260314 · Große Anfrage
Grüne-Fraktion-Große Anfrage: Sparkurs bei Integrationskursen in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 260314
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 03.03.2026
- Letzte Änderung
- 25.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
Dateien
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Große Anfrage öffentlich 260314 Fragesteller/in: Dr. Ursula Bach Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN 25.02.2026 Grüne-Fraktion-Große Anfrage: Sparkurs bei Integrationskursen in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 18.03.2026 Kenntnisnahme Fragestellung Welche Auswirkungen hat der Sparkurs des Bundesinnenministeriums unter Minister Dobrindt bei Integrationskursen auf Bonn? 1. Zugangsbeschränkungen und betroffene Gruppen Wie viele Menschen in Bonn erhalten infolge der restriktiveren BAMF-Praxis keine Teilnahmeberechtigung mehr für Integrationskurse, und welche Gruppen sind besonders betroffen (z. B. Geduldete, Asylsuchende, Geflüchtete aus der Ukraine, EU-Bürgerinnen und -Bürger)? 2. Folgen für Arbeitsmarkt und Fachkräftesicherung Welche konkreten Auswirkungen erwartet die Stadt Bonn auf die Arbeitsmarktintegration und die Gewinnung von Fachkräften? Wie bewerten Jobcenter, Agentur für Arbeit und lokale Unternehmen die fehlende Sprachförderung im Hinblick auf Vermittlungschancen, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Beschäftigungsaufnahme? 3. Finanzielle Auswirkungen für die Kommune Welche Mehrkosten entstehen der Stadt Bonn durch verzögerte Arbeitsmarktintegration (z. B. längerer Leistungsbezug, zusätzliche Integrationsmaßnahmen oder Sozialausgaben)? 4. Auswirkungen auf Kursträger und Bildungsinfrastruktur Welche Bonner Kursträger – insbesondere die Volkshochschule – sind vom Sparkurs betroffen? Drohen Kursausfälle, Angebotsabbau oder Schließungen? Welche Bedeutung haben Integrationskurse für die finanzielle Stabilität der VHS und für die Aufrechterhaltung weiterer Bildungsangebote?Seite 1 von 3 Seite 2 5. Geschlechter- und sozialpolitische Folgen Gibt es Erkenntnisse, ob Frauen und Männer unterschiedlich stark betroffen sind? Welche Auswirkungen hat der eingeschränkte Zugang zu Sprachkursen insbesondere für geflüchtete Frauen und Mütter mit Betreuungspflichten? Welche Risiken bestehen hinsichtlich sozialer Isolation, eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe und erhöhter Abhängigkeiten? Wie wirkt sich dies auf Schulen, Kitas und soziale Dienste in Bonn aus? 6. Gesellschaftliche Integration und Sozialraum Welche Folgen erwartet die Stadt für gesellschaftliche Teilhabe, Integration in den Sozialraum sowie für integrationsrelevante kommunale Aufgaben insgesamt? 7. Handlungsmöglichkeiten und politische Positionierung Prüft die Stadt Bonn, Versorgungslücken durch kommunale, Landes- oder EU- Programme (z. B. ESF+) zu schließen? Hat sie gegenüber Land NRW oder Bund Stellung bezogen und unterstützt Initiativen zur Rücknahme oder Korrektur der Kürzungen? Begründung Vor dem Hintergrund der von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt an- gekündigten massiven Einschränkung des Zugangs zu Integrationskursen er- geben sich auch für die Bundesstadt Bonn erhebliche Herausforderungen. Für die Bundesstadt Bonn hätte eine solche Einschränkung konkrete und spür- bare Folgen. In Bonn leben zahlreiche Menschen mit Flucht- oder Migrations- geschichte, darunter Asylbewerberinnen und Asylbewerber im laufenden Ver- fahren, Geduldete, Geflüchtete aus der Ukraine sowie EU-Bürgerinnen und - Bürger, die ihre Sprachkenntnisse verbessern und sich beruflich integrieren möchten. Viele von ihnen verfügen nicht über die finanziellen Mittel, einen Inte- grationskurs selbst zu bezahlen. Gerade in Bonn, als international geprägter UN-Standort mit einer vielfältigen Stadtgesellschaft, sind Sprachförderung und frühzeitige Integration zentrale Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe, Zugang zum Arbeitsmarkt und ein gelingendes Zusammenleben. Integrationskurse sind dabei ein wesentli- ches Instrument, da sie nicht nur Sprachkenntnisse vermitteln, sondern auch grundlegendes Wissen über Rechtsordnung, Geschichte und gesellschaftliche Strukturen in Deutschland. Eine Einschränkung des Zugangs würde für viele Bonnerinnen und Bonner bedeuten, dass sich ihr Einstieg in Ausbildung, Qualifizierung und Beschäfti-Seite 2 von 3 Seite 3 gung weiter verzögert. Dies stünde im Widerspruch zu den lokalen Bemühun- gen der Stadt, Fachkräfte zu gewinnen, Arbeitsmarktintegration zu beschleuni- gen und soziale Teilhabe zu stärken. Auch Bonner Träger, Bildungseinrichtun- gen und Initiativen, die Integrationskurse anbieten, wären von den Änderungen unmittelbar betroffen – sowohl organisatorisch als auch finanziell. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 02:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de