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260660 · Große Anfrage

FDP-Große Anfrage: Wie gut ist die Stadt Bonn organisatorisch, personell und materiell auf klimabedingte Schadenslagen vorbereitet?

Nummer
260660
Art
Große Anfrage
Veröffentlicht
14.04.2026
Letzte Änderung
24.10.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
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Große Anfrage
öffentlich
260660
Fragesteller/in:
FDP-Gruppe im Rat der Stadt Bonn
Sebastian Kempka
Alessandro Balan
Wolfgang Heedt
13.04.2025
FDP-Große Anfrage: Wie gut ist die Stadt Bonn
organisatorisch, personell und materiell auf
klimabedingte Schadenslagen vorbereitet?
Beratungsfolge
Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und
Bevölkerungsschutz
06.05.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
19.05.2026 Kenntnisnahme
Fragestellung
Die Verwaltung wird gebeten, folgende Fragen im Zusammenhang mit der
Anpassung an den Klimawandel und die damit einhergehenden Gefahren und
Herausforderungen zu beantworten, um Verbesserungs- und
Optimierungsbedarfe zu ermitteln:
Risikobild / Gefahrenanalyse (Klimaresilienz & Einsatzlagen)
1. Welche klimabedingten Gefahrenlagen (u.￿a. Starkregen/Überflutung,
Hochwasser, Hitze, Sturm, Trockenheit/Waldbrand, Hangrutsch) sind für Bonn
aktuell als prioritär eingestuft, und mit welchen Eintrittswahrscheinlichkeiten
wird in welchen Zeithorizonten (kurz/mittel/lang) gerechnet?
2. Welche Erkenntnisse aus vergangenen Ereignissen (z.￿B. Starkregen,
Rheinhochwasser, Hitzewellen) wurden in Bonn systematisch ausgewertet
(After-Action-Reviews), und welche konkreten Maßnahmen wurden daraus
abgeleitet bzw. umgesetzt?
Einsatzfähigkeit & Ressourcen (Feuerwehr, Rettungsdienst,
Katastrophenschutz)
3. Wie bewertet die Verwaltung die Einsatz- und Durchhaltefähigkeit der
Bonner Feuerwehr/des Rettungsdienstes/des Katastrophenschutzes bei
mehrtägigen, flächenhaften Lagen (z.￿B. Starkregen mit vielen parallelen
Einsatzstellen)?
4. Welche personellen Soll-/Ist-Stärken bestehen in Feuerwehr,
Rettungsdienst und KatS, und wie stellt sich die Lage bei Fachfunktionen
(Führungsdienst, Lageführung, Logistik, Pumpentechnik, Sandsacklogistik,
Wasserrettung, psychosoziale Notfallversorgung) dar?
5. In welchem Umfang sind Kritische Infrastrukturen (Feuerwehrhäuser,Seite 1 von 4
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Leitstelle, Rettungswachen, KatS-Lager) gegen Überflutung/Hitze/Stromausfall
gesichert (z.￿B. Rückstauschutz, Notstrom, Klimatisierung), und welche
Nachrüstbedarfe bestehen?
Führung, Stabsarbeit und Krisenorganisation
6. Wann fanden zuletzt Stabsrahmenübungen/Planspiele/Realübungen zu
Starkregen/Hochwasser/Hitze statt, mit welchen Ergebnissen und welchen
daraus abgeleiteten Verbesserungen?
Warnung, Information, Kommunikation mit der Bevölkerung
7. Wie stellt die Stadt sicher, dass Warnungen barrierefrei und
zielgruppengerecht erfolgen (Mehrsprachigkeit, Leichte Sprache, Seh-
/Hörbeeinträchtigungen, analoge Kanäle für Menschen ohne Smartphone)?
8. Welche Maßnahmen verfolgt die Verwaltung zur Eigenvorsorge der
Bevölkerung (Informationskampagnen, Checklisten, Starkregenberatung,
Hinweise zu Rückstau/Heizungsanlagen, „Cooling Centers“ bei Hitze)?
Prävention/Resilienzmaßnahmen mit Bezug zum Bevölkerungsschutz
9. Welche präventiven Maßnahmen wurden in den letzten fünf Jahren
umgesetzt, um klimabedingte Schadenslagen zu reduzieren (Entsiegelung,
Rückhalteflächen, Regenwassermanagement, Gewässerunterhaltung, Schutz
kritischer Unterführungen), und welche sind in Planung?
10. Welche Rolle spielen Hitzeaktionsplanung und Schutz vulnerabler
Gruppen (Pflegeeinrichtungen, Kitas/Schulen, Obdachlose) im
Bevölkerungsschutzkonzept der Stadt?
Kritische Infrastruktur, Notfallvorsorge, Versorgungsresilienz
11. Welche städtischen und privaten Betreiber kritischer Infrastruktur
(Strom/Wasser/Abwasser/Telekommunikation/ Krankenhäuser) sind in die
Krisenplanung eingebunden?
12. Gibt es für Bonn eine aktuelle Notfall- und Ausfallplanung für längere
Stromausfälle (Blackout-Szenario) im Kontext Extremwetter, inkl.
Notstromkonzept, Anlaufstellen/Leuchttürme, Trinkwasserversorgung?
Maßnahmenplan, Zeitplan, Finanzierung
13. Welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen sind geplant, um
Bonn im Bereich Klimaresilienz/Bevölkerungsschutz zu verbessern (inkl.
Priorisierung)?
14. Welche Kosten sind für die geplanten Maßnahmen angesetzt
(Investition/Betrieb), und wie ist die Finanzierung (Haushalt, Fördermittel von
Land/Bund/EU) vorgesehen?
15. Welche Förderprogramme wurden in den letzten Jahren genutzt oder
beantragt (z.￿B. Sirenenausbau, Hochwasserschutz, Klimaanpassung), undSeite 2 von 4
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mit welchem Ergebnis?
16. Welche Maßnahmen hält die Verwaltung für zwingend erforderlich, die
bislang nicht finanziert oder nicht beauftragt sind (Risikopositionen)?
Einordnung des IW-/WiWo-Rankings
17. Welche Schlussfolgerungen zieht die Verwaltung aus der Platzierung
Bonns im IW-/Wirtschaftswoche-Ranking zur „Klimaresilienz“?
18. Welche internen Zielwerte setzt sich die Stadt Bonn, um die Resilienz
messbar zu verbessern, und bis wann sollen diese erreicht werden?
19. Welche drei prioritären Maßnahmen empfiehlt die Verwaltung dem Rat
kurzfristig (innerhalb der nächsten 12 Monate), um den Bevölkerungsschutz
Bonns gegenüber Extremwetter spürbar zu stärken?
Begründung
Im Städteranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Consult) in
Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswoche belegt die Bundesstadt Bonn
lediglich den 51. Platz von 71 untersuchten Großstädten in der Teilkategorie
„Klimaresilienz“.
Nach übereinstimmender Einschätzung wissenschaftlicher Institutionen sowie
der zuständigen Bundes- und Landesbehörden ist in den kommenden Jahren
mit einer Zunahme und Intensivierung von Extremwetterereignissen wie
Starkregen, Hochwasser, Hitzeperioden, Stürmen und Trockenphasen zu
rechnen. Aufgrund ihrer geographischen Lage am Rhein, der topographischen
Gegebenheiten – insbesondere der Tallage einzelner Stadtteile – sowie der
hohen Versiegelungsdichte und städtebaulichen Verdichtung ist die Stadt Bonn
in besonderem Maße von solchen Ereignissen potenziell betroffen.
Diese klimabedingten Risiken stellen wachsende Anforderungen an den
kommunalen Bevölkerungsschutz, insbesondere an Feuerwehr,
Katastrophenschutz, Rettungsdienste und die Krisenstäbe der Stadt. Neben der
technischen und personellen Ausstattung gewinnen dabei auch präventive
Maßnahmen, interdisziplinäre Risikoanalysen, eine leistungsfähige Warn- und
Informationsinfrastruktur sowie die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen
und übergeordneten Behörden zunehmend an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund kommt der Frage, wie gut die Stadt Bonn
organisatorisch, personell und materiell auf klimabedingte Schadenslagen
vorbereitet ist und welche strategischen Anpassungen erforderlich sind,
besondere Bedeutung zu. Ein resilienzorientierter Bevölkerungsschutz ist dabei
nicht nur eine sicherheitsrelevante Aufgabe, sondern auch ein zentraler
Bestandteil moderner kommunaler Daseinsvorsorge.
Anlage/n
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Datenstand: 02.11.2026, 21:19 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de