260693 · Antrag
BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 260693
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 15.04.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung Empfehlung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Untergeordnet
- CDU-Änderungsantrag zum BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 260693
- BSW/SBI-Änderungsantrag zu BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 260693
- Volt-/Grüne-Änderungsantrag zu BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 260693
- BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn
- GRÜNER Änderungsantrag: BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 260693
Volltext
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Antrag öffentlich 260693 Antragsteller/in: BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Robert Viebahn Johannes Schott 14.04.2026 BBB-Antrag Erhöhung des Einsatzes von Open Source Software und „Software Made in Germany/Europa“ in der Bundesstadt Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung 05.05.2026 Empfehlung Rat 07.05.2026 Entscheidung Inhalt des Antrags Der Rat der Bundesstadt Bonn beschließt zum Einsatz von Open Source Software in der Bonner Stadtverwaltung: 1. Strategie und Leitlinien 1.1 Open-Source-First-Prinzip: Die Stadt Bonn verpflichtet sich, bei der Anschaffung, Entwicklung und beim Betrieb von Software grundsätzlich Open Source Lösungen den Vorzug zu geben, insbesondere wenn diese funktional gleichwertig zu proprietären Produkten sind. 1.2 Offene Standards und Schnittstellen: Alle neu zu beschaffenden oder zu entwickelnden digitalen Systeme und Anwendungen müssen offene Standards und offene Schnittstellen unterstützen, damit Datenportabilität, Austausch und Migration ohne technologische Abhängigkeiten möglich sind. 1.3 Bevorzugung von Software Made in Germany/Europa: Bei Bedarfslagen, in denen Open Source nicht unmittelbar einsetzbar ist, sollen Softwarelösungen von deutschen bzw. europäischen Anbietern bevorzugt werden, sofern sie die Kriterien offener Standards erfüllen und nachhaltige Betreiberunabhängigkeit gewährleisten. 2. Öffentliche Verwaltung und Beschaffung 2.1 Vergabekriterien anpassen: Die Vergabekriterien der Stadtverwaltung Bonn werden dahingehend aktualisiert, dass Open Source Software, offene Standards und faire Lizenzmodelle bei der Bewertung von Angeboten hoch gewichtet werden. Proprietäre Lösungen dürfen nur zugelassen werden, wenn ein eindeutiger, dokumentierter Bedarf besteht. 2.2 Transparenz und Publikation: Quellcode, der im Rahmen städtischer Projekte entstanden ist, soll soweit rechtlich möglich, öffentlich verfügbar gemacht werden („Public Money? Public Code!“-Prinzip).Seite 1 von 2 Seite 2 3. Förderung und Qualifikation 3.1 Know-How-Aufbau und Schulung: Die Verwaltung fördert den Auf- und Ausbau von Kompetenzen in Open Source Technologien durch Qualifizierungsangebote für Mitarbeitende und Führungskräfte. 3.2 Förderung lokaler IT-Ökosysteme: Die Stadt unterstützt Initiativen und Kooperationen mit lokalen Open Source Projekten, Hochschulen, Verbänden und Start-ups, um die Innovations- und Wirtschaftskraft im Kontext der Bundesstadt zu stärken. Begründung Die Digitalisierung von Verwaltung und öffentlicher Infrastruktur ist ein zentrales Zukunftsthema und erfordert neben wettbewerbsfähigen Dienstleistungen auch echte digitale Souveränität. Der aktuelle Entwurf des Deutschland-Stack, einer geplanten nationalen Technologie-Plattform, steht in der Kritik, weil er trotz einiger Verbesserungen weiterhin Öffnungslücken für proprietäre Software lässt und damit das Risiko eines „Souveränitäts-Washings“ birgt – also einer scheinbaren statt tatsächlichen Unabhängigkeit von nicht-europäischen Software-Anbietern. Fachverbände wie die Open Source Business Alliance (OSBA) fordern daher eine ausnahmslose Open-Source-Strategie für staatliche IT-Projekte, offene Standards und offene Schnittstellen, da digitale Souveränität technisch nur dort gewährleistet ist, wo ein Quellcode offen und unabhängig geprüft werden kann. Proprietäre Software – auch wenn sie von europäischen Firmen stammt – schafft weiterhin Abhängigkeiten und mögliche Risiken wie fehlende Interoperabilität, Lock-in-Effekte oder das Risiko von Geschäftsaufgaben und Übernahmen. Open Source Software hat zudem das Potenzial, die lokale und europäische IT-Wirtschaft zu stärken, die digitale Selbstbestimmung der Verwaltung zu erhöhen und langfristig öffentliche Mittel effizienter einzusetzen. Internationale Beispiele zeigen, dass Verwaltungseinheiten durch konsequenten Einsatz von Open Source langfristig Kosten senken und Innovationspotenziale heben können. Angesichts dessen sollte auch die Stadt Bonn ihre IT-Strategie konsequent in Richtung Open Source und „Software Made in Germany/Europa“ ausrichten. Fazit: Mit dem vorliegenden Antrag soll für die Stadt Bonn das Ziel verfolgt werden, langfristige Abhängigkeiten der Stadt von proprietären Systemen in der Informationstechnologie bzw. der elektronischen Datenverarbeitung zu reduzieren, die Wirtschaftskraft lokaler und europäischer IT-Unternehmen zu stärken, IT-Konzepte nachhaltiger sowie interoperabler zu gestalten und somit die Verwaltung über digitale Souveränität zukunftsfähig, transparent und kosteneffizient auszurichten. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:00 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de