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260481-03 · Mitteilungsvorlage

Bericht zur Versorgungsbedarfsanalyse Gesundheitskiosk

Nummer
260481-03
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
13.07.2026
Letzte Änderung
23.10.2026
  • Landsberger Straße Straße· Tannenbusch, Bonn Hauptort
  • Hohe Straße Straße· Dransdorf, Bonn
  • Oppelner Straße Straße· Dransdorf, Bonn
  • Kölnstraße Straße· Castell, Bonn
  • LVR-Klinik Straße· Nordstadt, Bonn
  • Waldenburger Ring Straße· Meßdorf, Bonn
  • Pommernstraße Straße· Dransdorf, Bonn
  • Liegnitzer Straße Straße· Dransdorf, Bonn
  • Tannenbusch Ortsteil· Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  • Alt-Tannenbusch siedlung· Tannenbusch, Bonn
  • Neu-Tannenbusch siedlung· Tannenbusch, Bonn
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  1. 260481 CDU-SPD-FDP: Versorgungsbedarfsanalyse Gesundheitskiosk

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
260481-03
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
53 Gesundheitsamt
Dezernat:
Dez. II
Bericht zur Versorgungsbedarfsanalyse
Gesundheitskiosk
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration,
Gesundheit, Wohnen und Senioren
15.09.2026 Kenntnisnahme
Hauptausschuss 17.09.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung hat die Versorgungsbedarfsanalyse für die Einrichtung eines
Gesundheitskiosks im Stadtteil Tannenbusch durchgeführt. Die Ergebnisse der
Analyse einschließlich des weiteren Vorgehens sind als Anlage beigefügt.
Anlage/n
1 Versorgungsbedarfsanalyse Gesundheitskiosk Tannenbusch (öffentlich)Seite 1 von 8
Gesundheitsamt Bonn – Stabsstelle Gesundheitsförderung Stand: 09.07.2026
Bericht zur Versorgungsbedarfsanalyse Gesundheitskiosk – Antrag 260481
Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am 28.04.2026 folgenden Beschuss gefasst:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. den Versorgungsbedarf für die Einrichtung eines Gesundheitskiosks im Stadtteil
Tannenbusch systematisch zu analysieren
2. hierzu mit der AOK Rheinland/Hamburg in Kontakt zu treten, um die Durchführung mithilfe
einer Bedarfsanalyse unter Anwendung des von ihr entwickelten Scoringsystems zur
Identifikation geeigneter Standorte für Gesundheitskioske zu prüfen und
3. die Ergebnisse der Analyse einschließlich des weiteren Vorgehens für ein Modellprojekt
„Gesundheitskiosk Tannenbusch“ vorzulegen.
4. Es ist ebenfalls zu prüfen, inwiefern sich gesetzliche Krankenkassen an einem
Gesundheitskiosk inhaltlich und finanziell beteiligen können, um hier ebenfalls ihrer
Aufgabe nach Aufklärung nachzukommen.
Prüfung der Verwaltung:
Um die Anfrage adäquat beantworten zu können, werden die Fragen zusammenhängend
beantwortet. Des Weiteren werden neben den im Antrag formulierten
Bevölkerungsindikatoren, sowohl die Angebotsseite als auch die Evidenzlage bzgl. der
Wirksamkeit von Gesundheitskiosken für die Versorgungsbedarfsanalyse betrachtet.
Aktuell leben in Tannenbusch 17.700 Personen (Stand 31.12.2025). Während in Alt-
Tannenbusch knapp 7.000 Personen leben, haben in Neu-Tannenbusch mit 10.700 Personen
deutlich mehr Personen ihren Hauptwohnsitz. Die Quartiere können gemäß den folgenden
traditionellen Indikatoren als Quartiere mit erhöhtem Unterstützungsbedarf eingestuft werden:
1. Besiedlungsdichte
Bonn 3.200 Personen / km², Alt-Tannenbusch 6.000 Personen / km², Neu-Tannenbusch
8.000 Personen / km²
2. Anteil an zugewanderten Personen in der Bevölkerung
Bonn 33%, Alt-Tannenbusch 47%, Neu-Tannenbusch 65%
3. Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenquote)
Bonn 7,3%, Alt-Tannenbusch 13,8%, Neu-Tannenbusch 16%
4. Leistungsberechtigte nach SGB II (SGB II Leistungsberechtigte pro 1.000
Erwerbstätige)
Bonn 117, Alt-Tannenbusch 279, Neu-Tannenbusch 403
5. Gesundheitsindikatoren (Scoringsystem AOK Rheinland/Hamburg)1,2
a. Hoher Anteil Pflegebedürftigkeit
b. Häufig vorliegende Polymedikation
c. Sehr großer Anteil von Menschen mit Erkrankungen, wie Koronaren
Herzerkrankungen, Diabetes und chronisch obstruktive Lungenerkrankung
In Deutschland gelten Gesundheitskioske als niedrigschwellig und wohnortnahe Anlaufstellen,
die den Zugang zur Versorgung verbessern sollen.
1 Nicht weiter differenziert
2 Die Angaben beziehen sich auf die Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg im Bereich der Postleitzahl
53119 und nicht auf die statistischen Bezirke Alt- und Neu-TannenbuschSeite 2 von 8
2
Die konzeptionelle Wirkung konzentriert sich auf vier Bereiche:
1. Besserer Zugang zur Gesundheitsversorgung
Gesundheitskioske sollen als niedrigschwelliger Zugang, die Navigation im
Gesundheitssystem erleichtern.
2. Prävention und Gesundheitsförderung
Präventionsangebot in den Bereichen Ernährung, mentaler Gesundheit und Bewegung
inkl. der Gesundheitsberatung sollen gesundheitsförderliches Verhalten fördern.
3. Lotsenfunktion und Entlastung bestehender Strukturen
Gesundheitskioske sollen im Zentrum der Versorgung angesiedelt sein, um als
Schnittstelle zwischen Medizin, Pflege, Sozialarbeit und kommunalen Angeboten zu
dienen. Dadurch soll einer Fehlnutzung der Systeme vorgebeugt werden.
4. Bessere Erreichbarkeit von vulnerablen Gruppen
Die Etablierung einer Koordinationseinrichtung in belasteten Quartieren soll Menschen
erreichen, die vom regulären System schlecht erreicht werden.
Für die Quartiere Alt- und Neu-Tannenbusch – im Folgenden als „Tannenbusch“
zusammengefasst – wird nachfolgend die Angebotsseite anhand der oben genannten
konzeptionellen Funktionen des Gesundheitskiosks betrachtet.
Besserer Zugang zur Versorgung
Die Stadt Bonn wird gemäß des Versorgungsgrades der Kassenärztlichen Vereinigung
Nordrhein (KVNO) als gut versorgte Kommune angesehen, siehe Tabelle 1.
Tabelle 1:Übersicht der ärztlichen Versorgung im Bereich der KVNO– Planungsbereich Bonn
(Stand 16.03.2026)
Fachrichtung Gesamtzahl
Ärzte
Versorgungsgrad Niederlassungs-
möglichkeiten bis
zur Sperrung
Hausärzte 234,5 113,4 0,0
Augenärzte 31,75 148,0 0,0
Chirurgen und
Orthopäden
52,25 160,6 0,0
Frauenärzte 65,75 136,4 0,0
Hautärzte 22,00 156,6 0,0
HNO-Ärzte 25,50 145,8 0,0
Kinder- und
Jugendärzte
33,00 126,3 0,0
Nervenärzte 31,53 146,5 0,0
Psychotherapeuten 271,98 254,0 0,0
Urologen 15,00 152,8 0,0
Anästhesisten 42,50 217,5 0,0
Fachinternisten 104,13 173,5 0,0
Kinder- und
Jugendpsychiater
17,25 162,9 0,0
Radiologen 36,50 197,2 0,0Seite 3 von 8
3
Unter Berücksichtigung statistischer Schwankungen bei der Anwendung des kommunalen
Versorgungsgrads auf Quartiersebene sind anliegend die Fachrichtungen im Quartier
Tannenbusch dargestellt, siehe Tabelle 2. Zudem befinden sich 4 Apotheken vor Ort.
Tabelle 2: Übersicht der ärztlichen Fachrichtungen im Quartier Tannenbusch
(Stand 29.06.2026)
Fachrichtung Anzahl der Fachrichtung
Allgemeine Zahnheilkunde 4
Allgemeinmedizin 3
Anästhesie 1
Augenheilkunde 1
Gynäkologie und Geburtshilfe 1
Haut- und Geschlechtskrankheiten 1
Innere Medizin und Diabetologie 1
Kinder- und Jugendpsychiatrie 1
Kinderheilkunde 1
Radiologie 1
Gesamtergebnis 15
Des Weiteren können in einem Kilometer Umkreis in und um das Quartier 27 Ärzt*innen und
in fünf Kilometer Umkreis 1.125 Ärzt*innen über die Praxissuche der KVNO gefunden werden.
Prävention und Gesundheitsförderung
Als häufigste Handlungsfelder im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung gelten
Bewegung, Ernährung, Stressmanagement/ Psychische Gesundheit und Suchtprävention.
Eine einheitliche Erfassung der Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet findet zurzeit nicht statt,
weshalb der folgende Abschnitt als unvollständig anzusehen ist. Eine Annäherung für den
Bereich Kinder- und Familiengesundheit ist über das Bonner Familienportal möglich. Die
Anzahl der den Bürger*innen zur Verfügung stehenden Angebote in diesen Handlungsfeldern
ist in Tabelle 3 dargestellt:
Tabelle 3:Suchergebnisse der präventiven und gesundheitsförderlichen Handlungsfelder im
Bonner Familienportal (Stand 01.07.2026)
Handlungsfeld Anzahl der Angebote in Tannenbusch
Sport und Bewegung 34
Ernährung 1
Psychische Gesundheit 8
Sucht und Drogen 5
Gesamtergebnis 48
Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den
Krankenkassen gemäß § 20a SGB V an folgenden Projekten arbeitet: Draußen Aktiv, Bonn
Kids und Starke Kids im Quartier. Zudem stellt die Verwaltung diverse Sport- und
Freizeitanalgen in Tannenbusch und Umgebung zur Verfügung.
Im weiteren Verlauf werden die konzeptionellen Wirkungen 3 und 4 zusammen analysiert.Seite 4 von 8
4
Lotsenfunktion und Entlastung bestehender Strukturen sowie Bessere Erreichbarkeit von vulnerablen Gruppen
Die Wirkungsbereiche 3 und 4 sind Kernbestandteile der Arbeit im gesundheitlichen und sozialen Bereich, weshalb sowohl die Verwaltung als auch
Sozialverbände/ -partner und Krankenkassen in dem Quartier aktiv sind. Die Beratungs- und Unterstützungsleistungen sind vielschichtig und werden
oftmals mehrsprachig angeboten. Folgende Beratungs- und Unterstützungsangebote konnten identifiziert werden, siehe Tabelle 4:
Tabelle 4: Beratungs- und Unterstützungsangebote in oder in der Nähe des Quartiers Tannenbusch (Stand 01.07.2026)
Träger/Name des Angebots Adresse Zielgruppe Art der Beratung/Unterstützung
Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Bonn Hohe Straße 67
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung und
Unterstützung
Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Oppelner Straße 130
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung
Bundesstadt Bonn - Beratungsstelle der Jugendhilfe
Förderung der Ausbildungsreife
10 bis 18 Jahre Beratung
Bundesstadt Bonn - Fachdienste für Familien- und
Erziehungshilfe
Familienberatung, Erziehungsberatung - Bezirksstelle
Tannenbusch
Oppelner Straße 130
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung
Bundesstadt Bonn - Inklusionsbüro und Familienbüro
Mehrsprachige Beratung vor Ort
Oppelner Straße 130
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung
Haus Vielinbusch Bildungs- und Familienzentrum
Allgemeine Beratung bei Formularen und Briefen
Oppelner Straße 130
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung, Unterstützung, Prävention
Kinderärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. med. Wolf Groß
und Dr. med. Ulrike Patani
Kölnstraße 433
53117 Bonn
bis 18 Jahre,
altersunabhängig
Medizinische Versorgung
LVR Klinik Kinderneurolgisches Zentrum (KiNZ)
Sozialpädiatrisches Zentrum
Waldenburger Ring
46
53119
bis 18 Jahre,
altersunabhängig
Medizinische VersorgungSeite 5 von 8
5
Träger/Name des Angebots Adresse Zielgruppe Art der Beratung/Unterstützung
Therapiezentrum Iris Schneider GmbH
Frühförderung
Landsberger Straße
14
53119 Bonn
0 bis 6 Jahre Beratung,
medizinische Versorgung
Behinderten-Gemeinschaft Bonn e.V.
Behindertenbeauftragte
Oppelner Straße 130
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung und
Unterstützung
Begegnungsstätte „Thomas Morus“ Caritasverband für die
Stadt Bonn e.V - Sozialberatung für Senioren (SpOTS)
Oppelner Straße 124
53119 Bonn
ab 60 Jahre Treffpunkt für Senioren
Lotsenpunkt Tannenbusch
Diakon Ralf Knoblauch
Pommernstraße 1
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung
Sozialberatung im Stadtteil - vor Ort für die Menschen da
Diakonie für Bonn und die Region
Oppelner Straße 130
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung
AWO Bonn
Begegnungsstätte "Lotte-lemke-Haus"
Liegnitzer Straße 14
53119 Bonn
altersunabhängig Beratung
Die angebotenen Leistungen decken dabei u.a. folgende Themenbereich ab:
• Beratung bei Behinderung und chronischen Erkrankungen
• Sozialberatung inkl. SGB II – Leistungen, Miet- und Wohnangelegenheiten und Umgang mit Behörden und Institutionen
• Lotsenfunktion in allen Lebensbereichen
• Allgemeine Beratung bei Formularen und Briefen
• Beratung bei Psychosozialen Problemlagen
• Berufsbegleitung, Förderangebote, Entwicklungsplanung und Übergangsgestaltung
• Kinderärztliche Leistungen und Lotsendienst
Weiterhin zeigt das Bonner Familienportal, dass Bürger*innen insgesamt 430 Angebote in den Themenbereichen Beruf und Familie,
Erwachsenwerden, Erziehung und Alltag, Finanzielle und rechtliche Unterstützung, Freizeit, Gesundheit, Hilfe in schwierigen Lebenslagen,
Kinderbetreuung, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt sowie Schule und Bildung zur Verfügung stehen.Seite 6 von 8
6
Wirksamkeit und Finanzierung
Das Bundesministerium für Gesundheit schätzte im Jahr 2022, dass es im Jahr 2024
deutschlandweit rund 30 Gesundheitskioske, im Jahr 2025 etwa 60 Gesundheitskioske, im
Jahr 2026 rund 120 Gesundheitskioske und im Jahr 2027 etwa 220 Gesundheitskioske geben
sollte. Die jährlichen Kosten pro Gesundheitskiosk sollen laut den Berechnungen rund 400.000
Euro betragen. Davon soll die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit 74,5 Prozent den
Hauptanteil tragen – die Kommunen würden 20 Prozent und die Private Krankenversicherung
(PKV) 5,5 Prozent übernehmen. Für die GKV bedeutet dies Kosten von rund 300.000 Euro
pro Gesundheitskiosk im Jahr für den laufenden Betrieb. Für die Stadt Bonn würden so pro
Gesundheitskiosk jährlich Kosten in Höhe von rund 80.000 Euro entstehen.
In der Realität erweist sich das geplante Finanzierungsmodell als kaum umsetzbar. Der
Gesundheitskiosk der Städteregion Aachen verursacht bspw. jährliche Kosten in Höhe von
400.000 Euro, die paritätisch (je zur Hälfte) von der Kommune und der beteiligten
Krankenkasse getragen werden.
Während der Recherchearbeiten konnten zudem nur 34 Gesundheitskioske deutschlandweit
identifiziert werden. 10 von 34 Einrichtungen werden bis Ende 2027 aus Kostengründen
geschlossen. In den anderen Fällen liegen keine aktuellen Informationen über den Status der
Einrichtung vor. Nach Angabe der Krankenkassen fehlt zudem eine gesetzliche Regelung für
die dauerhafte Finanzierung.
Zudem zeigt die Evidenzlage für Gesundheitskioske in Deutschland, dass überwiegend
Machbarkeits-, Konzept- und Implementationsarbeiten vorliegen und wenige bis keine
belastbaren Wirkungsstudien. Die verfügbare Literatur betont vor allem, die theoretische und
konzeptionelle Plausibilität, praktische Empfehlungen zur Gestaltung und Hinweise auf
Zielgruppen sowie Einsatzfelder. Es fehlt jedoch an einer klaren Evidenzlage bzgl. der
Veränderung auf Morbidität und Lebensqualität, der Entlastung bestehender Strukturen wie
Notfallnutzung, Krankenhausaufnahmen und Hausarztpraxen sowie der Kosten-Nutzen-
Effekten.
Auf eine erste Anfrage haben die AOK Rheinland/Hamburg sowie die DAK Interesse an einer
kommunalen Zusammenarbeit signalisiert. Die konkrete Höhe einer möglichen finanziellen
Beteiligung sowie die inhaltliche Ausgestaltung eines Gesundheitskiosks lassen sich zum
jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht abschließend beurteilen.
Für eine potenzielle Beteiligung der Krankenkassen kann die Verwaltung auf
Präventionsprojekte gemäß § 20a SGB V zurückgreifen. Ziel dieser Fördermaßnahmen ist der
Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in den sogenannten
Lebenswelten.
Voraussetzung für eine Förderung ist die Vorlage eines vollständigen Konzepts durch die
Verwaltung. Dieses muss insbesondere eine Bedarfsanalyse, eine Versorgungsplanung sowie
eine Budgetplanung umfassen und mit der jeweiligen Krankenkasse abgestimmt werden. Die
Krankenkassen beteiligen sich an der Finanzierung des Projekts und nehmen ihr
Mitbestimmungsrecht im Steuerungsgremium wahr.
Die Verantwortung für die Koordinierung, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, operative
Umsetzung, Berichterstattung sowie Evaluation des Projekts liegt bei der Verwaltung.Seite 7 von 8
7
Ein wesentliches Förderkriterium ist zudem die Nachhaltigkeit des Vorhabens. Bereits im
Rahmen der Antragstellung muss die Kommune darlegen, wie die langfristige Sicherung und
Verstetigung des Projekts nach Auslaufen der Förderung durch die Krankenkassen
gewährleistet werden kann.
Zusammenfassung, Fazit und weiteres Vorgehen
Das Quartier Tannenbusch weist sozioökonomische Indikatoren auf, die belegen, dass
Maßnahmen berechtigt sind. Im Quartier werden bereits Maßnahmen durch verschiedene
Stellen der Verwaltung und Externe durchgeführt (Netzwerk von Sozialpartnern, Verbänden
und Krankenkassen). Es gibt über 430, teils mehrsprachige Angebote im Quartier für alle
Altersstufen, um Gesundheitskompetenz zu erwerben und Chancengleichheit herzustellen.
Zudem gibt es laut KVNO eine ausreichende medizinische Versorgung vor Ort. Mittelfristig
muss eine bessere Vernetzung erfolgen in Abstimmung mit den Bedarfen.
Die Leistungen eines Gesundheitskiosks werden bereits in weiten Teilen durch bestehende
Akteure der Gesundheitsversorgung und -beratung erbracht. Angesichts der bislang
bundesweit begrenzten Zahl eingerichteter Gesundheitskioske, der derzeit fehlenden
belastbaren Wirksamkeitsnachweise sowie der angekündigten Schließungen einzelner
Standorte lässt sich ein zusätzlicher Nutzen gegenüber den bereits etablierten Angeboten
derzeit nicht belastbar nachweisen. Vor diesem Hintergrund ist ein Mehrwert eines
Gesundheitskiosks für die bestehende Versorgungsstruktur gegenwärtig nicht hinreichend
belegt.
Ein wichtiger Punkt in Anbetracht der Haushaltslage vieler Kommunen bei der Umsetzung ist
die mittelfristig entstehende finanzielle Belastung (ca. 80.000 Euro bis 200.00 Euro jährlich),
da es keine gesetzliche Regelung zur Dauer- / Kofinanzierung mit den Krankenkassen gibt.
Die Verwaltung sieht die Zielsetzung eines Gesundheitskiosks positiv. Da sich bereits
entsprechende Strukturen im Quartier Tannenbusch in den letzten Jahren entwickelt haben,
empfiehlt die Verwaltung diese besser zu vernetzen und den Bedarfen vor Ort anzupassen.Seite 8 von 8

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Datenstand: 03.11.2026, 10:29 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de