260082 · Mitteilungsvorlage
Bundesstadt Bonn beteiligt sich an landesweitem Projekt Missimo
Kerndaten
- Nummer
- 260082
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 20.01.2026
- Letzte Änderung
- 28.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration, Gesundheit, Wohnen und Senioren Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (5.796 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 260082 Der Oberbürgermeister Federführung: 33 Bürgerdienste Dezernat: Dez. I Bundesstadt Bonn beteiligt sich an landesweitem Projekt Missimo Beratungsfolge Rat 05.02.2026 Kenntnisnahme Mitteilung der Verwaltung: Im Jahr 2018 hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) im Rahmen einer gemeinsamen Task Force, mit dem Namen „Ressortübergreifende Bekämpfung von Finanzierungsquellen Organisierter Kriminalität und Terrorismus" ein Analyseprojekt zur „Bekämpfung des organisierten Sozialleistungsmissbrauchs im Zusammenhang mit Problemimmobilien (IMO)" eingerichtet. Eines der Ergebnisse dieser Task Force war die Erkenntnis, dass sich diese Problematik ohne eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei, Kommunen und der Familienkasse nicht erfolgreich bekämpfen lässt. Darauf aufbauend haben die vorgenannten Beteiligten in Kooperation mit der Task Force das Modell „MISSIMO" entwickelt. In diesem Projekt des Landes NRW geht es vorrangig um Sozialleistungsmissbrauch in Zusammenhang mit Problemimmobilien, im erweiterten Sinne aber auch um den Kinderschutz (Wohnsituation, Schulpflichtverletzung, usw.). Neben der Verhinderung und Aufdeckung von Straftaten verfolgt das Projekt zudem auch einen repressiven Ansatz in der Identifizierung und Bekämpfung krimineller Strukturen. Der Fokus liegt jedoch auf der Verhinderung ungerechtfertigter Kindergeldzahlungen bzw. der Identifizierung von Indikatoren, die auf einen ungerechtfertigten Bezug von Kindergeld hinweisen. Organisierter Sozialleistungsmissbrauch wird oft durch international agierende Banden ausgeführt. Es werden gezielt Menschen aus Südosteuropa nach Nordrhein- Westfalen transportiert, um hier als Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher zu fungieren. Dabei werden sie zu Täter*innen, da sie unberechtigt Leistungen empfangen. Zugleich sind sie Opfer, denn ihr Aufenthalt findet unter schwierigsten Bedingungen statt und Anteile der bezogenen Leistungen müssen oft an die im Hintergrund agierende Organisation abgegeben werden. Die Unterbringung der nach Deutschland gelockten Familien findet in baufälligen/vermüllten Gebäuden statt. Die Anwerbung, Anmeldung, Beschaffung von Arbeitsverträgen, Organisation von Dolmetscherleistungen, Kontoeinrichtungen sowie (gefälschte) Dokumente werden durch die agierende Bande beschafft. Die Eltern werden häufig zu Schwarzarbeit und Scheinarbeit gezwungen. Die im Hintergrund agierendeSeite 1 von 3 Seite 2 Organisation zieht die Mieten, Sozialleistungen und das Kindergeld auch bei unerkannter Rückreise der Familie ins Heimatland weiterhin ein. Zuletzt hat sich auch die Stadt Köln sich dem Projekt angeschlossen. Erfolge im Kampf gegen den Missbrauch von staatlichen Leistungen haben beispielsweise bereits Städte wie Krefeld, Gelsenkirchen, Wuppertal sowie zuletzt und Duisburg durch die Umsetzung des Modells erzielen können. Weitere Durchführungen des Modells in anderen Kommunen sind zu erwarten. Allein in Wuppertal brachten die ersten Ermittlungen im Jahr 2022 schon einen sechsstelligen Schaden durch Betrug beim Kindergeld ans Tageslicht. Um auch in der Bundesstadt Bonn wichtige Erfahrungswerte und Erfolge durch die Anwendung des Modells zu erlangen, wird das Modell „MISSIMO“ durch den Zusammenschluss von Polizei, Familienkasse, Jobcenter und der Kommune auch hier angewandt. So können die bereits wahrgenommenen Datenabgleiche und Zusammenarbeiten durch die Anwendung der Projektstruktur standardisiert und im Rahmen des erfolgreichen NRW-Modells harmonisiert und neu strukturiert werden. Die Aktualisierung des Melderegisters, Hinweise auf Schulpflichtverletzungen, noch nicht bekannte Problemimmobilien und auch die Gefährdung des Kindeswohls sind zudem weitere qualitative Vorteile, die sich durch die Umsetzung des Modells ergeben können. In Vorbereitung der Projektumsetzung wurden nachfolgende Organisationsentscheidungen getroffen: Das Dienstleistungszentrum (DLZ) und dort das Sachgebiet Melde- und Passangelegenheiten des Bürgeramtes der Bundesstadt Bonn sollen als zentraler Ansprechpartner für die Familienkasse zuständig sein. Die Vollständigkeit und Richtigkeit des Melderegisters ist eine gesetzliche Verpflichtung des Bürgeramtes, die sich aus dem Bundesmeldegesetz ergibt. Daher übernimmt das Bürgeramt / DLZ auch eine operative Rolle als SPOC (Single Point of Contact). Es ist für die Entgegennahme von Datensätzen und deren Weitergabe an die Familienkasse verantwortlich. Außerdem wird es für Rückfragen von LKA, Familienkasse etc. in Bezug auf die zugrundeliegenden Datenzulieferungen und deren Weitergabe an die jeweiligen Fachämter (z.B. Amt für Kinder, Jugend und Familie, Gesundheitsamt, Schulamt, Ordnungsamt, Ausländeramt, Sozialamt) zur Verfügung stehen und ggf. die Kommunikation der beteiligten Partner des Projekts koordinieren. Die Bürgerdienste sind dabei jedoch nicht für die inhaltliche Bearbeitung der Rückfragen bzw. hieraus entstehenden Folgeaufträgen (Ortsbegehungen etc.) zuständig. Diese sind durch das meldende Fachamt zu verantworten. Das Bürgeramt steht zudem zu jeder Zeit im Austausch mit dem LKA, Zentrum für Kriminalprävention und Sicherheit (ZKS), welches auch in die weitere Bearbeitung eingebunden ist. Das ZKS ist unter anderem Ansprechpartner für Presse und Politik, nimmt Abstimmungen in Bezug auf die Projektarchitektur und Weiterentwicklung des Modells vor und koordiniert notwendige Schulungen mit dem LKA/der Polizei Bonn. Die Erfolge sowie Aufwände im Zusammenhang mit der Beteiligung am Modell „MISSIMO“ durch die Bundesstadt Bonn werden fortlaufend dokumentiert, evaluiert und nach Auswertung erster Ergebnisse dann auch durch Mitteilungsvorlage an die Politik sowie Pressemitteilung öffentlich zugänglich gemacht.Seite 2 von 3 Seite 3 Anlage/n KeineSeite 3 von 3
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:45 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de