in der Rathausgasse 5-7 oder in der Al-
ten Münsterschule in der Windeckstraße 1 sind für eine Nutzung als Museum
geeignet.
Die wesentlichen Stärken und Schwächen der einzelnen Liegenschaften wer-
den nachfolgend kurz dargestellt und eingeordnet. Die konkreten Details kön-
nen zudem der beigefügten Anlage entnommen werden.
Alte Münsterschule
Der Standort und das Objekt an der Windeckstraße 1 sind im Ergebnis für die
Nutzung „Museum“ geeignet und eine Ertüchtigung wird als umsetzbar ange-
sehen.
Für das Objekt spricht insbesondere die gute Sichtbarkeit im Stadtbild, die gute
Erreichbarkeit in der Innenstadt, das repräsentative Erscheinungsbild, die
Größe der Räume, die eine vielfältige Nutzung ermöglicht sowie die stabile Ge-
bäudesubstanz.
Herausforderungen bestehen u. a. in den begrenzten Flächen, da eine Erweite-
rung an dem Standort ausgeschlossen ist. Hier muss in der weiteren Untersu-
chung eine Prüfung der Anforderungen und der künftigen geplanten Ausstel-
lungsnutzung durch das Stadtmuseum erfolgen.
Aktuelle Nutzer des Gebäudes sind die Touristeninformation (Bonn-Information)
und die Theater- und Konzertkasse. Aus Sicht beider Nutzer hat sich der
Standort in der Vergangenheit bewährt. Diese Einrichtungen arbeiten in den
Räumen der Liegenschaft sehr gut zusammen, sodass von entsprechenden
Synergieeffekten bei der gemeinsamen Nutzung gesprochen werden kann. Das
Gebäude wurde 1999 grundlegend saniert und umgebaut, um den Anforderun-
gen des Einzugs der Bonn-Information und der Theater- und Konzertkasse ge-
recht zu werden. Sollten die derzeitigen Nutzer mit dem Einzug des Stadtmu-
seums zum Auszug gezwungen sein, muss eine neue, geeignete Liegenschaft
für ihre Unterbringung gefunden werden. Der Prüfauftrag umfasst in diesem
Zusammenhang daher auch die in der Konsequenz notwendige Prüfung eines
neuen potenziellen Standortes für die Touristeninformation in Innenstadtlage.
Die ebenfalls im Gebäude befindliche Theater – und Konzertkasse ist nicht un-
mittelbar betroffen, hier kommt zu einem späteren Zeitpunkt eventuell im Zu-
sammenhang mit dem Prozess Zukunft Bonner Bühnen ein anderer Standort in
Betracht.Seite 4 von 80
Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Die aktuell dem SGB vorliegenden potenziellen Liegenschaften erfüllen die
Kriterien der Bonn Information nach derzeitigen Erkenntnissen nicht, insofern
wird hier voraussichtlich eine Anmietung mit Herrichtungsmaßnahmen erforder-
lich.
Herausforderungen und Risiken ergeben sich in dem Objekt insbesondere in
den nachfolgenden Punkten. Diese gilt es zu beheben und abzustimmen, um
die Nutzung uneingeschränkt zu ermöglichen:
Barrierefreiheit
Zur Erschließung des 1. Obergeschosses ist der Einbau eines Aufzuges zwin-
gend. Die einzige Möglichkeit wird an der Stelle gesehen, an der bereits der
barrierefreie Zugang für das Erdgeschoss der Touristeninformation ermöglicht
wird. Das Flurstück gehört nicht der Stadt, es besteht allerdings ein Gehrecht
auf diesem. Insofern sind weitere Abstimmungen mit dem Eigentümer notwen-
dig, ob der geplanten Maßnahme zugestimmt werden kann.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bonn-Information ist die Schaffung
einer zusätzlichen barrierefreien Erschließung des ersten Obergeschosses in
Form eines Aufzugs in der derzeitigen personellen Zusammensetzung zwar
wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich.
Aktuell sind vier Mitarbeitende beschäftigt, für die das Treppensteigen aufgrund
anerkannter Behinderungen oder längerfristiger Erkrankungen mit Einschrän-
kungen verbunden ist. Zur Reduzierung der Belastung wurden interne organi-
satorische Maßnahmen ergriffen. Hierzu zählen insbesondere die teilweise Ver-
lagerung von Tätigkeiten in das Erdgeschoss sowie die Nutzung der barriere-
freien Sanitäranlagen im Kundenbereich.
Besucher in dieser Liegenschaft sind nur im Erdgeschoss vorgesehen.
Rettungswege
Es ist nicht möglich einen zweiten baulichen Rettungsweg an das Gebäude
einzubringen. Insofern sind Abstimmungen mit der Feuerwehr notwendig, ob
diese der Rettung über die Fenster zustimmt. Dies bedeutet eine Personenbe-
grenzung auf max. 30 Personen je Geschoss.
Auch die Nutzung des Treppenhauses für Veranstaltungen mit mehr als 30
Personen steht in Abhängigkeit von der Zustimmung der Feuerwehr zu einem
zweiten Rettungsweg über das Untergeschoss.
Das Stadtmuseum zielt darauf ab, am Standort Windeckstraße bis zu 40.000
Besucherinnen und Besucher pro Jahr willkommen zu heißen. Dies entspricht
einer durchschnittlichen Besucherzahl von ca. 129 Personen pro Tag.
Hinweis: Für die derzeitige Nutzung gibt es ein bestehendes Brandschutzkon-
zept, das weiterhin Bestand hat. Die v.g. Anforderungen ergeben sich aus der
potenziellen Nutzungsänderung. Im Bestand sind nach derzeitiger Einschät-
zung keine Maßnahmen notwendig.Seite 5 von 80
Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Klimageräte
In dem Gebäude ist eine Kühlung grundsätzlich nachrüstbar. Diese würde vor-
aussichtlich im oder auf dem Dach erfolgen können.
Die Nachrüstung einer Klimaanlage hingegen wird voraussichtlich nicht um-
setzbar sein. Insofern ist auch hier in den weiteren Anforderungen des Stadt-
museums zu prüfen, ob auf diese langfristig verzichtet werden kann und dies
auch versicherungstechnisch unproblematisch ist.
Das Stadtmuseum orientiert sich an den vom Deutschen Museumsbund emp-
fohlenen Mindeststandards, welche der ASR entsprechen.
In der Windeckstraße ist eine reine Kühlung (Umluftkühlung) der Räume durch
die Nachrüstung von Klima-Splitgeräten auf dem aktuell nicht ausgebauten
Dachboden denkbar, was zusätzliche Maßnahmen bezüglich der Zugänglich-
keit sowie Abwärme hervorrufen würde. Alternativ werden die Geräte direkt
außen aufgestellt. Nach dem empfohlenen Mindeststandard des Deutschen
Museumsbunds wird zur Klimatisierung eine Lüftungsanlage mit Klimafunktio-
nen notwendig, die bei Anforderungen durch die Nutzung be- und entfeuchten
kann. Der deutsche Museumsbund gibt Grenzwerte in den neuen Empfehlun-
gen für die Temperatur zwischen 15 °C und 26 °C vor und für die relative Luft-
feuchtigkeit zwischen 40 % und 60 % vor. Diese Anlagen benötigen bei weitem
mehr Platzbedarf und rufen ein höheres Gewicht auf, was eine vergleichbare
Umsetzung auf dem Dachboden ausschließt. Die notwendigen Flächen und
Kälteerzeugung für diese Lüftungsanlage sowie die entsprechenden Kanal-
führungen in den Räumen sind in der Windeckstraße nicht oder nur mit sehr
hohem Aufwand umsetzbar. Weitere Einschränkungen zur Temperatur und
Luftfeuchtigkeit könnten sich noch die Ausstellungsgüter ergeben. Hier können
die Anforderungen höher liegen als durch die Empfehlung des deutschen Mu-
seumsbundes, dies im Weiteren mit betrachtet.
Dies wird in der nächsten Stufe der Machbarkeitsstudie betrachtet und beziffert.
Aus Sicht der Kulturverwaltung ist diesbezüglich unter anderem denkbar, für
einzelne, besonders empfindliche Objekte, Vitrinen zum Einsatz zu bringen, die
durch kleine, eingebaute Klimageräte das erforderliche Mikroklima schaffen und
halten.
Adenauerallee 212-214
Der Standort und die Gebäude in der Adenauerallee 212-214 sind für die Nut-
zung „Museum“ eingeschränkt geeignet. Erwartbar ist auf Basis der bisherigen
Ergebnisse eine aufwendige Ertüchtigung.
Für die Liegenschaft spricht das schöne, denkmalgeschützte Gebäude sowie
eine gute Erreichbarkeit mit ÖPNV und PKW. Zudem lässt des Gesamtkomplex
eine umfangreiche Ausstellungsfläche zu, die jedoch auf viele einzelne Räume
kleinteilig verteilt wäre. Außerdem gibt es bereits eine bestehende, barrierefreie
Erschließung mit Aufzugsanlage und Sanitärräumen aus 1999.
Herausforderungen und Risiken ergeben sich bei dem Objekt insbesondere
aufgrund des baulichen Zustands sowie des Brandschutzes und auf Grund derSeite 6 von 80
Seite 7Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
abseitigen Lage jenseits der Innenstadt. Die Immobilie befindet sich entlang der
viel befahrenen B9, die nicht zum Flanieren einlädt. Durch die direkt am Muse-
um Koenig und dem Haus der Geschichte, Kunstmuseum und Bundeskunsthal-
le gelegenen U-Bahn-Stationen besteht die Gefahr, dass das Stadtmuseum
hier in einem toten Winkel der Museumsmeile etabliert wird. Besucherinnen
und Besucher der anderen Einrichtungen nutzen die Bahnstationen direkt vor
den jeweiligen Häusern.
Aus Sicht der Kulturverwaltung kommt dieser Standort aus verschiedenen
Gründen, u.a. aufgrund seiner Lage, nicht in Betracht.
Brandschutz
In dem Objekt können aufgrund der Treppenbreite derzeit max. 20 Personen
pro Geschoss zugelassen werden. Sofern die Feuerwehr der Fensterrettung
zustimmt, könnte auch hier auf max. 30 Personen ausgeweitet werden, ggf.
kann auch ein notwendiges Treppenhaus angebaut werden.
Die Holzbalkendecken sind im Zuge des baulichen Brandschutzes, aber auch
hinsichtlich der Einzellasten, aufwändig zu ertüchtigen.
Bausubstanz
Hinsichtlich der Bausubstanz sind umfangreiche Maßnahmen notwendig.
Das Gebäude steht aktuell leer.
Altes Rathaus, Rathausgasse 5-7- (Rückwärtiger Anbau)
Der Standort und der „rechte“ Gebäudeteil in der Liegenschaft am Alten Rat-
haus in der Rathausgasse 5-7 sind für die Nutzung „Museum“ geeignet und
eine Ertüchtigung möglich.
Stärken des Objekts werden insbesondere in der sehr guten Erreichbarkeit in
der Innenstadt gesehen. Der Zugang zum Gebäude, der sich, ähnlich wie die
ehemaligen Ausstellungsflächen des Stadtmuseums in der Franziskanerstraße,
in einem toten Winkel rückwärtig des Alten Rathauses befindet, muss für Besu-
cherinnen und Besucher sichtbar gemacht werden. Ein Besucherleitsystem
ausgehend vom Markt, dem Alten Rathaus und den umliegenden Haltepunkten
für den ÖPNV sind für die Rathausgasse 5-7 unumgänglich und mitzudenken.
Weitere Stärken werden in den großen, flexiblen nutz- und teilbaren Ausstel-
lungsräumen und der möglichen Erweiterung der Ausstellung in den Flächen
des Untergeschosses sowie in der stabilen Gebäudesubstanz gesehen.
Auch in diesem Objekt sind Maßnahmen zur dauerhaften Nutzung als Museum
notwendig. Diese betreffen hier vor allem die barrierefreie Erschließung sowie
den Brandschutz. Aktuell wird dieser Teil der Liegenschaft u.a. vom Dezernat
IV genutzt, so dass ein adäquater Ersatz für die aktuellen Nutzer gefunden
werden muss.
Aktuell wird das Gebäude als Verwaltungsgebäude u.a. von Dez. IV genutzt.
Die langfristige Planung im Umgang mit Verwaltungsgebäuden sieht grundsätz-
lich eine Zusammenführung der Verwaltung in größere Liegenschaften bzw.
Verwaltungseinheiten und damit eine Reduktion der aktuell genutzten Liegen-Seite 7 von 80
Seite 8Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
schaften zur Unterbringung vor. Im Zuge eines möglichen Auszugs für den Ein-
zug des Stadtmuseums wird die Unterbringung der dort derzeit arbeitenden
Mitarbeitenden an einem anderen Bestandsobjekt geprüft. Hinzu kommt eine
erforderliche alternative Unterbringung der von den Ratsfraktionen im betroffe-
nen Gebäudeteil genutzten Flächen.
Barrierefreiheit
Für den Zweck der Museumsnutzung ist das Gebäude barrierefrei zu er-
schließen. Hier ist neben der Einbringung einer Aufzugsanlage, unter anderem
auch die Einbringung barrierefreier Sanitärbereiche vorzusehen.
Brandschutz
Mit den Rettungsgeräten der Feuerwehr können aktuell über die Fenster max.
30 Personen je Geschoss gerettet und zugelassen werden. Eine Chance be-
steht darin einen zweiten baulichen Rettungsweg zu ergänzen, sodass der hin-
tere Gebäudeteil mit bis zu 100 Personen pro Geschoss genutzt werden kann.
4. Weiteres Vorgehen
Im Nachgang erfolgt die Beauftragung der Stufe 3 der Machbarkeitsstudie für
die konkrete Prüfung der Unterbringung des Stadtmuseums in der Liegenschaft
Rathausgasse 5-7 in der Windeckstr. 1. Dann werden u. a. erste Kostenschät-
zungen ermittelt.
Auf Basis dieser Ergebnisse wird dem Rat ein Vorschlag für die künftige Unter-
bringung des Stadtmuseums unterbreitet und alle daraus resultierenden weite-
ren Schritte, wie beispielsweise Maßnahmen sowie Kosten der zur künftigen
Unterbringung der derzeit in den Objekten untergebrachten Organisationsein-
heiten, abgeleitet. Hierbei ist aus Sicht der Amtes 03 auch die Identifikation
finanzierbarer Alternativen für die notwendige qualitativ hochwertige Unterbrin-
gung der Bonn-Information in der Innenstadt im Falle einer Entscheidung für die
Windeckstr. 1 als besonders herausfordernd anzusehen.
Neben der baulichen Betrachtung der Standorte werden in der Gesamtwertung
auch die wirtschaftlichen, betrieblichen und strategischen Folgen eines mögli-
chen Standortwechsels der Bonn-Information miteinbezogen:
Die Bonn-Information ist seit 1999 ein etablierter Ankerpunkt im Bonner Stadt-
bild an dem Standort Windeckstraße 1 und betreut jährlich rund 130.000 Gäste
persönlich. Mit 362 Öffnungstagen und einem Team von insgesamt über 100
Personen (inkl. 18 Personen festes Personal, 22 Aushilfen und rund 65 Gäste-
führer*innen) sichert sie die touristische Grundversorgung der Stadt Bonn in
zentraler Innenstadtlage (ca. 200 Meter zum Hbf. und direkt am Münsterplatz,
direkte Sichtachse zur Haltestelle der Hop-On-Hop-Off-Stadtrundfahrten in der
Budapester Str.), für die ein gleichwertiger Ersatz erforderlich wäre.
Der Standort in der Windeckstraße 1 erfüllt die anspruchsvollen Anforderungen
aller relevanter nationaler Qualitätszertifikate (i-Marke, Reisen für Alle, Ser-
viceQualität Deutschland), deren erfolgreiche Verlängerung zuletzt 2025 bzw.
2026 erfolgt ist.Seite 8 von 80
Seite 9Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Insofern ist ein Standortwechsel voraussichtlich nicht nur mit der Fremdanmie-
tung eines anderen Gebäudes mit entsprechenden baulichen und kosteninten-
siven Anpassungen verbunden, sondern löst gegeben falls eine Kette weiterer
Folgekosten aus.
Hinsichtlich der Adenauerallee 212-214 wird die Verwaltung den Prozess der
geplanten Veräußerung weiter vorantreiben. Die Standortsuche für eine poten-
zielle Unterbringung der jeweiligen Organisationseinheiten wird ebenfalls be-
reits parallel angestoßen.
Anlage/n
1 Anlage I (öffentlich)
2 Machbarkeitsstudie Seite 1-10 (öffentlich)
3 Machbarkeitsstudie Seite 11-20 (öffentlich)
4 Machbarkeitsstudie Seite 21-30 (öffentlich)
5 Machbarkeitsstudie Seite 31-40 (öffentlich)
6 Machbarkeitsstudie Seite 41-50 (öffentlich)
7 Machbarkeitsstudie Seite 51-60 (öffentlich)
8 Machbarkeitsstudie Seite 61-70 (öffentlich)Seite 9 von 80
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Bewertungskriterien Alte
Münsterschule
Altes Rathaus
Rathausgasse
Liegenschaft
Adenauerallee
1.Sichtbarkeit im Stadtbild
2.Erschließung
3.Städtebau
4.Umnutzung in Museum
5.Barrierefreiheit
6.Sicherheit und
Gesundheitsschutz in Museen
(GUV)
7.Denkmalschutz
8.Kennwerte
9.Architektur
10.Boden/Wand/ Decke
11.Gebäudesubstanz, reine
Sichtung
12.Brandschutz (BS), insgesamt
13.Tragwerksplanung (TWP),
insgesamt
14.Bauphysik
15.Technische
Gebäudeausrüstung (TGA),
insgesamt
16.DIN EN 16893 4.2.2
Gefährdung für Sammlungen
17.Versicherung/ Sachschutz
Bewertung, gesamtSeite 10 von 80
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Datenstand: 02.11.2026, 23:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de