260651 · Mitteilungsvorlage
Jahresbericht des Büros für lokale Nachhaltigkeit – Durchgeführte und laufende Projekte 2025
Kerndaten
- Nummer
- 260651
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 08.06.2026
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Theaterplatz Hauptort
- Münsterplatz
- Stadthaus
- Post Tower
- Tannenbusch
- Bonn
- Bad Godesberg
- Kottenforst
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 260651 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Jahresbericht des Büros für lokale Nachhaltigkeit – Durchgeführte und laufende Projekte 2025 Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 23.06.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: Das Büro für lokale Nachhaltigkeit der Bundesstadt Bonn im Amt für Umwelt und Stadtgrün informiert den zuständigen Fachausschuss jährlich über die durchgeführten Projekte des vergangenen und die laufenden Projekte mit Aus- wirkungen in das Folgejahr. Der Jahresbericht 2025 ist als Anlage beigefügt. Anlage/n 1 Büro für lokale Nachhaltigkeit Jahresbericht 2025 (öffentlich)Seite 1 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 1 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 ANLAGE ZUR MITTEILUNGSVORLAGE IM AUSSCHUSS FÜR UMWELT, KLIMA UND LOKALE AGENDA NACHHALTIG@BONN.DESeite 2 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 2 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ....................................................................................................................... 4 2. Nachhaltigkeitsberichterstattung .................................................................................... 4 2.1 Sachstand der Berichterstattung ................................................................................. 4 2.2 Weiterentwicklung und Veröffentlichung des Bonner Nachhaltigkeits-Dashboards ....... 5 3. Fair Trade Town .................................................................................................................. 6 3.1 Faire Woche ................................................................................................................. 7 3.2 Weitere Aktivitäten ........................................................................................................ 8 3.3 Vernetzung und Austausch ............................................................................................ 9 4. Bio-Stadt.......................................................................................................................... 10 4.1 Gemeinschaftsverpflegung (Mehr Bio in Bonner Kinder- und Senioreneinrichtungen).... 10 4.2 Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn ........................................... 11 4.3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner......................................................................... 12 4.3.1. Bildung und Bewusstsein ........................................................................................ 12 VHS-Reihe “Biologische Vielfalt in der Stadt” ................................................................. 12 Kampagne „Bonn is(s)t gut“........................................................................................... 13 Ernährungsbildung im Kitaalter: Theaterprojekt „Das Geheimnis der Gemüsesuppe“ ...... 13 4.3.2. Partnerschaften mit Wissenschaft und Lehre ........................................................... 14 Förderprojekt EDEN ...................................................................................................... 15 Stand beim Aktionstag der Nachhaltigkeit in Bad Godesberg .......................................... 16 Bildungsprogramm für Grundschulkinder “Das Gemüsejahr” ......................................... 16 4.4. Weitere Bio-Stadt Aktivitäten ...................................................................................... 17 Finalistin bei EU Organic Awards ................................................................................... 17 Internationale Grüne Woche und BioFach-Messe........................................................... 18 Internationale Kooperation – Besuch aus Taiwan ........................................................... 19 Internationaler Fachaustausch mit belorussischer Delegation ....................................... 19 Bonner Biodiversitätsstrategie....................................................................................... 20 Bürgerbeteiligungs-Umfrage “Was kommt in Bonn auf den Tisch?”................................. 20 Netzwerkarbeit & Austausch zur Förderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse ................. 21 6. Weitere Handlungsfelder/Projekte .................................................................................... 24 6.1 Paper Angels: Wir für Recyclingpapier ......................................................................... 24 6.2 Städtewettbewerb „Papieratlas“ ................................................................................. 26Seite 3 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 3 7. Veröffentlichungen ........................................................................................................... 27 7.1 Newsletter „Bonn – Rundum nachhaltig“ ..................................................................... 27 7.2 Weitere Berichte/Veröffentlichungen ........................................................................... 28 7.3 Website ...................................................................................................................... 28 7.4 Instagram-Kanal @bonnrundumnachhaltig ................................................................. 29Seite 4 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 4 1. Einleitung Das Büro für lokale Nachhaltigkeit ist im Amt für Umwelt und Stadtgrün und in der Abteilung Umweltvorsorge und –planung als Sachgebiet organisiert. Durch die fünf Mitarbeiter*innen, die seit Mitte 2025 insgesamt mit fast vier Vollzeitäquivalenten im Aufgabenbereich tätig sind, unterstützt durch eine Werkstudentin sowie regelmäßig Praktikant*innen wird die Umsetzung der lokalen Agenda in Bonn und der Region gefördert. Es bestehen enge Schnittstellen und eine enge Kooperation zum Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit. Mit dem hier vorgelegten jährlichen Sachstandsbericht informiert die Verwaltung den zuständigen Fachausschuss einmal jährlich über die durchgeführten Projekte des vergangenen Jahres und die laufenden Projekte mit Auswirkungen in das Folgejahr. Der Jahresbericht 2025 ist in folgende Kapitel unterteilt: • Nachhaltigkeitsberichterstattung • Aktivitäten der Fair Trade Town • Aktivitäten der Bio-Stadt • Festival „Bonn – Rundum nachhaltig“ 2025 • Weitere Handlungsfelder / Projekte • Veröffentlichungen Das Büro für lokale Nachhaltigkeit übernimmt auch die Umsetzung von zwei Steckbriefen des Bonner Klimaplans (DS 222006). Als neue Aufgabenfelder werden seit 2024 die Klimaplanprojekte „sozial, ökologische Projekte“ sowie eine „Potenzialanalyse und Informationskampagne“ im Rahmen der Bio-Stadt Bonn umgesetzt. 2. Nachhaltigkeitsberichterstattung Um die Fortschritte einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort zu evaluieren und transparent zu kommunizieren, verfolgt die Stadt Bonn bereits seit 2005 eine umfassende kommunale Nachhaltigkeitsberichterstattung. Um auch in Zukunft eine wirkungsvolle Berichterstattung sicherzustellen, wurde im Frühjahr 2025 das Bonner Nachhaltigkeits-Dashboard veröffentlicht. 2.1 Sachstand der Berichterstattung Die Stadt Bonn berichtet bereits seit 20 Jahren kontinuierlich über die nachhaltige Entwicklung vor Ort und hat seit 2005 fünf Bonner Nachhaltigkeitsberichte mit zuletzt 55 Indikatoren vorgelegt. Zudem erschien 2020 erstmals ein Lokalbericht über die Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Voluntary Local Review; VLR). Damit gehörte Bonn zu den ersten rund 40 Städten weltweit, die einen solchen Bericht vorlegten. Mit dem zweiten Lokalbericht wurde 2021/22 in einem Pilotprojekt der Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) des Rates für Nachhaltige Entwicklung erprobt und die internationale Berichterstattung zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen aktualisiert (DS 221272).Seite 5 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 5 2.2 Weiterentwicklung und Veröffentlichung des Bonner Nachhaltigkeits- Dashboards Um den aktuellen Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Rechnung zu tragen und eine zeitgemäße sowie wirkungsvolle kommunale Berichterstattung sicherzustellen, initiierte das Büro für lokale Nachhaltigkeit ein Projekt zur Weiterentwicklung und Digitalisierung der Bonner Nachhaltigkeitsberichterstattung. Neben dem federführenden Amt für Umwelt und Stadtgrün waren insbesondere das Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit sowie das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation an der Umsetzung beteiligt. Das Bonner Nachhaltigkeits-Dashboard wurde im April 2025 veröffentlicht und liefert Bürger*innen, Entscheidungsträger*innen sowie der Verwaltung aktuelle Daten zum Stand der nachhaltigen Entwicklung in verschiedenen Handlungsfeldern. Die systematische Darstellung der Indikatoren zeigt sowohl Umsetzungsfortschritte als auch Handlungsbedarfe vor Ort auf. Neben einer besseren Nutzbarkeit und Vergleichbarkeit der Inhalte ist insbesondere auch eine bessere Datentransparenz ein großer Mehrwert dieser Weiterentwicklung. Das Nachhaltigkeits- Dashboard entsteht im Rahmen des neuen Urban Data Managements (UDM), sodass die Datenerfassung und -verwaltung im Rahmen des städtischen Geodatenmanagements gewährleistet ist. Die Programmierung der Dashboard-Anwendung erfolgte durch einen externen Dienstleister in Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Seitdem wird das Nachhaltigkeits- Dashboard durch das Büro für lokale Nachhaltigkeit weiterentwickelt und um neue Handlungsfelder und Indikatoren ergänzt. Da die kommunale Nachhaltigkeitsberichterstattung jedoch immer auch ein Gemeinschaftswerk ist, ist es unerlässlich, dass bei der Bereitstellung der Daten und der Interpretation der unterschiedlichen Indikatoren auch die jeweiligen Fachbereiche stets eingebunden werden. Diese ämterübergreifende Zusammenarbeit, ermöglicht die Darstellung von langen Zeitreihen mit qualitativ hochwertigen Daten sowie deren Interpretation und die Verlinkung weiterer Hintergrundinformationen in Form von Themenseiten und Projektinformationen.Seite 6 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 6 Im Zuge der Veröffentlichung des Dashboards fand im April 2025 eine Kick-off-Veranstaltung mit allen beteiligten Ämtern im Ratssaal statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Bonner Nachhaltigkeits-Dashboard vorgestellt, die künftigen Arbeitsprozesse erläutert und die Relevanz der kommunalen Nachhaltigkeits-berichterstattung auch auf nationaler und internationaler Ebene hervorgehoben. Darüber hinaus wurde das Nachhaltigkeits-Dashboard bei der LAG21-Netzwerktagung „Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement erfolgreich umsetzen und verstetigen“ in Köln sowie bei der SKEW-Veranstaltung „SDG-Monitoring für Global Nachhaltige Kommunen“ in Berlin als Best-Practice-Beispiel präsentiert. Auf internationaler Ebene stellte das Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit das Bonner Nachhaltigkeits-Dashboard auch im Rahmen des „High- Level Political Forum“ in New York vor. Das Bonner Nachhaltigkeits-Dashboard soll auch zukünftig kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt werden. Derzeit werden sukzessive weitere Indikatoren des Bonner Nachhaltigkeitsberichts überprüft und angepasst, um anschließend in die neue Dashboard- Anwendung integriert zu werden. Die hierfür zuständige Stelle wurde im Konsolidierungsausschuss im Dezember 2025 gestrichen, sodass zum Zeitpunkt der Abgabe des Berichts, derzeit keine Angabe gemacht werden kann, wie dies im Folgejahr 2026 gestaltet und umgesetzt wird. Im Jahr 2025 wirkte das Büro für lokale Nachhaltigkeit außerdem an dem KGSt-Berichtsprojekt „Nachhaltigkeitsberichterstattung in Kommunen“ mit und brachte im Rahmen regelmäßiger Arbeitsgruppensitzungen Erfahrungen aus der kommunalen Praxis ein. Die Veröffentlichung des Berichts ist für das Frühjahr 2026 geplant. 3. Fair Trade Town Bonn trägt seit 2010 die Auszeichnung Fair Trade Town und gehört damit zu rund 2.000 Kommunen weltweit, die an dieser internationalen Kampagne teilnehmen. In diesem Rahmen unterstützt die Stadt durch vielfältige Arbeit die Förderung des Fairen Handels vor Ort. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, der Verbreitung der Idee des Fairen Handels innerhalb der Stadtverwaltung sowie der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des Fairen Handels und der Verwaltung. Dieses Engagement ist unter anderem für die alle zwei Jahre stattfindende Titelerneuerung notwendig, bei der im Vorfeld jedes Mal Aktivitäten und Einsatz der Stadt zur Stärkung des Fairen Handels nachgewiesen werden müssen.Seite 7 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 7 3.1 Faire Woche Ein Schwerpunkt der Arbeit des Büros für lokale Nachhaltigkeit für die Fair Trade Town liegt in der Durchführung der bundesweiten Fairen Woche, die 2025 vom 12. bis 27. September unter dem Motto "Fair handeln – Vielfalt erleben!" stattfand. Das Thema beleuchtet die vielfältigen Dimensionen des Fairen Handels – von der Produktvielfalt über das Engagement der Aktiven bis hin zur biologischen Vielfalt und nachhaltigen Anbaumethoden. Das Büro für lokale Nachhaltigkeit motiviert seit vielen Jahren Initiativen, Vereine und Organisationen zur Beteiligung an der bundesweiten Fairen Woche und veröffentlicht deren Veranstaltungen in einem gemeinsamen Programmheft, das sowohl gedruckt als auch online zur Verfügung steht. In diesem Jahr konnten rund 30 Veranstaltungen präsentiert werden – von fairen Speiseangeboten über Workshops und Offene Türen bei Produzenten bis hin zu Filmvorführungen. Darüber hinaus wurde die Faire Woche im öffentlichen Raum durch großformatige Werbung auf Megalights und Infoscreens beworben. Zusammen mit dem Bonner Netzwerk für Entwicklung und dem Haus Vielinbusch organisierte das Büro für lokale Nachhaltigkeit eine eigene Veranstaltung im Stadtteil Tannenbusch: eine Vorführung des Dokumentarfilms „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ im Rahmen des dortigen Sprachcafés, einer regelmäßigen Runde zum Spracherwerb. Der Film stellt weltweit inspirierende Projekte mit besonderen Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit vor; die Besucher*innen konnten sich nach der Vorführung über den Film und ihre Gedanken zu Nachhaltigkeit austauschen. Programmheft der Fairen Woche 2025, © Stadt Bonn Filmvorführung Haus Vielinbusch, © Stadt Bonn Im Rahmen der Fairen Woche organisierte das Büro für lokale Nachhaltigkeit zudem erneut das Nachhaltigkeitsfestival Bonn – Rundum nachhaltig, das an späterer Stelle in einem eigenen Punkt aufgeführt wird. Alle Informationen zur Fairen Woche werden unter www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt- natur/faire-woche.php auf der städtischen Homepage bereitgestellt.Seite 8 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 8 3.2 Weitere Aktivitäten Anfang des Jahres stand ein wichtiges Vorhaben im Fokus: Die Einbindung von Bonner Kitas in die Maßnahmen zur Förderung des Fairen Handels in der Stadt. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 400 Faire Kitas, die sich für globales Lernen und den Fairen Handel einsetzen, in Bonn allerdings bis dato nur eine Kita. Kindertagesstätten als Zielgruppe werden in der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn mehrfach genannt, unter anderem mit dem Ziel, auf die Auszeichnung von Fairen Kitas hinzuwirken, um Bonn als Stadt des Fairen Handels erlebbar zu machen. Ziel einer Aktivität sollte es sein, möglichst viele Bonner Kitas – städtische, kirchliche sowie freie Initiativen – in diesen Prozess miteinzubinden. Als geeignet wurde eine Auftaktveranstaltung für diese Zielgruppe angesehen, die Anfang 2025 stattfand. Um möglichst viel Input wie auch Motivation zu bieten, wurde als Referentin die zuständige Projektverantwortliche von FaireKITA NRW aus Herne gewonnen, die als Expertin auf diesem Gebiet die nötigen Schritte auf dem Weg zur Fairen Kita und Unterstützungsangebote erläuterte. Darüber hinaus verdeutlichte eine Vertreterin der einzigen Fairen Kita in Bonn ihre Erfahrungen in der Praxis; ergänzt wurde dies von unterschiedlichen Angeboten zu erhältlichen Materialien oder auch zu verschiedenen Aktionen für den Themenbereich globale Welt durch mehrere Akteur*innen. Die Resonanz von den rund 20 Vertreter*innen von Kitas war durchweg gut, es wurde eine Fortführung eines derartigen Treffens angeregt. Formuliert wurde insbesondere, dass Angebote für Kitas in diesem Themenfeld sehr begrüßt werden würden. Veranstaltung “Faire Kita-Kampagne in Bonn”, 11. Februar 2025, © Stadt Bonn Vor diesem Hintergrund hat das Büro für lokale Nachhaltigkeit Kontakt mit einem Kindertheater aufgenommen, um zu eruieren, welche Möglichkeiten es für ein Theaterstück mit Inhalten zum Fairen Handel geben könnte. Ergebnis ist, dass das erfahrene Kölner “Gorilla-Theater” in Kooperation mit dem Büro für lokale Nachhaltigkeit ein Stück mit dem Titel “Das Rätsel der Fairen Schokolade” entwickelt hat, das 2026 im Rahmen eines Wettbewerbs in einem übersichtlichen Umfang kostenfrei städtischen Bonner Kitas angeboten werden kann. Auch 2025 wurde die erfolgreiche Aktion Kaffee-Ausschank für die Kolleginnen und Kollegen fortgesetzt. Direkt vor Ostern und ein weiteres Mal vor Weihnachten wurden an alle Interessenten fair gehandelter Kaffee und Tee kostenfrei ausgeschenkt, um auch in diesem Kreis ein größeres Interesse am Fairen Handel zu wecken und zu einem fairen Einkauf zu motivieren, insbesondere da der mitveranstaltende Weltladen für dienstliche Einkäufe zehn Prozent Rabatt gewährt.Seite 9 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 9 Fairer Kaffee-Ausschank, Stadthausfoyer, © Stadt Bonn Faire Dienstkleidung, Frühlingsmarkt, © Stadt Bonn Inzwischen konnte der Weltladen auch eine Zunahme der Käufe von Kolleginnen und Kollegen des Stadthauses registrieren, so dass sich die Erwartungen der Stärkung des Fairen Handels hier erfüllten. Wie in den Vorjahren lag Informationsmaterial bereit und eine Stelltafel präsentierte zu den Anlässen passende Schokoladenprodukte mit ihren Nachhaltigkeitssiegeln sowie Informationen über die problematische Lage von Kakaobauern. Im Mai war das Büro für lokale Nachhaltigkeit auf dem Bonner Frühlingsmarkt auf dem Münsterplatz präsent und stellte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von Stadtgrün fair gehandelte Dienstkleidung vor sowie allgemeine Informationen über fair gehandelte Textilien bereit; beides stieß auf großes Interesse der Besucherinnen und Besucher. 3.3 Vernetzung und Austausch Das Büro für lokale Nachhaltigkeit setzte die weitere Versorgung des internen Netzwerkes zur Beschaffung in der Verwaltung fort. Das Netzwerk dient dem Wissenstransfer und der Zusammenführung von Informationen an zentraler Stelle. Derzeit handelt es sich um eine Gruppe von 35 Mitarbeitenden in den verschiedensten Ämtern. In diesem Team wird vorrangig über Fortbildungsmöglichkeiten zu diesem thematischen Kontext informiert, es wird aber auch auf Ausschreibungen anderer Städte oder innerhalb des Hauses mit Fokus Nachhaltigkeit oder auf besondere Angebote fair gehandelter Produkte für Kommunen hingewiesen. Darüber hinaus wurde der Kita-Verteiler, der aufgrund der Kita-Veranstaltung Anfang des Jahres erstellt wurde, regelmäßig mit Informationen und Angeboten versorgt – so etwa mit Hinweisen auf einen Tageskongress zum Thema in Köln, eine Veröffentlichung zu fairen Textilien in Kitas der Organisation Femnet oder mit der Einbindung in Veranstaltungsplanungen. Das Büro pflegte zudem den Austausch mit anderen Städten zu Fair Trade Towns, sowohl regional mit Bonn, Euskirchen und dem Rhein-Sieg-Kreis als auch mit entfernteren Städten wie bspw. Celle.Seite 10 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 10 4. Bio-Stadt Bonn ist seit 2019 Mitglied im Netzwerk der deutschen Bio-Städte und war die erste Stadt in Nordrhein-Westfalen, die sich angeschlossen hat. Das Netzwerk zählt inzwischen 33 Mitglieder (Stand September 2025) und verfolgt das Ziel, den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Verpflegung gemeinsam voranzubringen. Die Aktivitäten der Bio-Stadt Bonn werden im Büro für lokale Nachhaltigkeit koordiniert. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Beratung von Fachbereichen der Stadtverwaltung sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, die Vernetzung der in Bonn engagierten Initiativen im Bio- und Ernährungsbereich, die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung einer gesunden, regionalen Ernährung mit Bio- Lebensmitteln. Damit leistet Bonn einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung und zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. 4.1 Gemeinschaftsverpflegung (Mehr Bio in Bonner Kinder- und Senioreneinrichtungen) Weiterhin Umsetzung des Stadtratsbeschlusses vom 30. Januar 2018 und Umsetzung eines ergänzenden Prüfauftrages vom 03.02.2022, in Kitas und Schulen und in Senioreneinrichtungen. Beispiele für die Umsetzung aus den städtischen Schulen und Kitas sind in einer aktuellen Mitteilungsvorlage 212329-03 zu finden. Das Treffen der AG fand am 27. Mai 2025 statt. Im Berichtsjahr fand ein Treffen der Arbeitsgruppe zur Gemeinschaftsverpflegung am 27. Mai statt, um den aktuellen Stand in Schulen, Kitas und Seniorenzentren zu erfragen und die Grundlage für den diesjährigen Sachstandsbericht zu schaffen. In Schulen konnte der Bio-Anteil bei Ausschreibungen auf 30 % erhöht werden, während Kitas weiterhin bei 30 % bleiben – eine Erhöhung auf 50 % wird geprüft, um Transparenz zu Mehrkosten zu schaffen. Seniorenzentren verzeichneten einen Bio-Anteil von rund 11 %, jedoch bestehen aufgrund enger Pflegesätze erhebliche Finanzierungshürden. Die Bio-Stadt-Koordination stellte den überarbeiteten Praxisleitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ vor und informierte über aktuelle Beratungs- und Förderangebote sowie geplante Workshops und Exkursionen. Diskutiert wurden Herausforderungen bei Ausschreibungen, Preisgestaltung und Bio-Anteilen in den Einrichtungen sowie mögliche Optionen für mehr Transparenz bei Kostenentwicklungen. Weitere Schritte umfassen die gezielte Informationsweitergabe an Träger, die Prüfung von Pilotprojekten und die Vorbereitung eines aktualisierten Sachstandsberichts für die Ratsgremien. Am 8. Juli 2025 fand im Alten Rathaus die Initialveranstaltung „Mehr Bio für Küchen in der Bio- Stadt Bonn“ im Rahmen der bundesweiten BioBitte-Kampagne statt. Ziel war es, die neue Bio- Außer-Haus-Verpflegung-Verordnung (Bio-AHVV) vorzustellen und deren Chancen für kommunale Einrichtungen zu diskutieren. Über 20 Teilnehmende aus Schlüsselinstitutionen wie Bundesministerien (BMAS, BMLEH), Bundesamt für Infrastruktur, Bundeszentrum für Ernährung, Schulamt, Seniorenzentren, Jugendherberge Bonn sowie Vertreter der Gastronomie, Ernährungsräte und Caterer nahmen teil. Die Veranstaltung bot praxisnahe Einblicke in die Umsetzung von Bio in öffentlichen Küchen, die Kennzeichnungsregelung (Gold-Silber-Bronze)Seite 11 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 11 und die Rolle regionaler Wertschöpfungsketten. Referent*innen wie Nicole Unterseh (Bürgermeisterin), Rainer Roehl und Evamarie Stengel (a’verdis) sowie Sascha Ilic (BMAS) und Jan-Paul van Leendert (Naturkosthandel) vermittelten Fachwissen und Best-Practice-Beispiele. Die Resonanz zeigte: Bonn ist auf einem guten Weg, Bio in der Gemeinschaftsverpflegung strategisch zu verankern. Veranstaltung “BioBitte”, 8. Juli 2025, © Stadt Bonn Zum Weiterlesen: Gastbeitrag von Dr. Darya Hirsch – Bio in Bonn: So kommt Nachhaltigkeit auf den Teller: https://www.how-green-works.de/personal/gastbeitraege/gastbeitrag-bio-in-bonn- die-vorteile-einer-gesunden-verpflegung-1330 4.2 Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn Im Berichtsjahr vertiefte sich die Zusammenarbeit mit dem Amt 03, vorwiegend mit dem Amt 03- 43 Pachtangelegenheiten. Der Schwerpunkt lag insbesondere auf der Anwendung des Kriterienkatalogs bei Neuverpachtungen. Sowohl bei Hofübergaben als auch bei öffentlichen Ausschreibungen wird dabei ausdrücklich auf das Bewerbungsverfahren anhand dieses Kriterienkatalogs verwiesen. Darüber hinaus initiierte, konzipierte und führte die Bio-Stadt-Koordination in Zusammenarbeit mit dem Amt 03 am 13. Mai 2025 den digitalen Workshop „Mehr als nur Pacht: Gemeinwohlorientierte Vergabe von Landwirtschaftsflächen“ gemeinsam mit den Herausgebern und Know-how-Entwicklern dieses Konzepts [Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)] sowie zwei weiteren bundesweit anerkannten Institutionen im Bereich der landwirtschaftlichen Flächenverpachtung durch. Über 30 Fachleute aus Kommunen, Landwirtschaftskammern, Kirchen, Umweltorganisationen und Städten wie Düsseldorf, Köln, Hannover, Leipzig, Ulm und Bonn diskutierten praxisnahe Ansätze für eine nachhaltige Flächenvergabe. Die Impulsvorträge von Dr. Jan Brunner (AbL), Ralf Demmerle (Fairpachten/NABU) und Annabella Jakab (Netzwerk Flächensicherung) beleuchteten Kriterien für gemeinwohlorientierte Ausschreibungen, Umweltaspekte und Bewertungsverfahren. Ergänzt durch Praxisbeispiele aus Bonn und Köln bot die Veranstaltung einen intensiven Austausch zuSeite 12 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 12 Herausforderungen und Lösungen für Kommunen. Der Workshop stärkte die Vernetzung und lieferte konkrete Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Bodenpolitik. Die Bio-Stadt Bonn hat sich mittlerweile als Vorreiter im Bereich gemeinwohlorientierter Verpachtung etabliert. Auf Grundlage des Workshops wurde gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Mitteldeutschland ein Förderantrag mit dem Titel „Boden gut machen! – Flächenverpachtung ökologisieren“ beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit eingereicht (Juli 2025). Das Netzwerk Bio- Städte ist als ideeller Kooperationspartner beteiligt. Darüber hinaus legte der Workshop den Grundstein für einen kollegialen Austausch zwischen den Liegenschaftsämtern der beteiligten Kommunen. Für 2026 sind weitere Aktivitäten geplant, darunter die Entwicklung einer Blaupause für gemeinwohlorientierte Vergabe, bei der Bonn als Beispiel vorangeht und seine Erfahrungen teilt. Die Kolleg*innen des Amtes 03 wurden zu relevanten Veranstaltungen aus dem Netzwerk der Bio-Städte eingeladen – ebenso Vertreter*innen der Bonner Wirtschaftsförderung, nicht nur der Abteilung Pachtangelegenheiten. So nahmen beispielsweise auch Kolleg*innen aus dem Service Center Wirtschaft teil. Im Nachgang dieser Veranstaltungen wurden in einem Austausch weitere gemeinsame Themenfelder für die zukünftige Zusammenarbeit identifiziert. Für das Jahr 2026 ist daher geplant, diese Kooperation gezielt auszubauen und zu vertiefen. 4.3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner 4.3.1. Bildung und Bewusstsein VHS-Reihe “Biologische Vielfalt in der Stadt” Sowohl im Winter- als auch Sommersemester der VHS gab es wieder je eine Veranstaltungs- Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“, die gemeinsam von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn und dem Büro für lokale Nachhaltigkeit thematisch gestaltet wurde. Programmflyer der Veranstaltungs-Reihe © Stadt BonnSeite 13 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 13 Kampagne „Bonn is(s)t gut“ Die Kampagne „Bonn i(s)st gut“, die durch den Bürgerhaushalt initiiert und 2022 im Herbst gestartet ist, läuft weiter. Mit Plakaten auf verschiedenen Werbeflächen in der Öffentlichkeit werden die Bonner*innen quartalsweise über saisonale Gemüse- und Obstsorten informiert. Zusätzlich gibt es Tipps zur Lagerung, Haltbarmachung und Verwertung. Beworben wird auf Megalights und Infoscreens. Zu jedem geschalteten Motiv erfolgt eine entsprechende Aktualisierung auf der Landing Page der Kampagne mit Hintergrundinformationen zum jeweiligen Thema und Lebensmittel. Unter dem Motto der Kampagne zur Lebensmittelwertschätzung, insbesondere zur Sichtbarkeit des Themas Lebensmittelrettung in Kooperation mit foodsharing Bonn, wurden zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen umgesetzt. Als besondere Highlights sind hervorzuheben: der Pop-up-Fairteiler zum Tag der Lebensmittelrettung Ende September, der große Resonanz fand sowie erstmals ein vorweihnachtlicher Pop-up-Fairteiler im Stadthaus im Dezember, direkt für Stadtmitarbeitende und Bürger*innen – ein voller Erfolg und starkes Signal für gelebte Nachhaltigkeit. Darüber hinaus wurde auf Anfrage des Gemeinschaftswerks Nachhaltigkeit ein Reel produziert, das die Kampagne „Bonn is(s)t gut“ beleuchtet und auf dessen Instagram- Account veröffentlicht wurde. Diese Maßnahmen haben die Kampagne nicht nur in der Stadtgesellschaft verankert, sondern auch die Sichtbarkeit des Themas Wertschätzung von Lebensmitteln deutlich erhöht. Pop-up-Fairteiler zum Tag der Lebensmittelrettung und im Stadthaus, © Stadt Bonn Ernährungsbildung im Kitaalter: Theaterprojekt „Das Geheimnis der Gemüsesuppe“ Das Büro für lokale Nachhaltigkeit ermöglichte für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren theaterpädagogische Vorführungen mit dem Titel "Das Geheimnis der Gemüsesuppe". Dieses interaktive Programm wurde vom GORILLA Theaterensemble aus Köln entwickelt und durchgeführt. Jede Vorführung hatte eine Dauer von 45 Minuten und richtete sich an maximal 25 Kinder. Das Büro für lokale Nachhaltigkeit übernahm die Kosten für insgesamt 16 Vorführungen in städtischen Kitas und konnte so zur Bewusstseinsbildung für eine nachhaltige und gesunde Ernährung beitragen.Seite 14 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 14 4.3.2. Partnerschaften mit Wissenschaft und Lehre Im November 2025 erschien der Beitrag „Urbane Ernährungswende gemeinsam gestalten: Service Learning als innovatives Lehr- und Lernformat für den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen“ im Sammelband Innovative Ansätze für die Nachhaltigkeitslehre und Forschung in der Hochschulbildung (Springer, https://link.springer.com/chapter/10.1007/978- 3-662-71601-4_23 ). Der Artikel basiert auf Erfahrungen aus dem Projektseminar „Urbane Ernährungswende“ im Sommersemester 2024 an der Universität Bonn, der gemeinsam mit Bio- Stadt Bonn und Verbraucherzentrale NRW konzipiert und durchgeführt wurde, und zeigt, wie Service Learning Studierende praxisnah in die sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems einbindet und Kompetenzen für den Umgang mit komplexen Nachhaltigkeitsfragen fördert. Gemeinsam mit Praxispartnern aus der Stadtverwaltung (Bio- Stadt Bonn) und der Verbraucherzentrale NRW erarbeiteten die Studierenden eigene Projekte, führten Exkursionen durch und diskutierten die Gründung eines Ernährungsrates als Ansatz für eine urbane Ernährungswende. Die Ergebnisse wurden in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung präsentiert. Das Format stärkte Kompetenzen in kollaborativem Arbeiten und Kommunikation und befähigte die Teilnehmenden, komplexe Nachhaltigkeitsfragen aktiv zu bearbeiten. Buchkapitel “Urbane Ernährungswende gemeinsam gestalten: Service Learning als innovatives Lehr- und Lernformat für den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen“, © Stadt Bonn Am 3. November fand am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn ein transdisziplinärer Workshop „Urbane Ernährungstransformation neu denken“ statt, der Akteur*innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammenbrachte, um die Transformation des städtischen Ernährungssystems zu diskutieren, Bedarfe zu identifizieren und Perspektiven für Bonn zu entwickeln. Die Veranstaltung wurde von Dr. Juliane Dame in Kooperation mit Prof.Seite 15 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 15 Dr. Ina Danquah (Hertz-Professur Innovation for Planetary Health), Isabel Naguib (Verbraucherzentrale NRW) und Dr. Darya Hirsch (Bio-Stadt Bonn) organisiert und von den universitären Mitteln der TRA „Sustainable Futures“ gefördert. Mit über 50 Teilnehmenden bestätigte die rege Beteiligung die hohe Relevanz des Themas für Bonn. Städte integrieren zunehmend nachhaltige Ernährung in ihre Strategien, stehen jedoch vor Herausforderungen wie knappen Ressourcen und der Frage, wie eine Ernährungstransformation praktisch umsetzbar ist. Impulsvorträge am Vormittag beleuchteten zentrale Aspekte wie nachhaltige Ernährung im Kontext von Klimaschutz, soziale Differenzierung, Ernährungsgerechtigkeit und das Transformationspotenzial von Initiativen. Am Nachmittag wurden in interaktiven Formaten wie dem World Café Ideen und Bedarfe gesammelt und in einer Podiumsdiskussion Zukunftsperspektiven für Bonn diskutiert. Der Workshop zeigte deutlich, dass eine urbane Ernährungstransformation nur durch enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Praxis und Stadtgesellschaft gelingen kann. Als nächste Schritte sind gemeinsame Förderprojekte geplant, die praxisrelevant sind und die Stadt Bonn einbeziehen. Zudem soll die Kooperation mit der Wissenschaft und Akteur*innen der Wertschöpfungskette weiter vertieft werden. Workshoporganisator*innen und Referent*innen, © Stadt Bonn Förderprojekt EDEN Im Berichtsjahr wurde die Stadt Bonn als Verbundpartner in der Skizzenphase des Forschungsprojekts „EDEN – Essbares Stadtgrün für Diversität, Ecopreneurship und nachhaltige Transformationspfade“ eingebunden. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung innovativer Konzepte für urbane Grünflächen, die Biodiversität fördern, ökologische und soziale Funktionen verbinden und neue Wertschöpfungspotenziale erschließen. Der Antrag wurde gemeinsam mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Verbundkoordination) und dem United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) erarbeitet. Die geplante Projektlaufzeit beträgt 01.10.2026 bis 30.09.2029, das beantragte Fördervolumen liegt bei 1,54 Mio. Euro bei Gesamtkosten von 1,33 Mio. Euro. Mit EDEN soll ein Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung geleistet werden, indem essbare Grünflächen als Instrument für Klimaanpassung, soziale Teilhabe und ökologische Transformation genutzt werden.Seite 16 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 16 Stand beim Aktionstag der Nachhaltigkeit in Bad Godesberg Beim Aktionstag der Nachhaltigkeit am 29. März 2025 auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg war das Büro für lokale Nachhaltigkeit (BLN) mit einem Informationsstand vertreten. Die Bio- Stadt Bonn präsentierte dort ein interaktives Getreide-Quiz und informierte Besucher*innen über aktuelle Aktivitäten der Bio-Stadt sowie über die Arbeit des gesamten BLN. Zusätzlich wurden die Projekte und Ziele der Bio-Stadt und dem BLN in einem Bühneninterview vorgestellt. Der Aktionstag wurde vom Zentralmanagement im Auftrag der Stadt Bonn organisiert und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und Initiativen umgesetzt. Stand Büro für lokale Nachhaltigkeit beim Tag der Nachhaltigkeit, März 2025 © Stadt Bonn Bildungsprogramm für Grundschulkinder “Das Gemüsejahr” Zur Erreichung der Ziele im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung wurde gemeinsam mit der Solidarischen Landwirtschaft das Bildungskonzept “Das Gemüsejahr” entwickelt. Das Konzept wird seitens der Solidarischen Landwirtschaft Alfter e.V. bis Ende Januar 2026 finalisiert. Es verbindet schulische Vorbereitung und Nachbereitung mit praxisorientierten Lernphasen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Die Inhalte orientieren sich an den Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und werden curricular an den Sachunterricht angebunden. Das Konzept beinhaltet sechs thematische Bausteine, die die Jahreszeiten abbilden und den Schüler*innen praxisnahes Lernen auf dem Feld ermöglichen. Das Programm umfasst Bausteine wie das Anlegen und Pflegen eines Aussaatbeetes, die Förderung von Biodiversität und regenerativer Bodenkunde sowie die Auseinandersetzung mit gesunder Ernährung und Lebensmittelverarbeitung. Die Teilnehmenden lernen, Obst und Gemüse selbst zu ernten und erkennen die Reifegrade sowie saisonale und regionale Aspekte. Zum Abschluss werden die Eltern auf den Acker eingeladen. Im Jahr 2026 soll das Bildungsprogramm mit vier Grundschulklassen getestet und nach einer Evaluation des Konzepts und Umsetzung des Projekts im kommenden Jahr mit weiteren Betrieben im Bonner Umland und Bonner Schulen umgesetzt werden.Seite 17 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 17 Entwicklung einer Planspiel-Erweiterung “Urbane Stadternährung” Die Stadt Bonn entwickelt seit Ende 2025 gemeinsam mit der Universität Wageningen eine Erweiterung des von der Uni Wageningen entwickelten Planspiels Safer 2100. Das Planspiel ermöglicht es den Spielenden, zukunftsfähige und resiliente Ernährungssysteme spielerisch zu erkunden. Es kombiniert Ressourcenmanagement, strategische Entscheidungen und Gruppeninteraktion, um Spieler*innen zu sensibilisieren, wie komplexe Zusammenhänge im globalen und lokalen Ernährungssystem funktionieren. Um das Basisspiel auch in Bonn verfügbar zu machen, übersetzt die Stadt das Spiel vom Niederländischen ins Deutsche, sodass es gezielt in weiterführenden Schulen der Klasse 9 bis 13 eingesetzt werden kann. Die Erweiterung ergänzt das Spiel um die Dimension der Urbanen Stadternährung. Sie zeigt den Spielenden wie das städtische Ernährungssystem funktioniert und bietet die Möglichkeit konkrete Maßnahmen zu formulieren und ermöglicht den Spielenden zukünftige Ansätze für urbane Ernährungssysteme praktisch und kollaborativ zu erproben. Neben der Nutzung im Schulunterricht soll das Planspiel auch als Werkzeug dienen, um gemeinsam mit Stakeholdern Lösungen für die nachhaltige Versorgung der Stadt zu entwickeln – sowie ressourcenschonende Maßnahmen aus Sicht der betroffenen Akteure praktisch durchzuspielen. Es kann dabei in Workshops eingesetzt werden, um Zusammenarbeit und Austausch zu fördern, oder als interaktives Element und Energizer bei Tagungen und Veranstaltungen rund um das Thema Ernährung genutzt werden. So verbindet das Planspiel Safer 2100 Bildungsaspekte, Partizipation und praktische Lösungsentwicklung für die nachhaltige Gestaltung der urbanen Stadternährung in Bonn. 4.4. Weitere Bio-Stadt Aktivitäten Finalistin bei EU Organic Awards Bonn wurde im September 2025 bei den EU Organic Awards in der Kategorie „Best Organic City“ als Finalistin ausgezeichnet. Eine Erwähnung der Bio-Stadt Bonn findet sich in der Ausgabe 5/2025 von Europa kommunal (S. 24): https://www.rgre.de/fileadmin/user_upload/Euopa_kommunal/2025/EK_5_2025.pdf Urkunde und Plakette Best Organic City Finalist, © Stadt BonnSeite 18 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 18 Internationale Grüne Woche und BioFach-Messe Im Rahmen der Bio-Stadt-Tätigkeit gibt es eine Reihe an Aktivitäten, die für die Mitgliedsstädte obligatorisch sind und der Vertiefung des Netzwerkgedankens dienen. Dazu gehört die Teilnahme an der Internationalen Grünen Woche in Berlin sowie an der BioFach-Messe in Nürnberg. Bei der Grünen Woche in Berlin betreute die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn den gemeinsamen Stand des Bio-Städte-Netzwerks im Rahmen des Messeauftritts des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL). Neben der Standbetreuung umfasste die Tätigkeit Interviews und Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Landesministerien, die am Tag der Stadtbetreuung koordiniert wurden. Darüber hinaus gehörten die Vorstellung der Bio-Stadt Bonn, die Beantwortung von Fachfragen sowie die Vernetzung mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Verwaltung und Praxis zu den Aufgaben. Eindrücke von der Grünen Woche 2025, © m&p: public relations GmbH Auch auf der BioFach-Messe in Nürnberg übernahm die Koordinatorin die Betreuung des Netzwerkstandes im Rahmen des BÖL-Auftritts. Zusätzlich führte sie Interviews und Gespräche mit Fachpublikum, begleitete Kochshows auf der Bühne und präsentierte die Aktivitäten der Bio- Stadt Bonn. Ein weiterer Schwerpunkt war die Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnern, darunter eine Delegation aus Amsterdam, die eine Mitgliedschaft im Bio-Städte- Netzwerk erwägt.Seite 19 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 19 Internationale Kooperation – Besuch aus Taiwan Eine Delegation der Hualien District Agriculture Research and Extension Station (HDARES) besuchte am 13. September 2025 Bonn im Rahmen einer dreiwöchigen Europareise. Die Bio- Stadt Bonn stellte ein vielfältiges Programm zusammen – mit Exkursionen zu Biohof Bursch, Naturhof Wolfsberg und der Solawi Alfter. Ziel war der fachliche Austausch zu ökologischer Landwirtschaft, Biodiversität und gemeinschaftsgetragenem Anbau. https://www.ifoam.bio/news/strengthening-global-ties-organic-agriculture Besuch der Delegation der Hualien District Agriculture Research and Extension Station (HDARES) beim Naturhof Wolfsberg, Alfter, © Stadt Bonn Internationaler Fachaustausch mit belorussischer Delegation Besuch belorussischer Delegation im Stadthaus Bonn, © Minsk Club Bonn e.V. Im Fachgespräch wurden die Konzepte der Bio-Stadt Bonn vorgestellt und bewährte Praktiken aus Belarus u.a. zu nachhaltiger Gemeinschaftsverpflegung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgetauscht. Der internationale Austausch stärkt Bonns Profil als praxisorientierte Partnerin. Im Berichtsjahr empfing die Fachstelle Bio-Stadt Bonn eine fünfköpfige Delegation aus Belarus im Rahmen einer Qualifizierungsreise zur Vertiefung bewährter Praktiken zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und zum Aufbau persönlicher Kontakte zu Akteur*innen der Bonner Nachhaltigkeits- szene. Die Reise wurde durch das EU- Mobilitätsprogramm MOST+ finanziert (Grant des Goethe-Instituts Vilnius) und von Minsk Club Bonn e.V. programmtechnisch begleitet.Seite 20 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 20 Bonner Biodiversitätsstrategie Die Fachstelle Bio‑Stadt hat im Berichtsjahr aktiv an der partizipativ erarbeiteten und am 04.09.2025 vom Rat der Bundesstadt Bonn beschlossenen Bonner Biodiversitätsstrategie mitgewirkt. Sie unterstützte die Verwaltungsprozesse durch fachliche Zuarbeit, die Formulierung von Textbausteinen sowie die Konkretisierung zentraler Ziele, insbesondere in den Zukunftssäulen „Landwirtschaft“ sowie „Bildung, Kommunikation & Teilhabe“. Auf Basis der strategischen Zielsetzung zum Erhalt, zur Pflege und zur Wiederherstellung artenreicher landwirtschaftlicher Nutzflächen wirkte die Fachstelle an der Entwicklung verschiedener Maßnahmenempfehlungen mit – darunter die Weiterentwicklung biodiversitätsfördernder Pachtregelungen. Zudem engagierte sich die Fachstelle in der stärkeren Vernetzung mit der regionalen Biolandwirtschaft und trug zur Entwicklung von Kommunikations-, Bildungs- und Teilhabeformaten bei, die in den genannten Zukunftssäulen verankert sind. Dazu zählen unter anderem Mitmach‑ und Informationsangebote, die Sensibilisierung der Stadtgesellschaft sowie die fachliche Begleitung von Schulungen. Durch diese Arbeiten leistete die Fachstelle einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Zielsetzungen des Aktionsprogramms Biodiversität 2030 in Verwaltungsprozessen verankert und relevante Stakeholder in die Umsetzung eingebunden werden. (https://www.bonn.sitzung-online.de/personal/to020?8--anlagenVoHeaderPanel- attachmentsList-0-attachment-link&TOLFDNR=2075186) Bürgerbeteiligungs-Umfrage “Was kommt in Bonn auf den Tisch?” Die Online-Umfrage “Was kommt in Bonn auf den Tisch?” endete Anfang Januar 2026 und befasste sich u.a. mit den Fragen: • Wie kaufen die Bonner Bürgerinnen und Bürger ein? • Was und wie kochen sie? • Welche Herausforderungen bestehen im Alltag? • Was wünschen sich die Bonner Bürgerinnen und Bürger? Zum Beispiel bei der Verpflegung in Kitas, Schulen, Seniorenzentren und Kantinen, bei Bildungsangeboten rund um Landwirtschaft und Ernährung sowie auf Wochenmärkten. Ziel ist es, das Ernährungs- und Einkaufsverhalten in Bonn besser zu verstehen, um die Angebote und Maßnahmen der Bio-Stadt Bonn gezielt entlang der Wünsche und ermittelten Bedarfe der Bonner Bürgerinnen und Bürger weiterzuentwickeln. Die Evaluation der Umfrage erfolgt im 1. Quartal 2026.Seite 21 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 21 Netzwerkarbeit & Austausch zur Förderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse Aufgrund der Haushaltssituation der Bundesstadt Bonn wurde die geplante Potenzialanalyse regionaler Wertschöpfungsketten landwirtschaftlicher Erzeugnisse konzeptionell angepasst (DS 222006-90 AA). Ziel der Potenzialanalyse war es, die Nachfrage und das Angebot regional und ökologisch produzierter Lebensmittel zu stärken, um den langfristigen Erhalt landwirtschaftlicher Strukturen im Bonner Umland zu unterstützen sowie die Lebensqualität und die Ernährungssicherheit (die Versorgung der städtischen Gemeinschaftsverpflegung und der Bonner Bürger*innen) nachhaltig zu verbessern. Zudem sollte sie eine Grundlage für die Entwicklung einer Multi-Channel-Kampagne bilden. Vor diesem Hintergrund intensivierten die Mitarbeiter*innen der Bio-Stadt Bonn ersatzweise und ergänzend ihre Netzwerkarbeit sowie den fachlichen Austausch mit relevanten Akteur:innen des regionalen Ernährungssystems. Zudem wurde die Umfrage “Was kommt in Bonn auf den Tisch?” durchgeführt und Kontakt mit dem Leistungszentrum-Märkte (33-52) aufgenommen, um das Angebot des Wochenmarktes in Zusammenarbeit mit Landwirten aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, nach Erfolgsmodellen wie dem Freiburger Bauernmarkt als ein einen Baustein zur Förderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse weiterzuentwickeln. Der Freiburger Wochenmarkt, gilt als Erfolgsmodell, weil die Stadt Freiburg es als ihre Aufgabe versteht, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Direktvermarktung regionaler Betriebe stärken und zum Erhalt landwirtschaftlicher Strukturen und des Lebensmittelhandwerks beitragen. Der Fachaustausch mit dem Freiburger Marktamt erbrachte folgende Erkenntnisse: Um das Modell des Freiburger Bauernmarktes auf Bonn zu übertragen, wäre eine Anpassung des Ortsrechtes erforderlich. Es bedürfe einer Überarbeitung der städtischen Marktsatzung, um die Zulassungskriterien zugunsten von Selbsterzeugern gegenüber Großhändlern zu schärfen und die Gebührenstruktur im Sinne einer regionalen Wirtschaftsförderung anzupassen. Mittels der rechtlichen Absicherung im Ortsrecht könne der Wochenmarkt dauerhaft als ein Baustein zur Förderung lokaler landwirtschaftlicher Betriebe und Produkte fungieren. Das Erarbeiten eines Förderprogramm zur Unterstützung der lokalen und regionalen Landwirtschaft, sowie zur Förderung Solidarischer Landwirtschaft wurde vor dem Hintergrund der gesamtstädtischen Haushaltslage zunächst zurückgestellt. Zudem sollte zunächst die laufende Netzwerkarbeit ausgewertet werden, um auf dieser Basis eine zielgerichtete und kostenreduzierte Ausrichtung der Maßnahme sicherstellen.Seite 22 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 22 5. Festival “Bonn - Rundum nachhaltig” Erneut konnte während der bundesweiten Fairen Woche im September das inzwischen gut bekannte und nicht kommerzielle Nachhaltigkeitsfestival „Bonn – Rundum nachhaltig" auf dem Bonner Münsterplatz stattfinden. Bereits zum sechsten Mal lud das Festival am Samstag, 20. September 2025, von 11 bis 17 Uhr dazu ein, sich mit aktuellen Fragen und praktischen Lösungen rund um einen ökologischen, fairen und zukunftsfähigen Lebensstil zu beschäftigen. Wie auch in den Vorjahren galt das Motto: Bio, regional und fair – gegen Ausbeutung von Mensch und Natur. Der Einladung zur Teilnahme vom Büro für lokale Nachhaltigkeit an die Bonner Stadtgesellschaft folgten rund 40 Initiativen, Vereine und Organisationen – von Abenteuer lernen e.V. über die Bonner Repair Cafés, bonnorange und Foodsharing bis zu Slowfood und Zentrallager Sachspenden Bonn. Sie alle präsentierten ihr Wirken und ihre Ideen den Besucher*innen – so zum Beispiel über die Möglichkeit, selbst Dinge aus dem Haushalt zu reparieren, über den wichtigen Einsatz für Wild- und Honigbienen, über fair gehandeltes Kunsthandwerk oder über ökologische und faire Lebensmittel. Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Nils Wedi vom European Center for Medium-Range Weather Forecast, dem Jahrespartner der Stadt 2025, eröffneten um 11 Uhr die Veranstaltung. Das Bühnenprogramm bot den ganzen Tag über ein abwechslungsreiches musikalisches Angebot mit Live-Auftritten von Samba über Deutschrapp bis zu Weltmusik. Ergänzt wurde die musikalische Präsentation durch praxisnahe Impulse rund um einen nachhaltigen Lebensstil – darunter eine Kochshow, die zeigte, wie man nachhaltig kochen kann, und Styling-Tipps zu Second-Hand-Mode unter dem Motto „Gib Klamotten ein zweites Leben!". Besucher*innen konnten sich bei einer organisierten Kleidertauschparty auf dem Münsterplatz animieren lassen, gut erhaltene gebrauchte Stücke zu tauschen und neue Lieblingsstücke zu finden. Eindrücke der Kleidertauschparty beim Nachhaltigkeitsfestival “Bonn - rundum nachhaltig”, © Stadt BonnSeite 23 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 23 Eindrücke von dem Festival: “Bonn - Rundum nachhaltig”, © Stadt Bonn Im Pavillon für Richtungswechsel wurde erneut ein spannendes Programm angeboten. Neben Diskussionsrunden mit Fachexperten zu nachhaltigen Themen wie Herausforderungen der Mode- und Textilindustrie sowie faire Geldanlagen, war ein Höhepunkt der Beitrag einer Kaffeekooperative aus Honduras. Die Kaffeeproduzent*innen berichteten u.a. über die Herausforderungen des Klimawandels, wie der faire Handel ihre Zukunftsperspektiven stärkt und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Dazu gab es für die Besucher*innen kleine Tassen Espressokaffees zum Probieren. Für das Festival 2026 konnte der Münsterplatz bereits für den 12. September reserviert werden.Seite 24 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 24 6. Weitere Handlungsfelder/Projekte 6.1 Paper Angels: Wir für Recyclingpapier Das Umweltbildungsprojekt „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“ wird seit 2008 vom Büro für lokale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post DHL Group als Sponsor und der Tropenwaldstiftung OroVerde als Fachpartner und Bildungsexperten durchgeführt - im Jahr 2025 zum 17. Mal. Die Aktion richtet sich an alle fünften Klassen Bonner Schulen und beleuchtet Themen wie Papierverbrauch, Papierrecycling und das Umweltzeichen Blauer Engel, das für Recyclingpapier steht. Das Ziel des Projektes besteht darin, den Schüler*innen das Thema des ressourcenschonenden Verbrauchs auf spannende und interaktive Weise zu vermitteln, insbesondere den Umgang mit Recyclingpapier. Die Klassen erhalten dazu abwechslungsreiche Materialien, darunter ein Poster mit spannenden Geschichten sowie bunte Tierpostkarten mit kniffligen Rätseln. Nach der Bearbeitung dieser Aufgaben können die Schüler*innen einen Lösungssatz einreichen. Unter allen richtigen Einsendungen wurden in diesem Jahr erneut sechs Geldpreise von je 150 Euro sowie zwei Waldaktionen im Kottenforst verlost. 2025 nahmen insgesamt 38 Bonner fünfte Klassen mit rund 1.030 Kindern aus Bonn teil. Die große Abschlussveranstaltung, die seit vielen Jahren von der Deutschen Post DHL Group ausgerichtet wird, fand am 26. Juni im Post Tower statt. Hier konnten die Gewinner-Klassen der sechs Geldpreise ihr Wissen präsentieren. Bei der Preisverleihung stellten die Kinder ihre Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten des Recyclingpapiers vor – sei es in Form von Kurzvorträgen, kleinen Filmchen, Rollenspielen oder einem kleinen Theaterstück. Sie erklärten unter anderem, woher unser Papier kommt und warum wir in Deutschland viel zu viel davon verbrauchen. Abschlussveranstaltung Paper Angels 2025, Foto: DHL GroupSeite 25 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 25 Für die beiden Waldaktionen, die ebenfalls als Preise vergeben werden, konzipierten auch 2025 wieder die Stadtförsterei und das Haus der Natur spannende Programme. Die Deutsche Post DHL Group übernimmt regelmäßig die Kosten für die Preisgelder sowie für die Druckkosten der Wettbewerbs-Materialien, wie Poster und Postkarten. Die Entwicklung der Materialien und ergänzender Unterrichtsinhalte liegt in den Händen von OroVerde – die Tropenwaldstiftung, die zudem dafür sorgen, dass die Inhalte stets aktuell bleiben. Die gesamte Organisation und Koordination des Wettbewerbs wird vom Büro für lokale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn übernommen. In den 17 Jahren der „Paper Angels“-Aktion haben die Veranstalter – Stadt Bonn, Deutsche Post DHL Group und OroVerde – mehr als 15.000 Schüler*innen aus Bonner Schulen erreicht. Auch im Jahr 2026 wird die Aktion fortgeführt. Mehr Infos zu „Paper Angels“: Paper Angels WebseiteSeite 26 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 26 6.2 Städtewettbewerb „Papieratlas“ Die Stadt Bonn gehört als „Mehrfachsieger“ auch 2025 zu den „Recyclingpapierfreundlichsten Städten Deutschlands“. Im Rahmen des „Papieratlas“-Städtewettbewerbs wurde die Stadt zum 16. Mal in Folge für ihre Leistungen im Einsatz von Recyclingpapier ausgezeichnet. Die Stadt Bonn nutzt in der Verwaltung und der Hausdruckerei ausschließlich Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Der Blaue Engel ist das staatliche deutsche Umweltzeichen, das garantiert, dass Papier zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wird. Die Herstellung von Recyclingpapier spart rund 78 Prozent Wasser, 68 Prozent Energie sowie 15 Prozent CO2-Emissionen gegenüber Frischfaserpapier (siehe dazu UBA 2022). Die Verwendung von Altpapier leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Wälder. In den vergangenen 16 Jahren bewirkte die Stadt Bonn durch den Einsatz von Recyclingpapier eine Einsparung von mehr als 107,4 Millionen Litern Wasser und über 24,2 Millionen Kilowattstunden Energie. Diese Wassereinsparung entspricht dem täglichen Bedarf von mehr als 888.270 Menschen. Die eingesparte Energie könnte den jährlichen Strombedarf von über 6.920 Drei-Personen-Haushalten decken. 2025 beteiligten sich insgesamt 110 Groß- und Mittelstädte an dem Papieratlas- Städtewettbewerb, der von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Deutschen Landkreistag sowie dem Deutschen Hochschulverband seit 2008 jährlich durchgeführt wird. Weitere Informationen zum Papieratlas-Städtewettbewerb sind hier abrufbar. Seit 2019 können sich auch Schulen von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium als „Recyclingpapierfreundliche Schule“ auszeichnen lassen. In Bonn wurden seit 2019 acht Schulen ausgezeichnet. Weitere Informationen dazu sind hier abrufbar.Seite 27 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 27 7. Veröffentlichungen 7.1 Newsletter „Bonn – Rundum nachhaltig“ Das Büro für Lokale Nachhaltigkeit veröffentlicht alle zwei Monate den Newsletter „Bonn – Rundum nachhaltig“. Der Newsletter bietet sowohl Informationen zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der Stadt Bonn als auch der in Bonn im Bereich Nachhaltigkeit engagierten Organisationen, Vereinen und Initiativen. Leser*innen erhalten darin außerdem regelmäßig interessante Termin- und Veranstaltungshinweise. Nachdem die Druckausgabe des Newsletters Ende 2023 eingestellt wurde, ist dieser seit 2024 ausschließlich als Online-Newsletter verfügbar und wird per E-Mail versendet. Der Newsletter „Bonn – Rundum nachhaltig“ kann hier kostenlos abonniert werden. Die jeweils aktuelle Ausgabe des Newsletters steht zudem als Leseprobe auch auf bonn.de zur Verfügung. Auszug aus dem Newsletter:Seite 28 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 28 7.2 Weitere Berichte/Veröffentlichungen Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“ Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigen Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln und sind daher auch integrale Bestandteile des Alltags in Kitas und Schulen. Mit dem Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“ bietet das Büro für lokale Nachhaltigkeit einen Informationsservice, der sich insbesondere an Lehrkräfte, Erzieher*innen und Multiplikator*innen in der schulischen und vorschulischen Bildung richtet. Der Newsletter enthält Informationen zu neuen Unterrichtsmaterialien, aktuellen Wettbewerben und Aktionen sowie interessante Termin- und Veranstaltungshinweise. Eine Anmeldung zum Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“ ist per E-Mail unter nachhaltig@bonn.de möglich. 7.3 Website Im Zuge der Veröffentlichung des Bonner Nachhaltigkeits-Dashboards haben das Büro für lokale Nachhaltigkeit, das Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit sowie das Presseamt die Nachhaltigkeitsthemen auf der Webseite www.bonn.de neu strukturiert. Auf der gemeinsamen Themenseite „Nachhaltigkeit. Agenda 2030.“ sind seit April 2025 sowohl lokale als auch globale Nachhaltigkeitsthemen zu finden. Die neue Themenseite ermöglicht nun eine übersichtliche und gebündelte Darstellung der zahlreichen Informationen und Angebote im Kontext Nachhaltigkeit. Die neue Themenseite auf bonn.de finden Sie hier. Die Microsite von “Bonn - Rundum nachhaltig” (https://rundum-nachhaltig.bonn.de/index.php), die Informationen rund um das Festival liefert, wurde auf der Ebene der Vorstellung des Festivals erneuert: Mit einem detaillierten Überblick über das jeweilige Programm soll den Mitwirkenden wie auch den Besucher*innen ermöglicht werden, sich möglichst umfassend zu informieren. Außerdem wurden erstmals Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit eingestellt, die den Teilnehmer*innen eine Hilfestellung für eine einfachere eigene Arbeit zur Bewerbung des Ereignisses geben sollten. Wie in jedem Jahr wurden auch die neu hinzugekommenen Teilnehmer*innen in der Rubrik der Initiativen vorgestellt.Seite 29 von 30 Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2025 29 7.4 Instagram-Kanal @bonnrundumnachhaltig Der im Jahr 2020 gestartete Instagram-Kanal @bonnrundumnachhaltig wurde im Berichtsjahr weiter gepflegt, betrieben und weiterentwickelt. In der Regel werden ein bis zwei Mal pro Woche neue Posts zur lokalen Nachhaltigkeit allgemein und zu spezifischen Themen, wie der Bio-Stadt und der Fair Trade Town veröffentlicht. Im Vorfeld des Festivals "Bonn – Rundum nachhaltig" wurden die teilnehmenden Initiativen und Organisationen intensiv vorgestellt, ebenso wie die beteiligten Bühnenmitwirkende und Food Anbieter*innen. Auch über die Vorbereitungen und die Durchführung des Festivals wurde ausführlich berichtet. Darüber hinaus wurde über den Kanal auf Veröffentlichungen des Büros für lokale Nachhaltigkeit aufmerksam gemacht, wie zum Beispiel auf den Newsletter "Bonn – Rundum nachhaltig", auf die Kampagne "Bonn is(s)t gut“ und zu Veranstaltungen eingeladen. Insgesamt wurden 151 Stories (Kurzveröffentlichungen für 24 Stunden) und 122 Beiträge veröffentlicht. Die Followerzahl (1262) stieg um + 168 Follower gegenüber dem Vorjahr (+15% Wachstum). Besonders erfolgreich waren Beiträge zu Paper Angels 2025, Kleidertauschparty im Rahmen des Nachhaltigkeitsfestivals „Bonn-Rundum nachhaltig“ und zur Filmvorführung „Tomorrow-Die Welt ist voller Lösungen“. Die Inhalte erzielten hohe Reichweite und Engagement (Likes, Kommentare, Shares). Der Follower-Zuwachs resultierte vorwiegend aus Bonn.Seite 30 von 30
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:55 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de