260693-03 AA · Änderungsantrag
GRÜNER Änderungsantrag: BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 260693
Kerndaten
- Nummer
- 260693-03 AA
- Art
- Änderungsantrag
- Veröffentlicht
- 05.05.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung Empfehlung
Dateien
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Änderungsantrag öffentlich 260693-03 AA Antragsteller/in: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Dr. Barbara Krausz Bendikt Reiz 05.05.2026 GRÜNER Änderungsantrag: BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 260693 Beratungsfolge Ausschuss für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung 05.05.2026 Empfehlung Rat 07.05.2026 Entscheidung Inhalt des Änderungsantrags Der Ursprungsantrag wird um folgende Punkte ergänzt bzw. wie folgt präzisiert: 1. Ergänzung zu Ziffer 1 (Strategie und Leitlinien): 1.4 Reversibilität und Exit-Strategien: Die Stadtverwaltung stellt sicher, dass bei der Beschaffung von Software, insbesondere bei proprietären Lösungen und Cloud-Diensten, die technische und vertragliche Reversibilität gewährleistet ist. Ziel ist es, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern (Vendor Lock-in) zu minimieren. Die Stadt orientiert sich hierbei an den Leitlinien des Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS) sowie den Standards der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVC). Bestehende europäische Rahmenwerke (wie der EU Data Act) dienen dabei als ergänzende Orientierung für eine zukunftssichere Interoperabilität. 2. Ergänzung zu Ziffer 2 (Öffentliche Verwaltung und Beschaffung): 2.3 Prüfung der Wechselkosten (Total Cost of Exit): Vor Abschluss von Softwareverträgen ist eine schriftliche Analyse der Migrationsfähigkeit durchzuführen. Dabei sind sowohl lizenzrechtliche und technische als auch anbieterspezifische Abhängigkeiten (Vendor- und Service-Lock-in) zu bewerten. Es ist zu prüfen und zu dokumentieren, ob und mit welchem Aufwand (finanziell/personell) ein Systemwechsel innerhalb von 6 bis 12 Monaten realisierbar ist. Diese Analyse muss die Kosten für Datenexporte in offenen Formaten, die Auflösung technologischer Abhängigkeiten sowie die Verfügbarkeit alternativer Marktakteure für Betrieb und Wartung explizit ausweisen. Hierbei sollte auf Leitlinien und Erfahrungen der KGSt zurückgegriffen werden. BegründungSeite 1 von 2 Seite 2 Digitale Souveränität ist kein binärer Zustand, der sich allein durch die Wahl zwischen Open Source oder proprietärer Software definiert. Sie ist vielmehr die fortlaufende Garantie, in einer hybriden IT-Landschaft jederzeit die Kontrolle zu behalten: Souveränität bedeutet, dass wir unabhängig vom gewählten Produkt jederzeit den Ausstieg wählen können und uneingeschränkt die Souveränität über unsere eigenen Daten behalten. Da der Einsatz proprietärer Software in einer komplexen Kommunalverwaltung in Übergangsphasen oder bei fehlenden Open-Source-Alternativen oft unvermeidlich ist, muss der Fokus zwingend auf der Reversibilität liegen. Vermeidung von Lock-in-Effekten: Nur wenn von Anfang an feststeht, wie die Stadt ein System wieder verlassen kann, bleibt sie politisch und finanziell handlungsfähig. Ein Zeitraum von 6 bis 12 Monaten für einen Wechsel ist ein marktüblicher Benchmark für resiliente IT-Strukturen. Kostentransparenz: Die „Total Cost of Ownership“ (TCO) wird oft betrachtet, die „Total Cost of Exit“ (TCE) hingegen selten. Hohe Exit-Kosten sind ein verstecktes finanzielles Risiko für den städtischen Haushalt. Standardisierung und Anschlussfähigkeit: Anstatt eigene, isolierte Anforderungen für Bonn zu definieren, orientiert sich die Stadt an den bereits etablierten Standards der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) und des ZenDiS (Zentrum für Digitale Souveränität). Dies spart der Verwaltung Zeit bei der Erstellung von Ausschreibungen und stellt sicher, dass Bonner IT-Lösungen kompatibel mit den Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene bleiben. Wir nutzen bewährte Standards, statt das Rad in Bonn neu zu erfinden. Durch diese Ergänzungen wird eine Perspektive ergänzt, die Handlungsfähigkeit auch dort sichert, wo ein sofortiger Umstieg auf Open Source (noch) nicht möglich ist. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 04:43 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de