260709 · Antrag
Antrag von BSW/SBI: Resolution der Bundesstadt Bonn Für Menschenwürde, Frieden und konsequentes Handeln bei Verstößen gegen das Völkerrecht
Kerndaten
- Nummer
- 260709
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 05.05.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
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Antrag öffentlich 260709Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Antragsteller/in: Moussa Acharki Hanno von Raußendorf BSW/SBI-Gruppe im Rat der Stadt Bonn 16.04.2026 Antrag von BSW/SBI: Resolution der Bundesstadt Bonn Für Menschenwürde, Frieden und konsequentes Handeln bei Verstößen gegen das Völkerrecht Beratungsfolge Rat 07.05.2026 Entscheidung Inhalt des Antrags Der Rat möge die folgende Resolution beschließen: Präambel Der Rat der Bundesstadt Bonn bekennt sich zu den universellen Menschenrechten, zur Unantastbarkeit der Menschenwürde und zum Recht auf Leben. Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen trägt Bonn eine besondere Verantwortung für Frieden, Dialog und die Achtung des humanitären Völkerrechts. Für viele Menschen in Bonn ist das, worüber wir heute sprechen, keine ferne politische Debatte. Es bedeutet Sorge um die Familie. Es beinhaltet Nachrichten von Angst, Verlust und Zerstörung. Es bedeutet das Gefühl, dass das Leid der eigenen Angehörigen nicht gesehen wird. Der Rat der Bundesstadt Bonn erkennt dieses Leid an. Und er stellt sich an die Seite aller Menschen, die unter Krieg, Gewalt und der Missachtung von Menschenrechten leiden. Feststellungen Der Rat stellt fest:Seite 1 von 4 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) - Die Anwendung der Todesstrafe ist mit dem Recht auf Leben unvereinbar. - Die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung in aktuellen Konflikten, insbesondere im Nahen Osten, ist in weiten Teilen katastrophal. - Der Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten sowie die Einhaltung des humanitären Völkerrechts sind zwingend und nicht verhandelbar. - Militärische Angriffe auf souveräne Staaten ohne völkerrechtliche Grundlage stellen einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. - Internationale Konflikte wirken sich unmittelbar auf das gesellschaftliche Leben in Bonn aus. Bewertung Der Rat bewertet: - die Gefährdung und Tötung von Zivilistinnen und Zivilisten als nicht hinnehmbar. - jede Form doppelter Standards bei der Anwendung der Menschenrechte und des Völkerrechts als schwerwiegend und vertrauensschädigend. Der Rat stellt klar: Diese Resolution ist Ausdruck der Werte und der Verantwortung der Bundesstadt Bonn als internationaler und UN-Stadt. Für den Rat gilt: Jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Politische Interessen, Bündnisse oder strategische Überlegungen dürfen keinen Freibrief für völkerrechtswidrige Angriffe auf die Zivilbevölkerung oder auf souveräne Staaten darstellen. Beschluss Der Rat der Bundesstadt Bonn beschließt: - sich klar gegen die Anwendung der Todesstrafe zu positionieren, - sich für die konsequente Einhaltung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts einzusetzen; - die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag aufzufordern: - ihr Engagement zum Schutz der Zivilbevölkerung deutlich und sichtbar zu verstärken; - Waffenexporte in Konfliktregionen auszusetzen, wenn die Gefahr besteht, dass diese zur Verletzung des humanitären Völkerrechts beitragen;Seite 2 von 4 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) - sich auf europäischer Ebene aktiv für die Prüfung und Anwendung wirksamer restriktiver Maßnahmen (Sanktionen) einzusetzen, sofern schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht fortbestehen; - die Einhaltung der Menschenrechtsklausel des EU-Israel- Assoziierungsabkommens konsequent zu überprüfen und sich dafür einzusetzen, dass bei Verstößen geeignete Maßnahmen bis hin zur Aussetzung dieses Abkommens geprüft werden; - sicherzustellen, dass die Menschenrechte und das Völkerrecht ohne doppelte Standards Grundlage politischen Handelns sind; - diese Resolution an die Bundesregierung, den Deutschen Bundestag sowie die zuständigen europäischen Institutionen zu übermitteln und mit Nachdruck zu appellieren, den genannten Forderungen Folge zu leisten. Der Rat begrüßt Initiativen auf europäischer Ebene zur stärkeren Durchsetzung des humanitären Völkerrechts und fordert eine entsprechend klare Rolle der Bundesregierung. Kommunaler Beitrag Der Rat der Bundesstadt Bonn bekräftigt: - die Unterstützung humanitärer und zivilgesellschaftlicher Initiativen, - die Prüfung zusätzlicher Hilfsmaßnahmen für Menschen aus Krisengebieten, - die Stärkung Bonns als Ort des internationalen Dialogs, der Friedensarbeit und der Menschenrechte. Schlussformel Der Rat der Bundesstadt Bonn ist überzeugt: Die Achtung der Menschenwürde, die Einhaltung des Völkerrechts und internationale Solidarität sind keine abstrakten Prinzipien – sie entscheiden über Leben und Tod. Gerade als internationale Stadt und UN-Standort darf Bonn nicht schweigen, wenn diese Prinzipien verletzt werden. Schweigen wäre kein Zeichen von Neutralität. Schweigen wäre ein Zeichen von Gleichgültigkeit. Und das ist nicht das Bonn, das wir sein wollen. BegründungSeite 3 von 4 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Die vorliegende Resolution ist notwendig, um die grundlegenden Werte der Bundesstadt Bonn in einer Zeit zunehmender internationaler Konflikte klar und unmissverständlich zu bekräftigen. Als Stadt der Vereinten Nationen trägt Bonn eine besondere Verantwortung, sich für die Einhaltung der Menschenrechte, des humanitären Völkerrechts und für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen. Internationale Krisen und bewaffnete Konflikte haben längst direkte Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Bonn. Viele Bürgerinnen und Bürger sind persönlich betroffen durch familiäre Verbindungen, Fluchterfahrungen oder gesellschaftliche Spannungen. Gerade deshalb ist es Aufgabe des Rates, Haltung zu zeigen und deutlich zu machen, dass Menschenwürde und Völkerrecht universell gelten und nicht relativiert werden dürfen. Die Forderung nach einer konsequenten Einhaltung des Völkerrechts sowie nach der Vermeidung doppelter Standards dient nicht nur dem Schutz von Menschenleben, sondern auch der Glaubwürdigkeit demokratischer Institutionen. Schweigen oder Uneindeutigkeit würden das Vertrauen in politische Verantwortungsträger schwächen und könnten als Gleichgültigkeit gegenüber Leid und Unrecht verstanden werden. Darüber hinaus hat die Bundesstadt Bonn als internationaler Standort und Ort des Dialogs die Möglichkeit und die Pflicht, Impulse für Frieden, Verständigung und humanitäres Engagement zu setzen. Die Resolution stärkt diese Rolle und unterstreicht den Anspruch Bonns, aktiv zu einer gerechten und friedlichen internationalen Ordnung beizutragen. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de