260355-03 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Volt-Anfrage: Fragen zur Fortschreibung und Umsetzung des Klimaplans hier: Stellungnahme zur Maßgabe FDP im AUKLA 25.03.2026
Kerndaten
- Nummer
- 260355-03 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 18.05.2026
- Letzte Änderung
- 24.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 260355-03 ST Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Volt-Anfrage: Fragen zur Fortschreibung und Umsetzung des Klimaplans hier: Stellungnahme zur Maßgabe FDP im AUKLA 25.03.2026 Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 19.05.2026 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Die Verwaltung nimmt zu der Maßgabe der FDP aus der Sitzung des AUKLA am 25.03.2026 wie folgt Stellung: Maßgabe: Die Beantwortung der Frage, welche Kriterien bei der Bewertung des Klimaplanportfolios im Rahmen der Aufgabenkritik zu Grunde gelegt werden? 1. Hintergrund: Aufgabenkritik Durch die laufende Aufgabenkritik in der Verwaltung im Vorfeld des nächsten Haushaltsplanentwurfs Stadt Bonn müssen Aktivitäten der Kommune priorisiert werden – so auch Aktivitäten des Klimaplans. Im Rahmen einer „ergänzenden Zweckkritik in ausgewählten Aufgaben“ betrifft das Teilprojekt 112 die „Prüfung und Bewertung der Klimaprojekte nach Wirkung“. Das seit November 2025 für Klimaschutz zuständige Amt 67 wurde mit dieser Aufgabe im Februar 2026 betraut. Zur Wirkungs- und Kostenmessung soll ein „standardisiertes Bewertungsmodell“ entwickelt werden. Dieses Modell soll es ermöglichen, laufende und geplante Klimaplanmaßnahmen hinsichtlich Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und ihrem Beitrag zu städtischen Klimazielen zu bewerten und eine Empfehlung abzuleiten. Grundlage für dieses Bewertungsmodell stellen die im Prozess der Klimaplanfortschreibung (DS 253007) ermittelten wissenschaftlichen sowie bürgerschaftlichen Ergebnisse dar. 2. Vorgehen zur Erstellung einer Bewertungsmatrix Um der Komplexität des Themas Rechnung zu tragen, wurden mehrereSeite 1 von 9 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Kriterien identifiziert und in einer Bewertungsmatrix abgebildet. Die Methodik der Bewertungsmatrix baut auf drei Säulen auf: 1. Bewertung der wissenschaftlichen Begleitung 2. Fachexpertise der Verwaltung 3. Ergebnisse aus der Beteiligung der Bürger*innen Wesentliche Grundlage der Bewertungsmatrix sind die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Fortschreibungsprozesses des Klimaplans. Die Daten wurden zur Identifikation von Kriterien herangezogen. Die beauftragten Institute Gertec und Ifeu bauten dabei auf das fortgeschriebene Arbeitsprogramm zum Klimaplan auf, welches die Verwaltung im Rahmen des Fortschreibungsprozesses weiterentwickelt hat. In das fortgeschriebene Arbeitsprogramm eingeflossen sind neben der Verwaltungsexpertise auch Ergebnisse der Bürger*innen- sowie Stakeholderbeteiligung des Fortschreibungsprozesses. Als explizite Kriterien wurden die Ergebnisse der im November 2025 durchgeführten Onlinebeteiligung zur Klimaplanfortschreibung aufgenommen. Bürger*innen konnten dabei Bewertungen zur Bedeutung der Klimaschutzsteckbriefe abgeben. Im Rahmen der Erarbeitung der Bewertungsmatrix wurde auch der Klimabeirat zweimal konsultiert: Zum einen gab er im Februar 2026 Impulse zum Entwurf der Bewertungsmatrix und den Bewertungskriterien. Zudem beschäftigte sich der Klimabeirat im April 2026 mit den vorläufigen Bewertungsergebnissen und gab Feedback dazu. Aus diesen Sitzungen flossen wertvolle Hinweise in die anschließende Überarbeitung der Bewertungskriterien ein. 3. Kriterien der Bewertungsmatrix Die Bewertungsmatrix baut auf drei Kriterien auf, die zur Bewertung der Klimaschutzmaßnahmen des Arbeitsprogramms angewendet werden (s. Abbildung in der Anlage): • Klimawirkung • Kosten, Umsetzbarkeit • Stabilität, Sicherheit und Synergien Für eine vollständige Wirkungsabschätzung ist zudem eine Kontextualisierung wesentlich, die für jeden Steckbrief ebenfalls angegeben wird. Alle Oberkriterien sind durch weitere Unterkriterien definiert. So werden für die Klimawirkung eine qualifizierte Bewertung des THG-Minderungspotenzials, die systemische Bedeutung eines Steckbriefs im Klimaplanportfolio und dessen Wechselwirkung sowie die Dauerhaftigkeit der Reduktionsentwicklung, die Reichweite des Reduktionspotenzials, der Vorbildcharakter und Gewichtung sowie Aktivierungspotential aus den Ergebnissen der Onlinebeteiligung berücksichtigt. Neben Daten aus der wissenschaftlichen Begleitung fließt bei einigen dieser Unterkriterien auch die fachliche Expertise der Verwaltung ein. Die Kriterien sowie die Gewichtung der Unterkriterien und die jeweiligen Datenquellen sind in der Anlage zu dieser Stellungnahme dargestellt. Exkurs: Ermittlung des THG-MinderungspotenzialsSeite 2 von 9 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Kommunen stehen regelmäßig vor der Herausforderung der Wirkungsermittlung konkreter CO2-Emissionen (Tonne je Einheit) von Klimaschutzmaßnahmen. Dies wird auch im ersten Arbeitsprogramm des Klimaplans ersichtlich (s. Anlage 2, DS 240487). Viele Quantifizierungen konnten darin durch die wissenschaftliche Begleitung nicht oder nur unter einer Vielzahl von Annahmen getroffen werden. Bestenfalls ist eine Quantifizierung von THG-Emissionen bei direkt wirkenden Aktivitäten unter Berücksichtigung diverser Annahmen möglich, wie z. B. für die energetische Modernisierung oder Installation von Solaranlagen auf städtischen Liegenschaften. Im eigenen, kommunalen Einflussbereich zur Zielerreichung liegen jedoch nur ca. 3 % der Gesamtemissionen. Dadurch besteht ein weitaus größerer und immens wichtiger Hebel bei der restlichen Stadtgesellschaft, die es mit Klimaschutzmaßnahmen zu adressieren gilt. Einen großen Bereich adressieren dabei indirekt wirkende Maßnahmen. Generell ist eine maßnahmenscharfe THG-Ermittlung auf kommunaler Ebene kosten- und zeitintensiv und Datenverfügbarkeit, -qualität sowie ein standardisiertes Vorgehen stellen oftmals Hürden dar. Die Stadt Bonn hat sich dieser Problematik im Rahmen der Fortschreibung durch die wissenschaftliche Begleitung genähert. Mit der Gertec GmbH & Co. KG konnte eine Auftragnehmerin gewonnen werden, die bereits in der Erstellung des Klimaplans involviert war; das renommierte Institut für Energie- und Umweltforschung – ifeu gGmbH – unterstützte als Unterauftragnehmerin. Letztere stellt mit der IkKa (Instrumente für die kommunale Klimaschutzarbeit) Systematik ein einheitliches Vorgehen zur Ermittlung von THG-Minderungspotenzialen im kommunalen Einflussbereich zur Verfügung, das durch Kommunen deutschlandweit genutzt werden kann. Bonn war dabei als Modellkommune bei der Entwicklung beteiligt. Für die Bewertung der Maßnahmensteckbriefe des Klimaplans werden sowohl die Einschätzungen des ifeu-Instituts als auch des Ingenieurbüros Gertec zugrunde gelegt. Eine maßnahmenbezogene tonnenscharfe TGH-Ermittlung war jedoch auch dadurch im Rahmen der Fortschreibung für die Bonner Klimaplan-Steckbriefe nicht möglich und wäre nur unter außerordentlichem Ressourcenaufwand leistbar. Das Kriterium Kosten wird durch investive sowie konsumtive Kosten abgebildet. Grundlage ist hier die kumulierte Kostenschätzung der Jahre 2027 und 2028 aus dem Fortschreibungsprozess zum Klimaplan. Alsbald nach aufgabenkritischer Betrachtung die Ressourcenplanung abgeschlossen ist, können die tatsächlichen Kosten des Haushaltsplanentwurfs 27/28 in das Modell eingepflegt werden. Des Weiteren finden die Nutzung von Drittmitteln Berücksichtigung, das mit dem Steckbrief verbundene Realisierungsrisiko sowie die Steuerungsmöglichkeit der Kommune. Maßnahmen zum Klimaschutz zahlen oftmals nicht ausschließlich auf die Reduktion von Treibhausgasen ein. Sie bringen zahlreiche Mehrwerte für das Gemeinwohl. Solche Synergien werden in der Bewertungsmatrix mit dem Kriterium Stabilität, Sicherheit und Synergien abgebildet. Themen, die in Unterkriterien abgedeckt werden, sind dabei Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, Versorgungs- und Krisensicherheit, Stabilität und InnovationsfähigkeitSeite 3 von 9 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) der lokalen Wirtschaft sowie Transformationspotenzial. Diese Kriterien können ebenfalls der wissenschaftlichen Begleitung entnommen werden. *** siehe Anlage 1: Übersicht Bewertungsmatrix *** 4. Weiteres Vorgehen Die Verwaltung führt derzeit die Bewertung aller Steckbriefe aus der Fortschreibung des Klimaplans durch und lässt diese Ergebnisse in die Aufstellung des Doppelhaushalts einfließen. Die Verwaltung beabsichtigt dem Rat und dem AUKLA vor der Sommerpause die Fortschreibung des Klimaplans zur Beratung vorzulegen. Mit Einbringung des Haushaltsplanentwurfs soll dann ein Vorschlag vorgelegt werden, wie die Aktivitäten des fortgeschriebenen Arbeitsprogramms in den Jahren 2027/2028 mit Ressourcen ausgestattet werden. Anlage/n 1 Anlage 1: Übersicht Bewertungsmatrix (öffentlich)Seite 4 von 9 1 Anlage zu Drucksache 260355-03 ST Standardisiertes Bewertungsmodell zur Prüfung und Bewertung der Klimaplanprojekte nach Wirkung im Rahmen der AufgabenkritikSeite 5 von 9 2 Nutzung Datenquellen aus der Klimaplanfortschreibung Verwaltung wissenschaftliche Begleitung Stadtgesellschaft Klimaplan-Steckbriefe Wirkungsbewertung Online-BeteiligungSeite 6 von 9 3 Kriterien der Bewertungsmatrix Quelle: Wiss. Belgeitung Quelle: fachliche Einschätzung Gewichtung des Kriteriums Legende: Quelle: Onlinebeteiligung Skala/ Wert 1-5Seite 7 von 9 4 Kriterien der Bewertungsmatrix Quelle: Wiss. Belgeitung Quelle: fachliche Einschätzung Gewichtung des Kriteriums Legende: Quelle: Onlinebeteiligung Skala/ Wert 1-5Seite 8 von 9 5 Darstellung in einer Bewertungsmatrix Klimawirkung (y-Achse) Indikator aus 7 quantitativ bewerteten Unterkriterien Gesamtkosten (x-Achse) konsumtiven und investiven Kostenschätzungen der fortgeschriebenen Steckbriefe für die Jahre 2027+2028 • investive Mittel enthalten (²) • Markierung, wenn in separatem Wirtschaftsplan enthalten (°) • Eingeplante Drittmittel (*) • Hohes Realisierungsrisiko (!) • Hohe kommunale Steuerungsmöglichkeit (k) Stabilität, Sicherheit und Synergien (Kreisgröße) Indikator aus 4 quantitativ bewerteten Unterkriterien Hinweis: Kostenentwicklungen stehen in keiner direkten Abhängigkeit zur Klimawirkung in der Grafik, d.h. bei sinkenden Kosten verschiebt sich Steckbrief bei der Klimawirkung nicht Gesamtkosten Klimawirkung Stabilität, Sicherheit und Synergien (in einzelnen HF´ern)Seite 9 von 9
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 21:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de