260396 · Mitteilungsvorlage
Mitteilungsvorlage "Rhein in Flammen"
Kerndaten
- Nummer
- 260396
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 17.03.2026
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Rheinufer Hauptort
- Mehlem
- Bonn
- Beuel
- Rheinaue
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Untergeordnet
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Volltext
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Mitteilungsvorlage öffentlich 260396 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 33 Bürgerdienste Dezernat: Dez. I Mitteilungsvorlage "Rhein in Flammen" Beratungsfolge Rat 07.05.2026 Kenntnisnahme Mitteilung der Verwaltung: Die Stadtverwaltung informiert darüber, dass Rhein in Flammen in Bonn und am Siebengebirge im Mai 2026 letztmalig im Bonner Rheinauenpark stattfinden wird. Die Veranstaltung soll künftig im Bonner Innenstadtbereich unter Einbezug der neugestalteten Rheinuferbebauung neu aufgestellt und ab 2028 entsprechend durchgeführt werden. Ursprünglich war angedacht, den Vertrag mit dem Veranstalter nochmals um ein Jahr zu verlängern und die aufgrund der Renovierungs- und Sanierungsarbeiten für das Rheinauenjubiläum erforderliche „Zwangspause“ in 2028 für die Neukonzeptionierung zu nutzen. Die Anforderungen insbesondere im Hinblick auf den Natur-, Arten- und Landschaftsschutz sowie die damit verbundene wachsende öffentliche Kritik hat die Stadtverwaltung zum Anlass genommen, in 2027 keine und auch keine vergleichbare Veranstaltung dieser Art auszurichten und damit die kreative Pause ein Jahr vorzuziehen. Auch aufgrund des bevorstehenden Rheinauenjubiläums in 2029 (Bundesgartenschau 1979) sind Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am und im Rheinauenpark geplant. Es werden während dieser Arbeiten ab spätestens 2028 voraussichtlich keinerlei (Groß-) Veranstaltungen im Park durchgeführt werden können. Auch im Vorfeld einer möglichen Eröffnungsveranstaltung sind jegliche Veranstaltungsformate, die die Bodensubstanz und gartengestalterischen Maßnahmen beeinträchtigen, zu vermeiden. Daher ist sinnvoll, im Rahmen einer ganzheitlichen und zukunftsorientierten Neukonzeption die Ära „Rhein in Flammen“ in der Rheinaue Bonn mit dem Jubiläum (40-jähriger „Rhein in Flammen“- Geburtstag) positiv zu beenden und die Möglichkeit zu schaffen, ein neues, mit u.a. den gesetzlichen Vorgaben des Natur- und Artenschutzes vereinbares Veranstaltungsformat am Rheinufer und in der Innenstadt zu schaffen. Ausgangslage Rhein in Flammen ist die Bezeichnung jährlicher Großveranstaltungen, die ab Mai zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr und an mehreren Abschnitten desSeite 1 von 4 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Mittelrheins stattfinden und geprägt werden durch ein großes Abschlussfeuerwerk. Das größte Feuerwerk im Rahmen von „Rhein in Flammen“ findet alljährlich am zweiten Samstag im August in Koblenz statt. Die Veranstaltung in Bonn fand erstmals am 3. Mai 1986 statt. Rhein in Flammen in Bonn ist damit eine Veranstaltung mit 40-jähriger Tradition. Sie findet traditionell am ersten Maiwochenende statt und bildet den Startschuss für die Open Air-Veranstaltungssaison in Bonn und am Siebengebirge. Durch den hohen überregionalen Bekanntheitsgrad hat die Veranstaltung direkte sowie indirekte Einflüsse auf die Wirtschaft in Bonn und die Region. Es besteht in der Region ein hoher Auslastungsgrad in der Gastronomie, der Hotellerie sowie in den nachgelagerten Wirtschaftszweigen. In der Vergangenheit gab es Besucherspitzen von 500.000 Gästen an den 29 km Rheinufer sowie 12.000 Schiffsgästen. Davon nahmen bis 2020 rund 100.000 Personen allein an der Landveranstaltung in der Rheinaue teil. Nach der Pandemie fand bei dieser Veranstaltung eine Zäsur statt. Die Besucherzahlen sind rückläufig und am Schiffkonvoi nehmen nur noch 16 Schiffe teil. Die Marke „Rhein in Flammen“ beinhaltet Schiffskonvoi, Landveranstaltungen, Illuminierung der Rheinufer, Kommunenfeuerwerke sowie ein Abschlussfeuerwerk. Sie hat einen hohen Wiedererkennungswert regional, national wie international und eine identitätsstiftende Funktion für die Region. Darüber hinaus konnte eine aktuelle Marktstudie eine hohe Akzeptanz sowie großes Fanpotential in der Bevölkerung ermitteln. Seit 2023 findet der Schiffkonvoi Rhein in Flammen in einer reduzierten Variante ausschließlich im Raum Bonn statt. Die Schiffe starten in Mehlem, wenden auf Höhe Beuel und fahren zum abschließenden Höhenfeuerwerk rheinaufwärts. Bis vor der Pandemie nahmen am Schiffkonvoi bis zu 60 Schiffe teil. Seit 2022 sind es zwischen 15 und 20 Schiffe, die sich dem Schiffkonvoi noch anschließen. Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahren hat ab 2024 die RIF GmbH den Zuschlag zur Ausrichtung der Veranstaltungsreihe erhalten. Der bestehende Vertrag mit der RIF GmbH läuft 2026 aus. Rhein in Flammen ist eine der herausragenden Open-Air-Veranstaltungen in Bonn, die aus zwei Bestandteilen besteht: Schiffskonvoi und Landveranstaltung. Der Schiffskonvoi wurde über Jahre durch die Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler vermarktet und durchgeführt. 2024 wurde durch Ratsbeschluss der Durchführungsauftrag beendet. Die RiF GmbH hat in 2025 erstmalig beide Komponenten selbstständig durchgeführt. Landveranstaltung und Konvoi sind eng verbunden, in Bonn vor allem durch das große Höhenfeuerwerk, das zugleich Abschluss und Höhepunkt von Rhein in Flammen ist. Die Vermarktung des Schiffskonvois ist nach vorliegenden Angaben und aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wenig profitabel, die Landveranstaltung Bonn seit Jahren zunehmend wirtschaftlich unattraktiv. Die wasserseitige Veranstaltung finanzierte sich bis 2019 im Kern aus den Einnahmen durch den Schiffskonvoi (Feuerwerksabgabe/Schiffsplatz). DavonSeite 2 von 4 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) wurden auf den 29 Rheinkilometern von Linz bis Bonn in sechs Kommunen Feuerwerke, Ufer-Illuminierungen, Licht-Installation der Brücke von Remagen, wasserseitige Absicherungen, Genehmigungen, Bewachung und Sicherheit (Zäune etc.) an den Ufern, sowie das Marketing der Gesamtveranstaltung finanziert. Das bisherige Finanzierungsmodell, welches im Kern durch die Schiffsabgaben realisiert wurde, ist durch die aktuellen Umstände (Nachwirkungen Pandemie, Krieg, Verunsicherung, erhöhte Kosten, Rückgang der teilnehmenden Schiffe durch Betriebsaufgaben, Personalmangel, erhöhte Energiekosten, etc.) wie oben beschrieben für die Zukunft nicht mehr realisierbar. Die Basis für eine wirtschaftliche Umsetzung wie in 2019 sind rund 12.000 Schiffsplätze (ca. 43 Schiffe), sowie das ehrenamtliche Engagement der kommunalen Einsatzkräfte (Feuerwehren, Rettungsdienste, THW, Vereine, etc.) an den Ufern rechts und links des Rheins. Für 2026 liegen Anmeldungen von 16 Schiffen mit rund 4500 Plätzen vor. Die Landveranstaltung wird seit 2024 durch die RIF GmbH durchgeführt. Diese beinhaltet ein dreitägiges Volksfest im Rheinauenpark. Wichtiger Bestandteil ist das vielfältige Bühnenprogramm auf der großen und kleinen Blumenwiese, die Vielzahl an abwechslungsreichen Imbiss- und Getränkeangeboten sowie die Kirmes auf der Veranstaltungsfläche. Das Highlight bietet das Abschlussfeuerwerk sowie eine Drohnenshow am Samstagabend. Am Sonntag findet ein umfangreiches Bühnenprogramm für Kinder statt. Aufgrund der verregneten Wettersituation waren die Besucherzahlen in den beiden vergangenen Jahren rückläufig. Von städtischer Seite erfolgen umfassende verkehrslenkende Maßnahmen und massiver ordnungsbehördlicher Personaleinsatz. Problemstellung Über die rein wirtschaftliche Perspektive hinaus besteht zwischen der Ausrichtung einer Großveranstaltung mit Feuerwerk und den Anforderungen an den Schutz von Natur, Umwelt, Landschaft und Arten ein maßgeblicher Zielkonflikt. Die Verwaltung hat diesen Aspekt in den vergangenen Jahren zum Anlass genommen, Anpassungen an der Ausrichtung von Rhein in Flammen einzuleiten. Es zeigt sich, dass weitergehende Maßnahmen notwendig werden, um Veranstaltungen im Landschaftsschutzgebiet der Rheinaue zukunftsfähig aufzustellen. Ergänzend hat sich zu möglichen Beeinträchtigungen des Landschafts-, Arten- und Naturschutz die Bezirksregierung Köln berichten lassen. Zur Einordnung der Gesamtsituation ist außerdem festzuhalten: Das Umweltbewusstsein der Gesellschaft hat sich gewandelt und eine Vielzahl der Bürger*innen hinterfragen das durchgeführte Veranstaltungsmodell „Rhein in Flammen“ mit tausenden Besuchenden und einem Höhenfeuerwerk im Rheinauenpark. Auch die Gesamtstruktur des Rheinauenparks wurde durch die vergleichsweise sehr großen Veranstaltungen der letzten Jahrzehnte in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadtverwaltung Bonn hat bereits in Zusammenarbeit mit den zuständigenSeite 3 von 4 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Fachbereichen Prüfungen und Gutachten veranlasst. Um belastbare Daten zu möglichen artenschutzrechtlichen Konflikten während der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ zu erhalten, hat die Veranstaltungskoordination der Stadt Bonn das Planungsbüro Sterna im Jahr 2025 mit der Durchführung einer Vorstudie zur Reaktion der Vögel beim Feuerwerk Rhein in Flammen beauftragt. Neben der Erfüllung der Anforderungen an Natur-, Arten- und Landschaftsschutz stellen auch die Belastungen des Rheinauenparks in Folge von Veranstaltungen wie „Rhein in Flammen“ für die Infrastruktur des Rheinauenparks zentrale Herausforderungen dar. Im Hinblick auf die Sanierung des Rheinauenparks wird von städtischer Seite daher fokussiert, die Veranstaltung „Rhein in Flammen“ in den Innenstadtbereich unter starkem Einbezug der neugestalteten Rheinuferpromenade zu verlagern. Diese Verlagerung der Veranstaltung bringt den Kerngedanken des Formates wieder in den Fokus und fördert zugleich die Belebung der Innenstadt. Die Stadtverwaltung möchte den gesetzlichen Vorgaben zu Landschafts-, Arten-, und Naturschutz sowie unter anderem dem gesteigerten Umweltbewusstsein Rechnung tragen und ein alternatives Veranstaltungsformat etablieren. Weiteres Vorgehen Aus Anlass des 40-jährigen „Rhein in Flammen“-Geburtstags wird die Veranstaltung in 2026 mit einigen Anpassungen zugunsten der Umweltverträglichkeit durchgeführt. In Bezug auf das Feuerwerk wird es bereits in diesem Jahr eine Reduzierung (Verzicht auf Bodenfeuerwerk am Rheinauensee) geben. Im Rahmen eines Bieter-, Interessenbekundungs- oder Ausschreibungsverfahren, wird eine Neuausrichtung von Rhein in Flammen angestrebt und die Veranstaltung zukunftsorientiert, nachhaltig und unter Berücksichtigung der landschafts-, arten- und naturschutzrechtlichen Anforderungen im Innenstadtbereich unter Einbezug der neugestalteten Rheinuferbereiche aufgestellt. Die Stadtverwaltung wird ein entsprechendes Rahmenkonzept erarbeiten, nutzbare Flächen am Rheinufer wie auch in der Innenstadt sondieren bzw. festlegen und ein entsprechendes Verfahren vorbereiten. Bei der Überarbeitung des Formates werden die verschiedenen Aspekte der Veranstaltung betrachtet und überprüft. Die politischen Gremien werden entsprechend eingebunden. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:37 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de