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260815-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

GRÜNE/Volt-Antrag - Übergangslösung durch hybride Heizsysteme

Nummer
260815-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
08.06.2026
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  • Markt Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  1. Sitzung des Rates 09.07.2026 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 15.07.2026 Kenntnisnahme
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  1. 260815 GRÜNE/Volt-Antrag - Übergangslösung durch hybride Heizsysteme

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
260815-01 ST
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
GRÜNE/Volt-Antrag - Übergangslösung durch
hybride Heizsysteme
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
23.06.2026 Kenntnisnahme
Rat 11.06.2026 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Hybridheizungen – in Form einer Kombination aus einer strombasierten
Wärmepumpe und einer fossilen Gas- oder Ölheizung – sind auf Basis der
Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung weder aus wirtschaftlicher
Perspektive noch aus Sicht des Klimaschutzes zu empfehlen.
Wirtschaftliche Sicht:
Hybridheizungen bestehen aus zwei kompletten Heizsystemen – ähnlich wie
Hybridfahrzeuge aus zwei kompletten Antriebssystemen bestehen. Dadurch,
dass zwei Systeme angeschafft werden müssen, liegen die Investitionskosten
in der Summe besonders hoch.
Im kommunalen Wärmeplan wurde beispielhaft für Mehrfamilienhäuser ein
Heizungskostenvergleich für folgende sieben Heizsysteme durchgeführt: Gas-
Heizung, Öl-Heizung, Wärmenetze, Elektrische Heizung, Hybridheizung
(Wärmepumpe + Gas), Biomasse und Wärmepumpe. Es wurden drei
verschiedene Sanierungszustände mit den damit verbundenen
unterschiedlichen Heizleistungsbedarfen differenziert. In allen drei
Sanierungszuständen ist die Hybridheizung mit den höchsten Kapitalkosten
verbunden. Die Summe aus Kapitalkosten, Betriebskosten und
verbrauchsgebundenen Kosten ist bei Hybridheizungen am zweithöchsten
(nach den elektrischen Heizungen). Wegen der beschriebenen hohen Kosten
ist davon auszugehen, dass sich Hybridheizungen am Markt nicht durchsetzen
werden.
Siehe Folien 18-20 in „Anhang 3 - kommunale Wärmeplanung – Parameter,
Basisszenarien und Wärmeversorgungsarten“- des ersten Bonner Wärmeplans
https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?5--anlagenHeaderPanel-
attachmentsList-2-attachment-link&VOLFDNR=2021596&refresh=false
Auch in den Liegenschaften des SGB werden überall dort, wo es möglich ist,
ausschließlich Wärmepumpen zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Bei besonders
großen Heizlasten (bspw. in Schulen, die nicht sofort an die FernwärmeSeite 1 von 3
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
angeschlossen werden können) kommen Hybridheizungen zum Einsatz,
aufgrund der noch nicht sanierten Gebäude sowie einer gebotenen
Dringlichkeit. Die oben dargestellten Wirtschaftlichkeitsberechnungen sind nicht
1:1 von privaten Wohngebäuden auf Spezialgebäude wie größere öffentliche
Liegenschaften übertragbar.
Klimaschutz:
Der Neueinbau einer Gas- oder Ölheizung bewirkt Lock-in-Effekte. Dies gilt
aber ebenso für den Neueinbau einer Hybridheizung, wenn auch in
abgeschwächter Form. Gas- und Ölheizungen haben eine Lebensdauer von
etwa 20 Jahren – in vielen Haushalten werden sie auch mehr als 30 Jahre
betrieben. Bei einer Neuanschaffung im Jahr 2026 wäre die Lebensdauer damit
frühestens 2046 erreicht. Solche Neueinbauten machen die Erreichung des
Bonner Klimaneutralitätsziels unmöglich und stehen sogar dem
bundesdeutschen Klimaneutralitäts-Zieljahr im Wege. Während der kompletten
Lebensdauer wird bei der Hybridheizung zwar weniger CO￿ ausgestoßen als
bei einer rein fossilen Heizung. Aber Nullemissionen sind so nicht erreichbar.
Wärmepumpen-Technologien als Lösung:
Wärmepumpen sind technisch heute in fast jedem Gebäude einsetzbar. Eine
vorherige Sanierung ist zwar wünschenswert, da damit der Wärmebedarf
gesenkt wird. Die Wärmepumpe kann jedoch in den meisten Fällen auch nach
minimalen Veränderungen (z.B. wenige einzelne Heizkörper vergrößern) schon
wirtschaftlich eingesetzt werden, so dass keine Notwendigkeit besteht, ein
zweites fossiles Heizsystem zu kaufen, zu warten und Brennstoffe vorzuhalten.
Im Gegenteil: Heizen mit fossilen Brennstoffen kann in Zukunft zur Kostenfalle
werden:
1. weil die CO￿-Bepreisung von Heizöl und Erdgas in den nächsten
Jahren schrittweise ansteigen wird, so dass auch die Öl- und Gaspreise
steigen werden.
2. weil die Gasnetzentgelte steigen werden – denn die Betriebskosten des
Gasnetzes werden sich auf immer weniger verbleibende Gaskunden
verteilen.
3. weil die klimafreundlicheren Brennstoff-Alternativen wie Biomethan,
Wasserstoff, synthetische Gase und Öle teurer sind als fossile
Brennstoffe. Bio-Treppe und Grüngas-/Grünheizölquoten in steigenden
Beimischungen erhöhen daher die Heizkosten zusätzlich.
Wer klimafreundlich ohne Öl und Gas heizt, ist hingegen unabhängig von
diesen drei Preissteigerungen.￿Die monatlichen Heizkosten bei
Wärmepumpen sind bereits heute meist niedriger als bei Öl- und Gasheizungen
– der Preisvorteil bei den Betriebskosten wird zukünftig weiter zunehmen.
Schon aus diesen wirtschaftlichen Erwägungen heraus ist der Neueinbau von
Gas- oder Ölheizungen nicht empfehlenswert – weder als Einzelheizung noch
als Hybridvariante.
Die Stadtwerke Bonn sind (neben dem Ausbau der Fernwärme) auch im
Verkauf von Wärmepumpen aktiv. Im Programm „Wärmepumpe Plus“ bieten
sie Luft-Wärmepumpen sowohl zum Kauf als auch – für Zielgruppen, die trotz
Förderprogramm der Bundesregierung die Investitionskosten nicht aufbringen
(möchten) – zur Miete an: https://www.stadtwerke-bonn.de/fuer-
zuhause/produkte/bonnplus-waerme/. Sie arbeiten dazu mit regionalen
Fachbetrieben der Sanitär-Heizung-Klima-Branche zusammen.Seite 2 von 3
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 06:59 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de